Wirecard - Top oder Flop (Seite 16505)

eröffnet am 01.05.08 15:13:34 von
neuester Beitrag 18.01.21 15:45:06 von


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27.11.20 21:54:29
Beitrag Nr. 165.041 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.869.395 von seniortrader am 27.11.20 18:49:48@Seniortrader / Juniortrader: Jetzt enttäuschst du mich aber wirklich. Das müsstest du aber schon wissen, dass Punta Recht hat.
Obwohl ich nie in Wirecard investiert war, habe ich es mitbekommen, denn es ging es durch alle Medien, dass zum ersten mal ein Leerverkaufsverbot durch die Bafin verhängt wurde.

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bafin-ignorierte-bunde…

Ciao

JoeW

PS: Vielleicht solltest du lieber deine eigenen blamablen Posts löschen lassen.
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27.11.20 21:58:33
Beitrag Nr. 165.042 ()
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28.11.20 18:32:43
Beitrag Nr. 165.043 ()
Aus der Tagesschau.de:

"Strategie: Aussageverweigerung

Doch der EY-Mann Orth beendet sein Eingangsstatement so: Er würde unheimlich gerne aussagen, aber er dürfe das nicht, weil er einer Verschwiegenheitspflicht unterliege. Das stimmt, allerdings hatte zuvor der Wirecard-Insolvenzverwalter alle EY-Akteure von der Schweigepflicht entbunden, entgegnet Matthias Hauer (CDU). Doch Orth erklärt wie seine anderen EY-Kollegen, er fürchte strafrechtliche Konsequenzen, weil in der Vergangenheit mehrere Oberlandesgerichte entschieden hätten, dass der Insolvenzverwalter allein gar nicht befugt sei, die Schweigepflicht aufzuheben. Sondern dass zusätzlich der zur Zeit des Prüfmandats amtierende Vorstand das tun müsse".

Ich als Laie des Insolvenzrechts habe ich den Kenntnisstand aus dem Regelinsolvenzverfahren und dem Privatinsolvenzverfahren, dass mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens die komplette Handlungsvollmacht des Insolvenzschuldners auf den Insolvenzverwalter übergeht.

Das bedeutet, dass Willenserklärungen des Insolvenzschuldners nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens unwirksam sind; so der Grundsatz. Der Einwand von EY, der amtierende Vorstand müsse die Schweigepflicht aufheben, geht meines Erachtens fehl. Denn für den vorinsolvenzlichen Zeitraum hat der Insolvenzverwalter doch die alleinige Handlungsvollmacht für die AG. Der heutige Vorstand der Wirecard AG hat mit der Schweigepflicht der vorinsolvenzlichen AG nichts mehr zu melden!

EY wirft hier nur eine Blendgranate.

Da der Insolvenzverwalter EY von der vorinsolvenzlichen Schweigepflicht entbunden hat, hat Orth im Untersuchungsausschuss auszusagen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY beugt sonst nur das Recht!

Selbst bei Außerachtlassung dieser Rechtslage ist noch meines Erachtens folgende Sichtweise der Rechtslage zu beachten:

EY stellt die "private" Schweigepflicht hinsichtlich der Kenntnisse der Wirecard AG über das öffentliche Interesse der Allgemeinheit auf Aufklärung des Betrugs. Im Rahmen der Güterabwägung dürfte jedem normal denkenden Menschen doch klar sein, dass das öffentliche Interesse an der Aufklärung über einen Schaden von 15 Milliarden EURO der privaten Schweigepflicht von EY gegenüber der vorinsolvenzlichen Wirecard AG vorgeht.

Ich finde es beschämend, dass bei einem Schaden von 15 Milliarden EUR, was ungefähr einen Wert von 35.000 Einfamilienhäusern entspricht, EY sich hinter der haltlosen Schweigepflicht versteckt.

Hier wurde finanziell eine mittelgroße Stadt durch den Schornstein gejagt!

Hier muss unsere wehrhafte Demokratie Zähne zeigen!

Hier muss unser Rechtstaat auch EY die Stirn zeigen!

