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Märkte (4. Teil) - und die Zukunft der Weltwirtschaft - 500 Beiträge pro Seite (Seite 5)


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@Groupier
...steht zu befürchten... :(

...und hier noch eine kleine Gutenachtgeschichte aus der großen, weiten Welt:

Capital One`s CFO quits
Willey resigns amid insider-trading investigation

By David Weidner, CBS.MarketWatch.com, Last Update: 4:00 PM ET March 3, 2003

McLEAN, Va. (CBS.MW) -- The chief financial officer of Capital One Financial resigned abruptly on Monday, after the bank disclosed he was the target of a Securities and Exchange Commission probe.

David Willey received notice from the SEC saying that the commission`s staff is recommending civil charges be brought against him for insider trading.

Reached Monday afternoon, Richard Morvillo, an attorney for Willey said the former CFO denied he traded with insider knowledge and was cooperating with SEC officials.

"Any charges would be unwarranted, if they (the SEC) decide to go ahead," Morvillo said, "we`re prepared to take it the distance."

No other employees of the McLean, Va.-based company (COF: news, chart, profile), the nation`s fifth-largest credit-card issuer, were named in the SEC`s notice, the bank said. But the move was welcome news to shareholders who have sued Willey and other company executives for damages related to the stock`s decline

On Wall Street, the bank`s stock recovered a bit of is early weakness, trading down by more than 9 percent to $28.07 in late-session dealings.

By issuing Willey a so-called Wells notice about its intent, the SEC is giving the executive a chance to respond to the charges. Willey`s comments will be submitted to the five senior commissioners at the SEC, which has to decide whether to proceed with the case.

Willey served as executive vice president and CFO since January 2001, moving up from a senior corporate finance position. He also served as treasurer.

"It`s an isolated incident," [Anm: soll wohl das Gegenteil heißen :D] said Arielle Whitman, an analyst with Sandler O`Neill & Partners. "He made trades in a time that should have been a blackout period because the bank was going to report negative news."

David Lawson, chief of Capital One`s auto-finance unit, was named interim CFO. A search for a new CFO is underway, the bank said.

Capital One said the SEC investigation was initiated July 16, following a special regulatory filing by Capital One.

In that filing, Capital One said subprime credit cards made up 39.8 percent of its total portfolio, higher than the 36.6 percent national average. [Anm.: Das kann ja lustig werden... :D]

The company also disclosed it was in discussions with regulators about adding to reserves. Shares of Capital One fell 40 percent the next day.

According to SEC data, Willey made five separate trades in May 2002, including the sale of 52,075 shares that netted him $3.23 million.

"This is a personal trading issue," Whitman said. "They maintained their earnings guidance and with the stock down today, it`s trading at only about six times future earnings."

Alan Bromberg, dean of Southern Methodist University`s law school who specializes in securities law, said it was unlikely that the SEC would widen its charges to include Capital One or its executives.

"The only thing that is available is a general statute, which says that everyone should have policies to prevent this kind of thing," Bromberg said. "It can be enforced if it`s shown the company was unduly lax and didn`t have reasonable precautions. The SEC has very rarely tried to enforce that."


Capital One and its executives are also the target of a wide-reaching class-action lawsuit brought in July 2002 on behalf of shareholders that alleged the company overstated its earnings and risk-management policies.

Mel Weiss, a senior partner with Milberg Weiss Hynes & Lerach representing the class action, said in an interview with CBSMarketWatch.com , that investors are seeking to recoup more than $1 billion.

Weiss also said the class action covers a period of more than a year before the announcement sent shares plummeting. He estimates executives including chief executive Richard Fairbank made more than a combined $200 million in trades before the bank disclosed the regulatory issues to the public.

A spokeswoman for Capital One declined comment.

David Weidner covers Wall Street for CBS MarketWatch.com
Übrigens würde ich die Automobilindustrie keineswegs abschreiben wollen. Zwar wird sie jetzt allen voran in den Abgrund marschieren, aber von dort auch als erste wieder auftauchen, nämlich mit den Brennstoffzellen. Vermute mal in 3 bis 5 Jahren gehts los. Wahrscheinlich eines der letzten großen Projekte des Kapitalismus (neben der Besiedlung der Galaxis etc.).
hi,

ich möchte mal kurz eine entschuldigung loswerden an alle mitstreiter. es gibt bei mir einiges an post, und auch hier im thread könnte man stundenlang schreiben. es gibt an sich themen ohne ende! aber ich möchte eben nicht nur eine zock-orientierte dekadenz-gesellschaft um mich herum, sondern wenn möglich richtig zeit haben für freunde und gleichgesinnte. aus diesem anspruch ergeben sich dann wieder leider auch versäumnisse meinerseits. man kann in diesen zeiten aber nicht allen seinen selbstgesteckten zielen und schon gar nicht allen geschätzten leuten gerecht werden;
völlig egal, ob vl oder rl.
ich möchte also nicht nur drei zeilen bla-bla schreiben, wenn der dow grad in die knie geht und ich auf der falschen seite bin.

mir geht es hier um den blick hinter die kulissen. der erfordert geduld, zähigkeit, recherche und schwarzen humor. ich finde es daneben klasse, wenn hier kontakte entstehen, die übers daytrading und das allgemeine austauschbedürfnis hinausgehen, aber auch diese brauchen ihre zeit, um sich entwickeln zu können, denn wir sind alle nur menschen, und zeit ist ein gut, das wir uns im moment richtig erkämpfen müssen - is doch so, oder?

in diesem sinne, mit der bitte um verständnis für alle lässigkeiten - bis bald
gruss und gute nacht

p.s.
@ken
das hättest du nicht sagen müssen, hab ich auch so bemerkt. danke für die schönen links fürs archiv. zurückhaltung ist aber unnötig. das läuft schon.
03.03.2003 / Büdelsdorf -

M O B I L C O M

Wie aus neun Milliarden Euro 40 Millionen werden

Von Christian Buchholz

Vorstandschef Grenz kann das angefangene UMTS-Netz abstoßen -
allerdings ohne die einst milliardenschwere Lizenz.
Bis Mai will Grenz Fakten schaffen.
Unwahrscheinlich ist, dass dies auch beim Zwist mit Mobilcom-Gründer Schmid gelingt.


Mobilcom droht eine Zerschlagung: Viele der 900 UMTS-Sendeanlagen, die der Konzern an verschiedenen Orten Deutschlands installiert hat, dürften in den kommenden Monaten auseinandergenommen - und anschließend andernorts wieder aufgebaut werden.

Die teure Technik wird vermutlich an das Handy-Netz von E-plus sowie dem kleinsten Anbieter in Deutschland, O2, angeschlossen - wahrscheinlich ist eine Aufspaltung unter den Interessenten.

Der niederländische Telekom-Konzern KPN, zu dem E-plus gehört, hat am heutigen Montag offiziell eine Übernahmeofferte abgegeben. "Wir haben ein Angebot vorgelegt", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer in Amsterdam. Der Konzern, dessen UMTS-Netz in Deutschland bisher nur rudimentär ausgebaut ist, hat damit ein bis zum 30. April befristetes Vorkaufsrecht wahrgenommen.

Geschätzter Gesamterlös: 40 Millionen Euro

Nach den Worten von KPN-Finanzchef Maarten Henderson ist aber lediglich eine Übernahme von Teilen der Mobilcom-Aktivitäten geplant. Ein realistischer Preis sei ein zweistelliger Millionenbetrag. Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass die Summe kaum 40 Millionen Euro erreichen dürfte.

Für den Büdelsdorfer Mobilfunkkonzern trotzdem eine angenehmere Lösung als die vor einigen Wochen in Aussicht gestellte "Verschrottung" der Technik, die nach den Worten eines Mobilcom-Sprechers nur noch durch das Auftauchen eines "reichen Scheichs" vermeidbar schien.

"Ich bin mir sicher, dass wir zumindest für die Funknetztechnik einen Käufer finden werden. Ein Abbruch der installierten UMTS-Anlagen wird damit wohl nicht mehr erforderlich sein", sagte Mobilcom-Vorstandschef Thorsten Grenz gegenüber manager-magazin.de.

Schmaler Rest von 1,1 Milliarden Euro Investitionen

450 Millionen Euro hatte Mobilcom - schneller als die meisten Mitbewerber - in den Aufbau des UMTS-Netzes investiert. Dazu addiert sich die Miete für die insgesamt 3600 Standorte der UMTS-Sendemasten - hier sollen 650 Millionen Euro bereits geflossen sein, denn laut früherer Unternehmensangaben lag die komplette Investitionssume in das UMTS-Netz bei 1,1 Milliarden Euro.

1800 der UMTS-Standorte sind bisher zwar verkabelt, aber noch nicht mit der notwendigen Sende-Hardware ausgestattet, 900 Sendestandorte sind voll funktionsfähig. Für E-plus und O2 ist das UMTS-Equipment wertvoll, denn die von Ericsson (Antennen) und Nokia (Verteiler-Technik) gelieferte Hardware entspricht dem Standard, mit dem sie auch selbst arbeiten. Allerdings könnte nur der Teil der jetzigen Standorte von den Mobilfunk-Konzernen genutzt werden, der sich nahtlos ins bestehende Netz integrieren lässt.

Zahlreiche Empfangs- und Sendeeinheiten müssten aber "umgepflanzt" werden - zumeist auf die Masten, über die O2 und E-plus bereits verfügen und im derzeit aktuellen GSM-Standard funken. Relativ zügig könnte der Käufer dadurch ein eigenes Netz für seine Kunden aufschalten.

200 Millionen Euro Verschrottungskosten

Da über die Mobilcom-Anlagen außerdem heute schon etwa 17 Prozent aller Deutschen mit UMTS telefonieren könnten, wird außerdem eine Auflage der Regierung an die UMTS-Betreiber erfüllbar: Bis Jahresende muss jeder Inhaber einer UMTS-Lizenz sein Netz soweit ausgebaut haben, dass 25 Prozent aller Deutschen darüber miteinander kommunizieren können.

Statt der investierten 450 Millionen Euro dürfte für Mobilcom aufgrund dieser Schwierigkeiten nur ein Zwanzigstel als Verkaufspreis zu erreichen sein. Doch die ordnungsgemäße Verschrottung der teuren Technik wäre mit etwa 200 Millionen Euro Kosten verbunden gewesen.

Rechnet man die Summen zusammen, spart Mobilcom etwa 230 Millionen Euro, falls ein Verkauf gelingt. Nur ein Zehntel der Summe kommt allerdings dem Büdelsdorfer Konzern zugute, 90 Prozent fließen an die zu 28,5 Prozent beteiligte France Telecom die auch den Aufbau des Netzes finanziert hatte.

Chancen auf eine Große Lösung schwinden

Profitabler wäre für Mobilcom allerdings der Verkauf des Netzes inklusive der dazugehörigen Lizenz, für die immerhin acht Milliarden Euro an den Staat bezahlt wurden. E-Plus und O2 haben bereits UMTS-Lizenzen - und brauchen keine weitere.

Doch die Chancen, einen Investor oder einen Telekomkonzern zu finden, der das bestehende Netz inklusive Lizenz übernimmt, sinken täglich. Zu lange schon ist in der Branche bekannt, dass Mobilcom diese Verkaufslösung präferiert - aber über Monate hat sich kein Interessent gefunden.

Weil das Unterfangen so aussichtslos scheint, hält Grenz der Wunschlösung die Tür nur noch bis spätestens Ende April offen. Zwar zahlt die France Telecom laut UMTS-Partnervertrag noch bis Jahresende alle Kosten, die für das Einfrieren und Finanzieren des Netzes bei Mobilcom anfallen.

Partner-Vertrag ließe Spiel auf Zeit zu

Daher könnte das Mobilcom-Management auch abwarten, wie der UMTS-Start in Deutschland ausfällt - Vodafone will schon im Frühjahr starten. Floppt der UMTS-Auftakt aber, dürfte der Erlös aus dem Verkauf der Netz-Hardware deutlich sinken - wenn er überhaupt noch gelänge.

Boomt UMTS allerdings beim Deutschland-Start, dürfte sich Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid bestätigt fühlen. Er hatte bei der Vorstellung seines persönlichen Insolvenzverwalters Otto Gellert kürzlich deutlich gemacht, dass er eine Zukunft für Mobilcom nur mit eigenem UMTS-Netz sehe, das mithilfe eines Finanzinvestors ausgebaut werden müsse. Wer dieser Investor sein könnte, ist bis heute allerdings offen.

Schmids Eigentor-These

Anstelle strategischer Tipps erwartet Mobilcom vom Ex-Vorstandschef Gerhard Schmid auch eher Cash: Beim seinem Insolvenzverwalter Gellert hat der Konzern nach einer hauseigenen Pressemitteilung umstrittene Außenstände von 70 Millionen Euro eingefordert.

Aus Sicht von Mobilcom hat Schmid diese Summe ohne Abstimmung mit dem damaligen Finanzvorstand Grenz für ein Händlermotivationsprogramm an die Millenium-GmbH seiner Frau Sybille Schmid-Sindram überwiesen. Einem Antrag Schmid-Sindrams, den Millenium-Deal einer Sonderprüfung zu unterziehen, wurde auf der Hauptversammlung vor wenigen Wochen allerdings nicht stattgegeben.

Gerhard Schmid meint zu wissen, warum: Zum einen halte er das Aktienoptionsgeschäft nach wie vor für einwandfrei, sagte seine Sprecherin am Montag. Zum anderen behandele das Aktiengesetz Vorstand und Aufsichtrat als Organe und sehe deswegen eine Gesamthaftung vor. Bei einem nachgewiesenen Verstoß würden Vorstand und Aufsichtsrat in Gesamthaftung genommen.

Dieser Gefahr würde sich der Mobilcom-Vorstandsvorsitzende Thorsten Grenz wohl kaum aussetzen, sagte die Sprecherin. Zum umstrittenen Aktienoptionsgeschäft hatte Schmid wiederholt gesagt, dass sowohl der damalige Finanzvorstand Grenz als auch der Aufsichtsrat informiert gewesen seien.

Wollte sich Grenz aus dieser Haftung herausziehen, müsste er beweisen, dass er von diesem Geschäft nichts gewusst habe, sagte die Sprecherin. Dieser Nachweis sei bisher aber nicht erbracht worden.

Quelle: Manager-Magazin
guten morgen,

dann will ich mal die 2000 füllen, damit hier wieder leben in die bude kommt. auf weitere 2000 beiträge hoffentlich - und vielen dank an alle fürs mitdenken, -rätseln und -schreiben!

bin im moment beruflich wieder sehr eingespannt und kann mich leider nur `schubweise` um börse kümmern. ;)

schönen tag an alle
gruss
cabinda
@cabinda

die Bemerkung über meinen Rückzug war in keiner Weise
als Kritik gemeint; vielmehr Selbstschutz, weil ich
weiss, dass ich mich manchmal zu emotionalen Äusserungen
hinreissen lasse, die ich hinterher bereue.

grüsse

ken
@Guten Tag ;)

Heute morgen durfte ich einmal wieder ein mir sehr bekanntes Hörspiel über mich ergehen lassen.
Im Radio wurden die schwachen Verkaufszahlen der US-Autobauer besprochen.
Keine schöne Geschichte.......

+++++++++++++++++++++++++++++++++

Reuters

Schwache US-Absatzzahlen drücken Autowerte und Dax

Dienstag 4. März 2003, 13:13 Uhr

Frankfurt, 04. Mär (Reuters) - Schwache Absatzzahlen auf dem wichtigen US-Markt haben die Aktien der deutschen Automobilhersteller am Dienstag stark belastet und damit auch den Deutschen Aktienindex gedrückt.

Vor dem Ende der Woche erwarteten nächsten Bericht der UNO-Waffeninspektoren in Irak bleibe der Markt sehr abwartend und weiter von Ängsten vor einem Irak-Krieg geprägt, sagten Aktienhändler übereinstimmend. Deutschlands wichtigster Börsen-Index verlor bis zum frühen Nachmittag rund 1,5 Prozent bei 2511 Punkte. Neben den Autowerten drückten auch die starken Kursverluste von Europas größtem Reisekonzern TUI nach einem negativen Analystenkommentar auf den Index. Am Neuen Markt waren indes die Papiere von MobilCom gefragt.

AUTO-WERTE UNTER DRUCK

Die Sorgen vor einem Irak-Krieg schlugen sich nicht nur in fallenden Börsenkursen nieder, sondern führten in den USA auch zu sinkenden Pkw-Absatzzahlen. Für die gesamte Branche ging der US-Absatz im Februar um sieben Prozent zurück. Der Sportwagen-Hersteller Porsche, dessen Aktien mehr als acht Prozent auf rund 276 Euro einbüßten, verzeichnete dabei einen Absatzrückgang von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Porsche hatte bereits am Montag seine Ergebnisplanung für das laufende Geschäftsjahr unter den Vorbehalt gestellt, dass die Irak-Krise nicht weiter eskaliere. Schon die Diskussion um den Krieg führe zu einer starken Kaufzurückhaltung.

+++++++++++++++++++++++++++++++++

Waren nicht auch in der Vergangenheit die Autowerte so eine Art Vorreiter in Sachen Wirtschaft?
Und sind genau jene jetzt auch die Boten,
welche auch für die anderen Sektoren einen Trend einläuten.
Bei vielen ist es ja schon so.

Immer wieder werden gewisse avisierte Zahlen nach unten revidiert.
Grund zur Freude scheinen die Anleger jedenfalls nicht zu haben, soviel steht fest.

Was mich aber noch mehr verärgert, ist die Art&Weise,
wie die schlechten Zahlen der US-Autobauer interpretiert/verbreitet werden.
Sie wissen gewiss schon, wer einmal wieder Schuld ist.

Natürlich die Irak-Krise.

Was könnte man schon erwarten, nach den Erfahrungen der letzten 3Jahre.
Diese wirtschaftliche Krise ist irgendwie immer von aussen gesteuert.
Und wenn es morgen Irak nicht mehr gäbe,
dann würde sich ganz gewiss Nordkorea vor den Wagen spannen lassen.

