checkAd

Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun! - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 05.07.04 14:18:34 von
neuester Beitrag 06.09.04 19:03:53 von


Begriffe und/oder Benutzer

 

Top-Postings

 Ja Nein

Fragen

 Ja Nein
Avatar
05.07.04 14:18:34
Beitrag Nr. 1 ()
Denn sie wissen nicht, was sie tun!

Der Mensch hat keinen freien Willen - ein Gespräch mit dem Gehirnforscher Gerhard Roth.

Von Winfried Kretschmer

Auch wenn wir uns frei fühlen, wir sind es nicht. Der bekannte Bremer Gehirnforscher sagt: Die Entscheidung, was wir tun wollen, fällt nicht bewusst, sondern unbewusst - nämlich ein bis zwei Sekunden, bevor wir sie wahrnehmen und die Handlung ausführen. Der freie Wille und die freie Entscheidung sind offenbar Hirngespinste. Entschieden wird in den unbewusst agierenden limbischen Zentren. Hier sitzen die Steuerzentren für Gefühle und das episodisch-autobiographische Gedächtnis. Eine Erkenntnisrevolution bahnt sich an! Und Freud hatte offenbar doch Recht.

Der Gehirnforscher Gerhard Roth ist Neurobiologe an der Universität Bremen und Gründungsrektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst.

Herr Professor Roth, seit Sie in einem Interview erstmals die These vertreten haben, die Willensfreiheit des Menschen sei eine Illusion, ist die Diskussion über die Frage, wie frei wir wirklich sind, nicht mehr abgeebbt. Lassen Sie uns zunächst genauer eingrenzen, worum es geht - denn Willensfreiheit ist ein Allerweltsbegriff und es gibt unterschiedliche Konzepte. Sie behaupten, Willensfreiheit sei eine Illusion?
Ich beziehe mich auf die "starke" Annahme der Existenz von Willensfreiheit, den so genannten Libertarianismus. Das ist die Annahme der freien Entscheidungsmöglichkeit zwischen Alternativen. Diese Annahme bildet die Grundlage nicht nur vieler philosophischer Ansätze, sondern auch des kontinentaleuropäischen Strafrechts und der Alltagspsychologie: Wir haben das Gefühl oder sind überzeugt, dass wir in unseren Handlungen und in unserem Wollen frei sind.

Was bedeutet das genau, in unserem Wollen frei zu sein?
Diese Überzeugung ist durch vier Annahmen bestimmt. Erstens: Wir sind Quelle unseres Willens und Verursacher unserer Handlungen. Zweitens: Unser Wille geht unseren Handlungen voraus und verursacht diese direkt und auf eine, im naturwissenschaftlichen Sinne, nicht-kausale Weise. Drittens könnten wir auch anders handeln, wenn wir nur wollten; beziehungsweise wir hätten rückblickend auch anders handeln können, wenn wir gewollt hätten. Und schließlich fühlen wir uns für Willenshandlungen persönlich verantwortlich.

Das heißt der Wille ist nicht kausal verursacht - weder von materiellen noch von geistigen Vorgängen?
Ja, bei der willentlichen Verursachung von Handlungen handelt es sich nach klassischer Anschauung nicht um das sonst in der Natur herrschende Prinzip der Kausalität, wonach es in der Natur Wechselwirkungen gibt, die - zumindest im makrophysikalischen Bereich - einen lückenlosen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bilden. Bei der willentlichen oder mentalen Verursachung scheint dies anders zu sein: Ich fühle mich in meinen Entscheidungen zwar von vielerlei äußeren Vorgängen und inneren Motiven beeinflusst, aber diese wirken nicht zwingend auf mich ein. Es handelt sich, wie schon Kant unterschieden hat, um Gründe für ein bestimmtes Verhalten, nicht aber um Ursachen.

Gründe, nicht Ursachen - das heißt, wo keine Kausalität ist, da herrscht Freiheit. Das ist die Annahme der klassischen Philosophie?
Nicht nur der Philosophie, sondern auch der Alltagserfahrung. Sind meine Wünsche, Absichten und Pläne gut begründet und zu einem Willensentschluss gereift, so erlebe ich, dass dieser Willensentschluss die intendierte Handlung auslöst und vorantreibt. Hieraus erwächst die in der Philosophie verbreitete Überzeugung, dass es sich bei der willentlichen Steuerung um eine Kausalität besonderer Art handelt. Man spricht von mentaler Kausalität oder mentaler Verursachung.

