Nebenwerte
Die EU-Energiewende kann kommen! E.ON, Uniper, BP, CanCambria, JinkoSolar, Nel ASA im Fokus
Blühende Landschaften – diese wurden bereits in den 90igern versprochen. Mit dem Rücktritt der Ampel und der Veränderungen im EU-Parlament könnte die „NetZero“-Strategie der Europäischen Union bis 2050 ins Wanken kommen. Denn die Regierungen haben erkannt, dass dauerhaft teure Energie zu großen Arbeitsplatzverlusten in der Industrie führen. Unternehmen kehren gerade Deutschland den Rücken, hier betragen die Energiekosten teilweise das 10-fache, als in anderen Ländern auf dem Globus. Industriekonzerne verfolgen eine Multi-Standort-Strategie und können strategisch ganze Bereiche ins Ausland verschieben. Dazu braucht es nur wenige Jahre. Kostbare Zeit, die die neue Regierung in Berlin ab 2025 nicht verstreichen lassen sollte. Die „große Wende“ zu einer EU-Energiepolitik der Vernunft ist jetzt möglich. Wo liegen die Chancen für Anleger?
Europa unter Zugzwang – Energieressourcen vor Ort im Fokus
Der Wegfall des russischen Gases hat Europa in eine erhebliche Energiekrise geführt, da Russland bis 2021 etwa 40 % der europäischen Gasimporte deckte. Diese Abhängigkeit hatte historische und geopolitische Gründe, da Russland durch langjährige Verträge und eine gut ausgebaute Pipeline-Infrastruktur wie z.B. Nord Stream 1/2 eine zentrale Rolle in der europäischen Energieversorgung spielte. Der Ausfall russischer Gaslieferungen seit dem Überfall auf die Ukraine führte in einigen Ländern zu erheblichen Preisanstiegen. Dies hat nicht nur die Verbraucherhaushalte, sondern auch energieintensive Industrien wie die Chemie und Stahlherstellung getroffen und die Inflation in der EU zusätzlich beschleunigt. Um kurzfristige Versorgungslücken zu schließen, erhöhte Europa seine Importe von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA, Katar und anderen Ländern. LNG ist aber umweltunfreundlich, zudem sehr teuer und erfordert spezielle Infrastruktur, was langfristig kostspielig und sehr komplex sein kann. Europa hat seine Gasspeicherfüllungen stark erhöht, um sich auf den Winter vorzubereiten.
Diese Maßnahmen sind jedoch keine dauerhafte Lösung, da LNG-Importe die Abhängigkeit lediglich verlagern und keine dauerhafte Sicherheit bieten. Der Gasmangel erhöht den Druck für die europäische Energiewende, was jedoch weder politisch noch logistisch sofort umsetzbar ist. Projekte für den Ausbau erneuerbarer Energien, wie Wind und Solar, haben zwar weiter hohe Priorität, aber der Ausbau und die Integration in die vorhandene Infrastruktur brauchen Zeit. Auch Atomkraft wird in einigen Ländern wie Frankreich, Tschechien, Finnland und Polen wieder verstärkt als mögliche langfristige Alternative betrachtet. Die EU hat Notfallmaßnahmen ergriffen, darunter Preisdeckel für Gas und Subventionen, um die hohen Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen abzufedern. Besonders in ärmeren Ländern der EU ist die Gefahr von Energiearmut gestiegen, und viele Unternehmen kämpfen mit stark gestiegenen Betriebskosten, was Wettbewerbsfähigkeit und Produktionskapazitäten bedroht. Europa verfügt aber über große Ressourcen in der Erde – gefragt ist nun der politische Wille.