Den Bullen sind (über die Jahre), noch immer völlig verblödete Ausreden eingefallen.
Und vor allem, wenn es nicht so funzte, wie gewünscht.
Die naheliegenden Gründe werden da sehr bewusst ausgeblendet.

Jetzt einmal ehrlich.
Glaubt denn irgend ein normaler Mensch,
dass sich ein Auto-Käufer in Michigan oder Colorado oder Washington von diesen Dingen beeinflussen lässt.
Bitte um Entschuldigung.

Aber jeder US-Haushalt hat schon mindestens ein, zwei Fahrzeuge.
Und die höheren Benzinpreise müssen jetzt schon bezahlt werden.
Und entweder ich benötige hier und heute ein neues Fahrzeug
oder eben nicht.

Ein Auto ist in USA der Fetisch Nummero Uno, liebe Leute.
Und im Konsumieren sind die USA sowieso Weltmeister,
egal wie es Aussenpolitisch bestellt ist.

Und von einem Hussein lässt sich diese Klientel
schon ganz gewiss nicht bezüglich eines neuen Fahrzeuges beeinflussen.

Andere Gründe wären hier viel einleuchtender.

Eventuell hängt es ja damit zusammen,
dass die Verbraucher ein wenig vorsichtiger bezüglich der wirtschaftlichen Erwartungen werden.
Dass sie sich einfach sagen, wir warten jetzt einfach einmal dieses Jahr ab
und schauen was das Jahr so bringen wird.
Und das Vertrauen in Bush
und dessen Fähigkeiten bezüglich Wirtschaft lässt merklich nach.

Das (Erst,-Zweit)-Auto fährt noch
und praktischer Weise, fliegen die Preise sowieso über den Markt.
Was bedeutet, monatlich ja wöchentlich werden die Autos günstiger.
Das Haus ist auch mit enormen Hypotheken belastet.
Die Kredite weitestgehend ausgereizt.

Der eine oder andere Nachbar hat auch schon den Job verloren.
Und natürlich kann man sehr schnell erkennen,
welche eklatanten Auswirkungen dies hat,
wenn plötzlich ein Lohn wegbricht.

Und braucht man jetzt und heute wirklich das 3.Auto..?
Oder das 3.Handy?
Oder schon wieder den jährlich neuen Personal-Computer?
Und so weiter..und ...so..fort...!
Die Sparquote hat sich in USA offensichtlich erhöht.
Schöne Sache für das Kopfkissen!
Aber was auf dem Sparbuch liegt,
kann eben auch (vorerst) nicht investiert und/oder konsumiert werden!

Ich könnte noch stundenlang so weiter schwadronieren.
Eines bliebe immer bestehen.
Diese Krise ist keine Irak-Krise.

Natürlich hat diese Auseinandersetzung mit dem Irak auch Einflüsse.
Und nicht zuletzt auf den Ölpreis.
Aber er ist lediglich ein Teil davon-aber niemals die Kernkomponente.

Aber diese Komponente ist wie gezaubert für Bush und seine Klientel,
von den wirklichen Problemen abzulenken.

Der Irak wird einfach nur vorgeschoben,
dass es ein wenig leichter ist die verlorene Klientel an Anlegern/Interessierten bei der Stange zu halten.
Von wegen Morgen kann alles wieder vorbei sein
und dann brummt der Laden wieder.
Das sind wilde Träume-und sonst nix.

Nochmals.

Kein Mensch weiss wirklich wie die Geschichte im Irak ausgehen sollte.
Und einfach zu behaupten der Ölpreis gehe dann explosionsartig zurück,
ist völlig spekulativ, aber ganz gewiss nicht sicher.

1.Verbrauchervertrauen ist auf Low
2.Lagerbestände gehen wieder hoch
3.Arbeitslosenzahlen steigen
4.Verschuldung steigt exorbitant (z.B. USA)
5.Ölpreis ist extrem hoch
6.Pensionsrückstellungen sind extem "unterfüttert"
7.Verschuldung der Konzerne extrem hoch
8.Bankenkrise steht erst am Anfang (faule Kredite, etc..)


Und dazu haben wir noch immer zu hohe Aktienbewertungen,

welche mit diesem Umfeld überhaupt nicht in Einklang gebracht werden können.

Bitte Mal hingucken, liebe User....



Wann bitte schön hatten wir eigentlich all die von mir benannten Zustände auf einmal?
Wie lange ist dies jetzt schon her?
Und wo stand zu diesem Zeitpunkt z.B. der INDU !

Was mich betrifft würde ich sagen, dass angesichts des bekannten Umfeldes der DOW noch prächtig dasteht.
Und gelinde gesagt ist es für mich immer noch ein kleines Wunder, dass er überhaupt noch da oben steht.
Und nur sehr handfeste Seilschaften, welcher sehr nachhaltige Interessen an genau diesem Zustan haben,
sorgen noch dafür das es so ist.

Die durchschnittlichen KGV im DOW z.B. sind noch immer sehr hoch.
Und mit immer wieder nach unten revidierten Revenues werden sie höher und somit brüchiger.

Und mehr als eine Bearmarket-Rallye erwarte ich nicht auf Sicht der nächsten Jahre.
Alles andere wäre Träumerei.
Sich bezüglich Shares auf die Longside nach Norden zu begeben, wäre in meinen Augen völlig verrückt.
Wer jetzt (oder immer noch) in Cash ist, hat keinen Grund zum Jammern.
Selbst wer über die letzten Jahre ausschliesslich Cash blieb, ist einer der grossen Gewinner auf dem Parkett.

Jedenfalls dürfen wir gespannt sein, welcher Geist nach dem Irak aus der Flasche gelassen wird.
Denn gefunden wird er werden müssen.
Schliesslich können all die Gläubigen des ewigen und ununterbrochenen Wachstums
(und hier zuvorderst die USA), ja schlecht zugeben,
dass sie eben kein amerikanisches perpetuum mobile erfunden haben.

Aber je länger viele noch diesen Traum träumen-
umso rüder werden sie aus diesem Traum erwachen müssen...;)

HM
Kleiner Nachtrag........

Weil doch der Gute Herr Greenspann meint,
er gehe nicht von einer IMMO-BLASE aus,
welche eventuell platzen könne.

Bei meiner Bergpredigt hätte dies auch Platz haben müssen.
Die IMMO-Preise sind immer noch auf Wolke Sieben.
Und wenn die Preise hier purzeln,
dann gibt es für viele US-Verbraucher und IMMO-Besitzer ein böses Erwachen.

Dann wird der Gürtel aber wirklich enger geschnallt.
Wenn das mal reichen sollte.
Aber Auswirkungen auf den Konsum, würde es jedenfalls haben.
Und der lässt ja jetzt schon zu wünschen übrig.

Wir werden sehen....;)

HM
..und der Dollar, nicht zu vergessen!

Beim Dollarkurs ist heute viel los:



(auch gegenüber dem Yen droht dem Dollar ein Durchbruch nach unten)
@ChartJunkie

Ein Anleger, welcher Shares im letzten Jahr in USA kaufte,
hat hier und heute bis zu -22% an Währungsverlust wegen des Dollar..!!

Das ist ganz schön happig.
Und ein Ende ist noch nicht in Sicht...!!

HM
Ich hab Aussies, Kiwis und Yen (alle gegen Dollar)
Beim Yen braucht man wohl ein wenig Geduld, weil die
Zentralbank auf diesem Level ständig interveniert;
setze drauf, dass sie den Kürzeren ziehen und einsehen müssen, dass sie lediglich das Tempo des Anstiegs drosseln können werden.
hm:

Richtig, die wegbrechenden guten Sicherheiten lassen den Verschuldungspfad sehr steinig werden.


Abhilfe ist nicht in Sicht- wir sind mitten in der gleichen Systemkrise wie ende der Zwanziger, und ich sage jetzt mal pauschal, man hat vielerorts heute noch nicht die wahren Ursachen der ersten WWK begriffen, weshalb auch die Lösungsmethoden nicht helfen.
( also was nützt es die Zinsen drastisch zu senken, wenn durch die Systemkrise keiner mehr Kredit bekommt, wegen der schlechten Sicherheiten )

wer es noch nicht kennt, hier sehr guter Artikel!

http://www.geldcrash.de/Aktuelles/Artikel/Buchergilde/bucher…
#2003 sagt alles für 2003 - Schöne Zusammenfassung Herr Motzki. Der Dow erinnert mich an eine Szene aus dem Film: Spiel mir das Lied vom Tod. Charles Bronson hat seinen Vater auf den Schultern stehen, der seinen Kopf in der Schlinge hat. Charles = Greenspan - Vater = Dow!
Wie die Szene ausgegangen ist, dürfte bekannt sein!

wer sich das ganze auf der politischen ebene anschaun mag - als parabel sozusagen - der schalte das zdf ein.
@JuanLesPins,

Bush und Konsorten werden dafür sorgen, dass unser Nachwuchs jetzt schneller flügge wird, als wir es uns vorstellen können
So gesehen würde Bush ja doch noch was Gutes bewirken...

@massoud,

daß die Jugend da unterschätzt wird, liegt aber auch an ihr selbst. as liegt nicht an einer mangelnden Radikalisierung, auch weniger an einer den meisten Erwachsenen eigenen Bequemlich- und Gleichgültigkeit, sondern (imo) vielmehr an eingefahrenem, von den dazu noch ständig medial herausgestellten, zitierten "Vorbildern" (`Wirtschaftsführer`, `Experten` etc.) abgekupfertem Anspruchsdenken und an einer besonders von dieser "Klasse" vorgelebten, ungestraften Selbstbedienungsmentalität. Letzteres hat weniger die Legislative, sondern eher die Executive, vor allem aber die Judikative zu verantworten.
Die Jugend muß, wie früher, selbst auf den Trichter kommen, daß diese vorlebenden "Vorbilder" eben nicht das sind, wonach es sich (längerfristig) lohnt zu leben. Sie muß den "Druck der Straße" lancieren. Aber richtig: Es wird wohl in nicht allzu ferner Zukunft soweit sein...

@stormy,

Das Internet ist der Multiplikator jugendlicher Proteste
Yo - aber das virtuelle Internet ALLEIN kann die reale Welt nicht retten. Die Jugend muß auch(!) mal(!) weg von den Monitoren.

@starshine,

... anstatt gegen übermäßige lohnerhöhungen z.b. bei vorständen auf die straße zu gehen
Yo. Die Gewerkschaften sind genauso borniert, engstirnig wie das Gros der (internationalen) "politische Klasse" [*lol*]

@cabinda,

zum DAX:
>im Bereich von 2500 ungefähr liegt das geometrische 38er Retracement der Aufwärtsbewegung seit 75<
Ich dachte immer, es ging erst 82 los, und wir hätten letztes Jahr im Juli den 20-Jahres-Trend gebrochen... [Das zurückgerechnete Tier bewegte sich zwischen 75 und 82 in einem relativ engen Band seitwärts]

Also, was den Markt betrifft, kann ich auch nur mit einem `bullishen Bären` dienen, *g* Der DAX hat nicht mal einen mittelfristig angelegten Pullback zum gebrochenen Major Uptrend hinbekommen (hatte allerdings 2x kfr. avanciert), und die heutige Wahrscheinlichkeit für >4000 wird allein schon durch den stürzenden 200d MA bei zzt. ca. 3400 im Zaum gehalten.

Ich gehöre da im übrigen nicht zu denjenigen, die eine Baisse ab Alltimehigh rechnen, sondern erst ab der Generierung längerfristiger Verkaufsignale. Die bekamen wir erstmalig mit Unterschreiten des umsatzstarken 6800er Niveaus im Herbst 2000. Hernach wurde noch monatelang um die 6800 gekämpft, bevor es, bei dann schon fallendem 200d MA, zum Intermediate Top bei 6200 (1998) ging. Mit Bruch dessen im Frühjahr 2001 wurde das 2. längerfristig relevante Verkaufsignal generiert, wobei man angesichts der immer noch bullishen Stimmung einen weiteren ausgedehnten Pullback zu diesem Niveau "ertragen" mußte. Erst nach dessen Scheitern war doch klar, daß wir nun, auch "technisch begründet", einen zumindest mfr. relevanten Downtrend, also eine Baisse, begonnen hatten.

Will sagen: Wir haben nach einem 20-jährigen Uptreend nun roundabout 2 Jahre Baisse - wer glaubt, nun kommt die nächste Hausse, hat Börse (immer noch) nicht verstanden. Baissen haben aufgrund eingelagerter Kursstürze indes schon die Eigenart, schneller beendet zu sein als Haussen, aber was heißt schon `beendet`? - In der Historie folgten dann stets viele Jahre "seitwärts".
[@JuanLesPins: Wie sich in dieser Zeit die Börse, hier im Besonderen die Indizies verhalten ist reine Spekulation - Sicher, aber immerhin eine erfahrungsgestützte, also nicht ganz rein, ;)]

Und diese "Erfahrung" legt (imo) nahe, weg vom (v.a. seitens der Institutionen) beliebten Markt-Denken zu kommen [deshalb, @cabinda, von mir auch keine Halte- und Zielmarken, ;)]. Das Short-Potential erschöpft sich - wohlbemerkt: den DAX betreffend - zunehmend, die düstersten Szenarien sind - in D, längst nicht in den USA - in allen (Hinter-)Köpfen, und in vielen, v.a. in nicht primär marktdominanten Aktien in D, mehr als eingepreist. Man braucht nicht per definitionem einen Sellout für eine Bodenbildung - diese kann sich genausogut langsam etablieren (s. z.B. Saucer Bottoms). Andererseits haben wir (ungelöste) grundsätzliche Probleme, die eine allgemeine wirtschaftliche Prosperität unrealistisch scheinen lassen, Irak resp. Öl hin oder her [@herr.motzki: Sehr schön differenziert und zusammengefaßt in #2003!]

Das "Rezept" kann in den nächsten Jahren ergo nur STOCK PICKING heißen, und zwar unter Gebrauch des EIGENEN Kopfes. Und es schadet angesichts künftig zwangsläufig bescheidenerer Renditeziele nicht, das jetzt schon, vor vielen (`alle` kommen ohnehin erst später) anderen zu trainieren, *g*

keine eindeutigen signale bei euro/usd und gold, bislang nur konsolidierung, ct hier oft unsicher
? - Nee. Bei beiden "funktioniert" (klassische) CT vor allem unter längerfristigen Aspekten sehr gut.
euro könnte auf 1,02 korrigieren
Charttechnisch aber seit gestern erstmal unwahrscheinlich: Die aktuelle Konsolidierung nach der 8-Wochen-Breakout-Rally aus der mehrmonatigen (gesunden!) Konsolidierung 2002 verlief weniger tief (d.h. weniger volatil) als die e.g. "große", und aktuell sieht es eher nach einem Breakout aus (mir wäre indes lieber gewesen, der EUR hätte etwas länger konsolidiert).
Und neben dem, v.a. auch langfristigen, Chartbild die Fundamentals: Die USD-relevanten Daten haben sich bisher keinen Deut zugunsten des USD geändert. Die Währungsreserven in USD wurden die letzten Monate erheblich(!) ausgeweitet und sind historisch hoch, einzig die Chinesen (und neuerdings wohl die Russen) "machen" als relevante Devisenmarktteilnehmer in EUR.
Wer um Himmels willen soll da den EUR die nächste Zeit auf 1,02 bringen? Bush, weil er den Krieg `verschiebt`(! - = anhaltende Unsicherheit!) - nee. Wegen einer längst erwarteten Zinssenkung in EU? Da kann man (bis zum Fakt des Gegenteils, *g*) genausogut argumentieren, das kurbelt dann die Wirtschaft an.
Aber selbst wenn: Dann wäre Geldverdienen an der Börse (im weiteren Sinne) ja wieder richtig einfach... Und sorry: Daran glaube ich einfach erstmal nicht mehr, ;)

investival
Ich schrieb Das "Rezept" kann in den nächsten Jahren ergo nur STOCK PICKING heißen - ist natürlich auf die Anlage in AKTIEN gemünzt.
Daß man daneben mit bestimmten anderen Assets, und dazu zählt sicher, auch, Cash, "überwintern" kann, weiß der (mir) geneigte Leser selbstverständlich, *g*
@ investival
#2011 + #2012

Bist du vielleicht Vertreter für Bausparverträge! :D
WALL-STREET-SKANDAL

Star-Investmentbanker Quattrone muss gehen

Auf dem Höhepunkt seines Ruhms schien er unverwundbar, dann erfasste ihn die Hybris: Frank Quattrone, millionenschwerer Investment-Banker, muss seinen Arbeitgeber Credit Suisse First Boston verlassen. Der frühere Deutschbanker soll Order gegeben haben, belastende Dokumente zu zerstören.

New York - Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hatte Quattrone schon Anfang Februar beurlaubt, nachdem eine interne Untersuchung ergab, dass der Investmentbanker während laufender Ermittlungen die Vernichtung von Dokumenten empfohlen hatte. Nun gab die Bank bekannt, sie habe sich mit sofortiger Wirkung von Quattrone getrennt, der Abschied sei in beiderseitigem Interesse erfolgt.

Schon einige Tage zuvor hatten Gerüchte um eine bevorstehende Entlassung Quattrones vorhergesagt. Denn er war nicht zu einem Treffen mit Vertretern der National Association of Securities Dealers (NASD) erschienenen, die ihn zu den Vorwürfen befragen wollten. Daraufhin drohte die NASD-Selbstaufsicht, Quattrone die Zulassung für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften zu entziehen.

Besser als eine Gelddruckmaschine

Quattrone, der früher für die Deutsche Bank arbeitete, war in der Hochzeit des Internetbooms zu immensem Ruhm an der Wall Street gelangt. Wie wenige Investmentbanker verkörperte er die Verlockungen, in Zeiten ständiger Börsengänge von immer neuen Technologiefirmen zu schnellem Reichtum zu gelangen. Er brachte unter anderem den Softwarehersteller Netscape und den Online-Einzelhändler Amazon an die Börse. Zeitweise näherte sich sein jährliches Einkommen 100 Millionen Dollar.

