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Ach was muß man doch von bösen Buben hören... - 500 Beiträge pro Seite



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Im Wirtschaftsjournalismus haben „böse Buben“ heutzutage Hochkonjunktur.
Was sollten die Börsen-Boulevard-Blätter, die in den Tankstellen und Supermärkten allwöchentlich am Donnerstag wieder neu die Regale füllen, was sollten sie bloß anfangen ohne die Haffas, Schambachs oder Domeyers und deren vermeintlich oder tatsächlich ehrenrühriges, vielleicht gar kriminelles, jedenfalls aber zur Skandalberichterstattung offenbar geeignetes Handeln, das in dem halben Dutzend den begrenzten Lesermarkt der Hobbybörsianer unter sich aufteilenden Donnerstagsgazetten jeweils genüßlich dargestellt und ausgebreitet wird.

Angesichts des begrenzten Nachrichtenstroms, aus dem er seinen Honig zu saugen hat, ist der gemeine Börsenjournalist (im älteren Sinne von durchschnittlich, durch nichts herausragend) glücklich über alles, was sich bissig kommentieren läßt, froh über jede Meldung, der man das Stigma des Fragwürdigen, Ungehörigen, Anrüchigen anheften kann. Nach dem alten Journalistenmotto, „bad news are good news“ – good news für die Journalisten. Sie lieben die schlechten Nachrichten, die Journalisten, weil die Leut sie lieben, offen oder insgeheim, und nur allzu gern von Mißratenem, Mißlungenem, oder Ehrenrührigem lesen - um dann sagen zu können, „ja da sieht man mal wieder, ja das ist aber auch, ja das geht aber doch nicht...“

Manchmal fragt man sich allerdings, wer denn tatsächlich der böse Bube ist in diesem Spiel - der Beschriebene oder der Schreiber. Wenn nämlich die Nachrichtenlage eigentlich gar keinen Übelstand hergibt, den man anprangern könnte, wenn das Mißratene, über das man sich lustig macht, gar nicht stattgefunden hat, und das Kriminelle vielleicht nur in der Phantasie des um sein Zeilengeld ringenden Jounalisten existiert, wenn also ausschließlich um des billigen Effekts willen geschrieben wird, frei nach dem weiteren Motto, „better to lose a friend than to miss a joke“, dann allerdings ist zu prüfen, ob der Pressemann nicht gegen die wenigen Spielregeln verstößt, die ihm unsere Gesellschaft in Gestalt des Gesetzgebers auferlegt hat: gegen das Verbot falscher Tatsachenbehauptungen einerseits oder die Pflicht zur besonderen journalistischen Sorgfalt andererseits - die Voraussetzungen für die herausragenden Freiheiten, mit denen die Medien im Rahmen unseres aus gutem Grund liberalen Presserechts ausgestattet sind.

Denn gerade beim Börsenjournalismus bewegt man sich in einem sensiblen Feld. Es gibt wohl wenig Bereiche, in denen durch Fehlberichterstattung mehr wirtschaftlicher Schaden bei den Betroffenen angerichtet werden kann als dort – Schaden für die Unternehmen, ihre Mitarbeiter, und ihre Aktionäre.

Die „Wirtschaftswoche“ und die Frage der Dreistigkeit

Schaue ich vor einigen Tagen an der Tankstelle seit langem mal wieder in die "Wirtschaftswoche" (Verlagsgruppe Handelsblatt) - einstmals eine durchaus renommierte Wirtschaftszeitschrift. Hat sie noch ihr früheres Niveau, so frage ich mich, oder muß man sie jetzt auch der Börsen-Boulevard-Journallie zurechnen, den Donnerstagsgazetten?

"Brutale Flurbereinigung" lese ich auf Seite 144 - der „Börsen-Kommentar“ von Hauke Reimer. Obwohl offen gestanden bereits sein mitenthaltenes Konterfei nichts wirklich Gutes ahnen läßt (und wohl auch zum Titel dieses Kommentars inspiriert hat), beginne ich mich zu vertiefen, und siehe da, gleich im zweiten Absatz wird einer der „bösen Buben“ vorgeführt, die derzeit allenthalben zur Skandalberichterstattung herhalten müssen.

