checkAd

    Erfahrungen mit Orkan Kuyas Facebooktrader (Seite 3)

    eröffnet am 29.03.23 13:51:24 von
    neuester Beitrag 04.02.24 12:12:50 von
    Beiträge: 23
    ID: 1.367.889
    Aufrufe heute: 2
    Gesamt: 15.246
    Aktive User: 0


    Beitrag zu dieser Diskussion schreiben

     Durchsuchen
    • 1
    • 3

    Begriffe und/oder Benutzer

     

    Top-Postings

     Ja Nein
      Avatar
      schrieb am 29.03.23 16:37:30
      Beitrag Nr. 3 ()
      Mein erneuter Erfahrungsbericht
      Da hier leider sämtliche negative Erfahrungen von Usern gelöscht wurden, erfolgt hier erneut mein Erfahrungsbericht über mein gebuchtes Seminar bei Orkan Kuyas alias Facebooktrader. Vorweg: Das hier ist meine persönliche Meinung und meine persönliche Erfahrung, daher gibt es da meiner Meinung nach auch keinen Grund diesen hier zu zensieren.

      Leider musste ich die (teure) Erfahrung machen, dass er als Coach zum Traden-Lernen absolut nicht taugt. Ich persönlich hatte nach einer gewissen Weile eher den Eindruck, dass er gar kein echtes Interesse daran hat, anderen tatsächlich wirklich das Traden beizubringen, sondern einfach eine sehr lukrative weitere Einkommensquelle mit den Seminaren nutzt. Wenn nämlich detaillierte Fragen zu einzelnen Trades aufkamen, war er immer auffallend kurzsilbig und schnodderig. Auf mich wirkte das jedoch nicht generell wie ein Fehlen von Wissen, sondern eher wie ein Übermaß an Ego. Sämtliche andere Coaches betitelt er gern als Hafensänger (und sitzt kurz danach direkt neben eben diesen auf der World of Trading-Messe und macht auf dick Kumpel) , womit er größtenteils sogar Recht haben dürfte, liefert selbst aber im Seminar nur kostenlos verfügbares Youtube-Wissen ab. Er versteht es, unerfahrene Leute durch seine geposteten -vermeintlich punktgenauen- Einstiege so anzufixen, dass man irgendwann denkt, wenn man nur eins seiner vielgelobten Seminare besucht, bekäme man das auch so hin. Durch das total realitätsfremde, weil total euphorische Feedback (direkt) nach seinen Seminaren wird in seiner Gruppe bei den neuen Mitgliedern der Eindruck erweckt, dass es gut angelegtes Geld ist, wenn man sein Seminar bucht. Dabei werden diese Teilnehmer schon am letzten Seminartag von ihm um ein öffentliches, positives Feedback in der Facebooktrader-Gruppe gebeten und nicht (wie es viel authentischer wäre) erst nach ein paar Wochen.