Ihm und CSFB wird vorgeworfen, die Praxis des so genannten "Spinning" betrieben zu haben. Dabei werden frische Aktien im Rahmen eines IPOs nicht fair unter allen interessierten Anlegern verteilt, sondern bewusst an bestimmte Personen wie bevorzugte Klienten vergeben - in Erwartung einer Gegenleistung. CSFB hat wegen Verstößen bei IPOs bereits eine Buße von 100 Millionen Dollar gezahlt.

Von Enron nichts gelernt

Teilweise sollen Investmentbanken sich die heißen Aktien, die in der Regel innerhalb binnen Minuten nach der Erstnotierung ihren Wert verdoppelten oder verdreifachten, gegenseitig zugeschachtert haben. Quattrone hat angeblich zahlreiche Manager aus dem Silicon Valley bevorzugt bedient und von diesen dafür lukrative Aufträge erhalten. Die Gruppe der Gesegneten, die auf Quattrones IPO-Liste stand, seien in Dot.Com-Kreisen als "Friends of Frank" bekannt gewesen, berichten US-Zeitungen.

In den USA sind vor allem Banken und Wirtschaftsprüfer gesetzlich verpflichtet, Unterlagen über Transaktionen jeder Art für mehrere Jahre aufzubewahren. Sobald eine Klage oder ein Verfahren gegen eine Firma eingeleitet wird, ist Vernichtung von Akten auf jeden Fall strengstens verboten. Vernichtet ein Institut dennoch Unterlagen, können sich die Beteiligten eine Anklage wegen Behinderung der Justiz einhandeln. Auch der untergegangene Energieriese Enron und sein Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen wurden angeklagt, nachdem sie kistenweise Papiere durch den Reißwolf gejagt hatten.

Strafrechtliche Konsequenzen drohen

Der Justitiar von CSFB habe Quattrone bereits am 3. Dezember 2000 über die gegen ihn Ermittlungen informiert, berichtet das "Wall Street Journal". Am 5. Dezember habe Quattrone in seiner Funktion als Leiter der Global Technology Group dann Mitarbeiter per Mail angewiesen, der Empfehlung eines anderen Bankers zu folgen, Notizen, Bewertungsanalysen und andere interne Unterlagen zu vernichten, um das Unternehmen vor möglichen Klagen zu schützen. Dem "Wall Street Journal" zufolge haben die Ermittler Beweise dafür, dass einige Mitarbeiter nach der E-Mail Unterlagen vernichtet haben.

Quattrone hat bislang jegliches Fehlverhalten von sich gewiesen. Die NASD will ihm eine Bedenkzeit von mehreren Wochen gewähren. Wall-Street-Kreisen zufolge droht Quattrone wegen der Dokumenten-Vernichtung nun aber auch eine strafrechtliche Untersuchung.
@ cornelius -> Rückzug ins Biedermeier

How many roads must a man walk down - before you call him a man ?

In den frühen 70-er Jahren war die Welt noch in Ordnung: Berlin wurde in Vietnam verteidigt und die Springerpresse betrieb Volksverhetzung. Heute ist der mediale overkill zu komplex für die ges(ch)ichtslose Generation "Pisa".
Die Schulen haben versagt und die Dauerwerbesendungen von VIVA, MTV und RTL bieten keinen Platz für Politik und gesellschaftliches Engagement.

Zudem haben die Kinder von Ally McBeal und Dieter Bohlen an der Abwesenheit sinnstiftender Identifikationmöglichkeiten zu knabbern - mal von den relativ bedeutungslosen "Randgruppen" Attac, Greenpeace und Amnesty abgesehen.

Die Protestbewegung in den frühen 70-er Jahren hatte dagegen schon früh ein geschlossenes Feindbild: Amis raus aus Vietnam !
Ihre in den Medien stets sichtbaren Helden hießen Angela Davis, Joan Baez, Nelson Mandela - oder bei uns - Rudi Dutschke und Heinrich Böll. – Davon übrig geblieben sind nur ein paar graue Grüne mit miles-and-more-tickets.

Also was erwartet Ihr von den kids ? - Amis raus aus dem Irak ?

Naja, für eine Großdemo in Berlin hat es ja schon gereicht, aber abends vor der Glotze sucht das deutsche Volk dann wohl doch lieber den Superstar...

Auch die "multikulturelle" Demografie bremst eine breit angelegte Protestsbewegung: Der Anteil nichtdeutschstämmiger Jugendlicher wächst rapide und die "türkische Parallelgesellschaft" steht nicht nur wirtschaftlich, sondern eher noch von ihren kulturellen Wurzeln her in einem sich ständig verschärfenden Konkurrenzverhältnis zum etablierten, aber kinderarmen Restdeutschland.

But "The Times They Are A-Changin" : Die sich verschärfende Wirtschaftskrise wird auch an Dieter Bohlen und Harald Schmidt nicht spurlos vorüberziehen: Die Wut wächst und der biedermeierliche "Vormärz" neigt sich dem Ende.

Zu fragen bleibt allerdings nur, wohin die Revolution denn führen soll...


Konradi :)


ach so, damit es nicht wieder zu "politlastig" wird: lest mal:

http://www.fortune.com/fortune/investing/articles/0,15114,42…

und ich freue mich hier wieder "ken_meyer" anzutreffen ...
05.03.2003 - 16:24 Uhr

US/ISM-Index Nicht-Verarb Gew Feb ... (zwei)

Im Februar sei den 13. Monat in Folge ein Wachstum des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes verzeichnet worden, allerdings mit geringerer Dynamik als noch im Januar, erläuterte Ralph G. Kauffman vom ISM. Zugleich sei der Auftragseingang schwächer gewachsen als im Vormonat. Positiv sei jedoch, dass zehn Sparten in saisonbereinigter Betrachtung positive Wachstumsraten aufgewiesen hätten, während in lediglich drei Sparten ein Minus und in weiteren dreien keine Veränderung registriert worden sei.

Die generelle Einschätzung der Geschäftslage durch die Mitglieder stelle sich weiterhin durchwachsen dar. So verliefen Neugeschäfte positiv, viele Kunden verzögerten jedoch auch ihre Investitionsentscheidungen, zugleich sei eine hohe Sensitivität der Märkte hinsichtlich eines möglichen Irak-Kriegs zu beobachten. Große Sorge bereiten den Mitgliedern Kauffman zufolge die steigenden Energiekosten, dies auch vor dem Hintergrund des rauen Winters.

Ein gewichteter Sammelindex, wie ihn das ISM im Rahmen seines Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ermittelt, fehlt für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe derzeit noch. Somit stehen alle Einzelindizes gleichberechtigt nebeneinander. Ein Indexstand von über 50 Prozent weist somit lediglich auf eine Expansion des jeweils durch den Index abgebildeten Bereichs hin, ein Niveau unterhalb dieser Marke signalisiert entsprechend eine Kontraktion.

vwd/DJ/12/5.3.2003/cv/jej
Wenn aber in einer gesättigten Wirtschaft Verbrauchszunahme und Wachstumsraten zurückgehen und im Gleichschritt damit die Zinsen und Preise, ist das keine problematische, sondern eher eine natürliche und wünschenswerte Entwicklung. Ebenfalls ist es ganz normal, dass unter diesen Gegebenheiten auch das Wachstum der Investitionen und der Kreditaufnahmen rückläufig ist. Problematisch ist dabei jedoch, dass mit diesen rückläufigen Entwicklungen die ausgegebene Geldmenge nicht im Gleichschritt reduziert wird, sondern deren Überschüsse sich in den privaten Tresoren sammeln.


Aus:

http://inwo.fairconomy.org/ticker/news/nachrichten_103903858…
übersetzt heißt das wohl: Wenn man während einer Rezession zusätzlich noch den Mittelstand brandschatzt, sind die weiteren Konjunkturperspektiven suboptimal. :laugh:
1984 läßt grüßen

wie soeben erfahren werden jetzt schon gringos nach sing-sing deportiert wenn sie sich im www " negativ " über den häuptling aller gringos äußern. :eek:

" es wächst zusammen was zusammenwachsen muß ", sollte man da etwas mißverstanden haben ??? nee, ich mein nicht a-hilfe mit s-hilfe.

die UNO wird dieser tage jetzt auch offiziell zu grabe getragen, der mop regiert wieder mit fester peitsche. :cool: und immer wieder auf den lippen ;

die nähe ist keine frage der geographie !!!!!!!

DUF .. nach diktat hats geklingelt ..
Guten Tag Community :)

Es werden noch Spendengeld gesucht-
um die einstürzenden Neubauten am IMMO-MARKT zu verhindern ;)

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Bonus mit Nachgeschmack

Mit einer auf den ersten Blick interessanten Aktion wendet sich die Direktbank Entrium an ihre Fondskunden: Wer bis zum 28. März mindestens 5000 Euro in den offenen Immobilienfonds CS Euroreal (WKN 980 500) investiert, bekommt 50 Euro in Fondsanteilen zusätzlich. Ab dieser Einstiegssumme gibt es außerdem einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag: Der fällt dann von 5 auf 4 Prozent.

Trotz dieser Sonderaktion bleiben die Entrium-Konditionen für einen der beliebtesten und besten offenen Immobilienfonds vergleichsweise schlecht, denn die anderen großen Direktbanken gewähren generell 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Bei Comdirect, Consors und selbst bei der künftigen Entrium-Mutter Diba müssen die Kunden außerdem weniger als 5000 Euro mitbringen, um die Rabatte zu kassieren (Diba 2500 Euro, Consors 255 Euro, Comdirect 1500 Euro). Die groß angekündigte Bonusaktion wird bei vielen Entrium-Kunden vermutlich einen unschönen Nachgeschmack behalten.

Der CS Euroreal aus dem Hause Credit Suisse investiert in erstklassige Gewerbeimmobilien in der Europäischen Union. In den vergangenen fünf Jahren erzielte er eine durchschnittliche Wertentwicklung von 5,56 Prozent pro Jahr.

INFO: Die Entrium Direct Bankers AG wurde am 17. April 1990 als Quelle-Bank gegründet und 1999 umbenannt. Im selben Jahr ging die Bank an den Neuen Markt. Neue Eigentümerin wird die Diba, die Entrium von der italienische Fineco-Bank kauft. Entrium hat etwa 1400 Fonds im Angebot.

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Denn IMMO-FONDS geht der Arsch auf Grundeis !!

Diese Mafia lässt sich wirklich niemals unterkriegen.
Jetzt ködern die mit solchem Unsinn noch die letzten Lemminge,
welche die letzten Jahre völlig verschlafen hatten.

Der IMMO-MARKT ist so ziemlich vor dem Abflug nach Süden.
Und dies wissen auch unsere sozialen Brüder dieser Fonds.
Es kann ala`Long nur nach unten gehen.

In London und/oder New York knirscht es jetzt schon verdächtig.
Die Top-Immos gehen jetzt schon für Schäppchenpreise über den Ladentisch.
Und dies ist erst der Anfang.

Und um da heile raus zu kommen,
benötigen diese Schlawiner natürlich eine gewisse Anzahl an naiven Anlegern,
welche ihnen den nun immer mehr überteuerten Müll abnehmen werden.

Pfui Deubel kann ich da nur sagen.
Wenn ich es so überlegen,
dann ist ein Arbeitsplatz bei der Müllabfuhr ein sehr ehrenwerter Job.

Die holen wenigstens unseren Müll ab.
Diese oben beschriebene Klientel von Fond-Bubis aber schütten uns den Müll vor die Haustür.
Und dafür lassen die sich auch noch fürstlich bezahlen...

Eines bleibt aber immer dasselbe, liebe Investoren.

Zum betrügen gehören immer zwei...!!

Also-Augen auf im (Strassen,)-Börsenverkehr ;)

HM
@Groupier,

Bist du vielleicht Vertreter für Bausparverträge!
Mal gut, daß Du nur hier ein `!` hinter Deine verwegene Spekulation gesetzt hast, sonst sähe es an der Börse wohl schlecht(er) für Dich aus, :D;)

@herr.motzki,

Es werden noch Spendengeld gesucht
...Und ich dachte, die wollen gar kein Geld mehr, da sie ja schon seit längerem infolge Zuschüttens mit Geld Anlagenotstand haben, was die werten [*g*] Fondsmanager mittlerweile nicht mehr unter zweitklassigen Immos noch Objekte finden läßt...

Ein weiterer Vorschlag, der gut zu dem Gesagten paßt - gerade jetzt, wo sie die Absolution von unserem tollen [*g*] Eichel bekommen werden, selbstverständlich mit dem begrüßend-warnenden Zeigefinger aus den gläsernden-brüchigen Palästen, bloß nicht viel zu regulieren: Hedgefunds.

Am besten, die Immo-Manager legen darin dann an, in ihrem Notstand. Hedgefunds dienen ja der Risikodiversifikation... Naja - rein finanzmathematisch, :D, und deshalb natürlich [*g] ohne Obligo irgendeines dieser gelehrten Jünger, die dieses Zerug verzapfen.

- Solange die Leute jeder neuen Fondsmode gierig(jetzt: nach `Sicherheit`)-blind hinterherlaufen und nicht die Interessenlage dieser polit-protegierten Modeschöpfer kapieren, werden die volkswirtschaftlich vorrangig wichtigen Aktienmärkte insgesamt nicht hochkommen.

investival
schönen guten morgen,

das sieht ja nach einem spannenden börsentag aus. der dax hat gestern über der wichtigen marke von 2433p. geschlossen, was zugleich die spitze eines keils war, der sich theoretisch nach oben auflösen könnte, aber bei den u.s.-vorgaben und -futures sowie einem roten nikkei ist das eher zweifelhaft. bund future und euro mit nachlassender dynamik vor wichtigen widerständen, v-dax anziehend. die stimmung wieder bearish, was ich aber nicht unbedingt als kontraindikator werten würde in so einer situation. für den strategischen aufbau von long-positionen ist es wohl leider noch zu früh, da hätten 2450/2500p. m.e. halten müssen, aber nach bevorstehendem ausverkauf sieht mir das irgendwie aber auch nicht aus, eher nach weiterem nach-unten-schleichen. dann schauen wir mal, was der tag so bringt...

good trades
gruss
cabinda
Für die lieben `Verschwörungstheoretiker` ;-)

Die Statistiken für den Programmhandel an der NYSE
gibts hier( die 15 Institutionen mit dem jew. grössten
Volumen gibts als Link in den Pressenachrichten).

http://www.nyse.com/marketinfo/programtrading.html

Die erratischen Ausschläge und `Fahnenmasten` könnten
auch darin eine Erklärung haben ( meine Vermutung ist
dass das PPT alias Exchange Stabilization Fund ohnehin
ein hervoragendes Interesse daran hat, Crashes zu verhindern,
also, also ggfls. ein kontrolliertes Sinken des Marktes
zu gewährleisten, kaum aber ihn hochzutreiben)

Interessant wäre m.E. wenn man die Volumina des Programmhandels
mal und die Marktvolumina mit dem Marktverlauf vergleichen
könnte. Unter Umständen
haben die Programme den Effekt,den Markt künstlich hochzuhalten,
oder gar zu pushen. Mit Sicherheit erschweren sie den
`Technikern` das Lesen der Charts, IMHO.
Ein Tropfen auf dem heissen Stein-gewiss.

Aber es tut schon gut,
wenn die eine oder andere Mafia-Klitsche abgeledert wird..;)

++++++++++++++++++++++++++++++++++



Gegen die US-Investmentbanken rollt eine Klagewelle an
Experten rechnen mit Milliarden-Entschädigung


von Martin Halusa

New York - Am kommenden Montag vor drei Jahren war die Welt für die Anleger an der Nasdaq noch in schönster Ordnung. Der Index der High-Tech-Börse notierte bei 5048,62 Punkten auf seinem Allzeithoch. Die Zukunft schien rosarot. Inzwischen ist die Zeit der Börseneuphorie und der New-Economy-Fantasie für viele Investoren jedoch beinahe schon ferne Historie. Nicht so für Wall Street und ihre Investmentbanken. Denn in den kommenden Wochen und Monaten müssen die Institute mit einer Welle von Sammelklagen rechnen. Ihnen drohen Zahlungen in Milliardenhöhe an enttäuschte Privatanleger. Der New Yorker Anwalt Melvyn Weiss spricht gar vom bisher "größten Fall an Betrug und Marktmanipulation".

Den Banken, die angesichts von Börsenbaisse und Konjunkturflaute ohnehin unter Druck stehen, drohen damit weitere finanzielle Belastungen. Erst vor drei Monaten hatten sich die Geldhäuser mit dem Staatsanwalt von New York, Eliot Spitzer, auf die Zahlung einer Buße von 1,5 Mrd. Dollar geeinigt. Für die nun erwarteten Zivilklagen geprellter Aktionäre haben die Banken bereits hohe Rückstellungen gebildet. Allein 600 Mio. Dollar hat Credit Suisse First Boston (CSFB) zur Seite gelegt, um die eventuellen Entschädigungszahlungen leisten zu können. Bei Citigroup sind es 1,3 Mrd. Dollar und JP Morgan Chase soll 900 Mio. Dollar bereit halten.

Die beklagten 55 Banken und über 300 Unternehmen hatten zwar kürzlich beantragt, die Klagen abzuweisen. Die New Yorker Bezirksrichterin Shira Scheindlin lehnte diesen Vorstoß jedoch rundweg ab. Seither läuft die Justizmaschine auf Volldampf. Nach amerikanischem Recht haben die Kläger nun die Möglichkeit, alle nur denkbaren Dokumente - von E-Mails bis zu Vertragsnotizen - bei den Banken anzufordern, um ihre Vorwürfe belegen zu können.