"Metabox-Chef Stefan Domeyer, der am vergangenen Freitag seine ebenfalls viel zu spät zusammengestellten Geschäftszahlen präsentierte, spricht von einer `brutalen Flurbereinigung` - wohl in Anlehnung an den `brutalstmöglichen Aufklärer` der CDU-Spendenaffäre, Hessens Ministerpräsident Koch. Von Politikern übernommen hat Domeyer offenbar auch die dreiste Staatsanwalts- und Medienschelte: `Presserummel`, `Propaganda` und `Vorverurteilung` macht er, gegen den Staatsanwälte wegen Kursmanipulation ermitteln, für die extrem schwachen Zahlen des Internet-Technologieanbieters mitverantwortlich."

Schauen wir uns das mal genauer an. Seine viel zu spät zusammengestellten Geschäftszahlen habe der Herr Domeyer am Freitag präsentiert, meint der Kommentator. Was aber meint der Adressat der Geschäftszahlen, die Deutsche Börse AG, die es ja schließlich wissen muß? Fristgerecht sind sie eingegangen, sagt die zuständige Sachbearbeiterin auf Anfrage. Der Rezensent runzelt zum ersten Mal die Stirn.

Sehen wir weiter. „Dreiste Medienschelte“ betreibe der Herr Domeyer: „`Presserummel`, `Propaganda` und `Vorverurteilung` macht er, gegen den Staatsanwälte wegen Kursmanipulation ermitteln, für die extrem schwachen Zahlen des Internet-Technologieanbieters mitverantwortlich.“

Was, lieber Herr Reimer, sagt denn Ihnen der gesunde Menschenverstand: Ist die „Pressekatastrophe“ (wie der Herr Domeyer sie zurecht nannte) etwa nicht mitverantwortlich für das Negativimage von Metabox, und belastet mittelbar selbstverständlich auch die Zahlen des Fernseh- (nicht Internet-) Technologieanbieters? Und liefern nicht Sie selbst das beste Beispiel für die Vorverurteilung, die allenthalben stattfindet? „... Macht er, gegen den Staatsanwälte wegen Kursmanipulation ermitteln...“ Gegen wen Staatsanwälte ermitteln - so einer soll das Büßerhemd anziehen, bitte schön, und fein stilleschweigen, nicht wahr, und nicht noch eine große Lippe riskieren - das meinen Sie doch, Herr Reimer?

Aber, mit Verlaub, Sie haben da was nicht verstanden. In unserem Rechtssystem gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Wenn nicht ein deutsches Gericht rechtskräftig festgestellt hat, daß der Herr Domeyer sich der Kursmanipulation schuldig gemacht hat, wenn und solange das nicht geschieht, muß er als unschuldig gelten. Ein zentrales Prinzip unseres Rechtssystems.

Warum? Ganz einfach: weil der Staatsanwalt lediglich einem Verdacht nachgeht. Der Staatsanwalt ist verpflichtet, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten, sobald er Kenntnis von Tatsachen erhält, aus denen sich der Verdacht einer Straftat ergibt. Mit dem Ermittlungsverfahren soll nun der dem Verdacht zugrundeliegende Sachverhalt aufgeklärt werden. Die belastenden und die entlastenden Umstände sind festzustellen. Nach Abschluß der Ermittlungen – die, wie wir hören, in diesem Fall, Gott behüte, noch Monate dauern sollen – werden die Staatsanwälte dann über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden: Sehen sie hinreichenden Tatverdacht, halten sie also eine Verurteilung für wahrscheinlicher als einen Freispruch, so müssen sie Anklage erheben. Würden die Staatsanwälte so entscheiden, dann würde das sogenannte Eröffnungsverfahren stattfinden. In dem würde das zuständige Gericht nun prüfen, ob es den hinreichenden Tatverdacht ebenfalls bejaht. Sollte dieses der Fall sein, würde die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen.

Und erst dann, Herr Reimer, erst dann würde das eigentliche Gerichtsverfahren beginnen. Mit Waffengleichheit zwischen zwei Parteien, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Vor einem neutralen Richter, der nur dem Gesetz und seinem Gewissen verantwortlich ist. Und erst wenn dieser Richter am Ende zu der Überzeugung kommen und feststellen sollte, daß der Herr Domeyer sich des Verstoßes gegen § 88 Börsengesetz (Kursmanipulation) schuldig gemacht hätte, erst dann, Herr Reimer, hätte Herr Domeyer als schuldig zu gelten. Vorher, darauf ist aus gutem Grund Wert zu legen, haben wir alle ihn als unschuldig anzusehen: seine Mitarbeiter, seine Kunden, sogar der Staatsanwalt, und auch Sie.

