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Ich spare mir ein Haus: - 500 Beiträge pro Seite



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Ich werde in 14 Jahren ein Haus bauen:
Die Frage war, wieviel muß ich im Monat sparen?
Wo lege ich Geld an, damit ich am Ende genug für ein Haus habe?
Ich habe mich für Clerical Medical entschieden.
Clerical Medical schafft es auf jeden Fall 10% pro Jahr zu machen.
Ich werde also 520 DM pro Monat anlegen, was bei einer Verzinsung
von 10% in 14 Jahren 192.000.- DM sind.
Sobald ich in 2 Jahren weniger abzuzahlen habe werde ich den
zweiten Sparvertrag anfangen. Mit weiteren 520 DM für 12 Jahre,
welches dann 146.000 DM ergibt.
Bedeutet also:
196.000 DM
+146.000 DM
342.000 DM
Jedesmal wenn ich einen Monat bezahlt habe werde ich es unten aufschreiben:
Los geht es ab dem 1. September 2001:
Wer 10 % garantiert der kann nicht korrekt kalkulieren.
Das sieht eher nach nepp aus.

Trotzdem viel Glueck

hu
diese 10 % Message nimmt doch sowieso keiner für Ernst...

versuch mal American Express - die geben 16 % auf polnische
Sloty Konten ... das Risiko ist minimal ... wenn der Kurs
in den Keller geht kannste immer noch auf der anderen
Seite der Oder bauen :-)
Hallo die nachfolgende Aussage ist leider totaler Quatsch:
Schau dir einfach Japan an, dann siehst du was aus einer Anlage werden kann! Muß natürlich nicht passieren, aber es kann. Deshalb halte ich solche Hochrechnungen für sehr windig.


Ø Aktien sind langfristig die renditestärkste Geldanlage

Gruß hu

P.S. Wer "Dumm"(Schwachsinnige Aussage) ist zeigt sich leider immer erst wenns zur Auszahlung kommt, also warten wir doch erst mal 12 Jahre ab.
Und was heißt schon dumm. Wenn du den Markt so gut einschätzen kannst hättest du solche gering verzinsten Anlagen doch nicht nötig, oder.
Ich hab schon 2 Häuser, ging ganz leicht zu finanzieren, habe ein paar Leute mit bankgesicherten Garantieanlagen reingelegt :-).
Clerical Medical zahlt seit 40 Jahren im Schnitt 12%, das unternehmen ist 177 Jhare alt und Verwaltet 50Mrd US$.
Gibt es den hier nur Dummköpfe???
Also jetzt mal etwas ernster:

Ein Haus für 342 TDM zu bauen ist heute schon fast unmöglich, das ist eigentlich der Preis für ein Reihenhaus ohne Grundstück.
Aber selbst bei dieser Kalkulation wirst du in 14 Jahren eher mit einem Finanzierungsbedarf von 500 TDM rechnen müssen, da Häuser erfahrungsgemäss nicht billiger werden. Zudem ist zu bedenken, daß wir gerade eine starke Währung
gegen eine mittelmässige eintauschen, die Inflationsrate in 14 Jahren kann heute niemand ernsthaft voraussagen.
Ausserdem ist es schon möglich, dass nach 10 fetten Börsenjahren auch mal 10 magere kommen und dein Clerical Dingsbums halt nur 5% zahlt, das wäre bei schlecht laufender Börse immer noch nicht
schlecht, würde aber deine Kalkulation vollends über den Haufen werfen.

Warum sparst du nicht einfach 2-3 Jahre so viel wie möglich und baust dann dein Haus mit Hypothekenkreditfinanzierung. Der Vorteil: du hast gleich dein Häuschen, sparst die Miete und hast keine Probleme wegen Inflationsrate, Entwicklung der Immobilienpreise und Ausschüttung des Clearical Dingsbums.

Gruß Koso
Völlig richtig,was andre... sagt.Nimm 20-25 % Eigenkapital und finanziere den Rest,so gehtst Du mit der Inflation mit,statt ihr hinterherzulaufen.
welch ein wahnsinn mit NUR 20-25% eigenkapital ein kleines häuschen zu finanzieren!
im schnitt kostet ein haus heute schon etwa 700.000 bis 800.000DM inkl. land und nebenkosten.
mit 500.000 bis 600.000DM schulden im nacken, nein danke.
es ist einfach von der belastung her falsch zu glauben, man gewinnt hier etwas weil man ja mit der inflation mitläuft.

dieser schuldenberg könnte je nach lebenssituation gefährlich werden.

wer ein haus plant muß einfach diszipliniert erst mal fleißig sparen. und einen teil dieser sparleistung könnte man durchaus vielleicht auch in clearical investieren.

was er in der zwischenzeit in ruhe suchen kann, ist ein grundstück was seinen vorstellungen entspricht und dieses vielleicht frühzeitig erwerben.
denn dort werden vielleicht die größten preissprünge innerhalb 10 jahren möglich sein.
beim hausbau selbst wird die kostenseite durch mehr rationalisierung und standardisierung vielleicht nicht mehr so stark ansteigen in den nächsten 10 jahren.
wasnunanleger ,logischerweise ist die Belastung an die Einkommenssituation anzupassen.Klar gewinnt man in bezug auf Inflation,wenn man frühzeitig sein Geld in Sachwerte investiert.Bei einer normalen festverzinslichen Kapitalanlage unterliegen ja nicht nur die Zinsen der Inflation sondern auch das Kapital.U.U.kann es hier auch schnell mal zu einer Negativverzinsung kommen.
Die andere Möglichkeit ist (wem es möglich ist) aus den völlig überteuerten Regionen abzuwandern und preiswert Grundstück und Haus zu erstehen. Wir haben unser altes Haus vollfinanziert für den Monatsbetrag erworben, den wir in München als Wohnungsmiete bezahlt hätten. Nun gehört es uns und wir haben andere Anlagemöglichkeiten für die Summe und wohnen im Alter mietfrei.
Mir sträuben sich die Haare zu Berge wenn ich eure Antworten lese.
Finanzieren - was für ein betrügerisches Wort. Ich beweise es euch:
Gehen wir mal davon aus das ich 520DM 14 Jahre lang spare und weitere 520DM, 2 Jahre nach dem ersten Vertrag für 12 Jahre spare - dann bedeutet dies, das ich insgesamt 162000 DM Eigenleistung erbracht habe,
- geht man jetzt rein theor. davon aus das Clerical Medical wie in den lezten 177 Jahren gute Renditen fährt und anstatt 12% im Durchschnitt 10% schafft, so bedeutet dies das ich 338.000 DM für mein Haus habe(Grundstück ist ja schon da.).
-Bei einem Fertighaus das heute Schlüsselfertig 280.000.-DM kostet und eine 2%ige Steigerung pro Jahr für 14 jahre mitmacht, bedeutet das dieses haus dann ca 350.000tsd dann kostet. Diese Angaben sind Aussagen von Firmen welche die Materie kennen.
-Bin ich aber so dumm und nehme mir Frühzeitig, weil zB mein Verstand mich verlassen hat ein Kredit für 200.000DM auf, bezahle ich insgesamt 319.000 DM zurück - was bedeutet das ich 2500DM 11 Jahre lang abarbeiten muß, nur weil ich nicht warten konnte!!! Ach ja, die Miete kommt als Trostpflaster drauf: 14 jahre mal 750DM Kaltmiete=126000DM.
-Also 319000 minus- Miete 126000DM=193000Dm

193.000!!! Bedeutet immer noch mehr als 6,5 Jahre umsonst schuften.Nein Danke Leute - mit mir nicht.

Und CM hin oder her, viele haben Angst einfach loszulegen, deswegen diese seltsamen Aussagen wie "hätte,könnte". Ich sag euch eins: Als ich mit 16 Jahren anfing für ein dickes Auto zu sparen wurde ich belächelt, heute bin ich 25 und fahre einen "dicken Wagen". Das ist alles nur eine Frage der inneren Einstellung, denn viele schaffen es anzufangen, aber das durchhalten ist das wichtigste. Lieber 500DM 30 Jahre sparen, anstatt 1000DM nur 5 jahre denn mit den 500DM ist man Millionär!
Viel Glück für Deinen Weg, aber weshalb mußt du Deine Antworten hier und in Deinem Paralellthread derart arrgogant formulieren?

Gruß, Jacqueline
akif,nimmst Du heute ein Darlehen über DM 200.000 zu 5,5 % zzgl.2 % Tilgung auf,hast Du eine mtl.Belastung von DM 1.250 und nach 14 Jahren eine Restvaluta von DM 63.000-Sondertilgung i.H.v. DM 40.000(Eigenheimzulage)nach 8 Jahren vorausgesetzt.

Nach Deiner Berechnung hast Du eine mtl.Belastung von DM 1.790 ( 2x 520,zzgl.750 Miete).
Wenn Du also die Differenz zusätzlich ansparst,hast Du nach 14 Jahren DM 77.700 cash,was in jedem Fall zur Tilgung der Restvaluta reicht.
Inwiefern Deine Mietbelastunf über 14 Jahre konstant bleibt,wirst Du ja selbst einschätzen können.
Übrigens wird Dein Objekt nach 14 Jahren sicher auch eine Wertsteigerung um ca.10 % erfahren haben.
Soviel zum ganz banalen Annuitätendarlehen.
Du hast bei Deinem Vergleich eines vergessen. Du vergleichst den Wohnwert Deines eigenen Hauses mit dem Wohnwert einer 750,- DM Wohnung.

Vergleich doch mal die Rechnung, wenn Du die 1500,- DM rechnest, die Du für ein vergleichbares Haus an Miete zahlen würdest.

