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Webmaxx, dieser Artikel von heute muß doch Wasser auf Deine ZinsMühlen sein - 500 Beiträge pro Seite



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Eigentum verpflichtet (Quelle: Telepolis)
Hans Boës 24.10.2005

In einer Öffentlichen Petition, die beim Deutschen Bundestag eingereicht wurde, wird eine Veränderung des Zinsgeldsystems gefordert, da es das Grundgesetz verletze
Eigentum verpflichtet. Dieser Satz aus dem Grundgesetz kommt ja immer mehr in Vergessenheit. Galoppierender Sozialabbau und unter der Zinslast zusammenbrechende Kommunen sind das Ergebnis einer Politik, die sich über Jahrzehnte das Geld bei den künftigen Generationen borgt. Diese müssen dann für die längst vergangenen Schandtaten der Politiker bezahlen, mit überfüllten Schulen, teuren Studienplätzen, privatisierten Grundversorgern, verschwindenden Schwimmbädern, Parks und Spielplätzen sowie am Ende mit ihrer jeweils jährlich sinkenden Rente.
Beispielsweise war eines der dringlichsten Anliegen der ersten rot-roten Berliner SPD-PDS Koalition, die Abschaffung der Lehrmittelfreiheit voranzutreiben. Sie haben damit nicht nur unsere Kinder, sondern auch ihre eigenen Gründungsväter verraten. Eine der zentralen Grundforderungen der Sozialdemokratie war ja einmal, gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen. Lang, lang ist`s her. Letzten Monat ist im Tagesspiegel berichtet (1) worden, was die neuen Studiengebühren für diejenigen bedeuten, die das Studium nicht sofort bezahlen können: Mit Zins und Zinseszins zahlen sie glatt das Doppelte.


Grafik: Helmut Creutz

Ein Ruck muss durch Deutschland gehen

Seit Jahren wird uns immer wieder erzählt, wir müssen den Gürtel enger schnallen oder ein Ruck muss durch Deutschland gehen. Schon wieder berieselt eine von den Arbeitgebern finanzierte Propaganda-Show mit prominenten Deutschen das Volk ( 30 Millionen Euro gute Laune (2)). Und die meisten Medien blasen in dasselbe Horn. Kein Wunder, gehören diese Medien inzwischen doch fast ausnahmslos Großkonzernen – also den Super-Reichen im Lande.

Bei all dem wird vergessen, dass es die Verfilzung des Gemeinwesens durch die Habenden ist, die einen Staat untergehen lässt. Mancur Olsen hat das schon vor Jahrzehnten in seinem Buch "Der Aufstieg und Niedergang von Nationen" sehr ausführlich dargestellt. Seiner These nach waren Deutschland und Japan in ihrer Nachkriegswirtschaft so erfolgreich, weil die alten Beziehungs-Netzwerke der Eliten nach 1945 zusammengebrochen waren.

Mit der Zeit aber bilden sich die alten Strukturen wieder, haben die Super-Reichen ihre Finger in allen möglichen Großkonzernen und den Medien, wie auch den politischen Entscheidungsgremien und beeinflussen schließlich die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung immer stärker zu ihren Gunsten. Mit der Folge, dass immer mehr Geld in immer weniger Hände fließt. So würgen sie schließlich die prosperierende Entwicklung ab.

Ludwig Erhard, Begründer der Sozialen Marktwirtschaft, kannte noch das Gesetz, wie man eine Wirtschaft zum Laufen bringt: Gib dem kleinen Mann Geld, dann gibt er`s wieder aus. Seit aber zunehmende Steuergeschenke für die Habenden die wirtschaftspolitische Agenda kennzeichnen, geht es mit der Wirtschaft kontinuierlich bergab. Denn die konsumieren fast nichts und investieren nicht etwa in den Standort Deutschland, sondern in schnell Profit bringende Finanztransaktionen. Oder wenn sie investieren, dann in Billigarbeitsplätze in China, Indien oder Indonesien. So könnte man den Satz von Erhard umdrehen: Gib den Reichen Geld, dann siehst Du es nie wieder.

So sind schon in den neunziger Jahren unter der Kohl-Ägide die Einkommen aus Vermögen um etwa das Zehnfache gestiegen, während die Einkommen aus Arbeit in demselben Vergleichszeitraum real sogar gesunken sind. Dieser Trend hat sich aber auch unter der sozialdemokratisch geführten Regierung nicht wesentlich geändert. Und aller Wahrscheinlichkeit wird dies die neue Regierung noch erheblich weiter treiben.


Grafik: Helmut Creutz.Grafik vergrößern

Das Ende des Zinsterrors

Da kommt eine Initiative zu einer öffentlichen Petition des Deutschen Bundestages, die Adolf Holland-Cunz von den Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (3) eingereicht hat, gerade wie gerufen. Das Thema ist Finanzpolitik und die Petition (4) fordert eine gesetzliche Regelung, mit der dem Artikel 14 des Grundgesetzes (Eigentum verpflichtet) wieder besser zur Geltung verholfen werden soll. Die Begründung wird gleich mitgeliefert:

Der deutsche Staat hat Eintausendvierhundert (1 400) Milliarden Euro Schulden und muss dafür ca. 80 Milliarden Euro Zinsen zahlen. Die Wirtschaft hat noch einmal doppelt so viele Schulden und immer mehr Privathaushalte sind überschuldet. Die Guthabenzinsen, die die Gläubiger erhalten, fließen zu 96% an die reichere Bevölkerungshälfte, 47% an die reichsten 10%, wobei die 200 000 Superreichen nicht mit erfasst sind. So wandern jährlich über 300 Milliarden Euro, mehr als der Bundeshaushalt, von den Arbeitenden zu den Besitzenden.

Mit anderen Worten: Die Menschen, die nichts oder wenig haben, unterstützen in diesem Staat die Habenden. Das wäre keine soziale Marktwirtschaft mehr, sondern ein staatlich sanktioniertes Abzocker-Regime. Hintergrund der Initiative ist die umstrittene Theorie der Freiwirtschaft, die Silvio Gesell Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in dem Buch "Die natürliche Wirtschaftsordnung" entwickelt hat. Sie geht von einem Strukturfehler des Geldsystems aus, der sich unter anderem in dem Zinssystem zeigt.

Vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen hatte Franz Müntefering ja noch einmal kurz zu den alten sozialdemokratischen Idealen zurück gefunden und den bezeichnenden Satz ausgerufen "Wir wollen nicht zusehen, wie Geld die Welt regiert." Ottmar Schreiner mahnte (5) daraufhin in der Frankfurter Rundschau schon in der Überschrift: "Auf Tadel müssen Taten folgen. Nur mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung des Wohlstands führt zu mehr Beschäftigung":

Bei vielen Großunternehmen orientiert sich die Wertschöpfung nur noch an Aktienkursen. Es ist pervers, wenn der Kurs umso höher steigt, je mehr Menschen entlassen werden. Der Staat kann seine ureigenen Aufgaben immer weniger wahrnehmen, weil die öffentlichen Haushalte ausbluten. Hier wachsende Arbeitslosigkeit und Armut, dort schamlose Selbstbedienung eines Teils der Managerkaste. Das zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt das Vertrauen in die Demokratie.

Zinsen werden von allen gezahlt, sie sind versteckt in den Preisen aller Waren und Dienstleistungen. Die Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung ( INWO (6)), Mitunterzeichnerin der Petition, hat errechnet, dass sie etwa 30% aller Preise ausmachen, von der Miete bis zum Bier. Und sie werden ebenso vom Finanzamt eingetrieben. Bedient werden damit die Eigentümer großer Vermögen. Das ist eine Umverteilung von unten nach oben, von arm zu reich.

Fast hätte ich es vergessen: Der Artikel findet meine Zustimmung.
[posting]18.423.734 von koalabaer25 am 24.10.05 22:44:51[/posting]So ist es, die drängenden Verschuldungsprobleme dringen jetzt langsam auch in die dumpfesten Hirne....


Aber auch hier muß die Axt angesetzt werden, zur Vor-Finanzierung der Übergangszeit in die Zinsfreiheit:


Dr Dieter Fuchs:

"Dieser Verzicht auf die Vermögensteuer hat die Haushaltssituation weiter angespannt
und die soziale Ungerechtigkeit verschärft.
Dass die Erhebung einer Vermögensteuer vor allem aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit
angemessen ist, belegt auch die außerordentlich große – und in den 90er Jahren weiter gestiegene
– Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland. Nach der letzten Einkommensund
Verbrauchsstichprobe (EVS) des Bundes verfügten die zehn Prozent reichsten Haushalte
in Deutschland 1998 über gut die Hälfte (50,4 %) des gesamten Nettogeldvermögens; 1993
hatte dieser Anteil noch bei 46,4 % gelegen.
Am anderen Ende der Verteilung hatte 1993 die
untere Hälfte aller Haushalte 7,7 % des Nettogeldvermögens besessen, und dieser Anteil sank
– 2 –
bis 1998 auf 4,7 %. Während das untere Viertel der Haushalte 1993 noch einen kleinen positiven
Anteil am Nettogeldvermögen besaß (0,1 %), überstiegen 1998 hier die Schulden sogar
das Vermögen (-1,5 %). Die leistungslosen Vermögenseinkommen sind in den neunziger Jahren
im Vergleich zu allen anderen Einkommensarten weitaus am schnellsten gestiegen. Nach
Berechnungen des WSI nahmen sie (brutto, saldiert) von 125 Mrd. € 1991 auf 205 Mrd. €
2000, damit um 64 % zu.
Vermögensteuern sind in anderen Ländern üblich und tragen dort in erheblichem Umfang – in
den USA, Großbritannien und Japan beispielsweise zu über 10 % – zum gesamten Steueraufkommen
bei. Schon Mitte der 90er Jahre, als die Vermögensteuer in Deutschland noch erhoben
wurde, lag ihr Beitrag zu den Steuereinnahmen mit 2,8 % weit unter dem der genannten
Vergleichsländer. Es kann also auch nicht argumentiert werden, dass die Wiedereinführung
der Vermögensteuer in Deutschland einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Ländern
schaffe.
Auch die Behauptung, dass die Besteuerung des Vermögens zur Diskriminierung des Sparens
durch Doppelbesteuerung des Einkommens führe, unterstellt fälschlicherweise, dass die Vermögensbildung
bei Beziehern hoher Einkommen Ausdruck eines Konsumverzichtes sei. Wer
über hohes Vermögen verfügt, der verfügt über eine hohe Leistungsfähigkeit. Eine Vermögensteuer
hätte zudem eine im Gegenteil kreislauf- und wachstumstheoretisch besonders
günstige Wirkung, weil sie Teile des angehäuften, also nicht konsumwirksamen Vermögens
mobilisiert und als öffentliche Ausgaben zur Belebung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
in den wirtschaftlichen Kreislauf zurückführen würde, ohne dass es auf Seiten der von der
Vermögensteuer Betroffenen zu Nachfrageausfällen kommt."

http://www.labournet.de/diskussion/wipo/finanz/vs-memo.pdf
[posting]18.423.791 von koalabaer25 am 24.10.05 22:47:43[/posting]Sorry, koalabaer, der erste Satz in #3 könnte mißverstanden werden.

Er bezieht sich auf "verantwortliche" in der Politik und keinesfalls auf die hochverehrten Diskssionsteilnehmer hier im Board...:D

_______________________________________________



Prof. Dr. Dieter Fuchs
Telefon +49-(0)711-121 3431
Telefax +49-(0)711-121 3432

Universität Stuttgart
Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung für Politische Theorie und Empirische Demokratieforschung
Breitscheidstr. 2
D-70174 Stuttgart
Sprechstunde Donnerstags ab 15:00 Uhr, nach Voranmeldung
Derzeitige Position Leiter der Abteilung für Politische Theorie und Empirische Demokratieforschung
AkademischeGrade Dr. habil. (Berlin) 1994
Dr. phil. (Mannheim) 1988
Wissenschaftlicher Lebenslauf Seit SS 2001 Professor (C4) für Politische Theorie und Empirische Demokratieforschung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart
Einer meiner geschätzten Beiträge hier:D - vom März 2004:


#1 von webmaxx Userinfo Nachricht an User Beiträge des Users ausblenden 03.03.04 18:00:36 Beitrag Nr.: 12.322.994
einen Beitrag nach unten Dieses Posting: versenden | melden | drucken | historischer Thread
Es läßt sich mit Händen greifen (die Politiker und " Manager" tun´s ja auch, hastig und immer ungenierter :laugh:, um sich schamloser denn je die Taschenzu füllen):Dieses System ist am Ende! -

Dieses System ist am Ende!

