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Hallo Brokefree

Danke für den Hinweis

ich hab mal ein wenig gestöbert

"Um den Telekom-Kuchen balgen sich als Meistbieter die drei
berüchtigsten Kapitalsammler der neuen Digiwelt. Das ist zum einen der
Denver-Clan ("Spiegel"), bestehend aus dem in Denver ansässigen Gene
Schneider, einem deutschen Einwanderersohn, der sein Vermögen mit
der Verlegung von Kupferstrippen im Wilden Westen gemacht hat, und
seinem Nachbarn Dick Callahan. Beide jonglieren mit Milliarden, die sie
von kleinen Aktionären, großen Fonds, arabischen Scheichen,
amerikanischen Viehzüchtern und der Bank of America locker gemacht
haben.

Zum anderen ist das Gary Klesch, der in den USA schon eine
Investment-Bank in die Pleite geritten hat, weshalb er seine Milliarden
nun in England einsammelt. Einzig Bayern lässt sich von den Cowboys
nicht vereinnahmen, da ist Stoiber vor. Weil sich kein einheimischer
Digi-Cowboy im Denver-format fand, muss nun ein Bankenkonsortium
unter Führung der DB Investor ran.

Über sein Konsortium für den Kabelbetrieb in Deutschland wollte die als
schweigsam bekannte Klesch & Co. auf Anfrage keine Auskunft geben

Der Amerikaner Gary Klesch ist seit 1978 in London tätig

darum Börse London
DB Investor = Deutsche Bank
schweigsam bekannt = deshalb darf Domeyer nichts sagen

Grüße Nando17
Siehe auch Thread gestern, wie hieß er doch gleich nando?

Brokefree
@ Nando17

Das könnte ein Volltreffer sein!

Den Bericht habe ich auch Anfang Mai im Spiegel gelesen.

Respekt, Walther.
Frage an Domeyer
1.) Beabsichtigt Metabox eine Zusammenarbeit mit Callahan Associates International auf nationaler oder internationaler Ebene?
1a.) Falls ja: Wie wird diese Zusammenarbeit aussehen?
1b.) Falls nein: Wie sieht Metabox die Übernahme der Kabelnetze in Deutschland von Callahan?

Antwort von Domeyer:
- callahan: no comment

Gruß Nitrilo
Der Denver-Clan

Investoren aus den USA drängen ins deutsche Mediengeschäft: Sie wollen der Telekom die TV-Kabel abkaufen und mit diesen die Infrastruktur des Multimediazeitalters ausbauen.


Amerikanische Helden sind Pioniere. Gene Schneider, 78, aus Denver hat es deshalb zu besonderem Ruhm gebracht. Der Nachkomme deutscher Einwanderer verlegte in den fünfziger Jahren Kupferkabel durch den Westen Amerikas und brachte auf diesen Nervensträngen der modernen Zivilisation das Fernsehen auch in die entlegensten Winkel der Rocky Mountains.
Ähnliche Pioniertaten erwartet der Patron der Firma UnitedGlobalCom von seinem Sohn Mark, 44 ­ fernab in Europa. Dort soll der Filius mit der 1995 gegründeten United Pan-Europe Communications (UPC) den ganzen Kontinent verkabeln ­ diesmal mit hochwertigen Leitungen, über die der Kunde nicht mehr nur Fernsehbilder empfängt, sondern auch telefonieren sowie schnell im Internet surfen kann.

Wenige Kilometer von Schneider Sr. entfernt schwärmt in Denver ein anderer amerikanischer Industrieveteran von der gleichen digitalen Revolution: Richard ("Dick") Callahan, 62, Chef der Ende 1996 gegründeten Callahan Associates. Einer wie er, meint Callahan, wird in Europa dringend gebraucht. Die Liberalisierung in der Telekommunikation, das Zurückweichen von Staatsbetrieben, eröffne ein riesiges Potenzial. Vier Monate im Jahr prüft der Kabelunternehmer vor Ort in Europa, wie schnell seine Ideen Wirklichkeit werden.

Tatsächlich hat es der ehrgeizige Denver-Clan aus Colorado auf dem Alten Kontinent zu einiger Bedeutung gebracht: Kein Monat vergeht, in dem Schneider oder Rivale Callahan nicht einen neuen Deal verkündet und neue Milliarden in die vermeintliche Zukunftsbranche gesteckt hat.

Finanziert von Kleinaktionären, großen Fonds, arabischen Scheichs, Ölmagnaten und Groß-Viehzüchtern, stehen die beiden US-Unternehmer an der Spitze einer Branche, die eine neue Infrastruktur für die absolute Medienvielfalt des 21. Jahrhunderts schaffen will.