Gruss
Kater
Kater ,völlig richtig und der Luxus im eigenen Haus zu wohnen,ist ohnehin nicht monetär aufzuwiegen.
Hallo Akifpower,
herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entschlußkraft etwas
erreichen im Leben. Ein paar Dinge solltest Du aber
noch berücksichtigen. Das schlüsselfertige Haus für
280.000 möchte ich gerne mal sehen.
1.Dein Angebot von Danhaus ist sicherlich ab OK Kellerdecke.
Preis für das Fundament ca. 10-15.000 DM.
2. Wenn es soweit ist mit dem Bauen soweit ist, wirst Du sicherlich nicht auf einen Keller verzichten wollen.
Nochmal 40.000-60.000.
3. Das Haus auf Deiner Seite hat ein paar Extras, die
sicher noch nicht im Angebot enthalten sind, z.B.
eine Gaube,einen Balkon,einen Erker und eine gepflasterte
Terasse. Zusatzkosten vielleicht ca. 25-30.000 DM
4. Auf eine Garage, vielleicht sogar eine Doppelgarage für
Dein "dickes Auto" wirst Du doch sicher auch nicht ver-
zichten wollen? Da rechnen wir dann noch 10- 30.000 dazu.
5. Baunebenkosten: wie Gas,Strom,Wasser und Telekomanschluß
mind. 10.000DM. Verbringung des Bauschutts usw. kommen
natürlich auch noch
6. Wer will schon ein Haus genauso, wie es einem angeboten wird.Dazu kommen noch Kleinigkeiten, wie vielleicht ein
Kamin,Klinker,glasierte Dachpfannen, bodentiefe Fenster
usw............
Aber wenn Dein Wille nur stark genug ist, wirst Du es
schaffen!

Gruß
Magellans
Man Oh man Akifpower,
wenn du die Meinungen hier nicht respektierst und alle nur
beschimpfst und so arrogant und scheiße auftrittst wie hier,
solltetst du dir vielleicht mal überlegen was du hier willst!
Schließlich willst DU unsere Meinung hören.
Wir können auf dich auch gut verzichten,wenn du uns so behandelst!

Arschlecken!
@aktifpower...

...im Grunde ist Deine Einstellung nicht schlecht, allerdings solltest Du andere Meinungen genauso respektiren!!

Du hast recht wenn Du rechtzeitig anfängst auf ein Ziel zu sparen bzw. ausreichendes Eigenkapital zu sammeln.
Und ich stimme mit Dir überein, dass eine Fremdfinanzierung wirtschaftlich gesehen beim Häuslebau (ich spreche hier vom Eigennutz!) eher schlecht ist.

Was Du aber nicht außer acht lassen darfst ist allerdings auch eine andere Denkweise...mal weg von der rein wirtschaftlichen ertragsorientierten...

Ein neues Haus kann Dir schon heute eine bessere Lebensqualität bieten, auf die Du in Deiner Mietwohnung noch 14 Jahre(!!) warten kannst. Und dies ist monetär sicher nicht zu erfassen.
Und außerdem, wer sagt Dir was in 14 Jahren oder mehr ist? Hast Du dann noch die Möglichkeit von Deiner dann angesparten Kohle gebrauch zu machen?...wollen wir den Teufel nicht an die Wand mahlen...
Aber dies sind alles Gedanken, die eine Fremdfinanzierung (wenn man sie denn auch wirtschaftlich tragen kann) auch schon heute sinnvoll erscheinen lassen.

Du siehst, es hängt wirklich von der persönlichen Einstellung ab, die man selbst im Leben hat.
Deshalb kannst Du auch nicht andere als "Dummköpfe" verurteilen nur weil Sie einen anderen Weg einschlagen als Du.
Für Dich, weil Du warten kannst ist das der richtige Weg.
Ich z.B. wäre bereit schon heute mein Haus oder Wohnung vorzufinanzieren um schon heute darin leben zu können....

Gruß
BERND
Hiermit schließe ich diesen Tahread und verweise auf den selben Thread bei den 50´ern.
Euer Akifpower
Juhuuu, nur noch ein Monat, dann hab ich das jahr um. Ich hab dann 12 moante gespart und es bleiben nur noch 14 jahre
@AKIPOWER


.............................


Lebensversicherungen im Sog
fallender Aktienmärkte


Auswirkungen der Börsenkrise
auf die Sicherheit von Lebensversicherungen


Executive Summary:

“…in der Versicherungswirtschaft gibt es keine
Sicherungsfonds wie bei den Banken, so dass der
Kunde … sein gesamtes Geld verlieren kann.”
Elke Weidenbach, Verbraucherzentrale NRW


Stille Reserven ade -

Die Versicherungsbranche ist unter Druck. Stille Reserven und Fettpolster aus der Zeit des
Börsenbooms sind verschwunden. Zwischen 1994 und 2000 hatten deutsche Versicherer ihren
Aktienanteil von 12,7 auf 26,4% der gesamten Anlagen hochgeschraubt. Von den 125 Mrd Euro
Prämieneinnahmen im Jahr 2000 flossen 41% in Aktien – vielfach zu Kursen nahe den
historischen Höchstständen. Nach einer Studie der WestLB hatten die kleineren deutschen
Versicherer per 18. September 2001 rund 80% ihrer stillen Reserven verbrannt. Für die gesamte
Branche schätzten die Düsseldorfer Analysten einen Rückgang der stillen Reserven um 51,8%.

Jeder Besitzer einer deutschen Lebensversicherung muss mit Einschnitten rechnen

Im Jahr 3 nach dem Ende der Börsenhausse fällt der Kassensturz bei deutschen
Lebensversicherern ernüchternd aus. "Alle Lebensversicherer müssen ihre
Überschussbeteiligungen senken", prophezeit Heijo Hauser, Geschäftsführer des
Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin. Der Rotstift wird sowohl Kapitallebens- als
auch Rentenversicherungen treffen. Einzelne Versicherungsnehmer mussten bereits zusehen, wie
ihre Rückzahlungswerte um sechsstellige Beträge gekürzt wurden.

Große Beliebtheit von Lebensversicherungen macht kritische Überprüfung des Sektors notwendig

Mit 85 Millionen Verträgen und einer versicherten Summe von 1,6 Billionen Euro sind
Lebensversicherungen neben dem Eigenheim die beliebteste Anlageform der Deutschen.
Versicherungsgesellschaften galten bislang als krisenfest und wachstumsträchtig. Doch die
Börsenbaisse und die Kürzung der Überschussbeteiligungen wirft die Frage auf, ob die deutschen
Sparer auf das richtige Pferd gesetzt haben. Die Beantwortung dieser Frage kann Auswirkungen
auf den gesamten Finanzplatz Deutschland haben.

Enronitis auch bei deutschen Versicherern?

Rund um den Globus erhalten Sparer Hiobsbotschaften über Performance und Werthaltigkeit
ihrer bislang als sicher eingestuften Altersvorsorgeanlagen. In England mussten über eine Million
Versicherte der Equitable Life, der ältesten Versicherung der Welt, eine Kürzung ihrer
Ansprüche um 16% hinnehmen.
In der Schweiz wies die Swiss Life nach Abzug bestimmter
Goodwill- und Akquisitionsposten per April 2002 ein negatives Netto-Eigenkapital aus. Im
deflationsgeplagten Japan sind seit 1997 bereits sieben Lebensversicherer in Konkurs gegangen.
Mit der Unruhe um die Bilanzierungsmethoden des Finanzdienstleisters MLP scheint die
Aufräumarbeit unter Finanzdienstleistern auch den deutschen Markt erreicht zu haben. In
Londoner Bankkreisen wird bereits darüber spekuliert, ob sich MLP zur Beruhigung seiner Situation durch einen „weißen Ritter“ übernehmen lassen muss. Es ist zu erwarten, dass sich die
Diskussion um die Bilanzierungsmethoden und Sicherheit deutscher Finanzkonzerne bald auch
auf die Lebensversicherer ausdehnen wird.

Solidität deutscher Versicherungsverträge hängt stark von Aktien und Anleihen ab

Die Börse spielt für die deutschen Versicherungsgesellschaften mittlerweile eine entscheidende
Rolle. Ob es für deutsche Versicherungssparer bei einer Kürzung der Überschussbeteiligung
bleibt oder weitergehende Kürzungen und Insolvenzen zu befürchten sind, wird maßgeblich
durch die Entwicklung des Kapitalmarktes entschieden. Rund 96% der Anlagen von
Lebensversicherern hängen von Börsenkursen und Zinsniveau ab.
Das Absinken des DAX auf
rund 3.800 Punkte im September 2001 hatte bei ersten Lebensversicherungen bereits zu einer
vollständigen Vernichtung aller stillen Reserven und zur Entstehung stiller Verluste geführt.

Flucht in Unternehmensanleihen könnte sich als Bumerang erweisen

Um die rückläufigen Erträge im Aktienbereich und die niedrigen Renditen von Staatsanleihen
auszugleichen, investieren deutsche Versicherer zunehmend in Unternehmensanleihen. Seit
Enron und SwissAir ist jedoch selbst bei vermeintlich soliden Schuldnern erhöhte Vorsicht
angebracht. In Europa stammen 70% aller Unternehmensanleihen aus dem Telekom- und
Medienbereich. Setzt sich der gegenwärtige Trend der “erosionomics” (= langsam erodierende
Volkswirtschaften und Kapitalmärkte) fort, können die wachsenden Engagements bei
Unternehmensanleihen dazu führen, dass deutsche Lebensversicherer mit ihren
Renditenversprechen noch stärker in Bedrängnis geraten.