Ähnlich agierte im vergangenen Jahr Staatsanwalt Spitzer, durch dessen Ermittlungen E-Mails bekannt wurden, die den Fall "United States versus Wall Street" erst richtig ins Rollen brachten. So hatte Merrill-Lynch-Analyst Henry Blodget einst Aktien öffentlich empfohlen, die er privat als "Schrott" bezeichnete. Der als Internet-Guru gefeierte Blodget ist seinen Job inzwischen längst los, ebenso wie der "King of Telecom", Jack Grubman von Salomon Smith Barney, der Aktien von AT&T pries, um den lukrativen Auftrag für den Börsengang von AT&T Wireless zu erlangen. In dieser Woche musste auch Frank Quattrone seinen Dienst bei CSFB quittieren. Dort war er während des High-Tech-Booms zum Star avanciert, der unter anderem Amazon und Cisco Systems an die Börse brachte. Die Bank hofft nun, durch den erzwungenen Abgang Quattrones Verantwortung abzuwenden. Quattrone soll während seiner Tätigkeit bei der CSFB mehr als 500 Mio. Dollar verdient haben. Kläger könnten sich an Quattrone selbst statt an seinen ehemaligen Arbeitgeber wenden, so das Kalkül.

Die Klagen, die von der auf Schadenersatzklagen spezialisierten New Yorker Kanzlei Milberg Weiss federführend betrieben werden, richten sich gegen mehrere Aspekte der Tätigkeit der Investmentbanken. Einerseits geht es um die Interessenskonflikte der Analysten. Zum anderen wird den Banken aber auch ganz offen Betrug vorgeworfen. Die Preise für Neuemmissionen seien künstlich erhöht und Kunden gezwungen worden, Aktien nachzukaufen, um den Preis zu treiben. Derzeit sind bereits fast 1000 Sammelklagen gegen rund 200 Börsengänge aus den Jahren 1998 bis 2000 anhängig.

Rechtsexperten schätzen, dass es im Falle einer außergerichtlichen Einigung zu Zahlungen zwischen einer und sechs Mrd. Dollar kommen könnte. James Newman von der Researchfirma Securities Class Action Services etwa veranschlagt den Schaden auf zehn bis 60 Mrd. Dollar. Und bei Wertpapierklagen sei eine Einigung auf zehn Prozent dieses Wertes üblich. Gespräche zwischen Klägern und Beklagten haben nach Angaben von Insidern bereits begonnen, auch wenn es bei Milberg Weiss offiziell noch "no comment" heißt.

Quelle: welt.de
@Ken_meyer,

ich denke auch, daß das PPT nicht so vermessen ist, sich 100 % gegen den Markt zu stellen, sondern "nur" den Crash verhindern will, koste es was es wolle - allerdings...
Das dadurch provozierte Inflationspotential ist inzwischen schon gewaltig, und die Begleitaktionen auf marktengen "Nebenschauplätzen" (Gold u. Minen) dieser Herren zeugt doch von ziemlich großer Not.

Die Gretchenfrage, die Vertrauensfrage, wird dadurch indes keineswegs beantwortet geschweige denn das zugrundeliegende Problem gelöst - eher verfestigt sich das schlechte Bild von manipulierten bzw. manipulierbaren Märkten zusehends, und das könnte eher über kurz als lang deren "Bemühungen" konterkarieren, und zwar nachhaltig.

@herr.motzki,

...es tut schon gut...
Es tut NOT.

investival
@Ken
Ich glaube, dass big player ihre Gewinne generell vor allem ihrer Marktmacht verdanken und nicht so sehr ihrer Originalität (für letzteres sind sie zu unflexibel). Es wäre also ein Wunder, wenn es keine Beeinflussungen gäbe. Es handelt sich aber wohl um komplexe Muster, bei denen die Terminmärkte eine wichtige Rolle spielen. So wäre es durchaus denkbar, dass der Markt auch mal vorübergehend gedrückt wird, um eine möglichst große Zahl an shorties als "Geiseln" zu nehmen.
@ChartJunkie,

dass der Markt auch mal vorübergehend gedrückt wird, um eine möglichst große Zahl an shorties als "Geiseln" zu nehmen.
? - Ich denke nicht, daß eine Krähe der anderen das Auge aushackt. Vielmehr sieht es mir so aus, als ob durch die gezielten Aktionen (sehr schön im DJIA, v.a. jeweils die letzte Stunde, und auch am Goldmarkt zu sehen, am liquiden Devisenmarkt funktioniert das im zeitlichen wie kursmäßigen Ausmaß nur sehr kurzfristig) die `Shorties` [dieser verniedlichende Begriff gehörte eigentlich durch einen treffenderen ersetzt] zu Geld gebracht werden sollen. Sie können sich sicher sein, daß nach jedem markt-(/anleger-)unterstützten Kursrückgang im DJIA und Kursanstieg beim POG das Notenbank-protegierte PPT einschreitet.

Apropos `shorties` - weil ich diese Thematik (im weiteren Sinn) als eminent wichtig erachte (ausnahmsweise geklaut aus dem Verschuldungsthread):
>>
"Finanzielle Massenvernichtungswaffen"

US-Börsenguru Warren Buffett zieht in seinem jüngsten Aktionärsbrief gegen Derivate ins Feld - Diese, so der Investor, bergen katastrophale Risiken in sich

Seit 1965 wendet sich der Vorsitzende der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, Warren Buffett, in einem Brief an seine Aktionäre. Heuer erschien das Schreiben nicht nur ungewöhnlich früh, seit Montag ist es im über die Seiten des Wirtschaftsmagazins "Fortune" im Internet abrufbar, sondern enthält auch brisante Formulierungen. Besonders so genannte Derivate, bereiten der Investment-Legende Sorgen. Diese so Buffett seien "finanzielle Massenvernichtungswaffen" und "Zeitbomben" in den Büchern von Banken, Händlern und Versicherungen.

Finanzwetten
Derivate sind Finanzwetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse. Dabei kann auf den Indexstand des Dow Jones im Juni 2010 ebenso gewettet werden, wie auf das Wetter in Wien am kommenden Samstag. Derivate dienen in einer einfachen Form dazu, Risiken zu minimieren, in komplexeren Ausformungen hängt ihr Wert von einer Vielzahl von Variablen ab - auch erstrecken sich die Zeiträumen der Finanzwetten oft über meherere Jahre. Da die Finanzwetten kaum über ihren wahren Wert verbucht werden können, sind so Betrügerein Tür und Tor geöffnet, warnt Buffett.

Kettenreaktionen
Sie können unter anderem von Unternehmen dazu genutzt werden um höhere Gewinne auszuweisen, die sich beim Auflösen der Positionen jedoch nie in Geld umwandel ließen. Fliegen betrügerische Firmen auf, können sie seriöse Unternehmen mitreissen. Buffett warnt in diesem Zusammenhang vor Kettenreaktionen die zu katastrophalen Folgen führen können.

"Wie die Hölle"
Buffett selbst hat sich daher entschlossen sein Derivate-Geschäft, das er gemeinsam mit dem Erwerb des Rückversicherers General RE im Jahr 2000 erworben hatte, abzuwickeln. Das sei jedoch nicht so einfach, gibt sich der Investor zerknirscht. Rund 15.000 offene Derivat mit 670 Partner und Außenständen von 6,5 Milliarden Dollar seien noch offen. "Das Geschäft mit den Derivaten ist wie die Hölle", meint Buffett, "es ist leicht hineinzukommen, aber fast unmöglich auszusteigen."

Die Gefahren der Derivate seien derzeit zwar nur latent, schreibt Buffett weiter, potenziell seien sie aber tödlich und könnten über komplexe Verschränkungen ganze Volkswirtschaften in den Abgrund reissen. (red)
<<
http://derstandard.at/?id=1230318

Ich finde es inzwischen nicht nur reichlich penetrant, sondern geradezu journalistisch mindestens fragwürdig und angesichts der seit LTCM offenkundigen Problematik grob fahrlässig, wie in diesen Produkten (`alternative Investments`) anlegende Institutionen in den Medien hofiert werden - man sehe z.B. mal die unpblich vielen, "tollen" Headlines unter `Mehr zu diesem Thema` auf folgender Site:
http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…

- Abschließend für die geneigten [*g*] Wochenend-Leser noch zum Thema Immo.blase und Bankenkrise ein von mir ausnahmsweise mal im Text kommentierter Artikel:
>>
HVB Real Estate schreibt tiefrote Zahlen

Die vor der Abspaltung stehende Immobiliensparte der Hypo-Vereinsbank ist im vergangenen Jahr wegen einer deutlich höheren Risikovorsorge operativ tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach Risikovorsorge sei 2002 ein Betriebsverlust von 166,4 Mill. Euro verbucht worden, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 112,0 Millionen Euro angefallen sei, teilte die HVB Real Estate Bank am Freitag mit.

Reuters MÜNCHEN. Die Risikovorsorge habe sich mit 383,8 (2001: 157,2) Mill. Euro mehr als verdoppelt. „Diese Position beruht in erster Linie auf der konservativen [- :D -] Bewertung des Kreditportfolios und der beliehenen Objekte“, hieß es. Angesichts der vielerorts rückläufigen Immobilienpreise [- aha! Nix `konservativ`, vielmehr `notgedrungen` -] im Inland habe man viele Objekte niedriger bewertet. Dank der Auflösung von Reserven verbuchte die HVB Real Estate unter dem Strich noch einen kleinen Gewinn von 1,3 Mill. Euro (83,1) Mill. Euro.
Von einer Dividendenausschüttung werde angesichts der Ertragssituation Abstand genommen, hieß es weiter. 2001 hatte die HVB Real Estate noch einen Euro je Aktie zuzüglich einer Sonderausschüttung von 60 Cent gezahlt.

Keine Details zu geplanter Ausgliederung
Die HVB Real Estate soll nach Vorstellungen des neuen Konzernchefs Dieter Rampl ausgegliedert werden. Damit will die zweitgrößte deutsche Privatbank ihre Risikoposition verbessern [- ! - Das glaube ich... -], von der ein wesentlicher Teil in der Immobilienfinanzierung liegt. Konzernweit hat die HVB Kredite von fast 450 Mrd. [- Da hat unsere benebelte staatliche Bankenaufsicht reichlich geschlafen, und der Staat sind bekanntlich "wir"... -] Euro vergeben. Nach wie vor ist aber nichts darüber bekannt, unter welchen Bedingungen die Immobiliensparte abgespalten werden soll. Informationen hierzu erwarten Analysten auf der Bilanzpressekonferenz am 27. März in München. [- Ich greife dem mal vor: Nicht nur die HVB wird das, die Abspaltung der Problemteile, im Interesse "des Ganzen" politisch toleriert, irgendwie schaffen - vielleicht durch Veräußerung der Verlust machenden Unternehmensteile an irgendwelche Equity- o.ä. (Privat-)Fonds, die - vielleicht noch ein paar Jahre, evtl. mit staatlicher Bürgschaft, "bankgarantiert" - für die, wie wir ja weiter oben konstatiert haben: immer noch dumme, Anleger"masse" dann `solide` aussehen. Damit wären die Verluste indirekt, ohne daß das in den Medien groß diskutiert werden würde, also ohne großen Aufhebens, sozialisiert - Quittung für "unsere" verpaßte rechtzeitig Einhalt gebietende Aufsicht. Das wäre dann so eine Art "Ackermann`sche Bad-Bank-Lösung", aber nicht so DBK-typisch ungeschickt direkt, :D An den Finanzinstituten ginge aber somit dieser(...!) Kelch noch einmal vorüber. Das Ganze kann freilich auch nur über eine begrenzte Zeit funktionieren, nach dem Motto `den letzten beißen die Hunde` - die Anlegermasse ist ja nicht ganz und auf ewig lernunfähig. -]

Vor Risikovorsorge verbuchte HVB Real Estate den Angaben zufolge 2002 ein Betriebsergebnis von 217,4 (269,1) Mill. Euro. Der Zinsüberschuss habe sich auf 320,9 (375,4) Mill. Euro verringert, hieß es. In den Zahlen spiegle sich auch die Zurückhaltung der Immobilientochter bei neuen Abschlüssen [- *lol* - die Leute werden langsam schlau, speziell die HVB betreffend - Stichwort: höchstrichterlich verhandeltet Immo.skandal in den 90ern... -] wider. Hier gelte das Prinzip „Ertrag vor Volumen“ [- *lol* -].
Die Abspaltung der HVB Real Estate - die die HVB-Töchter Nürnberger Hypothekenbank, Südboden und Bayerische Handelsbank mit den gewerblichen Immobilien-Aktivitäten der HVB zusammenfasst - ist nur ein Teil des Umbaus bei der Konzernmutter. Das bislang breit aufgestellte Finanzinstitut soll zu einer Bank für Privat- und Firmenkunden in Mitteleuropa umgebaut werden, um der Ertragskrise Herr zu werden.

HANDELSBLATT, Freitag, 07. März 2003, 17:06 Uhr
<<

investival
Nicht dass ich das Weltbild der Bullen( "wenn nur erst der
Irak-Krieg vorbei ist") zum Falten
bringen möchte ... ;-)


Zu Protokoll: die Liste der kommenden US-Kriegsziele,
inclusive anschaulicher Weltkarte.

http://www.nwc.navy.mil/newrulesets/ThePentagonsNewMap.htm


Man beachte: diese URL führt auf eine offizielle Militär
Website der USA
@ken
das sind wirklich spitzenmäßige links für`s archiv, die letzten von dir geposteten.

zu dem artikel über die nächsten möglichen kriegsziele - da kriegt man ja das kalte grausen, vor allem wenn man am schluss noch lesen muss:

This is an entirely unprecedented look inside the thinking that will guide our defense strategy over the next five to ten years. It`s a fantastic and challenging story.
wat denn nu: verteidigung oder herausforderung? sehr verräterisch, diese sprache.

gruss
cabinda
das ist vielleicht ein heißer markt, da kriegen selbst die vollprofis und dauer-daytrader muffensausen. am besten raushalten oder, wenn man totalverlust einkalkulieren kann, in eine spekulation investieren - mehr ist nicht, im moment.

zocken geht kaum, weil der markt von unsinnigen reaktionen auf meldungen bestimmt wird. bin laden festgenommen? der dow schießt hoch. ach, es waren nur seine söhne? egal, wir warten auf positive nachrichten. wennse den einen haben, kriegen sie vielleicht auch den anderen...

zum nabil-khayat-thread - den sollte man mal lesen, das ist eine gute zusammenfassung aller bearishen und bullishen argumente. vielleicht stelle ich das posting einfach mal hier ein, so für die dokumentation.

für die, die die umfrage gelesen haben:
die bären haben einfach recht, und die sache ist nicht repräsentativ. da posten viele gute, die schon lange dabei sind, aber eben auch viele seiner anhänger, und die anderen trauen sich nicht, ihr feeling zu posten, weil sie nach anderen kriterien vorgehen und nicht so gute argumente haben. die, die noch übriggeblieben sind im w.o., sind aber zum großen teil ernstzunehmen.

die dynamik nach unten, die abwärtsspirale, könnte sich tatsächlich verschärfen. der stimmungsindikator vom 5.3. wiederum signalisiert eine übermacht der heimlichen bullen. die heimlichen sind in der mehrzahl, nur die stimme ist etwas brüchig geworden...

ich hab ja leider auch keine glaskugel, vom gefühl her bin ich wackelig-bullish. aber die fundamentals sind so erschlagend, dass ich eigentlich nicht, gar überhaupt nicht, im markt sein dürfte. raushalten wäre das gebot der stunde, wie schon gesagt.



am freitag gab es einen doji im dax, der die unentschiedenheit der märkte exakt widergibt. hier mal was zum doji:

ein doji ist nicht wirklich als bullish noch als bearish zu bewerten. der wird in der candlesticktechnik in formationen eingebaut und dann erst aussagekräftig.

>Der Doji

Voraussetzung: Der Doji besteht aus einer Kerze. Der Kerzenkörper ist minimal oder gar nicht ausgeprägt, der Schlusskurs liegt also sehr nahe am Eröffnungskurs.
Interpretation: Der Markt ist unentschlossen.
Prognosekraft: Der Markt könnte drehen. Der Doji allein gesehen kann allerdings noch nicht als Signal verstanden werden. Beim Auftreten des Doji sollten Sie extrem "wachsam" sein !
In Verbindung mit anderen Formation (z.B. Morning Star) ist der Doji als Verstärkung des anderen Signals zu sehen!<

gruss
cabinda
ein auszug aus dem börsenbrief von stefan heibel:

Wieder einmal wurden die sehsuechtig auf eine Rallye wartenden
Anleger verprellt: Zum Ende der letzten Woche hatten sich die
Indizes nahe an ihre oberen Ausbruchshuerden herangearbeitet.
Und nach einem Wochenende ohne Kriegsausbruch und nachdem man
einen der Fuehrer von al Quaida gefasst hatte, eroeffneten die
Boersen am Montag mit gutem Plus.

Doch das war es auch schon, denn bereits in der ersten
Handelsstunde verhagelten schlechte Meldungen die
Aufbruchstimmung: Der ISM Einkaufmanagerindex fiel mit 50,5
deutlich schlechter aus als erwartet. Der Beschaeftigungsindex
fiel auf ein neues Tief bei 42,8. General Motors vermeldete
schlechte Umsatzzahlen fuer den Monat Februar.

Am Dienstag ging es weiter: Warren Buffet meldete sich zu Wort
und verkuendete, dass er bei dem aktuellen Niveau an der Boerse
noch nicht zu den Kaeufern gehoere.

Am Mittwoch verkuendete dann US Finanzminister John Snow, dass
an dem aktuellen Dollarverfall nichts aussergewoehnlich
Besorgniserregendes zu finden sei. Gepaart mit dem Effekt der
Leitzinssenkung um 0,25% auf 2,5% der EZB fiel der US-Dollar
gegenueber dem Euro auf ein neues Tief bei 1,10.

Gold befindet sich weiterhin in seiner Konsolidierungsphase, Oel
steigt stetig an. Der Volatilitaetsindex pendelt seit Wochen
zwischen 34 und 40, die Renditen sinken weiter. Die Boerse
befindet sich in Warteposition.