      Ich selbst bin - wie wahrscheinlich der Großteil - durch Youtube zum ersten Mal über den Namen Kuyas gestolpert. Kurz darauf war ich auch schon Mitglied in seiner Facebook-Gruppe. Ich bin ehrlich, ich habe damals wirklich gedacht, ich würde nun einem Profi beim Livetraden zuschauen können. Im Nachhinein fass ich mir echt an den Schädel, wie ich regelmäßig in meinem Facebook-Feed nachgeschaut habe, ob wieder ein neuer Trade gepostet wurde oder wie ich pünktlich früh oder nachmittags für's sogenannte Livetrading zum Rechner gerannt bin - nur um mich jedes Mal zu wundern, warum hier NIE einer seiner berühmten Trade zur DAX-Markteröffnung oder ein von ihm logisch begründeter Trade abgegeben wurde. Vollkommen naiv hab ich mich nur gewundert, warum das Livetrading immer erst kurz nach 9 gestartet ist - immer kurz nachdem Orkans 1. Trade bereits gepostet und weit im Gewinn war. An Tagen ohne morgendliches Trading hingegen wurde jedes Mal -genau wie so oft hier im (inzwischen gelöschten) Forum erwähnt- mit Verzögerung ein Volltreffer-Einstieg auf's Top/Low genau gepostet. In sämtlichen Live-Vorträgen und Interviews betont Herr Kuyas immer, man solle nicht zum Opening einsteigen, sondern den Markt erstmal seine Richtung finden lassen. Gepostet werden jedoch ständig (angebliche) Einstiege bei Markteröffnung, die direkt nach dem Post bereits schon (verdächtig) ordentlich im Plus sind. Ich selbst kann mich jedoch an kein einziges Livetrading erinnern, bei dem auch nur 1! einziger solcher Opening-Trade von ihm mit einem begründeten Einstieg angesagt wurde. Wenn überhaupt, dann wurde ein Trade (weit nach Handelseröffnung) in etwa so: "Ich bin jetzt hier mal short" aus dem Nichts angesagt. Aber dass er seine Trades je "begründet" hätte, ist schlicht eine Lüge. Jetzt könnte man fragen , was erwartet man denn auch von einem kostenlosen Livetrading? Niemand ist doch verpflichtet für lau sein Wissen preis zu geben. Wenn man aber immer wieder mitbekommt, wie ständig gesagt wird, mach ein Konto bei Broker XY auf, dann kommst du in den Livetradingroom, da werden alle Trades in Echtzeit kommentiert und erklärt, dann erwartet man ein bisschen mehr. Das höchste der Gefühle war hier "Ich bin mal eben short/long... Ich hab hier eine Marke und MEINE Gründe" (die Gründe werden übrigens von ihm NICHT genannt). 95% der Zeit im Livetrading war belangloser Smalltalk, protzige Umfragen aka " welches Auto findet ihr geiler, ich kann mich nicht entscheiden", "mein PC macht Probleme, weiß jemand von Euch jemanden, der sich damit auskennt?" und vermeintlich kumpelhafte Belanglosigkeiten. Bei 'geglückten' Trades wurde permanent in die Facebook-Gruppe gefragt: "Wer war denn von euch auch alles short? Wir haben grade erfolgreich im Live-Tradingroom den Dow geshortet. Sowas gibts nur im Tradingroom, wo wir auch all unsere Trades live ansagen und erklären." Bei ausgestoppten Trades hieß es hingegen immer: "Ihr sollt ja schließlich auch nicht einfach nachtraden".

      Schließlich war es dann nach ein paar Monaten soweit und es stand wieder ein mehrtägiges Online-Seminar an, zu dem ich mich dann auch anmeldete. Da ich mir bereits sein Trading-Buch gekauft und über längere Zeit wirklich intensiv durchgearbeitet hatte, ging ich total motiviert in dieses Seminar und dachte ernsthaft, ich könnte jetzt irgendwie darauf aufbauen. Das Buch erscheint nämlich auf den ersten Blick total logisch aufgebaut und verständlich geschrieben, bis man nach einer Vielzahl an anschließenden Trades merkt, dass man eigentlich total planlos nach Trades sucht und die wenigen geglückten Trades reine Glücktreffer waren. Also meldet man sich notgedrungen zum Seminar an, weil man denkt, man sei einfach nur zu beschränkt und würde sich jetzt für viel Geld mal zeigen lassen, wie es richtig geht. Was dann folgte, macht mich selbst heute noch vollkommen sprachlos und auch wütend, weil diese Masche einfach immer weiter durchgezogen wird und es (wahrscheinlich aus Schamgefühl) niemand öffentlich schreibt, was da abgezogen wird. Es wurden quasi einfach die Kapitel über die Chartanalyse aus seinem Buch durchgearbeitet (jedoch wesentlich oberflächlicher als im Buch), teilweise stand er sogar mit seinem Buch vor der Kamera und las daraus Passagen vor. Immer wieder fragte er zwischendurch, ob bis hierhin irgendwelche Fragen sind. Wenn dann welche kamen, hieß es immer leicht genervt "Leute, Geduld, das lernt ihr alles noch". Wenn dann tatsächlich eine Frage kam, war man als Seminarteilnehmer eigentlich nur genervt, weil dadurch, dass in der Seminargruppe sämtliche Anfänger und Fortgeschrittene bunt zusammen gestopft waren, wurden natürlich auch total zeitraubende Anfängerfragen gestellt, die den Rest der Gruppe (über 30 Teilnehmer) nur unnötig aufgehalten haben. Als Teilnehmer, der tatsächlich etwas lernen wollte, war man außerdem total genervt, dass nach 2-3 Stunden gleich wieder eine überlange Pause eingelegt wurde, wodurch überhaupt kein richtiger Workflow aufkam. Stattdessen sah man immer wieder auf die Uhr und dachte sich nur, scheiße, der Tag ist schon fast wieder rum und man hat immer noch nicht mehr gelernt, als wenn man einfach die ersten paar Kapitel seines Buches gelesen hätte.

