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Eifelhöhen-Klinik - viel zu billig?? (Seite 56)



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Wer war gestern an der GV und kann berichten, was es zu essen gab? :lick:
...und gerne auch ein paar handfeste Infos. Dem leicht steigenden Aktienkurs nach, war ja wohl eher Positives zu hören, oder?
Ich fand das nicht besonders erbaulich.
Eine Refinanzierung der Klinik in Bonn habe man so gut wie nicht geprüft (obwohl das m.E. die günstigere Variante gewesen wäre) weil man sich "strategisch" vom Gebäudemanagement verabschieden möchte. Also verscherbelt man das Objekt zum 12.5fachen und mietet es für 25 Jahre zu 2.2m EUR/Jahr zurück. Ein super Deal - für den Käufer! (und für den Vorstand: schliesslich kriegt Hr. Küthmann 3% und Hr. Lotzkat 2% des Konzerngewinns als Bonus ausgezahlt, und der Verkauf hat ja über 5m EUR an "Buchgewinn" gebracht. Klar dass man da nicht lange eine Refinanzierung prüft, wenn 250 TEUR Bonus winken).
In Mönchengladbach häufen sich die Verluste, in 2015 insgesamt 2.7m EUR Verlust (800 TEUR mehr als geplant), in den nächsten beiden Jahren weitere 1.2-1.4m EUR pro Jahr. Dazu kommen noch 7-8m EUR die man "investieren" möchte in weitere Betten.
Vor der HV war große Demo der Belegschaft aus Marmagen. Trillerpfeifen. Man will mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Angeblich wird Marmagen ausgeblutet weil Mönchengladbach so viel Geld verschlingt. Und die Bausubstanz ist alt (50 Jahre). An dem alten Bau hatten die Belgier aber wohl kein Interesse!
Aktuell hat man mehr als 14m EUR cash (mehr als der Aktienkurs), aber ob davon in einigen Jahren noch viel Übrig ist?
Und um die Frage zum Essen zu beantworten: wenn das auch in den Kliniken serviert wird, dann wundert mich nicht dass da keiner hinwill (Nudelsalat und Bratwurst).
Das Aktionariat ist auch zerstritten - bei allen TOPs ca. 600 Tausend Gegenstimmen, hat dann auch gereicht um den Aktienrückkauf zu torpedieren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.776.511 von jerobeam am 06.07.16 14:34:55Danke für die Infos
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.776.511 von jerobeam am 06.07.16 14:34:55
Mehr Inhalte der HV 2016.
Ergänzend zur Darstellung von jerobeam noch ein paar Inhalte der HV:

1. Für 2016 wird ein positives operatives Ergebnis (= ohne Sondereffekte aus der sale-and-lease-back Transaktion) erwartet. Konkreter wollte sich der Vorstandsvorsitzende Dr. Küthmann unter auch an dieser Stelle wiederholtem Verweis auf die BAFin nicht äußern. Er verwies weiter auf den in einigen Wochen erscheinenden Halbjahresbericht.

2. Die Ergebnisse für den Standort Mönchengladbach wurden für 2016 und 2017 jeweils mit einem negativen Ergebnis von rund 1,2 bis 1,4 Mio. EUR prognostiziert. Die Prognoseverfehlung für 2015 (negative Abweichung um rund 0,8 Mio. EUR) wurde maßgeblich mit einer anderen Belegung als erwartet begründet; entgegen den Erfahrungen wurde die Kalkulation eines Doppelzimmer-Anteils von 20% deutlich verfehlt. Die Planung 2016 uff. hat man entsprechend angepasst. Dr. Küthmann wiederholte (analog zur HV 2015) dabei seine Prognose eines ROI von 10% p.a. für den Standort Mönchengladbach, ohne jedoch den Zeitraum des Eintritts der Prognose konkreter zu beschreiben. Das EK der Betriebsgesellschaft in Mönchengladbach wurde in 2015 durch den Alleingesellschafter um 1,9 Mio. EUR gestärkt.

3. Zur Dividendenpolitik und zu der Prognose für 2016 wurden nur indifferente Aussagen getroffen. Mehrfach betonte Dr. Küthmann, dass dies eine Entscheidung der Hauptversammlung sei und der zur Ausschüttung verfügbare Betrag evident sei.

