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Hannelore Kohl: mein Mitleid mit Helmut schwindet - es war auch Depression - 500 Beiträge pro Seite


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K O H L - S U I Z I D - aus Spiegel Online vom 10.7.2001

Zweifel an Lichtallergie-Theorie

Die offizielle Version, wonach Hannelore Kohl sich wegen einer unheilbaren Lichtallergie das Leben genommen haben soll, wird in Medienberichten angezweifelt. Ihr Suizid wird darauf zurückgeführt, dass sie schwer depressiv gewesen sei.



Hamburg - Von dem Magazin "Stern" befragte Ärzte etwa glauben nicht, dass die von Hannelore Kohl geäußerten "unerträgliche Schmerzen" auf die Folgen einer Lichtallergie zurückzuführen sind. Auch sei keine von Licht verursachte Krankheit so schwer, dass die Patienten nur abends oder bei nacht aus dem Haus gehen könnten.
Stattdessen führen die Autoren des Artikels den Suizid darauf zurück, dass Hannelore Kohl einem Leben voller Entbehrungen an der Seite des Exkanzlers nicht mehr gewachsen war. Aus CDU-Kreisen etwa will das Blatt erfahren haben, dass Hannelore Kohls Lebensmut "wieder ein Stück" abnahm, als sie an der Hochzeit von Sohn Peter und der Türkin Elif Sözen in Istanbul nicht teilnehmen konnte, ihr Mann, Ex-Kanzler Helmut Kohl, jedoch seine langjährige Sekretärin Juliane Weber mitnahm, eine Frau, deren "enge Beziehung" zu Kohl 30 Jahre lang "Anlass für Spekulationen" gegeben habe.

Auch sei Hannelore Kohls Hoffnung nicht erfüllt worden, ihr Mann würde sich nach seiner Abwahl im Jahr 1998 mehr ihr und dem Privatleben widmen. Der Altkanzler sei selten zu Hause gewesen und habe es vorgezogen, in Berlin zu leben.

..................................



Diese Geschichte mit Juliane Weber hatte mir ein in politischen Kreisen verkehrender Freund schon am Samstag berichtet: mit ihr unterhielt Kohl seit zig Jahren eine Beziehung.

Jeder Sensible weiss, was o.g. Zusammenhänge für eine Ehefrau bedeuten: Frau Kohl blickt auf eine lange Zeit zurück, in der ihr Mann eine feste Geliebte hatte, mit der er auch täglich das Büro teilte und die ihn auch nachts privat wg. Terminen anrufen konnte.
Nun, sicherlich doch geschwächt durch diese ja dennoch vorhandene Allergie, muss sie als Mutter erdulden, nicht nur nicht zur Hochzeit des eigenen Kindes gehen zu können, sondern ihren Mann dabei im Rahmen ihrer Familie zusammen mit Juliane Weber zu wähnen. An Ehefrau-Statt. Zu Hause im Dunklen liegend.

Das ist eine echte Tragödie und zwar über Jahre. Dass Frau Kohl auch nach der Kanzlerschaft des Mannes keine "gemeinsame Altersehe" führen konnte (ohne Juliane und zusammen im selben Haus), das macht plausibel, dass auch eine über Jahre gehegte Hoffnung nur in eine bittere Enttäuschung - mit der besagten AUSSICHTSLOSIGKEIT - mündete. Dem Hochzeitssymbol (Mitnahme von Juliane zu einer intim-familiären Feier an Hannelore-Statt) kann nun wirklich der Charakter vom allerletzten Ausschlag (inmitten einer gleichsinnigen Erfahrungsgeschichte) zukommen.
Ich werde nun nicht in böse Verse über Helmut münden, anerkenne jedoch das echte menschliche Leid dieser Frau.


Einen lieben Gruss für Hannelore

Juttol
hoher preis für französische elf millionen, gemauschel mit mitterand ist ja weltbekannt, ich hab kein bisschen mitleid, im gegenteil
wenn noch so´ne minderbemittelte Äußerung kommt (wie die von "thedoch..."), die mit dem Text nix zu tun hat, ihn gar mißversteht, buche ich das Forum um.

Ich will hier etwas anerkennendes Mitleid für Hannelore!
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht!!!

H.K ist ein unbestrafter Krimineller,dessen Frau Selbstmord begangen hat!!

Ja,und????

D.
Den Menschen wollt ich auch mal sehen der immer im Dunkeln
sitzen muss und nicht Depressiv ist.Klar war nicht die
Lichtallergie alleine schuld,dass waren schon Depressionen
die zu dem Drama geführt haben.Da braucht man gar nicht
Mediziner sein um so etwas zu verstehen.Nicht einmal
Schwerstsverbrecher in China oder anderstwo müssen solche
Zustände ertragen.
jetzt bin ich auch gleich ein Arschloch.

jaja, arme Hannelore, hätte doch ihren lieben Helmut
verlassen können, so wie tausende andere auch ihre Männer
verlassen

mir tut sie nicht leid

leid tun mir nur die Kinder und Tiere auf dieser Welt,
die nix dafür tun können, daß sie geschunden und gequält
werden, aber das interessiert ja nicht viele Leute

haben diese auch eine Lobby ?

Ne, aber ne Politikertante wird bedauert

zum kotzen diese Scheinheiligkeit
@ clown
Das ist doch wieder ein ganz anderes Thema !!
Auch wenn Du im Grunde recht hast!!
Mach einen Thread darüber auf, und wir können
darüber sprechen, und sagen, wir hätten was getan !
Stani
@Dukkha


Immerhin hat H.Kohl die deutsche Einheit entscheident mitgestaltet....das wird sowohl von West als auch von Ostdeutschen mittlerweile vergessen.
Das kann ihm niemand abstreiten.....Spendenaffäre hin oder her. Der Herr Schröder, ein Opportunist wie er im Buche steht, ist für mich nicht einen Deut besser als H.Kohl.
Herr Schröder macht das Land in dem wir leben leider immer "konkurrenzloser"....wir haben bald keine Konkurrenz mehr, da diese längst an uns vorbeigezogen ist.
Dìe einzige Partei, die heutzutage mit ihrer Politik die Wirtschaft stärken könnte ist meiner Meinung nach nur die FDP (die leider immernoch viel zu wenig Stimmen bekommt)....kompromisslose Steuersenkung für alle und der Staat finanziert sich von selber (siehe USA).



meGA
Ob und wie er die Einheit mitgesaltet hat, weiss die Öffentlichkeit nicht wirklich.

Genaueres kann man erst sagen, wenn die Stasi-Unterlagen mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden.
Aber da hat der Mächtige ja einiges dagegen.
Warum wohl ... ? ;)


Volvo
@ mega
Nicht schlecht, von einem Beileidsthread
in einen FDP- Werbe-Thread !
Ganz schön arm !
Stani
Nachtrag:

Vielleicht sind die Stasi-Unterlagen über die Fa. Kohl auch der Grund für Hannelores Suizid.

Aber: Reine Spekulation!

Volvo
Bitte nicht jeden Thread mit dem füllen, was einem grade einfällt. Ob das hier reinpaßt oder nicht!



DEUTSCHLAND------aus Stern-on,ine vom 10.7.2001
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Abschied. Hannelore Kohl verlässt ihren Mann









Schwierige Spurensuche
Spurensuche. Sie gestaltet sich schwierig. Noch im Juni hat sich Hannelore Kohl an einem langen Gespräch über eine vom WDR geplante TV-Dokumentation über Kohl beteiligt. Lebhaft diskutierte sie mit. Lachte, alberte, spottete. Depressionen? Keine Spur. Vier Tage vor ihrem Tod saß sie wie so oft zuvor in Kohls Lieblingsrestaurant "Deidesheimer Hof" und löffelte genüßlich einen Eisbecher leer. Schmerzen? Keiner merkte ihr etwas an. "Sie sah gut aus und scherzte mit uns", berichtet Restaurant-Chef Manfred Schwarz.

Doch da gibt es auch die erst wenige Wochen zurückliegende Hochzeit ihres Sohnes Peter mit der Türkin Elif Sözen. Kohl ist mit dem Privatflieger des Medienzaren Leo Kirch nach Istanbul geflogen, im Tross auch seine langjährige Vertraute Juliane Weber. Die Mutter des Bräutigams aber saß hinter den Betonmauern des

Oggersheimer Bungalows und musste sich von ihrem älteren Sohn Walter per Handy vom Fest am Bosporus berichten lassen. Nicht dabei zu sein, schon das hat sie schier umgebracht. "Ein furchtbarer Schlag", sagt auch der frühere Friesenheimer Stadtdekan Erich Ramstetter, sein Leben lang Freund der Kohls.

Es wisperte und flüsterte damals in den Berliner CDU-Zirkeln. Gab es wirklich keinen Weg, sie trotz ihrer Lichtallergie wenigstens am Abend an der Hochzeit teilnehmen zu lassen? Weshalb nur nahm Kohl die Weber mit? Unmöglich, der Alte, raunte es. Ausgerechnet die Frau, deren enge Beziehung zu Kohl 30 Jahre lang Anlass für Spekulationen gab! An diesem Tag, da ist sich einer ganz sicher, der Hannelore Kohl über Jahrzehnte nahe war, hat sie wieder ein Stück Lebensmut verloren.



DEUTSCHLAND
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Abschied. Hannelore Kohl verlässt ihren Mann




`81: Die Kohls im Urlaub am Wolfgangsee




Wenig reimt sich zusammen in der Lebensphase vor Hannelore Kohls Tod. Widersprüche überall. Wenn es stimmt, dass sie zuletzt kaum die wenigen Treppenstufen zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer schaffte, weshalb hat sich dann Kohl zu einer mehrtägigen Auslandsreise abgemeldet, ausgerechnet in der Woche, in die der 41. Hochzeitstag fiel? Anteilnehmende Fürsorge sieht anders aus.

Da teilt das Büro Kohl mit, die letzten 15 Monate habe sie in Oggersheim ohne jedes Tageslicht verbringen müssen. Nur nach Eintritt "völliger Dunkelheit" habe sie das Haus verlassen können. Ein befreundeter Fotograf erinnert sich andererseits, wie Hannelore Kohl und er vergangenes Jahr gemeinsam den Reichstag besichtigt und anschließend im Restaurant gegessen haben. "Sie war gut gelaunt."

Weshalb hat Kohl noch am Tag vor ihrem Tod in der Unionsfraktion seinem Tischnachbarn Peter Bleser von gemeinsamen Urlaubsplänen erzählt? Wo und wie hätten sie Ferien machen können, wenn Hannelores Lichtallergie so dramatisch war, wie behauptet wird?

Von einem langen Telefonat, das sie vor ein paar Wochen mit Hannelore Kohl geführt hat, berichtet wiederum Doris Schröder-Köpf. Sie wollte die Frau des Amtsvorgängers, die sie sehr schätzte ("Sie hat sich sehr um mich gekümmert und mir sehr geholfen, mich nach dem Machtwechsel zurechtzufinden"), ins neue Kanzleramt einladen. Trotz des Angebots, den Besuch in die späten Abendstunden zu verlegen, habe sie sich nicht in der Lage gefühlt, nach Berlin zu kommen. "Sie klang sehr niedergeschlagen."

Wabernde Gerüchte
Und welche Rolle spielten die immerzu wabernden Gerüchte? Sie habe sich in den Alkohol geflüchtet. Sie sei in Oggersheim ausgezogen und wohne in Mannheim, in einer Wohnung ihrer Freundin Christiane Esswein. Sie habe eine Affäre, wurde kolportiert - mal ortete der Klatsch einen hochrangigen Wirtschaftsführer, mal einen Chefarzt. Zog sie beim Spaziergang auf der Mannheimer Rheinpromenade zum Schutz vor dem Licht die Kapuzeihres Anoraks über den Kopf - höchst verdächtig: Sie will nicht erkannt werden, flüsterten Passanten. Nichts von alledem wurde jemals belegt, alles aber lüstern durchgehechelt - in der CDU vor allem.

Mag sein, dass solche Schmuddel-Storys an der Hornhaut hängen blieben, die sich Hannelore Kohl in vier Jahrzehnten an der Seite eines Spitzenpolitikers zugelegt hatte, zulegen musste. Sie gab vor, locker damit zu leben. Sei es nicht beschwerlich, das Kanzlergattin-Dasein? "Ooch, das übt sich", hat sie geantwortet.

Am 27. Juni 1960 haben Helmut Kohl und Hannelore Renner in der St. Josefs-Kirche in Friesenheim geheiratet - zwölf Jahre nachdem sie sich bei einem Tanz im Gasthof "Zum Weinberg" kennen gelernt hatten. Die 15-jährige Hannelore trug damals den Spitznamen "Pfannkuchen" und ein Kleid, das ihre Mutter aus drei Fahnen zusammengenäht hatte; aus zweien hatte sie zuvor die Hakenkreuze herausgetrennt. Wenig später waren sie und der drei Jahre ältere Helmut ein Paar. Allerdings eins, das von Anfang an häufig getrennt war. Er studierte in Heidelberg, sie ließ sich in Germersheim und Paris zur Dolmetscherin ausbilden. Elf Jahre lebte das Paar bis zur Hochzeit an verschiedenen Orten.

Es blieb eine Fernbeziehung. "Tags arbeiten, abends feiern" sei Kohls "lebenslange Devise" gewesen, erinnert sich dessen Ex-Sprecher Karl Hugo Pruys. Schon als Ministerpräsident in Mainz zog es ihn nicht nach Hause; die Abende verbrachte er oft bis spät mit seiner Entourage - essend, trinkend, politisierend.

"Die Ehe verlief nicht so, wie es sich Ehefrau Hannelore während der langen Verlobungszeit vorgestellt hatte", notiert Kohl-Biograf Klaus Dreher. "Der Mann kam höchstens zweimal in der Woche nach Hause, und wenn er da war, wollte er ausspannen. Sie machte aus ihren verlorenen Hoffnungen bald keinen Hehl mehr."

Zwei Schlüsselwörter prägen die wenigen Gespräche, in denen sie überhaupt etwas Privates preisgab. Das eine ist Warten. Das andere ist Einsamkeit. Einmal beklagte sie die "vielen einsamen Stunden daheim", wenn das Essen fertig ist, der Mann
aber nicht kommt, dafür ein Anruf, dass es wieder später wird. "Nach vier, fünf Stunden echten Wartens kann man nur noch von einem Hund verlangen, dass er nicht schimpft und sich immer noch freut", sagte sie ein andermal. "Ich habe das von unserem Hund gelernt."

Der hieß Igo, war ein Schäferhund und musste herhalten, wenn Frauchen Trost brauchte. Sie habe, gestand Hannelore Kohl in einem Interview, "in der Ehe gelernt, meine Tränen in einem Hundefell zu begraben". Aber Igo war auch nicht immer da, weil ihn "der Ehemann ihr gelegentlich wegzunehmen pflegte, wenn er ihn bei sich im Mainzer Landtag haben wollte", wie Pruys mokant anmerkt.

Die andere Frau
Und dann war da noch diese andere Frau: Juliane Weber. "Kohl und Frau Weber verhalten sich zueinander wie zwei alte Eheleute, die sich verstehen, wenn sie sich nur anblicken", beschrieb Kohl-Sprecher Pruys die Beziehung, die man "in empfindsameren Epochen als der unseren als einen Liebesbund, freilich exzeptioneller Art", bezeichnet hätte. Eine Liaison, von der man nie wusste, ob sie rein platonisch war, die aber seit den 70er Jahren Anlass zu Flüstereien und Spekulationen gab, die Hannelore Kohl tief verletzen mussten.

Anmerken liess sie sich nichts. Die Maske saß. Sehr selten ließ die zierliche Frau erkennen, wie das Leben an der Seite dieses alles und jeden erdrückenden Kolosses sie belastete. "Es ist nicht der allein seeligmachende Zustand. Manchmal kommen
schon Zeiten, da kocht es einem hoch." In Sätzen wie diesen drang durch, dass sie ihr öffentliches Leben auch als Passion begriffen hatte. Allerdings mehr als Leiden, nicht als Leidenschaft.

Von Anfang an ist Hannelore Kohl ihrem Gatten eine funktionierende Dienerin. Sie korrigiert und tippt seine Doktorarbeit, sie kutschiert ihn Tausende Kilometer weit durch seine ersten Wahlkämpfe, sie hält als Landesmutter zweimal die Woche Bürgersprechstunden im Privatbungalow ab, sie richtet, als Kohl nach Höherem strebt, die Zweitwohnungen ein, in denen sie dann nicht wohnt. Sie bewirtet Staatsgäste, hackt das Zehn-Punkte-Programm zur Deutschen Einheit in ihre Reiseschreibmaschine, auf der sie auch alljährlich Kohls Neujahrsansprachen tippt.

Und sie ist allein für die beiden Söhne Walter (Jahrgang 1963) und Peter (Jahrgang 1965) zuständig. "Ich tue alles, was normalerweise eine Frau tun sollte. Und das, was ein Mann tun sollte, noch dazu", hat sie früh ihre häusliche Rolle beschrieben. Die Erziehung sei "ausschließlich" ihre Sache gewesen, er habe die "psychologische Schwierigkeit eines Vaters gehabt, der allmählich den Zugang zu den Problemen seiner Familie verliert", erzählte sie, als die Jungs längst erwachsen waren.

Es ist ein Leben in einem nicht einmal goldenen Käfig. Draußen vor dem Haus steht ständig ein Wachposten, die Söhne müssen wegen der Bedrohung durch die RAF von der Polizei zur Schule und wieder zurückgebracht werden. Sie schützt die beiden Buben wie die Briten die Kronjuwelen. Am liebsten hätte sie nicht einmal ihre Vornamen preisgegeben: "Meine Kinder
und ich - alles, was uns betrifft, ist unsere private Gemeinsamkeit. Darin hat die ™ffentlichkeit absolut nichts zu suchen." Sie versucht , Peter und Walter zu immunisieren gegen Vorwürfe, die ihrem Vater gelten, die Kinder aber oft viel härter treffen. Das sei "sehr schwer" gewesen, sagt sie später.

Einsame Zeit
Sie muss sehr allein gewesen sein in dieser Zeit. "Früher, wenn du heimkamst, warst du da. Heute bist du anwesend, aber nicht unbedingt da", beschwerte sie sich 1973 bei ihrem Mann. Auch Freunde halfen nur bedingt. Selbst mit ihnen habe sie ihre Sorgen nicht teilen können, "weil die diese Erfahrungen nicht haben", sagte die Kanzler-Gattin rückblickend. Wie man das alles aushält? Nur ohne Rücksicht auf Verluste im eigenen Seelenheil. Oder, wie Hannelore Kohl es selbst ausdrückte, "mit Durchhaltevermögen, das in jungen Jahren antrainiert wurde".

Das Passiv verrät schon viel: Eigener Antrieb war nicht dabei. Die junge Hannelore Renner, Jahrgang 33, ist bereits mit zwölf erwachsen, wie sie später erzählt. Noch Kind, hat sie bereits schlimmere Erfahrungen hinter sich, als gefestigte Charaktere verarbeiten können. Zunächst Kriegshilfsdienst als Zehnjährige im sächsischen Döbeln: Tote bergen, Verletzten und Müttern helfen, deren Kinder erfroren sind. Dann Flucht mit der Mutter nach Westen, die Füße in zurechtgeschnittenen Gummireifen. Nächte in Straßengräben und Heuschobern. Ständiges Hungern, das bisschen, was es zu essen gibt, muss sie klauen. Schließlich die russischen Soldaten. Frauen werden vergewaltigt, geschlagen, manche totgeprügelt, auch Hannelore kommt nicht davon, wird schwer am Rücken verletzt.

Wenigstens den bereits tot geglaubten Vater treffen sie wieder. Die Familie schlägt sich nach Mutterstadt bei Ludwigshafen durch, wo die Großeltern wohnen. Aber auch deren Haus ist zerstört. Sie kommen in einer 15 Quadratmeter kleinen Waschküche unter.

Hannelore Kohl spricht, wie viele Flüchtlinge, später nicht gerne von dieser Zeit. Nur einmal bricht es aus ihr heraus: "Man hat mich später als Kriegsversehrte mit 5000 Mark abgeschädigt. Nicht gutzumachen waren die seelischen Belastungen." Gut erklärlich jedenfalls ihre peinliche Ordnungsliebe - von der Frisur bis zum akkurat gestutzten Rasen - und ihre Definition von Luxus: ein eigenes Badezimmer, das man abschließen kann. Und Ruhe. Viel Ruhe.

Schmerzlich getroffen hat sie deshalb, wie sich die Beziehung zu Kohl nach dessen Machtverlust entwickelte. Da war zunächst Hoffnung gewesen: auf mehr Privatheit und gemeinsame Zeit. Sie träumte davon, nicht mehr täglich im "Fadenkreuz der
@stanislav

gut, ist ein anderes Thema, konnt ich mir
leider nicht verkneifen

Thread aufmachen auch gut, nicht nur reden, sondern
auch was tun ist noch besser

ich leiste immerhin meinen eigenen kleinen Beitrag,
ohne groß darüber zu reden

MFG clown ( dem jetzt nicht zum lachen ist )
@volvo
das gericht hatte eine tag vor dem suizid entschieden, daß die stasi unterlagen nicht veröffentlicht werden - warum sollte man sich dann umbringen??

@all
hat sich mal jemand gedanken darüber gemacht, warum der sohn in istanbul und nicht in d´land geheiratet hat - harte sache!

schönen abend noch!

xray107
@stanislave


Von wegen Beileidsthread....da wird doch erstmal wieder verunglimpft. Das habe ich zumindest nicht, doch er regt mich auf und deshalb äußere ich mich hier.
Ob man die FDP wählt oder nicht bleibt jedem selbst überlassen.



meGA
Fortsetzung: Artikel aus Stern-online vom 10.7.2001:

Das Passiv verrät schon viel: Eigener Antrieb war nicht dabei. Die junge Hannelore Renner, Jahrgang 33, ist bereits mit zwölf erwachsen, wie sie später erzählt. Noch Kind, hat sie bereits schlimmere Erfahrungen hinter sich, als gefestigte Charaktere verarbeiten können. Zunächst Kriegshilfsdienst als Zehnjährige im sächsischen Döbeln: Tote bergen, Verletzten und Müttern helfen, deren Kinder erfroren sind. Dann Flucht mit der Mutter nach Westen, die Füße in zurechtgeschnittenen Gummireifen. Nächte in Straßengräben und Heuschobern. Ständiges Hungern, das bisschen, was es zu essen gibt, muss sie klauen. Schließlich die russischen Soldaten. Frauen werden vergewaltigt, geschlagen, manche totgeprügelt, auch Hannelore kommt nicht davon, wird schwer am Rücken verletzt.