Das Spiel der Diplomaten, die Reden der Staatslenker, Geruechte
tun das ihrige hinzu: So gab es beispielsweise gestern gegen
10am EST wieder einmal das Geruecht, dass US-Truppen den al
Quaida-Fuehrer bin Laden im Iran lokalisiert haetten und kurz
vor dem Zugriff stuenden. Unvermittelt stieg der Dow Jones Index
innerhalb von 30 Minuten um 1,2% an, um anschliessend, nachdem
das Geruecht sich als Ente entpuppte, wieder unter das
Ursprungsniveau zu fallen.

Und was wuerde es ueberhaupt fuer die Boerse bedeuten, wenn man
Osama bin Laden finge? Es gebe ein weltweites Gezerre um den
Terroristen, diejenigen, die eine Todesstrafe faellen koennen
(also die USA) gegen diejenigen, die als Hoechststrafe 10 Jahre
auf Bewaehrung, gegebenenfalls mangels direkter Beweise noch
weniger, verhaengen wuerden.

Dieser Prozess wuerde weltweite Proteste hervorrufen und den
Terrorismus wieder anheizen. Egal, ob Osama bin Laden irgendwo
zu 10 Jahren oder zum Tode verurteilt wuerde, Extremisten
wuerden den Prozess verurteilen und zu neuen Anschlaegen
aufrufen.

Warum also steigt die Boerse aufgrund eines solchen Geruechtes?

Das zweite Geruecht, das immer wieder im Parkett gestreut wird,
ist das Geruecht um Saddam Hussein, er ginge ins Exil. Was
wuerde das bedeuten? Zunaechst gar nichts, es muesste ja seine
gesamte Gefolgschaft mit ihm gehen. Sollte das der Fall sein, so
wurde ein Krieg vermieden. Dann ist das Ziel der UN, den Irak
abzuruesten, greifbar nahe und die geopolitische Situation
wuerde an Stabilitaet gewinnen. Dann wuerde sich mit Recht eine
Rallye an den Boersen entfalten.

Naja, und alle paar Tage werden neue Termine zum Einmarsch der
USA in den Irak herumgegeben. Ein Termin nach dem anderen
verstrich bislang ungenutzt. Was passieren wuerde, wenn die USA
tatsaechlich einmarschieren, koennen Sie im naechsten Kapitel
lesen.


**************************************************************



TERMINE DER NAECHSTEN WOCHE
**************************************************************

Nach wie vor wird der moegliche Einmarsch der USA im Irak das
vordringliche Thema auf dem Parkett sein. Quartalsergebnisse
wird es kaum geben. Aus den volkswirtschaftlichen Daten wird man
versuchen, den Einfluss des gestiegenen Oelpreises auf die
Wirtschaft abzulesen.

UNTERNEHMEN TICKER ERWARTUNG TERMIN
Bristol-Myers Squibb BMY $0.27 03.10.2003
H.J. Heinz HNZ $0.59 03.11.2003
Newmont Mining NEM $0.17 03.11.2003
Kroger KR $0.49 03.12.2003
Adobe ADBE $0.22 3/13/03
Cintas CTAS $0.34 3/14/03

Die Konjunkturdaten der naechsten Woche werden wohl an vielen
Stellen den gestiegenen Oelpreis widerspiegeln: Der
Produzentenpreisindex wird wohl erneut um 0,7% ansteigen,
nachdem er im Januar bereits um 1,4% anstieg. Rechnet man jedoch
Nahrungsmittel und insbesondere die Energiekosten heraus, so
bleibt der Index nahezu unveraendert.

Der Amerikaner sieht es jede Woche beim Tanken: Der Benzinpreis
steigt. Dies duerfte Einfluss auf den Psychologieindex
Konsumentenvertrauen haben, das wohl nach absoluten Tiefstaenden
im vergangenen Monat weiter fallen sollte.

Und auch die Industrieproduktion wird vermutlich von 0,7% im
Januar auf nur noch 0,2% Anstieg abfallen, erneut eine moegliche
Folge der gestiegenen Energiekosten.

BERICHT ERWARTUNG TERMIN
Lagerbestand Grosshandel (Jan.) 0.3% 03.11.2003
Handelsbilanz (Jan) ($44.9B) 03.12.2003
Einzelhandelsumsaetze (Feb) (0.2%) 3/13/03
Einzelhandelsums. ex Autos 0.0% 3/13/03
Produzentenpreisindex (Feb) 0.7% 3/14/03
PPI ex Nahrungsmittel & Energ 0.1% 3/14/03
Industrieproduktion (Feb) 0.2% 3/14/03
Kapazitaetsauslastung (Feb) 75.7% 3/14/03
Konsumentenvertrauen n/a 3/14/03
er meint postings, nicht threads, aber gut... :cool:

>Auswertung der bisherigen Threads:

Bisher 550 Threads

Davon waren 20 Threads ohne Meinungsposition

Bär 77,5% (411 Threads) Bulle 19,2% (102 Threads) Neutral 2,3% (12 Threads) Neutral-Bärisch 0,2% (1 Thread) Neutral-Bullisch 0,4% (2 Threads) USA bärisch, Europa bullisch 0,4% (2 Threads)


Bullische Argumente:

Irakkrieg wird ausfallen, bald erledigt sein

Hohe Liquidität

Zu viele Crashpropheten, Weltuntergangsstimmung

In Europa attraktive Bewertungen, Unterbewertung

Institutionelle werden den Markt nicht runter lassen, da sie kein Interesse haben, die Anleger zu vergraulen

Shorteindeckungen der Institutionellen

Contraindikator Nabil Khayat

Charttechnik, Psychologie, Sentiment

Steigende Investitionsausgaben auch durch Erneuerungen

Stimulierende Wirkungen von Steuersenkungen und erhöhten Verteidigungsetats


Bärische Argumente:

Politische und geopolitische Risiken

Weitere Verschlechterung der Weltwirtschaft

Rezession in Sicht

Abwärtsspirale

schwaches Wirtschaftswachstum

Konjunkturschwäche

Konsumschwäche

gesättigte Verbraucher

Investitionsschwäche

Überbewertung (zu hohes KGV)

Fundamentaldaten trüben sich ein

Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite-Öffentliche und private Verschuldung (USA, EU, Japan)

Deflationsszenario

Fehlentscheidungen auf makroökonomischer Ebene und in der Geldpolitik in den USA

Potenzieller Wirtschaftskrieg

Irakkrieg, Nordkorea-Konflikt

Anti Amerikanismus, unfähige US-Regierung

Boomjahre müssen noch korrigiert werden

Wirtschaftliche Zyklen

Charttechnik: intakter Abwärtstrend, unvollendete charttechnische Formationen, Indikatoren (RSI, Bollinger Bänder, Elliot Wellen)

Kein Sell off

Immobilienblase

Contraindikator zu den Optimisten (zu hoher Optimismus)

Psychologie, Sentiment Indikatoren

Übertreibung nach oben muss durch Übertreibung nach unten korrigiert werden

Politische Börsen

Was den Markt betrifft,

sieht es einfach nur schlecht aus und mehr gibt es dazu kaum zu sagen! Ich verabschiede mich schon für heute und wünsche Euch allen, Bullen wie Bären ein schönes Wochenende. Ich schlage vor, dass Ihr Energie tankt, denn nächste Woche wird es sicherlich nicht einfacher!<
@ cabinda: :kiss:

das war alles gefaked! ;)


Hier mal ein Link zu Top-Texten der Freiwirtschaft!

;)


http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/
mönsch, sittin,
weiß ich doch, dass uns die systemkrise ereilen wird.
aber so kurzfristig, wat sacht dein feeling? bei mir kribbelt dat immer :laugh:

bin also long mit kleiner absicherung, beides kann totalverlust werden und meine meinung bleibt: raushalten wär besser...

:confused:

gruss
cabinda
@investival
Von den Privatanlegern, die es mit Derivaten versuchen, gehen sowieso über 90% pleite. Diese Zahl lässt sich also selbst durch einen Supercrash nur unwesentlich steigern. ;)
Diejenigen, die täglich virtuelle Milliarden hin- und herschieben, kann ich schlecht einschätzen, weil ich sie nicht kenne. Sie warten aber wohl nicht nur aufs PPT. Dass die Bewertung vieler Bluechips noch so hoch ist, hängt vielleicht nicht zuletzt mit den (virtuellen) Gewinnen zusammen, die eben mit Derivaten noch erzielt werden. Das hedging sorgt vielleicht selbst für Umsatz und Gewinne, die anderswo derzeit nicht so üppig ausfallen. Die Absicherung gegen einen Crash (sowas ähnliches wie "Lebens-Versicherung" ) ist sicherlich ein gutes Geschäft, weil er immer dann auszubleiben pflegt, wenn alle ihn erwarten. So erkläre ich mir auch die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate: Die "shorties" sind sich gegenseitig auf die Füße getreten. Da kann eine Intervention leicht mal einen squeeze auslösen.
Ich sehe Dow unter mindestens 4500 Punkten in den nächsten 12-15 Monaten
24 Monate bei 3000

Dax hat vieles vorweg genommen, aber wird surch Dollarbaisse auf den Sack bekommen

von den ganzen verschwörungstheorien halte ich gar nichts
Dow in 80/90 Jahren so gestiegen wegen gutem alten Marketing was aus den USA kommt, that`s it
So langsam geht dem Marketing die Luft aus und wir müssen uns alle warm anziehen
kurzfristig ist immer alles möglich.


Die Leute für den Dow denken immer in Tausendern, geht mir irgendwie auf.


Außerdem haben wir doch gerade erst den letzten Tausender gebrochen. Eher weiter runter.

Viele Einzelwerte ( Dow ) haben Chartformationen, die eher zu Sorge treiben.

Und sie sind immer noch sauteuer.

Was aber schön zu beachten ist ist die nachlassende Korrelation beim Sinkflug des Dow zum Gesamtmarkt.

Deswegen tippe ich auf langsames ablassen der Luft im Dow, bei Stabilität des Gesamtmarktes, bis hin zu einer halbjährigen Verschnaufpause von der Baisse.


Danach wirds weiter runter gehen.

Wie weit, wer will das schon sagen.

Je länger die Baisse verzögert wird, desto heftiger, bin ich der Meinung.

Die Welt ist immer noch gerade erst am merken, dass sie mit dem Produktivitätswunder USA zum großen Teil verarscht worden sind, oder mit welchen Methoden man sich das Wachstum der letzten Jahre erkauft hat!
http://www.sozialoekonomie.info/Zeitschrift_fur_Sozialokonom…



Helmut Creutz:
Wirtschaftliche Triebkräfte von Rüstung
und Krieg


"Wenn der Friede die Frucht der Gerechtigkeit ist, dann ist der Konflikt,
die kriegerische Auseinandersetzung, die Frucht der Ungerechtigkeit. Tatsächlich waren fast alle Kriege der letzten Jahrhunderte Wirtschaftskriege."
Adolf Paster



1. Einleitung

Alle Kriege, zumindest in unseren Zeiten, sind letztlich als Wahnsinn anzusehen. Das gilt in einem ganz besonderen Maße für jene auf dem Balkan, deren Voraussage in den 80er Jahren und auch noch unmittelbar nach der Wende in Mittel- und Osteuropa nur Kopfschütteln ausgelöst hätte.

Wie aber kommt es heute noch zu solchen barbarischen Auseinandersetzungen in einer sich als zivilisiert bezeichnenden Welt? Wie kann es geschehen, dass Menschen, die über Jahrzehnte friedlich zusammengelebt haben, auf einmal einander Gewalt antun? Wie kam es zu jener mehr als zehn Jahre dauernden jugoslawischen Tragödie?

Geht man diesen Fragen intensiver nach, dann stellt sich heraus, dass dieses Blutvergießen keinesfalls nur eine Folge der dortigen ethnischen Gegebenheiten war. Auch mit der wechselvollen Geschichte dieses Landes hat es nur bedingt zu tun. Vielmehr hängt es entscheidend mit bestimmten ökonomischen und monetären Gegebenheiten und Fehlentwicklungen zusammen, die auch in früheren Zeiten und an anderen Orten zu Bürgerkriegen oder grenzüberschreitenden gewaltsamen Auseinandersetzungen führten.

Bevor wir uns mit diesen speziellen Gegebenheiten in Jugoslawien näher befassen, sollen darum einige Gedanken zu den angesprochenen wirtschaftlichen Gründen für Frieden oder Krieg vorausgeschickt werden.

2. Ungerechtigkeit und Unfrieden in der Geschichte [Übersicht]

So weit wir wissen, war das Auf und Ab der Kulturen und Epochen immer wieder von Kriegen begleitet. Liest man manche Geschichtsbücher, dann scheint die Entwicklung der Menschheit oft nur aus einer Kette von Kriegen zu bestehen, von Kriegen, bei denen es vor allem um die Eroberung von Land und Bodenschätzen ging, um die Beherrschung wichtiger Handelswege und ganzer Völker. Verständlich, dass die Humanisten und Aufklärer der beginnenden Neuzeit immer wieder die große Hoffnung formulierten, dass fortan alle Menschen durch den technischen Fortschritt zu Wohlstand gelangen und im "ewigen Frieden" (Kant) miteinander leben könnten. Und die Klassiker des Liberalismus entwickelten die dazu passende Vorstellung von einem ökonomischen Interessenausgleich zwischen den Individuen auf freien Märkten. Bei ihrem Modell einer Marktwirtschaft versäumten Adam Smith und die anderen liberalen Klassiker aber darauf zu achten, dass allen Menschen der Boden und seine Schätze zu gleichen Bedingungen zugänglich werden. Und indem sie das Geld als ein bloß neutrales Tauschmittel betrachteten, übersahen sie, dass mit dem Geld auch eine strukturelle Macht verbunden ist, die auf den Märkten die Menschen immer wieder in Ärmere und Reichere spaltet.

Während sich aufgrund dieser Gegebenheiten in wenigen Händen große Geld- und Sachkapitalvermögen akkumulierten, vor allem durch die Wirkungen von Zins und Zinseszins, entstand im 19. Jahrhundert auf der anderen Seite ein armes Industrieproletariat. Trotz vielfältiger technischer Arbeitserleichterungen, die hundert Jahre vorher kaum vorstellbar waren, kam es zu keiner allgemeinen Ausbreitung des neuzeitlichen Wohlstands. Neben der wachsenden Kluft zwischen Reichtum und Armut wiederholten sich immer wieder Krisen und Konjunktureinbrüche, deren Folgen überwiegend von der Mehrheit der abhängig Beschäftigten zu tragen waren.

Zu solchen Einbrüchen kam es vor allem dann, wenn sich während der Hochkonjunkturphasen so viel Kapital gebildet hatte, dass sich infolge sinkender Zinsen seine Verwertungsmöglichkeiten verschlechterten.


[ 1: Denkt mal an unser vagabundierendes Kapital, welches schon weltweit auf der Suche nach dem letzten Prozent Rendite ist, und bei Minimaler Veränderung der Rahmenbedigungen sofort flüchtet und lokale Krisen auslöst-
Rußland, Asien 1998, Südamerika, 2002 dieverse weiter Beispiele

und 2: an die Entwicklung der Börsen die letzten Jahre. Ein Hype ist meistens das Ende einer solchen Suche nach Rendite ]


Die Folge waren sogenannte Reinigungs- oder Gesundschrumpfungskrisen, die zu einer partiellen oder breiteren Vernichtung von Kapital bzw. zumindest einer deutlichen Unterbrechung der Kapitalbildung führten.

Damit konnten die Zinsen wieder steigen und die Konjunkturzyklen von neuem beginnen – bis zur nächsten Krise.

Doch nicht nur durch die allgemeinen Wirtschaftskrisen und zivilen Kapitalvernichtungen wurde immer wieder Raum für neue Investitionen und Geldanlagen geschaffen, sondern auch durch marktfremde Güterproduktionen wie vor allem die Rüstung und noch mehr natürlich durch kriegerische Zerstörungen.

Eine andere Möglichkeit, Raum für neue Investitionen zu schaffen, war die Herrschaftsausweitung der europäischen Länder auf die übrige Welt, vor allem im Zuge kolonialer Eroberungen in Übersee, die gleichzeitig mit der Ausnutzung billiger Rohstoffquellen und Arbeitskräfte sowie der Ausweitung der Absatz- und Wachstumsmärkte verbunden war.

3. Konjunkturen – Krisen – Kriege
Kapitalbildung und Kapitalvernichtung

Für diese vorbeschriebene Kette zinsbedingter Krisenzeiten mag ein Artikel Zeugnis geben, der im Dezember 1988 von der deutschen Kundenzeitschrift "Sparkasse" veröffentlicht wurde, und zwar als Nachdruck eines Beitrags aus der gleichnamigen Zeitschrift des Sparkassenverbandes aus dem Jahre 1891(!) Dieser also vor mehr als einhundert Jahren geschriebene Artikel befasste sich mit dem Trend sinkender Zinsen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und seinen Hintergründen, die er wie folgt erklärte:

"Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben." Und um den damals auf drei Prozent gesunkenen Zinssatz vor einem weiteren Fall zu bewahren, müßten – so hieß es weiter – "... die neuen Länder, beispielsweise Afrika, sehr rasch durch europäische Kapitalien erschlossen werden, damit einem solchen Sinken begegnet werde." Doch da auch das die sinkende Zinsentwicklung nicht umkehren könne, schließt der Artikel aus der Sparkassenzeitung mit folgender inhaltsschwerer Aussage: "Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet."

Dieser Schluß scheint ungeheuerlich! Aber er ist – wie wir wissen – seit 1891 zweimal in Erfüllung gegangen: Zwei "allgemeine europäische Kriege", die man sogar weltweit ausdehnen konnte, haben dem Sinken des Zinsfußes nicht nur jeweils Halt geboten, sondern den Zinsfuß auch erneut auf lukrative Höhen angehoben!