Die Gehirnforschung hat in den zurückliegenden 15 Jahren vor allem durch neue diagnostische Verfahren einen tiefen Einblick in die Funktionsweise unseres Gehirns gewinnen können. Und die Ergebnisse dieser Forschungen scheinen nun die Annahme zu widerlegen, die geistige Welt sei von ganz anderer Natur als die materielle. Welche Forschungen haben diesen radikalen Wandel eingeleitet?
Das war vor allem das folgenreiche Experiment des amerikanischen Neurobiologen Benjamin Libet, der Anfang der 80er Jahre mittels Messung der Gehirnströme nachweisen konnte, dass das so genannte Bereitschaftspotential, das einer Körperbewegung vorausgeht, nicht zeitlich nach dem Willensentschluss auftritt oder zeitlich mit ihm zusammenfällt. Vielmehr erschien dieses Signal im Gehirn regelmäßig bereits eine halbe Sekunde, bevor den Versuchspersonen ihr Entschluss bewusst geworden war. Diese Versuche wurden kürzlich von den beiden Psychologen Haggard und Eimer mit verbesserten experimentellen Anordnungen wiederholt. Ihre Ergebnisse bestätigen voll die Befunde von Libet.

Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun?
In der Tat sieht es so aus, dass der subjektiv empfundene Willensakt dem Beginn des Bereitschaftspotentials nachfolgt, ihm aber nicht voraus geht. Dies würde bedeuten, dass der Willensakt nicht die Ursache, sondern vielmehr eine Folge des Bereitschaftspotentials und der mit ihm zusammenhängenden Hirnprozesse ist. Diese Experimente und ihre Deutung sind vielfach kritisiert worden, und sie besitzen in der Tat auch einige methodische Unzulänglichkeiten. In ihren Kernaussagen stimmen sie aber mit den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung gut überein. Man kann als gesichert ansehen, dass es zwischen dem subjektiv empfundenen Willensakt und der ausgeführten Willenshandlung keine Kausalbeziehung gibt.

Wohl aber eine Kausalität zwischen unbewusst ablaufenden materiellen Prozessen im Gehirn und den Handlungen? Welches Modell entwirft denn die Hirnforschung vom Ablauf von Willenshandlungen?
Nach dem gegenwärtigen Stand der neurowissenschaftlichen Forschung müssen bei Auslösung und Kontrolle von Willkürhandlungen verschiedene Gehirnregionen innerhalb und außerhalb der Großhirnrinde zusammenwirken. Entscheidend ist: Die mit der bewussten Handlungsplanung und -vorbereitung befassten Rindenareale sind nicht - und auch nicht zusammen - in der Lage, den motorischen Cortex, der für die Muskelansteuerung zuständig ist, so zu aktivieren, dass dieser eine bestimmte Bewegung auslöst. Unsere bewusst agierenden Instanzen können unsere Handlungen also nicht allein bestimmen. Vielmehr müssen die außerhalb der Großhirnrinde angesiedelten und völlig unbewusst agierenden Basalganglien an diesem Aktivierungsprozess mitwirken. Es wird angenommen, dass dort alle bisher erfolgreich durchgeführten Handlungsweisen gespeichert sind. Die Basalganglien sind also eine Art "Handlungsgedächtnis".
Der gesamte Informationsfluss dort wird durch ein komplexes Wechselspiel zwischen erregenden und hemmenden Signalen bestimmt, in dem der neuronale Überträgerstoff Dopamin eine wichtige Rolle spielt. Die Dopaminausschüttung steht ihrerseits unter Kontrolle der unbewusst agierenden limbischen Zentren. Hier sitzen die Steuerzentren für die Gefühle und für unser episodisch-autobiographisches Gedächtnis. Hier werden die emotionale Bewertung von Ereignissen und deren räumlicher und zeitlicher Kontext arbeitsteilig abgespeichert.
Dieses unbewusst arbeitende emotionale Erfahrungsgedächtnis hat bei unserem Willen und unseren Handlungen das erste und das letzte Wort. Das erste Wort beim Entstehen unserer Wünsche und Absichten, das letzte bei der Entscheidung, ob das, was gewünscht wurde, jetzt und hier und so und nicht anders getan werden soll. Diese Entscheidung fällt ein bis zwei Sekunden, bevor wir sie bewusst wahrnehmen und den Willen verspüren, die Handlung auszuführen.