Wenigstens den bereits tot geglaubten Vater treffen sie wieder. Die Familie schlägt sich nach Mutterstadt bei Ludwigshafen durch, wo die Großeltern wohnen. Aber auch deren Haus ist zerstört. Sie kommen in einer 15 Quadratmeter kleinen Waschküche unter.

Hannelore Kohl spricht, wie viele Flüchtlinge, später nicht gerne von dieser Zeit. Nur einmal bricht es aus ihr heraus: "Man hat mich später als Kriegsversehrte mit 5000 Mark abgeschädigt. Nicht gutzumachen waren die seelischen Belastungen." Gut erklärlich jedenfalls ihre peinliche Ordnungsliebe - von der Frisur bis zum akkurat gestutzten Rasen - und ihre Definition von Luxus: ein eigenes Badezimmer, das man abschließen kann. Und Ruhe. Viel Ruhe.

Schmerzlich getroffen hat sie deshalb, wie sich die Beziehung zu Kohl nach dessen Machtverlust entwickelte. Da war zunächst Hoffnung gewesen: auf mehr Privatheit und gemeinsame Zeit. Sie träumte davon, nicht mehr täglich im "Fadenkreuz der

Medien" zu stehen, die Popularität loszuwerden, "die man auf den Schultern hat". Nicht länger auf der Hut sein bei jedem Wort. Nicht so oft zu warten.

Kaum entkanzlert, macht Kohl jedoch keineswegs, was seine Frau erhofft haben mag, Pause und in Familie, sondern suhlt sich im Glanz der Feiern zur zehnjährigen Wiederkehr des Mauerfalls, hält, überzeugt von seiner Unentbehrlichkeit, in der Unionsfraktion Hof und rauscht ungebremst in der Weltgeschichte herum. Polens Präsident Aleksander Kwasniewski, der
Heilige Vater, Roman Herzog, Egidius Braun - kaum einen lässt der Rundumbesucher aus. Ansonsten sitzt er in seinem Büro Unter den Linden und - auch in sitzungsfreien Wochen - in der Berliner Wohnung, die sie liebevoll möbliert hatte. Sie sitzt im bekannten falschen Film: Hannelore allein zu Haus.

Der Spendenskandal belastet sie, für ihn ist er die Rechtfertigung seiner nimmermüden Berlin-Präsenz. Sie bleibt einsam. Nur jetzt, da die Söhne aus dem Haus sind, spürt sie diese Einsamkeit schmerzlicher als früher, als sie für den "Famillje"-Kanzler eine heile Welt organisieren musste, an der er kaum teilnahm.

Selten Zweisamkeit
Zweisamkeit hat es in dieser Ehe selten gegeben. Einmal im Jahr verzieht sich Kohl zum Fasten nach Bad Hofgastein - allein. Im Sommer geht?s 30 Jahre lang zusammen an den Wolfgangsee, aber das ist vor allem Show für die angereisten Fotografen: Das Kälbchen im Stall des Bauern Josef Rentsch tätscheln, Kätzchen streicheln. Frau Hannelore beim Abtrocknen zur Hand gehen. So mochte er es, drei Wochen im Jahr.



DEUTSCHLAND
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Abschied. Hannelore Kohl verlässt ihren Mann




"Ortsveränderung mit Bonner Elementen", nennt sie es. Der Gemahl empfängt ständig Gäste aus Politik und Presse und ist noch im Urlaub "wahnsinnig pünktlich". Sie möchte dagegen endlich mal fünf gerade sein lassen. "Das ist es doch. Aber er hängt dauernd an den Drähten."

Hinter der Attitüde des treusorgenden Vaters versteckte er den Egomanen. "Ich mache, was ich für richtig halte", war einer seiner Lieblingssätze. Ich, ich, ich. Privat gefiel er sich in der Rolle des Paterfamilias. Der bei Tisch den Wein ausschenkt und die Frau im Hause für die Nestwärme verantwortlich macht. Sie sorgt für die kleine Welt, er ordnet die große.

Hat er seine Frau um Rat gefragt, seine Nöte mit ihr besprochen, sie in sein Leben einbezogen? Im "Tagebuch 1998 - 2000", in dem Kohleone sich den Frust über die Schwarzgeldaffäre von der Seele schreibt, kommt die Gattin nur am Rande vor - und dann vor allem in der Rolle einer besseren Angestellten. Sie darf ihn zu zwei, drei Festivitäten begleiten und ihm helfen, Spenden zu akquirieren, damit er wenigstens den Geldschaden begleichen kann, den er mit seinem Festhalten am Ehrenwort bei der CDU angerichtet hat.

Dankbarkeit mag sie dafür erwartet haben; bekommen hat sie sie nicht. Jedenfalls nicht in einer Form, die wirklich zählt. Wie viele - vielleicht sogar die meisten - Politikergattinnen hat Hannelore Kohl die Karriere ihres Mannes eher skeptisch verfolgt, hat insgeheim gehofft, dass es irgendwann ein Ende hat damit. Sie hofft es Jahr um Jahr. Vergebens. Zuletzt setzt sich Kohl auch noch über sein Versprechen hinweg, nach 1994 auf keinen Fall mehr weiterzumachen.

Nur gelegentlich bricht sie aus und amüsiert sich solo. Wie am 13. September 1999 im Berliner Ritz-Carlton-Schlosshotel, wo der Komponist Jack White den Börsengang seiner Firma feiert. White erinnert sich: "Johnny Logan hat gesungen - ein
traumhafter Abend. Ich bin um zwei oder drei nach Hause gegangen, und Frau Kohl tanzte immer noch. Ich hab mir von meinen Freunden sagen lassen, dass sie bis in die frühen Morgenstunden getanzt hat und eine der Letzten war, die gegangen ist. Sie hat sich so wohl gefühlt, das war so toll, die war so gut drauf."

Tragische Lebenslüge
Die Tragik im Leben der Hannelore Kohl liegt darin, dass sie die Lebenslüge der heilen Familie stets mitgemacht hat. Sie ließ sich auf Kohls Lebensziele verpflichten, als wären sie ihre eigenen. "Es ist eines der wesentlichen Dinge im Leben, dass man weiß, wann man sich zurücknehmen muss." Damit hat sie sich ihm ausgeliefert. Er wiederum hat ihr Leben rücksichtslos besetzt und benutzt für seine Karriere. Unbegreiflich, wie sie jemals die Hoffnung hegen konnte, dieser Mann würde im Ruhestand Gefallen daran finden, den Rasen zu mähen und Rosen zu züchten. Kohl kann nicht anders: Sein Selbstbild verpflichtet ihn aufs Bäumeausreißen - in Berlin hat er sich soeben mal wieder ungebeten als Wahlkämpfer aufgedrängt.

Mag sein, dass sie daraufhin endgültig resigniert hat. Begriffen hat, dass einer wie Kohl sich nicht ändern und sich nie auf sie und ihre Bedürfnisse so einlassen wird, wie sie es umgekehrt getan hat. Mag sein, dass sie sich in diesem Augenblick aus der vor vielen Jahren selbst auferlegten Pflicht entlassen hat, perfekte Kanzlerfrau zu sein. Stets mit Betonfrisur, immer mit puppengleichem Lächeln und oft mit Kragenbluse. Brav, bieder und offenbar ohne eigene politische Ansichten. "Anpassen", sagte sie, "ist für mich kein schlechtes Wort."

Fix war das Bild der "Barbie aus der Pfalz" fertig. Für eine Provinzkuh habe man sie gehalten, gestand sie 1998 dem ?. Für "blond und blöd". Bei der es nur dazu reicht, für den Dicken Saumagen zu braten und mit dem Hund in die Hundeschule zu gehen.

Wer hat schon mehr gewusst über die andere Hannelore Kohl? Darüber, wie sie auch sein konnte. Eine fröhliche Frau, die gerne lachte. Die beim Fototermin im ungeliebten Bonner Kanzlerbungalow plötzlich "Du Schweinehund!" zischte und dem verdatterten Fotografen freundlich erklärte: "Man hat mir gesagt, dass der Mund auf Fotos besonders schön aussieht, wenn man Schweinehund sagt." Sie mochte es nicht, wenn sie mit "Frau Bundeskanzler" angeredet wurde. "Ich bin nicht Bundeskanzler", antwortete sie dann. Zuständig für die Strickwesten des Staatsmannes sei sie, spottete sie zuweilen über ihre Rolle. Sie konnte locker sein und leicht auch spitzzüngig. Wer hätte gedacht, dass sie einen heißen Reifen fuhr. Manchmal so schnell, dass ihre Bewacher nicht mithalten konnten. Sie parlierte fließend Französisch und sprach Englisch akzentfreier als Henry Kissinger.

50 Jahre Kohl - die hat sie mit unendlicher Selbstverleugnung ausgesessen. Stolz war sie auf anderes. Auf ihre Arbeit als Gründerin und Präsidentin des Kuratoriums ZNS, das sich um Unfallopfer mit Schäden des Zentralnervensystems kümmert. Mehr als 30 Millionen Mark hat sie dafür zusammengebettelt.

ZNS, das war das Kürzel für ihr Leben aus eigener Kraft. Über 150 Reha-Zentren hat die Stiftung finanziert. Dafür setzte sich Hannelore Kohl in Talkshows ein, obwohl sie die Neugier hasste, die sie dort befriedigen musste. Ein Kochbuch hat sie

herausgegeben, sehr zweideutig: "Was Journalisten anrichten", Vorträge gehalten. Da wurde die Hannelore Kohl jenseits von Oggersheim sichtbar, ohne die Maske der hausbackenen Kanzlergattin, die zu tragen sie so viel Kraft gekostet hat.

Jeder Freitod eine Botschaft
Einen ihrer letzten Auftritte hat sie in der Nacht zum Jahrtausendwechsel, als der Ex-Kanzler demonstrieren will, wie wenig ihm die Attacken wegen der Schwarzgeldaffäre anhaben können. Das Paar feiert in Berlin - öffentlich. Kohl notiert später: "Ich versuche, sie in der Silvesternacht an schönere, bessere Zeiten zu erinnern." Welche waren das wohl? "Beispielsweise an die Silvesternacht vor zehn Jahren, als wir gerade bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen so erfolgreich abgeschnitten hatten und die Regierungsverantwortung für das erstmals vereinte Deutschland übernehmen konnten." Auch hier: Selbst wenn er an sie zu denken glaubt, denkt er nur an sich.

Jeder Freitod ist eine Botschaft an den "Anderen", urteilt der Philosoph Jean Amry. "Mit seiner Freiheit durchkreuzt er die meine, mit seinem Projekt steht er dem meinigen im Wege, sein Blick allein schon, der mich richtet und zu einem bestimmten Sosein verurteilt, ist eine Art von Mord."

So ist dieser Suizid vielleicht so etwas wie ein emanzipatorischer Akt gewesen; die befreiende Tat einer Frau, die ihr eigenes Leben weitgehend aufgegeben hatte, damit ihr Mann das seine so gestalten konnte, wie es ihm passte. Einer Frau, die zum ersten Mal keine Rücksicht mehr nehmen wollte. Das hat auch etwas Tröstliches. Denn die Angst vor dem Licht war womöglich nur das kleinere Martyrium der Hannelore Kohl, geborene Renner, zur Welt gekommen am 7. März 1933, aus dem Leben geschieden am 5. Juli 2001.

Andreas Hoidn-Borchers / Hans Peter Schütz
Mitarbeit: Walter Wüllenweber, Stefan Schmitz, Markus Grill, Florian Gless, Tilman Wörtz, Ulrike von Bülow
@xray

Aus der forensischen Psychologie weiss man, dass Täter sich eine Offenlegung Ihrer taten wünschen. Einhergehend mit dem Bekanntwerden der Tat, entläd sich das Gewissen sozusagen.
Durch die Karthasis, das Freiwerden eines lange Zeit nur mit sich selbst diskutierten Umstandes, verschafft Erlösung.

Im Falle Kohl KÖNNTE es so gewesen sein, das Frau Kohl Mitwisserin gewesen ist und dies immer nur mit sich selbst resp. Helmut diskutieren konnte. Es aber keinesfalls nach Außen dringen durfte. Vielleicht hat sie den Tag herbeigesehnt, an dem so manche Last endlich von ihren Schultern fallen kann ohne dass sie selbst die Informationen preisgibt, also schuldig an ihrem Mann würde.

Durch das Urteil ist diese Hoffnung zunichte gemacht worden.

Wie schon gesagt, sehr spekulativ.

Volvo
@ Volvo
Interessanter Aspekt !
Gar nicht so schlecht die These,
wenn auch sehr spekulativ!
Stani
Volvo,


dir scheint das feeling für Finden und die Anwendung der ANGEMESSENEN psychologischen Theorie eines vorliegenden Sachverhalts abzugehen.
Stanislav, da hilft auch nicht seine akad. Theorie.

Im Stern-Artikel steht ein Zitat von Jean Amry zum Freitod: Freitod ist immer ein Botschaft an den Anderen.
Das ist der Ansatz, der hier benötigt wird.

Darum geht´s hierbei. Um die in den Artikeln dargestellte Lebenssituation der Ehefrau, die sich entsprechend psychologisch auswirkte (v.a. da Frau Kohl zuwenig Alternativen hatte, ihr Leben anders zu gestalten).

Alle Mitwisser-Spekulationen können zurecht als Mist oder als Verwirrung des Autors bezeichnet werden.

Hier war eine ganz andere Kiste am Laufen, die zu diesem Selbstmord geführt hat. Nicht ganz begreiflich, dass Ihr allzu menschliche Tatbestände so verbiegen und verdrehen müßtet, um einen Zugang dazu zu bekommen.

Es ist auch nicht alleinig auf die Geliebte zu rekurrieren, es muß die Zeit ihrer Rolle als Politikergattin als solche - mit ihren konkret einschränkenden und zuleich anspruchsvollen - Perspektiven als Ganzes gesehen werden. Dass diese Geschichte die Verlassenheit und Einsmakeit als wesentliche Merkmale hat, geht aus den Zeilen hervor---nach Weggang der Kinder war Hannelore Kohl noch mehr allein--das sind nun viele Frauen: keine wird sich darüber freuen. Jedoch ist das Vorhandensein dieser Geliebten - immer in Kohls Reichweite - nun dasjenige Merkmal, was echtes und ohne Beziehungsaufgabe kaum zu verarbeitendes Leid für eine Frau bedeutet.
Dass Ihr Männer das nicht versteht, ist sicher zu dulden, aber dann drängt doch bitte nicht ein falsches Verständnis auf, sondern lasst Euch mal etwas durch den Artikel informieren und versucht nicht, uninformiert Erklärungen für Sachverhalte zu bringen, die Ihr nicht durchdrungen habt. :kiss:


Hier geht es um die Perspektive von Frau Kohl, die sie still eingenommen hat (und diese entbehrt des Mitwisser-Krams), und sich aus den strukturellen Bedingungen eines Lebenswegs und den absehbaren weiteren Pfaden speist
@ Juttol
Respekt !
Allerdings habe ich meine Zweifel, ob dieses Board,
bzw. die meisten User - mich möchte ich da nicht
kathegorisch ausschließen - die benötigten
emotionalen und auch intellektuellen Fähigkeiten
mitbringen !
Stani
Halo stanislave,
alleine diese Defizite für möglich zu halten, zeugt dich schon von emotionaler und intellektueler Einsicht :)

Bin jetzt weg, Gruss Juttol ---- aber nur an Hannelore!
An alle Spekulanten
Ich wünsche Euch sicherlich nichts böses, aber es wäre bei Euren Äußerungen genugtuend, solltet ihr persönlich in die Lage einer Katharina Blum kommen.
Mitleid für Euch, wäre dann sicherlich nicht angebracht!

Einfach abstoßend!
stani
Katharina Blum war die Romanfgur von H. Böll, welche durch eine ekelhafte Medienkampange auf der Basis von Spekulationen, physisch und psychisch in den Ruin getrieben wurde. Dieser berühmte Roman stellt die medialen Sensationspraktiken stellvertretend durch die BILD-Zeitung dar. Diese Praktiken sind im heutigen Medienzeitalter allgemeiner Natur geworden.
Die Widerwärtigkeit und menschenverachtende Sensationsgier, die auch bereits durch Günter Wallraf als "Hans Esser" bei BILD recherchiert wurden, sind heute mehr oder weniger auf alle Medienorganisationen zu beziehen. Die Menschewürde unterliegt der Quote. Man hat den Eindruck, je irrationaler die Nachricht ist, desto bereitwilliger wird sie durch die Bevölkerung aufgenommen.

Diese Ungezügeltheit der Presse, deren Selbstkontrolle nicht mehr funktioniert, ist die Ursache der Verrohung der Gesellschaft! Wenn man von der Notwendigkeit der Pressefreiheit ausgeht stellt sich die Frage, wie kann man die Gesellschaft vor diesen verfassungsfeindlichen Machenschaften (Menschenwürde ist Bestandteil unserer Verfassung) schützen?
Das war die "eigentliche Frau" an Kohls intimer Seite.



http://www.spiegel.de/druckversion/0,1588,80013,00.html




Erstaunlich nur, dass sie ebenfalls als eher schlicht geschildert wird. Da hätte die eigene Frau dann doch wieder mithalten können
@ ralia
Richtig, wußte den Namen gerade nicht unterzubringen - Danke!
Wie sagte Nina Hagen doch schon sinngemäß,
" dies ist die Welt der kranken Seelen "
und recht hat sie !
Stani
Hallo raila,

inwiefern möchstest du "Katharina Blum" denn auf den vorliegenden Fall beziehen?

Das gelänge doch nur, wenn man das Ausgangsproblem = den Freitod von Frau Kohl als Folge der Wirren um ihren Mann betrachten würde. Und das muss man ja gerade als Ursache ausschließen.

Es sind die hier genannten privaten und psychologischen Aspekte, die zu dieser Handlung geführt haben.

Gruss Juttol
Juttol
Richtig! PRIVATE Aspekte!

Was um alles in der Welt, hast Du in anderer Leut PRIVAT-Leben herumzustöbern und zu spekulieren? Bist Du so unausgeglichen und hast daher nichts besseres zu tun?
@juttol

bewerbe Dich bei BILD, da hast Du gute Chancen. Wenn Du´s da nicht schaffst, probier´s mal bei BUNTE oder NEUE POST.
Alles Gute

r5t5
auf so eine undifferenzierte Anmache seriös zu antworten, kann, muss aber nicht sein.

Mir scheint, wir tun gerade dasselbe: im Aktienboard schreiben. Daneben ist meine Handlung, das Reinsetzen dieser Geschichte sicherlich erkennbar in nicht anrüchiger, viel mehr ehrenhafter Weise erfolgt. Es geht u.a. darum, eine, vom Kohlbüro aus lancierte und in verdrehender Absicht geschriebene "Lichtallergieursache" mit der notwendigen Information anzureichern, die den Fall verstehen und würdigen lässt. Und davon ASbstand nehmen lässt, zum natürlich nach wie vor öffentlich diskutierten Fall falsche "Mären" entstehen und beflügeln zu lassen.
Gegen das Herausstellen eines - leider über Jahrzehnte - verborgenenmenschlichen Leids habe ich ideologisch nichts einzuwenden.
Der soziale Code der "Menschlichkeit" und des Sozialverhaltens einzelner wird auch über den Umgang solcher öffentlichen Fälle mitgeformt. Die öffentliche Diskussion dann möglichst transparent und nicht verstellt zu gestalten, dies sollte Voraussetzung wie Ziel sein.

Das müssen aber nicht alle verstehen, v.a. die nicht, die so wie du sehr unscharf falsche bzw. unpassende, Methaphern und Bilder hier einflechten. Die Katharina-Blum passt in keinster Weise, auch nicht auf den Helmut Kohl, das sei noch gesagt.

Is´ aber für ein Aktienforum vielleicht auch nicht so tragisch: hier wird einiges vertauscht
@Juttol

Ja, du hast recht. So wie ich meine These formuliert habe, erweckt sie den Eindruck für oberflächlich Lesende und Denkende, dass nur dieses eine Moment in der Biografie Hannelore Kohls das Ausschlagebende wäre.

Dies ist natürlich keinesfalls so und man muss - wenn diese Hypothese zutreffen sollte - dies als den initierenden Faktor in einer kumulierenden Kette von Faktoren sehen. Monokausale Erklärungen reichen zur Klärung von Tatbeständen i. d. R. nicht aus.

Dies ist für mich selbstverständlich.
Aber wie heisst es so schön: nie von sich auf andere schließen!

Grüsse Volvo
Helmut Kohl, Sie sind nicht nur ein krimineller Fettsack, sondern auch ein abscheuliches, schamloses Schwein. Kein Wunder, dass Sie zu jedem Staatstreffen Saumagen bestellten. Dem Hochzeitssymbol (Mitnahme von Juliane zu einer intim-familiären Feier an Hannelore-Statt) kann nun wirklich der Charakter vom allerletzten Ausschlag zukommen. SIE sind Schuld am Freitod Ihrer Ehefrau. Ja, SIE haben Hannelore bereitwillig zum SelbstMORD gefuehrt durch Ihr Verhalten in all den Jahren. In Ihren Haenden klebt jetzt Blut. Ich verachte Sie, ich verabscheue Sie. Du hebst Dich vom Gesetz ab, weil Du all die vielen Jahre am laengeren Hebel gesessen hast. Aber spaetestens am Tage des juengsten Gerichts wirst Du Deine gerechte Strafe erfahren. Baah, wenn ich mir nur vorstelle, wie all Dein Fett in der Hoelle verbrennt, puh, dann stinkt es jetzt schon. Hannelore, wir haben Deine Botschaft erfahren. Dein Leben war nicht umsonst, wir werden Dich laenger in Erinnerung halten als Princess Diana. Was musstest Du alles nur ertragen, und schlussendklich musstest Du wie das Deutsche Volk fesstellen, dass Helmut die ganze Zeit nur belogen und gestohlen hat. Ich weiss, Du bist auch religioes, Hannelore. Dann stimmst Du ueberein, dass der liebe Gott Gerechtigkeit walten lassen wird und Helmut die Strafe zufuehren wird, die er verdient.

In Gedenken an Hannelore,

das Deutsche Volk
erau
Du bist richtig in USA. Da gehörst Du hin!
Mit dem Volk der Dichter und Denker hast Du nichts mehr gemein! Dein Beitrag ist einfach kulturlos!

Juttol
Keine Sorge, der Vergleich mit Katharina Blum paßt absolut!
Dein Versuch, Deine Beiträge als Ergänzungselemente zur Objektivierung s.g "lancierter" Absichten darzustellen, kommt dem hilflosen Versuch eines Anziehens des Schafspelzes durch den Wolf gleich. Lächerlich!
Deine Intension ist untrüglich motiviert durch eine Aversion gegen Helmut Kohl. Die Ohnmacht Deines persönlichen Stellenwertes läßt Dir nur die Chance, über die Denunziation durch subtile und pseudoobjektive Provokationen.
Es ist wie es ist, eine exhibitionistische Mastrubation auf Kosten anderer!
jetzt hab ichs !!!

raila ist Juliane Weber.

