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Commerzbank: 2019 steigen die Preise für Gold, Silber und Platin!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
06.12.2018, 12:06  |  1454   |   |   

Die Analysten der Commerzbank haben ihre Ausblick für die Edelmetallmärkte im kommenden Jahr veröffentlicht. Für Gold, Silber und Platin erwarten die Hessen steigende Preise. Nur bei Palladium hält sich der Optimismus in Grenzen.

Wieder ein verlorenes Jahr für Gold

Sollte es keine starke Jahresendrallye geben, wird der Goldpreis das Jahr 2018 mit einem Minus beenden. Insofern kann man trotz all der Probleme bezüglich der Geopolitk und der Weltkonjunktur nicht unbedingt davon sprechen, dass Gold seinem Ruf als „sicherer Hafen“ gerecht wurde. Allerdings hat die Notiz seit dem Augusttief spürbar zugelegt. Rein technisch gesehen fehlt allerdings noch ein starker Ausbruch, um deutlich höhere Kurse erwarten zu können. Aber immerhin: Seit die Aktienmärkte ins Trudeln geraten sind, ist Gold wieder gefragt. Dieser Trend könnte sich laut der Commerzbank im kommenden Jahr fortsetzen. In ihrem Ausblick 2019 erwarten die Analysten höhere Edelmetallpreise für 2019. Im Fokus steht dabei Gold. Als Hauptfaktor sehen die Hessen den US-Dollar und die Geldpolitik der Federal Reserve. So erwarten sie, dass die Fed die Leitzinsen noch dreimal anheben werde, letztmals im dritten Quartal 2019. Wegen des näherrückenden Endes des Zinserhöhungszyklus in den USA rechnet das Institut damit, dass der US-Dollar im Jahresverlauf 2019 spürbar unter Druck geraten werde. Im Umkehrschluss sollte der Goldpreis hiervon profitieren und „merklich steigen“. Als Blaupause dient dabei der letzte Fed-Zinserhöhungszyklus in den Jahren 2004 bis 2006. Da begann der Goldpreis bereits etwa acht Monate vor der letzten Zinserhöhung zuzulegen. Wenn sich dieses Muster wiederholt, sollte die Goldnotiz bereits ab Anfang 2019 zu steigen beginnen.

Goldpreisziel: 1.350 Dollar je Unze

Als weitere Faktoren sehen die Analysten die Rückabwicklung der hohen Short-Positionen im Gold-Future, die ebenfalls den Preis unterstützen sollten. Hinzu kommt die Nachfrage durch Gold-ETF sowie durch die Zentralbanken. Die standen auch schon in diesem Jahr auf der Käuferseite und haben ihre Bestände merklich ausgebaut. Der World Gold Council schätzt, dass in diesem Jahr die Zukäufe bei 400 bis 500 Tonnen lagen. Die wichtigsten Käufer waren dabei Russland, die Türkei und Kasachstan. Im Laufe des Jahres stießen zudem erstmals seit fast zwei Jahrzehnten auch die Notenbanken aus Polen und Ungarn zu den Goldkäufern. Auffallend war lediglich die Abstinenz der People Bank of China, die offiziell seit zwei Jahren kein Gold mehr gekauft hat. Die Commerzbank-Analysten erwarten aufgrund dieser Faktoren, dass der Goldpreis bis Ende 2019 auf rund 1.350 US-Dollar je Unze steigt.

Silber im Schlepptau von Gold

Im Zuge eines Goldpreisanstiegs sehen die Analysten auch steigende Notizen für Silber. Der deutliche Rückgang in diesem Jahr sei auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China zurückzuführen. Das Beratungsunternehmen Refinitiv GFMS und das Silver Institute erwarten für dieses Jahr einen Rückgang der globalen Industrienachfrage um 1,8%, nachdem sie 2016 und 2017 noch gestiegen war. Dies dürfte der große Unterschied zu Gold sein. Die Commerzbank erwartet keine spürbare Veränderung auf Seiten der Industrienachfrage und rechnet daher damit, dass der Silberpreis lediglich im Zuge eines höheren Goldpreises zulegen dürfte. Als Kursziel für das Jahresende geben die Analysten 16 US-Dollar je Unze aus. Palladium hat in diesem Jahr mit einem Plus von rund 16 Prozent deutlich zulegen können und kostete zuletzt mehr als Gold. Das Angebot ist knapp und die Nachfrage aus der Autoindustrie ist deutlich gestiegen. Palladium wird in Katalysatoren von Benzinern eingesetzt. Die Commerzbank erwartet hier eine deutliche Korrektur, der jüngste Preisanstieg sei übertrieben. Dies gelte aber nur kurzfristig, mittelfristig könne Palladium aufgrund verschärfter Abgasvorschriften selbst bei sinkenden globalen Autoabsätzen profitieren. Platin wiederum notiert nahe seines Zehnjahrestiefs. Zum einen macht sich hier die schwächere Nachfrage in Folge der Dieselkrise in Europa bemerkbar. Zum anderen herrsche ein Überangebot am Markt. Der World Platinum Investment Council rechnet auch weiterhin mit einem Überangebot. Daher rechnet die Commerzbank mit einem begrenzten Erholungspotenzial für den Platinpreis, als Kursziel werden für Ende kommenden Jahres 900 US-Dollar je Unze ausgegeben.

Faktoren im Hintergrund: Zwillings-Defizit und Absetzungstendenzen

Auf die Chancen durch einen schwächeren US-Dollar hatten wir Sie schon mehrfach hingeweisen. Anderen Institute wie die australische Macquarie sind da noch etwas bullisher als die Commerzbank und sehen deshalb einen Goldpreis von 1.400 US-Dollar je Unze auf uns zukommen (mehr hier). Hinzu kommt, dass sich nicht nur das Ende des Zinserhöhungszyklus beim Greenback bemerkbar machen dürfte. Die USA weisen derzeit schließlich ein Zwillings-Defizit auf: eine rekordhohe und weiter steigende Verschuldung fällt mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit zusammen. Selbst höhere Zölle haben bisher nicht dazu geführt, dass beispielsweise das Handelsdefizit mit der Volksrepublik China reduziert werden konnte (siehe auch Goldmans Meinung hierzu). Das dürfte ein Faktor sein, der 2019 auf dem Devisenmarkt eine größere Rolle spielen dürfte. Nicht zuletzt machen sich sukzessive die Absetzungstendenzen bemerkbar. Nicht nur China, Russland, der Iran und lateinamerikanische Staaten suchen inzwischen aktiv nach Alternativen zum Dollar und setzen vermehrt auf andere Währungen wie den Euro oder den Yuan. Selbst in Europa ist das im Zuge der Iran-Sanktionen der USA zu einem Thema geworden. Seit Neuestem gibt es sogar das Ziel, einen höheren Anteil der Ölimporte in Euro abzuwickeln. Die EU importiert Öl für rund 300 Mrd. US-Dollar pro Jahr, davon werden aber nur rund ein Sechstel tatsächlich in Euro abgewickelt.

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