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NORDLB belässt Wirecard auf 'Kaufen' (Seite 137) | Diskussion im Forum

eröffnet am 05.02.19 14:12:23 von
neuester Beitrag 12.04.21 16:19:35 von


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27.03.21 03:11:52
Beitrag Nr. 1.361 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.621.542 von faultcode am 27.03.21 02:58:03
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😍 😍 😍

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Tag: Burkhard Ley

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27.03.21 03:27:42
Beitrag Nr. 1.362 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.621.551 von faultcode am 27.03.21 03:11:52
"eine Frau mit Doppelnamen"
...


...


da schau her: Dorothee Bär, CSU, Dipl.-Politologin, Staatsministerin für Digitalisierung: https://www.cducsu.de/abgeordnete/dorothee-baer
(psst. Die ist noch relativ jung und Frau. Die CSU kann es sich nicht leisten, die auch nur in irgendeiner Art und Weise beschädigen zu lassen.)


--- ENDE ---


Ansonsten:

Sehr geehrte Frau Schuster,

ich danke ihnen hiermit für so viel offenkundige Aufrichtigkeit!

FC
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2 Antworten
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27.03.21 11:38:02
Beitrag Nr. 1.363 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.621.542 von faultcode am 27.03.21 02:58:03
Zitat von faultcode: :laugh:






...


Das ist schon ein starkes Stück.
DAS ist unglaublich.
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27.03.21 12:51:04
Beitrag Nr. 1.364 ()
Die Aussage von Analystin Heike Pauls vor dem Ausschuss finde ich auch unglaublich. Die hat doch eine vollkommen falsche Berufsaufassung, da kommt mir das Kotzen wenn ich das lese:

https://twitter.com/keinspekulant/status/1374981414932901888…
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27.03.21 13:47:21
Beitrag Nr. 1.365 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.623.846 von phillipptue am 27.03.21 12:51:04daraus:

Heike Pauls -- Eingangsstatement:
...
""Trotz der negativen Presseberichte hielt ich an meiner Kaufempfehlung fest. Die Annahme, Wirecard sei das Ziel von Short-Attacken war für mich aus mehreren Gründen hochplausibel. Bei Wirecard gab es bereits mehrere Short-Attacken. So wurde ein Vertreter der SdK zu einer Haftstrafe verurteilt.""

"Was Heike Pauls nicht erwähnt: Die Herren Bosler und Straub von der SdK wurden nicht wegen Shortselling der Wirecard Aktie verurteilt. Im Urteil gegen Herrn Bosler wurde festgehalten, dass sich seine gegen Wirecard erhobenen Vorwürfe nicht als unwahr erwiesen haben. Zur Aufklärung der Vorwürfe gab Wirecard ein Gutachten bei EY in Auftrag. Es wurde nie veröffentlicht."
...
<Heike Pauls macht darin noch mindestens eine weitere auffallend fehlerhafte Aussage>

Siehe auch:

20.03.2012
Fall SdK -- Ex-Aktionärsschützer wieder auf freiem Fuß
Ein Deal zwischen Justiz und Verteidigung hat den Prozess gegen zwei frühere Aktionärsschützer zu einem schnellen Ende gebracht: Die Ex-SdK-Funktionäre Markus Straub und Tobias Bosler bekommen eine Geld- und Freiheitsstrafe. Sie werden aber umgehend aus der Haft entlassen.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/urteil-im-insider-prozess-…
...
So blieb bei Straub am Ende ohnehin nur noch ein einziger Vorwurf übrig. Als SdK-Sprecher soll er in Mitteilungen zwei Mal vor Aktien des Motorenbauers Thielert gewarnt, aber gleichzeitig verschwiegen haben, dass er selbst auf fallende Kurse bei der Firma gesetzt hatte. Offenbar hatte er mit seiner Einschätzung zu Thielert ohnehin richtig gelegen. Das Unternehmen musste wenig später tatsächlich Insolvenz anmelden.


=> merke:
• Frau Pauls kann bis heute nicht richtig recherchieren, bzw. trägt zur Weiterverbreitung von Informationen bei, die bei einem nicht informierten Leser sehr leicht zu falschen Rückschlüssen führen können
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29.03.21 19:18:28
Beitrag Nr. 1.366 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.621.554 von faultcode am 27.03.21 03:27:42
Zitat von faultcode: ...