4. Kritik an der inhaltlich wenig detaillierten Ad-hoc-Information (vgl. Ad-hoc-Meldung vom 16.12.2015) zu den Rahmendaten sale-and-lease-back Transaktion nahm Dr. Küthmann an, verwies jedoch darauf, dass dies Ergebnis einer anwaltlichen Beratung gewesen und auch der Zeitenge geschuldet sei.

5. Jeder HV-Redner übte mehr oder weniger starke Kritik an der Informationspolitik des Vorstands. Dabei nicht nur aufgrund der Veröffentlichungen, sondern auch aufgrund des Vortrags in der Hauptversammlung am 05.07.2016.

6. Dr. Küthmann bezeichnete die COFINIMMO (börsennotierte Fondsgesellschaft aus Belgien; Vertragspartner der sale-and-lease-back Transaktion) als einen finanzstarken Partner, den man lange gesucht habe, um das Geschäft der EHK weiterzuentwickeln. Es besteht keine Kooperationsvereinbarung oder eine andere Vereinbarung mit COFINIMMO. Die Gespräche werden in der nächsten Zeit fortgesetzt.

7. Rahmendaten der sale-and-lease-back Transaktion: 27,5 Mio. EUR Liquiditätszufluss brutto / 5,4 Mio. EUR Buchgewinn / 4,4 Mio. EUR Rückführung Bankdarlehen zzgl. rund 0,15 Mio. EUR Vorfälligkeitsentschädigung / rund 0,5 Mio. EUR positiver Zinseffekt p.a. im EHK-Konzern / 2,2 Mio. EUR Pacht p.a. (bisherige konzerninterne Pachtzahlung = 4,4 Mio. EUR in 2015). Ergänzend führte Dr. Küthmann aus, dass der Verkaufserlös höher war als ein von Dritten ermittelter Gutachtenwert.
Für die Betriebsgesellschaft Bonn wurde ein Ergebnis (nach Pachtzahlung an CONFINIMMO) von rund 1,0 bis 1, 5 Mio. EUR prognostiziert.

8. Das Statusverfahren, bei dem es um eine strukturelle Veränderung des Aufsichtsrats geht (aufgrund reiner Holdingfunktion der Eifelhöhen-Klinik AG ohne Arbeitnehmer wäre der AR aus Sicht des Vorstands nicht mehr mit Arbeitnehmervertretern zu besetzen), liegt nunmehr dem OLG vor und sollte aus Sicht des Vorstands in nächster Zeit zur Entscheidung kommen. In der ersten Instanz hat der Vorstand gewonnen, ver.di ist daraufhin in Revision vor dem OLG gegangen.

9. Vom AR-Vorsitzenden wurde betont, dass die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat (3 Personen, eine Arbeitnehmervertreterin) aufgrund des anhängigen Statusverfahrens bisher nicht negativ tangiert worden sei. Dies gelte auch im Verhältnis zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.

10. Die ver.di-Aktion betraf den Standort Marmagen (selbstständige GmbH) und konkret einen in 04/2016 ausgelaufenen Haustarifvertrag.

11. Aus der Präsenzliste war zu entnehmen, dass der Großaktionär aus Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 30% präsent war, während auf den Großaktionär ARF etwas mehr als 500.000 Stimmen bzw. rund 16% entfielen.

12. Das seit einem Jahr amtierende Vorstandsmitglied Lotzkat hatte wenige Redeanteile, wirkte bei diesen jedoch etwas fahrig. Sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der Aufsichtsratsvorsitzende agierten souverän.
Auch von mir meinen besten Dank für die Infos zur HV.

Noch bleibe ich investiert.