Die doofe SPD hat nichts gerafft, bekämpft nur hilflos Symptome und Symptömchen...

Die enorme Zinslast, mit der das Kapital der " Reichen" mittlerweile " bedient" werden muss, läßt nicht mehr ausreichend Spielraum für Investitionen in Arbeit, Bildung und Soziales...

Also nehmen wirs den kleinen Leuten, vegetieren ist ja schließlich auch ne Lebensform:D :mad:

Die EU-Osterweiterung wird alles zum Platzen bringen! Mit- per Inflation kurzzeitig gemildertem - Lohn-Dumping und anschließender Riesen-Deflation - dieses System ist am Ende!
Thread: Aufwachen Leute! Das Land ist am Ende! Bleibt nur die Wahl zw. Pest und Cholera ?

Wer den Beitrag (von Dieter Fuchs)in #2 vollständig gelesen - und verstanden - hat, wird handeln wollen, Fragen an die richtigen Leute stellen müssen etc.."
[posting]18.424.739 von Wilbi am 24.10.05 23:36:23[/posting]Super Beitrag!:mad:
Wenn statt Menschen nur noch das Geld "arbeitet", dann läuft vieles verkehrt. Zinsen und erstrecht Zinzeszinsen ab einem gewissen Betrag gehören verboten und der Zugriff des Staates auf geringe Ersparnisse ebenso. Kann nicht angehen, daß HIV-Empfänger mit z.B. 50 Jahren nur 10000€ besitzen dürfen.:mad:
Wenn jetzt in Kürze auch noch der Sittin Bull hier in Erscheinung tritt , dann wäre das W.O. Geld Kompetenzteam
wieder komplett.

Bei einer Inflation von 2,5 % und Zinsen von 3 % für 5 jährige Staatsanleihen ist im Grunde für die Reichen nicht viel verdient, da von den mikrigen 3 % auch noch Steuern zu bezahlen sind. Nach Steuern ergeben sich für die Reichen echte reale Verluste ihres Kapitals.
Aber Freigeld Ideologen lassen sich bekanntlich nicht durch Argumente überzeugen !
[posting]18.424.739 von Wilbi am 24.10.05 23:36:23[/posting]Der resigniert manchmal, habe ich den Eindruck.

Dabei beginnt hier doch langsam die Einsicht zu wachsen - und auch die Bereitschaft, sich mit dem Thema unvoreingenommen zu befassen.

Wenn erst mal ein gewisser "Verständnis-Knoten" geplazt ist, ist eigentlich ganz klar, daß durch diese Systemumstellung a l l e profitieren werden,niemandem etwas genommen wird (!), nur ein weiteres Geldwuchern bei den Extremreichen s o nicht mehr möglich ist.
Du glaubst doch wohl nicht, dass davon jemand in D Staatsanleihen zeichnet?:laugh:

.
[posting]18.425.045 von StillhalterTrader am 24.10.05 23:57:00[/posting]Da bekomme ich ja fast die Tränen. Die armen Reichen!:mad:
Schon mal was von der Schere gehört, wonach die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden? Wissentschaftlich belegt übrigens. :mad:
Wenn du aber z.B. zunehmende Kriminalität gut findest, dann: Nur weiter so!:mad:
Wenn Deutschland wieder zum Sozialismus zurückkehren will;
dann sage ich nur gute Nacht; dann muß eine neue Mauer gebaut werden und viel Stacheldraht an den Grenzen, damit kein Reicher aus Deutschland mehr flüchten kann !
Was willst Du denn ? Die Reichen sitzen doch nicht mehr im sozialistischen Deutschland; hier glauben immer noch einige,
dass in einer freien globalisierten Welt Deutschland eine wirtschaftliche Sonderrolle spielen kann; na ja , man kann sich ja mit Kuba, Nordkorea usw. verbünden !
[posting]18.425.045 von StillhalterTrader am 24.10.05 23:57:00[/posting]Stillhalter, diese "Kompliment" gebe ich gern zurück.

Ich habe nicht den Eindruck, daß du die Ideologie, wie du es nennst, überhaupt verstanden hast.

Mit Schlagwortaustausch kommen wir hier aber nicht weiter, das hat die Politik doch schon bis zum Exzeß bewiesen...

Ich gebe ja zu, es macht ein bißchen Mühe, aber ein geistig beweglicher Mensch schafft das.

Die Welt hat sich nachweislich länger ohne Zinsen länger - und besser - gedreht als mit.
[posting]18.425.133 von derdieschnautzelangsamvollhat am 25.10.05 00:03:48[/posting]Dann zeichnet halt niemand mehr hier! Soll mir auch egal sein. Wir zeichnen dann eben auch nicht mehr woanders. Danach erfolgt ein echter Ruck durch Deutschland. Endlich. :mad:
Und das wollen doch alle!:D
Mein Vorschlag: Verkauft endlich die Goldvorräte. Mit dem komischen Metall kann eh keiner was vernünftiges, außer horten, anfangen!:D
Die USA wäre aufgrund der gigantischen Verschuldung der größte Gewinner , wenn die USA keine Zinsen mehr zahlen müßten. Naja wir Deutsche sind da insofern sehr großzügig !
[posting]18.425.199 von StillhalterTrader am 25.10.05 00:14:16[/posting]Auch im Sozialismus gab und gibt es Privilegierte. Was kümmert`s dich? Bist du verwandt mit dem Esser von Vodafone:cry: und hast du Angst um dein Erbe?:mad:
webmaxx
Wenn die Menschheit wieder in die Steinzeit zurück möchte, dann brauchen wir keine Zinsen mehr; dann geht es auch mit einer Tauschwirtschaft.
Die Zinsen haben natürlich auch eine Funktion, indem Privatleute und Unternehmen Kredite bekommen; außer wir haben eine Staatswirtschaft, die für die Kreditversorgung alleine zuständig ist. Aber das hatten wir ja schon man und zwar in der früheren DDR !
[posting]18.425.275 von Sechs_Helden am 25.10.05 00:20:22[/posting]Frag mal goldmist. Der kann erklären, warum die Amis unsere Goldreserven niemals mehr rausrücken - das haben nur die Franzosen geschafft.