Ansonsten:

Sehr geehrte Frau Schuster,

ich danke ihnen hiermit für so viel offenkundige Aufrichtigkeit!

FC


Naja @fc, so weit würde ich nicht gehen.

Klar, interessante Infos hat Sandra Schuster gliefert (Brauns Handy-Nichtbeschlagnahmung, dauerhafte Freundschaft Braun-Marsalek-Ley mit Braun die Hosen an, Besuch der StA Mü bei Braun). Ihr Interview hat aber Ungereimtheiten, da muss ich ausnahmsweise mal J. Zimmermann zustimmen.

Ich verbinde mal Fakten mit ein paar (sehr freien) Assoziationen:

Der Besuch von Bäumler-Hösl und Bühring in Brauns Büro verlief unspektakulär. BH lenkte MB (vielleicht mit ihrem BH) ab, Bühring verwanzte unterdessen MBs Büro. Das erklärt die Existenz dieses plötzlich aufgetauchten, „ernstzunehmenden“ und von mir jetzt ungeprüft veröffentlichten Abhörprotokolls:

S: Wow Markus, wie praktisch man Dein tolles Büro immer wieder nutzen kann.
M: Ja, liebe Sandra, was Dein tägliches Protein Mittagessen so in mir weckt... Ansonsten haben wir hier ja nicht so viel zu tun, ist eben nur ne Luftbude.
S: Schade dass das alles bald vorbei ist…
M: Mmh, deshalb jetzt nochmal der Check. Denk daran, Du hast nicht umsonst das ganze Geld bekommen. Wenn Du verhört wirst, was weißt Du dann von den Vorgängen bei WC?
S: Nichts, ich habe nichts mitbekommen. Das werde ich quasi bei jeder Antwort betonen, mit dümmlichen Sätzen wie „Ich weiß eigentlich gar nicht, was diese Firma eigentlich macht“. Auch werde ich betonen, dass ich vollkommen von betrieblicher Sekretärinnen-Arbeit ferngehalten wurde, und deshalb zur Aufklärung leider nichts beitragen kann.
M: Korrekt, sehr gut. Die da draußen sind so blöd, die glauben alles... haben sie ja die letzten 20 Jahre bewiesen. Liegt natürlich auch daran, dass alle mitgemacht haben. Die wissen, wenn alle konsequent lügen, ob dummdreist oder nicht, haut die das mit raus, bis auf die paar Bauernopfer.
Eines musst Du mir noch versprechen. Laufe die nächste Zeit nicht in Prada Klamotten und/oder mit einem Zwergpudel im Hermes-Bag herum. Das versaut uns noch alles.
S: Ist klar, Du Bärbeißer.
M: Ach so, auch mit meinen emails hattest Du nichts zu tun. Du hast maximal ein paar Vorstands-Geschäftspartner-Party-Termine gebucht, oder auch mal einen Kindergeburtstag oder Wellnessreise für die Familie Braun.
S: Und was ist mit meinen Korrespondenzen, etwa mit dem Kanzleramt?
M: Na, an die kannst Du Dich eben einfach nicht mehr erinnern… die fressen alles! Und, damit Du zeigst, dass Du in Deinen 6 Jahren hier sogar etwas an Vorstands-Themen mitbekommen hast, zitierst Du Marsaleks wohlpointiertes „Irgendeiner muss ja der Schuldige sein“. Da freuen die sich, vor allem weil sie den Satz vorher schon mal gehört haben.
S: Den haben wir jetzt aber oft genug geübt...
M: Noch etwas, verrate auf keinen Fall, dass ich und meine Kumpels Ley und Marsalek das Ding bis zum Finale durchgeplant haben, mit Mrd $ an Short Gewinnen, ermöglicht durch StA Mü und BAFIN. Die Einzeltäter Story muss bombenfest bleiben, d.h. ich bin auch ein Betrogener, hahahahaha.
Also, falle mir nicht in den Rücken!
S: Das verspreche ich, bei allem, was mir heilig ist.


