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Analyse: Dr. Ulrich AG - 500 Beiträge pro Seite | Diskussion im Forum



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Derzeit werden bis zu 1.250.000 Inhaberstückaktien der Dr. Ulrich AG zu 2,55 Euro je Aktie platziert. Die angebotenen Aktien verbriefen einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 2 Euro und stammen vollständig aus einer Kapitalerhöhung. Nach der Platzierung wird die Dr. Ulrich AG ein Grundkapital von bis zu 1.300.000 Inhaberstückaktien aufweisen. Der Verkaufsprospekt kann bei der Gesellschaft, Immermannstraße 65, 40210 Düsseldorf, Tel: 0211-16977, Fax: 0211-16979797 angefordert werden. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 30.06.2000. Die Mindestzeichnung beträgt 1000 Aktien oder 2.550,00 Euro.

Die Dr. Ulrich AG will sich auf ein bisher noch nicht professionell bearbeitetes Gebiet des Immobiliensektors konzentrieren. Der Ankauf von Immobilienpaketen von notleidenden Unternehmen die zur Fortführung ihrer normalen Geschäftstätigkeit nicht betriebsnotwendige Immobilien schnell abgeben müssen, den Ankauf von Immobilien aus Konkursen und Zwangsversteigerungen, sowie der Ankauf von entwicklungsfähigen Sanierungsprojekten.

Leider fällt beim konzentrierten Durcharbeiten des relativ nichtssagenden Verkaufsprospekts auf, dass wenige Fakten geboten werden, so dass sich diese Analyse in "etwas anderer Form" mit den Äußerungen im Verkaufsprospekt auseinander setzen wird.

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass der Geschäftszweck keineswegs als revolutionär zu bezeichnen ist, sondern von vielen Gesellschaften bereits praktiziert wird, aber weiter im Text. Im Verkaufsprospekt steht: "Insbesondere Projektentwickler und Banken, geschlossene Immobilienfonds sowie Industrieunternehmen haben eine Vielzahl von Immobilien in ihrem Bestand, die sie nun zu einem Bruchteil der Herstellungskosten abgeben müssen". Man führe sich die Aussage mit der Betonung auf "Bruchteil der Herstellungskosten" und "abgeben müssen" nochmals vor Augen. So ein Schwachsinn in einem Verkaufsprospekt zeugt wohl nicht gerade von dem "hochqualifizierten Expertenwissen" der Dr. Ulrich AG.

Auf Seite 8 findet man: "Die Dr. Ulrich wird im Schwerpunkt Mehrfamilienhäuser und Geschäftshäuser erwerben". "Die Dr. Ulrich AG wird im wesentlichen Immobilien in Ballungsräumen Westdeutscher Großstädte laufen. ... .Immobilien in Ostdeutschland werden nur in Ausnahmefällen erworben, wenn ...". Die Immobilien, die die Gesellschaft kurzfristig zu erweben gedenkt (Seite 21) sind die "Mehrfamilienhäuser und Geschäftshäuser", Baumarkt, Einkaufszentrum und Supermarkt in den "Westdeutschen Großstädten" Naumburg, Wilhelmshafen und Ohrdruf.

Ferner findet man im Verkaufspropekt: "Die Dr. Ulrich AG wird Objekte mit einem Regelwert von ca. 2-10 Mio. DM erwerben. Bei dieser Objektgröße gibt es eine Vielzahl von potentiellen privaten Erwerbsinteressenten, was den Weiterverkauf erheblich erleichtert. Großobjekte in dreistelliger Millionenhöhe stehen nicht auf der Einkaufsliste der Dr. Ulrich AG, ...". Interessant, bedenkt man doch, dass auf der selben Seite noch der direkte Kontakt der Gesellschaft zu allen !!!!! wesentlichen institutionellen Käufern, sowie zu den relevanten Käuferschichten hervorgehoben wird. Was wollt ihr denn jetzt, private Erwerber oder institutionelle Käufer ?

Außerdem plant die Gesellschaft bis zum 30.06.2000 konkret angebotene Immobilien zu einem Kaufpreis in Höhe von 112 Mio. DM zu erwerben. Und das alles mit einem derzeitigen Eigenkapital von lediglich 50.000 Euro. Bleibt nur zu hoffen, dass der potentielle Verkäufer den Verkaufsprospekt der Dr. Ulrich AG nicht liest, denn sonst würde er die Immobilien wohl nicht verkaufen, denn diese Immobilien haben auf Basis von Wertgutachten und des Mietertrages einen Verkehrswert von circa 214 Mio. DM. Auch die anderen konkreten Angebote von Immobilienpakten im Höhe von jeweils 30 + 52 Mio. DM sind aufgrund von Einschätzungen der Dr. Ulrich AG das Doppelte wert. Mann sind diese Verkäufer doof. Dieses Spiel der Gegensätze im Verkaufsprospekt kann man übrigens beliebig weiterführen, aber ich habe keine Lust mehr, sonst müsste ich den halben Verkaufsprospekt abschreiben. Aber kommen wir zu den Zahlen.