Ich kann mir keinen anderen Grund vorstellen, warum "railas" Beiträge - in allen politischen threads, wo der Name Helmut Kohl auch nur erwähnt wird, dermaßen kritiklos meinen, den Dicken, der an seiner Demontage die letzten beiden Jahre ja selbst äußerst fleißig mitgewirkt hat, verteidigen zu müssen.
Moin,

der Stern Beitrag ist sicherlich provokant, er bietet aber immer noch Fakten. Und macht klar dass er nur spekuliert und interpretiert.

Richtig gekotzt habe ich erst, als ich den Bild Bericht dazu gelesen habe, Wagner Kolumne genannt... Triefender Schmalz a la Rosamunde Pilcher. Entsetzlich!
Das ist noch würdeloser und weiter von der Wahrheit weg.

Die Presse darf spekulieren, das ist wohl legitim.

Und Katharina Blum ....... Die war unbeteiligt hatte kein Forum in der Öffentlichkeit, keine Lobby etc, war also ein wehrloses Opfer der Presse. Auf wenn trifft das hier eigentlich zu??????

Gruß
Nando
Und nun wird Hannelore Kohl- als überzeugte Protestantin- katholisch beerdigt.

Kohl schreckt vor nichts zurück!
"Der stern darf das, der spricht ja auch von Spekulation!" "Die BILD-Zeitung hingegen, ist widerwärtig!"

und "Die Presse darf spekulieren, das ist legitim."

Es fehlt nur noch, "Ich bin ja stern- oder spiegel-Leser, und gehöre damit dem elitären Leserzirkel an, der immer schon auf dem Standpunkt stand, dass die Freiheit des anderen da aufhört wo mein Interesse anfängt!"

Mit Verlaub, das ist wirklich von einer so heuchlerischen Selbstgerechtigkeit, dass es dem Faß den Boden ausschlägt!

Jede, auf eine individuelle Diskreditierung ausgerichtete Spekulation, die in ihrer Zugangsvoraussetzung nicht den absoluten Respekt gegenüber dem betr. Individuum zum Ausdruck bringt, ist als vorsätzliche Denunziation anzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Spekulation als unwahr herausstellt, wird rücksichtslos vernachlässigt. Es betrifft einen ja nicht selbst, im Gegenteil: Je wilder die Spekuklation, desto mehr Zuhörer (INDIVIDUELLE AUFMERKSAMKEIT) bekommt der Spekulant! Die Einstellung dieser Personen mit einer solchen charakterlichen Mißbildung, ist offensiv und mit Nachdruck bloßzustellen. Sie befördern mit ihrer respektlosen und intoleranten Eigenart, die Verrohung der Gesellschaft. Diese Einstellungen sind als soziale Karzinome anzusehen! Wenn man sich die heutigen medialen Metastasen vor Augen hält, wird es höchste Zeit, diese Mißbildungen einer Therapie zuzuführen.

Den Sinn, den H. Böll mit "seiner" Katharina Blum bezwecken wollte, ist offensichtlich: Wenn wir nicht in die Lage kommen, das Verständnis für den Respekt an die individuelle Freiheit, auch vor Gruppen zu schützen, endet dieser Staat in der Barbarei. Dem Einzelnen wird es letztendlich völlig egal sein, ob seine Menschenwürde von rechten/linken Schlägern oder gewissenlosen Medienvertretern verletzt wird! Im Ergebnis ist das gleich!

Zur Erinnerung: §1 GG "Die Würde des Menschen ist unantastbar!" Warum steht dies wohl an erster Stelle?
Typisch, daß gerade diese

linke Schmieren-Journaille wie Spiegel und Stern

wieder das Lästermaul groß aufreißt.

Die waren doch zum erheblichen Teil verantwortlich für die Situation, in die Kohl und seine Familie geraten sind.

Ich habe zwar keine große Sympathie für Kohls Politik, aber dieser unmenschliche Haß der linken Hetzpresse ist wirklich ekelerregend und wird noch mal auf sie selbst zurückfallen!

Superdad
Hallo raila,

es heisst nicht "Intension", sondern Intention. Und, Du schreibst "eine exhibitionistische Mastrubation auf Kosten anderer" - richtig heisst es Masturbation. Wenn Du schon solche Woerter in den Mund nimmst, dann bitte richtig. Gehe ich recht in der Annahme, dass Du eventuell nicht weisst, was Masturbation bedeutet? Dann erklaere ich Dir das Wort: Wenn Frauen sich selbst befriedigen, dann spricht man von Masturbation. Wenn es Maenner tun, dann heisst es Onanie (kommt vom Koenig Onan, der es als erster getan haben soll).
Sorry, will nicht als Oberlehrer auftreten, aber bei solch einer Vorlage...:laugh:

Wenn Du eine Frau bist, raila, dann finde ich Dich trotz alle dem sehr sexy. Hmmmmmmm, die Art, wie Du mit dem geschriebenen Wort umgehst, elegant und eloquent. Auch wenn Du mich aus dem Volk der Dichter und Denker wegbewegt sehen willst, so haette ich Dich gerne als meinen persoenlichen Dichter - beim Sex.
Oh ooooooh ohhhhhhhhhhhhh,
so sooo soooooooooooooooh,
ja jaaa jaaaaaaaaaaaaaaah,
da daaa daaaaaaaaaaaaaaah

(reimt sich, raila) ;)
erau
Bis auf das, dass das "r" beim Tippen schneller war als das "u", ist Deine Allgemeinbildung wahrlich beeindruckend! Du US-Amerikaner Du!
Hey raila,

willst Du mit mir e-mail-Kontakt haben? Please give me your address. :):):)

erau
@raila
BRAVO, BRAVO, BRAVO.
(Wahrscheinlich sind Hirn wie Herz bei Dir auf zu hohem Niveau und lösen bei Menschen wie @erau derartige Minderwertigkeitskomplexe aus, daß es ihren Haß auf Helmut Kohl noch verstärkt.)
Ich glaube auch nicht, daß Du Kohl kritiklos gegenüberstehst, sondern im Gegensatz zu @erau ein Gespür dafür hast, wo Politik beginnt und wo sie endet.

@erau
Ich diagnostiziere: Mediale Gehirnwäsche durch "Vierte Gewalt" der öffentlichen Berichterstattung hat voll gewirkt. Jahrelange einseitige Information durch einschlägige Zeitschriften. Zuletzt hat Dich noch der "STERN" mit einem bitterbösen Tiefschlag zum rechten Zeitpunkt gefüttert, er hat dafür extra die Ausgabe vor die Trauerfeier gezogen.

Lieber erau, ich kläre Dich wider Deinem unerklärten "Willen" auf: Der Stern nutzt den harmlosen Klang des Wortes "Lichtallergie" aus, um gegenüber oberflächlich denkenden Menschen die Verharmlosung der Krankheit selbst zu betreiben. Daß Frau Kohl von einem Leben in Dunkelheit nicht gerade fröhlich ist, aber auch der Rachefeldzug der Medien gegen ihren Ehemann für 16 Jahre Kanzlerschaft und vergeblich gestreuter "Birne"-Witze Deines Niveaus nicht gesundheitsfördernd ist, dürfte sogar für Dich logisch sein, selbst wenn sich Deine politsch motivierte Gedankenwelt dagegen um jeden menschlichen Preis sträuben dürfte. IHRE LICHTALLERGIE WAR UNTHERAPIERBAR. Soweit sich einige wundern, daß sie vor eineinhalb Jahren noch "draußen" zu sehen war, kläre ich auf: Ihre letzte Hoffnung war eine "Anpassungstherapie" durch Aussetzung gegenüber langsam ansteigenden Dosierungen des Allergens, dem Tageslicht. Dadurch verschlimmerte sich die Lichtallergie allerdings. Auch diese Tatsache für den "Kampf gegen Helmut Kohl" im wahrsten Sinne des Wortes ins falsche Licht zu rücken, hat nichts mehr mit funktionierender Demokratie oder Meinungsfreiheit, sondern mit selbstherrlicher, zynischer Verantwortungslosigkeit zu tun.

@erau: Warum sollte Frau Kohl die Hochzeit ihres Sohnes vor einem Monat in der Türkei nicht besuchen, wenn ihre Lichtallergie so harmlos war ?

Wenn Du mir diese Frage ernsthaft beantworten kannst, aufgrund Deines gesunden Menschenverstandes und ohne Rückgriff auf die in Deinem Wahrnehmungsbereich befindlichen Medien, wäre ich Dir dankbar.

Die Verharmlosung der Lichtallergie durch den "STERN" dient dabei nicht dem Zwecke, dem Tode von Frau Kohl zu gedenken, sondern einzig und allein, um zu zeigen, was für ein abgrundtief schlechter Mensch Helmut Kohl doch ist. Auf etwas so Durchsichtiges fällt man nur dann rein, wenn man ideologisch vorbelastet ist. Oder glaubst Du, @erau, daß selbständig denkende Menschen umgekehrt das glauben, was "Bild" und "Welt" derzeit fabrizieren ? Doch nur umgekehrt wie Du infiltrierte Menschen ("Konservative"), die statt "Spiegel" und "Stern" nur "Focus" und "Welt" lesen. Ein sogenannter Selbstbestätigungskreisel.

Ich habe nur im Berliner "Tagesspiegel" einigermaßen sachliche Berichterstattung vernommen, ohne heuchlerische Berufung auf vermeintliche "Kohl-Kenner", die entweder alleine Kohl-Bewunderer sind oder aber ewige Kohl-Feinde, die noch mit Biografien an ihm verdient haben (vgl. Herr Klaus Drehers Wortmeldung im Kölner "Express").

@erau, gib Deinen Hass endlich auf, Helmut Kohl ist inzwischen eh` am Boden zertrümmert.

Onvestor
onvestor
Ich bezweifele den Erfolg Deiner Fragen an @erau. So wie er sich mehrfach, nicht nur hier, individuell projiziert hat, behindert ihn sein "organisch" geprägtes Intellekt, an der sinnvollen Teilnahme objektiver Erörterungen.
Nur so in den Raum gestellt:
Es könnte doch sein, daß Frau Kohl nicht zur Hochzeit des Sohnes in die Türkei gefahren ist, weil ihr Ehemann seine langjährige "Vertraute" Juliane Kohl dorthin mitgenommen hat...???
Was ich übrigens ziemlich geschmacklos finde. Und kränkend für die zuhause gebliebene Hannelore Kohl.

Sicher, Ehepaare können sich auseinanderleben -
aber DAS ist doch kein Stil,
findet der Molch
wenn man den seit Tagen ergehenden Wortlaut der Reden von diesem Ramstetter anschaut, typisch im unten abgedruckten Wortlaut, dann kommt einem auch wieder in den Sinn, dass Medien Kontrollfunktion innehaben, was auch in Ereignissen wie dem Freitod der Frau Kohl greifen kann und soll.

Natürlich ist die Art und Weise, in der Kohl in den Medien vorgeführt wurde, auch die Angehörigen belastend. Aber nun die Trauerfeier zur Politisierung zu verwenden, in dem Kohls strafrechtliche Verstöße als ursächlicher Grund für Frau Kohls Handlung suggeriert wird, das darf nicht unkommentiert bleiben.

Die Darstellung des privaten Lebens von Frau Kohl - zunehmend kränkelnd und zunehmend zumeist auch am WE allein im Süden, d.h. ohne Unterstützung des Mannes bzw. sich in desolater Ehe wähnend -, die Vorstellung, wie sie der Prestigeverlust des Mannes konkret vor dem Hintergrund belastet haben muss, auch nun noch in ihrem eigenen privaten Umfeld einen eigenen Akzeptanzverlust (was begegnen einem für Haltungen auf der Straße als Ehefrau eines "Verbrechers"--das sind schmerzlich fühlbare Reaktionen) zu erleben, ......erst diese ZWEI Aspekte lassen sie als Frau mit Aussichtslosigkeit und Schwinden wichtiger persönlicher Anerkennung erscheinen.

Der Freitod ist eben nicht kausal durch die (überdies zwingende) Aufdeckung des Spendenskandals alleine zu erklären und würde der Frau Kohl unrecht tun. Es spricht nichts dagegen, unerkannte traurige Schicksale auch im Nachhinein aufzuhellen. Auch und gerade damit wird dem Individuum und (-sei es später: ) Respekt zu teil. Diesen sehe ich nicht gewahrt, wenn aus der Ecke des Ehemanns oder eines Teils der Medien die Entscheidung Frau als bloss medizinisch oder aber medienbewirkt (über die Affaire von Helmut K.) abgetan wird.

Tod oder Selbsttötung sind komplexe Sachverhalte. Über sie lediglich mit Stichworten, denen sogleich Ursachencharakter zugeordnet wird, zu berichten (Lichtallergie) wird der Sache nicht gerecht und transportiert überdies unhaltbare Suggestionen mit ebenfalls undienlicher Funktion im Sinne der Aufklärung. Wenn Interessenlagen dazu kommen (etwa den SM als Folge der Berichterstattung des pol. Skandals des Ehemanns zu zu verbrämen---solche Interessen werden dann schnell Partei-Interessen im engeren Sinne), dann bedarf es eines Spiels der Medien unter sich, um Aufklärung nicht der eigenmächtigen Definitionsgewalt interessierter Kreise zu opfern
Die Erklärung des Pfarrers---aus Spiegel-Online:


"......"Hannelore wird immer bei euch sein", ruft Ramstetter den trauernden Angehörigen zu, die er ganz persönlich mit "Lieber Helmut, lieber Walter und lieber Peter" anspricht. Die Last der Krankheit sei für Hannelore Kohl am Ende unerträglich gewesen, sagt der Pater, ohne seine Medienschelte zu vergessen. Die Anschuldigungen und Verleumdungen hätten sie zerstört, sagt er und schiebt nach, dass die Verantwortlichen sich gar nicht darüber klar seien, was sie angerichtet haben.

Ramstetter beschreibt Hannelore Kohl, so wie sie wohl auch war: "Die Frau an Helmut Kohls Seite, die immer hinter ihm stand." Eine Frau, die sich immer mehr um andere gekümmert hat als um sich selbst, die mehr für die Kinder und ihren Mann lebte als alles andere. Und die am Ende einfach nicht mehr konnte.

"Das Leid war einfach zu groß", sagt Ramstetter und berichtet von seiner letzten Begegnung mit Frau Kohl. Nach der Hochzeit von Sohn Peter in der Türkei habe er sie aufgesucht, um Bericht zu erstatten. "Als wir ihr erzählten, wie schön es war und wie sehr sich das Paar liebe, brach Hannelore Kohl in Tränen aus", berichtet Ramstetter. Die Tatsache, dass Hannelore Kohl am Ende Selbstmord beging, umschifft Ramstetter in seiner Ansprache.
......."
2. Absatz:
"in dem Kohls strafrechtliche Verstöße als ursächlicher Grund für Frau Kohls Handlung suggeriert wird, das darf nicht unkommentiert bleiben. "

muss natürlich heissen:

" in dem der Umgang der Presse mit Kohl (und das sind halt nun mal Nennungen strafrechtlicher Verstösse) als ursächlicher Grund für Frau Kohls Handlung suggeriert wird...."
@Juttol

Du hast das differenziert und sensibel dargestellt!
Ein Suizid ist immer multikausal.
Die Erklärung "Lichtallergie" war doch zu flink und zu einfach und fordert Spekulationen geradezu heraus. Schließlich sagt Ministerpräsident Vogel, das Ehepaar Kohl hätte sich mit ihm wenige Tage zuvor zu einem gemütlichen Essen getroffen. Bei Tageslicht. Herrn Vogel sowie dem Wirt vom Deidesheimer Hof ist eine "völlig normale" Hannelore Kohl in Erinnerung.

Ganz sicher war eine Krankheit vorhanden. Aber ganz sicher auch noch andere belastende Umstände. Sicher hatte Frau Kohl, nachdem ihr Mann jetzt sozusagen im Ruhestand war, auf mehr Gemeinsamkeit gehofft. Er zog jedoch nach Berlin...usw.

Daß die Medien "Schuld" sein sollen...,
das hören wir von Herrn Ramstetter schon seit eineinhalb Jahren,
wundert sich der Molch
Bedauerlich, dass selbst dieses Ereignis die beiden Streithähne (Kohl mit seinem Sprecher Ramstetter auf der einen Seite und die "linke" Presse auf der anderen) nicht mal innehalten lässt. Kohl hat lange Zeit Spiegel und Stern wegen seiner Meinung nach zu kritischen Berichterstattung geschnitten, und die zahlen es ihm nun heim. Wie Kohl mit seiner Gattin umgegangen ist, geht die aber einen feuchten Dreck an.

Schäbig und gar nicht christlich auch der Versuch des Monsignore, der Presse zumindest eine Teilschuld am Selbstmord in die Schuhe zu schieben.
@for4zim
Warum öffnest Du diesen Thread, wenn`s Dich nicht interessiert??
@juttol

Kritik an Spiegel und Stern = "MEDIENSCHELTE"

Erstens: Gut den Spiegel nachgeäfft.

Zweitens: Das Wort der "MEDIENSCHELTE" beleuchtet, wie die Medien den Begriff der Meinungsfreiheit auffassen, wenn er ihnen nicht selbst zugute kommt. Mit diesem Begriff soll Kritik an den Medien quasi im Keim erstickt werden. Das ist natürlich ein sehr undemokratisches Verhalten der sog. "Vierten Gewalt".

Drittens: @andere
Aus dem Thread zeichnet sich die Tendenz ab, daß am Ende noch der Helmut die Hannelore umgebracht hat. Das entspräche sicherlich linkem Wunschdenken. Früher dachte ich, Linke dächten mit dem Herz, Konservative mit dem Gehirn.

Es ist wohl umgekehrt. Manchem ist jedes Mittel recht, um den politischen Gegner zu beerdigen.

Herzlichen Glückwunsch und tschüss ...

Onvestor

@raila: stimmt wohl leider ...
@ alle Kritiker und die, welche die Wahrheit und nichts als die Wahrheit nicht sehen wollen:

Helmut, der Kohl, hat durch seine aussereheliche Beziehung Hannelore, die ihm Zeit ihres Lebens treu zur Seite stand, ihm den Ruecken gedeckt hat, zum Selbstmord getrieben.

Mag sein, dass dies nicht der einzige Grund fuer Hannelores Suizid gewesen ist, aber ein gewichtiger Grund ist dies allemal.

Drum:

Pfui pfui pfui Helmut. Deine Geschmacklosigkeit, Hannelore-Statt Dein Betthuepferle Juliane Weber zur Hochzeit Deines Sohnes mitzunehmen, zeugt von Geschmaklosigkeit und Schamlosigkeit ohnegleichen.

Oh oooooooo oooooo Helmut, ja, Du wirst die gerechte Strafe erfahrehen - frueher oder spaeter, Du Unchrist aus der vermeintlich Christlisch-Demokratischen Union.

Darf die Frage gestellt sein, wo denn Helmut Kohl gewesen ist, als sich Hannlore am morgen das Leben nahm? Wieso liess er Hannlore staendig allein im Dunkeln, wenn er seine treue Frau nicht den (Frei-)Tod gewuenscht haette?
Juttol
Dein Versuch, Deine Beiträge als Ergänzungselemente zur Objektivierung s.g "lancierter" Absichten darzustellen, kommt dem hilflosen Versuch eines Anziehens des Schafspelzes durch den Wolf gleich. Lächerlich!
Deine Intension ist untrüglich motiviert durch eine Aversion gegen Helmut Kohl. Die Ohnmacht Deines persönlichen Stellenwertes läßt Dir nur die Chance über die Denunziation, durch subtile und pseudoobjektive
Provokationen.
Es ist wie es ist, eine exhibitionistische Masturbation auf Kosten anderer!
Hallo onvastor,

eine Reihe von konstruierten Unterstellungen, wie auch schon bei raila bemerkt, gerade gemäß dem Bauplan der kritisierten Presse.


"Drittens: @andere
Aus dem Thread zeichnet sich die Tendenz ab, daß am Ende noch der Helmut die Hannelore umgebracht hat. Das entspräche sicherlich linkem Wunschdenken. Früher dachte ich, Linke dächten mit dem Herz, Konservative mit dem Gehirn.

Es ist wohl umgekehrt. Manchem ist jedes Mittel recht, um den politischen Gegner zu beerdigen. "


DU SAGTEST: "AUS DEM THREAD ZEICHNET SICH AB...", das ist zu selektiv gelesen und gedeutet. Erst diese Charakterisierung fügt ein Sinnverständnis bei, das dem Thread an sich so nicht eigen war. Das ist auch "Politik der bzw. mit der Meinung", die natürlich der Kontrolle bedarf....also der Schelte! :)


Dass ich kein Verteidiger der Medien, insbesondere der Schmierblätter (zunehmend kritisch auch bei bislang "seriösen" Blätterm wie das Gebahren etwa der FAZ und Süddeutschen zuzeiten nahelegt) bin, darf hier mal trocken platziert werden. Wenn ihre Aufarbeitung des konkreten Falls - des Freitods von Frau Kohl - jedoch dazu beitragen kann, einseitige Interpretationen und Verzerrungen des Falls, wie eben zu beobachten, reduzieren bzw. berichtigen zu helfen, dann erfüllen sie ihre kontrollierende Funktion, die sie auch haben (auch, wenn mittlerweile viele Blätter kaum mehr als Kontrollorgane zu bezeichnen sind. das Potential dazu haben sie jedenfalls). Unschwer sich auch zu überlegen, wie anfällig ein Trauerfall wie der von Frau Kohl für Interessen macht: wäre Kohl in seiner Partei wichtziger und stärker: wie sehr würde ide ganze CDU den "Fall Hannelore" nutzen, um sich von den Spendenfragen zu distanzieren. Ich glaube nicht, dass ich hier fahrlässig spekuliere.....jedenfalls sehe ich auch in diesen Bereichen die Legitimation zur freien Berichterstattung gegeben, wenn andere Akteure ebenfalls frei "forumieren und deuten"-ihren eigenen Interessen entsprechend.
Die Einflechtungen dieses Politkrams vonseiten der Presse, vonseiten der Kreise um Herrn Kohl sowie auch vonseiten dir und railas geht vollkommen am Aufbau und der inhaltlichen Gestaltung zumindest meiner Beiträge und einiger anderer vorbei bzw. unterscheidet sich davon einfach.