PS: @fc, herzlichen Dank für Deine tolle Arbeit, die Du hier leistest.
Wirecard | 0,390 €
1 Antwort
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05.04.21 19:43:59
Beitrag Nr. 1.367 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.817.390 von faultcode am 07.02.19 17:49:5407.02.2019
Zitat von faultcode: ...
=> aber was ist, wenn sich SEC bzw. DoJ anfangen für Wirecard zu interessieren?!? :eek:
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4.4.
Wirecard: Der lange Arm der US-Justiz
Die amerikanischen Strafverfolger ermitteln im Fall Wirecard. Für die betrogenen Anleger sind sie die letzte Hoffnung.
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/wir…
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Ruben Weigand hat jene Art von Karriere hingelegt, von der viele träumen: Betriebswirtschaft im dualen Studium in Karlsruhe, Unternehmensgründung im Bereich Payment Solutions. Ständiges Netzwerken mit Business-Partnern aus aller Welt – der Traum all jener, die sich gerne „Entrepreneur“ nennen wollen. Teil einer Szene, die schillert. Ganz schnell verdientes Geld, ein Luxus-Anwesen in Luxemburg. Immer weiter, immer höher.

Und nun der jähe Absturz: Er muss sich in den USA auf eine mehrjährige Haftstrafe einstellen. Weigand ist so etwas wie ein Kleinkrimineller im digitalen Kosmos.
...

US-Medien sehen das anders: Bereits im Juli 2020 berichtete das Wall Street Journal ausführlich über die Anklage: US-Ermittler hätten nicht nur das Unternehmen Eaze im Visier, das mit dem Marihuana-Handel seine Geschäft betrieben hatte, sondern auch Unternehmen, die Eaze ihre Technologie zur Verfügung gestellt hätten. Ausdrücklich erwähnt das Journal die Wirecard AG aus Aschheim bei München. Wirecard hat mit seinem elektronischen Zahlungssystem die Grundlage für das erfolgreiche Umdeklarieren gelegt. Dessen sind sich die US-Ermittler inzwischen sicher. New Yorker Börsen-Insider sagen, dass sich die US-Behörden erst warmlaufen für den großen Coup.

Denn Wirecard soll weltweit in Geschäfte verwickelt gewesen sein, die keine Bank anzufassen wagte: verbotenes Glücksspiel, Pornografie und Geldwäsche. Noch liegt keine offizielle Klage vor, doch das muss im US-Justizsystem nichts heißen, im Gegenteil: Prozessbeobachter in New York berichten, dass die US-Justiz Weigand und Akhavan so schnell den Prozess gemacht hätten, um andere potenzielle Kronzeugen zur Zusammenarbeit zu motivieren.

Diese Methode hat auch Weigand überführt. Die Strafverfolger haben Weigands Geschäftspartner Oliver Hargreaves zur Kollaboration gebracht. Er wurde verkabelt und führte mit Weigand jede Menge Telefonate, die als Beweismaterial verwendet wurden. Der ahnungslose Deutsche plauderte munter darüber, dass bei Wirecard im Grunde alles möglich sei. Unter anderem, so prahlte er, sei es Jan Marsalek gelungen, die Bafin dazu zu bringen, gegen Wirecard-Kritiker zu ermitteln. Ausführlich diskutierten Hargreaves und Weigand, wie sie immer neue Fake-Websiten bauten, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Auch Chat-Unterhaltungen wurden penibel aufgezeichnet.
...

Hier erfährt man, welche Strategie „Jan“ vorschlägt, um den Betrug am Laufen zu halten. Es besteht für den Staatsanwalt kein Zweifel, dass es sich dabei um Jan Marsalek handelt, der derzeit von Interpol gesucht wird. Die Protokolle sind Verschlusssache, weil die Behörden die Ermittlungen ungestört führen wollen. Die Beweise werden nicht nur in regulären Prozessen verwendet. Sie landen mitunter auch vor einer sogenannten „Grand Jury“ in den berüchtigten US-Geheimprozessen, einer Art Paralleljustiz. Die US-Justiz setzt dieses Mittel ein, um schnell zu Ergebnissen zu kommen: Verurteilungen, Strafzahlungen, Abschreckung.