Warum? Weil der Staatsanwalt derzeit offenbar nicht einmal einen hinreichenden Tatverdacht hat. Sonst würde er nämlich Anklage erheben. Macht er aber nicht. Er ist lediglich dabei, einen Sachverhalt aufzuklären, der einem Verdacht zugrundeliegt. Einen klaren und eindeutigen hinreichenden Tatverdacht, wie Ihre Kollegen in den vergangenen Monaten so oft genüßlich vermutet haben, und mit den Begriffen „Fake“ und „Luftnummer“ nur so um sich geworfen haben, hat der Staatsawalt offenbar nicht, sonst würde er die Sache nicht monatelang untersuchen müssen.

Also, Herr Reimer, wie sieht’s nun aus mit Ihnen? Sie als Journalist bei einer großen deutschen Wirtschaftszeitung, die einmal als renommiert gegolten hat: Wie halten Sie’s mit der Unschuldsvermutung? Halten Sie sich daran? Oder haben Sie nicht vielmehr längst den Stab gebrochen über Herrn Domeyer - „er, gegen den Staatsanwälte ermitteln“. Sie sagen das nicht so, als werde derzeit lediglich ein Verdacht durchleuchtet. Eher so, als sei längst das Urteil gesprochen.

Aber beschweren sich dann darüber, daß der Herr Domeyer eine Tendenz zur Vorverurteilung beklagt, und nennen das dreist. Das ist nun wirklich das Größte. Sie wissen doch genau, daß diese Vorverurteilung längst stattgefunden hat, von Ihnen und Ihren Kollegen zuallererst. Und was so etwas anrichtet, bei einem börsennotierten Unternehmen, ist Ihnen auch bestens bekannt. Man ist im Gerede, und mehr als das. Man wird mit spitzen Fingern angefaßt, von den Anlegern und im Kundenkreis. Und wenn der Herr Domeyer sich erlaubt, auf diesen Zusammenhang hinzuweisen, nennen Sie ihn „dreist“.

Billig und niveaulos, Herr Reimer. Mehr als dreist: boshaft.

Aber geben wir Ihnen und Ihrem Blatt, das einmal als renommiert gegolten hat, lange vor Ihrer Zeit, noch eine letzte Chance. Schauen wir, wie Ihr Kommentar weitergeht.

(Fortsetzung morgen: „Ist es auch Tollheit, hat es doch Methode: Die ‚Wirtschaftswoche’ und die Marktforschung“)

Jan Philip Roth
Janphil, ich freue mich schon wahnsinnig auf den 2. Teil. Ich bin nämlich "leider" auch ein regelmäßiger Käufer der Wiwo. Und besonders das Ende des Kommentares ist bei mir "sauer aufgestossen".

Vielen Dank für diesen "etwas anderen" Bericht.

Gruß
Stock Rave
@Janphil

Das Niveau bei w.o. hat in den letzten Monaten erheblich gelitten.
Ein Board ist ja dazu da, sich über Aktien zu streiten und Meinungen auszutauschen.
Eine Minderheit benutzt aber das w.o.-Board dazu, andere User und Vorstände von AG`s zu beleidigen, anzupöbeln und zu bedrohen.
Oftmals hatte ich die Nase von diesem Board gestrichen voll und ich hatte mir schon mehrmals geschworen, dem w.o.-Board endgültig den Rücken zu kehren.

Deine Postings machen es aber verdammt schwer, diesen Schwur umzusetzen............

Noch einen schönen Abend
boertropi
Gratulation Janphil, wie ein lesenswerter Beitrag.
Und wo du Recht hast, hast du Recht!

MD
Warum soll nicht auch die Börsenkultur (und alles, was damit zusammenhängt), unter dem herrschenden Zeitgeist kränkeln?
Bereits in den 70ern haben wir Demonstriert gegen den "Bild"-journalismus, gegen die Massenverflachung (-verdummung). Der Erfolg?...
Bin gespannt auf die morgige Fortsetzung!
mfg
Natürlich ist die deutsche Presselandschaft kein Verein unschuldiger
Chorknaben...das hinter der Berichterstattung knallharte wirtschaftliche
Interessen stehen, und das ein eher reisserisch als fair geschriebener
Artikel mehr Auflage macht, dürfte wohl auch schon dem letzten aufgefallen
sein, aber eines darf man auch nicht vergessen...MBX liefert eine Vorlage
nach der anderen..