Das heißt, von materiellen Vorgängen unabhängige autonome Handlungsentscheidungen gibt es nicht?
Nach heutiger Erkenntnis sind sowohl die bewussten Prozesse als auch die in den Basalganglien und im limbischen System stattfindenden unbewussten Prozesse deterministische Vorgänge. Jede bewusste Handlungsplanung und jeder Handlungswille sind an neuronale Prozesse gebunden. Es wäre also ein Irrtum anzunehmen, dass bestimmte Zustände deshalb "frei" wären, weil wir sie bewusst erleben.

Dennoch haben wir das unabweisliche Gefühl, dass wir es sind, die unsere Handlungen kontrollieren.
Aus dem Gefühl, unser Wille sei frei, folgt nicht zwingend, dass Willensfreiheit tatsächlich existiert. Man kann Versuchspersonen unterschwellig, zum Beispiel durch experimentelle Tricks, Hypnose oder Hirnstimulation zu Handlungen veranlassen, von denen sie später behaupten, sie hätten sie gewollt. Wir erleben vielfach täglich, dass wir Wünsche haben, die zu Absichten, Plänen und Willenszuständen reifen und schließlich in die Tat umgesetzt werden. Aber wir erleben nicht die vielen unbewusst ablaufenden Zwischenschritte bei der Umsetzung des Wunsches in eine Absicht und dann in einen Willenszustand, die "Letztentscheidung" der Basalganglien, und nicht die Abläufe zwischen Willensruck und der komplizierten Ansteuerung der vielen Muskeln, die an einer Körperbewegung beteiligt sind. Was wir bei der willentlichen Verwirklichung eines Wunsches bewusst erleben, ist ein verkürztes Abbild oder Modell der vielfältigen neurobiologischen und muskulären Geschehnisse. Denn diese regelmäßige Abfolge verleitet uns dazu, hieraus - wie bei praktisch allen regelhaften Abfolgen - eine Kausalbeziehung zu konstruieren. Der Wunsch erscheint danach als Ursache des Willens, der Wille als Ursache der Handlung.

Der freie Wille ist eine Selbsttäuschung?
Das Gefühl, bei der Willensbildung und der Handlungsentscheidung frei zu sein, ist eine Illusion, wenngleich eine für unser komplexes Handeln notwendige Illusion. Willensfreiheit wird mit "einen Willen haben" verwechselt. Es besteht kein Zweifel, dass es einen Willen als Erlebniszustand gibt. Der Wille ist ein energetisierender, psychischer Zustand, der das Spektrum möglicher Handlungen einschränkt und fokussiert. Die Frage, ob dieser Wille frei sei, wird dabei gar nicht thematisiert, da wir die externe und interne Bedingtheit unseres Willens nicht empfinden. Normalerweise erleben wir nicht, wie Wünsche und Absichten aus dem Unbewussten - oder in der Sprache der Hirnforscher: dem limbischen System - in die assoziative Großhirnrinde aufsteigen, denn erst dort werden sie bewusst. Deshalb werden sie dem Bewusstsein als Quelle zugeschrieben, und wir erfahren sie als Gründe und Motive, nicht aber als kausal wirkende Faktoren.