Die US-Justiz arbeitet dabei auch mit Marktteilnehmern an den Börsen zusammen. Besonders eng ist die Kooperation mit sogenannten Shortsellern:...

Doch manchmal agieren Shortseller als eine Art Vorhut der US-Strafverfolgung. Dieses Zusammenspiel ist für Shortseller und Ermittler zielführend: Die Shortseller wissen, dass es einem Unternehmen an die Existenz gehen kann. Die US-Justiz ist gewissermaßen die Versicherung für ihre Wette gegen das Unternehmen. Die Ermittler ihrerseits gewinnen Zeit, weil die Shortseller kriminelle Unternehmen durch ihre aggressiven Attacken zu Fehlern zwingen. Für angelsächsische Shortseller ist die Zusammenarbeit mit den Behörden eine Selbstverständlichkeit.
...

Die bayerischen Shortseller warnten die Finanzaufsicht Bafin in einer E-Mail vom 29. April 2010, dass „ein Beweis für illegale Transaktionen“ aufgetaucht sei. Sie legten ein Schreiben vor, in dem die Kreditkartenfirma Mastercard Wirecard zu einer Strafzahlung in Millionenhöhe verdonnerte – wegen der Umdeklarierung von Zahlungen, also genau jenem Geschäft, für das der junge Deutsche soeben in New York für schuldig befunden wurde. Auch die Staatsanwaltschaft München erhielt das Dokument, das der Berliner Zeitung vorliegt.

Doch niemand kümmerte sich um die Anzeige. Auch die Echtheit des Mastercard-Schreibens wurde nie überprüft. Das Wall Street Journal berichtete im Jahr 2020, dass Mastercard Wirecard zur Zahlung von 11 Millionen Britischen Pfund verpflichtet hatte. Es muss sich um jenen Vorgang gehandelt haben, der in Deutschland niemanden interessierte. Das Unternehmen hatte demnach bereits damals reale Probleme, die leicht zu erkennen gewesen wären.

Die US-Ermittler befassen sich aktuell mit Mastercard im Gefolge des Weigand-Prozesses. Sie arbeiten mit dem früheren Mastercard-Manager Paul Paolucci zusammen. Das ist nicht gut für Wirecard-Mitarbeiter: Denn Paolucci war laut einer E-Mail des früheren Wirecard-Managers Burkhard Ley einer der „Kontakte“ von Jan Marsalek bei Mastercard. Die E-Mail liegt dieser Zeitung vor. Es ist gut denkbar, dass das FBI demnächst auch dem einen oder anderen Verdächtigen in Deutschland einen Besuch abstatten wird. :eek:
...

Wirecard nutzte die Orientierungslosigkeit und verkündete, dass die Bafin dem Unternehmen den Ritterschlag erteilt habe. Es sei „ziemlich eindrucksvoll“, wie Jan Marsalek die Krise bewältigt habe, sagte Ruben Weigand seinem Gesprächspartner am abgehörten Telefon.

Tausende Anleger, die vom exponentiellen Wachstum ihrer Altersvorsorge träumten, dachten ebenfalls, dass alles in Ordnung sei. Sie blieben Aktionäre bis zum Totalverlust. Ihre letzte Hoffnung ist der lange Arm der US-Justiz.
Wirecard | 0,398 €
3 Antworten
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07.04.21 13:01:26
Beitrag Nr. 1.368 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.706.974 von faultcode am 05.04.21 19:43:596.4.
Wirecard: Staatsanwaltschaft München schlägt zurück
Die Staatsanwaltschaft München will sich im Fall Wirecard nicht einfach die Schuld zuschieben lassen. Sie widerspricht der Darstellung der Bafin energisch.
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/wir…
...

In den letzten Sitzungen des Wirecard-Untersuchungsausschusses vor Ostern war die Staatsanwaltschaft München unversehens ins schiefe Licht gerutscht. Die Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin sagten einheitlich, dass die Warnungen der Staatsanwaltschaft München vor einer unmittelbar bevorstehenden Spekulationsattacke den Hauptausschlag für ein sogenanntes Leerverkaufsverbot im Februar 2019 durch die Bafin gegeben hätten.