Für die Zukunft meine Bitte an alle Aktionäre hier:

Stets alle Stimmen zur HV anmelden, ggf über Aktionärsvertreter und schriftlichen Anweisungen über Abstimmverhalten.
Die Halbjahreszahlen finde ich super: 1,61 EUR Gewinn je Aktie zum Halbjahr und das bei einem Kurs von 4 EUR. In der Bilanz liegen 25 Mio. EUR Cash. Was spricht eigentlich dagegen, das komplett als Sonderdividende auszuschütten? Das wären dann 8 EUR Dividende je Aktie bei einem Kurs von 4 EUR:laugh:

Der operative Cash-Flow war zum Halbjahr mit knapp 1 Mio. EUR auch positiv. Über cash-flow und Eigenkapital gerechnet liegt mein Kursziel bei konservativ 6 EUR.
Antwort auf Beitrag Nr.: 53.170.629 von Lacantun am 30.08.16 22:56:37Naja, der Gewinn ist ja durch einen Sonderfaktor zustande gekommen: Aufhebung stiller Reserven durch "sale und lease back" einer Immobilie...
Aus meiner Sicht sind z.Zt. mehrere Dimensionen zu betrachten:

1. Sale-and-Lease-Back-Transaktion: In jedem Fall war per Bilanzstichtag 31.12.2015 im EHK-Konzernabschluss zu erkennen, dass die Finanzierung Mönchengladbach zu diesem Zeitpunkt nicht fristenkongruent bestand. Investitionen in langfristige Vermögensgegenstände waren (temporär) in einem erheblichen Maße kurzfristig refinanziert. Dieses Problem wurde durch die Sale-and-Lease-Back-Transaktion gelöst. Ob es andere, umsetzbare und auch bessere Alternativen (z.B. durch eine klassische Fremdfinanzierung) gegeben hätte, wäre eine gute Frage auf der HV gewesen. Diese Frage wurde aber meines Wissens in der HV nach nicht gestellt.

2. Die Sale-and-Lease-Back-Transaktion erscheint auf den ersten Blick nicht allzu aggressiv gewählt zu sein zu sein. Eine Leasingrate von rund EUR 2,2 Mio. p.a. zzgl. Instandhaltung lässt mit Blick auf die Pachtzahlung von rund EUR 4,4 Mio. im Jahr 2015 noch Spielräume für einen Gewinnbeitrag des Standortes Bonn erkennen. Natürlich kann sich der Instandhaltungsaufwand und möglicher anderer von der EHK außerhalb des Leasingvertrags zu tragender Aufwand (Details zum Leasingvertrag wurden nicht veröffentlicht) im Verlauf der langen Laufzeit der Leasingvereinbarung negativ gegen die EHK entwickeln.

3. Die erhebliche Liquiditätsposition könnte nicht nur für Ausschüttungen und/oder für Darlehenstilgungen Verwendung finden, sondern auch Basis von weiteren Investitionen in Mönchengladbach sein. Den Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Küthmann war auf der letzten Hauptversammlung zu entnehmen, dass hier noch (von ihm nicht näher beschriebene) Möglichkeiten bestehen würden.

4. Mit Interesse beobachte ich die anstehende Neuformierung des Aufsichtsrates, dessen Neuwahl mit Ad-hoc-Meldung vom 16.08.2016 u.a. als Tagesordnungspunkt für eine außerordentliche Hauptversammlung am 09.01.2017 avisiert worden ist. Hier bin ich gespannt, ob der mit rund 15% derzeit zweitgrößte EHK-Großaktionär ARF Holding GmbH/Herr Bruno Fortmeier versucht einen AR-Sitz zu erhalten oder ob der Streubesitz (z.Zt. über 50%) seine konkurrierenden Rechte geltend machen können wird. Der Wahlvorschlag der Verwaltung der EHK bleibt abzuwarten.

5. Auch wird zu beobachten sein, ob die Großaktionäre sich einig sind. Dynamik könnte z.B. im Rahmen der beschriebenen AR-Wahl entstehen. Zumindest das Abstimmungsverhalten zu allen TOP's der Hauptversammlung 2016 (Nein-Stimmen bei jeweils über 30% bei einer HV-Präsenz von 60%) lässt bei mir Zweifel aufkommen, dass derzeit Einigkeit unter den Großaktionären besteht.

6. Entscheidend für die Performance der EHK-Aktien bleibt die operative Entwicklung, dabei insbesondere eine nachhaltig erfolgreiche Marktpositionierung des neuen Standortes Mönchengladbach. Hier sieht die Grundtendenz im Halbjahresabschluss auf niedriger Ertragsbasis konzernweit verhalten verbessert aus. Für Überraschungen ist die EHK (leider) aber auch immer gut. Zumindest hat das Management aber aktuell für eine prima vista stabile Finanzierung gesorgt.
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