Auch das Engagement in Kreditderivaten verdient Wachsamkeit

Das neue Sicherheitsdenken der Nach-Enron-Ära wirft weitere, in der Öffentlichkeit bislang
unzureichend diskutierte Fragen auf. Der Enron-Konzern geriet aufgrund komplexer, nicht aus
der Bilanz ersichtlicher Derivatgeschäfte in Konkurs. Auch deutsche Lebensversicherer
investieren in Kreditderivate und übernehmen dabei Kreditrisiken, die Banken aus ihren Büchern
entfernen möchten. Versicherungen können aufgrund weniger strenger Kapitalauflagen höhere
Kreditrisiken schultern als Banken. Eine solche regulatorische Arbitrage kann zu einer
stabilitätsgefährenden Umverteilung und Konzentration von Risiken führen. Versicherer zählen
mit rund 20% Marktanteil bereits zu den größten Marktteilnehmern des weltweit auf 2 Billionen
US$ geschätzten Kreditderivatebereichs. Der gesamte Bereich wird auch von
Regulierungsbehörden erst nach und nach erschlossen.

Hinweise aus den USA, dass sich deutsche Versicherer auf der Suche nach höheren
Renditen zu riskanten Derivatspekulationen verleiten lassen


Deutsche Lebensversicherer investieren derzeit noch in der Hoffnung auf höhere Renditen in
Kreditderivate. Wenn aber jahrzehntelang im Kreditgeschäft erfahrene Banken Kreditrisiken
abgeben, muss die Frage gestellt werden, ob die Käufer die Risiken in allen Fällen ausreichend
erkennen und den Wert der Anlage korrekt bestimmten können. Eine für Finanzplanung,
Finanzprodukte und Versicherungen zuständige Tochter von American Express hat sich bei ihrer
Suche nach höheren Erträgen bereits die Finger verbrannt: Amex Financial Advisors verlor mit
Kreditderivaten, deren Funktionsweise die Amex-Mitarbeiter nicht richtig verstanden hatten, im
Jahr 2001 rund 1 Mrd US$. Auf der verzweifelten Suche nach höheren Zinsen könnten sich auch
deutsche Gesellschaften eine blutige Nase holen: Das amerikanischen Branchenmagazin “The
Banker” berichtete jüngst, dass deutsche Lebensversicherer als auffällig große Käufer besonders
riskanter Tranchen des Kreditderivate-Bereichs beobachtet wurden.

Ist ein “Fall Equitable” in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit?

Die bei unserer Untersuchung gefundenen Indizien deuten darauf hin, dass es bei deutschen
Versicherern höher als erwartet ausfallende, in der Finanzpresse und öffentlichen Meinung noch
nicht hinreichend beobachtete Risiken gibt. Uns erscheint eine verstärkte Überwachung von
Derivate-Engagements sowie die zwangsweise Einführung eines “Crashtests” für deutsche
Versicherungen als angebracht. Die aufgezeigten Risikofaktoren erscheinen geeignet, um bei
einem anhaltend schlechten Klima an den Finanzmärkten zum Kollaps einer oder mehrerer
deutscher Versicherer zu führen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass es bei Schieflagen zu
Übernahmeaktivitäten und Zusammenschlüssen kommt, ist ein Auffangen der Verluste durch die
“Deutschland AG” im wettbewerbsintensiven Umfeld nicht mehr sichergestellt.
Eine erste Schieflage liegt in Deutschland bereits vor: Nach einem Bericht der Zeitschrift Capital
hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Detmolder Lebensversicherer
Familienfürsorge unter Zwangsverwaltung gestellt. Bei 300.000 Versicherungsverträgen sollen
bei den Renditen zumindest Einschnitte bevorstehen. Capital zufolge sollen insgesamt 13
Gesellschaften außer Stande sein, den Garantiezins von meist 3,25 Prozent zu zahlen,
wenn der Dax am Jahresende auf aktuellem Niveau notiert.


...............


Fortsetzung folgt:
Stille Reserven ade -

Die stillen Reserven deutscher
Lebensversicherer beruhten zum Jahresende
1999 zu mehr als 80% auf
Dividendenpapieren.
Berechnung von Tillinghast-Towers Perrin in
“Die Finanzstärke deutscher Lebensversicherer”,
Mai 2001


Versicherungsgesellschaften gelten seit Jahrzehnten als die sichersten Werte überhaupt. Mit
jährlich wachsenden Prämieneinnahmen und stillen Reserven in Milliardenhöhe schienen
deutsche Versicherer gegen jeden Sturm gewappnet und gefeit.
Neben dem Eigenheim sind Lebensversicherungen der größte Vermögensposten deutscher
Sparer. Mit 85 Millionen Lebensversicherungsverträgen sind die Deutschen besser versichert als
praktisch jedes andere Volk der Erde. Statistisch entfällt auf jeden Bürger – vom Säugling bis
zum Greis – eine Lebensversicherung. Die versicherte Summe der Deutschen liegt bei 1,6
Billionen Euro.
Bislang kombinierten Lebensversicherungen Sicherheitsdenken und attraktive Renditen. Die
gesetzliche Mindestverzinsung für Lebensversicherungen liegt in Deutschland zwar nur bei
3,25%, dank der Überschussbeteiligungen kamen Versicherungsnehmer jedoch regelmäßig in den
Genuss erheblich höherer Renditen. Weil die Versicherungen die Gelder ihrer Kunden in
Immobilien und Aktien investierten, profitierten die Versicherten vom Immobilien- und
Aktienboom. Ein Teil der derart erzielten Erträge wurde renditeerhöhend an die Kunden
weitergereicht. Bis 1999 wurden so hohe Gewinne erzielt, dass Überschussbeteiligungen von 7%
und mehr gewährt werden konnten.
Das System funktionierte, solange Aktien regelmäßig neue Höchststände erreichten und
Wirtschaftswachstum sowie Zuzug die Immobilienpreise steigen ließen. Der Erfolg gab den
Versicherungen recht und lieferte die notwendigen Vorzeigeresultate, um neue Kunden zu
akquirieren.
Die hohen Ergebnisse führten jedoch auch dazu, dass sich neue Kunden vielfach nur noch mit
immer höheren Rendite-Versprechungen akquirieren ließen. In bunten Hochglanzprospekten
wurden die Ergebnisse der Vergangenheit genutzt, um die Erträge der Zukunft zu
prognostizieren.

Fallende Aktienmärkte lassen die Reserven der Versicherer drastisch zurückgehen

Der durch das aggressive Renditedenken ausgelöste Wettbewerb könnte sich jedoch in den
kommenden Jahren als Bumerang erweisen. Ein Großteil des deutschen Finanz- und
Versicherungs-Establishments wurde von der seit März 2000 andauernden Börsenbaisse auf dem
falschem Fuß erwischt. Als die Süddeutsche Zeitung zum Jahresende 2000 eine Befragung unter
35 Banken durchführte, rechneten die Bankanalytiker auf Sicht eines Jahres mit einem Stand des
Dax von mindestens 6000 bis 7.700 Punkten. Am 28. Dezember 2001 notierte der wichtigste
deutsche Aktienindex aber bei 5.160 Punkten.

Gerade im Jahr 1999 und im ersten Halbjahr 2000 haben deutsche Lebensversicherungen hohe
Neuanlagen in Aktien getätigt. Im Jahr 2000 flossen 125 Milliarden Euro an neuen
Kapitalanlagen zu 41% in Aktien. Die damals
vielfach nahe den historischen Höchstkursen
eingekauften Papiere haben seither rasant an Wert
verloren.
Die deutsche Börse hat seit 1949 mehrfach stark nach
unten korrigiert. Bislang konnten die
Versicherungsgesellschaften Baissephasen durch die
hohen Reserven abfangen. Der aktuelle Abschwung
hat jedoch eine für deutsche Versicherer neue
Qualität. Investierten Versicherer nach Kriegsende
nur 5% ihrer Anlagen in Aktien, erlaubte eine
Änderung der Anlagevorschriften später bis zu 30%
Aktienanteil. Die deutsche Versicherungsbranche
machte von der gelockerten Regelung reichlich
Gebrauch: Waren Ende 1995 nur 12,9% des
Vermögens in Fondsanteilen und Aktien investiert,
lag die Quote im Jahr 2000 bereits bei 26,4%.
Die starke Ausrichtung auf Aktien rächt sich jetzt. In früheren Baisse-Phasen konnten Versicherer
noch auf ihre Investments in Anleihen und Immobilien zurückgreifen, um die Verluste durch
positive Ergebnisse anderer Sparten abzufangen. Diesmal könnten die Bremsspuren im
Aktienbereich zu lang sein, um durch die anderen Bereiche abgefangen zu werden.
Selbst innerhalb der Branche wächst die Unruhe. Ein Versicherungsanalystenteam der WestLB
Panmure gab sich bereits Ende 2001 “tief beunruhigt” über die stillen Reserven der deutschen
Versicherer. Zum 18. September 2001 hätten die kleineren Versicherer bereits 80% ihres Polsters
zwischen Zeit- und Buchwert ihrer Kapitalanlagen verloren. Für die gesamte Branche lag die
Schätzung bei einem Rückgang um 51,8%.
Das Beratungs- und Analyseunternehmen Tillinghast-Towers Perrin schlug ebenfalls Alarm. Im
Mai 2001 untersuchten die Spezialisten die Finanzstärke deutscher Versicherer. Die damaligen
Schätzungen gingen davon aus, dass die Bewertungsreserven, die am Jahresende 1999 14,4%
betragen hatten, am Jahresende 2000 auf 11,2% und zum Ende des 1. Quartals 2001 auf 7,8%
abgesunken waren. Die entsprechenden Dax-Werte lagen bei 6.955 Punkten, 6.433 Punkten und
5.829 Punkten. Aktueller Schätzungen von Tillinghast-Towers Perrin liegen derzeit nicht vor. Bei
einem aktuellen Dax-Stand von 4.300 Punkten ließe sich die Tendenz einer neuen Berechnung
jedoch schon vorab schätzen.
Die desolate Börsenlage hat im deutschen Versicherungssektor zu einer dramatischen
Veränderung der Finanzstrukturen geführt. Hält die Schwäche der Aktienmärkte an, werden sich
einige deutsche Lebensversicherer einer brutalen Vergangenheitsbewältigung gegenübersehen.
“Capital” hatte bereits im Oktober 2001 geschätzt, dass die stillen Reserven der deutschen
Versicherer bei einem Dax-Stand von 4.500 gegen Null tendieren.
Die Finanzstruktur der deutschen Versicherer unterscheidet sich teilweise aber stark voneinander,
so dass eine Branchenbetrachtung nur unzureichend ist und für jedes Versicherungsunternehmen
eine Einzelfallbetrachtung notwendig ist. Die aufgezeigten Schwächen im Aktienbereich könnten

Fehlinvestments von Profis

Im Dezember 2000 beteiligte sich die
Münchener Rück-Gruppe mit einem
Anteil von 4,9% an der Kinowelt AG.
Einem damaligen Einstandskurs von
17 Euro steht ein heutiger Kurs von
0,10 Euro gegenüber. Oft erwies sich
auch die Beteiligungsgröße als
Problem. Weil die Umsätze bei Titeln
des Neuen Marktes oder des S-Dax
stark gefallen sind, mussten
Versicherer teilweise weitgehend
hilflos mit ansehen, wie ihre Aktien
an Wert verloren.


jedoch in Kombination mit den im folgenden aufgezeigten Risiken im Anleihen- und
Derivatebereich für erhebliche Unruhe unter deutschen Versicherungsnehmern und
Kapitalanlegern führen.