Alle warten seit Monaten auf den Konter in Form beginnender Produktion und
Auslieferung...Fakten halt, die die Presse dann auch nicht verheimlichen kann.

MBX ist am Zug...die 2000er Bilanz war ein Anfang reinen Tisch zu machen...jetzt
muss es weitergehen.

-Wie weit geht der Umstrukturierungsprozess?

-Wie ist der technische Stand der Box?

-Wann wird produziert und geliefert?

-Wer wird künftig die Geschicke im Vorstand und Aufsichtsrat leiten?


Und schliesslich noch die Fragen die MBX nicht beantworten kann...

-Was ergeben die Staatsanwaltlichen Untersuchungen?

-Wann werden die Kunden genannt?


Wenn diese Fragen befriedigend der Öffentlichkeit und den Aktionären beantwortet
werden, dann klappts auch wieder mit der Presse...da bin ich sicher..

stompi.
@ Janphil

Wie gewohnt ein "Klasse" Beitrag. Es gibt momentan nichts schlimmeres wie die Presse. (Mit ganz wenigen Ausnahmen)
Ich stelle dies jeden Tag aufs Neue fest. Leider in allen Bereichen der Medienlandschaft. Aber im Bezug auf Metabox grenzt dies schon an "kollektive Zerstörung" einer Firma!!!!

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Gruß Helv
Janphil

Ich kann nur immer wieder betonen:

Das Prinzip Ursache und Wirkung hat Bestand.

Leider auch bei der Meta-Story.


Greetings nach Berlin

R.
hallo Janphil,

wollte eigentlich nichts mehr zu mbx schreiben, aber mich interessiert einfach wie du so retrospektiv deine Informationen aus dem Interview mit Ebeling und der heute bestehenden Realität siehst?

Den Geschäftsbericht hast du wohl auch ganz durchgelesen. Wenn das die Presse auch mal richtig getan hätte, dann könnten die noch ganz andere Dinge über Metabox veröffentlichen. Und hier ist das Problem, nicht die Presse ist Schuld am schlechten Kursverlauf - es ist das schlechte Management, dokumentiert in dem vernichtenden Zeugnis Bilanz und Lagebericht, der erstaunlicherweise schonungslos die Pleiten & Pech und Pannen des "Metabox-Gemischtwarenladens" aufdeckt, wo es der CEO doch glatt noch fertigbringt, die Schuld auf die Geschäftsführer seiner Töchter zu schieben.

Fehler kann jeder Vorstand machen, bei Stefan Domeyer ist aber die Häufigkeit der Fehlprognosen, nicht zustandegekommenen Geschäften, Verpulverung von Mio. der von Aktionären bereitgestellten Mittel in nicht operativen Bereichen (Sportmarketing, Immobilien, Interzart, Schweizer Tochtergesellschaft, ICS usw.) so eklatant, daß der private Anleger schon vor Wut Schaum vor dem Mund hat, aber was denken sich wohl professionelle Analysten und Fonds, die eine solche Leistung, schwarz auf weis durch den Geschäftsbericht erfahren?

Domeyer macht den Kurs und die Presse ist nur die Folge der Kommunikation des CEO - diese hat versagt.

Wäre Metabox eine "normale" Aktiengesellschaft, die nicht nach domeyerscher Gutsherrenart verwaltet würde, so wäre ein ehrenwerter CEO nach Vorlage dieser Zahlen freiwillig zurückgetreten und hätte für einen Manager den Platz geräumt, dem die Aktionäre auch vertrauen könnten.

Den Aussagen eines Stefan Domeyers glaube ich nur noch, wenn dies auch mit Fakten unterlegt wird!
@ Jan Phil,
wie immer, excellenter Beitrag!