Für Eure Rezeption und Eure freiflottierenden Gedanken kann ich nichts, vermag durch Zitateinblendungen und deren Kommentierung allenfalls meine kontrollierende Sorge dafür tragen, nicht in (so von der Anlage her fast) Verleumdungskampagnen hineingezogen werden, ähnlich denen, die Ihr bemängelt.

Ich fühle mich gar nicht so sehr angegriffen, bin allerdings erstaunt, wie du und raila Eure Texte aufzieht---sie enthalten nämlich alles aus dem Reigen, den Ihr analytisch blosszustellen meint, was das konstruierende Unterstellungspotential angeht. Bei raila fehlt mir überdies noch Herz und Respekt.

Wir wollen doch dir Frau Kohl nicht ganz aus diesem thread verlieren?


Gruss Juttol

PS: war jetzt heftiger formuliert, als mir der Sinn steht! :)----außerdem nachträglich eingefügt, was den inneren Zus.hang etwas erlahmen läßt
@erau,
Na, nu schütt mal nicht das Kind samt Badewanne aus dem Fenster.
Daß Herr Kohl seine Frau in den Selbstmord getrieben hat, kann und darf ein Außenstehender nicht behaupten. Auch wenn es unzweifelhaft hinter den Kulissen dieser Ehe anders ausgesehen hat als davor. Es gibt sehr viele Ehepartner, die sich auseinandergelebt haben - und die trotzdem die heile Fassade aufrecht erhalten. Es gibt auch viele Ehemänner, die zu ihrer Sekretärin ein Vertrauens- (sogar Liebes-)verhältnis aufbauen - schließlich verbringen sie mit dieser weit mehr Zeit als mit der Ehefrau, man teilt eine gemeinsame Aufgabe, vielleicht Geheimnisse ... - Natürlich bedeutet das nicht, daß diese Ehemänner ihrer Frau Schlimmes wünschen, oder sie hassen, oder sie "in den Selbstmord treiben".

Daß die Presse jetzt hinter die jahrzehntelang peinlichst polierte Fassade dieser Ehe leuchtet, hat natürlich politische Gründe. Wurde hier ganz richtig dargestellt. Daran hat Herr Kohl einen guten Teil selbst Schuld.
Daß er sicher sein ganzes weiteres Leben mit Schuldgefühlen wird leben müssen, ist "Strafe" genug. DAfür hat er durchaus mein Mitgefühl.

Wirklich bedauerlich ist, daß Hannelore Kohl nie die Kraft aufbrachte, sich aus dieser Ehe zu lösen und was Neues, Eigenständigeres anzufangen. Sie war eine begabte, stilvolle Frau,
findet der Molch
Hallo raila,


es reizt mich sehr, bzgl. möglicher Persönlichkeitseigenschaften einer so überspannten Person wie du es bist, nachzudenken.

:)

Jedenfalls habe ich kein gutes Gefühl in deine Richtung; wenn man den ganzen ideologischen und v.a. ideologisch-vehementen Kram mal wegwischt, kommt - so meine Erfahrung - oft ein arger Hass entgegen, der fragen lässt, was es mit den hehren Intentionen des Propagandisten denn so auf sich hat.
Dies richtet sich nicht unbedingt gegen deine Argumente, denen ich an sich etwas abgewinnen kann, jedoch gegen diese vollkommen übersteigerte Form.


"von raila 12.07.01 14:51:52 3948815
Juttol
Dein Versuch, Deine Beiträge als Ergänzungselemente zur Objektivierung s.g "lancierter" Absichten darzustellen, kommt dem hilflosen Versuch eines Anziehens des Schafspelzes durch den Wolf gleich. Lächerlich!
Deine Intension ist untrüglich motiviert durch eine Aversion gegen Helmut Kohl. Die Ohnmacht Deines persönlichen Stellenwertes läßt Dir nur die Chance über die Denunziation, durch subtile und pseudoobjektive
Provokationen.
Es ist wie es ist, eine exhibitionistische Masturbation auf Kosten anderer! "

raila, du bist für deine Stichworte selbst verantwortlich. Ich selbst würde mich hüten, solch verfängliche Begriffe einzuflechten "Masturbation", "Ohnmacht", ----in dieser Verwendung: ist das nicht alles etwas crazy?
Hallo boesenmolch,
solch kluge, auch den konkreten, traurigen Anlaß nicht aus dem Auge verlierende und dennoch den Überblick über begleitende Interessen und Kampaganen wahrende Beiträge habe ich mir für diesen Thread gewünscht. Prima!

Gruss Juttol
Hi erau,



du gehst mir jetzt aber auch etwas zu weit, obwohl deine Passion in dieser Frage auch etwas Sympathisches hat.

Da mir bekannt ist, dass der blosse formale Hintergrund der Frau Kohl: eine sich auflösende, schon längere Zeit lose Ehe, lange und viele periodische Phasen der partnerlosen Einsamkeit einer Ehefrau berühmter Männer (umgekehrt ähnlich, aber doch wieder anders), Treulosigkeit des Ehemannes sowie möglicher mangelnder Beistand besonders in prekären Lebenslagen, grundsätzliches Zukurzkommenlassen des Partners etc. an sich nicht singuläre Tatbestände des Hauses Kohls sind, habe ich bewußt verzichtet, auf Kohl zu schimpfen.

Dem strukturellen Druck, und wie er sich zulasten eines Partners /der Familie bei Personen mit wichtiger Position auswirkt ist kaum wirkungsvoll beizukommen, eine (im Alter und auch sonst) nicht mehr bekommene Liebe bzw. das Gewahrwerden einer Geliebten an des Mannes Seite ist ein Schicksal, was u.U. (auch von der Normalbevölkerung) zu ertragen ist (bzw. dem man alternativ entfliehen muss, was Frau Kohl leider nicht getan hat).

Das ist nicht so einfach durch Kritik an der Person "Helmut Kohl" zu lösen.

Aus diesen genanten Gründen sprach ich auch - ohne Anfeindung - nur vom jetzt erkannten "wahren Leid" dieser Frau.
Ich selbst habe mich bewußt jeder Verunglimpfung wie Politisierung enthalten.

Es ist wie es ist: ich fühle ein großes Bedauern für die Frau Hannelore Kohl! Dies viellaucht auch deshalb stärker, weil ich zuvor auch eine eigene Meinung über sie hatte, die nun auch durch TV-Interview-Einblendungen nochmals verändert wurde und es mir nun ermöglicht, angesichts dieser Umstände eine herzbezogene Empfindung zu spüren und zu äußern. Neben dem Respekt, den ich ganz neu für Frau Kohl empfinde.

Gruss Juttol
@ Boersenmolch,

wenn Du meinst, dass Helmut Kohl bestarft genug sei, dass er mit dem Gewissen leben muesse, seine Frau haette sich das Leben genommen, weil er Fehler begangen haette, dann irrst Du Dich. Ein Mann, der sich selbst ueber dem Gesetze stellt (sein Wort hoeherrangig betrachtet als geltende Gesetze), hat kein Gewissen. Wieso er dafuer Dein Mitleid geniessen sollte, erscheint mir sehr fraglich.

@ raila

Die Art, wie Du Dich ausdrueckst, erscheint mir fuer eine Frau recht selbstbewusst. Wollen wir eMail-Kontakt haben? Oh bitte bitte!

erau
Juttol
Dein Versuch, Deine Beiträge als Ergänzungselemente zur Objektivierung s.g "lancierter" Absichten darzustellen, kommt dem hilflosen Versuch eines Anziehens des Schafspelzes durch den Wolf gleich. Lächerlich!
Deine Intension ist untrüglich motiviert durch eine Aversion gegen Helmut Kohl. Die Ohnmacht Deines persönlichen Stellenwertes läßt Dir nur die Chance über die Denunziation, durch subtile und pseudoobjektive
Provokationen.
Es ist wie es ist, eine exhibitionistische Masturbation auf Kosten anderer!
Hee raila,

Du wiederholst Dich..., aber macht nichts, je oefter Du das Wort Masturbation in den Mund nimmst, desto schaerfer machst Du mich...hechelsabbel...:laugh: :)

eMail-Adresse?
@erau
Ich meine nicht, daß sich Frau Kohl das Leben genommen hat, weil ihr Mann "Fehler begangen" hat. Ich denke, das hab ich schon ausgeführt.
Im übrigen: nicht übersehen, daß JEDER (nur) ein Mensch ist. Auch der aufgeblasenste Politiker. Ein Suizid ist immer eine menschliche Tragödie, und zwar eine sehr vielschichtige.

Zum Thema Vielschichtigkeit: Es hat schon was von einer besonderen Aggression, daß Herr Kohl in Begleitung von Juliane Weber zur Hochzeit des Sohnes kam. Aber es war auch sicher kein Zufall, daß Hannelore Kohl ihren Suizid genau an DEM Tag vornahm, als Herr Kohl überglücklich war, weil er endlich per Gerichtsurteil über die Gauck-Behörde gesiegt hatte.

Alles im Leben hat zwei Seiten,
nix ist nur schwarz oder weiß,
erinnert der Molch
Noch ein Artikel zum Thema: aus Spiegel-Online 12. Juli 2001




T I T E L

"Ich verbrenne von innen"

Sie war die Frau, die sich immer zurücknahm: Hannelore Kohl diente der Karriere ihres Mannes - und setzte sich doch mehr und mehr von ihm ab. Ihr Selbstmord aus Verzweiflung über eine unerträgliche Lichtallergie beendet ein Leben mit den Schattenseiten der Macht.

Sie starb in diesem Bunker, vor dem ihr Mann sich am Ende gefürchtet hatte. Sie starb am Mittwoch vergangener Woche, als er weit weg in Berlin war.
Helmut Kohl, Bundeskanzler außer Dienst, feierte gerade mit zweien seiner Anwälte in einem feinen Restaurant. Er, der Kanzler der Einheit, hatte die Gauck-Behörde bezwungen, vor Gericht gegen die Herausgabe seiner Stasi-Akten geklagt und gewonnen. Es war ein Triumph, es war die Rückkehr auf die große Bühne, und ein wenig war es deshalb wie früher.

Es war 22 Uhr.

Hannelore Kohl, 68 Jahre alt, seit 53 Jahren an der Seite Helmut Kohls, saß rund 500 Kilometer entfernt von ihrem Ehegatten im Bungalow der Familie in der Marbacher Straße in Ludwigshafen-Oggersheim. Sie schrieb die Namen ihres Mannes, ihrer Söhne und Freunde auf die Umschläge für die Abschiedsbriefe. Alle Schreiben klingen ähnlich, und sie erzählen vor allem von der "Perspektivlosigkeit", die die Verfasserin fühlte. Sie schrieb einen letzten Brief, ohne Umschlag, eine Art Entschuldigung für jene Person, die als Erste den Bunker und irgendwann auch das Schlafzimmer betreten würde.

Das Haus war zum Bunker geworden, als Hannelore Kohl an Lichtallergie erkrankte. Schon vorher hatte das Bundeskriminalamt eine Mauer um den Bau ziehen lassen; draußen gab es nur den kurz geschnittenen Rasen und sonst wenig Grün. Aber seit Hannelore Kohl erkrankt war, gab es auch drinnen keine Pflanze mehr, alles war abgedunkelt. Für Helmut Kohl war es unerträglich daheim. Vor Fraktionskollegen, die sich auf ihr Wochenende freuten, klagte er, wie gut sie es hätten.

Und weil Hannelore Kohl in ihren letzten Wochen auch noch auf Wärme allergisch reagierte, weil deshalb Klimaanlagen die Luft herunterkühlten, wurde der Bunker am vergangenen Mittwochabend zum eisigen Schauplatz eines Dramas.

Hannelore Kohl schlürfte den Cocktail mit den opiathaltigen Tabletten, die sie seit einiger Zeit gesammelt hatte. Sie starb zwischen 22 und 23 Uhr. Gefunden wurde sie am nächsten Vormittag um 11.15 Uhr von Hilde Seeber, ihrer Haushälterin, die einen Schlüssel zum Bunker hatte. Um 11.29 Uhr wurde die Polizeileitstelle Ludwigshafen informiert: "Leblose Person", notierten die Beamten. Um 11.31 Uhr erreichte der Anruf der Kollegen den Rettungsdienst.

Und um 12.37 Uhr am Donnerstag voriger Woche jagte die Deutsche Presse-Agentur eine dieser dreizeiligen "Eil Eil"-Meldungen durch die Republik, die für Unterbrechungen in Hörfunk und Fernsehen sorgen, für Staunen, Entsetzen, Trauer überall in Deutschland.

Im Berliner Regierungsviertel war der Schock natürlich besonders groß, nicht zuletzt deshalb, weil Hannelore Kohl noch nach 16 Jahren "Amtszeit" als Gattin des Bundeskanzlers geradezu die klassische Version der tapferen kleinen Politikerfrau darstellte: die unauffällige Gefährtin an der Seite des mächtigen Mannes, der verlässliche Pannenservice für den Chef, ansonsten zuständig für Heim und Herd und Kinderlachen.

Hannelore Kohl hatte dieses Klischee reichlich bedient. "Mein Anteil ist so klein, dass ich ihn gar nicht erwähnen möchte", hatte sie schon 1973 einmal ihre Rolle beschrieben: "Wir wollen es so sagen: Es ist immer schön, nicht im Wege zu sein."

Ende vergangener Woche nun stahl die zierliche Frau auf tragische Weise zum ersten und letzten Mal ihrem Mann, dem großen Helmut Kohl, die Schlagzeilen - durch ihren Selbstmord.

Erschüttert reiste der Alt-Kanzler, der im Plenum des Bundestags gesessen hatte, als die Todesnachricht eintraf, nach Oggersheim. Auf den Fluren des Bundestags machte die Meldung im Nu die Runde. Der Parteispenden-Untersuchungsausschuss, der gegen die Regierung Kohl ermittelt, unterbrach seine Sitzung für die Mitteilung.

Im Kanzleramt überwältigte die Todesmeldung Hannelore Kohls Nachfolgerin, Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau des jetzigen Kanzlers. Heftig weinend erzählte Frau Köpf, dass sich Hannelore Kohl nach dem Regierungswechsel "wie eine Mutter" um sie gekümmert habe. Im Tod schien plötzlich das Leben einer Frau Konturen zu bekommen, die sich sorgfältig bemüht hatte, hinter ihrem gewaltigen Mann zu verschwinden. Bundespräsident Johannes Rau sagte es so: "Sie war auf eine souveräne Weise bescheiden."

Natürlich war der Tod, der Selbstmord der ehemaligen Kanzlergattin, auch ein Medienereignis. Kamerateams fielen in Ludwigshafen ein, und die Marbacher Straße wurde gesperrt, als wäre eine Bombe hochgegangen. Ein wenig war es ja tatsächlich so. "Deutschland trauert um Hannelore Kohl", schrieben die Macher der "Bild"-Zeitung auf ihre geschwärzte erste Seite, und der "Stern" verlegte eilig Andruck und Erstverkaufstag nach vorn.

Und überall in der Republik stellten Politiker, Journalisten und Publikum die Frage nach den Ursachen. "Sie litt seit sieben Jahren an einer schmerzhaften Lichtallergie, die sie nach einem Rückschlag zwang, die letzten 15 Monate im Privathaus der Familie in Ludwigshafen zu verbringen", teilte das Büro von "Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl" sehr schnell mit. Nichts daran ist falsch. Doch bei den wenigsten Suiziden gibt es ja den einen, den ausschließlichen Grund.

Niedergeschlagen, mutlos hätten sie Hannelore Kohl zuletzt erlebt, sagen Freunde; jene Frau, die Aufgeben immer für "das Schlimmste" gehalten hatte, hatte schon vor Wochen zu resignieren begonnen. Dass eine Lichtallergie nicht lebensbedrohlich und kein suizidaler Erklärungsansatz sei, merkte der Deutsche Allergie- und Asthmabund am vergangenen Freitag an. Natürlich ist es im Nachhinein immer müßig zu spekulieren, was zuerst kommt: die physische Erkrankung oder die psychische, was also Ursache und was Resultat ist. Doch dass im traurigen Fall der Hannelore Kohl beides eine Rolle spielte, scheint für alle, die sie kannten, keine Frage zu sein.

Der öffentliche Niedergang ihres Mannes hatte Hannelore Kohl weitaus stärker getroffen als ihn selbst. Nach der Wahlniederlage 1998 hatte sie noch Pläne für die neue Zeit gemacht: "An der frischen Luft" wollte sie sein, "eben fröhlich sein". Dann wurde die Spendenaffäre der CDU aufgedeckt, und Kohl wurde wieder der alte Kämpfer, schlug seine letzte große Schlacht.

Sie aber fühlte sich zunehmend hilflos. Immer stärker kapselte sie sich ab, selbst telefonieren mochte sie kaum noch.

Dass die Arbeit des Mannes der Mittelpunkt allen Denkens in der Politikerfamilie ist, dass die Frau sich, wie es einmal Christiane Herzog ausgedrückt hat, die verstorbene Gattin des früheren Bundespräsidenten, "im Alltag und im öffentlichen Leben so verhalten" müsse, dass sie "anderen Menschen möglichst wenig Anstoß zur Kritik" gebe, das gehört zum Selbstverständnis der meisten Politiker und ihrer Frauen. Und es gehört auch zu den Erwartungen der Öffentlichkeit.

"Das Paar wird zum öffentlichen Eigentum", und es wird immer als Gesamtsystem wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis ist die Diplom-Psychologin Claudia Kossendey gekommen, selbst Frau eines Bundestagsabgeordneten, die Ende der neunziger Jahre 25 Schicksalsgefährtinnen nach ihren Erfahrungen befragt hat. In ihrem Buch "Lebenspartnerinnen von Politikern" behauptet sie, dass viele der Befragten ihre persönliche Entwicklung unter dem Einfluss des politischen Amts als einen "Reifungsprozess" betrachten, den sie mit innerlicher Zufriedenheit erleben.

Vielleicht gehört es schon zur Berufsauffassung der Politikerfrau, die Dinge öffentlich so darzustellen. Denn nur, wenn etwas schief geht - nach Scheidungen, wie etwa der von Hiltrud Schröder oder Jutta Scharping, bei Unfällen, wie dem von Marianne Strauß, bei Krankheiten, wie sie die US-Präsidenten-Gattin Betty Ford erlitt, oder Selbstmorden, wie dem von Hannelore Kohl - immer dann also, wenn der Vorhang zerreißt, wird der Preis deutlich, den die Frauen an der Seite der Mächtigen für ihr Leben zu zahlen haben: Einsamkeit, Demütigung, Wut und Depressionen.

In 41 Ehejahren mit dem rüden Machtmenschen Kohl wurde aus Hannelore Kohl, der Frau an seiner Seite, die Frau in seinem Schatten. Hannelore Kohl starb als Einsame.

"Mutterseelenallein", war ein Wort, das sie schon früh gebraucht hat, wenn sie, was nicht oft vorkam, über ihr Leben mit Helmut Kohl redete. Manchmal habe sie vor Wut in ihr Kissen gebissen, bekannte sie einmal in einem Fernsehinterview. Dass ihre Lichtallergie auch psychische Ursachen hatte, darüber hat sie selbst keinen Zweifel gehabt.

Helmut Kohl wusste um die seelische Not seiner Frau. Dennoch traf ihn ihr Tod völlig unvorbereitet. Am Donnerstagmorgen, zwischen acht und neun Uhr, hatte er noch aufgekratzt seinen langjährigen Vertrauten Eduard Ackermann angerufen: "Ackermann, was schreiben die Zeitungen?"

Kohls erblindeter Ex-Presseberater war auf die Anfrage seines früheren Chefs vorbereitet. Jeden Morgen lässt er sich aus den Zeitungen alle Meldungen und Kommentare vorlesen, in denen Helmut Kohl vorkommt. Inhalt und Trends referiert er "dem Alten" dann am Telefon.

Mit dem Echo auf den Gerichtsentscheid, dass seine Akten nicht öffentlich gemacht werden dürfen, war Kohl hoch zufrieden. Er habe des Telefongespräch mit dem Satz beendet: "Prima, ich gehe jetzt ins Plenum."

Der Schock, glaubt der getreue Ede Ackermann, der die Ehe seines Chefs seit Jahrzehnten mit aufmerksamer Besorgnis verfolgte, werde Kohl zu schaffen machen: "Ich glaube, das geht ihm schwer aufs Gemüt. Wenn sie an einer normalen Krankheit gestorben wäre, das wäre auch schlimm. Aber leichter für ihn zu ertragen. Ich weiß nicht, wie der Alte das verkraftet."

Unfreiwillig drückte Eduard Ackermann, ein einfühlsamer und nachdenklicher Mann, mit seinen Worten das innere Drama dieser und anderer traditioneller Politikerehen aus - selbst noch nach dem Tod der Partnerin geht es vor allem um den Politiker.

"Hannelore Kohl", sagt die Sozialwissenschaftlerin Mechthild Jansen, "lebte aus Überzeugung die klassische Frauenrolle an seiner Seite, ein Leben ohne Eigenes, aber für andere." Das sei das Gegenteil ihres Mannes, "der für das Eigene von anderen lebte, ein eisernes Machtsystem".

Hannelore Kohl hat das immer so gesehen und gewollt: "Wenn ich mich nicht so völlig auf meinen Mann eingestellt hätte, wäre unsere Ehe schief gelaufen", sagte sie einmal. Er sagte das Gleiche mit anderen Worten: "Glücklicherweise habe ich in meiner Frau eine Lebenspartnerin gefunden, die übersteigerten Ehrgeiz und den Hunger nach Anerkennung um jeden Preis nicht kennt."

Ganz am Anfang mag sie noch Hoffnungen gehabt haben, sich an seiner Seite eine eigene Berufsidentität aufbauen zu können. Die Fremdsprachenkorrespondentin, die gern Dolmetscherin werden wollte, sprach fließend Französisch und Englisch, studierte eine Weile in Paris und konnte in vier Sprachen stenografieren. Aber daraus einen Beruf zu machen war mit Helmut Kohl nicht möglich. "Der Dicke ließ sie nicht", sagt ein Freund der Familie.

Sie hat wohl auch nicht allzu heftig dafür gekämpft: "Ich komme aus einer Generation, in der sich die Frage einer Berufstätigkeit für eine verheiratete Frau einfach nicht so stellte." Aus ihrer Schulklasse habe keine Einzige in der Ehe weitergearbeitet. Für eine andere Entscheidung gab es kein Modell zu jener Zeit.

Überdies war Hannelore Kohl, geborene Renner, durch Krieg und Flucht in ihrer Lebenshaltung für immer geprägt. Sie flüchtete in den Nachkriegswirren aus Sachsen in die Pfalz, wo sie mit ihrer Mutter und ihrem Vater, einem erfolgreichen Ingenieur, in einer Waschküche leben musste. "Wir hatten einfach keine Perspektive", hat sie später einmal bekannt.