In welchem Maße bei diesen beiden großen Kriegen und den ihnen nachfolgenden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allein für die direkten Kriegskosten Kapital vernichtet wurde, geht aus der neben- stehenden Tabelle hervor. [2]

Dabei sind in diesen Milliardenbeträgen, angeführt in Werten von 1995, die Ausgaben für den anschließenden Wiederaufbau noch nicht einmal einbezogen. Diese Wiederaufbaukosten schlagen sich dann über Jahre hinweg als positive Größen in den Sozialprodukten der Länder nieder, wobei man die zwangsläufig großen Wachstumsraten des Wiederaufbaus dann stolz als ‘Wirtschaftswunder` feiert.



Auf die Zusammenhänge zwischen Krieg und Zinshöhe hat auch der große englische Dichter George Bernhard Shaw während des Zweiten Weltkriegs aufmerksam gemacht:

"Ich verabscheue den Krieg und sehe keinen Unterschied an Grauenhaftigkeit zwischen den Bombardierungen Londons, Neapels und Kölns. Sie alle sind abscheulich für mich. Damit stehe ich nicht allein. Alle Kapitalisten, die ich kenne, hassen den Krieg genau so wie ich. Anzunehmen, dass einer von uns wohlüberlegt ein angezündetes Streichholz in ein Pulvermagazin schleudern würde, damit der Zinssatz um zwei oder drei Prozent steigt, ständen in krassestem Widerspruch zur Natur des Menschen und zu den nackten Tatsachen ... Und trotzdem folgt auf zweieinhalb Prozent mit der gleichen Gewißheit Krieg, wie die Nacht dem Tag folgt." [3]

Und der schweizerische Theologe Karl Barth hat diese Beziehungen zwischen Zins, Kapital und Gewalt auf folgenden Nenner gebracht:

"Wo nicht der Mensch, sondern das zinstragende Kapital der Gegenstand ist, dessen Erhaltung und Mehrung der Sinn und das Ziel der politischen Ordnung ist, da ist der Automatismus schon im Gang, der eines Tages die Menschen zum Töten und Getötetwerden auf die Jagd schicken wird." [4]

Doch trotz all dieser Erfahrungen und Warnungen blieb das zinstragende Kapital auch nach dem zweiten Weltkrieg weiterhin das `goldene Kalb`, um das sich alles Wirtschaften drehte, auch wenn man manche Rüstung durch andere letztlich fragwürdige Investitionen und Produktionen ersetzen konnte und manche kriegerischen Auseinandersetzungen alten Stils durch ein ständiges Wirtschaftswachstum, das in vielen Fällen zu einen Krieg gegen die Natur ausartete.





. . . .



Ich will nicht fatalistisch oder defätistisch wirken, aber ich sehe dunkle Äonen auf uns zu kommen.
Der weltweite Zins ist zu niedrig.
Kapitalbesitzer verdienen nicht mehr genug.

Nicht mit Arbeit, nicht mit Aktien, nicht mit Anleihen, nichtmal irgendwo anders auf der Welt.

Krieg liegt in der Luft.

Die Zufälle, die uns in diese Richtung des Ewigen Krieges für den Ewigen Frieden bewegten, sind schier ungeheuerlich.

Die Macht dieser Gruppe scheint fast unendlich zu sein.

Und es ist keine Verschwörung, es ist ja offiziell.

Nur schön hinter demokratischer Fassade und wirtschaftlichen Erfolgen der Vergangenheit versteckt.


Wann lernt der Mensch endlich, dass wir immer wieder betrogen werden?
Kurt Walker, schrieb in den 50`er Jahren des letzten Jahrhunderts folgendes, und zwar über die Zeit im 15-16. Jahrhundert:

VERSIEGENDE NACHFRAGE - BÖSE FOLGEN
In den tieferen Zusammenhängen gesehen, war das alles aber doch ein Abfluß des Geldes aus der Wirtschaft heraus zur Finanzierung der zerstörenden Händel und Kriegszüge der Großen. Handel und Gewerbe indessen kamen zum Erliegen; im Volke nahm die Not und die wirtschaftliche Bedrängnis zu. Der Mensch, der seit Generationen gewohnt war, mit fleißiger Arbeit sein Brot zu verdienen, fand plötzlich, daß die anderen seine Arbeit nicht mehr abnehmen wollten; es war keine ausreichende Nachfrage mehr da. -

Alle Berichte über die Erstarrung des Zunftwesens, die aus dem sorgenvollen Kampf um den Platz an der Tafel des Lebens hervorging, datieren aus der Zeit nach der Aufhebung der "Renovatio monetarum".

Noch einmal können wir auch bei Adolf Damaschke eindringliche Bestätigungen hierzu finden:

"In der altberühmten Goldschmiedezunft von Augsburg war jeder willkommen gewesen, der sein Meisterwerk leistete, 1549 aber wurde bestimmt, daß jährlich nur 12 Bewerber, 1582, daß nur noch 6 Bewerber zugelassen werden sollten. Dadurch wurde für die Handwerksgesellen die Aussicht, jemals selbständig zu werden, zerstört und es begann sich in scharfer Trennung von den Meistern ein neuer Stand der Lohnarbeiter in den Städten zu bilden."

In Nürnberg wurde 1572 einem Meister des Fingerhuthandwerks, der ein "sonderes neues Drehrad, ihm und seiner Arbeit zum Vorteil, aber anderen Meistern zu Schaden erfunden und gebraucht hatte", auf Antrag seiner Zunftgenossen jeder weitere Gebrauch unter "starker Stra-
fe" untersagt.

. . .

Es ließen sich der Beispiele noch viele anführen und sie würden sich alle zu dem uns bekannten Gesamtbild runden, daß das Zunftwesen in einer Weise starr und lebensfeindlich wurde, die ihm für alle spätere Zeiten den Stempel aufprägte. Dieser Eindruck von der mittelalterlichen Gewerbeordnung ist also haften geblieben.

Der Druck, der das bewirkte, ist aber im übrigen nicht nur in solchen kleinen Einzelvorgängen zu erkennen. In England, wo die Geldsteuer gleichfalls aufgehoben und durch die Herdsteuer ersetzt worden war, machte sich mit dem Ausgang des 15. Jahrhunderts eine zunehmende
Feindseligkeit gegen die hansischen Kaufleute bemerkbar. Hansische Schiffe wurden im Ärmelkanal, auch direkt im Hafen von Boston, überfallen und ausgeplündert. Kämpfe zur See, Kaperkriege, langwierige Auseinandersetzungen
mit politischen Intrigen hemmten den Handel.

Was wir schon in kleinen Beispielen sahen, sollte sich hier auch im Großen abspielen: der Platz an der Tafel des Welthandels war ebenfalls enger geworden; der Engländer wollte den Wettbewerb des deutschen Kaufmannes ausmerzen.

Um 1493 kam es zu einem organisierten Sturm auf den Stalhof in London - die berühmte hansische Niederlassung. Die deutschen Kaufleute durften sich nicht mehr auf der Straße zeigen. Ein gleicher Aufstand brach 1517 wieder aus. Jetzt wurden die Hansen widerrechtlich gefangengesetzt.
1557 wurden die Zollvorrechte der
Stalhofskaufleute aufgehoben; 1597 setzten die Hansen ihrerseits durch, daß die Engländer vom deutschen Reichsboden verwiesen wurden; und 1598 wurde dafür der Stalhof in London auf Befehl der Königin Elisabeth geschlossen, die Hansen vertrieben oder als Geiseln zurückbehalten. -

So ist auch der Niedergang der Hanse eine unmittelbare Folge der Krisenentwicklung in der mittelalterlichen Weltwirtschaft. Eine innere Kraft, wie sie einstmals im Zusammenschluß der Hansestädte bestanden hatte, war nicht mehr da - nachdem die Wirtschaftskraft zerfallen war.

Deutschland war inzwischen in die Wirren der Religionszwistigkeiten, Bauernkriege, Hexenverbrennungen und dergleichen hineingeraten.

Die Bauernkriege waren das Ergebnis der Bedrückung, die vom Adel und von den Stadtvogteien auf die Schultern der Bauern geladen worden war. Die Rechtsauffassungen jener Zeitfußend auf dem römischen Recht - haben dazu geführt, daß die landesherrlichen Rechte über die Menschen mit dem Verkauf von Reichsgrund an private Käufer, an Adlige und Geldleute, an die Kirche und an Städte auf die Käufer
überging.

Mit dem Kauf des Bodens, mitunter ganzer Dörfer, wurde zugleich das Recht gekauft, die Abgaben der Landbewohner zu kassieren und ihre Frondienste in Anspruch zu nehmen. So wurden diese Abgaben und Dienste, die der Bauer zu leisten hatte, mit der Kommerzialisierung des Bodens ständig drückender.

Gemeindebesitz an Wald und Weide wurde den Bauern genommen und nur gegen entsprechende Abgaben zur Nutzung überlassen. Die Maßlosigkeit, mit der der Bauer gepeinigt wurde, kannte keine Grenzen. So wird berichtet, daß sie nachts die Teiche und Tümpel peitschen mußten, damit
die Frösche schweigen sollten und nicht mit ihrem Konzert den Schlaf der Herren störten; und beim Morgengrauen begann dann beim Bauern wieder die Fronarbeit des Tages. - Bei den dem Bauern auferlegten Geld-Abgaben mußte er im Falle von Säumigkeit Zinsen zahlen, und zwar nach dem sogenannten "Rutscherzins" für jeden Tag des Verzuges den verdoppelten Zinssatz, so daß er mit mathematischer
Gewißheit nicht mehr aus der Schuld herauskam (s. G. Ruhland: "System d. Pol. Ökonomie", S. 774).

Eine Flucht vom Lande in die Stadt gab es nicht mehr, denn die Gewerbetreibenden der Stadt konnten keinen Zulauf mehr brauchen. Sie sperrten die Zünfte gegen fremden Zuzug
und überwachten auch eifersüchtig, daß auf den Märkten und in den umliegenden Orten keine nicht aus den zünftigen Werkstätten stammende Ware verkauft würde. Den Wettbewerb
der Nichtzünftigen, der "Bönhasen", zu verhindern, wurden eigene Späher von den Handwerkszünften ausgesandt. Neid und Mißgunst waren in der Atmosphäre der Not geil emporgeschossen. Was blieb den Bauern anderes übrig,
als sich zum Landsknecht herzugeben oder sich
gegen die Bedrücker zu erheben! - Gustav Ruhland schreibt hierzu: "Dem Proletariat in den Städten folgte das Proletariat auf dem Lande.
Aus beiden Reservearmeen rekrutierte sich hauptsächlich das Angebot auf dem deutschen Söldnermarkt, der in den Städten sichtbar gewordene Reichtum reizte die Eroberungssucht der kapitalistisch gewordenen Fürsten. Die Übernahme und Vermittlung von Staatsanleihen gehörte bald bei den Großkapitalisten zu den beliebtesten Geschäften. Und so trieb der rasch angesammelte Reichtum in wenigen Händen, die zunehmende Unzufriedenheit in den Volksmassen, die Anstauung eines Proletariats in Stadt und Land, die wachsende Leichtigkeit in der Beschaffung großer Söldnerheere wie in der Aufnahme neuer Staatsschulden die Fürsten in fast endlose Kriege hinein, die von 1557 bis 1620 fast allgemein zu Staatsbankrotten führten,
welche auch die Millionen der oberdeutschen Handelshäuser auf Nimmerwiedersehen verschlungen haben" (s. a. a. O., S. 772/73).

Die mörderisch-grausame Rache aber, die die Bauern in ihren Aufständen unter Florian Geyer, Thomas Münzer, Götz v. Berlichingen und anderen Anführern an den in ihre Gewalt geratenen Bedrückern übten - bis sie endlich doch der Obermacht der waffenkundigen Adligen erlagen und zu Zehntausenden erschlagen wurden - gehört mit auf das Konto der wirtschaftlichen Zerrüttung, für deren Ursprung niemand eine Erklärung wußte. -

Die heiße Empörung gegen das Unrecht der Zeit hatte damals auch Tilman Riemenschneider neben dem in Nürnberg und Krakau tätigen Veit Stoß wohl der bedeutendste Meister der
deutschen spätgotischen Kunst - in den Bauernkriegen auf die Seite der aufständischen Bauern gebracht. Heute noch zeugen seine herrlichen Werke, der Creglinger Altar, der Abendmahl Altar in Rothenburg, seine Grabplatten in
Würzburg, das Kaisergrab im Bamberger Dom u. a. m. von einer unerhörten Gestaltungskraft - doch nach der Niederwerfung des Bauernaufstandes haben ihm die bischöflichen Schergen in der Folter die Hände gebrochen.

Was die Verirrung in die Wahnvorstellungen von religiösem Fanatismus, von Hexenglauben und dergleichen anbelangt, so wird man berück sichtigen müssen, daß der Mensch dieser Zeiten für die über ihn hereingebrochene allgemeine
Not keine verstandesmäßige Erklärung finden konnte. Es war nicht anders denkbar, als daß er in allem, was sich zeigte, das Walten böser, dämonischer Mächte oder die Geißel Gottes glaubte sehen zu müssen. Solange es Arbeit gab und die gewerbliche Regsamkeit den Wohlstand för-
derte, stand es um Religion und Mystik noch anders.

Um das Jahr 1230 wollte der fanatische Prämonstratenser Konrad von Marburg die Inquisition in Deutschland einführen; doch das lebensfrohe Volk wollte von diesen finsteren Bräuchen nichts wissen - der Eiferer wurde nach kurzer Tätigkeit auf offener Landstraße erschlagen.

Um das Jahr 1484 aber, als mit der Not und Existenzbedrohung auch die geistige Finsternis sich über das Land legte, begannen in Deutschland die Hexenprozesse, die sich danach über zweieinhalb Jahrhunderte hinzogen. 1489 haben die beiden Professoren der Theologie Institor und Sprenger ihren "Hexenhammer" geschrieben, das Gesetzbuch der Hexenverfolgung.

Etwas Unsinnigeres, Sadistischeres, Grausameres und
Schamloseres über das Vorhandensein eines Teufels und seinen geschlechtlichen Verkehr mit den Hexen, über deren Treiben und über die Mittel und Methoden, sie zu "Geständnissen" zu bringen, konnte menschliche Phantasie wohl kaum ersinnen.

Von 1595 bis 1666 lebte Benedikt Carpzow,der sich selbst der Hinrichtung von 3000 Hexen rühmte, wobei außerdem noch 17 000 gewöhnliche Verbrecher kraft seiner Autorität in
der Rechtspflege zum Tode verurteilt wurden.
Überall lohten die Scheiterhaufen und der Wahn-
sinn feierte seine fürchterlichsten Orgien.

Die Religionszwistigkeiten - hervorgegangen
aus der Entartung des Christentums, von Reformern bekämpft, die ihrerseits in neue Verworrenheiten und Entartungen verfielen - nahmen den breitesten Raum in den allgemeinen Auseinandersetzungen ein. Daß die Lehre Luthers erst die Bauern-Aufstände begünstigte und daß
Luther danach eine Schwenkung vornahm und
mit flammenden Worten forderte:

". . . es soll zerschmeißen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, daß nichts Giftigeres, Teuflischeres sein kann, denn ein aufrührerischer Mensch. . .", war beides symptomatisch für den Verlust von Maß und Mitte. -

Daß ferner auch die Reformatoren das Blut der Andersdenkenden fordern konnten und den Scheiterhaufen als ultima ratio nicht verschmähten, zeigte sich in dem unglücklichen Ende von Michael Servet, der auf Betreiben von Calvin dem Glaubensgericht ausgeliefert und auch mit
Billigung von Melanchthon anno 1553 in Genf verbrannt wurde.

Die wild aufgepeitschte Zeit vermochte nur noch in Extremen zu denken. Die geistige Verwirrung des aus seiner Bahn von Arbeit, Gläubigkeit und Lebensfreude herausgeworfenen Menschen setzte sich immer mehr in Zerstörung und Auflösung um. Schließlich waren die Meinungs
verschiedenheiten in Glaubenssachen in der Brei-
tenwirkung nur noch ideologische Verbrämungen für den Kampf um Macht, Besitz, Freiheit, Brot und verlorenes Lebensglück.

So waren die Lehren der Wiedertäufer, die sich insbesondere um 1532 bis 1535 in Münster zu einem grausigen Taumel von religiös verbrämter Zügellosigkeit, von Raub, Mord, Plünderung und Ausschweifung auswuchsen, ein typisches Zeichen der Zeit. Daß der Schneider Bockl-
son den verwegensten Wahnsinn predigen, aus Münster sein "Königreich Sion" machen, seine "Gerechten" zum Mord durch die Straßen senden, die Vielehe einführen und seine eigenen Frauen, deren er eine erkleckliche Anzahl hielt,
eigenhändig hinrichten konnte, das ist gewiß etwas aus den finstersten Tagen der deutschen Geschichte; aber es ist erst möglich geworden, nachdem die Ordnung verloren war, in welcher sich das Leben, Handel und Wandel des Volkes
jahrhundertelang geborgen fühlen durfte.
Es gab heute einen fürchterregenden Bericht im ARD-Ratgeber GELD übers bundesdeutsche Lebens-Verunsicherungs-Wesen.
Leider hab ich die hälfte der Story verschlafen wg. F1 am morgen.

Ich würde sagen ab 2004 ist Raum MANNHEIM mit dem ersten spektakulären Crash eines Branchen-Frontliners zu rechnen.

Via leider erlaubter Taschenspielertricks (vorhandene stille Lasten) dürfen die in diesem Jahr immer noch Kunden leimen.

Aber im nächsten jahr wird die LV-Szene wohl die erste Flurbereinigung erleben.
Wären die stillen Lasten in der Bilanz dann wäre das Mannheimer LV-Unternehmen schon längst Pleite.

Kann mir vorstellen das das für dem Immobillien- und Grundstücksmarkt in Deutschland (vor allem in Südwest) auch Folgen (negative oder positive je nachdem) haben wird.