Grundlage dieser angeblichen Warnungen der Staatsanwaltschaft waren ein Fax aus München sowie Telefonate. An die Telefonate kann sich niemand mehr so ganz genau erinnern, das Fax liegt allerdings vor.

Der Inhalt ist bei objektiver Betrachtung als lachhaft zu bezeichnen. Die Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl berichtet in Form eines „Vermerks“ von einem Telefonat, welches sie am 15.2.2019 um 7.30 Uhr mit dem Anwalt von Wirecard, Rechtsanwalt Enderle von der Münchner Kanzlei BubGauweiler geführt habe. Enderle erzählte der Oberstaatsanwältin demnach eine Geschichte, die er vom „Compliance Officer“ der Wirecard, Jan Marsalek, erfahren habe: Demnach erpressten Mitarbeiter der renommierten Nachrichtenagentur Bloomberg Wirecard: Sie forderten sechs Millionen Euro von Wirecard. Bei Nichtzahlung würden sich die Bloomberg-Leute mit den Journalisten der Financial Times (FT) zusammentun und kritisch über Wirecard berichten. Außerdem befinde sich ein Whistleblower aus Singapur auf Kosten eines Hedgefonds auf dem Weg nach London. Enderles Schlussfolgerung an die Staatsanwaltschaft: „Aufgrund dieser Vorkommnisse werde heute eine weitere Attacke auf Wirecard befürchtet.“

Bloomberg sagte dieser Zeitung zu der Behauptung der Erpressung: „Das wäre lächerlich, wenn es nicht so beleidigend wäre.“ Die FT setzte eine Untersuchungskommission ein und kam zu dem Ergebnis, dass an den Vorwürfen Wirecards, die Zeitung würde mit Shortsellern zusammenarbeiten, nichts dran sei. Weder die Staatsanwaltschaft München noch die Bafin haben eines der beiden Medien jemals kontaktiert, im Gegenteil: Die Bafin erstattete bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Dan McCrum, den Journalisten der FT.

Die vom Ausschuss befragten Mitarbeiter der Bafin sagten, die Staatsanwaltschaft München habe den Mitarbeitern der Bafin klargemacht, dass diese Erpressung sehr ernst zu nehmen sei. Auch die Chefs der Bafin bestätigen diese Version. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft die Bafin-Mitarbeiter zu strengstem Stillschweigen verpflichtet.

Daher hätten die zuständigen Sachbearbeiter der Bafin ihren Kollegen etwa bei der Bundesbank nicht Bescheid sagen können, warum die Bafin zu dem ungewöhnlichen Mittel eines Leerverkaufsverbots greifen wollte. Für die Zustimmung der Europäischen Aufsichtsbehörde ESMA hätten sich die Bafin-Mitarbeiter sogar die Sondererlaubnis der Staatsanwaltschaft einholen müssen, um überhaupt sagen zu können, worum es geht.

So ergab sich den Abgeordneten des Untersuchungsausschusses ein relativ konsistentes Bild: Die Münchner Staatsanwaltschaft fällt auf eine „Räuberpistole“ von Marsalek rein und erschreckt die Bafin derart, dass diese keine andere Möglichkeit mehr sieht als ein Leerverkaufsverbot. Die Staatsanwaltschaft soll sich sogar ausdrücklich für ein solches Verbot ausgesprochen haben, berichten die Mitarbeiter der Bafin.


Doch auf Anfrage der Berliner Zeitung liefert die Staatsanwaltschaft München eine ganz andere Darstellung. Anne Leiding, Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin sagte: „Wir haben mit der BaFin immer gut zusammengearbeitet, aber da hat doch jeder ganz klar seine eigene Zuständigkeit. Wir würden z.B. auch keine BaFin-Mitarbeiter fragen, ob wir Anklage erheben sollen oder nicht. Wir geben andererseits auch keinerlei Handlungsempfehlungen an die BaFin. Wir sind nicht vorgesetzte Behörde der Bafin und können daher keinerlei Druck auf die BaFin ausüben und haben dies hier auch nicht.“ Leiding weiter: „ Im Gegenteil haben wir unsererseits nach Absenden des Faxes nicht von uns aus Kontakt zur BaFin gesucht, sondern die Bafin hat mehrfach bei der Staatsanwaltschaft angerufen. Wir sind definitiv nicht für die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der BaFin oder für die Verhinderung(!) möglicherweise krimineller Short-Attacken zuständig. Wir sind insoweit auch kein geeigneter Ansprechpartner, denn wir beobachten keine Entwicklungen auf den Finanzmärkten.“
...