      Natürlich wurde auch das übliche "Retailer-Wissen" wie SKS und Flaggen-Bla-Bla abgearbeitet. Das sah dann so aus, dass per Hand eine Skizze auf Kindergartenniveau auf den Flipchart gekritzelt wurde, aus der man die Logik hinter dieser Formation höchstens erahnen konnte. Eine gefühlte Ewigkeit wurde jetzt im Chart rückwärts nach SKS-Formationen und Flaggen gesucht, da man sich bei sämtlichen Themen zur Chartanalyse nicht einmal die Mühe gemacht hatte, wenigstens ein paar passende Formationen in verschiedenen Charts zum Zeigen für die Teilnehmer vorzubereiten. Stattdessen durfte man sich - als sich auf die Schnelle natürlich keine passenden Formationen im Chart finden ließen- tatsächlich anhören, dass das ganze hier eh nur der Vollständigkeit halber abgearbeitet wird, Orkan selber handele eh selbst keine derartigen Formationen. Bitte was? Wofür dann das Ganze?
      Der Bereich der Volumenanalyse, Orderflow, Footprint etc. wurde galant ausgelassen, das Thema Volumenprofil so dermaßen kurz abgehandelt, dass es eigentlich nicht mehr war als "Oben verkaufen, unten kaufen. Aber ich selbst nutze das Ding nur als Beimischung." Gleichzeitig wurde man aber angefixt, sich eine Atas-Lizenz (zu Seminar-Vorteilskonditionen) zuzulegen, obwohl man das teure Programm ohne entsprechende Schulung gar nicht effektiv nutzen kann.

      Das Schlimmste war jedoch, dass man sich tatsächlich mehrere Tage eingeplant und zum Teil freigenommen hatte, nur um dann allen Ernstes ein Kapital nach dem anderen aus seinem Buch vorgebetet zu bekommen. Während der ersten Tage des Seminars erwähnte er immer wieder diesen "heiligen Gral", der uns "umhauen" würde, wenn wir ihn sehen würden. Tagelang bekam man zu hören "wartet ab, ich zeig euch noch was ganz tolles". Die Inhalte vorher wurden von ihm regelrecht wie ein Pflichtprogramm absolviert, weil ja "am 4. Tag eh ein Hammer-Tool" vorgestellt werde. Tja, das "Hammer-Tool" war dann ein Account beim (historische) Kursdaten-Anbieter "Seasonax". Hier wurde man jetzt angefixt, sich einen hochpreisigen Zugangs-Account anzulegen um sich dort Aktien herauszusuchen, die in den letzten 10 Jahren in bestimmten Zeitabschnitten eine 95%ige Long-Trefferquote gehabt haben. So sieht man dann zb. dass Aktie "XY" von 1. Januar bis 1. Februar in den letzten 10 Jahren immer mit einer 95%igen Wahrscheinlichkeit gestiegen ist und erhofft sich daraus, dass sie dies nun im folgenden 11. Jahr wieder tut. Man gibt also tausende Euros für ein Seminar aus, um als neuen Input letztlich nur zu erfahren, dass man sich einen Account bei einem Anbieter für historische Kursdaten zulegen soll, um dann aufgrund einer statistischen 10-jahres-Erfolgsquote eines Basiswertes Trades für die Zukunft abzuleiten. Dann sitzt man also als anungsloser Tradingsanfänger bei ihm im Seminar, bekommt einen Haufen Aktien gezeigt, die in den letzten 10 Jahren mit einer hohen Trefferquote von in einem bestimmten Zeitfenster immer gestiegen sind und das alles permanent untermalt mit euphorischen Floskeln wie "So jetzt guckt mal, moneypress, geil oder?", "Na, was sagt ihr jetzt? Sowas zeigt euch da draußen keiner". Plötzlich kam man sich genauso vor wie in den besagten "Komm-in-die-Gruppe"-Youtube-Videos, mit denen er nichts zu tun haben will. In Interviews wird von Herrn Kuyas nämlich gern (zurecht) betont, man solle sich nicht von protzigen Youtube-Typen mit dicken Autos blenden lassen, die Werbung für Trading-Kurse machen. Man bekam im Seminar immer wieder gesagt, man solle das Daytrading lieber gleich sein lassen und sich lieber mit Saisonalitäten beschäftigen. Angefixt durch vermeintlich leicht verdientes Geld war bei den Teilnehmern natürlich gleich wieder alles vergessen, was mit ruhiger, sachlicher Chart-/Preisanalyse zu tun hat und es blieb am Ende lediglich ein euphorisches Gefühl von Gier. Da die allermeisten Teilnehmer natürlich keine der Aktien physisch kaufen können, weil das Konto einfach viel zu klein ist, muss man nun auf Hebelprodukte zurückgreifen, wodurch durch die Gebühren und unkontrollierte Herumzockerei mit Zertifikaten und Optionsscheinen wieder ein ordentlicher Betrag zusammenkommt, der dann auf dem eh schon geschröpften Tradingkonto fehlt.

