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Börsengang Paypal Siegeszug der Fintechs - Ist das traditionelle Bankengeschäft am Ende?

07.10.2014, 09:17  |  9339   |  288   |   

Paypal geht an die Börse. Damit reiht sich der Bezahldienst ein in den aktuellen Tech-Hype, der die Börsen erfasst hat. Aber es geht um weit mehr. Der Erfolg Paypals ist Ausdruck einer digitalen Revolution des Bankensektors.

Als Ebay im Jahr 2002 Paypal für 1,5 Milliarden US-Dollar kaufte, war der Bezahldienst nicht mehr als ein junges aufstrebendes Start-Up. Seither haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verändert. Paypal hat sich mittlerweile zu einem führenden globalen Online-Bezahldienst entwickelt und sich dabei mehr und mehr von seinem Mutterkonzern emanzipiert. Inzwischen erwirtschaftet das Unternehmen den Löwenanteil seiner Umsätze ohne Ebay. Allein im vergangenen Quartal konnte Paypal seinen Umsatz im Jahresvergleich um knapp 20 Prozent steigern, 152,5 Millionen Menschen nutzen laut „Spiegel Online“ inzwischen den Bezahldienst – damit verfügt Paypal über fast 4 Millionen mehr Nutzer als Ebay selbst.

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In der vergangenen Woche entschied sich Ebay nun dazu, sich von Paypal abzuspalten und den Bezahldienst in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse zu bringen. Das teilte Ebay-Chef John Donahoe mit, der sich selbst lange gegen diese Pläne gewehrt hatte, letztlich aber dem Druck der Aktionäre nachgeben musste.

Ideale Bedingungen für einen Börsenstart

Der Zeitpunkt dieser Entscheidung könnte wahrlich nicht günstiger sein. Zum Einen reiht sich Paypal ein in den Tech-Hype, der die Börsen nach den öffentlichkeitswirksamen Börsengängen von anderen Tech-Firmen wie Alibaba und Zalando erfasst hat. Einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge schätzen Analysten den Wert Paypals auf bis zu 60 Milliarden US-Dollar. Noch viel wichtiger dürfte allerdings die Fülle an Kaufinteressenten sein. Denn die Liste der potenziellen Käufer liest sich wie ein Who’s who der Tech-Branche.

Google, Apple … oder doch Alibaba?

Das wäre zum Einen Google, das mit einem Kauf von Paypal endlich seinem Google Wallet auf die Sprünge helfen könnte. Gleiches gilt für Apple, das mit Apple Pay und iTunes zwar über bessere Ausgangsbedingungen verfügt. Dennoch könnte Paypal dem hauseigenen Bezahldienst auf einen Schlag zur Monopolstellung verhelfen, schreibt das „Handelsblatt“. Zu guter Letzt dürfte auch der chinesische Internetgigant Alibaba ein Auge auf Paypal geworfen haben. Durch eine Übernahme könnte Alibaba den Bezahldienst mit seinem chinesischen Klon AliPay vereinigen und so den Einstieg in den lukrativen amerikanischen Markt vorbereiten.

Siegeszug der Fintechs

Doch bei Paypal geht es um weit mehr als den Kampf der Silicon Valley-Größen untereinander bzw. mit ihrem chinesischen Schreckensgespenst. Vielmehr macht der Erfolg des Online-Bezahldienstes etwas viel wichtigeres deutlich: Das traditionelle Bankengeschäft scheinen überholt. Unternehmen wie Paypal, Traxpay oder Cashboard – so genannte „Fintechs“ – sind längst auf dem Vormarsch und stellen eine echte Gefahr für die Banken dar.

Wie das „Wall Street Journal Deutschland“ berichtet, bieten immer mehr branchenfremde Start-Ups im großen Stil alternative Plattformen für einfache Bankdienstleistungen an. Egal ob Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung oder gar Kreditvergabe – das alles geschieht mittlerweile einfach per Klick oder App. Die Banken bleiben außen vor, obwohl sie, wie im Fall von Paypal, selbst noch an der Transaktion beteiligt sind. „Die Neuen nehmen den Banken Geschäfte weg, lassen Marktanteile und Gewinnmargen schrumpfen. Und was am schwersten wiegt: Sie entfremden den Bankkunden mit ihren Transaktionen von seiner Bank“, heißt es in dem Bericht.

Ist das traditionelle Bankgeschäft am Ende?

Der Erfolg der neuen Fintechs könnte somit das traditionelle Geschäftsmodell der Bankenwelt komplett auf den Kopf stellen. Eine im Auftrag der Deutschen Bank erstellte Studie, die dem „Wall Street Journal Deutschland“ vorliegt, kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass es für viele Unternehmen „alternativlos“ sei, ihre Geschäftsmodelle dem digitalen Wandel anzupassen. Denn die Fintechs, so die Studie, seien eine „digitale (R)evolution im Finanzsektor“. Gemäß den Darwinistischen Gesetzen bleibt den Banken damit nichts anderes übrig, als den Kampf ums Überleben anzunehmen und sich anzupassen. Tun sie das nicht – und derzeit tun sie es nicht -, könnten sie womöglich bald vom Aussterben bedroht sein. Der Untergang des traditionellen Bankgeschäfts – auch das ist eine Seite der Paypal-Medaille.

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Kommentare

Paypal-CEO Dan Schulman strotzt vor Optimismus: „Es kann gut sein, dass der Markt für bargeldlose Transaktionen irgendwann 100.000 Milliarden Dollar groß sein wird“, so Schulman im Interview mit CNBC. „Das Wachstum ist enorm. Der Markt, in dem wir aktiv sind, ist unglaublich flexibel. Es kann sehr gut sein, dass wir heute erst bei einem Marktanteil von ein bis zwei Prozent sind.“

Schulman weiter: „E-Payment ist definitiv keine Winner-takes-it-all-Story.“

usw ................

https://www.msn.com/de-at/finanzen/top-stories/paypal-bereit…

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:confused: .... das nenne ich mal eine Ansage :look:


naja, gut das ich paypal in meinem wikifolio habe :lick:
Hey :)

ich würde mich freuen wenn ihr mein Wikifolio vormerken würdet.

Vielen Dank im Voraus!

https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf00payfin
https://www.hasepost.de/wirtschaftsweiser-will-ec-kartenzahl…

Berlin (dts) – Der Ökonom und Wirtschaftsweise Lars Feld fordert Einzelhandel und Gastronomie auf, neben Bargeld künftig auch immer Zahlungen per Karte zu akzeptieren. „Es wäre gut, wenn in Deutschland mehr bargeldlos bezahlt werden könnte. Firmen sollten beides annehmen müssen: Bargeld und Karten“, sagte Feld dem Nachrichtenmagazin Focus.

Das senke die sogenannten Transaktionskosten. Deutschland liege im internationalen Vergleich zurück. „Gerade im Einzelhandel und in der Gastronomie ist Bargeld oft das einzige Zahlungsmittel“, so der Ökonom weiter. Länder wie die Schweiz zeigten dagegen, wie problemlos bargeldloses Zahlen möglich sei. In Deutschland werden laut Bundesbank noch knapp drei Viertel aller Zahlungen bar abgewickelt. Studien zufolge kostet der Umgang mit Bargeld allein den Einzelhandel rund 6,7 Milliarden Euro pro Jahr.

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