Stillhalter trader, bei dir hält wohl auch der Denkapparat still:D

Daws hier hat a b s o l u t nichts mit Sozialismus, Steinzeit, Enteignung etc, zu tun.

Es werden lediglich Leistung und Entlohnung wieder ins rechte Verhältnis gesetzt , die Verzerrungen beseitigt.
Wer andere beschäftigt verdient - sehr gut sogar. Wer die Knete auf der Bank oder im Schrank läßt, verliert.
Es besteht also ein systemimmanenter Investitions-"Zwang", der mit Steuerfreiheit belohnt wird !
[posting]18.425.449 von StillhalterTrader am 25.10.05 00:33:43[/posting]Woher weißt du, daß die Steinzeit vorbei ist?
Woraus bauen wir unsere Häuser? Richtig! Steine! :D
Im Ernst: 2 Weltkriege, Atombombe, Vietnam und 2x Irak und viele Kleinkriege mehr bezeichnest du als kulturellen Fortschritt? Das nenne ich einfach nur armselig!:(:mad:
[posting]18.425.521 von webmaxx am 25.10.05 00:43:59[/posting]Wie kann man denn in dutzenden threads was wiederfinden?
Abgesehen davon hab ich schon darüber gelesen, daß es nicht so einfach ist, unser Gold zu verkaufen, weil es gar nicht mehr hier bei uns ist!:mad: Wie ist das eigentlich weggekommen?:mad:
Je mehr man sich mit diesem Thema beschäftigt, desto interessanter wird es. Aus der Zeit habe ich diesen Artikel, der sich mit der Geschichte des Zinses beschäftigt - lesenswert. Und dann können wir in alle Ewigkeit über den Sinn des Zinses diskutieren.


Ein paar Prozent Streit

Er wurde gehasst und geliebt, erlaubt und verboten: Eine kleine Geschichte des Zinses

Von Peter Müller

Im Jahr 1932 sah es düster aus in Wörgl am Inn. Hohe Arbeitslosigkeit und dramatische Verschuldung plagten das österreichische 4200-Einwohner-Dorf, als Michael Unterguggenberger, „der Bürgermeister mit dem langen Namen“, wie ihn der US-Ökonom Irving Fisher später nennen sollte, sein Amt antrat. In dieser Situation schlug Unterguggenberger dem Gemeinderat vor, ein Geldexperiment auszuprobieren, das der in Belgien geborene Ökonom Silvio Gesell 1916 in seiner Natürlichen Wirtschaftsordnung beschrieben hatte.

In einem Nothilfeprogramm wurde beschlossen, das „Wörgler Freigeld“ einzuführen, so genannte Arbeitswertscheine, die durch Wechsel und Schillinge gedeckt waren. Dieses neue Geld hatte eine Besonderheit: Derjenige, der Freigeld über längere Zeit auf der Bank ansammelte, bezog keine Zinsen. Vielmehr musste er am Ende jedes Monats eine Benutzungsgebühr entrichten. Ein Negativzins, wenn man so will, der den bestrafte, der Geld hortete.

Das Ergebnis des dörflichen Experiments konnte sich sehen lassen: Der Anreiz, das Freigeld möglichst schnell wieder auszugeben, führte zu raschem Geldumlauf. Hohe Investitionen bewirkten, dass die Arbeitslosigkeit um ein Viertel sank, während sie andernorts weiter anstieg. Durch die Benutzungsgebühr verbuchte die Stadt Einnahmen in Höhe von zwölf Prozent des ausgegebenen Freigeldes. Sogar eine Skischanze konnte sie sich leisten. Als jedoch die Nachbargemeinde Kirchbichl dem Beispiel folgen wollte, wurde die Notenbank unruhig und beendete vor dem österreichischen Verwaltungsgerichtshof den Versuch, auf den Zins zu verzichten.

Das Experiment von Wörgl wird auch heute noch gern von denen angeführt, die von einer zinslosen Gesellschaft träumen. Denn der Zins polarisiert. Christen und Juden hatten seine Erhebung verboten. Klassiker und Keynesianer versuchten, ihm auf den Grund zu gehen. Marxisten und Sozialisten forderten seine Abschaffung. Notenbanker und Politiker stritten um seine Höhe, Adenauer benutzte gar das Bild des Fallbeils, mit dem die Bundesbank die Konjunktur erschlage. Dabei sind die Fragen, die den Zins umranken, so alt wie das Phänomen selbst: Woher kommt er, und warum gibt es ihn überhaupt? Und: Wie ist, um mit dem österreichischen Kapitaltheoretiker Eugen von Böhm-Bawek zu sprechen, der „moralische Schatten“ zu erklären, der dem Zins bis heute anhaftet?

„Gelderwerb gegen die Natur“

Rolle rückwärts, in die Stadt Athen, in die Zeit des Aristoteles. Der Philosoph, der der Ökonomie ihren Namen gab, hat auch die Geschichte des Zinses entscheidend bestimmt. „Das Geborene ist gleicher Art wie das Gebärende, und durch den Zins entsteht Geld aus Geld. Diese Art des Gelderwerbs ist also am meisten gegen die Natur.“ Aristoteles’ Argument von der Unfruchtbarkeit des Geldes ist der Hauptgrund, warum die Geschichte des Zinses zu einer Geschichte seines Verbotes wird.

Thomas von Aquin sorgte dafür, dass aus dem aristotelischen das kanonische Zinsverbot wurde und berief sich dabei nicht nur auf die Bibel: „Wenn du (einem aus) meinem Volke Geld leihst, einem Armen neben dir, so handle an ihm nicht wie ein Wucherer; ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen“, heißt es im 2. Buch Mose. Thomas fasste den Zins, durchaus modern, als Preis für Zeit auf, genauer, als Preis für die Zeit, die der Verleiher auf sein Geld verzichte. Zeit jedoch sei ein Geschenk Gottes, so der Kirchenrechtler, und dürfe nicht verkauft werden. Zudem könne Gewinn durch die Hingabe von Geld nur zulasten des Vermögens anderer erzielt werden. Der gute Christ aber verdiene sein Geld mit Arbeit.

