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Rohstoff-Investments – sind sie sinnvoll? - Seite 3

18.01.2021, 11:41  |  955   |   |   

Die Gesamtrendite für den Käufer eines Terminkontraktes bzw. eines Rohstoff-Futures-ETFs setzt sich wie folgt zusammen: 

(a) Den zugrundeliegenden Spot-Market-Preisveränderungen des Rohstoffes im Zeitablauf. Diese Rendite dürfte langfristig real (inflationsbereinigt) zwischen 0% und 1,5% p.a. liegen (vor Kosten und Steuern). Dazu mehr weiter unten.

(b) Dem sogenannten "Roll Return", der sich aus der Differenz zwischen dem Spot-Market-Preis am Einlösetermin des Futures-Kontrakts und dem früher festgelegten Futures-Preis ergibt. Wenn diese Differenz für den Käufer positiv ist (der Spot Market-Preis liegt über dem Futures-Preis) ergibt sich ein Gewinn, eine positive Rollrendite. Die Rollrendite müsste – wenn Rohstoff-Futures attraktive Investments sein sollen – im langfristigen Mittel zumindest leicht positiv sein. Sie war jedoch im vergangenen Jahrzehnt inflationsbereinigt überwiegend negativ. 

(c) Den Zinseinnahmen aus kurzfristigen Staatsanleihen, die aus dem vom Käufer des Kontrakts hinterlegten Kapital (Besicherung des Kontrakts) für die Kaufsumme erwirtschaftet werden. 

Die Renditen von Rohstoff-Futures können und werden sich in Zeiträumen von einem Jahr bis rund zehn Jahren oft stark von den Renditen der Rohstoff-Spot-Märkte abkoppeln. Letztlich deswegen, weil es sich um zwei unterschiedliche Märkte handelt.

Die langfristige inflationsbereinigte Preissteigung von Rohstoffen gemessen am Spot-Markt ist sehr niedrig; sie liegt nicht weit über Null. Wie hoch der konkrete Wert aussieht, hängt von mehreren Faktoren ab: Beginnt die Datenreihe vor, während oder nach der industriellen Revolution? (Während dieser welthistorisch einmaligen Phase von etwa 1780 bis 1870 zogen Rohstoffpreise stark an, bevor sie später wieder fielen.) Wie ist der zu betrachtende Rohstoffindex zusammengesetzt? Bei Rohstoffindizes existiert nämlich keine sachlogische, allgemein akzeptierte Gewichtungsmethode für die vielen individuellen Rohstoffe oder Rohstoffgruppen, wie das z. B. bei Aktienindizes oder bei Anleihenindizes der Fall ist. Energie-Rohstoffe scheinen sehr langfristig etwas höhere Renditen als z. B. Agrarrohstoffe zu haben, aber generell existiert keine Rohstoffgruppe oder kein Einzelrohstoff, für den der grobe Langfristrichtwert von 0% p.a. bis 1,5% p.a. nicht zutrifft. Der dem Produktionswert nach bedeutendste Rohstoff Erdöl wies in den 120 Jahren von 1900 bis 2019 eine reale Rendite (Preissteigerung) von 1,24% p.a. in USD auf (vor Kosten) – also nicht sehr viel.

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Disclaimer

Rohstoff-Investments – sind sie sinnvoll? - Seite 3 Neben Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetallen und Sammlerobjekten sind Rohstoffe eine der sechs großen Haupt-Asset-Klassen, in die man als Anleger investieren kann. Ob und unter welchen Umständen ein Rohstoff-Investment aus Privatanlegersicht attraktiv ist, beleuchten wir in diesem Blog-Beitrag.