Die Erinnerungen an die existenzielle Not und Bedrohung in ihrer Kinder- und Jugendzeit haben sie nie losgelassen. Der kraftvolle und selbstbewusste Helmut Kohl, damals 18, wurde für die 15-jährige Schülerin Hannelore, die die Luftangriffe, die Angst vor den Scharfschützen, vor der Flucht, die Bedrohung durch Rotarmisten, den Hunger und die Heimatlosigkeit tief verinnerlicht hatte, ein "Mann zum Anlehnen".

Bei einem Klassenfest im Gasthaus "Zum Weinberg" in Ludwigshafen lernten sie sich 1948 kennen. "Ich war so glücklich, dass ich in dieser schrecklichen Zeit einen Menschen gefunden hatte, der so stark ist wie ein Berg, der mich beschützt", erinnerte sie sich später.

Zwölf Jahre "gingen" sie miteinander, bevor sie am 27. Juni 1960 heirateten, sie war protestantisch, er katholisch. Helmut Kohl, damals 30 Jahre alt, kaufmännischer Angestellter beim Chemieverband, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Ludwigshafen und Landtagsabgeordneter in Mainz, hatte auf der langen Wartezeit bestanden, weil er zunächst - mit ihrem Einverständnis und durch sie angeregt - ein Einfamilienhaus bauen wollte.

Die Fremdsprachenkorrespondentin Hannelore Renner gab ihren Job bei der BASF auf. 1963 und 1965 kamen die Kohl-Söhne Walter und Peter zur Welt. Bald wird sie sagen: "Schade, dass die heile Welt so verlacht wird, dass man sie mit Spießbürgerlichkeit in einen Zusammenhang bringt."

In diesen frühen Jahren, als sie sich daran zu gewöhnen begann, dass der Berufspolitiker Helmut Kohl für seine Ehe und Familie nicht viel Zeit hatte, wirkte Hannelore Kohl tatkräftig und lebensfroh. 1971 trat sie in die CDU ein. "Ich bin da, wenn er mich braucht", so sah sie ihre Rolle.

Dass sofort das Telefon zu klingeln begann, wenn er nach Hause kam, mochte sie stören, unterstrich aber zugleich die Bedeutung ihres Ehemanns. Das war nicht ungewöhnlich. Viele Politikerfrauen sind stolz darauf, "wie Sonntagssekretärinnen" zu funktionieren.

Insgesamt begreifen Partnerinnen von Politikern "das Leben mit dem Mandat als Chance für Lerngewinn und Wachstum", hat Claudia Kossendey in ihrer Untersuchung herausgefunden: "Sie entwickeln nach langen Erfahrungen manchmal eine Art von Abgeklärtheit, von einfühlsamer Gelassenheit, die an Weisheit grenzt und sie mit Wohlgefühl erfüllt."

Das ist die idealistische Seite. Dagegen stehen Gefühle von Neid, Traurigkeit und Langeweile. Es bleibt, so Kossendey, eine Leerstelle: Ständig seien die meisten hin und her gerissen. Das Politikerfrauendasein sei wie "eine halbe Blume, so eine durchgeschnittene Sonnenblume, wo die Hälfte fehlt".

Falls Hannelore Kohl das gleich so sah, wusste sie es gut zu überspielen. Sie richtete sich ein. "Anpassung" war für sie kein schlimmes Wort. Tatsächlich bleibt die Scheidungsrate bei Politikern unter dem Bundesdurchschnitt. Im offiziellen Handbuch des Bundestages bezeichneten sich 523 von insgesamt 669 Abgeordneten im vergangenen Jahr als verheiratet.

Offenbar wächst aber der Druck mit dem Aufstieg der Ehemänner. Bei den Ministern ist die Scheidungsrate höher. Im letzten Kabinett Kohl gab es bei den Ministerinnen und Ministern insgesamt fünf Scheidungen. Das jetzige Kabinett seines Nachfolgers Gerhard Schröder bringt es auf elf Scheidungen. Einer, Hans Eichel, lebt getrennt. Der Kanzler und der Vizekanzler, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, verzerren mit je drei Scheidungen die Statistik allerdings beträchtlich.

An Belegen für das Leiden der Frauen, die mit Spitzenpolitikern verheiratet sind oder waren, fehlt es nicht. Rut Brandt hatte sich vom Denken und Fühlen ihres Mannes immer ausgeschlossen gefühlt. Jutta Scharping beklagt, dass ihre Ehe nach 29 Jahren ins Leere gelaufen sei. Sie findet es "unmenschlich, wenn jemand nie mehr Zeit für Muße hat". Marianne Strauß, deren Unfalltod mit dem Auto auf freier Strecke Anlass für manche Spekulation war, sah es als ihre Pflicht an, "gusseisern freundlich" zu sein.

"Für eine Ehe ist Politik die Hölle", hat der heutige Bundeskanzler Schröder einmal Jutta Scharping gestanden, "Hillu macht mir auch oft Zoff."

So war es: Hiltrud Schröder, die Ehefrau des heutigen Kanzlers während seiner Ministerpräsidentenzeit in Hannover, rechnete in einem Buch mit ihrem Geschiedenen ab. Sie ließ die Öffentlichkeit wissen, "dass ein normales Familienleben nicht zu organisieren war und dass eine Politikerehe nur dann funktioniert, wenn die Politik für beide die gleiche Bedeutung hat".

Es war aber der frühere Abgeordnete Dieter Lattmann, Schriftsteller und SPD-Politiker, der die Folgen seines politischen Engagements für das Privatleben in seinem Buch "Die Einsamkeit des Politikers" am drastischsten formulierte, nachdem seine Frau in tiefe Depression versunken war, während er in Bonn Politik machte. "Wo gibt es einen Berufspolitiker, der nicht seinen nächsten Menschen auf unheimlich wirksame Weise misshandelt?", fragte Lattmann. "Abgeordnete üben diesen Beruf aus, in dem es mehr als auf alles andere auf Menschlichkeit ankommen sollte. Ihre Angehörigen aber behandeln sie unmenschlich. Und sich selber auch."

Die Kohls bekamen diese Entwicklung mit aller Brutalität zu spüren, als der CDU-Chef nach Bonn wechselte. Der lebenslustige Pfälzer veränderte sich schon rein körperlich auffallend. Er begann seinen Körper zum Schutzschild zu trimmen, indem er ihn mit gewaltigen Mahlzeiten verdickte. Sein Gesicht, bis dahin abweisend glatt, bekam Falten, seelische Narben von Niederlagen, Müdigkeit und Misstrauen.

Kohl isolierte sich, er begann, seine Einsamkeit zu stilisieren. Er bewegte sich, als ob er in einem Panzer steckte. Eine gewisse "Abhärtung", ja "Abstumpfung", hatte er sich in der Bundeshauptstadt antrainiert: "Hier ist die Luft eisenhaltig", lernte er. "Man muss einstecken können."

Müssen Politiker so sein? Schon Max Weber hatte in seiner berühmten Rede über Politik als Beruf 1919 vor den besonderen "Gefährdungen der Seele" durch die bloße Machtpolitik gewarnt. Hinter protzigen Gesten, so Weber, verberge sich nur allzu oft eine oberflächliche "Blasiertheit gegenüber dem Sinn menschlichen Handelns, welche keinerlei Verwandtschaft hat mit dem Wissen um die Tragik, in die Tun, zumal aber das politische Tun, in Wahrheit verflochten ist".

Die Rahmenbedingungen professionalisierter Politikerkarrieren von heute - Zeitknappheit und Termindruck, die häufige Trennung von Lebenspartnern, Familien- und Freundeskreis, die permanente Konkurrenz und der unaufhörliche Medienrummel - verstärken diese Gefährdungen. "Es stimmt ja nicht, dass sich in der Politik von Hause aus ein besonders windiger Menschenschlag tummele", sagte der SPD-Veteran Erhard Eppler: "Aber es stimmt, dass Menschen in der Politik noch rascher und gründlicher deformiert werden als anderswo, und zwar umso heilloser, je weniger sie dessen gewahr werden."

Wenige haben die "Gefährdungen der Seele", vor denen Weber warnte, so schmerzlich zu spüren bekommen wie Hannelore Kohl. Als ihr Mann in Bonn voll ins Getriebe der Macht geriet, rückte sie als seine Ehefrau völlig in den Hintergrund.

Es kam, wie Unionsabgeordnete erzählen, zu heftigen privaten Auseinandersetzungen. Sie selbst bekannte später: "In Bonn war ich doch am Anfang das blonde Dummchen vom Lande." In der Tat wurde sie in der Umgebung ihres Mannes oft "die Doofe" genannt, oder "die Mutter".

Sie zog sich nach Rheinland-Pfalz zurück, ihr Mann lebte zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Seeber und seiner Sekretärin und Vertrauten Juliane Weber in einer Art Wohngemeinschaft im Bonner Vorort Pech. Und obwohl Hannelore Kohl selbst demonstrativ mit Juliane Weber in den Urlaub fuhr, hielten sich in Bonn die Gerüchte; Kohls Freunde befürchteten, dass sie nicht mehr lange aus den Schlagzeilen zu halten sein würden. Hanns Martin Schleyer, Präsident der Arbeitgeberverbände, wurde deutlich: "Helmut, du musst das Zigeunerlager auflösen, samt der Marketenderin." Kohl hat ihm das nie vergessen.

Für Hannelore Kohl wurde das Bonner Leben zur Tortur. Die Presse, so empfand sie es, übernahm erbarmungslos alle Klischees. Sie fühlte sich "im Fadenkreuz der Medien", litt darunter, dass jedes Wort zitierfähig sein sollte und ärgerte sich über alles, was über sie in den Zeitungen stand. Es dauerte lange, bis sie spöttisch einer Journalistin der "Stuttgarter Zeitung" sagen konnte: "Ich weiß ja nun, dass wer nicht schlecht über mich schreibt, sich fast schon entschuldigen muss."

Dann wurde, am 1. Oktober 1982, Helmut Kohl doch noch Kanzler, und Hannelore Kohl musste ein Amt ausüben, das es gar nicht gibt, die Rolle der Kanzlergattin. "Sie wusste wie keine Zweite, was es bedeutet, die `Kanzlergattin` zu sein und einen Partner mit dem Land zu teilen", schrieb vergangene Woche Doris Schröder-Köpf. 16 Jahre lang habe Hannelore Kohl "kostenlos und fehlerlos" diese Rolle ausgeübt: "Auch dafür bewundere ich sie."

Für Hannelore Kohl begann, als ihr Mann im März 1983 durch einen grandiosen Wahlsieg im Kanzleramt bestätigt wurde, eine neue Phase. Einen Tag später feierte sie ihren 50. Geburtstag. Der Bundeskanzler umarmte seine Frau und stieß mit ihr "auf die nächsten 50 Jahre" an.

Das galt freilich seinen Leuten eher als Signal für seinen eigenen politischen Beharrungswillen denn als Wunsch für seine Frau. Hannelore Kohl nahm den Toast mit kühler Freundlichkeit zur Kenntnis. Ganz offenkundig hatte sie Abstand gewonnen, oder zumindest eine neue Fähigkeit entwickelt, ihre Gefühle nicht mehr öffentlich kundzutun. "Ich spiele meine Rolle an seiner Seite entweder schlecht, akzeptabel oder gut", erläuterte sie später der "Welt am Sonntag": "Es gibt nur diese drei Varianten. Und ich hoffe, ich mache es gut."

Sie sprach fast nur noch in kurzen, nichts sagenden Sätzen, freundlich und risikofrei. Über ihr Zusammenleben mit Helmut Kohl bekannte sie später - nicht ganz ernst gemeint: "Wir schweigen uns die ganze Zeit an." Nach außen hieß ihr Motto: "Da zu sein, Verständnis zu haben, sich zurückzunehmen." So vertrat sie "den, dessen Namen ich trage", glanzlos und bieder.

Helmut Kohl passte dieses neue Image seiner Frau vorzüglich ins Konzept der von ihm propagierten geistig-moralischen Wende. Mehr als die Kanzler selbst spiegeln ihre Ehefrauen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland den jeweiligen Zeitgeist wider. Mit Hannelore Kohl, die sich untadelig, aber konventionell kleidete, fast regungslos mit starrem Lächeln in die Kameras blickte und sich ergeben zwei Schritte hinter ihrem Mann bewegte, schien die Anknüpfung an Luise Erhard und Marie-Luise Kiesinger, die Kanzlerfrauen der sechziger Jahre, nahtlos zu gelingen. Die alljährlichen Ferienbilder vom Wolfgangsee hätten aus einem Heimatfilm der Adenauer-Zeit stammen können.

Besser konnte Kohl nicht signalisieren, dass die wilden Jahre der 68er Kulturrevolution, die sich im bescheidenen Umfang auch in den emanzipatorischen Auftritten der Ehefrauen sozialdemokratischer Kanzler widerspiegelten, überwunden sein sollten.

Rut Brandt hatte sich als Berlins Antwort auf Jackie Kennedy präsentiert, Loki Schmidt betonte ihre Eigenständigkeit von Ehemann Helmut durch botanische Fachkenntnisse und Hinweise auf ein eigenes Berufsleben.

Hannelore Kohl aber konzentrierte sich allein auf ihre Kinder und auf die Sozialarbeit. Alles andere wurde von der Politik aufgefressen. "Worauf ich wirklich stolz bin", vertraute sie später Freunden an, "ist, dass ich die beiden Kinder hochgebracht habe ohne den." Es gelang ihr, die Jungen aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, das erschien ihr umso wichtiger, als es während der Zeit des RAF-Terrorismus an Entführungsdrohungen nicht gefehlt hatte.

Über ihre Entwicklung sagte sie einmal: "Ich habe den einen Lebensabschnitt - als Mutter - erst beendet und dann den nächsten Schritt gemacht. Ich bin kein Hopsasa. Aber ich bin schneller geworden. Ich war früher nicht dümmer. Als ich hauptsächlich zu Hause war, hat man nur ein anderes Bild von mir gezeichnet."

Nun konzentrierte sie sich auf die Kranken mit Schäden am zentralen Nervensystem (ZNS), was zunächst nicht ohne Skepsis aufgenommen wurde. "Als ich meine Hilfsaktion für Unfallopfer gründete, hörte ich kritische Stimmen. Die --- S.78 fragten hochmütig: `Was will die denn hier bewirken?`"

Sie begann aber nicht als völlig Unerfahrene. Schon in Mainz hatte sie sich in einem Förderverein für ein Unfallkrankenhaus in Vallendar bei Koblenz engagiert. Dabei machte sie erste Erfahrungen mit hirnverletzten Opfern von Unfällen. Jetzt zeigte sie, was in ihr steckte an Intelligenz und Sprachgewandtheit. Als sie in Washington mit dem "International Service Award" ausgezeichnet wurde, dem "Oscar der Hilfsbereitschaft" für ihren Einsatz für die amerikanischen Soldaten und deren Familien in Deutschland, bedankte sich Hannelore Kohl in bestem Englisch.

Ihr Hauptaugenmerk aber galt dem Aufbau des Kuratoriums ZNS zur Hilfe von Menschen, deren zentrales Nervensystem durch Verletzungen beschädigt worden war. Das 1983 gegründete Kuratorium finanzierte dringend benötigte diagnostische und therapeutische Geräte und unterstützte den Aus- und Umbau neurologischer Rehabilitationskliniken.

Hannelore Kohl imponierte bald Fachleuten durch die Ernsthaftigkeit und das Geschick, mit dem sie auf diesem Gebiet agierte. Für fast 200 Kliniken sammelte sie bis Ende vergangenen Jahres insgesamt 36,9 Millionen Mark an Spendengeldern. Die Hälfte der Unfallopfer sind junge Menschen unter 25 Jahren und davon wieder 15 Prozent Kinder bis zum fünften Lebensjahr.

Und Hannelore Kohl ging ein wenig naiv und sehr charmant auf Betteltour. Einmal spendierte ihr ein Fabrikant einige Spezialbetten - die First Lady aus Oggersheim fuhr hin, die Medien im Schlepp, holte das Geschenk und merkte dann an: "Noch schöner wäre es allerdings, wenn es noch Bettzeug und -wäsche dazu gäbe." Am Ende musste der Spender auch den Transport übernehmen.

Je sichtbarer ihre eigenen Erfolge wurden, desto leichter fiel es ihr offenbar, sich hinter Helmut Kohl zu platzieren. Zu Hause war sie ohnehin Chef. Die Frau, die am liebsten Bauingenieurin, Statikerin oder Architektin geworden wäre und in der Schule die für Frauen ganz untypischen Fächer Mathematik und Physik liebte, war eine gute Heimwerkerin:

"Ich mache Ihnen eine Lüsterklemme an die Lampe. Ich erde Ihnen auch eine Leitung. Ich habe für unser Haus in Oggersheim einen Schaltplan angefertigt für drei Stromkreise. Es kam immer vor, dass die Sicherungen herausflogen, wenn das Fernsehen bei uns seine Lampen anschloss. Jetzt kommt jeder Techniker zurecht."

Wenn das Fernsehen dann filmen konnte, war nicht sie der Star. "Der auslösende Faktor für meine hohe Bekanntheit bin schließlich nicht ich, sondern mein Mann", dabei blieb sie. Sie gab die mustergültige Ehefrau, auch wenn der Job ihres Mannes ihre Gesundheit belastete. Nach Wahlkampfreisen litt sie häufig unter Sehnenscheidenentzündung an der rechten Hand, ihre schmalen Gelenke waren dem vielen Händedrücken nicht gewachsen, sie musste sogar daran operiert werden.

Als Helmut Kohl in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Berliner Reichstag die Wiedervereinigung feierte, da stand eine richtig bewegte Ehefrau Hannelore daneben, die den Stolz ihres Mannes teilte: "Das sind die Augenblicke, die nur durch die Politik möglich sind, bei denen dann das Herz vor Freude doppelt so schnell schlägt."

Für Familienleben freilich hatte der "Kanzler der Einheit", der sein Leben und seine Tätigkeit zunehmend mehr im Geschichtsbuch als im Alltag sah, danach noch viel weniger Zeit.

Hannelore Kohl bemerkte es mit zunehmender Verbitterung. Man müsse "vor allem warten können", gestand sie 1992 der ZDF-Reporterin Barbara Friedrichs. Aber nach "vier, fünf Stunden echten Wartens" könne man nur noch von einem Hund verlangen, dass er sich immer noch freut. Bitter fügte sie hinzu: "Ich habe von unserem Hund gelernt."

Wenig später begann ihre Krankheit. Ein geplantes großes Festessen zu ihrem 60. Geburtstag wurde abgesagt, weil sie 1993 nach einer Grippe-Infektion und schwerer Penicillin-Allergie im Ludwigshafener Krankenhaus lag. Schon als junge Frau hatte sie offenbar einmal unter dieser Allergie gegen die Ultraviolettstrahlungen im Sonnenlicht gelitten, damals sei sie aber geheilt worden, heißt es im Kreise ihrer Bekannten.

Nun erzählte sie "Bild": "Diese Allergie war furchtbar, überall Entzündungen der Haut, alles geschwollen, ich hatte schlimme Schmerzen, im Krankenhaus habe ich sofort Infusionen und starke Medikamente bekommen." Sie konnte kaum schlafen, nicht essen und hatte schwere Kreislaufprobleme. Nach einer Kur erholte sie sich zwar zunächst wieder und begann sich durch Arbeit abzulenken, aber wirkliche Besserung stellte sich nicht ein.

"Anfangs musste sie nur direktes Sonnenlicht meiden", erinnert sich Hannelore Moos, die seit 1985 Hannelore Kohls Sekretärin im Konrad-Adenauer-Haus war und ihrer Chefin später zum ZNS-Kuratorium folgte, als der Alt-Kanzler als Parteivorsitzender aufgab. Ließ sich Sonnenlicht, beispielsweise bei einem Staatsbesuch, nicht vermeiden, dann nahm Hannelore Kohl vorbeugend Kortison.

Die Allergie äußerte sich durch Hautprobleme, vor allem aber Atemnot: "Sie bekam keine Luft mehr, alles schwoll an", berichtet Moos. Und in den letzten zwölf Monaten verschlechterte sich der Zustand dramatisch: "Zum Schluss vertrug sie keinerlei Strahlen mehr, konnte nicht einmal fernsehen."

Die Verbannung in die Dunkelheit des Oggersheimer Bunkers muss verheerend auf das Gemüt dieser Frau gewirkt haben, die immer gelächelt hatte, auch wenn es in Krisenzeiten der Kohl-Regierung hin und wieder ein eher maskenhaftes Lächeln war.

Seit Hippokrates ist bekannt, wie Kälte und fehlendes Licht auf die Stimmung drücken. Als "SAD(Seasonal affective disorder)-Syndrom beschreiben Psychiater heute das Leid jener Patienten, die ernsthaft depressiv werden. Epidemiologische Untersuchungen in den USA zeigen, dass rund 4 bis 13 Prozent der Bevölkerung zeitweilig, vor allem im Winter, SADkrank sind.

Häufig haben die Erkrankten auch ein Mischbild verschiedener depressiver Erkrankungen: Manche wirken verstimmt, bedrückt, wie zerschlagen - andere sind völlig antriebslos, liegen am liebsten im Bett und ziehen die Gardinen zu.

Helmut Kohl trug sich anfangs, nach Ausbruch der Krankheit seiner Frau 1993, ganz offenkundig mit dem Gedanken, die Politik aufzugeben. Er wirkte, wie Beobachter in Bonn registrierten, zeitweilig müde und lustlos und entschied sich erst zögernd zur Wiederwahl 1994, die knapp genug ausging.

Die Politik ließ ihn auch danach nicht los. Die Vorstellung, in Oggersheim neben seiner kranken Frau zu sitzen, schien ihm im Vergleich zu den öffentlichen Aufgaben, auf die er sich berief, wohl doch zu unattraktiv.

Daheim, das waren für die Kohls seit 30 Jahren die gepflegten Straßenzüge Oggersheims zwischen Schiller- und Marbacher Straße, die die Einheimischen "Goldstaubviertel" nennen.

In der Siedlung, die sich zwischen freiem Feld und Hochspannungsmasten ersteckt, riecht es ein wenig nach verblasstem Wirtschaftswunder. Hinter den Villen aus weißen Klinkersteinen wässern Familienväter den Rasen, Hausfrauen bestücken Wäschespinnen. Und am Horizont ragen die Plattenbauten und Chemie-Schornsteine Ludwigshafens in den Himmel - Schauplatz des öffentlichen Endes einer vermeintlich privaten Frau.

Die Oggersheimer glaubten stets mehr zu wissen über das Eheleben der Kohls, als durch die Medien bekannt wurde. Pries der Kanzler auf Parteitagen den hohen Wert der "Familie", schüttelte manch einer vor Ort den Kopf. Die Bäckerei Kudraß, in der Oggersheimer Schillerstraße, drei Gehminuten vom Bungalow der Kohls entfernt, ist eine der heimlichen Informationsbörsen, aus denen sich die Neugierde der 15 000 Einwohner in dem Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim bisweilen nährt.

Hier wird beim Kauf von Brötchen und Kuchen mit allem gehandelt: Affären, die er gehabt habe, Affären, die sie gehabt habe, Schmutz eben, eine Menge Schmutz.

Die Alternative dazu hieß für Helmut Kohl Berlin - Umzug, neues Kanzleramt, vergrößertes Europa. Kein Wunder, dass er sich, trotz negativer Meinungsumfragen und hartnäckiger Warnungen seines damals noch engsten politischen Freundes Wolfgang Schäuble, 1998 noch einmal zur Wahl stellte. Diesmal verlor er.

Hannelore Kohl hatte ihn mit öffentlichen Auftritten und Reden noch einmal loyal zu unterstützen versucht, doch wirkte sie nicht allzu enttäuscht, als alles vorbei war. Nach den Strapazen des Wahlkampfes habe sie erst mal ausgeschlafen, ließ sie wissen.

Die Zukunft sah sie positiv. Was sie denn tun würde, wenn Helmut Kohl die Wahl verlöre, hatte sie der SPIEGEL gefragt. Hannelore Kohl: "Machen Sie sich mal keine Sorgen, das schaffen wir schon. Dann werden wir uns auf einen Bauernhof zurückziehen, da kommen wir durch."

Doch nachdem der Ex-Kanzler sich ausgiebig nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als historischer Staatsmann hatte feiern lassen, brach die Parteispendenaffäre über ihn herein, und noch einmal nahm er die Solidarität und Loyalität seiner hinter dunklen Jalousien in Oggersheim ausharrenden Ehefrau in Anspruch. Das ungeliebte Haus wurde mit Hypotheken belastet, um die Strafe abzutragen, die der CDU durch die kriminellen Aktionen ihres inzwischen abgesetzten Ehrenvorsitzenden auferlegt worden waren. Wie Helmut Kohl zeichnete auch Hannelore Kohl 250 000 Mark.

In seinem Tagebuch notierte Helmut Kohl am 3. Januar 2000: "Die Bonner Staatsanwaltschaft eröffnet ein Ermittlungsverfahren gegen mich; der Beschluss wird mir zugestellt. Damit habe ich gerechnet. Für meine Frau ist das Ganze ein Schock. Auch meine Kinder und ihre Familien sind sehr betroffen. Sie müssen erleben, wie sehr sie in ihrem persönlichen und beruflichen Alltag durch den Namen Kohl jetzt negativ abgestempelt sind. Während die Einrichtung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses noch als Plattform der politischen Auseinandersetzung gelten mochte, hat diese öffentliche Erklärung der Staatsanwaltschaft viel gravierendere Wirkungen und stellt mich und meine Familie vor stärkere psychische Probleme."

Für Hannelore Kohl waren die Schicksalsschläge damit nicht zu Ende. Es begannen die Spekulationen darüber, dass auch ihr Lebenswerk, das Kuratorium ZNS, das bis Ende 2000 fast 40 Millionen Mark für Hirnverletzte gesammelt hatte, benutzt worden sein könnte, um CDU-Spenden zu waschen. Die Wohltäterin war zutiefst verletzt. Und geradezu panisch machte sie die Vorstellung, Staatsanwälte könnten wegen der Spendenaffäre zu einer Hausdurchsuchung anrücken. Helmut Kohl klagte vor Vertrauten: "Ich fürchte, meine Frau steht das nicht durch."

Denn die war ja längst auch körperlich geschwächt und labil.

Enge Mitarbeiter berichten, sie sei dennoch bis zuletzt kämpferisch gewesen. Die letzte Vorstandssitzung des Kuratoriums ZNS habe sie, sagt Vizepräsident Coordt von Mannstein, "über mehrere Stunden äußerst konzentriert geleitet". Erst als die Sitzung vorbei war, habe sie Emotionen zugelassen. "Da hat sie ihr Leid geklagt", sagt Mannstein, "da gab sie zu, dass es ihr immer schlechter ging."

Auch vor den 35 Mitgliedern des ZNS-Beirats wollte sie sich keine Blöße geben. Sie konnte sich so gut verstellen, dass "wir die Dramatik ihrer Krankheit unterschätzt haben", sagt Beiratsmitglied Erwin Radek. Aber irgendwann, berichtet Paul Walter Schönle, Ärztlicher Leiter der Kliniken Schmieder in Allensbach, "habe ich gemerkt, wie tief sie davon getroffen war, nicht mehr unter Leute zu können". In einem Gespräch sei sie den "Tränen nahe gewesen", er habe sie "am liebsten in den Arm nehmen wollen".

Ihre Krankheit begann sie aufzufressen. Medizinisch hat sie alles ausprobiert, um mit ihr fertig zu werden, suchte auch Experten im Ausland auf - und wurde jedes Mal enttäuscht. Nichts half. Und so wurde das letzte Interview der Hannelore Kohl, ein Gespräch mit der "Welt am Sonntag" am 1. April 2001, zur logistischen Schwerstarbeit. In einer abgedunkelten Limousine wurde sie nach Bonn gefahren; zum Schutz vor aufgeblendeten Scheinwerfern trug die Passagierin eine Sonnenbrille. In Bonn, im Maritim-Hotel, waren die Fenster mit dunklen Tüchern verhängt und matte Dimmbirnen in die Lampen geschraubt worden.

Noch am Montag voriger Woche telefonierte Hannelore Kohl mit ihrer Interviewerin. Zuletzt sagte sie, sie wolle sich wieder melden - dazu kam es nicht mehr. "Am Ende war einfach die Kraft nicht mehr da weiterzumachen", vermutet die Sekretärin Moos. Doch wenn Hannelore Kohl Depressionen gehabt haben sollte, dann ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken. "Sie war so diszipliniert wie immer."

Trotzdem - im Hause der Kohls in Oggersheim begann die Szenerie gespenstisch zu werden. Tagsüber mussten die Rollläden heruntergelassen werden, Hannelore Kohl saß in einer dunklen Schwermutshöhle. Nur nachts konnte sie auf die Straße, am Tag trug sie manchmal eine Augenbinde.

Dass ihr Zustand in Wahrheit längst katastrophal war, wurde allen im Umfeld der Familie klar. Als ihr Sohn Peter Ende Mai in der sonnigen Türkei heiratete, saß Hannelore Kohl allein hinter den Jalousien des Bunkers von Oggersheim.

"Ich verbrenne von innen", sagte sie einer Freundin. Eine andere berichtete: "Ich habe sie gesehen: Sie hatte eine Babyhaut, eine Porzellanhaut, sie war eine Schönheit. Die Krankheit ist bei ihr nach innen gewachsen, aber das ist noch viel schlimmer, als wenn es die äußerliche Variante gewesen wäre. Diese Form war nicht heilbar."

Schmerzen habe sie gehabt, unendlich viele Schmerzen. Und Tabletten hat sie dagegen geschluckt, unendlich viele.

Und doch haben die Menschen, die Hannelore Kohl nahe waren, nicht mit einem Selbstmord gerechnet. "Am Montag hatte Frau Kohl noch angerufen und einen Termin für die kommende Woche abgesprochen, das Hotelzimmer war schon bestellt", erzählt ihre Sekretärin, "ich sollte Briefe vorbereiten, sie wollte ihre Post fertig machen, ehe sie mit ihrem Mann für vier Wochen nach Sankt Gilgen in den Urlaub fahren wollte."

Hannelore Kohl, so blieb es bis zum Ende, war eine Frau der Widersprüche. Eine eben, die in der Schule die Fächer Mathematik und Physik geliebt hatte - und dann doch das Frauenbild einer Generation dadurch prägte, dass sie immer still im Hintergrund blieb. Eine disziplinierte, pflichtbewusste Frau, die gleichwohl mit ihren Freundinnen kicherte und gluckste, wenn Fremde sagten, sie sehe aber aus wie die Frau vom Kohl. Eine penible Frau, die den Bürgermeister ihres Kurorts Bad Wiessee auf jede demolierte Bank hinwies - und manchmal auch eine Diva, die in Frankfurt nach Geschäftsschluss Kleider einkaufen wollte.

Darum überrascht es auch nicht, dass die Menschen, die in ihren letzten Tagen an der Seite Hannelore Kohls waren, unterschiedliche Bilder malen; sie können die eine Episode nicht ohne Brüche mit der nächsten zusammenführen.

Mitte der vorvergangenen Woche erschien Hannelore Kohl beispielsweise im Restaurant "Oggersheimer Hof", begleitet von einem Freund. Sie trug ein Kopftuch, einen Schleier, eine Sonnenbrille, alles also wie immer, wenn sie in der Dämmerung unterwegs war. Sie setzte sich draußen im Biergarten an einen Holztisch mit Blümchendecke und trank Diabetiker-Fruchtsaft, auch das war wie immer. Doch dann wurde das Gespräch laut, schnell war es ein "Wortgefecht", und nach einer halben Stunde sprangen die beiden Gäste auf. Und sie hastete zu Fuß davon.

Drei Tage später, am Samstag, dem 30. Juni, saß das Ehepaar Kohl fröhlich beisammen. Helmut Kohl hatte im "Deidesheimer Hof" in Deidesheim an der Weinstraße einen Tisch für vier Personen reservieren lassen. Das Gasthaus hat für die Kohls eine ziemlich große Bedeutung: Hier, auf dem Höhepunkt seines politischen Erfolgs, speisten schon 1989 die Ehepaare Kohl und Gorbatschow.

Der Alt-Kanzler erschien kurz nach 20 Uhr zusammen mit Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel und Anton Pfeiffer, dem einstigen Staatsminister im Kanzleramt. Die Herren orderten Riesling und Matjes und begannen mit dem Essen. Gegen 22.30 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit, kam Hannelore Kohl hinzu. Sie ließ sich alkoholfreies Bier servieren und wählte als Hauptgang Zanderfilet auf Pfifferlingslauch mit Kartoffel-Gnocchi, dazu Mineralwasser.

Gastronom Manfred Schwarz fiel besonders die "sehr gelöste Stimmung" der Hannelore Kohl auf. Nach dem Essen habe sie noch mit dem Personal gescherzt, was sie, so Schwarz, "sonst nicht tat". Erst nach ein Uhr beglichen die Gäste die Rechnung in bar und traten in getrennten Limousinen den Heimweg an.

Und nur eine Woche später sprachen alle Menschen in Oggersheim über die Rätsel dieses Selbstmordes. Warum habe die 68-jährige Frau ihren Tod gerade so inszeniert, im Schlafzimmer des Familienhauses?

Jedem Selbstmord geht ein langer Prozess von Frustrationen voraus, die das Opfer nicht mehr in den Griff bekommt. Aggressionen können nicht mehr nach außen abgelassen werden - und dann richtet der oder die Lebensmüde diese Aggressionen schließlich gegen sich selbst.

Ein Suizid innerhalb einer Ehe hat zwei Opfer: Der Überlebende bleibt zurück, gleichsam bestraft - und ohnmächtig mit all seinen Schuldgefühlen und ohne die Möglichkeit, je wieder mit der Verstorbenen sprechen zu können.

Zur "Auffindesituation" am Tatort halten sich Staatsanwaltschaft und Polizei bedeckt. Hannelore Kohl hat im Bett gelegen, heißt es, und sie hatte in ihrer unmittelbaren Nähe einen ersten Abschiedsbrief platziert. Das weiße Din-A4-Blatt trug keine persönliche Anrede und sei, so Ermittler, "neutral" an diejenige, unbestimmte Person gerichtet gewesen, die den Raum zuerst betreten würde.

Alles habe, so ein Fahnder, "gewirkt, als hätte jemand sein Leben wohl geordnet verlassen wollen". Die einzelnen Umstände ließen auf einen "lange durchdachten, durchlebten Plan" schließen, während der Tod nach außen hin in aller Stille eintreten und "nicht demonstrativ brutal" erscheinen sollte. An die Tür hatte Hannelore Kohl einen gelben Zettel geklebt: "Bin spät ins Bett gegangen. Bitte nicht stören.

"Möchte länger schlafen", soll darauf gestanden haben.

Auf dem Nachttisch, so sagt ein Ermittler, habe ein Gefäß mit einer gelben Pampe gestanden, einem Cocktail aus aufgelösten Tabletten. Die Rede ist von "richtigen Hämmern", unter anderem Morphium und Nandrolon, und dieses Gebräu habe Hannelore Kohl mit einem Strohhalm aufgesogen.

Rein kriminalistisch blieben keine Fragen offen. Die Abschiedsbriefe wurden von der Kriminalpolizei mit digitalen Kameras fotografiert und im Ludwigshafener Präsidium unter Verschluss genommen. Dort liegt auch das Videoband, auf dem die Szenerie im Hause Kohl dokumentiert ist.

Noch am Donnerstagnachmittag legte die Staatsanwaltschaft Frankenthal das "Todesermittlungsverfahren zum Nachteil der Kohl, Hannelore" zu den Akten. Tags darauf, am Freitag um 12.48 Uhr, erschien ein silbergrauer Leichenwagen in der Marbacher Straße.

"So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein", hat Hannelore Kohl einmal gesagt. Jetzt hat sie es hinter sich. Und Kardinal Karl Lehmann hebt in seinem Kondolenzbrief nicht nur ihre Verdienste um Unfallopfer hervor, sondern auch, dass sie ihrem Mann zur Seite stand. "Auch wenn man nicht viel darüber spricht, so ist dieser Dienst der Ehefrauen der verantwortlichen Politiker nach innen und nach außen von größter Bedeutung und wird vielfach unterschätzt."

Wie sehr, das wird Helmut Kohl jetzt erleben.

KLAUS BRINKBÄUMER, ALMUT HIELSCHER, CARSTEN HOLM, JÜRGEN LEINEMANN, UDO LUDWIG, HARTMUT PALMER, SVEN RÖBEL, RÜDIGER SCHEIDGES, BARBARA SCHMID, WILFRIED VOIGT
Juttol
Dein Versuch, Deine Beiträge als Ergänzungselemente zur Objektivierung s.g "lancierter" Absichten darzustellen, kommt dem hilflosen Versuch eines Anziehens des Schafspelzes durch den Wolf gleich. Lächerlich!
Deine Intension ist untrüglich motiviert durch eine Aversion gegen Helmut Kohl. Die Ohnmacht Deines persönlichen Stellenwertes läßt Dir nur die Chance über die Denunziation, durch subtile und pseudoobjektive
Provokationen.
Es ist wie es ist, eine exhibitionistische Masturbation auf Kosten anderer!
Der Wolf im Schafspelz


Ein junger Wolf, ja wohl war er noch jung,
Doch überklug in seiner Einbildung,
Sprach zu sich selbst: die Schafe fliehn uns Wölfe;
Wenn du sie haschen willst, so mache dich zum Schaf.
Gesagt, getan. Er fraß das erste, das er traf,
Und hüllte sich in seine Schelfe.
So zog er durch den Wald. Sein eigener Papa
Ward ihn gewahr. Durch sein Gewand getäuschet
Sprang er herbei, und eh er sichs versah,
Biß er den Kopf ihm ab. Er war schon halb zerfleischet,
Als er die List entdeckt. Was, ungeratner Sohn,
Rief er, du wolltest mich belügen?
Doch du verdienest deinen Lohn;
Der Mensch nur hat das Recht, im Schafspelz zu betrügen.
@raili
Du drückst Dich ein bissel kompliziert aus, aber wenn ich Dich richtig verstehe, meinst Du, hinter allem steht nur Abneigung gegen Helmut Kohl...??!!!??

nee, neee, so einfach isses nich, raili,
sagt der Molch
Gemach, gemach, so sprach das Schaf,
welches den Wolf im Pelz erkannte,
was laßt Ihr Euch allesamt vom Wolfe verspeisen,
geht, holt den Charly vom Tierischen Kurier,
der schreibt´nen Artikel über´n Wolf
das wird das ärgste Tier zerreisen,
pass´ auf du, Wolf, jetzt werden wir zum Tier,
sprach´s und schrieb an seiner Rede,
welche ungeschönt den Wolf enttarnt,
der informierte Redakteur nun den Fall noch drehte,
so dass in ihm alle männl. Tiere als Mörder erkannt,
was Regierungshilfen für die Schafe mit sich brachte,
man mittels Zäunen und Geldmittel an Schutz gedachte,
die Wölfe waren alsbald fertig

Oh, Schafe, obgleich ein paar Opfer Ihr hier beklagt,
der Ertrag der Kampagne in Euro überragt

All das, was Ihr an selischen Schäden habt erduldet,
wurdet nun reich und moralisch gut und das eigentlich ganz unverschuldet

--------

das ist ein kurz hingeworfenes Gedicht, was darauf hindeuten soll, dass es über die Presse auch Umkehrungen von Belastungssituationen gibt
Habicht und Fuchs

Der Gockel bläst zum Großalarm.
Er kräht die Stimme heiser.
Doch auf der ganzen Hühnerfarm
wird es kein bißchen leiser.

"Seid endlich mucks- und mäuschenstill!
Gebt acht auf eure Küken.
Ein Habicht kreist. Ein Habicht will
ein Hähnchen-klein verdrücken!"

Das hat die Hennen aufgeschreckt.
Sie stürzen zu den Zäunen,
wo ihre Kinder gut versteckt
und unbekümmert streunen.

"Ihr flieht sofort ins Hühnerhaus.
Befehl von eurem Vater.
Den führt ihr augenblicklich aus.
Und bitte kein Theater."

Der Habicht macht auf Überfall.
Das sammelt das Zerstreute.
Der Fuchs sitzt schon im Hühnerstall
und wartet auf die Beute.

Geteilt wird nachher brüderlich.
Der Raubzug reicht für beide.
"Ein Hühnchen, du, ein Hühnchen, ich."
Dann suchen sie das Weite.

oder
"Nachtigal, ick hör` Dir trappsen!"
Hallo raila,

ich vermag den Bezug zum Thema nicht mehr zu knüpfen und über die Kohls dichten steht jetzt nicht an

Gruss Juttol
Zur Erinnerung:

"Jede, auf eine individuelle Diskreditierung ausgerichtete Spekulation, die in ihrer Zugangsvoraussetzung nicht den absoluten Respekt gegenüber dem betr. Individuum zum Ausdruck bringt, ist als vorsätzliche Denunziation
anzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Spekulation als unwahr herausstellt, wird rücksichtslos vernachlässigt. Es betrifft einen ja nicht selbst, im Gegenteil: Je wilder die Spekuklation, desto mehr Zuhörer
(INDIVIDUELLE AUFMERKSAMKEIT) bekommt der Spekulant! Die Einstellung dieser Personen mit einer solchen charakterlichen Mißbildung, ist offensiv und mit Nachdruck bloßzustellen. Sie befördern mit ihrer
respektlosen und intoleranten Eigenart, die Verrohung der Gesellschaft. Diese Einstellungen sind als soziale Karzinome anzusehen! Wenn man sich die heutigen medialen Metastasen vor Augen hält, wird es höchste Zeit,
diese Mißbildungen einer Therapie zuzuführen."
Denunziation
exhibitionistische Masturbation
Ohnmacht
Mißbildung
Karzinom
Metastase


Das sind ja alles keine schönen Bilder, die du da aufbereitest. Wenn du wenigstens mal einen Bezug auf den thread herstellen würdest, der sich sprachlich nicht wiederholt. Deine bisherigen Argumente habe ich ja tw. verstanden und billige sie ebenfalls tw. .....offen bleibt aber doch, was dein eigenes Motiv hinter dieser Begriffsrüstung ist. Das mag ich nicht ganz erkennen.
Vor allem gehst du auch wenig auf die Texte selbst ein oder auf andere Argumente im thread. Immerhin wurde ja jetzt schon herausgestellt, daß immer jemand Meinungspolitik um einen Sachverhalt betreibt. Dein Ansatz suggeriert ja, man müsse auf eine weitere Aufarbeitung verzichten, was dann eben nur ausgewählten und einzelnen Köpfen das Meinungsterrain eröffnet. Das kannst du auch nicht meinen. Du musst dir überlegen, was dann für Probleme gegeben wären.
und irgendwie fehlt einfach bislang dein herausgearbeiter Bezug zu Kohl
Es geht weniger um meine, als um Deine Fassade!

Kosmisches Bewusstseins (subtil und kausal)

Der Durchbruch zum kosmischen Bewusstsein kann sich allmählich vollziehen oder plötzlich ereignen. Es ist die Ebene, in der mystische Erlebnisse stattfinden, die feinstoffliche Welt mit ihren subtilen
Schwingungen (subtiles Bewusstsein) aufleuchtet und der Ursprung der Erscheinungen und Ausformungen des Universums transparent wird, sodass die Schöpfung selbst, jenseits der Zeit- und Raumachse, in
ihrer Potentialität von Entstehen und Vergehen (kausales Bewusstsein) geschaut werden kann.

Mit subtil werden Prozesse bezeichnet, die einfach feiner und subtiler sind als das grobe gewöhnliche Wachbewusstsein. Sie finden immer statt, doch nun hat der Schüler durch die Vertiefung seines spirituellen
Weges dazu Zugang und kann sie bewusst erleben und handhaben:

Hierzu zählen innere Licht- und Klangerfahrungen, archetypische Formen und Muster, außerordentlich subtile Seligkeitsströmungen und Kognitionen (Shabd, Nª da), erweiterte affektive
Zustände der Liebe und des Mitleids sowie subtilere pathologische Zustände, die man nur als kosmischen Schrecken, kosmisches Böses oder kosmisches Grauen bezeichnen kann. (Wilber, S. 273)

Das Bewusstsein bricht vollends auf und ist nun in der Lage, die feinstofflichen Energien in den Lebensvollzug einzubauen. Die sinnliche Wahrnehmung wird durch parapsychische Vorgänge erweitert. Spontan
treten Hellsehen, Präkognition, Telepathie und Psychokinese auf. Die verschiedenen Ebenen der Realität, die grobstoffliche und die feinstoffliche können geschaut werden. Das führt zu sonderbaren
Wahrnehmungen. Die atmosphärische Hülle von Gegenständen und Personen kann gesehen werden, auch Schicksalsentwicklungen, Charakterzüge und Eigenschaften einer anderen Person schließen sich auf.

Wenn wir im Normalbewusstseinszustand das Explizite, die feste Form und Beschaffenheit vor uns haben, so geht nun unser Erfassen tiefer, in das Implizite, die Welt der Schwingungen, Atmosphären und
Energien. Nicht, dass das Andere verschwindet, sondern in ihm und um es herum tut sich diese andere Ebene der Wirklichkeit auf, sodass ein Hin- und Herpendeln, wie von einem Aggregatszustand zum
anderen, möglich wird.