Jeder Besitzer einer deutschen Lebensversicherung muss mit
Einschnitten rechnen -


“Mancher Anbieter wird unter den
gegenwärtigen Bewertungsnormen sogar
Schwierigkeiten haben, die Anlegern
garantierte Verzinsung zu erwirtschaften.”
Professor Heinrich Schradin, Universität Köln


Was Aktionäre bereits erlitten haben, steht den Kunden vieler Lebensversicherungen erst noch
bevor. Wer eine Lebensversicherung besitzt, dürfte bald den langen Arm der Börse am eigenen
Geldbeutel spüren. "Alle Lebensversicherer müssen ihre Überschussbeteiligungen senken",
prophezeit Heijo Hauser, Geschäftsführer des Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin.
Deutsche Lebensversicherungen garantieren ihren Kunden lediglich eine Basisverzinsung von
3,25%. Jeder zusätzlicher Euro Ausschüttung muss zuvor am Kapitalmarkt verdient werden. Weil
es nach fetten aber immer auch magere Jahre gibt, ist die Ausschüttung einer
Überschussbeteiligung nicht garantiert.

Renditerechnungen aufgrund desolater Kapitalmärkte hinfällig

Verbraucherschützer hatten seit langem beklagt, dass Lebensversicherer langfristig hohe Renditen
für die nächsten 30 Jahre versprechen. Die Renditeversprechen sind in der Regel eine
Extrapolation (Hochrechnung) zurückliegender Renditen. Doch nicht immer lässt sich aus der
Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Angesichts der gegenwärtigen Börsensituation ist es
unwahrscheinlich, dass Inhaber von Versicherungspolicen weiterhin mit der gewohnten
jährlichen Rendite von 7% oder mehr rechnen können.
Die Schwankungen des Kapitalmarktes können erheblichen Einfluss auf die Erfüllung von
Renditeprognosen haben. Der Kölner Versicherungsprofessor Oskar Goecke (FH Köln) hatte
bereits 2001 insgesamt 303 Produkte von 66 Lebensversicherern auf die Plausibilität der
Renditeprognosen untersucht. Goecke kam zu dem Ergebnis, dass die Musterrechnungen zwar
realistisch, aber sehr anfällig für eine Veränderung der Kapitalmarktrenditen waren.
Erzielen die untersuchten Versicherer nur 0,5% weniger Rendite, wird die Renditeerwartung für
217 Produkte unplausibel. Der Versicherungsexperte warnte vor übergroßem Vertrauen in die
Prognosen der Versicherer und verglich die Renditeprognosen mit “Rennlisten”, die dem Verkauf
von Policen dienen.
Der Chef der deutschen Versicherungsaufsicht, Helmut Müller, mahnt bereits seit Jahren, sich
nicht von Versprechungen gleichhoch bleibender Renditen ködern zu lassen. Schon die Senkung
der Rendite um 0,5% kann erheblichen Einfluss auf die Auszahlungssumme haben.

Schon kleine Renditeschwankungen machen sich über die lange Laufzeit sehr bemerkbar

Bei einem Rückgang um 1% fehlen einem Kunden, der seit fünf Jahren in einen 15-Jahres-
Vertrag einzahlt und für das Ende der Lautzeit mit 400.000 Euro rechnet, bereits 31.000 Euro. Im
Einzelfall können die Einschnitte in Abhängigkeit von der Versicherungssumme natürlich noch
wesentlich größer sein - wie nebenstehendes Beispiel zeigt.
Ob es bei einer derartigen Kürzung der Überschussbeteiligung bleiben wird, oder sogar noch
gravierendere Kürzungen von Lebensversicherungen befürchtet werden müssen, erfahren Sie aus
dem folgenden Kapitel.

Tabuthema “Insolvenz von deutschen Lebensversicherern” gewinnt an
Brisanz -


“Die Branche ist nervös. Pleitegerüchte
kursieren. Das Bundesaufsichtsamt für das
Versicherungswesen versucht, die
dramatische Entwicklung unter Kontrolle zu
halten. Diskret sucht die Behörde nach
Partnern für Wackelkandidaten.”
Capital, 18. Oktober 2001


Großbritannien: Etablierter Versicherer vor dem Aus?

Das Schreiben landete im Briefkasten von mehr als einer Million Briten: Wer eine
Lebensversicherung bei Equitable Life abgeschlossen hatte, bekam seine Auszahlung um 16%
gekürzt.
Die Inhaber der Equitable-Policen hatten bis dahin geglaubt, ihre Ersparnisse in ein sicheres
Investment gesteckt zu haben: Equitable war die älteste Versicherungsgesellschaft der Welt und
keine profitorientierte Börsengesellschaft, sondern eine Versicherungsgesellschaft auf
Gegenseitigkeit. Die Versicherungsnehmer sind gleichzeitig auch die Eigentümer.
Der schleichende Niedergang der 240 Jahre alten Traditionsversicherung hatte sich kritischen
Beobachtern schon seit längerer Zeit angekündigt. Die Gesellschaft hatte bereits mehrere Jahre
zuvor versucht, 90.000 Mitgliedern garantierte Bonuszahlungen zu streichen. Die zusätzliche
Auszahlung im Wert von 1,5 Milliarden Pfund (2,34 Mrd Euro) wurde unter Verweis auf eine zu
niedrige Verzinsung der Kapitalanlagen verweigert.
Der Richter lehnte die Argumentation der Equitable-Anwälte jedoch ab. Durch die per
Gerichtsurteil verordnete Auszahlung der Bonuszahlungen verschlechterte sich die Finanzlage
der Gesellschaft rasant. Mangels Eigenkapital war Equitable gezwungen, das Neugeschäft
einzustellen.
Die Equitable-Kunden saßen regelrecht in der Falle. Ein vorzeitiger Abzug des Kapitals hätte zu
Strafzahlungen geführt und war häufig schon aus steuerlichen Gründen nicht möglich. Um
Versicherte vom Abzug ihrer Mittel abzuhalten, wurde die Strafe für eine vorzeitige Kündigung
sogar von 7,5 auf 10,0% erhöht.
Die Equitable-Versicherten sitzen auf einem Schaden von insgesamt 3,9 Milliarden Pfund (6 Mrd
Euro). Die Gründe für das Equitable-Desaster lagen jedoch nicht alleine im schwachen
Abschneiden der Finanzanlagen. Equitable hatte von Anfang an zu hohe Versicherungsleistungen
versprochen und zu geringe Rückstellungen gebildet. Als die Gesellschaft durch den langwierigen
Rechtsstreit eine Kündigungswelle auslöste und Neukunden abschreckte, verschlechterte sich die
operative Position des Unternehmens weiter. So führt eines zum anderen.
Mittlerweile wurde ein Haftungsklage gegen 15 Verantwortliche eingereichet. Doch keiner der
Vorstände verfügt über ausreichend Vermögen, um den Schaden auch nur ansatzweise
ausgleichen zu können. Schuldzuweisungen gab es auch gegen die öffentliche Aufsichtsbehörde,
die Financial Services Authority (FSA). Weder die FSA noch andere Überwachungsorgane hätten
die unzureichende Reservenbildung erkannt.


Bilanztricks: Enronitis bei Versicherern?

Tatsächlich ist die Frage berechtigt, ob die Aufsichtsbehörden wachsam genug waren. Welche
Freiheiten britischen Lebensversicherern in der Bilanzierung zugestanden wird, kam Anfang Juni
ins Rampenlicht: Der Versicherer Equitable hatte zukünftige Gewinne als Kapital verbucht.
Insgesamt wurden auf diese Weise 500 Mio Pfund zusätzliches Kapital ausgewiesen. Equitable
ist mit dieser optimistischen Bilanzierungspolitik nicht alleine: Auch Scottish Equitable, eine
Tochter der niederländischen Aegon-Gruppe, und Scottish Mutual, ein Ableger der britischen
Großbank Abbey National, bilanzieren auf diese Weise.
Aegon verteidigte den Bilanztrick mit dem Argument, dass diese Bilanzierung auch in den
Niederlanden zulässig sei. Fraglich ist, ob dieses Argument die britische Bilanzierungsweise
aufwertet oder nicht eher die niederländische Bilanzierungspraxis abwertet. Die Tatsache, dass
diese Methode in England vor allem von schwächer finanzierten Versicherungen angewandt wird,
könnte eher zu Rückschlüssen auf die mangelnde Solidität der niederländischen
Muttergesellschaft verleiten. So wurde die Bilanz von Aegon denn auch schon von der Financial
Times als im negativen Sinne beobachtenswert hervorgehoben. Die britischen Aufsichtsbehörden
bereiten jedenfalls eine Abschaffung dieser Regelung vor.