      In Interviews wird der statistisch-basierte Handel von ihm auffallend oft als ein Tradingansatz vorgestellt, den ER erfunden hätte. Es sind aber schlicht und einfach Saisonalitäten. Aus diesen macht er bei öffentlichen Auftritten ein großes Geheimnis und bittet sogar die Seminar-Teilnehmer, den Begriff "Seasonax" nicht öffentlich zu erwähnen. In Vorträgen und Interviews wird dann immer sehr mysteriös getan, wenn die Frage aufkommt, wie er denn auf seine datumsbasierten Einstiege komme und es wird so getan, als würde er sich durch 100 Jahre alte Kursdaten jeder einzelnen Aktie ackern. Was allerdings tatsächlich SEINE Erfindung ist, ist die vollmundige Aussage, dass man damit eine 80-90%ige Trefferquote habe. Das stimmt für seinen statistischen Ansatz jedoch lediglich für die VERGANGENEN Perioden, für ein Ergebnis in der Zukunft würde kein seriöser Trader eine derartige Prognose abgeben.

      Auch wurde großspurig während des Seminars angekündigt "an Tag xy gehen wir dann die Fibo-Level durch, da seht ihr dann auch, wie ich täglich meine Fahrpläne erstelle". In der Praxis sah das dann so aus, dass man früh zu Tagesbeginn vor dem PC saß und über Headset zuhören durfte, wie Kuyas seinen Fahrplan unkommentiert in seine Tastatur kloppte, um ihn in seine Facebook Gruppe zu posten. Auf Nachfrage wie er nun darauf gekommen sei, kam nur "Das ist das Ergebnis jahrelanger Neowaves-Erfahrung." Das war's.

      Direkt am Ende des Seminars wurde dann (formuliert als freundschaftliche Bitte) eine Aufforderung an die Teilnehmer gerichtet, nun in der Facebooktrader-Gruppe ein positives Feedback zu dem Seminar zu hinterlassen. Zitat: "Ich poste jetzt gleich einen Beitrag 'Feedback Intensiv-Seminar' in der Gruppe und würde euch herzlich bitten, ein positives Feedback zu hinterlassen. Das würde mir echt weiterhelfen." Bei sämtlichen Posts "Feedback zum Seminar XY" aus den vergangenen Jahren liegt somit der Verdacht nahe, dass diese also durchweg direkt nach den jeweiligen Seminaren entstanden. Die Lobpreisungen der Teilnehmer dort sind also der Tatsache geschuldet, dass da noch kein Teilnehmer über einen längeren Zeitraum das Beigebrachte in der Praxis tatsächlich versucht hat anzugewenden, sondern noch voller positiver Hoffnungen ist. Vielleicht sollte es einem zu denken geben, dass in der Gruppe noch nie nach Langzeitfeedback gefragt wurde. Es findet sich kein Teilnehmer, der seinen positiven Kommentar zum Seminar erst nach LÄNGERER Zeit abgegeben hat. Die von ihm viel gepriesenen vielen Seminarteilnehmer, die Dank ihm hohe Gewinne einfahren, kann man übrigens nicht nachprüfen. Von keinem dieser Kandidaten liest man ein persönliches Statement und auch nicht, wie groß deren Tradingkonto ist. In den Jubelbewertungen der Teilnehmer nach den Seminaren wird dann immer wieder betont, dass das Wort "Intensiv-Seminar" ja tatsächlich Programm sei und es ja "wahnsinnig viel Input" gegeben habe; das müsse man "erstmal alles sacken lassen und ordnen". Das mag für Leute, die sich noch nie vorher mit den elementarsten Grundlagen der Chartanalyse beschäftigt haben der Fall sein, wenn man noch nicht mal weiß, wie ein Candlestick aufgebaut ist. Jeder halbwegs seriöse Coach, der tatsächlich will, dass die Teilnehmer etwas lernen, würde solche Basics jedoch bereits vor Beginn des Kurses als Handout zur Verfügung stellen, um nicht wertvolle Seminarzeit zu verschleudern.

      Was übrigens der größte Witz überhaupt ist, ist die Tatsache, dass die Trades, die in der Facebook-Gruppe gepostet werden, im kompletten Gegensatz zu dem stehen, was im Buch und Seminar gelehrt wird. Sämtliche gepostete Trades sind gegen jegliche (Trend-)Regeln. So greift er (laut Posts) ständig ins "fallende Messer"und handelt generell gegen die aktuelle Trendrichtung, um das Top/Low zu erwischen. Immer wieder werden selbst zur News-Veröffentlichung angeblich getätigte Trades gepostet. Das heißt, dass hier vorgegeben wird, dass er genau in der Minute in den Markt einsteigt, in der sämtliche Indizes und Währungen wie wild hin- und herspiken und ein Trade-Einstieg durch riesigen Spread und Slippage überhaupt nicht ordentlich möglich ist. Laut Post trifft er aber genau das Top/Low von genau dieser riesigen News-Kerze. Wenn man nun als Anfänger seine Trading-Posts regelmäßig verfolgt, wird einem also von Anfang an unterschwellig beigebracht, sein Konto zu schrotten (weil man immer gegen den Trend handelt), bis man dann mit geplättetem Konto und voller Ehrfurcht davor, wie der Herr es schafft, immer das High/Low zu treffen, schließlich ein Seminar bei ihm bucht. Um dann dort plötzlich zu hören, wie idiotisch es doch sei, immer gegen den Trend zu handeln. Die Wichtigkeit, immer Einstiege Trendrichtung zu suchen wird so derart oberflächlich angerissen, dass es schnell in Vergessenheit gerät, wenn man später selbst nach Trades sucht. Nochmal zum Verständnis: Seine geposteten Trades (immer gegen den Trend) haben NICHTS mit dem zu tun, was er später im Seminar lehrt. Wer ernsthaft denkt, er würde jetzt für teures Geld lernen, warum er so oft das Top/Low trifft, der irrt. Selbst Seminarteilnehmern sagt er nicht mehr als "da kamen einfach mehrere Gründe zusammen". Da fällt es einem irgendwann wirklich schwer, etwas anderes zu glauben, als das, was vermehrt in Foren über ihn geschrieben wird, nämlich dass diese Mega-Einstiege auf Facebook reiner Fake sind.

      Zusätzlich wird von ihm immer wieder betont, dass er -im Gegensatz zu allen anderen Coaches- seine Kontoauszüge als Performance-Nachweis zeigen würde. Ein kurzes Zeigen (da wird dann mal eben schnell für 1 Sekunde ein Screenshot auf's Display gezogen und dann schnell wieder weg) eines Depotsaldos ist für mich aber kein Nachweis über getätigte Tages-Trades; das können sonstwas für Trades oder Depots sein. Keinen einzigen geposteten Facebooktrade konnte man bis heute mit Ein- und Ausstieg auf einem Kontoauszug nachverfolgen. Auf Nachfrage heißt es dann plötzlich "das geht niemanden etwas an, wie hoch mein Kontostand ist".

      Was ich ebenfalls sehr ernüchternd fand, war die Art, wie die sogenannte "Betreuung der Teilnehmer nach dem Seminar" immer wieder angepriesen wurde und wie dann die Realität aussah. Es wird sogar betont, dass diese Nachbetreuung in der Facebook-Gruppe und in den "Refreshments" "einmalig in Deutschland" sei. Die sogenannte Betreuung in der Gruppe sieht leider so aus, dass die Teilnehmer aufgefordert werden "sich untereinander auszutauschen und zu helfen" um so die Dynamik und das Wissen der Gruppe zu nutzen. Man soll dann seine Tradingideen mit Screenshot in die extra von Orkan eingerichtete Facebook-Seminar-Gruppe posten und die anderen Teilnehmer sollen dann ihre mehr und weniger qualifizierten Fachkommentare dazu abgeben. Vom Meister selbst kam im Bestfall mal ein "Top! Passt!" als Kommentar, keine konstruktive Kritik, keine Erklärung, gar nichts. Es werden hier KEINE Fragen fundiert beantwortet - jedenfalls NICHT von Herrn Kuyas (der ja immerhin dafür bezahlt wurde), sondern (wenn der Fragesteller Glück hat) allerhöchstens von anderen Seminarteilnehmern.Das kann nun jeder sehen wie er will, aber ICH hatte nicht für die Meinung von meinen Seminarkollegen bezahlt, sondern von Herrn Kuyas. Aber mal ehrlich, wie soll denn eine ordentliche Nachbetreuung aussehen, wenn sich in den jeweiligen Seminargruppen jeweils 30-40 Teilnehmer tummeln und der Meister selbst fast täglich im Tagespost verlauten lässt, dass er mal wieder "unterwegs" sei ? Somit finden sich dann in diesen Seminar-Facebook-Gruppen lediglich ein paar Posts von einigen wenigen fortgeschritteneren, engagierten Seminarteilnehmern, die sich tatsächlich einen fruchtbaren Austausch erhoffen und dann ist da der große andere Rest, der diese geposteten Trade-Ideen einfach nur "konsumiert" und nichts Produktives beiträgt (aber wie sollen sie das auch?) Der große Teil der Teilnehmer dort fängt tatsächlich bei Null an, und weiß selbst nach dem Seminar nicht mal, in welchem Timeframe er sich überhaupt welches Setup suchen soll. Man steht dann da und fragt sich, soll ich jetzt nach Trendlinien suchen und wenn ja, wie steig ich dann ein? Soll ich jetzt jedes mal, wenn ich mindestens 3 Argumente für einen Einstieg finde einsteigen? Steig ich market ein, per Limit oder erst bei einer Bestätigung durch die Candlesticks? Wenn es nach Orkan selbst ginge, würde man scheinbar an sämtlichen potentiellen Levels einfach market auf gut Glück einsteigen. Diesen Eindruck bekommt man auch, wenn man ihn mal bei diversen 'Trading-Day-Events' beobachtet. Da wird dann maximal ein einzelner 200er gleitender Durchschnitt als Einstiegsgrund gezeigt; wenn's gut geht wird sich gebrüstet, wenn's schief geht, fällt der Trade unter den Tisch. Und so probiert man als ehemaliger Seminarteilnehmer dann hilflos vor sich hin, hat dabei ab und zu einen Glückstreffer, aber meistens läuft es gegen einen und man reibt sich verwundert die Augen, warum man immer wieder trotz Hammer-Kerze am EMA 50 ausgestoppt wird. Es ist wichtig zu erwähnen, dass im Seminar kein einziges praktisches Setup (das Seasonax-Dingens mal ausgenommen) vorgestellt wurde. Dafür wurde aber wiederholt betont, man solle sich selbst seine Setups zusammenstellen. Kann man machen, aber ist das der Sinn, wenn man seine Kohle vorher für ein Seminar rausschmeißt? Da kann mankann doch aber erwarten, wenigstens 1! backgetestetes Setup (Zeiteinheit, Long/Shorttrend, Indikatorenwert, Candles etc.) vorgelegt zu bekommen und nicht "sammelt immer mindestens 3 Gründe für einen Trade". Man bekommt KEINERLEI HANDELSANSATZ beigebracht, sondern erlebt nur ein planloses Zurückgescrolle im Chart kommentiert mit "Seht ihr hier, bähm bähm, da hat er reagiert...". Der berühmte Satz "Seminarteilnehmer wissen, warum er hier gedreht hat." ist in meinen Augen absoluter Blödsinn, die allermeisten wissen es NICHT, und wenn, dann nicht durch das Seminar.

      Das sogenannte Onlinerefreshment (also ein Webinar mehrere Wochen nach dem Seminar zusammen mit mehreren anderen ehemaligen Seminargruppen) lief dann so ab, dass man seine vorbereiteten Fragen vortragen konnte und seine Tradeideen vorstellen sollte. Also hat man sich wieder einen Tag freigenommen für dieses Event und wofür? Kurz angebundene und zum Teil sogar pampige Antworten auf Teilnehmer-Fragen, die einem Null weiterhalfen, garniert mit schlechter Laune vom Meister, weil keiner der gespannt am Bildschirm zuhörenden Teilnehmer auf Kommando Trades in die Runde schmeißen konnte. Zu Beginn des "Refreshments" ließ er demonstrativ lässig verlauten, dass heute mal die Teilnehmer dran seien und er heute mal nix sage. Natürlich war Keiner in der Lage, fleißig Trades "rauszuhauen".