@ cabinda
Was du träumst von einem Häuschen in Meckis-Vorpommern. :eek:
Komm erstmal hier in die Pfalz !
Befor du vorschnell und Einsam in der Taiga siedelst.
Seit die Amis alle inder Wüste sind lässt es sich hier
echt wieder Todkanamässig leben.
Nur der Euro hat leider die Restaurants auch hier Saumässig verteuert.

n8

Groupier
@groupier et all,
könnte mir jemand das noch einmal haarklein auseinandersetzen, warum es künftig so wichtig ist, keine schulden zu haben.

dass die schuldenblase platzen wird, ist mir klar.
dass in europa aktuell noch luft ist für zinssenkungen, auch. dass alan nochmals senken könnte, wie schon wieder spekuliert wird (passend etwa zum angriffs- und übrigens auch fibo-termin) auch. dass die zinsen danach aber auch wieder steigen könnten...? auch.

aber ich frage jetzt mal ganz doof: wenn alles scheibchenweise zusammenklappt, kann ich dann nicht froh sein, wenn ich meine teilfinanzierte immobilie nicht komplett abbezahlen muss, sondern der bank das restrisiko überlasse? angenommen, ich bin pleite, weil meine lv zahlungsunfähig wird, die das ganze abdeckt - was genau macht die bank dann mit meiner etw? zwangsversteigerung mit mind. 50% wertverlust, nehme ich an. aber was ist mit alten kreditverträgen und abkommen für die raten?

ich wusste das mal, aber ich krieg es gerade nicht mehr zusammen...

gruss
cabinda
zu den lebensversicherungen ein aktueller `zeit`-artikel:

Flug ohne Sicht

Wie legen Lebensversicherer das Geld ihrer Kunden an? Riskanter, als die Verbraucher glauben. Das Gesetz lässt viele Schlupflöcher offen

Von Thomas Hammer

Viele Versicherte, die Monat für Monat brav ihre Lebensversicherungsprämie zahlen, sind von einem fest überzeugt: dass ihnen – anders als Aktien- und Fondsbesitzern – die Turbulenzen an den Börsen nichts anhaben können. Das allerdings ist ein gewaltiger Irrtum. Inzwischen gehören die Lebensversicherer zu den „Big Players“ an den Kapitalmärkten – die Zeiten, in denen sie das Geld ihrer Kunden nur in Staatspapieren, Pfandbriefen oder ertragssicheren Immobilien investierten, sind längst vorbei. „Die kapitalbildende Lebensversicherung ist der breiteste Mischfonds, den es gibt“, sagt Manfred Poweleit, Versicherungsanalyst und Herausgeber des Brancheninformationsdienstes map-report.

Doch anders als bei herkömmlichen Fonds bleibt den Versicherten weitgehend verborgen, wohin ihr Geld fließt und welche Risiken sich daraus ergeben. Was sich nämlich in den milliardenschweren Depots der Assekuranzunternehmen tatsächlich befindet, lässt sich nirgendwo ablesen – schon gar nicht in der Bilanz. „Aus den Zahlen im Geschäftsbericht“, kritisiert Versicherungsexperte Poweleit, „lässt sich die wahre finanzielle Situation eines Versicherers nicht einmal erahnen.“ Zwar gibt es gesetzliche Vorschriften, in was Versicherer investieren dürfen – die sind allerdings mittlerweile äußerst großzügig bemessen. Die Folge: Nicht einmal der Deckungsstock, der als finanzielle Rücklage für den Kapitalerhalt, die Garantieverzinsung und Zahlungen im Todesfall dienen soll, ist wirklich vor Wertverlust geschützt.

So dürfen Lebensversicherer grundsätzlich 35 Prozent des Deckungskapitals in Aktien investieren. Seit es an den Börsen mit den Kursen stetig abwärts geht, gilt eine niedrigere Aktienquote als Beleg für vorsichtige, risikobewusste Anlagestrategie. Doch die Rechnung „Wenig Aktien gleich wenig Risiko“ stimmt nur bedingt. Denn statt in Aktien können Versicherer auch in Direktbeteiligungen in Form von GmbH- oder Kommanditanteilen investieren. Auch der Kauf von Genussscheinen und die Vergabe von nachrangig gesicherten Krediten ist ihnen erlaubt – solange diese Anlageformen zusammen mit Aktien nicht 35 Prozent des Deckungskapitals übersteigen.

Zockerpapiere im Deckungsstock

Was das in der Praxis bedeuten kann, lässt sich in der Ad-hoc-Mitteilung der in Insolvenz befindlichen NAK Stoffe AG vom 12.Februar nachlesen. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens erhalten die Gläubiger 92 Prozent ihrer Forderungen zurück, eine ebenfalls bestehende nachrangige Forderung in Höhe von 18,7 Millionen Euro falle hingegen komplett aus, ließ der Insolvenzverwalter mitteilen. Inhaberin der nachrangigen Forderung: die von den meisten Versicherungsexperten ohnehin als nicht gerade finanzkräftig eingestufte Bayerische Beamten Lebensversicherung.

Erstaunlich hoch angesichts der möglichen Risiken ist auch der Spielraum, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Versicherern beim Kauf von Unternehmensanleihen einräumt. Immerhin bis zu 50 Prozent des Deckungsstockvermögens darf ein Unternehmen in solche Wertpapiere investieren.

Dieser Spielraum wird von der Branche offenbar gern genutzt. „Die Allianz Leben wird den Anteil an Unternehmensanleihen am Portfolio festverzinslicher Wertpapiere weiter ausbauen“, kündigte beispielsweise der Vorstand bereits 2001 im Geschäftsbericht an. Auch andere Anbieter hätten in diesem Segment ihre Aktivitäten verstärkt, so Reiner Will, Geschäftsführer der Versicherungs-Rating-Agentur Assekurata: „Viele Versicherer gehen derzeit verstärkt in risikoreichere Anlageformen wie Unternehmensanleihen und nachrangige Schuldverschreibungen.“

Zwar schreibt die Bafin vor, dass das Rating solcher Anleihen mindestens „BBB“ betragen, der Emittent also mindestens eine mittlere Bonität haben muss. Dass aber auch vermeintlich sichere Unternehmensanleihen quasi über Nacht wertlos werden können, weil der Schuldner pleite ist, haben die Konkurse von Enron und Worldcom gezeigt. Nach Branchenschätzungen hat allein die Allianz mit Worldcom-Anleihen zwischen 100 und 200 Millionen Euro verloren.

Und selbst Anleihen, deren Rating unter die BBB-Note fällt, muss ein Versicherer nicht unbedingt verkaufen. Wenn er die Bafin überzeugen kann, dass sich die finanzielle Lage des Anleihenherausgebers voraussichtlich wieder bessert, darf er die Papiere behalten. Aber auch ein schneller Verkauf nach einer Herabstufung würde der Versicherung wenig bringen – die Anleihenkurse rauschen in solchen Situationen meist in Windeseile in den Keller.

Selbst bei Anlagen mit bester Bonität kann es durchaus Wertschwankungen geben. Das ist etwa der Fall, wenn sich im Versicherungsportfolio hohe Anteile an börsennotierten festverzinslichen Anleihen befinden. Denn selbst bei sicheren Bundeswertpapieren wird damit ein zusätzliches Anlagerisiko hereingeholt. Der Grund: Während ein Darlehen oder eine Namensschuldverschreibung bei einer Bank – das entspricht in etwa einem Sparbrief – immer in Höhe der aktuellen Restforderung bewertet wird, kann der Wert einer festverzinslichen Anleihe schwanken.

So liegt der Kurs einer 5-prozentigen Anleihe mit zehn Jahren Restlaufzeit bei rund 110 Prozent des Nennwertes, wenn das Marktzinsniveau bei 4 Prozent liegt. Steigen jedoch die Marktzinsen auf 6 Prozent, fällt der Kurs der Anleihe auf nur noch rund 90 Prozent des Nennwertes. Solche Kursverluste brachten beispielsweise die Hannoversche Leben in die Bredouille, die Ende der neunziger Jahre mit festverzinslichen Anleihen auf Kursgewinne durch sinkende Marktzinsen spekulierte und innerhalb eines Jahres mit einem Zinsanstieg von 1,5 Prozentpunkten konfrontiert wurde. Das wird wohl kein Einzelfall bleiben: Weil die Zinsen inzwischen wieder massiv gefallen sind und die Versicherer jetzt auf großen Beständen hoch bewerteter Anleihen sitzen, drohen im Fall eines Zinsanstiegs neue Bilanzlöcher.

Als ob diese Risiken nicht schon genug wären, investieren Lebensversicherer inzwischen auch in Kreditderivate, die gemäß einem Rundschreiben der Bafin bis zu 7,5 Prozent des Bestandes an Kapitalanlagen ausmachen dürfen. Bei den so genannten Credit Linked Notes handelt es sich um Bankschuldverschreibungen, bei denen der Zins oder Rückzahlungsbetrag davon abhängig gemacht wird, ob eine bestimmte Auswahl an Bankkrediten pünktlich getilgt wird. So kann etwa eine Bank ihre Mittelstandskredite an solche Derivate koppeln und je nach Ausfallquote Zinsen oder Rückzahlung kürzen. Die Bank zahlt dafür einen höheren Basiszins und wälzt im Gegenzug das Kreditrisiko auf den Käufer der Derivate ab. Denn wenn die Kredite ausfallen, muss die Bank ihre Kreditderivate nicht zurückzahlen und verliert unterm Strich kein Geld.

Mit diesem Vehikel können Lebensversicherer praktisch durch die Hintertür höhere Risiken als eigentlich erlaubt in den Deckungsstock holen. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, Deckungsstockkapital als Kredite an kleine Mittelständler zu vergeben. Werden jedoch genau solche Kredite über eine Credit Linked Note abgebildet, steht dem Einstieg nichts im Wege. „Insbesondere bei Kreditderivaten stellt sich die Frage, ob sich die Versicherer auf Risiken einlassen, die sie im Detail schwer verstehen und bewerten können“, warnt die Ratingagentur Fitch.

Nicht einmal mehr die Immobilienbestände und ausgegebenen Hypothekendarlehen sind für die Versicherer eine sichere Bank. Vor allem die Unternehmen, die nach der Wiedervereinigung im großen Stil in Ostimmobilien oder deren Finanzierung eingestiegen sind, haben auch bei diesen Bilanzposten mittlerweile Problem. So musste die Münchener-Rück-Tochter Victoria Leben 2001 Hypothekenkredite in Höhe von 23 Millionen Euro abschreiben. Dazu kamen außerplanmäßige Wertberichtigungen auf den Immobilienbestand in Höhe von weiteren 11 Millionen Euro.

Eigentlich sollte es für eine Versicherung nicht allzu schwierig sein, sich zumindest beim Deckungsstock an die großzügig bemessenen Grenzen der Aufsichtsbehörde zu halten. Doch für besonders risikofreudige Manager bietet die Anlagerichtlinie noch ein Extraschlupfloch in Form der so genannten Öffnungsklausel. Die Regelung lautet sinngemäß: Was eigentlich nicht in den Deckungsstock darf, kann über die Nutzung der Klausel trotzdem rein. So finden bei einigen Versicherern Hedgefonds-Anteile und Kreditderivate mit zweifelhafter Bonität Eingang in den Deckungsstock. Das Volumen dieses Postens darf zwar grundsätzlich fünf Prozent des Deckungsstocks nicht übersteigen. Auf Antrag kann die Bafin den Anteil allerdings auf zehn Prozent erhöhen. Eine gute Idee, findet man beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und lobt in der Hauszeitschrift: „Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Finanzinnovationen beim Asset Management immer wichtiger werden.“

Sogar ganz ohne Anlagebeschränkung können die Versicherer ihr so genanntes freies Vermögen, das nicht in den Deckungsstock einfließt, investieren. Dort gibt es beispielsweise keine Obergrenze bei der Aktienquote, das Investment in Hedgefonds ist ebenso erlaubt wie das Spekulieren mit Derivaten – mit gravierenden Folgen. So weist etwa die AMB Holding, zu der unter anderem die Aachener und Münchener Leben und der Direktversicherer Cosmos gehören, für das Jahr 2001 Verluste aus spekulativen Handelsbeständen in Höhe von knapp 38 Millionen Euro aus. Über 90 Prozent entfielen auf das freie Vermögen der Sparte Lebens- und Krankenversicherungen.

Dabei wird mit diesem Teil der Kapitalanlagen unter anderem die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung – die so genannte „freie RfB“ – gedeckt. Die sollen eigentlich als Polster für schlechte Zeiten dienen. Das Fehlen von Anlagevorschriften könnte jedoch dazu führen, dass gerade dann, wenn die Reserve benötigt wird, nur noch ein Bruchteil davon vorhanden ist. Somit müssen die Versicherungsvergleiche, bei denen die Höhe der freien RfB als Kriterium für die Finanzkraft des Anbieters dient, mit einem dicken Fragezeichen versehen werden. Denn: Niemand weiß, ob dahinter auch wirklich ein dauerhaft werthaltiges Investment steht.

Für den interessierten Verbraucher könnte sich nun die Frage stellen, wie in der Bilanz seines Versicherers das freie Vermögen vom Deckungsstock getrennt wird. Ein Blick in die Geschäftsberichte zeigt: Es wird nicht getrennt. Nicht einmal die Nachfrage bei der Bafin gibt darüber Klarheit. Welche Vermögensteile im Deckungsstock liegen, gehe den Kunden schließlich nichts an.

Die Renditen werden werbewirksam aufpoliert

Wie sich sein angespartes Kapital tatsächlich verzinst, ist für einen Versicherten denn auch kaum nachzuvollziehen. So addieren immer mehr Unternehmen die so genannte Überschussbeteiligung und eine Schlussdividende zur Gesamtverzinsung. Der Grund: Die Überschussbeteiligung muss dem individuellen Versichertenkonto gutgeschrieben werden, der Kunde hat einen Rechtsanspruch auf das Geld. Die Schlussdividende hingegen ist ein unverbindliches Gewinnversprechen. Für die Versicherer ist die Schlussdividende eine feine Angelegenheit: Bei der vorzeitigen Vertragskündigung darf sie einbehalten werden, und im Falle missglückter Spekulationen kann sie sogar rückwirkend gekürzt werden – es sei denn, die Modalitäten sind im Einzelvertrag ausdrücklich zugunsten des Anlegers anders geregelt. So kürzte die Hannoversche Leben jüngst für alle nach 1994 abgeschlossenen Verträge rückwirkend die Hälfte der Schlussdividende.

Auch der Gerling-Konzern hat offenbar entdeckt, wie schön sich mit einem unverbindlich prognostizierten Schlussgewinn eine magere Überschussbeteiligungen werbewirksam aufpolieren lässt. „Gesamtverzinsung für Lebensversicherungen auf 5,5 Prozent festgelegt“, verkündeten die Kölner per Pressemitteilung – dabei haben sie die Überschussbeteiligung von 6 auf 4 Prozent gekürzt. „Der durchschnittliche Anteil der Schlussdividende an der Gesamtverzinsung hat sich von 2002 bis 2003 um über 10 Prozentpunkte auf 29,49 Prozent erhöht“, sagt Assekurata-Geschäftsführer Will.

Bis Herbst will Analyst Poweleit die einzelnen Anbieter deshalb einem Transparenz-Rating unterziehen. Sollte in den 2002-Bilanzen keine radikale Kehrtwende erkennbar sein, ist heute schon abzusehen: Die Noten werden für die Branche zum Schock.


(c) DIE ZEIT 06.03.2003 Nr.11
du darfst sogar Schulden haben, wenn es zum Credit Crunch kommt, wenn du auch dann noch die Sicherheiten stellen kannst, bzw. die Zahlungen an die Bank leisten kannst.

Dann bist du der wahre Gewinner.


Das Problem ist aber, das sich mit dem Verschwinden der Schulden auch die Vermögen auflösen werden.


Wahrscheinlicher wird es einen Schnitt geben, der ALtschulden einfach egalisieren wird.

Denn keiner hat Interesse daran, 100 % der grundstücke und Häuser im Besitz der Banken zu wissen,
weil das den Banken wegen Unverkäuflichkeit ebenfalls nichts nutzt!


Silvio Gesell 1918 wörtlich: „Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: Nie wieder Krieg, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muss ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es heute schon zu behaupten, dass es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.

Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik lässt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift lesen können: -Arbeitsuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen-. Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein".
Falls ihr mal was anderes sucht, als nur wallstreet/Murdoch
Presse ... Zum Abheften :)

Global News Portal

http://www.africa2000.com/NNDX/nndx.htm
@sittin,
vielen dank!:)

hier wieder etwas interessantes zum thema wirtschaftskrieg - da wäre zunächst der m-dax von übernahmespekulationen betroffen:

>Übernahme-Fieber - Die Rache der Amis

Folgt auf den Ausverkauf am Aktienmarkt der Ausverkauf deutscher Unternehmen? Die anhaltende Kursschwäche lockt die ersten Schnäppchenjäger an, vorwiegend aus den USA. Wer auf deren Wunschzettel steht - und wo Anleger reelle Chancen haben, mitzuverdienen

von Jens Castner und Tobias Meister / Euro am Sonntag

Kleiner Witz unter Börsianern: Amerikas Rache fällt anders aus, als Gerhard Schröder glaubt. Die Amis werden deutsche Produkte nun doch nicht boykottieren - sie werden dafür sorgen, dass es keine mehr gibt."Mit anderen Worten: Ist eine Übernahmewelle die Rache dafür, dass Deutschland die USA nicht gegen den Irak unterstützt? Werden Wella, VW und Nivea amerikanische Marken?

Die passende Verschwörungstheorie gibt es: Mit Standard & Poor’s und Moody’s sitzen die größten Rating-Agenturen der Welt in den USA. Sie bestimmen nun mal, welche Unternehmen Kredite zu welchen Konditionen bekommen. Und da hat sich Standard & Poor’s einen Kunstgriff einfallen lassen, um deutsche Konzerne übernahmereif zu schießen.

Pensionsverpflichtungen werden neuerdings den Schulden zugerechnet, wenn sie nicht durch Fonds abgesichert sind. Da Pensionsfonds hier zu Lande nicht weit verbreitet sind, senken die neuen Rating-Regeln von S&P die Finanzkraft deutscher Unternehmen - mit verheerenden Auswirkungen auf den Aktienkurs. Erstes Opfer war ThyssenKrupp - die Post, Lufthansa und Linde stehen als nächste auf der Watchlist.