Probleme auch in der als solide geltenden Schweiz

Problematische Versicherungsbilanzen sind auch andernorts anzutreffen. In der Schweiz, sonst
bekannt für Solidität und Zuverlässigkeit, befindet sich die Swiss Life im Gerede. Die Swiss
Life/Rentenanstalt-Gruppe ist der größte Lebensversicherer der Landes.
Swiss Life leidet unter einem Strukturproblem der Schweizer Versicherungswirtschaft.
Eidgenössische Lebensversicherungen müssen ihren Versicherten seit 1985 sogar 4%
Mindestverzinsung garantieren, verglichen mit 3,25% in Deutschland. Schweizer Staatsanleihen
werfen derzeit aber nur 3,21% ab. Der Satz für risikolose Anlagen liegt in der Schweiz bereits seit
1996 unter 4% und setzt die Versicherungen seit Jahren unter erheblichen Performancedruck.
Auch der Umwandlungssatz, mit dem das Alterskapital in eine jährliche Rente umgerechnet wird,
bereitet den Schweizern Kopfzerbrechen. Die vorgeschriebene Rate für Annuitäten lag bei den
Eidgenossen bislang bei 7,2%. Die bereits durch das niedrige Zinsniveau gegebene Problematik
wird durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung verschärft: Wer länger lebt, erhält
auch länger Leistungen aus der Annuität. Das Schweizer Parlament hat mit einer Senkung der
Annuitätenrate auf 6,8% reagiert. Die Änderung wird jedoch erst in 12 Jahren vollständig
umgesetzt sein. Bis dahin dürfte die Lebenserwartung weiter steigen und einen Teil des
gewünschten Effekts wieder zunichte gemacht werden.
Swiss Life war durch verfehlte Aktienanlagen und überteuerte Akquisitionen in die Bredouille
geraten. Im vergangenen Jahr brachen die Reserven auf den Wertschriften um mehr als 3
Milliarden Franken ein. Zusätzlich musste die Gesellschaft 760 Millionen Franken an
Wertminderungen auf
Anlagen über die
Erfolgsrechnung verbuchen.
Teuer war auch die
Übernahme der Banca del
Gottardo. Swiss Life
übernahm die Privatbank im
Jahr 1999, nahezu auf der
Spitze des Finanzbooms. Der
gezahlte Kaufpreis von 2,4
Milliarden Franken dürfte
heute nicht mehr erzielbar
sein. Marktspekulationen
sprachen zuletzt von einem
bevorstehenden Verkauf der Privatbank zum Preis von 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken. Die
Financial Times errechnete denn auch im April, dass die Swiss Life bei Ausbuchung bestimmter
Goodwill- und Akquisitionsposten ein negatives Eigenkapital aufweisen würde. Mit der
anhaltenden Diskussion und immer wahrscheinlicher werdenden mittelfristigen Abschaffung des
Schweizer Bankgeheimnisses dürfte der Marktwert der Privatbank eher noch weiter fallen.
Nach Ansicht von Analysten braucht die Swiss Life mindestens 1 Milliarde Franken, um beim
Eigenkapital wieder komfortabel dazustehen. Roland Chlapowski, seit Ende Februar neuer
Verwaltungsratpräsident von Swiss Life, hat ein 300 Mio Franken Kostensparprogramm
eingeleitet und mittlerweile nicht betriebsnotwendiges sowie unrentables Vermögen zum Verkauf
gestellt.
Swiss Life bleibt jedoch vorerst in einer Turnaround-Situation. Die Züricher Kantonbalbank
stufte den Dividendenverzicht der Swiss Life als ein “happiges Signal” für ein
Eigenmittelproblem ein. Die Handelszeitung orakelte, ob Swiss Life bei einer anhaltenden
Seitwärtsbewegung der Börse ohne Kapitalerhöhung oder Notverkäufe über die Runden kommt
wird.


....................................


Fortsetzung folgt:
Japan: Bereits 7 Pleiten in der Versicherungsbranche

Wohin zu hohe Renditeversprechen von Lebensversicherern führen könnte, zeigte sich in jüngster
Vergangenheit in Japan. Dort gingen seit 1997 sieben Konzerne Pleite, weil sie ihren Kunden
höhere Renditen versprochen hatten, als sie tatsächlich erwirtschaften konnten. Die
Ausschüttungen an Versicherte betragen zum Teil noch 5,5% und mehr für ältere Policen,
während die Kapitalerträge z.B. beim Marktführer Nippon Life mit 2,27% nur noch die Hälfte
dessen abdecken. Die Branche kann nur noch zu Lasten der Versicherten gegensteuern. Bei
Nippon Life, Dai-Ichi-Life, Sumitomo Life, Meiji Life, Yasuda Life und Mitsui Life wurde die
vertraglich garantierte Verzinsung im Juni 2001 von 1,5% auf 0,75% gesenkt.
Die Problematik geht in Japan jedoch längst über die Frage der Verzinsung von Sparguthaben
hinaus. Die Konkurse der Versicherungsgesellschaften wurden zwar durch den japanischen Staat
aufgefangen, dennoch ergeben sich bereits für die gesamte Volkswirtschaft negative
Auswirkungen.
Durch die staatlich gedeckten Luftbuchungen wird die Problematik lediglich umverteilt und eine
rasche und gründliche Bereinigung des Problems durch die Mechanismen des Finanzmarktes
verhindert. Die Krise der Lebensversicherungen trägt dazu bei, dass Japan auch im Jahr 12 nach
dem Ende der Aktien- und Immobilienblase noch immer unter Sachwertdeflation und
schrumpfender Wirtschaft leidet.
Strauchelnde Versicherer weltweit: Ist Deutschland sicher?
Sind ähnliche Fälle auch in Deutschland denkbar oder wahrscheinlich? Eine Detailanalyse
gestaltet sich aufgrund der Komplexität der Materie und der Vielfalt der involvierten
Unternehmen schwierig.
Deutsche Versicherer konnten ihre stillen Reserven lange Zeit wie Staatsgeheimnisse schützen.
Die Höhe der Reserven wird zwar mittlerweile veröffentlicht und gerne dazu eingesetzt, um das
Interesse von Anlegern und Aktienanalysten auf sich zu ziehen, andere Teile von
Versicherungsbilanzen sind für Außenstehende jedoch unverändert schwer zu beurteilen.
Die schwierige Informationslage sollte gleichwohl nicht davon abhalten, Tendenzen und Indizien
zu überprüfen. Fragen kommen insbesondere auch im Zusammenhang mit der Überwachung von
Versicherungsgesellschaften in Europa auf. Der Einbruch des Kartenhauses bei Equitable wurde
in einem 286 Seiten starken Bericht der britischen Regierung untersucht. In dem Bericht, dessen
Details nicht veröffentlicht wurden, kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass die finanzielle
Schieflage von Equitable möglich war, ohne dass die Versicherung gegen
Regulierungsbestimmungen verstoßen hatte.
Entsprechend ist die Diskussion über die Sicherheit von Lebensversicherungen in England bereits
in vollem Gange. Nach dem Equitable-Desaster gibt es bei der Analyse des britischen
Versicherungssektors keine Tabus mehr. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA hat in einem
unter Verschluss gehaltenen Bericht 200 der 900 britischen Lebensversicherer auf eine Risikoliste
gesetzt. Die Rating-Agentur Fitch berichtete darauf hin, dass innerhalb der Versicherungsbranche
vielfach die Meinung herrscht, dass die vorgeschriebene Kapitalausstattung britischer
Lebensversicherer schon heute unzureichend sei und radikal reformiert werden müsse.
Sind Verwerfungen, wie sie im EU-Land Großbritannien entstanden, auch in Deutschland
möglich? Im Vergleich zu Versicherungen anderer europäischer Länder sind die deutschen

Versicherungen im Branchendurchschnitt noch überdurchschnittlich gut mit Eigenkapital
ausgestattet. Die deutsche Versicherungsbranche profitierte jahrzehntelang von einem gegen
ausländische Konkurrenz abgeschottenen Markt und entsprechend hohen Margen. Der deutsche
Versicherungssektor ist mit 138 Milliarden Euro Prämieneinnahmen der größte Europas.
Die Tatsache, dass per 2001 in Deutschland 706 Versicherungen registriert waren, zeigt, dass es
den meisten Gesellschaften bislang gut genug ging, um sich dem andernorts anzutreffenden
Konzentrationstendenzen zu entziehen. Die Eigenkapitalbasis reichte bei den meisten
Versicherern bislang aus, um die sich bietenden Expansionsmöglichkeiten im Alleingang zu
finanzieren.
Es gibt weitere Besonderheiten, die einen Vergleich der Entwicklung in Großbritannien mit der
Situation in Deutschland erschweren. So dürfen britische Versicherungen bis zu 100% ihrer
Anlagegelder in Aktien investieren. In Deutschland
ist der Aktienanteil im Versicherungsportefeuille
gesetzlich auf maximal 30% begrenzt.
Die Studien der WestLB und der
Consultinggesellschaft Tillinghast-Towers Perrin
(siehe oben) deuten aber dennoch auf beachtliche
Risiken in der deutschen Versicherungslandschaft
hin. Innerhalb der Versicherungsbranche gibt es
große Unterschiede in Art und Qualität der
Finanzsituation. Alles hängt von einer Betrachtung
des Einzelfalls ab. Dabei kam es bereits zu negativen
Auffälligkeiten.
Aus heutiger Sicht ist das deutsche
Versicherungsgewerbe noch dazu in der Lage,
etwaige Schieflagen bei einzelnen Anbietern
branchenintern aufzufangen. Die
öffentlichkeitsscheue Branche dürfte im Ernstfall
versuchen, gemeinsam mit der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungen hinter den Kulissen eine
Lösung zu finden. Auswege könnten in der
Übertragung des Kundenbestands oder einer
kompletten Übernahme liegen.
Branchensolidarität ist nicht unbeschränkt
belastbar
Ob sich aber für jeden in Schieflage geratenen
Versicherer eine realisierbare brancheninterne Lösung finden lässt, ist indes fraglich. So hat sich
auch für die Hannoversche Lebens bislang kein Käufer gefunden, obwohl das Unternehmen
Merrill Lynch mit der Suche nach einem starken Partner beauftragt hatte. Die Hannoversche
Leben ist als Gegenseitigkeitsverein organisiert, hat also keine Aktionäre und gehört den Kunden.
Selbst Verhandlungen mit dem langjährigen britischen Partner Standard Life blieben erfolglos.
Eine derartige Kapitalstrukur kann eine Auffangslösung schwierig gestalten oder auf
Unternehmen ähnlicher Rechtsform beschränken.