      Schlußendlich sieht man irgendwann eigentlich überall Einstiege, denn mit ein wenig Fantasie lassen sich an jedem Punkt im Chart IMMER mehrere Gründe für einen Einstieg finden. Und weil natürlich die allermeisten Teilnehmer nach einigen Wochen auf keinen grünen Zweig gekommen waren, gierten nun alle nach den immer wieder groß angekündigten "Kianolines". Regelmäßig wurden sie im Livetrading-Room kurz im Chart eingeblendet. "Seht ihr, die Lines haben mir diesen Trade angezeigt. Hier musste es drehen, und seht ihr, wo er gedreht hat?" Und ja, ich gebe es zu, ich habe dann tatsächlich nochmal 4-stellig Geld ausgegeben für den Wahnsinnsindikator ergänzt durch ein Webinar zur Demonstration und Anwendung, gepaart mit einer tollkühnen Erfolgsquote im präsentierten (angeblichen) Backtest, sodass man nach völliger Verzweiflung über die Misserfolge nach dem Seminar nun wieder voller Hoffnungen war, endlich mal ein Plus auf's Tradingkonto zu bekommen. Voller guter Hoffnungen hab ich das Ding gekauft, benutzt, damit fast das Konto geschrottet und dann ernüchtert mal in Ruhe einen eigenen Backtest gemacht. Slippage und Spread wurden bei der Webinar-Demonstration einfach ignoriert, die Menge der geglückten und misslungenen Trades im eigenen Backtest entsprach überhaupt nicht denen in der Präsentation. Da seine Webinare nie aufgezeichnet werden, hatte ich das Präsentationswebinar für die Kianolines selbst mitgeschnitten und konnte im Nachhinein seinen vorgeführten Backtest mit meinem eigenen vergleichen. Im Webinar wurden beim Vergleichen natürlich hauptsächlich die Mega-Treffertrades herausgepickt.

      Tja, und dann, nach genauerem Hinsehen merkst du irgendwann, wofür du da eigentlich deine Kohle ausgegeben hast: einen Kindergarten-Indikator, der ALLEN ERNSTES nur GAPS zwischen den Kerzen anzeigt und diese Gaps dann als durchgezogene Linie nach rechts darstellt. Und das dann auch noch -nach Orkans Aussage- auf jedem beliebigen Chart im Metatrader, also AUCH auf einem CFD-Chart, der ja bei jedem Broker frei nach Geschmack variiert. Man soll also seine Handelsentscheidungen von Gaps in einem CFD-Chart abhängig machen (sehr seriös! ). Diese gezeichnete Gap-Linie bleibt dann jedenfalls solange bestehen, bis der Kurs zu diesem alten Gap und der zugehörigen Linie zurück kommt und somit die Linie wieder löscht. Das war's!!! DAS ist sein Indikator für tausende Euros. Einen Trade soll man nun eingehen, wenn 2 Linien direkt nacheinander auftauchen, also auf deutsch, einfach wenn 2 Gaps nacheinander auftauchen. Stopp ist der Eröffnungskurs der 1. Kerze, Take Profit ist das doppelte der Strecke zwischen Eröffnungskurs von der 1. Kerze und Schlusskurs der 2. Kerze. Sowohl der Stopp als auch der Take Profit muss manuell von Hand gesetzt werden. Wenn ich also z.b. in einem 5-Minutenchart 3 Kerzen nacheinander betrachte und zwischen den 3 Kerzen liegen also 2 Gaps nacheinander (visuell dargestellt als 2 waagrechte Linien), ist DAS mein Einstiegssignal. Und diese 'Meisterleistung' an Programmierung wird dann den Teilnehmern als unfassbar komplex verkauft mit angeblich wahnsinnig 'vielen Parametern', die in die Berechnung mit einfließen' und weswegen der Launch sich also auch so lange verzögert hätte. Das aufwendigste an diesem Indikator ist der Kopierschutz. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass man bloß nicht irgendwo Screenshots veröffentlichen solle; es wurde sogar der Eindruck vermittelt, man würde sonst sämtliche Anwälte von Herrn Kuyas auf den Hals gehetzt bekommen. Im Nachhinein auch verständlich, das Ding wäre sofort öffentlich zerrissen worden. Nun ja, verdächtig still ist es kurz nach der Veröffentlichung der Kianolines in der Gruppe geworden. Jeder hält dort seinen Mund weil er denkt, es läge nur an seiner eigenen Dummheit und alle anderen wären erfolgreicher mit dem Ding.

      Außerdem ist es schon beachtlich, wenn in einer riesigen Facebook Gruppe mit tausenden Mitgliedern gerade einmal eine 1-bis-2stellige Zahl von Leuten sich täglich beteiligt und das nur mit einem "Hallo in die Runde". Da wird sich nicht über's Trading ausgetauscht; diese Gruppe dient lediglich, Orkans Posts zu liken und sich -wenn überhaupt- über belanglosen Smalltalk auszutauschen. Auffällig dabei ist, dass es sich hierbei immer um frische, neue Mitglieder handelt, die noch voller Euphorie sind, dass sie jetzt Teil der ach so großen Community sind oder voller Vorfreude posten, dass sie sich jetzt für das kommende Seminar angemeldet haben. Später liest man von denen nie wieder etwas. Eigene Trades dürfen von den Mitgliedern eh nicht gepostet werden, was ziemlich deutlich macht, dass es hier nicht um eine "Trading-Community" geht, sondern darum, dass die neuen Mitglieder die "Erfolgsposts" von Herrn Kuyas lesen, um sich nach ein paar Monaten dann zum Seminar anzumelden. Ich hab noch nie erlebt, dass dort jemand, der eine ernst gemeinte Frage zu einem Chart gestellt hat, eine sinnvolle Antwort darauf bekommen hätte. Und so verplämpert man seine kostbare Zeit und sein Geld auf Facebook, in Seminaren und mit seinen "Wahnsinns-Kiano-Lines" und sieht irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