@Bierchen1,
es geht hier nicht darum, die Leistungen eines Herrn Domeyer zu beurteilen, es geht um eine Art von öffentlicher
Hinrichtung ohne das ein ordentliches Gericht dazu sein Urteil gefällt hat. Wenn es diesen erbärmlichen Schmierfinken um eine Beurteilung gehen würde, dann sollten sie darüber schreiben. Nichts gegen deine Anmerkungen, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Janphil

hat Herr Reimer auch "Gelegenheit" von dieser schönen Analyse der Analyse Kenntnis zu nehmen, ma.W. sind sie dem Adressaten zugegangen, wie der Jurist sagen würde ?
... mich interessiert nur eins - und das ist der Kurs ...

(Trotzdem guter Beitrag :-)

... yus :D
hallo janphil,

leider muß ich deine obigen ausführungen korrigieren!
eine ermittlung durch die staatsanwaltschaft, kann sich durchaus bis zu einem jahr oder länger hinziehen; und ermittelt wird bei ausreichendem tatverdacht.
dieser scheint im falle von metabox vorhanden zu sein!

wie du sicherlich weißt, habe ich metabox lange die treue gehalten, was im rückblick gesehen, wohl ein fehler war!
wunsch und wirklichkeit klaffen bei dieser firma offensichtlich weit auseinander!

da ich den ausführungen domeyers allzu lange glauben geschenkt habe, seinen beschwichtigungen und schönfärbereien, metabox aber auch in der folgezeit die planzahlen wiederholt nicht eingehalten hat, erscheint es mir nur logisch, daß hier der anleger BEWUSST getäuscht werden sollte!

aus diesem grunde werde auch ich herrn domeyer an seinen aussagen und prognosen messen und lasse seit einiger zeit den sachverhalt selbst überprüfen.

da ich selbst aus der juristischen ecke komme, scheint mir eine erweiterte anzeige wegen des verdachts auf vorsätzliche täuschung der anleger, des verdachts der bilanzfälschung, des verdachts der kursmanipulation, sowie des verdachts der veruntreuung von gesellschaftsmitteln angebracht, des verdachts auf betrug hinsichtlich des kauf/verkaufs von immobilien, angebracht!

anlass dazu war der erneute schock über die WIEDERHOLTE verfehlung der schon nach unten revidierten planzahlen für das jahr 2000!


bevor jetzt alle auf mich einschlagen:

für mich waren informationen, prognosen und planzahlen, sowie die angeblichen großaufträge grund genug, dieser firma und ihrem ceo trotz negativ-image die stange zu halten! da sich die in aussicht gestellte positive geschäftsentwicklung nach und nach in luft aufzulösen scheint, ist jetzt allerdings die geduld am ende!

mfg, sven-svenson

p.s.
hiermit möchte ich mich bei all denjenigen entschuldigen, deren warnende stimmen ich überhören wollte und überhört habe; mit einer derartigen dreistigkeit der firma metabox, in hinsicht des umganges mit den "miteigentümern" (aktionären) , konnte und wollte ich einfach nicht rechnen!!!
Der Hauptpunkt des Kommentators ist aber ein anderer.
Es stellt in einem seiner letzen Sätze sinngemäß dar:
Warum sollen sich Menschen in Israel oder Dänemark für
Dinge interessieren, die in Deutschland keine Abnehmer
finden. Den Fehler den er hierbei begeht ist, daß er den
Trabbi (MBX 50) mit einem Mercedes (MBX 1000) verwechselt,
der derzeit in Deutschland noch gar nicht erhältlich ist.
Ich habe die aktuelle Ausgabe der Wiwo gerade nicht da,
aber ich kann mich erinnern, daß auf einer anderen Seite
ein Artikel über die Verbreitung der Breitbandanschlüsse
in Europa geschrieben ist. Hierbei wird ausdrücklich
betont, daß Skandinavien bis 2005 am schnellsten wachsen
wird. Hätte der stellvertretende Chsfredakteur mal auf einen
seiner Schreiber gehört....


Insgesamt habe ich daß Gefähl, daß die Presse zu sehr
Börsengerüchte aus Frankfurt aufgreift. Auf der Suche nach
einer Story rufen Journalisten gerne bei Mitarbeitern von
Banken an. (Habe dies selbst schon einmal mitbekommen)
Ich vermute mal, daß sich da folgendes Szenario abgespielt
hat:

Ein Mitarbeiter der Presse ruft bei einer Bank an und fragt
was man denn empfehlen kann, oder wovon man die Finger
lässt. Der Mitarbeiter wird dann entsprechend antworten, wie
die Lage für ihn am Besten ist. Wenn die eigene Bank dann
entsprechende Calls auf eine Firma ausgegeben hat, dann muß
man die Firma natürlich schlecht darstellen.

Besonders interessant wird es, wenn viele Leute short in
einem Wert gegangen sind. 2 Meldungen aus dem letzten Jahr
sind mir noch sehr deutlich in Erinnerung. Einmal eine
angebliche Meldung Larry Elison von Oracle sei gestorben und
die andere Meldung, daß Thomas Haffa tödlich verunglückt
sei. Beide Meldungen waren natürlich totaler Quatsch und
wurden hinterher korrigiert. Die Tatsache, daß jemand
versucht systematisch solche Gerüchte in die Welt zu setzen
zeigt aber, daß Short- Sellern jedes Mittel recht ist.
Außerdem ist es leicht den Ruf eines Unternhemens zu
beschmutzen als einen guten Ruf zu schaffen. Ich hoffe auch
die Presse erkennt irgendwann, daß ihre Informanten nicht
ohne Selbstzweck handeln.

Wenn die Presse nur noch dazu da ist Unternehmen in
schlechtem Licht erscheinen zu lassen, dann brauche ich
eine solche Zeitung gar nicht mehr zu kaufen. Wenn sich an
der Börse sowiso kein Geld verdienen läßt, dann kann ich
doch wieder in die Pfandbriefe gehen und alle Börsenblätter
wegschmeißen. Auch deshalb wird sich in absehbarer Zeit die
Börsenberichterstattung wieder ändern. Wenn bei den Verlagen
verstärkt Kündigungen eingehen (ich glaube Herr Prior und
co. dürften das schon merken) wird sich der Trend wieder
ändern. Natürlich wird es auch weiterhin Pleiten am Neuen
Markt geben, allerdings wird die Sensationslust nachlassen,
und das ist gut so, denn jedes Unternehemen hat ein Recht
darauf fair behandelt zu werden, auch wenn es
wirtschaftliche Probleme hat (die u.U. lösbar sind)
Danke janphil

Endlich mal wieder ein lesenswerter Beitrag. Ich sehe das genauso, solange nichts, aber auch gar nichts bewiesen ist, solange gilt Domeyer als Unschuldig.

Gruß Bulliwulli
MBX Pusher, ihr leidet unter EXTREMEN VERFOLGUNGSWAHN!!

Ich meine: Janphil schreibt irgendeinen paranoiden S..., und alle schreien Hurra, toll das der Kurs fällt, kommt man noch billiger rein? Verstehe ich nicht.

Allgemein kann man sagen: Wer im Leben versagt hat, schiebt meistens die Schuld auf andere. Ist ja auch viel einfacher!
@ janphil

"Brutale Flurbereinigung" lese ich auf Seite 144 - der „Börsen-Kommentar“ von Hauke Reimer. Obwohl offen gestanden bereits sein mitenthaltenes Konterfei nichts wirklich Gutes ahnen läßt (und wohl auch zum Titel dieses Kommentars inspiriert hat),

koenntest du dein konterfei auch mal hier reinstellen. vielleicht finde ich ne korrelanz zur fehlender substanz deiner postings.

du hast mir immer noch nich verraten, ob du der verfasser der pressemitteilung warst. schade.

phelps
@janphil
hast du noch nicht davon gehört, dass der CEO nichts von den Pressefuzzies hält?
Wenn negativ über MBX berichtet wird, so hat der CEO heute wieder eine gute Vorlage gebracht.
Wenn ich schon eine Messe absage, dann kann es nicht sein, dass ein Internet (iTV) Unternehmen weiterhin als Werbung und auf der Homepage die Teilname propagiert!
Langsam glaube ich hier niemandem mehr!
janphil und seine Patienten...auf der Suche nach dem Sündenbock........Ja wo läuft er denn...lach



u21 War wohl nichts mit der Aktionärsvereinigungspusherei?
@u21
Schleich dich, ich kenne deine "alte" Einstellung!
MBX hat enorme Probleme, deine Probleme entstanden aus der Gier!
Kein Mitleid!
SALVE!