Praktische Erwägungen stärkten das kanonische Zinsverbot. Das Hochmittelalter war keine Zeit des Fortschritts, die Bevölkerungszahlen stagnierten, bahnbrechende Erfindungen blieben aus. In diesem Umfeld dienten Kredite nicht der wirtschaftlichen Expansion, sondern der Überbrückung von Notzeiten. Dafür sollte Kapital kostenlos zu haben sein.

Nichts als Diebe, Räuber und Mörder seien Zinsnehmer für ihn, wetterte Martin Luther, als er die Reformation ihrem Höhepunkt entgegentrieb. Ein gutes Jahrhundert später setzte William Shakespeare dem Wucherer mit dem rachsüchtigen Shylock in Der Kaufmann von Venedig ein umstrittenes literarisches Denkmal.

Doch im 17. Jahrhundert begann mit wirtschaftlichem Aufschwung der Pragmatismus zu obsiegen. Flanderns aufstrebende Handelsstädte ließen sich in ihrer wirtschaftlichen Entfaltungsfreiheit nicht durch Verbote aus antiken Zeiten einengen. Weltliches Wachstum erforderte finanzielle Ressourcen. Dafür war man bereit zu zahlen. Überregional organisierte Kreditmärkte entstanden. Die Amsterdamer Börse wurde gegründet.

Der Zins überdauerte nicht nur das kanonische Verbot, welches Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich aufgehoben wurde. Er überstand auch die Planwirtschaft sowjetischen Zuschnitts und die verquasten Ideen der Nationalsozialisten von einer völkisch motivierten Solidargemeinschaft.

Im Islam sind Aufschläge tabu

Marx sah im Privateigentum an Produktionsmitteln die Quelle der Ausbeutung des Arbeiters. Im Zins, der Bestandteil des Mehrwerts sei, werde dem Arbeiter ein Teil seines Arbeitsertrages vorenthalten. Im real existierenden Sozialismus war der Zins denn auch folgerichtig abgeschafft, offiziell wenigstens. In der Praxis merkte man schon bald, dass man auf seine Steuerungsfunktion bei der Allokation von Geldern nicht verzichten konnte. In der DDR führte Walter Ulbricht den Zins Anfang der sechziger Jahre wieder ein. Im Rahmen des „Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung“, kurz NÖSPL, hieß er nun Produktionsfondsabgabe. Unternehmen hatten dem Staat zwangsweise Kredite abzunehmen und mussten diesen nicht nur mit Teilen ihrer Gewinne, sondern auch durch die Zahlung von Zinsen alimentieren.

Bei den Nationalsozialisten war die Forderung, die „Zinsknechtschaft des Geldes“ zu brechen, fester Bestandteil des Parteiprogramms. Um die Industriebosse an Rhein und Ruhr zu beruhigen, wusste man ideologisch freilich zwischen „schaffendem“ Industriekapital und „raffendem“ Finanzkapital zu unterscheiden. Letzteres bezeichnete als Synonym jüdische Bankiers, die als Sündenbock für Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit dienten.

In der islamischen Gesellschaft gilt der Zins auch heute noch als Fremdkörper. „Und was immer ihr an Riba verleiht, damit es sich mit dem Gut der Menschen mehre, es vermehrt sich nicht vor Allah“; offenbarte der Prophet in Mekka, 622 nach Christus (Sure 30:39). Riba heißt so viel wie ungerechtfertigte Bereicherung und schließt den Zins – bezeichnenderweise – mit ein. Darlehen würden aus Solidarität vergeben, so die Lehre des Islam, nicht aus Profitgier. Geld sei zudem nur als Bote (Tauschmittel) und Richter (Wertmesser) tauglich und dürfe nicht durch Zurückhalten und Verleihen zweckentfremdet werden.

Die moralische Verdammung des Zinses durch die Jahrhunderte beantwortet freilich nicht die Frage, warum es den Zins überhaupt gibt, sondern fordert sie gerade heraus. Warum muss man mehr Geld zurückzahlen, als man bekommen hat, obwohl Geld nicht abgenutzt wird?

Die Frage geht an Hans-Christoph Binswanger, einem emeritierten Professor für Volkswirtschaft an der Universität St. Gallen. Der Mann hat ein Buch über Zins und Gewinn verfasst (Geld und Wachstum) und kann die einzelnen Theorien, die sich um das Phänomen Zins ranken, schnell runterbeten, allerdings nicht, ohne auch gleichzeitig in ihre Kritik einzusteigen.

Für die Klassiker, wie Adam Smith, ist der Zins ein Teil des Profits, den der Schuldner mithilfe von Produktionsmitteln erworben hatte, die durch Kredite finanziert worden waren. Dieser stand nun dem Gläubiger zu. Klingt plausibel und auch Binswanger sagt diese Theorie noch am ehesten zu. Ihr Schönheitsfehler jedoch: Auch derjenige Schuldner hat Zinsen zu entrichten, der keinen Gewinn macht.

Die Neoklassiker wollen den Entleiher belohnen, der auf seinen gegenwärtigen Konsum zugunsten des Schuldners verzichtet. „Man kann aber auch aus anderen Gründen auf Konsum verzichten als nur wegen Zinsen“, sagt Binswanger, „zum Beispiel, um fürs Alter zu sparen.“

Also, zur Seite damit, und das Blickfeld frei für John Maynard Keynes. Der US-Ökonom spricht von Zins als Liquiditätsprämie, die Menschen für die Annehmlichkeit und Sicherheit, die Geld bietet, zu zahlen bereit seien. Geben sie diese Annehmlichkeit auf, verlangen sie nach einer Belohnung – dem Zins. Binswanger freilich überzeugt der Grundgedanke, wonach es eine Prämie für gehaltenes Geld gäbe, nicht: „Wegen der Tatsache allein, dass ich Geld nur halte, kriege ich noch gar nichts.“

Ernüchterndes Ergebnis der Nachfrage: Ökonomen können die Höhe von Zinsen zwar recht einfach berechnen, indem sie einem vom Schuldner abhängigen Risikozuschlag zur Inflation addieren, die sie für die Dauer des Darlehens erwarten. Aber, so Binswanger: „Die Frage, warum es Zinsen gibt, hat die Ökonomie bis heute nicht gelöst. Dies ist eine moralische Frage, die der Ökonom nicht los wird.“ Womit wir beim Anfang wären.
In diesem Fall habt ihr mich richtigerweise verdächtigt. Wer weiß, evtl. steht eine umfassende Zusammenarbeit mit Hans Boes an.
Sechs Helden
Du lebst doch außerhalb jeglicher Realität. Zieh doch ins Schlaraffenland, oder besser zu den Affen in den Urwald. Da hast Du doch die Zustände, die Du herbeisehnst, die kennen keine Zinsen und keine Reichen.
wilbi
Die Ungerechtigkeit die sich aus dem Zinssystem ergibt, ist eigentlich nur, dass für die Kinder reicher Eltern ein Vermögen "arbeitet", dass sie gar nicht selbst aufgebaut haben. Man könnte das statt mit Sozialismus doch einfach mit einer exorbitanten Erbschaftsteuer lösen?
" Welchen Grund hat die Bank von England, die staatlichen Goldreserven zu "privatisieren" und den Goldpreis bewußt in den Keller zu schicken?

Lyndon LaRouche erklärt dies damit, daß die von England angeführte internationale Finanzelite sich offenbar mit einer Art "Fallschirm aus Gold" auf die "Zeit nach dem großen Crash" vorbereitet. Die Politik der Bank von England führt dazu, daß große Mengen Gold zu sehr niedrigen Preisen auf den Markt gelangen und Insider der Finanzelite sich riesige Goldvorräte anlegen können, um so für den Tag gewappnet zu sein, an dem Wertpapiere, Anleihen und Aktien sich in wertloses Altpapier verwandeln. Wenn der Crash erst einmal läuft, werden Fonds und Investoren scharenweise versuchen, von diesen Papieren auf Gold umzusteigen, und den Goldpreis wieder in die Höhe treiben. Die Finanzelite in England, der Schweiz usw. möchte jetzt billig an Gold herankommen, betont LaRouche, weil es zu den sehr wenigen Dingen gehört, die in einer Zeit der Systemkrise nachgefragt werden. Deshalb treibt sie den Preis jetzt nach unten.

Dieser Vorwurf wurde indirekt von einem Direktor der südafrikanischen AngloGold, Kelvin Williams, bestätigt, der am 8. Juni der Londoner Times gesagt hatte: "Die Bank von England hat die zersetzendste Methode gewählt, um an den Markt zu gehen. Einen Verkauf im voraus anzukündigen, heißt, jedem Spekulanten der Welt die Chance zu geben, vor dem Verkauf gegen das Metall zu spekulieren."

Doch LaRouche betont auch, daß die Finanzoligarchie bei ihrer Rechnung einen großen Fehler macht: "Unter Bedingungen eines finanziellen Zusammenbruchs werden alle öffentlichen Werte wie z.B. Gold im Staatsbesitz, die man gegenwärtig in die Hände der privaten Finanziers spielt, wieder beschlagnahmt werden. Wer jetzt Staatsbesitz ausnutzt und stiehlt, sollte auf der Hut sein: Man wird diese Werte beschlagnahmen und wieder in die Hände des Staates zurückführen. Man wird keine privaten Goldstandard-Pläne im Stil des 19. Jahrhunderts zulassen. Wir brauchen ein neues Bretton-Woods-System, um die Welt wieder aufzubauen, und nichts weniger."

William Engdahl "

Stand: 1999 .
[posting]18.430.307 von ThePinky am 25.10.05 12:42:16[/posting]Eine reichlich starke Reduzierung unserer Probleme. IMO ist das größte Problem, dass der Zins zum Wachstum zwingt und sich damit verselbstständigt hat, du weißt schon, die Geister, die er rief...
[posting]18.430.307 von ThePinky am 25.10.05 12:42:16[/posting]Das ist es nicht allein.

Durch die Kapitalbeschaffungskosten, aber auch die durch Zins erzwungene Eigenkapitalrendite, verteuern sich alle Waren und Dienstleistungen , unser aller Leben, um ca. 30-33 %. Gleichzeitig ist das der "Globalisierungsdruck", der Unternehmen zwingt, billiger im Auland zu fertigen.

Das ist von Großverdienern leicht auszuhalten, zumal wenn man regelmäßig von Geld in Sachwerte (wie z.B Immobilien, die vermietet auch wieder Geldwert bringen) "umtauschen" kann.

Diese , durch Geldverzinsung im System liegende Aufblähung m u ß irgendwann platzen (ca. alle 7o Jahre, hat man mal ausgerechnet).

Das Spiel geht dann mit abgewerteter Währung von vorn los.

Verlierer sind Sparbuch, KLV, Anleihenbesitzer - der kleine Mann ohne Häuser und (echte!) Blue Chips.

Sachwertbesitzer kassieren munter weiter neue Miete, Dividenden etc.

Früher kam durch Zerstörung, Krieg immer noch ein tollerwiederaufbau-Aufschwung dazu. Das klappt aber zumindest in Europa wohl nicht mehr - dafür hat man eben längst die 3. Welt im Visier.
[posting]18.431.160 von webmaxx am 25.10.05 13:32:08[/posting]Gleichzeitig ist das der " Globalisierungsdruck" , der Unternehmen zwingt, billiger im Auland zu fertigen.

Dieses Problem beschäftigt uns. Es geht nicht nur um Fertigung, es geht auch um Dientsleistungen und selbstverständlich Kapitalanlage. Der Kapitalismus ist global verteten. Globalisierte Märkte funktionieren nun mal anders als dies unsere Politiker und Gewerkschaften gerne hätten. Die Anpassung an diese Märkte fand nicht statt. Webmaxx, Du kannst den Zins nicht verbieten und dem Zins auch nicht die Alleinschuld für unsere Situation geben. Nur mal angenommen, ich würde den Zins abschaffen, so wie im Beispiel "Wörgl", dann würde dies in der Konsequenz eine andere Gesellschaftsform bedeuten. Und dies läßt der globale Kapitalismuns niemals zu. Es sei denn das System bricht zusammen und das Spiel geht vor vorne los, so wie Du es beschrieben hast.
freiwrtschaftliches Mantra gegen Angst-Abwehrreaktionen:

Niemand will den Zins abschaffen, Niemand will den Zins abschaffen, Niemand will den Zins abschaffen. So, jetzt noch eintausend Mal, dann haben es vielleicht alle verinnerlicht.