Das Gewaltmonopol hat der Staat. Er hat die Pflicht, geeignete Instrumentarien zu schaffen, Aussagen zu erzwingen; eine Streckbank wäre mir auch Recht für dieses Gesindel, ist jedoch vermutlich verfassungsrechtlich rechtswidrig. Schade aber auch!
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28.11.20 19:40:36
Beitrag Nr. 165.044 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.876.025 von Bruehlsdorf am 28.11.20 18:32:43
Zitat von Bruehlsdorf: Aus der Tagesschau.de:

"Strategie: Aussageverweigerung

Doch der EY-Mann Orth beendet sein Eingangsstatement so: Er würde unheimlich gerne aussagen, aber er dürfe das nicht, weil er einer Verschwiegenheitspflicht unterliege. Das stimmt, allerdings hatte zuvor der Wirecard-Insolvenzverwalter alle EY-Akteure von der Schweigepflicht entbunden, entgegnet Matthias Hauer (CDU). Doch Orth erklärt wie seine anderen EY-Kollegen, er fürchte strafrechtliche Konsequenzen, weil in der Vergangenheit mehrere Oberlandesgerichte entschieden hätten, dass der Insolvenzverwalter allein gar nicht befugt sei, die Schweigepflicht aufzuheben. Sondern dass zusätzlich der zur Zeit des Prüfmandats amtierende Vorstand das tun müsse".

Ich als Laie des Insolvenzrechts habe ich den Kenntnisstand aus dem Regelinsolvenzverfahren und dem Privatinsolvenzverfahren, dass mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens die komplette Handlungsvollmacht des Insolvenzschuldners auf den Insolvenzverwalter übergeht.

Das bedeutet, dass Willenserklärungen des Insolvenzschuldners nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens unwirksam sind; so der Grundsatz. Der Einwand von EY, der amtierende Vorstand müsse die Schweigepflicht aufheben, geht meines Erachtens fehl. Denn für den vorinsolvenzlichen Zeitraum hat der Insolvenzverwalter doch die alleinige Handlungsvollmacht für die AG. Der heutige Vorstand der Wirecard AG hat mit der Schweigepflicht der vorinsolvenzlichen AG nichts mehr zu melden!

EY wirft hier nur eine Blendgranate.

Da der Insolvenzverwalter EY von der vorinsolvenzlichen Schweigepflicht entbunden hat, hat Orth im Untersuchungsausschuss auszusagen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY beugt sonst nur das Recht!

Selbst bei Außerachtlassung dieser Rechtslage ist noch meines Erachtens folgende Sichtweise der Rechtslage zu beachten:

EY stellt die "private" Schweigepflicht hinsichtlich der Kenntnisse der Wirecard AG über das öffentliche Interesse der Allgemeinheit auf Aufklärung des Betrugs. Im Rahmen der Güterabwägung dürfte jedem normal denkenden Menschen doch klar sein, dass das öffentliche Interesse an der Aufklärung über einen Schaden von 15 Milliarden EURO der privaten Schweigepflicht von EY gegenüber der vorinsolvenzlichen Wirecard AG vorgeht.

Ich finde es beschämend, dass bei einem Schaden von 15 Milliarden EUR, was ungefähr einen Wert von 35.000 Einfamilienhäusern entspricht, EY sich hinter der haltlosen Schweigepflicht versteckt.

Hier wurde finanziell eine mittelgroße Stadt durch den Schornstein gejagt!

Hier muss unsere wehrhafte Demokratie Zähne zeigen!

Hier muss unser Rechtstaat auch EY die Stirn zeigen!

Das Gewaltmonopol hat der Staat. Er hat die Pflicht, geeignete Instrumentarien zu schaffen, Aussagen zu erzwingen; eine Streckbank wäre mir auch Recht für dieses Gesindel, ist jedoch vermutlich verfassungsrechtlich rechtswidrig. Schade aber auch!



Meine Meinung:

Am Ende denkt doch jeder an sich - gerade WPs sind doch mit vielen Wassern gewaschen. Bevor sie auch nur eine Info herausgeben, die sie oder Ihre Gesellschaft belasten, werden sie sich immer hinter gewissen Paragraphen verstecken... Und da kennen Sie sich nun mal wirklich aus.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem EY Schreiben von dieser Woche an Ihre Mandanten:

Unabhängig davon zeigt der Fall Wirecard, dass der gegenwärtige ordnungspolitische Rahmen nicht dafür geeignet ist, einen systematischen, vorsätzlichen Bilanzbetrug zu verhindern. Die Rolle und die Möglichkeiten der Prüfer bei der Betrugsbekämpfung müssen daher in Zukunft gestärkt werden - EY hat bereits weitere Maßnahmen eingeleitet, um die Früherkennung betrügerischer Handlungen zu verbessern.

Ich bin aus dem Lachen nicht herausgekommen :-)

Es wäre doch für EY so einfach gewesen, den Job des WPs nach den aktuellen IDW Guidelines durchzuführen. Dann hätten wir alle viel weniger Geld verloren.

Neben Braun / Marsalek et al die das Ganze natürlich initiiert - hat aus meiner Sicht vor allem EY Schuld, dass für viele Anleger das Vertrauen in Abschlüsse hin ist. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass solche Betrügereien in den Post Enron / Worldcom Zeiten mit den Sox Regelungen auch nur Ansatzweise möglich werden.

