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Goldmarkt: Es werden immer weniger und immer kleinere Vorkommen entdeckt

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
10.08.2018, 12:10  |  4969   |   |   

Der Goldpreis kriecht nun schon sieben Jahre vor sich hin. Gleichzeitig sinken die Goldgrade in den Minen und es werden immer weniger neue Vorkommen entdeckt. Das sollte dem Goldpreis und vor allem Goldaktien mittelfristig helfen.

Wann kommt die Wende?

Der Goldmarkt befindet sich seit dem Hoch im Jahr 2011 in einer Baisse. Zwar gab es jeweils zu Anfang der Jahre 2015 und 2016 starke Zwischenerholungen. Doch am großen Bild hat sich im Wesentlichen nichts geändert. Gold befindet sich in einer depressiven Phase, was sicher auch auf einige Anleger in dem Metall oder in Goldaktien zutrifft. Immerhin kann sich die Notiz seit Monatsbeginn über der Marke von 1.200 US-Dollar je Unze halten. Das Metall notiert aber nahe des Jahrestiefs und auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2016. Technisch gesehen ist Gold angeschlagen!

Es wird immer weniger Gold entdeckt

Saisonal gesehen sollte es bereits in den kommenden Wochen wieder aufwärts gehen, denn die Nachfrage von Händlern aus China und Indien zieht wieder langsam an (mehr hier). Man deckt sich ein für die Schmuckfreunde aus dem eigenen Land. Viel stärker sind aber die langfristigen Argumente. Nicht nur sinken die Goldgrade in den Minen seit Jahren, deswegen spricht auch so mancher schon von „Peak Gold„. Vielmehr wird auch immer weniger Gold entdeckt. Hier gilt der alte Spruch: die niedrig hängenden Früchte wurden bereits geerntet, und zwar in den vergangenen 3.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Heutzutage muss man immer mehr Aufwand betreiben, um neue Vorkommen zu entdecken. Die jährlichen Neuentdeckungen befinden sich mit weniger als 15 Mio. Unzen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1990 (siehe Graphik unten). Dabei liegen die Explorationsausgaben der Unternehmen mit prognostizierten 4 Mrd. Dollar in 2018 auf dem Niveau des Vorjahres und deutlich über dem langjährigen Mittel. Es mangelt also nicht an Anstrengungen und Kapital.

Große Vorkommen sind rar gesät

Ganz schlimm sieht es für die großen Konzerne aus. Denn die sind im Prinzip nur an großen Goldvorkommen interessiert, die man über Jahrzehnte abbauen kann. Nur deshalb lohnen sich die großen Investitionen. Das Problem ist aber: es werden immer weniger Goldvorkommen entdeckt, die mehr als 2 Mio. Unzen aufweisen (siehe Graphik unten). Dieser Wert gilt in der Branche als Grenze, an der auch ein Major wie Barrick Gold oder Goldcorp an einem Kauf interessiert wäre. Umgekehrt heißt das aber auch. Wer eines dieser wenigen Projekte mit mehr als 2 Mio. Unzen Gold entwickelt, befindet sich in einer guten Position. Denn solch rare Vorkommen werden immer wertvoller.

Niedrige Bewertungen: Ein Plus für Bergbauriesen

Größere Konzerne profitieren aber derzeit auch davon, dass das Interesse an Explorern gering ist. So konnte sich Coeur Mining das Unternehmen Northern Empire für lediglich 90 Mio. Dollar einverleiben (mehr hier). Deren Sterling-Goldprojekt weist war derzeit erst 709.000 Unzen auf, dennoch ist es als Distrikt-Play spannend. Denn Coeur könnte nun weitere Goldprojekte aus der Region kaufen und so einen kombinierten wirtschaftlichen Betrieb in vielen Jahren ermöglichen. Für die Aktionäre hat es sich gelohnt, denn der Übernahmepreis liegt rund 40 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Gold

Produktionsbeginn in Sichtweite

Bei MacDonald Mines Exploration (0,055 CAD | 0,03 Euro; CA5543244001) ist die Situation ähnlich. Das Unternehmen bekommt derzeit kaum Interesse vom Markt. Dabei wird man bald mit dem Abbau von Gold und Silber auf seinem Wawa-Holdsworth-Projekt im Norden Ontarios beginnen. Dazu hat man eine Vereinbarung mit dem Bulk-Miner Northern Sun Mining geschlossen (mehr hier). Zusammen will man eine Oxidsandschicht auf dem Projekt ausbeuten, die direkt an der Oberfläche liegt. Aufgrund der Zusammensetzung des Bodens ist hier ein einfacher und kostengünstiger Abbau möglich. Das sollte im kommenden Jahr für Cashflow sorgen. Gleichzeitig befindet sich unter dieser Schicht ein 500 Meter breiter Deformationskorridor. Die bisherigen Bohrungen deuten darauf hin, dass hier die Quelle der Edelmetalle liegt, die sich in den Oxidsanden angesammelt haben. Manche vermuten ein ganzes Goldsystem im Erdreich.

Aktie mit viel Luft nach oben

Trotz dieser Aussichten wird MacDonald Mines (0,055 CAD | 0,03 Euro; CA5543244001) aber lediglich mit 5,5 Mio. kanadischen Dollar an der Börse bewertet. Wie derzeit bei vielen Explorern herrscht eine extrem niedrige Bewertung vor. Dabei sollte hier deutlich mehr drin sein. Zum einen hat MacDonald Mines seine Aktivitäten vergrößert und ein Gold-Nickel-Kobalt-Projekt nahe Sudbury in Zentral-Ontario hinzugekauft (siehe hier). Zum anderen wird man in den kommenden Monaten eine Ressourcenschätzung für die Metalle in den Oxidsanden veröffentlichen. Für genug Newsflow ist also gesorgt. Vergleicht man die Bewertung von MacDonald Mines nun mit den 90 Mio. Dollar, die Coeur für Northern Empire zu zahlen bereit war, werden die Chancen hier deutlich. Wer etwas Geduld mitbringt, kann somit auf eine Neubewertung der Aktie oder gar eine Übernahme setzen.

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