      Mein persönlicher Rat an alle, die überlegen, bei ihm ein Seminar zu buchen: Spart Euer Geld, investiert lieber in Zeit vor'm Chart -viiiiiieeeeel Zeit. Seid bereit, seeeehr viele Stunden vor'm Bildschirm zu verbringen und einfach nur Kursverläufe zu beobachten. Und probiert Euch nur mit minimal kleinsten Positionsgrößen aus. Das klingt nicht sexy, aber man ist auch nicht pleite.

      Auf Amazon gibt es für die Erstausgabe seines Buches übrigens eine sehr deutliche, negative Rezension, in der ebenfalls sehr ausführlich auf das Seminar eingegangen wird. Sie deckt sich exakt mit dem, wie ich es erlebt habe, weswegen mir auch ziemlich egal ist, ob sich hier jemand an diesem Text stört.

      Und, ja, für Dritte mag der Tonfall in dem inzwischen gelöschten Forumsbeitrag durchaus "verläumderisch" erschienen sein. Wie bei allem im Leben, was man nicht durch heimlichen Videomitschnitt beweisen kann, bleiben am Ende immer die Geprellten als Lügner zurück und es steht Aussage gegen Aussage. Ich bin mir recht sicher, dass viele Andere den gleichen Text verfassen würden, es aber aus Scham über ihr vermeintliche "Dummheit" nicht tun. Zusammenfassend möchte ich daher nochmal betonen, dass all dies meine eigenen Erfahrungen und Meinungen sind; wer sich daran stört, darf gerne seine eigenen (teuren) Erfahrungen sammeln.
      Avatar
      schrieb am 29.03.23 16:25:51
      Beitrag Nr. 2 ()
      Sehr geehrte w-o User,

      nach langem Zögern haben wir uns dazu entschlossen, den ursprünglichen Thread zu Orkan Kuyas aka "Facebooktrader" zu löschen. Der Grund lag darin, dass in dieser Diskussion die immer gleichen Argumente (vornehmlich von gandybernd und Klausi1951) in einer Weise vorgetragen wurden, die mit den Nutzungsbedingungen dieser Plattform nicht vereinbar waren. Die Alternative zur Löschung wäre eine gründliche "Durchbürstung" der Diskussion gewesen aber dann hätte man der Diskussion inhaltlich nicht mehr folgen können, da die Mehrheit der Postings von nur zwei Nutzern veröffentlicht wurden und diese zu einem hohen Anteil regelwidrig waren. Einerseits wurden die Boardregeln permanent verletzt (Beleidigung, üble Nachrede, keinerlei Belege für aufgestellte Behauptungen krimineller Aktivitäten) und andererseits wurde eine offene Diskussion mit Mitteln unterdrückt, die Charakteristika von Mobbing gezeigt haben.

      Wir freuen uns darüber, dass die w-o Community das Thema Orkan Kuyas aka "Facebooktrader" wieder aufgreifen möchte und weisen ausdrücklich darauf hin, dass in dieser Diskussion auch ehrlich gemeinte positive Erfahrungen gepostet werden können und auch sollten.

      Sollte sich diese Diskussion in eine ähnliche Richtung wie die gelöschte Diskussion entwickeln, dann werden wir gezwungen sein, diese erneut zu schließen.

      Wir würden uns freuen, wenn die alte Diskussion hier in einer zivilisierten Art und Weise fortgesetzt werden würde. Um dies sicherzustellen, wird die Moderation diese Diskussion im Auge behalten.

      Viele Grüße

      Hardy Schilling
      3 Antworten
      Avatar
      schrieb am 29.03.23 13:51:24
      Beitrag Nr. 1 ()
      Hier wieder ein neuer Thread zu dem genannten Thema. Hier kann jeder reinschreiben, der ehrlich gemeinte negative Erfahrungen mit Facebooktrader oder den Seminaren/der Methode von Orkan Kuyas gemacht hat.
      • 1
      • 3
       DurchsuchenBeitrag schreiben


      Erfahrungen mit Orkan Kuyas Facebooktrader