Die Behandlung von Metabox durch die Presse war in der Vergangenheit sicher nicht fair, vielleicht sogar interessengesteuert.
Dies steht aber in keinem Verhaeltnis zum inakzeptablen Oeffentlichkeitsmanagement bei Metabox.
Meine Erwartungen an MBX schrumpfen mit dem Kurs.
Bsp: Die heutige Absage der Messe betrachte ich als skandaloes. Man haette vor Monaten analysieren muessen, ob die Messe das richtige Forum ist. Wir hoffen auf eine positive Meldung, oder wenigstens auf SCHONUNGSLOSE Darstellung der Lage und nicht auf diese Stoeraktionen. Mit diesen sprunghaften Entscheidungen wird alles dafuer getan, die Zukunft von MBX zu beschaedigen, zeigt es doch die Planlosigkeit.
Die Unzulaenglichkeit, Falschheit der Medien ist ein wichtiges Thema, entscheidend sind aber andere Dinge:
- Lagedarstellung England/Israel
- verbindliche, nachvollziehbare Planung
- eindeutiges Bekenntnis der Altaktionaere zu MBX (Locking!)
- unabhaengiger Test der Boxen
- unaufgeforderte Aufklaerung von Problemen (ICS-Pleite, Joe-Card ) statt Salamitaktik

Wie gesagt, erwarte kaum noch etwas von MBX, stehe aber noch zum Unternehmen. Es ist nicht unsere Aufgabe, MBX zu entschuldigen, es ist die Aufgabe, unsere Interessen zu wahren!

Die Aktionaersgemeinschaft muss auf eine Aenderung in der Unternehmenskommunikation draengen, Worte des Zuspruchs helfen uns nicht.

Petronius
@börsenflopp

Wer bist du, das du glaubst mir sagen zu können wo ich mich auf WO aufhalten darf und wo nicht?

Brauch kein Midleid hab auch für euch pusherbande keines - kannst dich mit den anderen darauf verlassen.

MBX hat keine ungeplanten Probleme - läuft alles plangemäß....lach.

Das Ausschlachten des Heißluftproduzenten ist bald erledigt.

Dann haben die restlichen Kleinanleger "Tüte leer" und hildesheimer Abzockerbande "Taschen voll"

u21 wünscht gute Nacht
Salve, Petronius:
So leid es mir tut, aber m.E. ist die Aktionärsgemeinschaft
ein Fliegenschiß im Vergleich zu den Domis-und-Co-Abzockern. Das einzige, was die "AG" bewirkt, ist Wasser auf die Mühlen zu gießen. Ohne Erfolg, denn der Bach ist versiegt.
Der Versuch, Tote zum Leben erwecken zu wollen, ging in die Hose.
Siehe auch die Weisheit der Dakota Indianer.
@Petronius
Auch ich stehe weiterhin zu dem Unternehmen, kann es auch noch sehr sehr lange ausstehen!
Im MBX-Board wird immer über WO geschimpft.
Die Meldung der Absage wurde jedoch bisher als Exclusiv-WO-Meldung verbreitet.
Der CEO hat keinerlei Gefühl für die Sensibilität seiner Boardteilnehmer bzw. Aktionäre.
Er hat nicht verstanden, dass die Anteilseigner im´hm gehörig in sein Handeln "hineinpfuschen" könnten.
Ich gehe davon aus, dass er hin und wieder in "Wein"-Laune den "trotteligen" Shareholders etwas zum besten gibt.
Die Wirkung jedoch seit seiner letzten Analysten- und Beamten-Beschimfung nicht mehr vorhersagbar!
Fakten Fakten Fakten!
Was mich bei der Stange hält ist das Vertrauen auf die Mannschaft bei MBX, nicht der Respekt vor dem Frontgaukler, der seine Gefühle nicht mehr kontrollieren kann!
Viele sagen MBX ohne SD kann ich mir nicht vorstellen. Ich schon, vielleicht mit besserem Erfolg.
@U21
Ich hab sicher keinerlei Mitleid, maximal mit meiner möglichen Fehlentscheidung!

....
MBX hat keine ungeplanten Probleme - läuft alles plangemäß....lach.

Das Ausschlachten des Heißluftproduzenten ist bald erledigt.

Dann haben die restlichen Kleinanleger "Tüte leer" und hildesheimer Abzockerbande "Taschen voll"
....
die obige Sätze haben mit meinem Posting absolut nichts zu tun!
Jedoch hast du sicher schon Flasche leer und mußt dich nur noch am Internet ausschließlich mit MBX beschäftigen.
Ich habe auch enorme Verluste mit mehreren Werten seit 9/2000, beschäftige mich jedoch immer mit den zukünftigen Einnahmequellen, wovon MBX eine sein könnte!