Beispiel: Hannoversche Leben

Die Hannoversche Leben in guten
Börsenzeiten zeitnah stille Reserven
an die Versicherten weitergegeben.
Auf diese Weise ließen sich die
Ergebnisse für die Versicherten
aufpolieren und neue Kunden
gewinnen. Gleichzeitig führte die
Strategie jedoch dazu, dass die
Versicherung schon im Jahr 2000
einen Großteil ihrer Reserven
aufgezehrt hatte.
Die Hannoveraner hatten 2000 als
Tabellenletzte bei der Nettorendite
abgeschlossen und musste
Wertpapierhändlern zufolge sogar
Aktienzwangsverkäufe durchführen.
Den Berichten zufolge hatte die
Gesellschaft in engster Abstimmung
mit der Versicherungsaufsicht Aktien
verkauft, um wenigstens noch die
garantierte Mindestverzinsung von
3,25% erreichen.


Auch die seit mehreren Jahren zu beobachtende Auflösung der „Deutschland AG“ spricht dafür,
dass Auffanglösungen für Versicherungen nicht immer so glatt gehen müssten, wie dies in der
Vergangenheit zu erwarten war. Der Verkauf der Beteiligungen an der Allianz durch Münchner
Rück und Deutsche Bank spricht auch dafür, dass innerhalb der Finanzbranche die Beteiligungen
eher ab- als aufgebaut werden. Deutsche Finanzunternehmen stehen heute mehr denn je im
Wettbewerb mit ausländischen Unternehmen. Würde eine Rettungsaktion zu stark auf die eigenen
Mittel und die Eigenkapitalrendite drücken, könnte die Solidarität unter deutschen
Finanzunternehmen schnell bröckeln. Dies um so mehr, als Versicherer durch den Absturz der
Aktienmärkte nicht mehr auf die reichlichen stillen Reserven zurückgreifen können und die
Kosten einer Rettungsaktion tendenziell aus operativen Erträgen erbracht werden müssten.
Das Entstehen einer solcher Situation bei einzelnen Versicherern dürfte eine reine Frage der Zeit
sein. Durch die jüngsten Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten befinden sich
deutsche Lebensversicherer jetzt in der Doppelschere sinkender Aktienkurse und niedriger Zinsen
– mit dem möglichen Effekt einer erheblichen Beschleunigung der Negativentwicklung.
Staatsanleihen: Sicher, aber zu wenig rentabel, um die Renditeerwartungen der
Versicherten zu erfüllen
Die deutschen Versicherer haben rund zwei Drittel ihrer Mittel in Produkte investiert, deren
Erträge an Zinsen gekoppelt sind. Seit Januar 2000 fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen
von 5,6 auf 5%. Bleibt die Zinswende aus, wird die Problematik der Renditeversprechungen von
7 bis 8% nur noch dringender. Die Lage wird besonders kritisch für jene Rentenpapiere, die in der
Hochzinsphase zwischen 1990 und 1992 aufgelegt wurden und jetzt fällig werden. Seinerzeit lag
das Zinsniveau bei 8 bis 9%. Die Versicherer müssen die freiwerdenden Mittel zu deutlich
schlechteren Konditionen neu anlegen.
Bei ihrer Strategie sind die Versicherer teilweise auch Sklaven einer von unrealistischen
Erwartungen geprägten Öffentlichkeit: Nur die wenigsten Sparer können zwischen nominalem
und realem Zins unterscheiden und boykottieren selbst in Zeiten niedriger Inflation
Finanzprodukte mit niedriger nominaler Verzinsung. Angetrieben durch langjährige
Investmentstatistiken aus den letzten zwei Jahrzehnten erwartet das Gros der Versicherten
Erträge, die im eingetrübten Kapitalmarktumfeld nicht mehr bzw. nur noch unter Inkaufnahme
höherer Risiken zu erwarten sind.
Die Versicherer müssen hohe Zinseinnahmen erzielen, andernfalls wandert der Kunde zu einem
Konkurrenten mit höherem Zinsversprechen. Die vertrackte Situation ist dazu geeignete, deutsche
Versicherer dazu zu verleiten, kurzfristige Zinsmaximierung vor langfristige Kapitalsicherung zu
setzen.

Der Ausweg: Unternehmensanleihen - höhere Zinsen, jedoch auch viel riskanter
Um der Zinsfalle zu entkommen, haben Versicherer in den letzten Jahren verstärkt in
Unternehmensanleihen investiert. Staatsanleihen würden als Ausweichmöglichkeit eine zu
niedrige Rendite bieten, nicht zuletzt da die Zinsen für Staatsanleihen in Ländern wie Italien
durch die Einführung des Euro deutlich gesunken sind. Selbst bei guter Bonität des Emittenten
können Unternehmensanleihen 0,5 bis 1% Prozentpunkt mehr bringen als vergleichbare
Staatsanleihen.
Die Pleiten von SwissAir und Enron haben jedoch gezeigt, dass auch sogenannte
Qualitätsanleihen praktisch über Nacht wertlos werden können. Bei SwissAir standen

Anleiheninhaber mit Papieren im Nominalwert von 4 Mrd Franken (2,77 Mrd Euro) im Feuer.
Dabei hatten führende Rating-Agenturen der Airline noch zu Jahresanfang 2001 eine gute Bonität
bescheinigt.
SwissAir ist in Europa kein Einzelfall mehr. Auch die Anleihen der früheren Highflyer am Neuen
Markt, Brokat und Carrier 1, sind durch einen Konkurs praktisch wertlos geworden. Die Bonds
hatten verlockende Zinskupons von 11,5 und 13,25% geboten.
Trotz des Desasters bei der SwissAir ist das Interesse an Unternehmensanleihen unverändert
groß. Die Financial Times ortete bereits die größten Käufer im Markt: Nicht mehr Portfolio-
Investoren, sondern europäische Versicherungen sind die größten Investoren im Markt für
Unternehmensanleihen.
Das Timing für den Erwerb von Unternehmensanleihen könnte sich bei den Versicherungen aber
als überaus ungeschickt erweisen. Die Nachfrage nach Unternehmensanleihen ist auch ein
Zeichen des Vertrauens der Käufer in einen baldigen Konjunkturaufschwung. Bleibt dieser
jedoch aus, können selbst hochwertige Unternehmensanleihen zu Risikopapieren werden.
Die Zeichen mehren sich, dass jene Versicherer, die zuletzt in großem Umfang in
Unternehmensanleihen investiert haben, mit ihren verstärkten Anleiheninvestments in die nächste
Falle gelaufen sind. Die Rating-Agentur Moody’s teilte Anfang 2002 mit, dass sich die
Kreditwürdigkeit westeuropäischer Unternehmen im Jahr 2001 in einem “nie da gewesenen”
Ausmaß verschlechtert hat und sich weiter verschlechtern werde. Der Senkung von 123 Ratings
stand die Erhöhung von lediglich 16 Ratings gegenüber.
Bedenklich: Extrem hoher Anteil von Anleihen aus dem Telekommunikationsbereich
Hinzu kommt, dass die Struktur des europäischen Marktes für Unternehmensanleihen bedenklich
einseitig ist. Rund 70% der europäischen Unternehmensanleihen stammen aus dem Telekom-
oder Medienbereich – beides derzeit alles andere als Inseln der Sicherheit.
Selbst bei Anleihen von Branchengrößen wie Deutsche Telekom und France Telecom müssen
mittlerweile Fragen nach der Bonität gestellt werden. Die beiden ehemaligen Staatskonzerne sind
mit 62 bzw. 60 Milliarden Euro verschuldet und bei bisherigen Versuchen zur Reduzierung der
Schulden gescheitert. Während die Deutsche Telekom sich am Verkauf von Assets versucht,
liefert sich France Telecom Grabenkämpfe mit der deutschen Mobilcom, an der die Franzosen
eine rasant im Wert gesunkene Beteiligung halten.
Das Risiko der europäischen Telekom-Schulden gewinnt im Kontext der amerikanischen
Branchenzahlen eine beängstigende Note. Die amerikanische Wirtschaft hat 525 Mrd US$
Telekom-Schulden geschultert, umgerechnet rund 5% des amerikanischen Bruttosozialprodukts.
Die rekordhohen Investitionen der amerikanischen Telekom-Branche müssen aus heutiger Sicht
jedoch zum großen Teil als verfehlt eingestuft werden. Selbst während Spitzenzeiten sind die
Kapazitäten amerikanischer Glasfaserbetreiber nur zur Hälfte ausgelastet. Im Durchschnitt liegt
die Ausnutzung des amerikanischen Glasfasernetzes sogar nur bei 5% der Kapazität.
Weil es nicht Quartale, sondern Jahre braucht, bis die Kapazität jemals ausgelastet und rentabel
sein wird, sind weitere Großausfälle im amerikanischen Telekombereich vorprogrammiert. Die
Insolvenz von WorldCom lieferte bereits einen Rekord: Nur ein Jahr nach der Emission einer
11,9 Mrd US$ Anleihe ist diese durch die Finanzprobleme der Gesellschaft kräftig im Wert
gefallen.

