Welche Rechtsform für diese Geschäfts-Idee?



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Hallo zusammen ... meine Frage hat zwar nicht wirklich was mit Aktien und Traden zu tun, aber ich glaube es gibt eine Masse Profis hier, die auch in Bezug auf meine Frage einiges an Infos parat haben ...

Stellt Euch folgendes Geschäftsmodell vor:

Geschäftsinhaber A bietet ein Reisepaket an. Hierin enthalten sind neben Flug und Unterkunft auch etliche Ausflüge, Mietwagen etc. ... Inhaber A verkauft dem Kunden diese Reise zum Preis X;
dieser Preis beinhaltet eine frei gewählte, fest eingerechnete Provision.
Der Kunde zahlt keine einzelnen Bestandteile, sondern nur den festen Preis X.

Was die Buchhaltung angeht lässt sich also einfach der "Gewinn" errechnen ... Verkaufspreis minus Kosten für Flug, Hotel etc. ... also eine sehr einfache und sehr übersichtliche Rechnung.

Erwarteter Umsatz pro Jahr 50.000 Euro ...!
Hieraus erwarteter Gewinn 10.000 Euro. (Verkaufspreis minus Kosten für das Reisepaket)

Nun die Frage ... kann mir jemand empfehlen welche Rechtsform für so ein Vorhaben sinnvoll wäre? Ziel wäre es eine Gesellschaftsform zu finden, die natürlich einerseits einfach in der Handhabung ist, wichtiger wäre jedoch, dass am Ende möglichst viel vom Gewinn "hängen" bleibt, wobei hier keine Rolle spielt ob der Gewinn dem Inhaber ausgezahlt oder der Gewinn voll in die Firma reinvestiert wird. Beides wäre denkbar.

Gesellschafter und Inhaber wäre eine Person alleine.
Kapital wird für die Umsetzung der Idee nicht benötigt, wäre aber zwecks Firmengründung vorhanden.

Wie gesagt ... nicht börsen-relevant, aber ich hoffe dennoch zwei drei hilfreiche Ratschläge auf die Schnelle zu bekommen, die mich dann in gezieltere Google-Recherchen führen ...!
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.133.537 von KLumpur am 26.03.20 02:11:03hallo,
die Rechtsform hängt wegen der Kosten vom erwarteten Umsatz ab.

Aber es muß ein Sicherungsschein herausgegeben werden, wenn einzelne Reiseleistungen kombiniert werden. Und den gibt es nur bei großen Versicherungen, die dafür Umsätze/Bonität erwarten und solche Sicherungsscheine auch nicht einzeln, sondern nur in größerer Menge abgeben. Schließlich haftet die Versicherung, wenn das Vorhaben nicht klappt, z.B. Reisende sitzen bleiben.
Du bist per Gesetz Reiseveranstalter.

Viel Glück
Danke für die Antwort.
Zwar kenne ich Sicherungsscheine von den Pauschalreisen,
die ich selber schon gemacht habe,
aber dass ich verpflichtet bin so etwas mit anzubieten war mir nicht bekannt.
Aber es kann ja nicht so schwer sein das zu umgehen ...!
Wie wäre es wenn ich Hotel/Ausflüge und Flug getrennt anbiete?
Ist das Ding mit dem Sicherungsschein dann erledigt?
Oder wie wäre es wenn ich nur das Hotel/Ausflüge-Paket anbiete und den Kunden den Flug dann selber buchen lasse !?

Bzw. bei der Idee, die ich eingangs anführte, wie ließen sich Leistungen anders abrechnen um das Thema Sicherungsschein zu umgehen?

Wie sieht es aus wenn ich als Privatmann (oder alternativ Freiberufler) nur Reisepartner suche und für die Zusammenstellung des Urlaubs ein Honorar berechne? Ginge sowas?

Generell würde nichts gegen den Sicherheitsschein sprechen ... allerdings wird sich da vermutlich keine Versicherung finden, die für meine geplanten drei vier Reisen pro Jahr sowas ausstellt ...
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.133.537 von KLumpur am 26.03.20 02:11:0310.000 Euro Gewinn ... sind da schon sämtliche Kosten wie Krankenversicherung usw. abgezogen??

bzgl. Unternehmenform:

Personengesellschaften:
- Einkommensteuer Gesetzt (persönlicher Steuersatz)
- persönlich haftend

Kapitalgesellschaften:
- Gewerbesteuer und Kapitalertragsteuer (ca. 30%)
- Ausschüttungen an Inhaber (25%)
- Pflicht der doppelten FiBu und publizieren der Bilanz
- bei GmbH beschränkt haftend

Bei der Größenordnung von Umsatz und Gewinn (ohne weitere Mitarbeiter) wäre wohl eine Personengesellschaft vorzuziehen. e.K. GbR
Würde halt erstmal schauen ob es ein Problem ist für dich wenn du persönlich haftest... wenn ja würd ich ne UG mit beschränkter Haftung empfehlen da brauchst du keine 25k Stammkapital

Wenn du aber damit klar kommst dass du persönlich haftest dann kannst du auch einfach e.K. Sein
Also in dieser Größenordnung würde eine Personengesellschaft Sinn machen.
Als Gesellschafter einer Personengesellschaft wird dein Einkommen nach der Einkommenssteuer versteuert.
Wenn du viel verdienst und deine steuerliche Belastung 46% übersteigt, empfehle ich dir zu einer Umgründung in eine Kapitalgesellschaft.
Neben dem Umsatz spielen natürlich auch Fragen nach der Haftung, Geschäftsführung, doppelte Buchhaltung etc. eine wichtige Rolle...