Auch von einer ausdrücklichen Geheimhaltungspflicht könne keine Rede sein: „Sollte es zutreffen, dass ein BaFin-Mitarbeiter einen Staatsanwalt nach seiner Meinung gefragt habe, dann wäre dies keinesfalls belastbare Grundlage für eine Entscheidung der zuständigen BaFin. An ein Verordnen ,strengsten Stillschweigens‘ können wir uns nicht erinnern, wir halten es andererseits für selbstverständlich, dass man mit sensiblen Informationen auch sensibel umgeht.“ Leiding weiter: „Soweit nachvollziehbar durfte die Information, dass eine mögliche Short-Attacke befürchtet werde, generell mündlich weitergegeben werden, allerdings nicht ohne Weiteres das Fax als solches.“ Ob eine konkrete Anfrage der BaFin zur Weitergabe des Faxes an die Bundesbank oder die ESMA erfolgt ist, kann die Staatsanwaltschaft „nicht mehr rekonstruieren“. Die damaligen telefonischen Anfragen berührten allerdings „einfach klar die ausschließliche Entscheidungskompetenz der BaFin“. Dies erkläre auch, „warum hierfür bei der Staatsanwaltschaft keine Vermerke niedergelegt wurden“.

Zum dem berüchtigten Vermerk über die angebliche Verschwörung zweier renommierter Medienhäuser gegen Wirecard sagte Leiding: „Mit dem Fax vom 15.02.19 kam die Staatsanwaltschaft München I ihrer Informationspflicht gegenüber der BaFin nach, nicht mehr und nicht weniger. Generell werden bei der Staatsanwaltschaft eingehende Hinweise, aus denen sich (noch) nicht der Verdacht einer bereits begangenen Straftat ergibt, die aber die Prüfung aufsichtsrechtlicher oder der Gefahrenabwehr dienenden Maßnahmen einer anderen Behörde erforderlich macht, unverzüglich an diese weitergeben.“ Dies betreffe auch Weiterleitungen etwa „an die Polizei, Lebensmittelüberwachungsstellen, Jugendämter oder eben die BaFin“. Es sei nicht so, dass „die Staatsanwaltschaft, wie mehrfach kolportiert, ,einer Räuberpistole geglaubt hätte‘. Es kommt für unsere Verpflichtung zur Weitergabe von Informationen auch nicht darauf an, ob wir diese für zutreffend halten.“ :eek:


Leiding weist auf den Umstand hin, dass in dem Fax „das Wort Erpressung ja auch gar nicht vorkommt“. Warum der geschilderte Sachverhalt keine Erpressung im strafrechtlichen Sinne war, habe Bäumler-Hösl im Untersuchungsausschuss bereits ausführlich erläutert. Tatsächlich hat sich die Staatsanwaltschaft in dem Fax jeglicher Wertung enthalten. Es ist im Grunde eine Gesprächsnotiz ohne Handlungsempfehlung.

Für die Staatsanwaltschaft München ist das Thema Leerverkäufe und Spekulationsattacke allerdings noch nicht abgeschlossen. Es laufen noch die „Ermittlungen gegen mögliche Shortseller“.

Leiding klärt auch auf, dass gegen Dan McCrum und eine Kollegin niemals Ermittlungen geführt wurden: „Die einzige ,Ermittlungsmaßnahme‘, die gegen die Journalisten getroffen wurde, war die Kontaktaufnahme mit deren Verteidigern durch die sofortige Gewährung von vollständiger Akteneinsicht.“ Gegen Bloomberg sei „zu keinem Zeitpunkt“ ermittelt worden: „Die Einleitung eines Ermittlungsverfahren war nicht veranlasst, es fehlte an der Voraussetzung eines möglichen Straftatbestandes.“

Oberstaatsanwältin Leiding sagte, ihre Behörde wolle sich „aus dem ,blame game‘“ vor dem Untersuchungsausschuss „heraushalten“ und sich „ganz auf die zeitintensiven und schwierigen Ermittlungen der möglichen Täter eines gewerbsmäßigen Bandenbetruges bei Wirecard konzentrieren“.