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Es geht darum, den zerstörerischen Druck, den der positive Zins erzeugt, zu überwinden. Das geht am besten mit einem machbaren Nullzinsniveau. Dafür braucht man nur negative Zinsen auf Kurzfristige Anlagen, und Nullzinsen auf langfristige Anlagen. Inflation? *pah, die entsteht doch erst aus dem Wachstumsdruck des posistiven Zinses, ist rein deskriptiv, nachgelagert...
[posting]18.431.578 von koalabaer25 am 25.10.05 13:56:44[/posting]Danke für diesen sachlichen Beitrag.

Vorweg: Wörgl, Tauschringe, Regionalgeld, aber auch Kirchhofs Flat tax sind eben nur Krücken, gehen nicht weit genug bzw. haben Systemfehler, die du ja auch richtig beschreibst.

Eine " andere Gesellschaft" sehe ich nicht, sehr wohl aber eine modifizierte, die keinen Raubtierkapitalismus mehr kennt.

Warum?



Niemand würde mehr Geld verleihen, auch dem Staat nicht (privat, ohne Zinsen, gäbe es das schon noch)

Trotzdem:

Der Staat, die Länder und Kommunen würden sich vor Investitionsangeboten gar nicht mehr retten könmnen - weil mit dem Zinsverbot und der 25%igen jährlichen Geldabwertung (nichts anderes als eine Gelds t e u e r ) gleichzeitig völlige und dauerhafte Steuerfreiheit auf alle Investituionen und Konsumausgaben bestehen würde.

Das wäre weltweit konkurrenzlos und würde das Kapital hier sofort nach Deutschland lenken - eine Umkehr der Glofalisierungsfolgen fände statt.

Keine Schwarzarbeit, kein Schwarzgeld, Arbeitsplätze satt, keine Lohn und EK-Steuern mehr....

Der Geldkreislauf würde quantitativ schrumpfen, qualitativ seine eigentliche Aufgabe als Tauschmittel korrekt erfüllen.

Jeder, der investiert z.B. in Forschung, Bildung, Entwicklung aber auch Werkswohnungen, Maschinen, ja auch ETW, Autokauf, Computer, zahlt keine Ertragssteuern darauf.

Auch auf reinvestierte Beträge, z.B. als Krankheits-und Altersvorsorge nicht.

Die Banken würden in Fondsvertriebsunternehmen mit Investitionsstreuung nach Risikoklassen -Branchen und -Regionen befaßt sein. Wie heute ja auch schon.

Die Sozialausgaben würden in ungeahntem Maß sinken, weil sich private Investitionen wieder wirklich lohnten.

Nur das Geldhorten eben nicht mehr.
Für Investionen spielen doch nicht die Zinsen, Steuererleichterungen usw. die große Rolle ( die gibt es in den Billiglohnländern schon längst), sondern die Arbeitskosten
usw. Wenn die Arbeitskosten in den Billiglohnländern um 90 % und niedriger liegen , dann wird halt nicht in Deutschland investiert.
Alles nur Illussionen , die hier verbreitet werden; und wenn es keine Zinsen gibt, wird auch nicht ausreichendes privates Kapital für Investionen zur Verfügung gestellt;

In einer freien Marktwirtschaft wird es immer Zinsen für die Überlassung von Kapital geben. Und ein Zinsverbot bedeuted Sozialismus und den wollen einige offenbar wieder , dann aber gute Nacht Deutschland !
Zinsen spielen für Investitionen keine Rolle?

:laugh:

Ich wundere ich immer wieder, welch wirtschaftlichen Sachverstand man hier begegnet.

Der positive Zins ist der entscheidende Faktor, warum wir alles mit einer Nah-Sicht-Brille betrachten, warum langfristige Investitionen unsinnig sind, warum wir kurzfristig das maximale aus jeder Investition herausholen müssen etc. Man nennt das Abdiskontieren.

Schon mal gehört?

Bei einem Anlagehorizont > 10 Jahre- werden zukünftige Gewinne unbedeutend, ganz einfach weil dank des positiven Zinses Erlöse zu diesem Zeitpunkt wegen regressiven Erlösverlauf gegen null tendieren.


Kleine Tips, wer dazu referiert: Bernard Lietaer. Und Prof. Wolfgang Berger.

Z.B. hier:

http://www.humanwirtschaft.org/archiv_z/32_berger1.htm
Dann schau Dir mal die Gewinn und Verlustrechnung eines Unternehmens an, dann wird man erkennen , dass die Zinsen nur einen kleinen Teil der Kosten eines Unternehmens ausmachen.
Man wundert sich immer wieder , welche Möchte Gern Schlaumeier sich hier im W.O. Bord melden !
[posting]18.442.991 von StillhalterTrader am 26.10.05 00:01:46[/posting]Jetzt wundere ich mich aber....:eek:

Du bist nicht der Meinung, daß sich diese Kosten auf j e d e r Stufe der Wertschöpfungskette anfallen und sich dadurch sogar multiplizieren?

Aua-haua-ha...
Wann wirst du endlich zugeben, dass in allen Preisen und Dienstleistungen ein nicht offensichtlicher Zinsanteil enthalten ist?
[posting]18.443.116 von SittinBuII am 26.10.05 00:10:03[/posting]hallo Sittin, der gute StillhalterTrader ist mir schon zweimal durch Stillhalten aufgefallen - seiner Ganglien, nicht was seine naßforschen Behauptungen angeht.:laugh:
Aus jeder Wertschöpfungrechnung, die Unternehmer veröffentlichen geht eindeutig hervor, dass die Zinsen an Fremdkapitalgeber nur den geringeren Teil der Kosten ausmachen. Das gilt natürlich entsprechend auch für die Materialieferungen, die von Vorlieferanten kommen.
Aber offenbar hast Du noch nie eine Wertschöpfungrechnung eines Unternehmens gesehen, sonst könntest Du nicht solche Thesen aufstellen !
Also ich möchte mich hier entschuldigen, wenn von mir ein Beitrag manchmal etwas "von oben herab" erscheinen sollte.

Wenn man sich länger - im Grunde, mit Pausen, schon über 20 Jahre - mit dem Thema befaßt, hat viele für einen schon etwas Selbstverständliches. Man vergißt, daß wirklich erst ein Umdenkprozeß stattfinden muß, in dem man sich leicht verheddern kann, wenn einem der Sinn für große Zusammenhänge Mühe macht.