Für das deutsche Strafrecht sind Verantwortung und Schuld zentral. Welche Konsequenzen hätte ein Verzicht auf die Idee des freien Willens?
Die Annahme, der Mensch könne sich frei und richtig zwischen Recht und Unrecht entscheiden, ist Grundlage des Schuld- und Verantwortungsprinzips. Nur wenn diese Entscheidungsfreiheit existiert, hat es Sinn, einen Schuldvorwurf gegen den Täter zu erheben.
Dieser "moralische" Schuldbegriff ist also auf einem starken Begriff von Willensfreiheit aufgebaut. Dem stehen aber nicht nur die Erkenntnisse der Gehirnforschung entgegen, sondern auch die der Kriminalpsychologie. Zum Beispiel lassen sich bei allen eingehend untersuchten Serien-Gewalttätern deutliche Zeichen schwerer Persönlichkeits- und Ich-Störungen feststellen: mangelnde Impulskontrolle, mangelnde Empathie und mangelnde Affektregulation. Es gibt so etwas wie ein "Schuld-Paradoxon": Je schwerer die Straftat und die "moralische" Schuld, desto deutlicher erkennbar ist die psychische Zwangssituation der Täter.

Kehrt auf dem Umweg über Gehirnforschung die Milieutheorie zurück? Denn das emotionale Erfahrungsgedächtnis ist ja nichts anderes als die Summe der Erfahrungen, die ein Individuum in seinem Leben und in seiner sozialen Umgebung gemacht hat?
Untersuchungen der Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie zeigen - zusammen mit neurowissenschaftlichen Forschungen - dass etwa die Hälfte dessen, was unsere Persönlichkeit ausmacht, im strengeren Sinne von unseren Genen bestimmt wird, zu weiteren 30 Prozent von Umwelteinflüssen in der frühen Jugend und "nur" zu 20 Prozent von Einflüssen in der Jugend und im Erwachsenenalter. Was uns also größtenteils determiniert, sind unsere Gene und unsere frühkindlichen Erfahrungen - was Sigmund Freund bereits vor langer Zeit annahm.

Die Konsequenz für das Strafrecht?
Sofern sich die Erkenntnisse der Hirnforschung und der Persönlichkeitspsychologie weiter erhärten, muss im Strafrecht das Prinzip der moralischen Schuld aufgegeben werden. Es rückt damit der Gedanke der Normenverletzung in den Vordergrund, bei der die Gesellschaft das Recht hat, sie zu ahnden. Erziehung, Therapie und Schutz der Gesellschaft vor unerziehbaren beziehungsweise nicht therapierbaren Straftätern treten dann an die Stelle des strafrechtlichen Sühnegedankens.

Und die Konsequenz für das Menschenbild? Wie könnte das neue Menschenbild nach der Kopernikanischen Revolution der Neurowissenschaften aussehen?
Zweifellos leben wir in einer Gesellschaft, in welcher der Glaube an das bewusste, frei entscheidende Ich und eine starke individuelle moralische Verantwortung eine entscheidende Rolle spielen. Daran wird sich viel ändern müssen - wie viel, das muss dem interdisziplinären Diskurs zwischen Neurowissenschaftlern, Sozialwissenschaftlern, Philosophen und anderen Fachdisziplinen überlassen bleiben.

Die maßgeblichen Experimente der Gehirnforschung beziehen sich auf sehr einfache Handlungen, wie das Heben eines Armes oder das Drücken eines Knopfes, nicht aber auf komplexe Entscheidungssituationen, mit denen wir die Idee des freien Willens normalerweise verbinden. Ist das nicht ein unzulässiger Reduktionismus? Oder anders gefragt: Haben diese Forschungsergebnisse bei komplexen Entscheidungen überhaupt Aussagekraft?
Natürlich muss man bestimmte neurophysiologische Experimente zur Steuerung von Willenshandlungen sehr einfach konzipieren, um exakte Ergebnisse zu bekommen. Es gibt aber auch eine Menge von psychologischen Untersuchungen, die genau dasselbe zeigen, nämlich: Bewusste Prozesse spielen eine wichtige Rolle beim Abwägen von Alternativen und deren Konsequenzen, aber sie treffen keine Entscheidungen. Die Ausformung des Willens und die Handlungsentscheidung werden im wesentlichen durch unbewusste Prozesse bestimmt, die unter der Kontrolle des limbischen Erfahrungsgedächtnisses stehen. Hierdurch wird garantiert, dass alles, was wir tun, im Lichte vergangener - auch der einmal bewussten und nunmehr unbewussten - Erfahrung geschieht.