Nach Bucke weist das kosmische Bewusstsein folgende Merkmale auf: Erfahrung des inneren Lichtes, euphorischen Überschwang der Gefühle, Erleuchtung und Erkenntnis, Innewerden der eigenen
Unsterblichkeit, Schwinden der Todesfurcht, Aufhebung der Sündenlast, Bereicherung der Persönlichkeit durch Anmut und Harmonie und physiognomische Verklärung.

Im inneren Licht offenbart sich das transpersonale Selbst. Es kann sich in unterschiedlichen Formen, Farben und Tönen zeigen und kann gleichzeitig frei davon sein. Muktananda (1986, S. 170) überbringt in
seiner Autobiographie "Spiel des Bewusstsein" authentisch die Erfahrung des inneren Lichts, das sich zur "Blauen Perle", dem Symbol des Höheren Selbst im Siddha Yoga, steigert und verdichtet:

"Ich sah die dochtlose Flamme stets vor mir und war ständig von Seligkeit erfüllt... Ich sah weiterhin die göttliche Flamme, und als ich mich in sie vertiefte, erschienen andere Formen in ihr,
jede Form im Inneren der vorhergehenden: zuerst die rote Aura, dann die weiße Flamme, dann das schwarze Licht und schließlich die Blaue Perle. Als ich durch all diese verschiedenen Stufen
ging und weiter fortschritt, steigerten sich meine Freude und Ekstase immer mehr. Ich war dabei, eine neue Art von Seligkeit zu erleben. Ich hatte häufig Visionen, die völlig echt waren. Als ich
die Blaue Perle sah, änderten sich der Zustand meines Körpers und Geistes und mein Verständnis allmählich. Ich hatte immer größere Freude an mir und war voll reiner und edler Gefühle."


Im Klartext:
Durch Deinen Pseudoobjektivismus attackierst Du nicht nur grundsätzlich die Sensibilität zur Akzeptanz einer Intimsphäre, sondern Du schädigst auch nachhaltig die Entwicklungsgrundlage für eine solche!
dein letzter Satz ist der einzige, dem ich - allerdings wieder nur abgewandelt und besser in ein breiteres Spektrum: also ohne "Du-"Bezug - integriert noch etwas an Erkenntnisfähigkeit abgewinnen kann.

Zum Rest sage ich nur: ach so! Das Esoterische liegt mir nicht so und ist auch in keinem Fall eine annehmbare Ebene für unseren Ausgangsfall----da vertust du dich.
Wenn dem so ist,...

dann dürfte man Dich (mit allem Respekt) als soziologischen Blindgänger charakterisieren.

Das hingegen, würden Dich in Deiner Intention exkulpieren, die Konsequenz Deiner Handlungen keineswegs!
sprichst du jetzt im Normalbewußsteinszustand oder bereits im kosmischen Bewußtsein?

Wenn ich ein Blindgänger bin, so nehme ich an, du könntest mir ein inneres Licht anzeigen oder anzeigen lassen helfen, das mich zu meinem transzendentalen Selbst führen wird? Befreit von allzu menschlichen subtilen Bösartigkeiten , wie sichtlich allzu gerne auch von dir ausgetauscht?
Etwas ähnliches hatte ich schon erwartet.

Auf die Konfusion folgt die Aroganz. Das ist typisch für "Klugscheißer", verstehst Du wenigstens das?

Ich sprach nicht von einem "Blindgänger", sondern von einem SOZIOLOGISCHEN Blindgänger. Soviel Zeit muß sein, für die Differenzierung!

Was Du vorhast, mit tendenziösen Rezitaten, "aufgelockert" mit respektlosen Faseleien die die Intimsphäre einer Person tangieren, ist unverantwortlich und verwerflich!
@raila
Ich sehe, daß Du ungemein viele Fremdwörter beherrschst und ich bewundere Dich natürlich sehr dafür.
Aber könntest Du vielleicht beim Thema bleiben und Dich dabei einigermaßen allgemeinverständlich ausdrücken??

Ein schlichtes Danke
vom Molch
raila, ich ahne, dass wir uns niemals im selben Zustand befinden werden. Das dauert mich aber nicht. Ich glaube nicht, dass ich da hin will, wo du erkennbar auch nicht bist. Es wäre dir gar nicht zu wünschen.

Ich glaube, dass (d)eine echte Befreiung nicht über den Weg dieser Lektüre erfolgt. Im Gegenteil, ich sehe sie als Grund zur Vertiefung der belastung, die aus deinen useligen Bildern nur allzu deutlich herausscheint.

Aber, verdammt nochmal, was hat dies in diesem Thread zu tun. Ich wollte hier etwas Entlastendes für die belastete Frau Kohl und sei es als ex-post-Erörterung, die schwierige Bedingungen verstehend aufnimmt!
@Juttol

Nur mal so ein Gedanke (hat natürlich nix mit User raila zu tun): Vielleicht sollte man nicht auf jeden Quatsch eingehen?
fragt sich der Molch
hallo boersenmolch, das läuft neben der Börse (und die ist nun rum, Zeit, was anders zu tun), aber du hast recht. Immerhin war es doch gut, mit raila auch mal in ihr Hinterstes geblickt zu haben.
Mach doch nicht so 4.klassige Konzessionen!

Alleine auf dieser Seite

"ich vermag den Bezug zum Thema nicht mehr zu knüpfen und über die Kohls ..."
Gruss Juttol
"und irgendwie fehlt einfach bislang dein herausgearbeiter Bezug zu Kohl"

zeigst Du eindeutig Deine Zielrichtung!

Mit welcher Zugangssicherheit Du von einem Dir intellektuell benachteiligten Gegenüber ausgehen mußt, ist ziemlich eindeutig. Ich vermute, dass Du mindestens über eine journalistische Grundausbildung verfügts!
es gibt schon Artikel von mir.....nur, ich frage mich, was hat dies.....und deine jetzige Argumentationsweise für Nutzen für dich?
raila, können wir uns denn mal irgendwo treffen, ich meine, was Ansichten angeht. Es macht keinen Spaß, immer nur zu posten, dass ein anderer falsch sieht. Oder anerkennen, dass wir uns nicht verständigen können?
Gruß Juttol
Juttol

Über Deine Probleme solltest Du mit einem Fachmann/Fachfrau sprechen. Es gibt sie sicherlich in Deiner unmittelbaren Umgebung! Genier Dich nicht und versuchs einfach mal!

Was meinen "Nutzen" anbelangt: Der ist weder existent noch relevant!
Hallo raila,

das betrachte ich vorläufig als finale Einwilligung darüber, dass wir uns nicht verständigen können und in dieser Form erst gar nicht sollten.
In diesem Sinne erkläre ich diesen Gesprächszweig von meiner Seite her in MEINEM thread für beendet.

Vielen herzlichen Dank, raila

Es gibt so einen Satz, der wohl auch aus der Esoterikecke kommt: es ist alles noch einmal anders. Dies sage ich dir in wohlwollender Absicht mit Bezug auf einen früheren Beitrag von dir, der dir selbst auch den Absprung erlauben soll

Gruss Juttol
Wenn Du Dich zurückziehen möchtest, so sei es Dir nach einem wahrscheinlich wieder depremierend verlaufenen Arbeitstag(oder nicht?) an der Börse gegönnt!

Für meinen Teil, verbleibe ich noch etwas in "Deinen" thread. Man kann ja nie wissen!
finde ich süß, die Antwort.
mach das! Wenn du ideologisch vehement und mit fragwürdigem Ansatz vorgehst, dann kann man dir das ja sagen und dann ist auch wieder gut.
Viel Spaß noch. Auf dass du jemand zum Reden und Schimpfen bekommst.

Gruss Juttol
Man kann ja nie wissen! Eben

Gerade ein neuer Bericht hereingekommen. Natürlich muss Kohl so argumentieren, um dann gleich wieder in den Wahlkampf zu ziehen. Insofern er zuvor auch kaum Zeit mit seiner Frau verbracht hat, ändert sich wohl wenig für ihn. Die Situation des Spitzenpolitikers (oder des ehemaligen)


K O H L - S E L B S T M O R D

Middelhoff distanziert sich angeblich von "Stern"-Geschichte

"Was trieb sie wirklich in den Tod?", fragte sich die Illustrierte "Stern" nach dem Tod von Hannelore Kohl und äußerte Zweifel daran, dass sich die Frau des Altkanzlers ausschließlich wegen ihrer Lichtallergie das Leben nahm. Jetzt entschuldigte sich der oberste Chef des "Stern", Thomas Middelhoff, angeblich für den Bericht.


AP

Hannelore Kohl

Hamburg - Helmut Kohl und seine Söhne seien empört über die Titelgeschichte des "Stern" gewesen, meldet jetzt eine andere Illustrierte, die "Neue Revue". Die Zeitschrift beruft sich auf einen "sehr engen Vertrauten" von Kohl. Der Bericht sei "respektlos", lasse "Ehre und Anstand" vermissen, so der Intimus. Eine öffentliche Distanzierung und eine Entschuldigung seien angebracht. Thomas Middelhoff, Vorstand des Bertelsmann-Konzerns, der mehrheitlich an dem Verlag Gruner + Jahr ("Stern") beteiligt ist, habe sich Kohls Söhnen gegenüber von dem Beitrag, in dem Kohl indirekt die Schuld am Tod seiner Frau gegeben wird, distanziert.
Ob Kohl den ursprünglich mit seiner Frau geplanten Urlaub am Wolfgangsee antreten werde, sei fraglich so das Blatt. Er habe jedoch in jedem Fall vor, wenigstens für ein paar Tage nach St. Gilgen zu fahren, um dort Freunde zu treffen.

Helmut Kohl werde auch nach dem Tod seiner Frau politisch aktiv bleiben und am Berliner Wahlkampf teilnehmen, heißt es weiter. Nach einer "Besinnungspause" plane Kohl an besonderen Feiertagen wie dem Tag des Mauerbaus und dem Tag der Deutschen Einheit an die Öffentlichkeit zu treten. In den Berliner Wahlkampf wolle er in dem Rahmen eingreifen, in dem ihn die Berliner CDU benötigt.


Jede, auf eine individuelle Diskreditierung ausgerichtete Spekulation, die in ihrer Zugangsvoraussetzung nicht den absoluten Respekt gegenüber dem betr. Individuum zum Ausdruck bringt, ist als vorsätzliche Denunziation anzusehen.


Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Spekulation als unwahr herausstellt, wird rücksichtslos vernachlässigt. Es betrifft einen ja nicht selbst, im Gegenteil: Je wilder die Spekuklation, desto mehr Zuhörer (INDIVIDUELLE AUFMERKSAMKEIT) bekommt der Spekulant!


Die Einstellung dieser Personen mit einer solchen charakterlichen Mißbildung, ist offensiv und mit Nachdruck bloßzustellen. Sie befördern mit ihrer respektlosen und intoleranten Eigenart, die Verrohung der Gesellschaft.


Diese Einstellungen sind als soziale Karzinome anzusehen! Wenn man sich die heutigen medialen Metastasen vor Augen hält, wird es höchste Zeit, diese Mißbildungen einer Therapie zuzuführen.
@Juttol

"in ihr Hinterstes geblickt.." na ich weiß nicht. Mindestens die letzten 20 Postings nur esoterisches Gewabere, hab kein Wort verstanden (will`s auch nicht erklärt kriegen).
Schade, denn das Thema wär doch eigentlich interessant,
meint der Molch
Ökosteuer: Das Unerträgliche an ihr ist das Gerede bestimmter Politiker

von Hubert W. Holzinger

(16.09.00) Mit Wirkung vom 01. April 1999 ist das Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform in Kraft getreten, und am 11. November 1999 wurde die Fortführung der
ökologischen Steuerreform vom Bundestag beschlossen. Dieses Gesetz beinhaltet das neu geschaffene Stromsteuergesetz, sowie in Art. 2 Änderungen im Mineralölsteuergesetz und
die entsprechenden Mineralölsteuererhöhungen.
Beide Steuern zusammen werden landläufig als "Ökosteuer" bezeichnet.
Bis zum Jahr 2003 wurden weitere schrittweise Steuererhöhungen beschlossen. Eine entsprechende Absenkungen, bzw. der Verzicht auf eine Erhöhung der
Rentenversicherungsbeiträge ist ebenfalls beschlossen.
Die Mineralölsteuer bzw. Stromsteuer sind Verbrauchsteuern, wie sie z.B. bei Tabak, Sekt oder Branntwein ebenfalls anzutreffen sind.
Verbrauchssteuererhöhungen haben Methode. So finanzierte die CDU damals den Golfkrieg mit einer saftigen Mineralölsteuererhöhung. Obwohl der Golfkrieg längst Geschichte ist,
wurde die damalige Steuererhöhung nie mehr zurückgenommen.
Auch das ist nicht neu. Wilhelm II hatte zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsmarine die Sektsteuer eingeführt und keiner, ob rot, schwarz oder braun hatte sie wieder abgeschafft.
Das alles ist erträglich. Unerträglich ist das verlogene Gerede der Politiker vor den Wahlkämpfen, die am Abend nach der Wahl beginnen.
Obwohl bereits Jahre vor der Bundestagswahl 1998 jeder sich ausrechnen konnte, dass eine Rentenreform mit Einschnitten für alle (Beitragszahler und Rentenempfänger) unbedingt
notwendig, ja überfällig war, bestritt die SPD ihren Wahlkampf mit der These, Blüm und Kohl wollten den Sozialrentnern an die Existenzgrundlage. Eine gewisse Ehrlichkeit kann man
noch den Grünen attestieren, die immerhin zu ihrer ökologischen Steuerreform standen und sich bereits vor der Wahl arger Demagogie aussetzen mussten.
Kann man den Kampf gegen die Mathematik als Politiker nicht gewinnen, wird versucht mit Halbwahrheiten immer denen etwas vorzurechnen, die das gerne
glauben wollen, aber nicht überprüfen können. So die SPD mit ihrer Propaganda gegen die damalige Rentenreform der CDU, und nun die CDU gegen die Ökosteuer.
Soll das Thema Rentenreform und steigende Arbeitskosten (man beachte den Singular) vom Eis, so ist unbestritten, dass langfristig die Renten zumindest teilweise breiter als bisher
finanziert werden müssen.
In einer einträchtigen Aktion zur Dämpfung des Rentenversicherungsbeitrages, erhöhte die damalige CDU/FDP-Regierung mit der SPD zusammen die Mehrwertsteuer um einen
Prozentpunkt. Das traf dann nicht nur die Autofahrer, sondern alle, aber eben auch den Sozialrentner. Das scheint vergessen zu sein.
Ein weiterer Punkt, der immer wieder in Vergessenheit gerät, ist die Tatsache der Klimagefährdung, werden die Kohlendioxidemissionen nicht drastisch reduziert.
Würde die Partei Ludwig Erhardts nun das kleine Einmaleins des Marktes beherrschen und nicht ausschließlich und beinahe widerlich opportun sich den
Stammtischen anbiedern, so hätte man verstanden, dass sich Preise durch Angebot und Nachfrage regulieren.
Die Erhöhung der Mineralölsteuer (auch die 0,49 DM der Kohl-Regierung) verteuern die Treibstoffe und geben dem Bilanzfaktor Energie mehr Gewicht, was in der Regel zu
Einsparungen führt. So wirkt sich der Bleifuß des Autofahrers dann vielleicht doch auf seinen Geldbeutel aus, wenn schon nicht auf seinen kindlichen Verstand. Auch so
mancher Haushalt wird bei steigenden Energiekosten eher auf Energiebegrenzung achten, als gäbe es Wärme und Strom umsonst.
Das Argument, die "Katze würde sich in den Schwanz beißen", weil nur der hohe Energieverbrauch die Renten sichere, ist müßig, weil es für jede Verbrauchsteuererhebung, die
irgendetwas im Staatshaushalt finanziert, zutrifft. Natürlich ist das Heranziehen der Mineralölverbraucher nur unter dem Gesichtspunkt der Rentenfinanzierung willkürlich. Aber es ist
unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes eher nachzuvollziehen als das Theater um den Kernenergieausstieg, das noch nicht einmal der grünen Partei nützte.
Das alles ist also sowohl "öko" als auch "logisch".
Die CDU unter der angeblichen Führung von Angela Merkel zieht es leider vor, den Stammtischen und Dummschwätzern eher zu Munde zu reden, als Folgerichtigkeiten (und seien sie
auch vom politischen Gegner) zu gehorchen. Das beschämt mehr, als es falsch verbuchte Spenden tun könnten.
Die fehlende Harmonisierung der EU-Märkte macht es jedoch erforderlich, Gewerbe- und Industriezweige dann zu entlasten, wenn die Gefahr besteht, dass diese
Wettbewerbsnachteile erleiden müssen. Ein weites Feld der politischen Profilierung hätte sich aufgetan, doch die Versuchung des Populismus war zu groß.
"Politik", so Rainer Barzel, "muss man können!" Können aber steht hier überhaupt nicht zur Debatte. Bei Betrachtung der Opposition ist es fraglich, ob bestimmte Leute es je lernen.

Als ich heute gemächlich von Hamburg nach Berlin mit Tempo 130 auf der Autobahn fuhr, rasten wie immer Hinz und Kunz an mir vorbei. In unserer schönen Hauptstadt standen wir
dann wieder gemeinsam auf der Stadtautobahn etwa 30 Minuten im Stau. Doch auch im Stau scheiden sich die Geister. Sicher könnte für mich ein Liter Benzin auch 5,- DM kosten,
ohne dass es meinen Lebensstandard beeinträchtigen würde. Ich jedoch schalte den Motor, wenn`s nichts zu fahren gibt ab. Dass so Mineralölsteuer (egal von wem beschlossen)
reduziert werden kann, hat sich offenbar noch nicht herumgesprochen. Es erübrigt sich zu betonen, dass ich seit langer Zeit weder Branntwein noch Sekt trinke. Der Kaiser, mit seiner
Kriegsmarine, kann mich also ebenfalls...

* * *
Predigt am 25. Sonntag i. J. (Lesejahr B)
(18. IX. 1994, Kirche des Heeresspitals, Wien XXI)

Themen: Der gute Ruf des Nächsten und unser Reden

Zu allen Predigten / Zur internationalen Startseite / Zur deutschen Startseite / E-Mail / Formularnachricht
(Padre Alex)



"Roh und grausam wollen wir mit dem Gerechten verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben", so die Frevler im Buch der Weisheit. "Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr
sind", sprechen sie im auflauernden Neid gegen seine unbestechliche gottgeschenkte Heiligkeit. Dabei haben sie vergessen, zunächst die Wahrheit der eigenen Worte zu überprüfen.

Liebe Andächtige! Prüfen wir uns selbst nicht viel zu selten? Im 15. Psalm heißt es nicht umsonst: "Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt?" "Der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht
verleumdet." Jeder von uns muß bei sich selbst beginnen mit der immer wieder schwierigen Kontrolle des Redens, der Kontrolle unserer all zu lockeren Zungen, die so schnell Worte voll Bedeutung entlassen,
Worte, die vielleicht zu einem Mord beitragen, der am häufigsten geschieht: zum Rufmord.

Lassen wir es uns aufs neue ganz bewußt verkünden, hören wir genau hin: Die Rücksicht auf den guten Ruf eines Menschen verbietet jede Haltung und jedes Wort, die ihn ungerechterweise schädigen
könnten. Der Katechismus unterscheidet drei Stufen:

Schuldig macht sich:

1. des vermessenen Urteils, wer ohne ausreichende Beweise, und sei es auch nur stillschweigend, von einem Mitmenschen annimmt, er habe einen Fehltritt begangen - erwägen wir jedes einzelne Wort: Ein
vermessenes Urteil ist es bereits, wenn ich stillschweigend, nur im Denken, von einem Mitmenschen ohne ausreichende Beweise annehme, er habe einen Fehltritt, eine Sünde begangen. Davon ist natürlich die
Vorsicht im praktischen Leben zu unterscheiden, weil man da ja nichts Böses vom Nächsten denkt, sondern nur mit der tatsächlich bestehenden Möglichkeit rechnet, daß man sich täuschen kann.

Schuldig macht sich:

2. der üblen Nachrede, wer ohne objektiv gültigen Grund Fehler und Vergehen eines Mitmenschen gegenüber Personen aufdeckt, die nichts davon wissen. Bedenken wir: Selbst wenn ein Mensch Fehler
oder Vergehen aufzuweisen hätte, selbst wenn jemand 100%ig eine erzählbare Sünde begangen hätte, ist es trotzdem üble Nachrede, sie erzählerisch zu verbreiten. Sie werden fragen: Was ist aber nun ein
objektiv gültiger Grund: Allgemein gesagt, wenn es wirklich um das Gemeinwohl oder auch, wenn es um Privatwohl geht. Im Interesse des Privatwohls wäre die Offenbarung eines Fehlers nur gestattet, wenn
der Fehlende dadurch gebessert werden oder eine andere Person vor Schaden bewahrt werden kann. Auch ist es erlaubt, einem guten Freund erlittenes Unrecht zu erzählen, um bei ihm Trost und Rat zu
holen.

Schuldig macht sich

3. der Verleumdung - Sie sehen, der Katechismus kommt zu immer schwerwiegenderen Rufzerstörungssünden - Verleumdung: wer also durch wahrheitswidrige Aussagen dem guten Ruf anderer schadet
und zu Fehlurteilen über sie Anlaß gibt. Das leuchtet wohl jedem am schnellsten ein, falsche Tatsachen oder reine Vermutungen als Wahrheit zu verkaufen gegen den Nächsten: die schwere Sünde des
Rufmordes, der Verleumdung. [Im Alten Testament bei Jesus Sirach heißt es bereits: "Sich selbst besudelt der Verleumder - wo er wohnt, ist er verhaßt." (Sir 21,28)]

Aber gibt es da nicht noch etwas, das uns oft besonders schwer fällt? Jede Verfehlung gegen die Gerechtigkeit und die Wahrheit bringt nämlich die Verpflichtung zur Wiedergutmachung mit sich, selbst dann -
wie der Katechismus lehrt - selbst dann, wenn dem Rufmörder Vergebung gewährt worden ist. Diese moralische und zuweilen auch materielle Wiedergutmachung ist nach der Größe des verursachten
Schadens zu bemessen. Sie ist eine Gewissenspflicht! Der Verleumder müßte daher in den meisten Fällen eingestehen, daß er gelogen hat. Wer üble Nachrede geübt hat, muß die guten Eigenschaften des
Verletzten hervorheben und seine Fehler zu entschuldigen suchen, um den guten Ruf wiederum zu fördern. Oft will uns auch nicht einleuchten, daß schon das Anhören einer Ehrabschneidung oder
Verleumdung sündhaft ist: Mitwirkung zur Sünde gegen die Gerechtigkeit, vor allem auch, wenn man die Verletzung des guten Rufes nicht verhindert, obwohl man es vielleicht sehr gut könnte.