Viel Spaß beim Gründen!
Danke für Eure Antworten.

Naja, eine Haftung zu beschränken ist ja nie schlecht.
UG (haftungsbeschränkt) habe ich mir angesehen ...
Die Frage ist wie vertrauenwürdig das beim Kunden erscheint ...!
Da ist eine GmbH sicher vertrauenswürdiger ...!

Ich meine gelesen zu haben, dass gewisse Steuern bei den unterschiedlichsten Rechtsformen unter Umständigen nicht anfallen. Nochmal der Hinweis ... der Gewinn wird sich pro Jahr auf vielleicht 10.000 belaufen, maximal 20.000 ... bei welcher Rechtsform wäre dieser Gewinn möglichst wenig von Steuernabzügen betroffen?

Barbarossa, danke nochmal für Deinen Hinweis bzgl. des Sicherungsscheins.
Als Reiseveranstalter braucht man nicht nur den, sondern auch entsprechende Haftpflichtversicherungen. Wie ich aber sehe gibt es durchaus Anbieter, die auch für sehr sehr kleine Umsätze solche Versicherungen anbieten ... die bewegen sich nach erster Recherche im kleinen dreistelligen Bereich, was natürlich absolut OK wäre und was für den Kunden wiederum Vertrauen bringt. Mal abgesehen davon, dass es auch schlichtweg Pflicht ist.

Dennoch stellt sich mir die Frage (vielleicht kann da jemand noch was zu sagen, weil er sich zufällig in dem Bereich auskennt?) ob die Idee, die ich habe sich anders realisieren lässt. Also ohne als Reiseveranstalter aufzutreten ...
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.141.943 von KLumpur am 26.03.20 16:37:24
Zitat von KLumpur: Danke für Eure Antworten.

Naja, eine Haftung zu beschränken ist ja nie schlecht.
UG (haftungsbeschränkt) habe ich mir angesehen ...
Die Frage ist wie vertrauenwürdig das beim Kunden erscheint ...!
Da ist eine GmbH sicher vertrauenswürdiger ...!

Ich meine gelesen zu haben, dass gewisse Steuern bei den unterschiedlichsten Rechtsformen unter Umständigen nicht anfallen. Nochmal der Hinweis ... der Gewinn wird sich pro Jahr auf vielleicht 10.000 belaufen, maximal 20.000 ... bei welcher Rechtsform wäre dieser Gewinn möglichst wenig von Steuernabzügen betroffen?

Barbarossa, danke nochmal für Deinen Hinweis bzgl. des Sicherungsscheins.
Als Reiseveranstalter braucht man nicht nur den, sondern auch entsprechende Haftpflichtversicherungen. Wie ich aber sehe gibt es durchaus Anbieter, die auch für sehr sehr kleine Umsätze solche Versicherungen anbieten ... die bewegen sich nach erster Recherche im kleinen dreistelligen Bereich, was natürlich absolut OK wäre und was für den Kunden wiederum Vertrauen bringt. Mal abgesehen davon, dass es auch schlichtweg Pflicht ist.

Dennoch stellt sich mir die Frage (vielleicht kann da jemand noch was zu sagen, weil er sich zufällig in dem Bereich auskennt?) ob die Idee, die ich habe sich anders realisieren lässt. Also ohne als Reiseveranstalter aufzutreten ...


Bei der UG musst du die 25.000 Euro Grundkapital nicht sofort aufbringen, musst aber m.E.n. dieses Grundkapital mit den erzielten Gewinnen aufbauen. Bedenke auch, das die Liquidität einer UG anfangs geringer ist und es dann auch schnell schief gehen kann.

Bzgl. " bei welcher Rechtsform wäre dieser Gewinn möglichst wenig von Steuernabzügen betroffen?"

Das kann man nicht pauschal beantworten. Das hängt von deiner persönlichen Steuersituation ab, weshalb man dafür einen StB konsultiert. Ist dein Einkommen gering, dann sagt man i.d.R. Personengesellschaft. Ist dein pers. Steuersatz hoch, dann greift man lieber gleich zur GmbH. Wie gesagt gehe damit zum StB
Einzelunternehmen => persönlicher Steuersatz; ggf. keine Buchhaltungskosten weil Einnahmen-Überschussrechnung selbst gemacht wird, kein Bundesanzeiger

GmbH / UG : von 10.000 Gewinn gehen ca. 3.100 EUR für Gewerbesteuer, Soli und Körperschaftssteuer weg. Bleiben 6.900. Die schüttet man aus => 27% Kapitalertragsteuer + Soli; kommen netto 73% der Ausschüttung an = 5.037 Nettozufluss nach Steuern.
Bei der GmbH kommen dann noch Kosten für Buchführung hinzu; eine Bilanz stellt man nicht so einfach allein auf, und der Bundesanzeiger nimmt auch Geld für die Einreichung des Abschlusses.
Besser ist es das Geld statt über eine Ausschüttung als Geschäftsführergehalt rauszuziehen. Dann auch persönlicher Steuersatz.
Bei irgendeiner Rechtsform war es doch so, dass bis zum Betrag X irgendeine Steuer nicht anfiel ... was war das?


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