Muss man dieses Erfahrungsgedächtnis nicht als unheimlichen Schatz sehen - anstatt die Gehirnforschung als Angriff zu interpretieren, wie das viele Vertreter der klassischen Philosophietradition tun?
In der Tat ist es das Vernünftigste, beim Handeln auf das limbische Erfahrungsgedächtnis zurückzugreifen. Bereits der Philosoph David Hume hat darauf hingewiesen, dass eine tatsächliche Willensfreiheit im starken Sinne dazu führen würde, dass wir genauso gegen unsere begründetsten Erfahrungen handeln könnten - und das wäre höchst unvernünftig!

Die zweite skeptische Frage: Wie neu sind diese Erkenntnisse wirklich? Bestätigen sie nicht nur, was Freud über die Rolle des Unbewussten geschrieben hat und was fernöstliche Philosophien seit Jahrhunderten lehren?
Die Erkenntnisse der Hirnforschung und der Psychologie zum illusionären Charakter der Willensfreiheit bestätigen in der Tat nur, was skeptische Philosophen seit dem Altertum und in der Neuzeit wie Spinoza, Hume und Schopenhauer immer schon gesagt haben. Und sie bestätigen insbesondere die Grundaussage Sigmund Freuds, dass das Unbewusste uns stärker lenkt als das Bewusstsein. Neu ist, dass es sich nicht mehr um bloße philosophische Spekulationen und Einsichten von Menschenkennern handelt, sondern um empirisch-experimentelle Befunde. Freilich bleibt hier immer noch viel zu forschen!

So gesehen erscheint die Idee des freien Willens als Produkt des verkürzten Menschenbildes des westlichen Rationalismus, der den Menschen gerne als den rationalen Entscheider sehen würde, ihn aber nicht in seiner Emotionalität akzeptiert. Würden Sie das so sehen?
Die Idee des freien Willens ist in der Tat eng mit dem abendländischen Menschenbild verbunden und in vielen anderen Kulturen gar nicht vorhanden. Interessanterweise entspricht es zwar unserer Selbsterfahrung (wir fühlen uns frei in unserem Handeln), aber nicht der Weise, wie wir das Handeln der Anderen sehen. Hier unterstellen wir - wie Hume schon klar sagte - durchaus die Kraft vergangener Erfahrungen und insbesondere von Gefühlen. Dies macht das Verhalten der Anderen nämlich annähernd voraussagbar. Mit einer tatsächlichen Willensfreiheit wäre dies nicht möglich.

Der freie Wille ist uns nicht in die Wiege gelegt. Ihn gibt es nicht geschenkt, sondern nur gegen harte Arbeit - an sich. Stimmen Sie zu?
Wenn es einen akzeptablen Begriff von "Handlungsfreiheit" geben kann, dann nur den, dass ich dann frei handle, wenn ich "aus mir selbst", das heißt aufgrund meiner gesamten bewussten und unbewussten Erfahrung und unter Abwesenheit äußerer und innerer Zwanges handle. Wenn also meine bewusstseinsfähige Großhirnrinde und mein unbewusstes limbisches System dasselbe "wollen". Außerdem muss ich mir vorstellen können, ich hätte im Prinzip mehrere Handlungsoptionen - dann fühle ich mich frei. Zu einer solchen Freiheit muss man allerdings tatsächlich erzogen werden.

Gerhard Roth
Avatar
05.07.04 16:33:08
Beitrag Nr. 2 ()
;)
Avatar
05.07.04 17:38:56
Beitrag Nr. 3 ()
Mein limbisches System bereitet den Feierabend vor. tick .... tick .... Ich will nach Hause!
Avatar
06.09.04 19:03:53
Beitrag Nr. 4 ()
endlich einer der seltenen interessanten Artikel bei wo:kiss:


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Zu dieser Diskussion können keine Beiträge mehr verfasst werden, da der letzte Beitrag vor mehr als zwei Jahren verfasst wurde und die Diskussion daraufhin archiviert wurde.
Bitte wenden Sie sich an feedback@wallstreet-online.de und erfragen Sie die Reaktivierung der Diskussion oder starten Sie
hier
eine neue Diskussion.
Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun!