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Interview mit Johannes Hirsch über das Coronavirus und individuelle Anlagestrategien

Gastautor: Seyit Binbir
26.03.2020, 18:54  |  3021   |   |   

Johannes Hirsch, der Geschäftsführer der antea Vermögensverwaltung, ist bereits seit über 30 Jahren in der Branche tätig und hat dementsprechend ein hohes Maß an Erfahrung. Ich habe ihn zu der aktuellen Lage und verschiedenen Anlagemöglichkeiten befragt.


Interview mit Johannes Hirsch über das Coronavirus und individuelle AnlagestrategienJohannes Hirsch (antea Vermögensverwaltung)

Herr Hirsch, derzeit nehmen Aktien auf Grund des Corona Virus eine negative Entwicklung. Sollten Aktien dennoch weiterhin in das Anlagekonzept mit einbezogen werden oder müssen wir uns zukünftig auf niedrigere Renditen oder sogar Verluste einstellen?

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Johannes Hirsch: Es ist das erste Mal – zumindest in den letzten hundert Jahren – dass die Börsen wegen eines Virus so deutlich unter Druck geraten. Da kann im Grunde niemand auf Erfahrung zurückgreifen. Nahe liegt ein Vergleich mit vergangenen Virusepidemien, zum Beispiel die SARS-Epidemie, Ebola oder das Zika-Virus, aber die aktuelle Situation ist eine ganz neue Konstellation. Was auch hilft, ist die Erfahrung im Umgang mit Crashsituationen, zu antizipieren wie sich andere Menschen verhalten, wie Panik entsteht, welche Auswüchse Gier haben kann. Momentan ist verdammt viel Panik im Markt.

Das sind dann Konstellationen, in denen die Erfahrung zeigt, dass die Chancen größer als die Risiken sein können, über die man spricht. Und vor dem Hintergrund habe ich durchaus im Hinterkopf, dass es momentan eher ungünstig sein könnte zu verkaufen und ich in einer solchen Situation eher zum Kauf tendiere. Je tiefer die Kurse sind, umso hellhöriger sollte der echte Anleger mit einem Anlagehorizont von einem Jahr, drei Jahren, fünf Jahren plus sein. Und je tiefer es diesem Anleger gelänge einzusteigen, umso größer wären auch dessen Renditechancen.

Es ist ziemlich genau einen Monat her, dass der DAX seinen Höchstkurs gesehen hat – bei 13.800 – wir stehen jetzt aktuell, während wir hier sprechen, bei 9.600. Das wäre also ein Anstieg von über 40 Prozent bis zum Allzeithoch bzw. zu den Kursen, die wir noch vor vier Wochen gesehen haben. Jetzt sind die Chancen größer als noch vor einem Monat. Wie gesagt – im niedrigen Einstand sind die Chancen da. Das heißt, wer jetzt einsteigt – und das wohlgemerkt als echter Anleger, nicht als Daytrader – der hat womöglich gute Chancen, auf lange Sicht wirklich gute Gewinne zu erzielen. Wobei das natürlich keine direkte Anlageempfehlung ist. Die Anlageentscheidung treffen wir als Vermögensverwalter stets unter Berücksichtigung der persönlichen Situation des Mandanten, dessen Risikoneigung und der mit ihm abgestimmten Anlagestrategie.

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