In ihrer Idealvorstellung hängt die Welt am Kabel ­ jeder Haushalt empfängt über neu aufgerüstete Leitungen hunderte von Fernsehprogrammen und Spielfilmen, die er je nach Wunsch abrufen kann. Und natürlich erfordert in diesem Szenario der fliegende Wechsel zwischen TV und Internet nur noch einen Klick auf die Fernbedienung. "Wir bauen ein Zukunftsgeschäft auf", sagt UPC-Chef Mark Schneider, "das ist wie das Verlegen von Eisenbahnschienen im vorigen Jahrhundert."

Besonders auf Deutschland, den Kernmarkt Europas, haben es die Investoren abgesehen. Mit allerlei Tricks, Anwaltskünsten und Versprechungen kämpfen sie um jeden Quadratkilometer für das Verlegen ihrer modernen Schienensysteme.

Das Zauberwort heißt "Breitband" ­ ein Oberbegriff für erweiterte Kapazitäten der Kabelnetze, die künftig mehr Dienste, Bilder und Töne transportieren sollen. Derzeit verfügen weniger als fünf Prozent der Haushalte und Unternehmen in Europa über einen solchen Zugang ­ bis Ende 2004 sollen es jedoch, so hofft Callahan, schon 70 Prozent sein.

Als vorläufiger Sieger des Wettbewerbs um die Kabelnetze fühlt sich bereits David Colley. Der Europa-Chef von Callahan Associates verkündet im Stil eines New-Age-Gurus: "More human, more positive, more easy, more fun" ­ so empfindet er den kleinen spanischen Ableger Ono, und dieses Gefühl soll bald die geplante deutsche Tochterfirma ausstrahlen.

Schon im Sommer soll ein neues System ("Future TV") bei Ono das Ich-Fernsehen ermöglichen: Ein persönlicher Guide stellt zusammen, was es zu den Lieblingsfilmern und -musikern des Kunden aktuell gibt. Ende dieses Monats will Callahan solche Ideen nach Deutschland bringen. Für den Hochgeschwindigkeitsrausch der Medienindustrie will er die veralteten Netze der Deutschen Telekom hochrüsten.

In Nordrhein-Westfalen übernahm Callahan bereits 55 Prozent des TV-Kabels von der Telekom, in Baden-Württemberg stehen die Exklusivgespräche kurz vor dem Abschluss, und auch in Norddeutschland haben die Gesandten des Drahtziehers aus Denver gute Chancen. Seine Firma wolle "eine führende Kraft beim Umbau der deutschen Medienwirtschaft werden", erklärt Europa-Chef Colley.

Der Kraftakt kostet die Firma vermutlich über 15 Milliarden Mark. Allein der Kauf in Nordrhein-Westfalen verschlang 3,5 Milliarden. Und pro Haushalt müssen noch einmal bis zu 1000 Mark investiert werden. Das Geld muss sich Callahan für jedes Einzelprojekt mühsam bei Großinvestoren wie der Bank of America zusammenleihen.

Die Einsteiger haben Großes vor. So soll die dominante Telekom mit pfiffigen Telefonangeboten und billigen Internet-Leistungen angegriffen werden ­ und in Hollywood wollen sie direkt Filmrechte für ein eigenes Pay-TV akquirieren. Dabei störe auch die Rolle der Telekom als Mitgesellschafter nicht ­ es sei vertraglich abgemacht, dass der Gigant sich ganz nach Callahan richte.

Tatsächlich schätzt Telekom-Chef Ron Sommer ("ein idealer Partner") offenbar die Kulanz des US-Finanziers. Eine Telekom-Firma darf zehn Jahre lang Programme anliefern, eine andere stellt TV-Zusatzgeräte für das Empfangen von digitalen Programmen und Online-Angeboten auf. Auch im Ausland planen Callahan und die Telekom gemeinsame Projekte. "Wir freuen uns, wenn wir da eingeladen werden", sagt Manager Colley.

Jahrelang hatte Sommer im TV-Kabel Milliarden-Verluste gemacht und sich mit der EU-Kommission gezankt, die das Doppelmonopol bei den Netzen für Telefon und Kabelfernsehen anprangerte ­ und auf einen Verkauf drängte. Nun aber winken hohe Verkaufsgewinne von insgesamt bis zu 30 Milliarden Mark und attraktive Anschlussgeschäfte.

Einen Idealpartner fand Sommers mächtiger Berater Franz Arnold auch im amerikanischen Investor Gary Klesch, einem windigen Finanzexperten, der nach dem Börsencrash von 1987 mit einer Investmentbank floppte. Inzwischen hat er sich auf die Brachialsanierung konkursreifer Firmen spezialisiert, etwa von Wäscheläden und Damenfeinstrumpfhosen-Erzeugern. Seine Philosophie: "Wenn ein Patient nach einem Herzinfarkt auf dem Operationstisch liegt, muss man eine Schockbehandlung machen."