Fabio De Masi von der Linken sieht die Staatsanwaltschaft allerdings noch keineswegs außen vor. Er sagte dieser Zeitung: „Es bleiben zentrale Widersprüche bei der Staatsanwaltschaft. Man ließ Marsalek gemütlich aus Deutschland spazieren, obwohl 1,9 Milliarden Euro bei Wirecard nicht existieren und es vorher bereits eine Durchsuchung bei ihm gegeben hatte. Man schrieb ihn erst bei Interpol zur Fahndung aus als er nicht zu seinem Termin erschien, weil der Anwalt von Marsalek sagte, der suche das Geld auf den Philippinen.“


De Masi weiter: „Bei Braun ließ man das Handy nach einer Razzia als Einzigen nicht beschlagnahmen, weil der in Wien war und stellte auch kein Rechtshilfeersuchen an Österreich. Burkhard Ley setze man auf freien Fuß. Beim Leerverkaufsverbot stützte man sich auf einen britischen Drogendealer als Kronzeugen, sprach bei der Räuberpistole von der Erpressung mehrfach gegenüber der BaFin mündlich von ernstzunehmenden Hinweisen und signalisierte der Bafin, ein Leerverkaufsverbot sei besser als eine Aussetzung des Handels mit Wirecard-Aktien, obwohl man dafür als Staatsanwaltschaft gar nicht zuständig ist.“ De Masi: „Marsalek wurde nicht mal vorgeladen, aber einen Financial Times Journalisten verfolgte man ohne konkrete Beweise wegen angeblichen Insiderhandels. Die Staatsanwaltschaft redet sich raus.“

Florian Toncar von der FDP sagte dieser Zeitung, dass der Ausschuss nach den hier vorliegenden Aussagen der Staatsanwaltschaft „eigentlich eine Gegenüberstellung der Bafin und der Staatsanwaltschaft machen müsste“. Auch andere Parteien sind dieser Idee nicht abgeneigt: Fabio De Masi hatte die Idee bereits als „Kreuzverhör“ im Ausschuss beantragt, aber noch keine Mehrheit dafür gefunden.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Kay Gottschalk, sagte dieser Zeitung: „Für mich bleibt bei der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft München nur eine logische Schlussfolgerung: Eine der Zeugenparteien sagt nicht die Wahrheit. Da reizt mich schon, die Zeugen gegenüberzustellen oder in einer Art von Kreuzverhör zu vernehmen. Alles, was der Wahrheitsfindung dient und rechtlich möglich ist, sollte auch versucht werden. Logisch bleibt, dass nur einer die Wahrheit sagt.“

Man will das weitere Vorgehen nun bei der nächsten Obleute-Konferenz beraten.
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2 Antworten
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08.04.21 08:19:13
Beitrag Nr. 1.369 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.643.071 von Highflighr am 29.03.21 19:18:28
Zitat von Highflighr: Liegt natürlich auch daran, dass alle mitgemacht haben.


"alle" sind einfach zu viele.

https://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/andreas-t…

RIP Herr Andreas Tilp.
Wirecard | 0,393 €
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08.04.21 23:34:20
Beitrag Nr. 1.370 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.726.915 von faultcode am 07.04.21 13:01:26
Zitat von faultcode: Die FT setzte eine Untersuchungskommission ein und kam zu dem Ergebnis, dass an den Vorwürfen Wirecards, die Zeitung würde mit Shortsellern zusammenarbeiten, nichts dran sei.
Das hatte ich schon wieder fast vergessen. Einer von vielen Puzzle-Steinen, die Wirecard geholfen haben, Vorwürfe gegen das Unternehmen als falsch abzutun. Man stelle sich vor Wirecard hätte anstatt KPMG zu beauftragen, selbst eine Untersuchungskommision eingesetzt.
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