WorldCom ist nicht der einzige traurige Negativrekord. Die Telekom-Branche hatte im Jahr 2000
weltweit einen negativen freien Cashflow von 60 Mrd US$. Noch nie zuvor in der
Wirtschaftsgeschichte hatte einen Branche in einem einzigen Jahr einen derart hohen Verlust
geschrieben. Die Zahlen für 2001 dürften noch dramatischer ausfallen und notiert nur noch mit
einem Bruchteil des Nominalwerts - Totalverlust nicht ausgeschlossen.
Die Risiken aus einem Kredit-Crash der amerikanischen Telekom-Branche sind enorm. Zum
Vergleich hatte die Savings & Loan Krise in den achtziger Jahren nur 175 Mrd US$ bzw. 3% des
amerikanischen Bruttosozialprodukts verschlungen.
Insofern wundert es nicht,
dass Standard & Poor’s für
das Jahr 2001 erstmals in der
Geschichte mehr als 200
Pleiten von
Anleihenemittenten
verzeichnete. Insgesamt ist
ein Volumen von 115,4 Mrd
US$ insolvent geworden. Der
bisherige Rekord von 42,3
Mrd US$ aus dem Jahr 2000
wurde um annähernd das
Dreifache übertroffen.
Schuld ist nicht nur die schwache Wirtschaft, sondern auch eine strukturelle Veränderung der
amerikanischen Bilanzen. 1982 lag die Verschuldung amerikanischer Unternehmen (exklusive
Finanzbranche) bei ca. 32% des Bruttosozialprodukts. Für das Jahr 2001 lag die Vergleichszahl
bei 47,4%. Die amerikanische Wirtschaft ist mit der höchsten jemals erreichten Schuldenlast in
die Rezession eingetreten. Selbst während der Rezession 1990/91 hatte die
Unternehmensverschuldung nur bei 42,6% des Bruttosozialprodukts gelegen. Die Last der
Zinszahlungen in Prozent der Unternehmensgewinne hat fast den Rekordstand der letzten 40
Jahre erreicht. Dabei liegen die Zinsen heute (noch) extrem niedrig.
Ein anhaltender Ausfall amerikanischer Telekom-Schulden würde unweigerlich auch in Europa
zu einer Vertrauenskrise und zu einem Abzug von Geldern aus dem Sektor führen. Die tickende
Zeitbombe amerikanischer Anleihen aus dem Telekom-Bereich und anderen Problembranchen
könnte europäische Versicherer sogar stärker treffen als bislang angenommen. Durch den
ausufernden Derivatemarkt können Ausläufer der Strukturverwerfungen Amerikas selbst jene
Versicherer treffen, die nicht unbedingt die entsprechenden Anleihen im Depot haben.
Kreditderivate: Wenn Versicherer im Kreditgeschäft schlauer als Banker sein wollen
Ursache hierfür sind “Kreditderivate”: Künstlich geschaffene Finanzinstrumente, durch die
Risiken aus Krediten und Anleihen auf einen neuen Besitzer übertragen werden können. Mit den
künstlichen Finanzinstrumenten können Banken die Kreditrisiken neu verpacken und an
Investoren weiterreichen. Der Käufer solcher Derivate bekommt für die Übernahme der Risiken
ein Entgelt. Derivate auf Kredite sind einer der am schnellsten wachsenden Finanzmärkte. Nach

einer Schätzung der Bank of England ist das Volumen ausstehender Kreditderivate zwischen
1995 und heute von 400 Mrd US$ auf 2 Billionen US$ explodiert.
Wie schon in den Fällen Enron oder Metallgesellschaft kann es im komplexen Geschäft mit
Derivaten zu Fällen kommen, in denen Marktteilnehmer mehr Risiken auf sich nehmen, als sie
sich bewusst sind oder leisten können. Selbst vermeintlich professionelle Anleger können von
den Tücken dieses Geschäfts überrascht werden.
Durch Kreditderivate ist es zu einer in der Öffentlichkeit bislang wenig beachteten
Risikoverschiebung von Banken auf Versicherungen gekommen. Der Fachbegriff, der den
meisten Sprengstoff enthält, lautet “regulatorische Arbitrage”.
Banken unterliegen bei der Kreditvergabe strengen Auflagen und müssen Kreditrisiken durch
vergleichsweise hohe Kapitalreserven ausgleichen. Bei Versicherungen sind die Anforderungen
wesentlich geringer. Anders ausgedrückt: Versicherungen können bei gleicher Kapitalausstattung
größere Kreditrisiken als Banken schultern. Weil Versicherungen somit weniger Kapitalkosten
tragen müssen, können sie auch solche Kreditrisiken
unterschreiben, die für Banken bereits nicht mehr
lukrativ genug sind. Die Ausnutzung dieser Differenz
wird als “regulatorische Arbitrage” bezeichnet.
Die Zahlen sind beängstigend: Rund ein Fünftel des
globalen Kreditderivatevolumens von 2 Billionen
US$ entfällt bereits auf Versicherungen.
Umgerechnet haben Versicherungen Kreditrisiken im
Volumen von 300 bis 400 Mrd US$ in Form von
Derivaten in den Büchern.
Pauschale Beurteilungen sind in derartig vielfältigen
Märkten mit ihrer großen Zahl an Marktteilnehmer
schwierig. Dennoch lassen sich Tendenzen
feststellen. Von entscheidender Bedeutung ist die
Grundfrage, ob Versicherungen Kredite genau so gut
beurteilen können wie Banken.
Überspitzt formuliert: Wenn eine amerikanische Bank die Kreditrisiken eines Engagements in
Amerika in Derivate verpackt und an die Investmentabteilung einer europäischen Versicherung
verkauft – wer hat dann wohl den besseren Einblick in die Risiken des Geschäfts? Die Tatsache,
dass Banken das Kreditgeschäft seit jeher betreiben, Versicherungen dagegen erst jüngst verstärkt
in diesen Markt eingetreten sind, spricht Bände.
Auch Howard Davies, Leiter der britischen Finanzaufsichtsbehörde FSA, beobachtet die
Entwicklung kritisch. Am von ihm überwachten Finanzplatz London ist rund 50% des weltweiten
Kreditderivategeschäfts konzentriert. Davies warf die kritische Frage auf, ob der Risikotransfer
von Banken auf Versicherungen in erster Linie durch Unterschiede in den Kapitalanforderungen
ausgelöst wird. Das Ausfallrisiko eines Kredits verändere sich schließlich nicht, nur weil es aus
der Bilanz einer Bank in die Bilanz einer Versicherung verschoben wird.
Die Grundproblematik der auf der Hand liegenden asymetrischen Informationsverteilung
zwischen Banken und Versicherungen wurde von David Hendler, Experte beim
Researchunternehmen CreditSight, auf den Punkt gebracht: “Die Leute denken, es sei ein

Verzockt mit Derivaten

American Express Financial
Advisors, eine für Finanzplanung
sowie Spar- und Versicherungsprodukte
zuständige Tochtergesellschaft
von American Express,
musste im Jahr 2001 Abschreibungen
auf Kreditderivate vornehmen und
dabei einen Verlust von 1 Mrd US$
verbuchen. American Express-
Chairman Kenneth Chenault gab zu,
dass seine Mitarbeiter die Risiken
dieser Investments “nicht in vollen
Umfang verstanden hatten”.


einfacher Weg, Geld zu verdienen, aber viele dieser Spieler, wie z.B. einige Versicherungen,
haben nicht die notwendigen Werkzeuge, um die Risiken zu quantifizieren, da es noch keine
allgemein anerkannte Methode gibt.”
Im Kontext des Gesagten wundert es nicht, dass einige Versicherungen bei Großpleiten wie
Enron, K-Mart und der britischen Railtrack bereits hohe Verluste verbuchen mussten, während
amerikanische Banken trotz der rekordhohen Zahl der Pleiten bislang weitgehend unbeschadet
geblieben sind.
Ein bei derartigen Transaktionen häufig verwandtes Instrument sind sogenannte kollateralisierte
Schuldverschreibungen (collateralized debt obligations, “CDOs”): Neu verpackte
Kreditportefeuilles von Banken, für deren Übernahme Investoren eine über dem Niveau von
Staatsanleihen liegende Verzinsung erhalten. Finanzmarkt-Aufseher Davies brachte die Bedenken
der Aufsichtsbehörden auf den Punkt, als er einen ungenannt gebliebenen Investmentbanker
zitierte: CDOs sind “heute das giftigste Element der Finanzmärkte”. In zahlreichen CDOs waren
auch Kreditrisiken des Enron-Konzerns enthalten.
Das amerikanische Branchenfachblatt “The Banker” nannte in seiner Mai-Ausgabe denn auch,
wer besonders wichtige Käufer für überdurchschnittlich riskante Tranchen des CDO-Marktes
sind: Deutsche und japanische Lebensversicherungen, die mit diesen Instrumenten versuchen, die
Performance ihrer Investments aufzubessern.


..............................................


Fortsetzung folgt:
Bekommt Deutschland einen “Fall Equitable”, und welche
Auswirkungen hätte der einzelne Versicherte zu befürchten?


“Die Erfahrung zeigt zwar, dass finanziell
schwache Versicherer meist von
Konkurrenten übernommen werden. Aber
findet sich keiner dazu bereit, hat der Kunde
beim Konkurs ein echtes Problem.”
Elke Weidenbach, Verbraucherzentrale NRW, in
Börse Online 21/2002


Mit einem Rückgang des weltweiten Finanzvermögens um 4% wurde die Welt im Jahr 2001
erstmals seit 1982 ärmer. Neben dem Vermögensrückgang schmerzt insbesondere der
Vertrauensverlust: Nach dem Kollaps von Enron und den mittlerweile bei anderen
Großunternehmen aufgedeckten Bilanzierungstricks haben Sparer Zweifel an der Seriösität und
Stabilität des Aktien- und Finanzmarktes.