Manche sehen halt das Glas halb voll!
@u21
Übrigens glaube ich:
Ich bin ich!
Du bist ein Würstchen!
Sag`mal Börsenflopp, was du unter zukünftigen Einnahmequellen verstehst: Einen ordentlichen Zockgewinn mit MBX (bzw.Verlustreduzierung) oder eine langfristig
prosperierende AG deren Kurs zur Zeit völlig unterbewertet ist, und von der auf mittlere Sicht auch Dividenden zu er-
warten sind?
Im ersten Fall verstehe ich deine Beiträge als pushing,
im zweiten Fall empfehle ich die Genußscheine der Stadtwerke
Hannover (falls du glücklicherweise welche ergattern kannst-
was nicht so einfach ist!).
Eigentlich ist mir ein schönes pushing auch recht, aber m.E. z.Zt. verfehlt. Wenn du schon gut investiert bist,
gibts nur zwei Möglichkeiten:
Alle MBX-Aktien rausschmeißen, das Geld an die Seite legen,
den Insolvenzantrag abwarten, dann bei 0,30€ einsteigen,
auf neue Kapitalgeber hoffen und im Glücksfall 200% rausschlagen (s.Infomatec, Gigabell usw. ...), so könnte
ein MBX-Zock aus heutiger Sicht aussehen.
Ja,ja, ich weiß, ich habe gut reden, aber glaube mir,
nur so gehts, zumindest bis zur nächsten Cebit (falls es für MBX noch eine nächste Cebit gibt).
Allerdings stimmt auch - totgesagte leben länger.
Lange Rede kurzer Sinn: Es kann gepusht werden wie auch immer: Keine Einsteigerkurse in Sicht - Ende!
@alle

Anscheinend gibt es doch noch Journalisten, denen es nicht nur um Schlagzeilen geht.

Die Vorgeschichte:
Es geht um ein Ermittlungsverfahren einer deutschen Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen eines großen Konzerns in Höhe von 300 Millionen DM. Hintergrund ist die Auftragsvergabe zur Modernisierung eines Heizkraftwerkes. Im Rahmen der Ermittlungen w/Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung hat es gestern Durchsuchungen von Privat- und Büroräumen gegeben.

Dazu gibt es in einer Tageszeitung einen beachtenswerten Kommentar:

Überschrift: Kein Schuldbeweis

"So spektakulär die gestrigen Hausdurchsuchungen bei den... und in Privatwohnungen auch gewesen sein mögen:
Bis zum Beweis des Gegenteils gilt für alle Betroffenen weiter die Unschuldsvermutung. Allein aus einer Hausdurchsuchung auf Schuld zu schließen, entspricht einfach nicht unserem Rechtsverständnis. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Aktionen der Staatsanwaltschaft auch wie das Hornberger Schießen ausgehen können.
Das ändert nichts an dem Aufsehen, das die staatsanwaltschaftlichen Aktivitäten erregt haben. Die Betroffenen müssen um ihren guten Ruf fürchten. Da nützt es ihnen auch nichts, dass Prüfungen der Innenrevision der.......und des Rechnungsprüfungsamtes der ........... keine Anhaltspunkte für krumme Geschäfte ergeben haben.
Nach den nun schon monatelangen, bislang jedoch nie bestätigten Verdächtigungen bietet die Untersuchung der Staatsanwaltschaft andererseits die Chance, einen Schlussstrich unter die ganze Sache zu ziehen - im Positiven wie im Negativen. Jetzt schon nach persönlichen Konsequenzen zu rufen, ist verfrüht............"

Allen noch einen schönen und sonnigen Tag
boertropi
@janphil


was is denn nun mit deiner für den 07.05. angekündigten Fortsetzung??

Wie Herr Do. so seine Schreiberlinge?

janphil am 06.05. :(Fortsetzung morgen: „Ist es auch Tollheit, hat es doch Methode: Die ‚Wirtschaftswoche’ und die Marktforschung“)

u21
Gut Ding will Weile haben. "Schuldfragen" waren mir zunächst wichtiger. Kommt aber noch.

JP


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