Nun wittert der Unternehmer in der Telekommunikation das große Geschäft. Die Deutsche Telekom verkaufte Kleschs britischer Investorengruppe für zwei Milliarden Mark rund 65 Prozent am Kabelnetz in Hessen, das der Unternehmer flott zur eKabel GmbH umfirmierte. Plötzliche Probleme ergaben sich freilich, nachdem das Investmenthaus Goldman Sachs absprang. Nun soll auf verschlungenen Wegen Geld von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Zwischenfinanzierung in das Kabelprojekt fließen.

Konkurrent Mark Schneider dagegen kam in Deutschland noch nicht richtig zum Zug. Seit Monaten düst der UPC-Konzernchef zwischen Warschau, Amsterdam, Wien, Budapest, Bonn und London im eigenen Firmenjet hin und her. Die Bilanz seiner Shopping-Touren: sieben Millionen Kunden in elf Ländern.

Das holländische Parlament diskutierte erregt, ob der Mann, der innerhalb von 14 Monaten eine Firma mit einem Börsenwert von 40 Milliarden Mark aus dem Boden stampfte, nicht bereits zu viel Medienmacht habe. Immerhin kontrolliert Schneider 40 Prozent der dortigen Kabelnetze.

Hier zu Lande langte es bisher nur zu einem Minderheitsanteil an der Mainzer Kabelfirma Primacom und jüngst zur Übernahme der Augsburger EWT/TSS-Gruppe. Als Nächstes beschäftigt sich UPC (Umsatz 1999: 876 Millionen Mark, Verlust: 1,5 Milliarden Mark) mit dem Einstieg beim Kölner Anbieter Net Cologne.

Bei der Telekom gilt Schneider als aggressiver Angreifer. Wohl deshalb ziehen sich die Gespräche über einen Verkauf der TV-Kabel in Rheinland-Pfalz und Saarland seit Monaten hin. "Wir sind über die zähe Prozedur unglücklich", sagt Schneider: Da die UPC zu Beginn der Auktion der zweitgrößte Player im europäischen Kabelmarkt war, hätte die Telekom "eigentlich auf uns zukommen müssen, wenn sie es mit ihren Verkaufsplänen ernst meint".

UPC glaube "nicht an Partnerschaft", sagt Rivale Callahan, die Firma wolle lieber allein vorangehen. "Die sind eigentlich viel zu klein, um in Deutschland eine große Rolle zu spielen", keilt Schneider zurück.

Der Kampf ums Kabel wird immer härter, und die Preise für die Netze steigen. Ob sich die gewaltigen Investitionen lohnen, ob überhaupt in den nächsten zehn Jahren Gewinne zu erwarten sind ­ das ist keineswegs sicher. Sowohl Callahan als auch UPC haben viele Milliarden Mark Schulden. Die riskanten Transaktionen lohnen sich nur bei einem späteren Weiterverkauf oder bei einem Börsengang.

Der irrwitzige Boom um ein paar Kabel aus Kupfer oder Glasfaser könnte hier so abrupt enden wie in den Vereinigten Staaten: Dort halten sich die Investoren inzwischen zurück. Das Urteil des Callahan-Managers Colley: "Zu teuer, zu viel Wettbewerb." HANS-JÜRGEN JAKOBS



A R T I K E L V E R S E N D E N


© DER SPIEGEL 16/2000
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags
@Elkhead
Stimmt nicht Elkhead, Du warst schneller!!
Warum? ...weil Du die Frage an Domeyer gestellt hast.

Gruß Nitrilo
Nitrilo, ich hab die Diskussion hie rnur sehr interessiert verfolgt, und mich gefragt, wann jemand auf diese Frage
stossen würde...
Wenn man jetzt noch mit einbezieht, das MBX in Spanien (Callahan -> Ono) ja auch ein bissle was tut...

:)

Elkhead
solchre threads braucht WO....!
Endlich mal wieder Substanz


Danke

meGA
@Brokefree

ich beziehe mich im Thread "Adhoc" auf den Handelsblattartikel von akki1 und "beantworte" Deine
Frage. Übrigens Nando17 ist kein "er".

Habe dort auch gepostet, aber den Thread interressiert keinen mehr.

Grüße Nando17
Die Großbank enthält sich jeden Kommentars zu 692120.

Welche Folgen hätte dies für die Medienlandschaft Deutschlands?

In welchem Außmaß würden Fernsehkanäle um Quoten fürchten?

Brokefree
Der Zusammenhang mit den Amerikanern könnte auch das Interesse
der amerikanischen Fonds, der 2,5 % des Fondsanteils oder über
5% von Metabox besitzt, erklären.
Have Met@fun
Madmax
@nando17
und hier die direkte Verlinkung zum Thread ´´Adhoc´´ Thread: Adhocdamit man direkt alles findet.
@Nitrilo

Danke Nitrilo. Das hab ich noch nicht drauf.

Grüße Nando17

@Brokefree

ein Bekannter von mir, der bei der "Großbank" arbeitet hält von 692120 gar nichts. Hat mir auch die gängige Meinung der Analysten
erzählt und daß, obwohl die Bank im Konsortium bei der Emission war.


Grüße Nando17


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