Das Platzen der dotcom-Blase konnte noch als spekulativer Exzess von Spekulanten abgetan
werden. Ins Mark geht jedoch die Einsicht, dass vormals als solide und ertragsstark eingestufte
Großunternehmen gleich reihenweise wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen können. Der Fall
Enron wird als Meinungswende in die Geschichte eingehen: Der Glaube an wirtschaftliche und
finanzielle Sicherheit ist seit der Pleite des siebtgrößten amerikanischen Unternehmens passé.
Insofern verdient auch der bislang als grundsolide eingestufte Sektor deutscher Lebensversicherer
eine kritische Analyse. Von der Sicherheit der deutschen Lebensversicherungen hängt für den
Einzelnen wie für den Finanzplatz zuviel ab, um ohne nähere Überprüfung von einer
unbegrenzten Fortsetzung der jahrzehntelangen Stabilität des Sektors auszugehen.
Ein pauschales Urteil über den Sektor lässt sich angesichts der komplexen Materie und der
Vielfalt der Aspekte nicht fällen. Die bei unserer Untersuchung gefundenen Indizien deuten
jedoch auf höher als erwartet ausfallende, in der Finanzpresse und öffentlichen Meinung noch
nicht hinreichend beobachtete Risiken hin.
Das wachsende Engagement deutscher Versicherer bei Unternehmensanleihen und hochriskanten
Kreditderivaten kann bei einzelnen Versicherungsgesellschaften zu einer erheblichen
Verschlimmerung des durch den Aktienverfall ausgelösten Reserverückgangs führten. Bei den
Kreditderivaten muss zudem die Frage gestellt werden, ob sich deutsche Lebensversicherer auf
Risiken einlassen, die sie nicht im Detail verstehen und bewerten können.
Zudem muss die Frage gestellt werden, inwiefern unter Versicherern Bestrebungen bestehen,
Problemfelder zu kaschieren und deren Lösung in die Zukunft zu verschieben. Auf Druck der
mächtigen Versicherungslobby lockerte Berlin im vergangenen Jahr bereits die
Bilanzierungsvorschriften für Versicherungen. Mit der Argumentation, dass Versicherungen bei
starken Marktschwankungen – wie z.B. nach dem 11. September – nicht überhastete
Zwangsverkäufe tätigen sollten, erhielten die Versicherer zusätzliche Bilanzierungsfreiheiten. Als
vorübergehend eingestufte Wertminderungen mussten fortan nicht mehr sofort als Verlust
verbucht werden. Nach Schätzungen des Brancheninformationsdienstes Map-Report hatten sich
durch diese Änderung bereits 2 Milliarden Euro stille Verluste in den Bilanzen der deutschen
Versicherungen angesammelt. Auch die Flucht in höherverzinsliche Unternehmensanleihen und
das gewagte Spiel mit Kreditderivaten verschaffen zwar kurzfristig Luft, können aber später zu
um so größerem Schaden führen.

Inwiefern sich aus diesen Risiken greifbare Nachteile für deutsche Versicherungsnehmer ergeben,
hängt maßgeblich auch von der Konjunkturentwicklung ab. Ein plötzlicher Aufschwung könnte
helfen, negative Entwicklungen in einzelnen Portefeuillebereichen wieder auszugleichen.
Einzelne Bilanzunfälle von Versicherungen können in einem gesunden wirtschaftlichem Umfeld
von der Branche aufgefangen werden.

Jedoch ist die Frage berechtigt, ob der vielbeschworene Aufschwung nicht weiter auf sich warten
lassen wird. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich durch die strukturellen Probleme
der hohen Arbeitslosigkeit und des mangelnden Reformwillens zuletzt weiter verschlechtert. Die
USA stehen unter dem Einfluss des 11. September und der mittlerweile 162 Pleiten von
Großunternehmen. Japan befindet sich in der vierten Rezession in 10 Jahren und macht eher mit
Spekulationen über eine Staatspleite als mit einer Trendwende von sich reden. Südamerika steht
nach dem Kollaps Argentiniens auf des Messers Schneide und könnte mit Brasilien bald eine
weitere Staatspleite hervorbringen. Gemeinsam mit ungelösten Branchenproblemen – wie den

offenen Telekom-Verbindlichkeiten – und einer weltweit angespannten politischen Situation
mahnt die Großwetterlage für Wirtschaft und Finanzmärkte derzeit zu Vorsicht.
Besitzer von Versicherungspolicen sollten sich auf jeden Fall darauf einstellen, niedrigere Erträge
als in der Vergangenheit zu erhalten. Zudem erscheint es sinnvoll, anhand von Berechnungen wie
jener von WestLB und Tillinghast-Towers Perrin zu überprüfen, ob die eigene Versicherung
weiterhin Vertrauen verdient. Bei ausreichend hoher Anlagesumme kann auch eine
Risikostreuung auf mehrere Lebensversicherer sinnvoll sein.
Zum Schutz der Versicherten und zur Befriedigung berechtigter Informationsinteressen sollte ein
“Crashtest” eingeführt werden, wie er von der Deutschen Aktuarvereinigung, in der
Mathematiker organisiert sind, gefordert wird. Versicherungen müssten per Computer eine
kräftige Aktienbaisse bei gleichzeitig steigenden Zinsen simulieren. Bei großen Anbietern werden
solche Tests zwar bereits seit Jahren durchgeführt, aber nicht jeder Anbieter ist entsprechend
ausgerüstet.

Auf Seiten des Gesetzgebers sollte die Behandlung von Kreditderivaten als Anlageobjekt von
Lebensversicherern untersucht und ggf. strenger reguliert werden. Es muss zu denken geben, dass
deutsche Lebensversicherer in amerikanischen Bankinformationsdiensten als auffällige Käufer
besonders riskanter Tranchen von Kreditderivaten genannt werden, dieses Thema hierzulande
bislang aber praktisch keine Aufmerksamkeit gefunden hat.
Insolvenzen erscheinen unter deutschen Lebensversicherern bislang wenig wahrscheinlich.
Verschlechtert sich das Klima an den Finanzmärkten jedoch weiter, ist der Kollaps einer oder
mehrerer deutscher Versicherer nicht mehr auszuschließen. Deutschland bekäme einen “Fall
Equitable”. Durch die ausgeprägten Überkreuzbeteiligungen zwischen deutschen Versicherern
könnte der Zusammenbruch einer Versicherung auch bei Partnerunternehmen Schäden in der
Bilanz hinterlassen.

Für Sparer ergeben sich in diesem Kontext Gefahren aus der stufenweisen Auflösung der
“Deutschland AG”. Als Folge des verstärkten Wettbewerbs nimmt die Solidarität unter deutschen
Finanzdienstleistern seit Jahren tendenziell eher ab.
Waren deutsche Banken und Versicherungen im heimischen Markt jahrzehntelang unter sich,
sind die Finanzinstitute jetzt verstärkt dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Für die
Bereinigung überschaubarer Einzelfälle, wie der Pleite der Schmidt Bank in Nürnberg, reicht der
Zusammenhalt der Branche noch aus. Wäre dies auch bei einer anhaltenden Serie kleiner und
größerer Finanzpleiten gegeben? Sowie die Kosten für derartige Auffanglösungen die Bonität
deutscher Finanzinstitute im internationalen Kapitalmarkt gefährden, dürfte die Freundschaft ein
Ende finden.

Wenn die Plätze im Rettungsboot knapp werden, kämpft jeder nur noch für sich selbst.
Eine erste Schieflage liegt in Deutschland bereits vor: Nach einem Bericht der Zeitschrift Capital
hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Detmolder Lebensversicherer
Familienfürsorge unter Zwangsverwaltung gestellt. Bei 300.000 Versicherungsverträgen sollen
bei den Renditen zumindest Einschnitte bevorstehen. Capital zufolge sollen insgesamt 13
Gesellschaften außer Stande sein, den Garantiezins von meist 3,25 Prozent zu zahlen,
wenn der Dax am Jahresende auf aktuellem Niveau notiert.

Konsequenzen aus den dargestellten Sachverhalten sollten nicht nur Versicherungssparer,
sondern auch Aktionäre ziehen: Obwohl sich die Aktienkurse der deutschen Versicherer von
ihren Höchstständen bereits drastisch entfernt haben, ist weiterhin Vorsicht geboten. In einem
weiter schwachen Börsenumfeld besteht die Gefahr, dass sich die Versicherungsaktien noch
schlechter entwickeln als der Gesamtmarkt. Sollte es hierzulande zu spektakulären Ausfällen wie
bei der britischen Equitable kommen, wird dies einen Vertrauensverlust gegenüber allen
Versicherern zur Folge haben, der sich entsprechend in der Börsenbewertung niederschlagen
wird.


10. Juli 2002
FALKENSTEIN Nebenwerte AG
http://www.falkenstein-ag.de
Mail: info@falkenstein-ag.de
Tel. 040-3609 0430
Fax. 040-3609 0450



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@AKIPOWER

Akipower, deine englische Lebensversicherung konnte in der Vergangenheit auch nur die hohen Renditen erziehen, weil sie nach dem britischen Recht schon immer bis zu 100 Prozent in Aktien investieren konnte.
Das kann ihr jetzt ihr und dir zum Verhängnis werden und es wird so schnell nichts mit deinem Haus, obwohl ich dir dein Häuschen im Grünen von Herzen gönne und wünsche.

Aber du hast selbst auf deiner Homepage die jährliche Rendite nur bis zum Jahr 1999 aufgeführt........... und dann ist Schluß !!!!

Ja, bis 1999 war noch die Welt in Ordnung !

ABER DIE CRASHJAHRE 2000, 2001 UND 2002 KOMMEN JA NOCH ! ! ! ! !

Wie sieht es denn dann mit der Performance von Clerical Medical aus !!!!!?????!!!!!


H_S :)


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