Insofern danke ich allen, die sich hier ernsthaft und kritisch mit der Sache auseinandersetzen.
[posting]18.443.267 von StillhalterTrader am 26.10.05 00:22:00[/posting]Selbst der geschätzte WO-User helmut_kohl, promovierter Volkwirtschaftler, hat hier in WO schon 30 % Zinsanteil in allen Preisen zugegeben.
[posting]18.443.267 von StillhalterTrader am 26.10.05 00:22:00[/posting]Mein Gott, ich fasse es nicht.
Soll ich jetzt auch noch ein BWL-Fernstudium anbieten?

Nur soviel: Ich sprach von Wertschöpfungs k e t t e (die im Grunde sogar ein spiralförmigger Kreislauf ist).

Das geht doch schon im Bergwerk los, die Maschinen auf Kredit kaufen,
über den Transporteur zum Chemiekomzern, Transporteur, Halbzeugveredler,usw.

Bei jedem schlägt die Bank zu, jeder kalkuliert es ein in seine Preise.

Gute Nacht!
Im Dienstleistungsbereich fließen im wesentlichen Arbeitslöhne in die Preise. Wie insofern nun über die sagenhafte "Wertschöpfungskette" nun Zinsen in die Preise einfließen, die angeblich wesentlich die Preise bestimmen , wissen nur die Götter.
Aber die Zins Ideologen schaffen es noch, auch dafür eine Begründung zu finden nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
[posting]18.460.608 von StillhalterTrader am 26.10.05 21:53:00[/posting]Rückzugsgefecht per Rechthaberei - vergiß es. Aber an deinem kaufmännischen SAchverstand wird man künftig zweifeln müssen.
Zinsverbot:confused:

Einfach nur lächerlich.

Wer sollte denn ein Zinsverbot durchsetzen?
Bekanntlich geht alle macht nicht vom Volke, sondern von der Wirtschaft aus.

Das war schon im Mittelalter und vorher so und wird auch zukünftig so sein.
Man nehme nur den wohl mächtigstens Unternehmer der Weltgeschichte:
Jakob Fugger der Reiche, ein privater Unternehmer der entschied wann Kriege geführt und Frieden geschlossen wurde.

Und wie damals so bestimmt auch heute das Kapital.
Ob die Marionette Bush oder das Marionettchen Merkel heisst spielt dabei keine Rolle.
[posting]18.472.663 von Durchschnitt am 27.10.05 18:55:41[/posting]freiwirtschaftliches Mantra gegen Angst-Abwehrreaktionen:

Niemand will den Zins abschaffen, Niemand will den Zins abschaffen, Niemand will den Zins abschaffen. So, jetzt noch eintausend Mal, dann haben es vielleicht alle verinnerlicht.


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Es geht darum, den zerstörerischen Druck, den der positive Zins erzeugt, zu überwinden. Das geht am besten mit einem machbaren Nullzinsniveau. Dafür braucht man nur negative Zinsen auf Kurzfristige Anlagen, und Nullzinsen auf langfristige Anlagen. Inflation? *pah, die entsteht doch erst aus dem Wachstumsdruck des posistiven Zinses, ist rein deskriptiv, nachgelagert...


Alles andere ergibt sich dann wie von selbst- fast so wie heute auch, nur ohne den Zerstörungsdruck.
[posting]18.472.663 von Durchschnitt am 27.10.05 18:55:41[/posting]...lies doch mal hier:



http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Vortrag/Frame-SetVortrag.…

Aber Vorsicht - du wirst die Nacht über nicht schlafen können
[posting]18.472.755 von webmaxx am 27.10.05 19:05:15[/posting]Es liegt im Interesse "der Wirtschaft", dass die Staaten verschuldet sind.
Um so größer die Verschuldung, um so besser für die "Wirtschaft", da dadurch ihre Macht steigt.

Einen kleinen Literatur-Tipp webmaxx.
Zwar bereits Ende der 70ger erschienen, aber immer noch aktuell und auch in Zukunft aktuell.

Günter Ogger
Kauf dir einen Kaiser
Die Geschichte der Fugger

In diesem Buch wird sehr anschaulich geschildert, von wem in der Vergangenheit die "Macht" ausging.

Und es wird auch in der Zukunft so sein.
...
[posting]18.472.946 von Durchschnitt am 27.10.05 19:23:35[/posting]Wie positiv das ist kann man verfolgen, wenn man Nachrichten schaut. 2/3 der Menschheit leben in erbärmlichen Umständen. 1/3 der Menschheit muß wegen dieser Macht Kriege erleiden.

Und 1/100 ist "Gewinner".
[posting]18.472.946 von Durchschnitt am 27.10.05 19:23:35[/posting]Es liegt im Interesse " der Wirtschaft" , dass die Staaten verschuldet sind.
Um so größer die Verschuldung, um so besser für die " Wirtschaft" , da dadurch ihre Macht steigt.




Ich weiß nicht, ob es überhaupt erlaubt ist, so etwas zu schreiben. Auch wenn es "wahr" ist, so weit ich die Sachlage beurteilen kann, insbesondere nach dem Studium der Fed-Entstehung. Wenn man das schon selbst akzeptiert, muss man IMO auch weitergehende Fragen stellen: Ist es also kein Zufall, dass die Verschuldung jedes Jahr weiter steigt ( und damit die Zinslast zu Gunsten immer weniger leistungsloser Einkommen immer weiter zunimmt und die Wirtschaft erdorsselt? )
Ist es Zufall, dass Kriege geführt werden, wenn die Verzinsung unter ein bestimmtes Schwellenniveau fällt?
Ist es Zufall, welch Mythen um Geldentstehung, Verschuldungswachstum, Wachstumszwang, Umverteilung etc. existieren?

Und weitere...
Durchnitt
Wer sollte denn ein Zinsverbot durchsetzen?

Ja das frage ich mich auch. Ein nationaler Alleingang bringt nichts, da das Kapital dann in die Länder fließt, wo Zinsen bezahlt werden und die Währung diese Landes würde aufgrund dieser Kapitalflucht abgewertet.
Das erklären diese Zinstheorektiker wie Sittin Bull , Webmax nicht, wie ihr Zinsverbot weltweit durchgesetzt werden soll.
Der Webmax und der Sittin Bull können ja mal beim Bush vorsprechen ....., der würde sich habtot lachen.


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