So long ;-)
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28.11.20 19:57:35
Beitrag Nr. 165.045 ()
Ach ja,

bitte schaut Euch mal den letzten veröffentlichten Abschluss von EY zum 30.12.2019 an

Verlust von 70,2 Mio
Vorjahr Verlust von 54,5 Mio

Eigenkapital 35,4 Mio - 1,3 % der Bilanzsumme.

Der Verlust entsteht durch die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen, da der Zinssatz in den letzten Jahren immer weiter gefallen ist. Auch noch bis zum 30.06.2020 und auch weiter bis heute !


Demnach wird auch der letzte Abschluss zum 30.06.2020 einen Verlust ausweisen, der dann das Eigenkapital nahezu vollständig auffrist.

Sofern EY Deutschland zu einer größeren Strafe verurteilt wird, gehe ich davon aus, dass die Gesellschaft in die Insolvenz geht. Die Pensionsansprüche werden durch die Insolvenzmasse und dann durch den Pensionssicherungsverein gedeckt sein.

Dann wird eine neue Gesellschaft gegründet und das Leben geht weiter.

Nur die geprellten Aktionäre und Gläubiger werden nicht viel sehen....

Mal meine Überlegung....
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28.11.20 19:58:52
Beitrag Nr. 165.046 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.876.370 von Moneyburner1 am 28.11.20 19:40:36Der ordnungspolitische Rahmen haben die Testierer doch selbst so verlangt nehm ich an. sonst würden Prüfungen ja in Arbeit ausarten. Das kann man ja nicht wollen.

Aber auch wenn es anders wäre darf man sich keine Hoffnungen machen. Solche Skandale wird es immer wieder geben. Deswegen müssen Anleger immer genau hinschauen bevor sie investieren und vor allem kritisch bleiben.
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28.11.20 20:46:06
Beitrag Nr. 165.047 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.876.490 von sdaktien am 28.11.20 19:58:52
Zitat von sdaktien: Der ordnungspolitische Rahmen haben die Testierer doch selbst so verlangt nehm ich an. sonst würden Prüfungen ja in Arbeit ausarten. Das kann man ja nicht wollen.

Aber auch wenn es anders wäre darf man sich keine Hoffnungen machen. Solche Skandale wird es immer wieder geben. Deswegen müssen Anleger immer genau hinschauen bevor sie investieren und vor allem kritisch bleiben.


Lol genau hinschauen klingt in diesem context altklug und widerlich
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29.11.20 07:40:29
Beitrag Nr. 165.048 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.876.709 von megadeal2020 am 28.11.20 20:46:06
Zitat von megadeal2020:
Zitat von sdaktien: Der ordnungspolitische Rahmen haben die Testierer doch selbst so verlangt nehm ich an. sonst würden Prüfungen ja in Arbeit ausarten. Das kann man ja nicht wollen.

Aber auch wenn es anders wäre darf man sich keine Hoffnungen machen. Solche Skandale wird es immer wieder geben. Deswegen müssen Anleger immer genau hinschauen bevor sie investieren und vor allem kritisch bleiben.


Lol genau hinschauen klingt in diesem context altklug und widerlich




Lol genau hinschauen klingt in diesem context altklug und widerlich

Na, na, na!
Warum denn gleich so böse?
Man hätte ja auch genauer hinhören können!! 🤣
Warnungen gab es ja frühzeitig und auch genügend und nicht nur von den User hier! :cool:
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29.11.20 08:57:56
Beitrag Nr. 165.049 ()
"Lol genau hinschauen klingt in diesem context altklug und widerlich Na, na, na! Warum denn gleich so böse? Man hätte ja auch genauer hinhören können!! Warnungen gab es ja frühzeitig und auch genügend und nicht nur von den User hier!"

Und das war das Wort zu Sonntag von "soistdasalso".
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29.11.20 09:10:51
Beitrag Nr. 165.050 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.878.065 von Bruehlsdorf am 29.11.20 08:57:56
Zitat von Bruehlsdorf: "Lol genau hinschauen klingt in diesem context altklug und widerlich Na, na, na! Warum denn gleich so böse? Man hätte ja auch genauer hinhören können!! Warnungen gab es ja frühzeitig und auch genügend und nicht nur von den User hier!"

Und das war das Wort zu Sonntag von "soistdasalso".


Ne, ne ne...

Das Wort zum Sonntag ist eine der ältesten Fernsehreihen der ARD und wird jeden Samstagabend meist nach der Sendung Tagesthemen und vor dem Spätfilm ausgestrahlt. :kiss:
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