Die Dr. Ulrich AG plant für 2000 einen Gewinn je Aktie von 0,16 Mio. DM (kein Schreibfehler meinerseits), für 2001 0,7 Mio. DM je Aktie, für 2002 0,87 Mio. DM je Aktie, 2003 1,23 Mio. DM je Aktie und 2004 1,4 Mio. DM je Aktie. Nimmt man zum Wohle der Gesellschaft an es seien DM je Aktie und nicht Mio. DM je Aktie, schürt die Gesellschaft nun die Gier der potentiellen Anleger, indem sie bereits börsennotierte Gesellschaften aufführt, die ein wesentlich höheres KGV als die Dr. Ulrich AG aufweisen. Klar doch ist das so, denn Erstens sind diese aufgeführten Gesellschaften extrem Substanzstark und Zweitens wurde das KGV der Vergleichsgesellschaften nach Steuern und nicht vor Steuern, wie bei der Dr. Ulrich AG, berechnet, und damit schon aufgrund des zweiten genannten Grundes doppelt so hoch. Die Gier soll wohl auch durch die Aussage im Verkaufsprospekt geschürt werden, dass die Gesellschaft den Gang an den Neuen Markt plane. Das wäre in er Tat neu, denn bisher ist keine Immobiliengesellschaft am Neuen Markt notiert. Auch die sonstigen Betrieblichen Aufwendungen der Dr. Ulrich AG sind wohl viel zu niedrig (z.B. 2,9 Mio. DM für 2001) angesetzt, wenn man bedenkt, dass in diesen Posten die Renovierungskosten fallen, und das hat die Dr. Ulrich AG ja schließlich mit ihrem Immobilien zur Wertsteigerung vor. Unter diesen Umständen ist auch nicht mehr so wichtig, dass 48,0 Prozent des Platzierungsvolumens (wahrscheinlich ist hier der Nominalwert der Platzierung und nicht das Platzierungsvolumen gemeint) von "Euro 2,500.000 (4.887.500,00)" (nicht mein Schreibfehler) als Aktienemissionskosten benötigt werden. Das steht auch im engem Zusammenhang mit der Aussage eines Telefonverkäufers der Gesellschaft (die übrigens auch anrufen, um die Internetadresse der Gesellschaft zu kommunizieren), dass etwa 40 Mitarbeiter in der Aktionärsbetreuung tätig seien. Selbiger Telefonverkäufer meinte auch insgesamt seien bei der Dr. Ulrich AG so 55-60 Mitarbeiter beschäftigt, aber so genau wisse er das nicht. Auf die Frage woher das "Expertenwissen" der Gesellschaft fuße, meinte dieser Telefonverkäufer, dass die Gesellschaft auf eine bisher im München tätige Gesellschaft zurückgehe und daher auch das Expertenwissen komme. Könnte dieser Telefonverkäufer lesen, dann wüsste er folgendes: "Die Dr. Ulrich AG wurde mit notarieller Urkunde vom 16.12.99 als CM 99218 Vermögensverwaltungsgesellschafts Aktiengesellschaft mit Sitz in München mit einem Grundkapital in Höhe von 50.000 Euro gegründet, ...". Auch verwechselte dieser Telefonverkäufer immer Neuer Markt und Junger Markt (oder war es Absicht), denn die Gesellschaft plant am Jungen Markt gelistet zu werden. Interessierte Anleger wissen jedoch, dass gerade dieser Junge Markt "verstorben" ist, vielleicht für immer.

Kurzum, ich habe selten so viele Widersprüche und Schwachsinn (alles aufzuführen würde den Rahmen sprengen), in einem Verkaufsprospekt mit schönen Bildchen gelesen und rate deshalb massiv von einer Zeichnung der Aktie ab. Anleger die bereits gezeichnet haben, sollten über ihre Entscheidung nochmals intensiv nachdenken.


Chance: **
Risiko: *******



*******=sehr hoch
******= hoch
*****=überdurchschnittlich
****=durchschnittlich
***=unterdurchschnittlich
**=niedrig
*=sehr niedrig



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Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaftet. Gerade Positionen in Wertpapieren im vorbörslichen Handel können mit dem Totalverlust enden oder durch Illiquidität des Handels teilweise nicht oder nicht mehr Glattgestellt werden.
Eine Investitionsentscheidung hinsichtlich irgendwelcher Wertpapiere muß auf der Grundlage eines Verkaufsprospektes oder einer ausführlichen Beratung, und nicht auf Grundlage dieses Dokumentes erfolgen. Der Autor dieses Dokumentes kann eine Long- oder Shortposition in dem beschriebenen Wertpapier oder in einem mit diesem Wertpapier assoziierten Finanzinstrument halten.

Der Autor oder die GIS Wirtschaftsdaten GmbH sind nicht verantwortlich für eventuelle Verluste, die durch die Verwendung oder durch die Unterlassung der Verwendung der in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Rückschlüsse resultieren.

Bei der Dr. Ulrich AG handelt es sich um ein sehr gut organisiertes Unternehmen.
In allen Bereichen arbeiten Profis und um die Zukunft muß man sich keine Angst machen.
Ich war am Anfang auch skeptisch, doch nachdem ich mich näher mit Immobilienaktien und
der Dr. Ulrich AG beschäftigt hatte war ich überzeugt die richtige Aktie erworben zu haben.
Mehr Infos von mir in den nächsten Tagen.
Eure miss analyse
Bei der Dr. Ulrich AG handelt es sich um ein sehr gut organisiertes Unternehmen.
In allen Bereichen arbeiten Profis und um die Zukunft muß man sich keine Angst machen.
Ich war am Anfang auch skeptisch, doch nachdem ich mich näher mit Immobilienaktien und
der Dr. Ulrich AG beschäftigt hatte war ich überzeugt die richtige Aktie erworben zu haben.
Mehr Infos von mir in den nächsten Tagen.
Eure miss analyse


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