Liebe Brüder und Schwestern! Ich glaube, gerade in diesem Bereich müssen wir äußerst sensibel sein, gerade im Wort muß sich unser Christsein bewähren. Davon hängt das Klima jedes menschlichen
Beisammenseins ab. Haben wir schon erkannt, daß kein Wort selbstverständlich ist. Jedes Wort ist ein Glücksfund, ein derartiges Geschenk, daß es nicht durch Begabungen des Menschen allein erklärbar ist.
Es wird dem Menschen von der Sprache an sich, von Gott selbst geschenkt. Jedes Wort will unbegrenzt weiterverwendet werden. Natürlich gelingt das bei keinem einzigen Wort, vielmehr gibt es für jedes
einen Zeitpunkt, wo es abgeschafft wird, nach wenigen Jahren oder nach vielen Jahrtausenden, egal wann - der Zeitpunkt kommt heran. Aber dennoch besteht die Tendenz, ewig gleichmäßig verwendet zu
werden, und wenn es nicht das Altern und den Tod des Menschen, die Vergeßlichkeit, die mangelnde Konzentrationskraft und das kollektive Interesse oder Desinteresse gäbe, hätte jedes Wort sehr wohl die
Fähigkeit, unbegrenzt weiterzutönen. Diese Fähigkeit aber hat jedes Wort geschenkt bekommen vom ewigen und endgültigen Wort Gottes, von Jesus Christus selbst, durch den alles erschaffen ist. Seien wir
Gott also dankbar für jedes Wort, das er uns schenkt, für jedes rechte Wort. Werden wir aber vor allem gewissenhaft-vorsichtiger bei unserem Sprechen insgesamt. Für jedes Wort, ja für jeden Gedanken
müssen wir Rechenschaft ablegen vor dem ewigen Wort, vor der ewigen Wahrheit selbst.

Gott als Quell aller Wahrheit hat uns berufen zur Wahrhaftigkeit im Sinne des redlichen Handelns und aufrichtigen Sprechens. Diese Tugend der Aufrichtigkeit besteht darin, daß ich mich in meinen Handlungen
als wahr erweise, in meinen Worten die Wahrheit sage und mich vor Doppelzüngigkeit, Verstellung, Vortäuschung und Heuchelei hüte. Die Tugend der Wahrhaftigkeit wahrt die rechte Mitte zwischen dem,
was auszusprechen, und dem Geheimnis, das zu halten ist. Dazu gehören Aufrichtigkeit und Verschwiegenheit.

So wollen wir uns wieder aufs neue vornehmen, die Liebe gegenüber keinem Menschen zu verletzen, sondern vielmehr das natürliche Recht jedes Menschen auf die Ehre seines Namens, auf seinen guten Ruf
und auf Achtung im vollen Sinne anzuerkennen. Denn sonst würden wir uns selbst betrügen, weil wir nämlich das Wort Gottes zwar anhörten, aber nicht danach handelten. Vor allem müssen wir jene heiligste
Frau verehren, die alles, was geschah, alle Worte in ihrem Herzen treu bewahrte. Maria, die Königin der Märtyrer, führe uns zum mutigen Bekennen der Wahrheit des katholischen Glaubens und erbitte uns
die Kraft des guten Wortes und vor allem die Kraft des heiligen Schweigens, um Vermessenheit im Urteil, üble Nachrede und Verleumdung zu vermeiden. Wenn wir mehr hören als selber sprechen, dann wird
uns Gott auch tiefer in die Glaubensmysterien einführen und wir werden den Sinn der Worte und Handlungen Christi immer mehr verstehen. Seien wir daher wirklich die Letzten bei der Teilnahme am
alltäglich-miesmachenden Tratsch, um immer wieder die Ersten zu sein bei der Bewährung unseres Glaubens in liebevollen Gedanken, Worten und Werken. AMEN.
@Juttol
Laß doch durch w:o diesen unsäglichen User raila entfernen. Es gibt hier immer wieder welche, die jeden Thread zumüllen. Muß man sich nicht bieten lassen.
Molch
LG Hamburg: Haftung für Links auf Webpages wegen Verletzung des
allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie Ehrverletzung

Das Landgericht stellt in seinem Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - fest,
daß "der Beklagte verpflichtet ist, dem Kläger allen Schaden zu ersetzen, der
diesem dadurch entstanden ist und noch entsteht, daß der Beklagte ... einen
Hinweis (sog. Link) auf die mit diesem Urteil verbundene Webseite
eingerichtet hat."

Im Tatbestand heißt es u.a.:

"Der Beklagte ließ, nachdem ein weiterer Rechtsstreit zwischen den Parteien
vorangegangen war, auf seiner Internet-Homepage ... Links auf im Internet
vorhandene Informationen über den Kläger aufnehmen ...

Der Kläger hält diese `Berichterstattung` für sittenwidrig und sieht sein
allgemeines Persönlichkeitsrecht als verletzt an. Der Beklagte hafte, da er
sich durch den Verweis auf die Webpage ... die dortigen Ausführungen zu
eigen gemacht habe."

In den Entscheidungsgründen heißt es u.a.:

"Die Klage ist begründet aus § 823 I, II BGB i.V.m. §§ 186 StGB, 824 BGB
wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie der Ehre des
Klägers.

Der Beklagte hat dadurch, daß er einen sog. Link auf die Webpage ... in
seiner Homepage aufgenommen hat, die ... ehrverletzenden sowie
beleidigenden Tatsachenbehauptungen als auch Meinungsäußerungen zu
seinen eigenen gemacht.

Nach Auffassung des erkennenden Gerichts wie auch wohl des Beklagten,
denn er hat die Unterlassungserklärung abgegeben, überschreitet der Text ...
an mehreren Stellen die von Art. 5 GG geschützte Meinungsfreiheit, in dem die
durch Güterabwägung zu ermittelnde Grenze zum Ehr- und
Persönlichkeitsrechtsschutz nicht eingehalten ist.

Wie in der Entscheidung des BGH vom 30.01.1996, NJW 96, 1131 ff.
ausgeführt, kann das Verbreiten einer von einem Dritten über einen anderen
aufgestellten herabsetzenden Tatsachenbehauptung dann eine
Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellen, wenn derjenige, der die
Behauptung wiedergibt, sich nicht ausreichend von ihr distanziert. Eine solche
ausreichende Distanzierung hat der Beklagte jedenfalls nicht dadurch
vorgenommen, daß er auf die eigene Verantwortung des jeweiligen Autors
verweist. Dies ist keine Distanzierung, sondern vielmehr eine nicht
verantwortete Weitergabe und damit eine eigene Verbreitung.

Auch von einem nach Meinung des Beklagten dank seiner Recherchen über
den Kläger aufgestellten Zusammenschau von über den Kläger erfolgten
Publikationen im Sinne der zitierten BGH-Entscheidung vorliegenden Markt
der Meinungen, der etwa die Aufnahme des Links legitimieren könnte, kann
nicht die Rede sein. Es geht dem Beklagten nicht darum, wie aber in der
zitierten Entscheidung des BGH der Fall, ein Kaleidoskop von Behauptungen
in einer die Öffentlichkeit berührenden Angelegenheit möglichst umfassend in
alle möglichen Richtungen vertiefend wiederzugeben, um der
Wahrheitsfindung nachzuhelfen. Der Beklagte hat vielmehr hier eine
Zusammenschau ehrverletzender Artikel über den Kläger erstellt. Die auf der
Webpage ... enthaltenen ehrverletzenden Behauptungen sind darüber hinaus
so schwerwiegend und nachhaltig, daß der Beklagte vom Grunde her nicht
allein zur Abdeckung des materiellen, sondern auch des immateriellen
Schadens verpflichtet ist."
hallo boersenmolch,

ich sehe den Fortgang des threads nicht erst seit jetzt auch mit Unbehagen. Anstregungen zur Sperrung von raila werde ich persönlich nicht unternehmen, weil ich hoffe, dass raila durch dieses ungelenkte Reinstellen von aus dem Zusammenhang gelöster und in sich tw. sehr kritischer Informationen selbst einen Aha-Effekt bekommt.

So leid mir dies für den thread tut. Raila, sorry, aber du solltest dein Tun selbst beobachten und in einen verstehenden Zusammenhang bringen. Du vermittelst hier einiges, mehr als du vermuten magst. Ich hoffe, die feed-back-Schleife reicht bis zu dir.
In diesem Sinne

Gruss Juttol

PS: das Thema ist ja zu anderen Zeiten oder zwischendurch durch andere TN fortführbar. Ich habe jetzt eh keine Zeit dazu.
§ 186 Üble Nachrede
Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen
geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von
Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Hmmmmmmmmm, welch schoene Vorstellung: Zwei solch wortgewandte selbstbewusste Frauen, Juttol links und raila rechts um mich...:)...*schmatz*...:kiss:

erau
aha, eine Frau ist das. Hatte ich mir`s doch gedacht...
Molch, der ansonsten nix gegen Frauen hat.
@ raila ,ich entsinne mich noch an Zeiten,zu denen Du Deine offenbar latent vorhandene Profilneurose geschickter zu verbergen imstande warst.
in der TAZ habe ich noch einen artikel gefunden. ich finde, aus einem interessanten blickwinkel geschrieben:

http://www.taz.de/pt/2001/08/03/a0111.nf/text
Na, dieser Artikel gehört doch ganz abgrduckt, aus gleich mehreren informativen Grüde!
Gruss Juttol


Eine schrecklich normale Ehe
Nachbetrachtungen zum Selbstmord Hannelore Kohls: Im Rückblick ist vor allem die Selbstdisziplin bemerkenswert, mit der die deutsche Presse beinahe einhellig jegliche Zweifel an den offiziellen Erklärungen unterdrückte. Verwunderte Beobachtungen eines britischen Deutschlandkenners
von ANDREW GIMSON

Helmut Kohl hat in seinem Leben schon viele Menschen beerdigt und nun beerdigte er seine Frau Hannelore. Anfang Juli, während Kohl in Berlin war, nahm sie sich in ihrem gemeinsamen Haus in Ludwigshafen am Rhein mit einer Überdosis Schmerz- und Schlaftabletten das Leben. Die Art und Weise, wie er die Beerdigung organisierte, war mit einer Mischung aus Verlogenheit, Frechheit und der Fähigkeit, die Umgebung zu dominieren, charakteristisch für ihn. Er versammelte das gesamte deutsche Establishment zu einem Requiem in einer römisch-katholischen Kathedrale, ein Requiem für eine Protestantin, die Selbstmord begangen hatte.

Die deutschen Medien hatten bereits fast ausnahmslos Helmut Kohls Begründung für ihren Tod geschluckt. Diese besagte, dass sie in den letzten fünfzehn Monaten an einer derart schmerzhaften Lichtallergie litt, dass sie ihr Zuhause nur im Schutz der Dunkelheit verlassen konnte. Kein Arzt war in der Lage, ihre Krankheit mit Hilfe der spärlichen Angaben zu identifizieren, zumal sie ohne Autopsie beerdigt wurde. Es gibt Berichte, nach denen sie in den letzten Monaten durchaus in der Lage gewesen zu sein schien, Tageslicht zu ertragen. Einer meiner Freunde sah sie erst kürzlich auf einem Spaziergang im Grunewald am Stadtrand von Berlin. Helmut Kohl selber machte einen Tag vor ihrem Tod Andeutungen über die nächsten gemeinsamen Sommerferien in Österreich.

Nur der Stern traute sich anzumerken, dass die offiziellen Angaben zusammenhangslos seien. Außerdem wies er darauf hin, dass vor einigen Wochen, als Peter, der Sohn der Kohls, die Türkin Elif Sözen in Istanbul heiratete, Herr Kohl nicht mit seiner Frau erschien, sondern mit seiner Sekretärin Juliane Weber. Sie fing bereits 1964 in Mainz an, für ihn zu arbeiten und ist seitdem seine rechte Hand. Was Frau Kohl davon hielt, werden wir nie erfahren.

Deutsche Journalisten spekulieren seit Jahrzehnten über die Beziehung zwischen Herrn Kohl und Frau Weber. Dennoch verhielt sich der Stern ungewöhnlich, ihren Namen zu drucken, da deutsche Journalisten stolz sind, weder über das Privatleben der Politiker noch über von diesen unerwünschte Themen zu berichten. Diese selbstlose Disziplin ist in mancherlei Hinsicht bewunderswert. Sicherlich gibt es der deutschen Presse einen seriöseren Ton als vieles, was man in London findet. Lord Reith würde sich dort eher zu Hause fühlen als hier, was teilweise der Rolle der altmodischen BBC bei der Ausbildung der Nachkriegsgeneration der deutschen Journalisten geschuldet ist.

Es gibt eine moralische Ernsthaftigkeit in Deutschland, die wir Briten in unserer entwürdigenden Frivolität verloren haben. Aber es existiert auch eine beinahe kriminelle Naivität, wenn es um die Berichterstattung über die Aktivitäten eines Machers wie Helmut Kohl geht, ein lächerlicher Wille, jemanden wie ihn in seinen Aussagen ernst zu nehmen, und einen Glauben, dass es geschmacklos und unprofessionell wäre, unangenehme Fragen zu stellen.

Diejenige, die Herrn Kohl am längsten toleriert hat, war seine bedauernswerte Frau. Geboren im März 1933 pflegte Hannelore Renner, wie sie mit Geburtsnamen hieß, im Alter von elf Jahren deutsche Soldaten in Döblin zwischen Dresden und Leipzig, die mit ihren Krankentransporten auf ihrem Weg von der Ostfront Halt machten. Auch die deutsche Zivilbevölkerung floh westwärts in die Tiefen des Winters, während die Russen vorwärts marschierten. Hannelore konnte sich an Mütter erinnern, die sich weigerten, ihre erfrorenen Kinder loszulassen. Sie erinnerte sich an den Geruch von verbranntem Fleisch während der Bombenangriffe. Als die Russen kamen, sah sie Vergewaltigungen von Frauen und deutete an, dass auch sie vergewaltigt wurde. Über Monate hinweg war sie als Flüchtling auf ihrer beschwerlichen Reise Richtung Westen zum Rhein unterwegs.

Sie äußerte sich niemals genauer oder länger über diese Erfahrungen. Wie bei vielen ihrer Zeitgenossen und deren Eltern war ihre Antwort auf die Schrecken, die sie durchlebt hatte, das denkbar tiefste Schweigen. Was geschehen war, konnte nicht in Worte gefasst werden.

Im Alter von fünfzehn Jahren traf sie den achtzehnjährigen Helmut Kohl auf einem Fest. Hannelores Familie befand sich in schwierigen Umständen und ihr Kleid bestand aus drei Flaggen, wobei die Mutter bei zweien das Hakenkreuz entfernt hatte. Hannelore selbst sagte, nichts sei praktischer, wenn man arm sei und tanzen wolle. Sie war eine von Millionen westdeutscher Frauen, die nach dem Krieg einen verzweifelten Versuch unternahmen, ein normales Leben zu führen: Kuchen mit modernen Küchengeräten backen, sich vom Ehemann schikanieren lassen und sich mit einem Mut, der aus anfänglicher Dummheit resultiert, an jeder kleinbürgerlichen Banalität festklammern.

Respekt und Spott

Hannelore wurde schrecklich normal. Sie machte einen Abschluss als Englisch- und Französischübersetzerin und heiratete Helmut erst 1960, "als wir uns eine Waschmaschine leisten konnten". Die Einsamkeit der Ehefrau eines Politikers brach über sie herein. Tagsüber arbeitete Helmut Kohl, und nachts ging er mit seinen Kumpel essen, trinken und über Politik reden. Sie erzog ihre beiden Söhne fast im Alleingang, verteidigte wild ihr Privatleben, weigerte sich, in Selbstmitleid zu zerfließen, gewann Respekt für ihre wohltätige Arbeit, aber musste mit ansehen, wie sie wegen ihrer extrem ordentlichen Frisur und anderen häuslichen Gewohnheiten verspottet wurde. In den Siebzigern wurde eine große Betonmauer um das Familienanwesen herum errichtet und Panzerglas zum Schutz vor Terroranschlägen in die Fenster eingesetzt. Man sah sie selten in Bonn. Als ihr Mann 1998 die Wahl zum Bundeskanzler verlor, mochte sie noch gehofft haben, ihn öfter in Ludwigshafen zu sehen, aber er setzte seine Karriere als Hinterbankparlamentarier fort. Er schloss sich dem Umzug der Politiker nach Berlin an und wurde darauf in einen nicht endenden Kampf um seinen Ruf verwickelt.

Der Vorwurf gegen Helmut Kohl besteht nicht darin, dass er seiner Frau gegenüber abscheulich war. Viele Männer sind gemein zu ihren Frauen und können nicht mit deren Depressionen umgehen. Dennoch ist Frau Kohls Not lehrreich. Soweit man sehen kann, unterdrückte sie jeglichen Zweifel an ihrem Ehemann und wurde doch von ihm ausgebeutet. Soweit man sehen kann, unterdrückte auch die deutsche Presse ihre Zweifel an den Umständen ihres Todes und ließ es wieder einmal zu, als Teil der Werbemaschinerie Helmut Kohls ausgebeutet zu werden.

Die Leitung des Verlagshauses Bertelsmann, das die Mehrheit der Anteile am Stern besitzt, hat sich bereits für die geschmacklose und unprofessionelle Berichterstattung des Ereignisses durch das Magazin entschuldigt, während die übrige Presse ihrem Schrecken über die Tatsache Ausdruck verliehen hat, dass deutsche Journalisten derart tief fallen können.

Während meiner sechs Jahre als Auslandskorrespondent in Berlin erregte meine Arbeit ein einziges Mal die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit, als ich Helmut Kohl im Februar 1997 im Daily Telegraph als Lügner beschrieb. Der Spiegel druckte meinen Artikel nach, und deutsche Leser überschwemmten mich mit Briefen und Anrufen, wobei ungefähr 98 Prozent von ihnen mich zu meiner Wahrnehmungsfähigkeit beglückwünschten.

Aber es bedarf keiner besonderen Wahrnehmungsfähigkeit, um Herrn Kohl als genialen Intriganten zu erkennen, der eine offensichtlich falsche Erklärung nach der anderen abgab, wobei sich seine Vorstellung von Wahrheit in keiner Weiser von seiner cleveren Einschätzung, mit wie viel er davon kommen könnte, unterschied.

Partei fest im Griff

Während der Wahlen im September 1998 ließ das deutsche Volk Helmut Kohl nach 16 Jahren als Kanzler fallen. Ein gutes Jahr später, im November 1999, traten Details über geheime Netzwerke von Bankkonten ans Tageslicht, die, angefüllt von Waffenhändlern und noch unbekannten Spendern, Helmut Kohl benutzte, um seine Partei fest im Griff zu behalten. Es sah so aus, als ob das komplizierte Netz aus Gefälligkeiten und Verpflichtungen, das er seit den frühen Sechzigern, als er der aufgehende Stern in Rheinland-Pfalz war, aufgebaut hatte, plötzlich aufgedeckt werden würde.

Aber jeder, der dies erwartete, überschätzte den Eifer der deutschen Staatsanwälte, den Morast der Korruption zu erforschen, in dem die Finanzierung der politischen Parteien längst versunken war. Ebenso unterschätzten sie die Unverwüstlichkeit von Helmut Kohl selbst in Bedrängnis und die Gewohnheit der deutschen Presse zur Selbstzensur.

Der eigentliche Vorwurf gegen das alte Monster besteht keineswegs darin, dass er nicht wusste, wie er sich um seine depressive Frau kümmern sollte, sondern dass er die brackigen Brunnen der deutschen Demokratie vergiftete. Durch seine Weigerung, die Herkunft der illegalen Spenden anzugeben, und durch die Zerstörung der Beweise, soweit es ihm, bevor er aus dem Kanzleramt ausschied, möglich war, hat er die Legitimität des Systems unterhöhlt. Dies ist aber nur einer von vielen Gedankengängen zu Helmut Kohl, den die deutsche Öffentlichkeit mit bewundernswerter Klarsicht längst verstanden hat, während die deutsche Presse ihm bislang nur widerwillig folgte.


Zuerst veröffentlicht in "The Spectator". Aus dem Englischen von Carmen Becker
taz Nr. 6513 vom 3.8.2001, Seite 13, 312 Dokumentation, ANDREW GIMSON, Nachdruck aus: "The Spectator"

taz muss sein: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert? Sie helfen uns, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: taz-Verlag Berlin, Postbank Berlin (BLZ 100 100 10), Konto-Nr. 39316-106
Für Österreich: TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH, Konto-Nr.: 92.134.506, Österr. Postsparkasse (P.S.K.)
Traurig, wie der Freitod einer Frau instrumentalisiert wird, um den Haß gegen einen doch schon entmachteten Ex-Kanzler neuen Ausdruck zu geben. Durch die auszugsweise Veröffentlichung des Selbstmordschreibens von Frau Kohl wurde klar, daß die Vorwürfe gegen Dr. Kohl haltlos sind. Es gibt genug an Kohl zu kritisieren, und das kann man sachlich tun. Mit dem Herumstochern in seinem Privatleben fällt man aber nur in das infantile Verhalten der frühen achtziger Jahre zurück, als viele Kommentatoren Kohl als schlicht blöd (Kohlwitze!) darstellten und bezweifelten, daß er auch nur die erste Legislaturperiode im Amt vollenden würde. Ich sehe hier nur Boshaftigkeit, Häme, Zynismus, letztlich den Ausdruck niederster Gesinnung.
Habt ihr gewusst, dass Helmut Kohl jahrelang ein
Verhältnis mit Prinzessin Diana hatte?

Diana musste sterben, weil der Stern dahinter gekommen war.

Damit ist Kohl auch am Tod von Prinzessin Diana schuld...

Habt ihr ausserdem gewusst, dass Helmut Kohl schon vor
30 Jahren seine beiden kleinen Jungs zu sich ins Bett
geholt hat?

Das erklärt auch warum Schröder eine neue Initiative gegen....



Tschuldigung
aber ich wollte den Schwachsinn in diesem Thread toppen.

mfg
insti
Es war doch nicht zu erwarten, daß Kohl seine Mitmenschen im Privatleben anders behandeln würde als in der Politik.
So what?
Es war auch nicht zu erwarten, daß das Mäntelchen des Schweigens über den Suizid seiner Frau gebreitet werden kann. Warum auch.
Jeder Selbstmord einer prominenten Person würde in der Öffentlichkeit diskutiert. Warum auch nicht.


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