Analysten kappen Kursziele
Bayer: Mega US-Hedgefonds wettet auf mehr Schmerzen für Anleger
Bayers hat mit seinem Milliardenverlust und dem gesenkten Ausblick die Aktionäre tief erschüttert. Während ein US-Hedgefonds eine Short-Wette aufgebaut hat, kappen einige Analysten das Kursziel.
- Bayer erleidet Milliardenverlust, Aktie auf 20-Jahrestief.
- Hedgefonds D.E. Shaw eröffnet Short-Position gegen Bayer.
- Analysten senken Kursziele, erwarten schwierige Jahre.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Die Bayer-Aktie ist am Dienstag auf ein 20-Jahrestief eingebrochen. Im Jahr 2024 ist der Marktwert von Bayer bereits um mehr als 36 Prozent gesunken und beläuft sich nun auf etwa 20 Milliarden Euro. Vor einem ersten negativen Glyphosat-Urteil im Sommer 2018, kurz nachdem die Übernahme von Monsanto abgeschlossen wurde, lag der Börsenwert noch bei nahezu 92 Milliarden Euro.
In der Folge hat der Hedgefonds D.E. Shaw aus New York eine Short-Position in Höhe von 102 Millionen Euro gegen die Aktien des Leverkusener Pharma- und Agrarunternehmens eröffnet. Diese Information wurde aus einem Dokument ersichtlich, das am Mittwoch in Deutschland eingereicht wurde.
Bei einem Leerverkauf wettet der Investor darauf, dass der Preis der Aktien fallen wird. D.E. Shaw, ein Vermögensverwalter mit einem Anlagevermögen von über 60 Milliarden US-Dollar, hat sich zu diesem Schritt nicht öffentlich geäußert.
Analystenstimmen
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Bayer nach den Quartalszahlen von 30 Euro auf 27 Euro reduziert, die Bewertung jedoch bei "Neutral" belassen. Analyst James Quigley erwartet laut seinem Bericht, dass 2025 ein weiteres herausforderndes Jahr auf operativer Ebene sein wird. Ein mögliches abschließendes Urteil des US Supreme Courts könnte die Belastungen aus dem Glyphosat-Rechtsstreit verringern, die Chancen dafür sieht Quigley jedoch als gering an.
Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Bayer ebenfalls gesenkt, von 26 Euro auf 22 Euro, und die Einstufung auf "Equal Weight" beibehalten. Analystin Emily Field merkte nach dem Quartalsbericht und der Telefonkonferenz an, dass vorsichtige Äußerungen zu allen drei Geschäftsbereichen die anhaltend schwierige Situation unterstreichen, und passte ihre Prognosen entsprechend an.
Deutsche Bank Research hat seine Bewertung von Bayer bei "Hold" mit einem Kursziel von 29 Euro belassen. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat laut dem Analysten Falko Friedrichs durchweg enttäuscht.
Nach einem Gespräch mit dem Finanzchef von Bayer auf einer Investorenkonferenz der UBS hat die Schweizer Großbank die Bewertung für Bayer auf "Neutral" bestätigt. Das Kursziel für den Chemie- und Pharmakonzern bleibt weiterhin bei 30 Euro. Trotz zunehmender kurzfristiger Herausforderungen habe Wolfgang Nickl langfristiges Vertrauen in das Unternehmen ausgedrückt, so Analyst Jo Walton in seiner am Mittwoch veröffentlichten Analyse.
Die Bayer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,15 % und einem Kurs von 20,14EUR auf Tradegate (14. November 2024, 10:48 Uhr) gehandelt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion

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