Einen Zusammenhang mit der deutschen Haltung zur Irak-Frage zu konstruieren, wäre freilich blanker Unsinn. Fakt ist aber: Etliche Traditionsunternehmen in Deutschland sind zurzeit billig zu haben, und die Angst vor amerikanischem Wirtschaftsimperialismus sitzt tief. Um eine Übernahme durch Ford zu verhindern, wurde bereits 1960 das VW-Gesetz geschaffen. Danach darf kein Einzelaktionär des Autokonzerns mehr als 20 Prozent der Stimmrechte besitzen, egal wie viele Stammaktien er hält. Die EU will das Gesetz kippen - eine Entscheidung darüber wurde vergangene Woche allerdings vertagt.

VW können sich die Amis also vorerst nicht unter den Nagel reißen. Bei Bayer - durch die Lipobay-Klagen aus den USA schwer unter Druck -, Commerz- und HypoVereinsbank oder MLP sind die Kurse zwar im Keller, doch ist es unwahrscheinlich, dass die umsichtigen US-Investoren angesichts der bilanziellen Risiken zugreifen.

Übernahmen sind zunächst eher in der zweiten Reihe als im DAX zu erwarten", sagt Alfred Kaiser, Analyst des Frankfurter Bankhauses Fritz Nols. Beim Darmstädter Haarpflegekonzern Wella etwa nimmt der Einstieg bereits konkrete Formen an - zumindest, wenn man Börsengerüchten glauben darf. 80 Euro pro Stammaktie soll der Konsumartikel-Gigant Procter & Gamble der Familie Ströher, die 78 Prozent der Wella-Stimmrechte hält, bereits geboten haben. Allerdings ist die Stammaktie (aktueller Kurs: 73,64 Euro) dort fast schon angelangt. Neuesten Meldungen zufolge will Procter-Chef Alan Lafley nur den Stammaktionären eine Übernahmeprämie zahlen. Vorzugsaktionäre sollen mit dem Durchschnittskurs der vorangegangenen drei Monate abgespeist werden.

Procter&Gamble will, so scheint es, seine Marktposition in Deutschland um jeden Preis ausbauen. Ob bei Beiersdorf oder Wella - immer wird der Name des Herstellers von Tempo-Taschentüchern, Ariel-Waschmittel und Wick-Hustensaft als mäglicher Käufer genannt. Im Fall Beiersdorf allerdings konnte der US-Riese keine Einigung mit Großaktionär Tchibo erzielen, der seinen 30,1-Prozent-Anteil möglicherweise selbst aufstocken möchte. Die Übernahmespekulation bleibt deshalb heiß: Die Allianz, mit 43,6 Prozent größter Einzelaktionär des Nivea-Konzerns, sucht nach wie vor einen Käufer für ihr Paket. Allerdings ist - Ähnlich wie bei Wella - schon einiges an Übernahmephantasie im Beiersdorf-Kurs enthalten.

Auch auf den deutschen Brauerei-Markt haben es US-Größen wie Anheuser-Busch oder Miller abgesehen. Der Übernahmekampf in der Bierbranche tobt bereits seit Wochen (siehe EURO 6/03). Mit dem Verkauf von Gilde an die belgische Interbrew hat sich das Angebot schon etwas verkleinert. Wer den Einstieg in Deutschland schaffen will, muss sich also sputen. Neben Holsten zählt Brau und Brunnen zu den attraktivsten Adressen. Bei Holsten ranken sich die Gerüchte um den 48-Prozent-Anteil des Investmentbankers Christian Eisenbeiss. Mit diesem Paket könnte sich ein Aufkäufer im Handumdrehen die Aktienmehrheit sichern.

Noch leichter wäre die Übernahme der Dortmunder Brau und Brunnen (Jever). Großaktionär HypoVereinsbank kann eine Finanzspritze gut gebrauchen und würde sich sicherlich schnell von seinem 55-Prozent-Paket trennen. Noch dementiert Brauerei-Sprecher Udo Dewies zwar, dass ein Verkauf zur Debatte stehe. Auf der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag habe dieses Thema nicht auf der Tagesordnung gestanden. Auffällig ist aber, dass die Börsenumsätze bei Brau und Brunnen anspringen und die Aktie gegen den Trend steigt - ein eindeutiges Indiz, dass ein Käufer im Markt ist. Innerhalb der vergangenen Handelswoche legte das Papier mehr als zehn Prozent zu.

Doch nicht nur US-Investoren wollen sich die günstigen Kurse am deutschen Aktienmarkt zu Nutze machen: Auch asiatische, europäische und inländische Unternehmen wollen im Übernahmepoker mitmischen. Generell sind alle Unternehmen, die unter Buchwert notieren oder ein attraktives Marken-Portfolio haben, potenzielle Übernahmekandidaten", sagt Dieter Thomaschowski, Fondsmanager bei Da Vinci Asset Management. Allerdings sollten Anleger darauf achten, dass sich die Mehrheit der Stimmrechte nicht im Besitz der Gründerfamilie - Ausnahme Wella - oder einer Stiftung befindet.

Im Idealfall liegen, wie bei den Brauerei-Aktien, große Pakete bei Finanzinvestoren, die verkaufen wollen. Oder müssen. So heizte die Deutsche Bank am Freitag die Übernahmespekulationen um den Autozulieferer Phoenix an, als sie ihren 13-Prozent-Anteil an den Investor Claas Daun abstieß. Dieser könnte durchaus weiterverkaufen: Continental, ThyssenKrupp und der amerikanischen Carlyle-Group wird Interesse nachgesagt, den Kunststoffspezialisten zu übernehmen.Die angeschlagene Mannheimer Holding, deren Anteile zu etwa 40 Prozent bei verschiedenen Versicherungen liegen, sucht sogar selbst einen Käufer. Das Unternehmen leidet durch Aktien-Engagements unter der Baisse. Vor allem im Lebensversicherungsgeschäft will Vorstands-Chef Hans Schreiber Liquiditäts-Schwierigkeiten nicht ausschließen, wenn der Markt nicht bald dreht. Anleger sollten allerdings bedenken, dass es sich um eine Hopp-oder-Top-Wette handelt. Wird kein Käufer gefunden, sind weitere Kursabschläge die logische Konsequenz.

Die sicherere Alternative sind gesunde profitable Unternehmen, die deutlich unter ihrem Buchwert notieren. Wie schnell Gerüchte in solchen Fällen den Kurs treiben können, zeigt das Beispiel Celanese. Die Aktie des Chemiekonzerns schnellte Anfang Februar um bis zu 25 Prozent in die Höhe, weil über den Einstieg eines Finanzinvestors gemunkelt wurde. Da der Kurs inzwischen wieder stark zurückgekommen ist - das Unternehmen soll sich gegen die beabsichtigte Zerschlagung gewehrt haben -, könnte die Spekulation lohnen: Der beste Schutz gegen eine feindliche Übernahme ist ein hoher Kurs. Also wird das Unternehmen mit Hilfe von Investmentbanken alles daran setzen, die Notierung steigen zu lassen.

Ein klassischer Kandidat für die Filettierung ist auch Bilfinger Berger. Der Mannheimer Baukonzern hat 600 Millionen Euro Cash in der Kasse und hält einen 30-Prozent-Anteil am Heizungsbauer Buderus, der fast 500 Millionen wert ist. Insgesamt bringt es Bilfinger aber nur auf einen Börsenwert von 700 Millionen. Das profitable KerngeschÄft gibt es beim derzeitigen Kurs von 19,20 Euro also nicht nur geschenkt - eine Übernahme würde sogar noch mit einer Prämie belohnt. Da Bosch bereits mehrfach Interesse an Buderus bekundet hat, wäre der Coup für einen Investor interessant, der die Kasse plündern, das Baugeschäft verkaufen und den Buderus-Anteil abgeben will.<

gruss
cabinda
@cabinda,

Du liebäugelst mit einer LV eine Immo zu finanzieren, und wenn die LV dann hops geht, glaubst Du, die Bank geht mit, und Du nicht? - :D;)
Na, ich denke, Du eruierst eher ein künftiges Inflationsszenario...(?)

...auseinandersetzen, warum es künftig so wichtig ist, keine schulden zu haben.
[Das `haarklein` lasse ich mal vorsätzlich weg, ;)]
Schulden zu haben, zahlt sich prinzipiell dann aus, falls ein waschechtes Inflationsszenario ante portas steht (dafür gibt es in der Tat in längerer Sicht gewisse Anzeichen). Aber auch nur dann, falls man während der Inflationsperiode (die dann durchaus andauern könnte) nicht mehr refinanzieren muß, das finanzierte Asset im Wert mindestens in Inflationsrate mitwächst (also zum Erwerbszeitpunkt im Wert eher deflationiert war), und ansonsten nur, falls Du gegenüber dem Kontrahenten in einer starken Position bist (so wie der Staat gegenüber Anleihenbesitzern, *g*).
In Bezug auf eine Immo. mußt Du Dir einfach eine "Kosten/Ertrags"rechnung aufmachen, und dabei ehrlicherweise den künftig real hinreichend wahrscheinlich fallenden Immo.wert ansetzen. Dann erkennst Du, daß es trotz zzt. niedriger Anfangsfinanzierung mit nicht schlechter Voraussicht ein Verlustgeschäft werden könnte - mit einer unflexiblen Kapitalbindung (heißt ja nicht umsonst IMmobilie), dazu in ohnehin zunehmend unsicheren Zeiten. Der ehrliche (! - nach Abzug von "Kosten" für Aufwand und Nerven, *g*) persönliche immaterielle Wertzuwachs müßte m.E. da schon immens sein, so a la relativ mückenfreies Seegrundstück mit excellentem Microklima in erschlossener Lage mit guter Verkehrsanbindung und trotzdem mit Aufenthaltsabstand zum nervenden Nachbarn.
Also, falls Du unter dem Inflationsaspekt in Sachwerte willst - da gibt es bekanntlich auch anderes als schon inflationierte Assets... wobei ein solches Top-Grundstück natürlich nicht `inflationiert` ist, soviel gibt`s davon ja nicht (mehr)... *g*

der bank das restrisiko überlasse?
:D - yo, die Bank zahlt dann für Dich Deine Immo ab [;)]
- Wenn alles `scheibchenweise zusammenklappt`, gehören dazu dann mit Sicherheit auch Deine finanziellen Spielräume - vor allem, wenn Du die vorher schon langfristig via Verschuldung eingeengt hast. Das sieht dann auch Deine Bank...
Jedes größere Spiel "gegen" die Bank war in der Historie ein verlorenes Spiel. Spätestens bei der nächsten Refinanzierung zeigen die Dir, wer Herr im Hause ist. Und wie @sittin bull andeutete: Falls zwischenzeitlich Deine Sicherheiten (dazu zählt nicht nur eine eingebundene LV, auch der Verkehrswert Deiner Immo.) im Wert verlieren, wird die Bank auch schon zwischenzeitlich im Kleingedruckten eine für Dich im Ergebnis mit Sicherheit nicht vorteilhafte Ausstiegslösung parat haben.
...aber was ist mit alten kreditverträgen und abkommen für die raten?
`pleite` ist i.d.R. ein Kündigungsgrund für solche Verträge.
Selbst falls nicht oder anfechtbar: Viel Spaß dann in der Auseinandersetzung mit den Banken(-Anwälten), s. HVB-Immo.skandal. Recht haben und Recht bekommen sind auch hierzulande 2 verschiedene Dinge - gerade, wenn es um Summen geht.
[Diese Thematik solltest Du eingehend im übrigen besser mit einem ausgewiesenen Fachanwalt diskutieren, falls Du nicht von ihr lassen willst/kannst].

Ich würde mich - gerade in unsicheren Zeiten - nicht in finanzielle Abhängigkeit von Leuten/Institutionen begeben, die am längeren Hebel sitzen - umgekehrt läuft der Hase - s. Staat.

investival
hier der neueste Hammer vom Großen Bruder in Sachen Krieg ist Frieden und Unwissenheit macht frei...


http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,239340,00.html
@investival
ja, so ein mückenfreies seegrundstück, das wär schon was :laugh: - deine argumente leuchten mir ein. liebäugeln wäre zuviel gesagt, aber ich wollte das szenario tatsächlich einmal durchspielen für den fall einer inflation.
kurze nachfrage dazu gleich noch in der post.
gruss
cabinda
#2050:

Die Rache der Amis
Einen Zusammenhang mit der deutschen Haltung zur Irak-Frage zu konstruieren, wäre freilich blanker Unsinn
Da hat das Journalisten-Tandem wohl plötzlich einen Anflug von Angst vor der eigenen Courage bekommen, *g* - wofür sollten sich `die Amis` denn sonst `rächen`?

- Ich denke, daß für D von daher eine bisher kaum diskutierte, nicht unerhebliche langfristige Gefahr entstehen könnte, käme mit dem restlichen "made-in-germany" auch noch die dt. Produktion, das letzte Asset Dtlds. (den sozialen Frieden würde man dazu aufs Spiel setzen), in größerem Umfang in ausländische Hände.
In diesem Kontext rechne ich es den Eigentümerfamilien (und auch der ALV) sehr hoch an, sich nicht vorschnell von frisch[*g*]-grünen Dollarscheinchen vereinnahmen zu lassen.

Nun gut, da nützt alles Lamentieren nichts, "selber Schuld". Hätten wir eine einigermaßen gesunde Anlagekultur hierzulande implementiert - die historische Chance dazu wurde bzw. wird von der Politik (und der Justiz, die die versagenen Raffgeier frei und dazu sogar noch ohne Vermögensverlust herumlaufen läßt) auf ERBÄRMLICHSTE Weise vertan - würde/könnte sich dieses Problem so nicht stellen.

Da bleibt einem, vernünftigerweise, nur noch materieller Pragmatismus, und da heißt es rechtzeitig auf der neuen Eigentümerseite sein... (Eine ähnliche Diskussion hatten wir übrigens um 1980 herum...)

investival
Da hat das Journalisten-Tandem wohl plötzlich einen Anflug von Angst vor der eigenen Courage bekommen, *g* - wofür sollten sich `die Amis` denn sonst `rächen`? -
über den satz bin ich auch gleich gestolpert
:laugh:
ZITAT: #2048 von sittin bull inv 09.03.03 22:23:25

du darfst sogar Schulden haben, wenn es zum Credit Crunch kommt, wenn du auch dann noch die Sicherheiten stellen kannst, bzw. die Zahlungen an die Bank leisten kannst.

Dann bist du der wahre Gewinner.

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Das ist der Springende Punkt!

Ansonsten kann ich aus eigener Erfahrung nur dazu raten, es zu wagen.

Ich bin nach 16 Jahren überhaupt nicht mehr in der Lage in pekuniären Dimensionen zu denken. Für die Souveranität im eigenen Haus zu wohnen, mit all den verbundenen Annehmlichkeiten - mein Sohn spielt E-Gitarre, die er mit einem 100 Watt AMP verstärkt - nehme ich jede Anstrengung auf mich. Die Anstrengungen aber werden immer weniger. Es läuft zu meinen Gunsten.

Wenn sich allerdings im Vorfeld mehr Fragen habe als Antworten, wird es schwierig.

Man muss dazu die richtige Einstellung und Enthusiasmus mitbringen. Mir hat es Anfangs keinerlei Probleme bereitet auf Urlaub zu verzichten. Heute, wo ich mir Urlaub leicht leisten könnte, verzichte ich wieder darauf, da mir kein Urlaub die Qualität des eigenen Hauses bieten kann. Ich bin quasi immer im Urlaub ;)
Presse: Deutsche Bank trennt sich von Phoenix-Beteiligung

Die Deutsche Bank hat sich aktuellen Presseberichten zufolge von ihrer Beteiligung an dem Autozulieferer Phoenix getrennt.
Dies berichtete die „Börsenzeitung“ am Samstag.

Demnach habe die Deutsche Bank ihren 13,01-prozentigen Anteil an dem MDAX-Unternehmen an den Textilunternehmer Claas Daun abgegeben,
so die Zeitung weiter.

Angaben zum Verkaufserlös wurden dagegen bisher nicht bekannt.

Die Aktie der Deutschen Bank verbucht am Montag im XETRA-Handel ein Minus von 1,07 Prozent auf 36,85 Euro,
während die Phoenix-Aktie über 4 Prozent hinzugewinnen kann.

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Wird hier schon wieder Tafelsilber verhökert :rolleyes:

Sozusagen als voraus eilender Gehorsam auf die kommende Unbill von wegen der Liquidität...?

Die kleine Geld-Spritze wird der DB jedenfalls ganz gut bekommen.

Allerdings würde ich Anlage-Technisch die Note ungenügend bis mangelhaft vergeben wollen.
Warum?

Bitte einmal gucken, liebe Investoren....



Die DEUTSCHE BANK verscherbelt ihre Beteiligung praktisch am LOW !!

Jeder Lemming (Börsenfrischling) im ersten Semester lernt, dass dies (meistens) keine grandiose Idee ist.
Und dann ein solches Vorgehen von sogenannten Experten ;)

Einzige Ausnahme.
Die wissen dass hier irgend eine Leiche verborgen liegt,
welche kommende Kursverluste impliziert...!

Wir werden sehen.

Jedenfalls wieder eine vorzügliche Referenz für die DB und ihren Profis. :D

Da kann Motzke nur sagen-weiter so-dann haben wir gute Chancen, bald die 30`Marke zu erreichen ;)

regards

HM

HM
.

@ Cabinda und am Immobilienerwerb Interessierte :

Informationen zum Immobilienmarkt sind - da interessengebunden - oft geschönt. Verläßliche Studien zur Marktentwicklung werden von den Banken und Maklern gern unter Verschluß gehalten. Relativ brauchbare Informationen findet man aber hin und wieder in der Zeitung "DIE WELT"

Dazu drei kürzlich erschienene Artikel:



Lebensversicherung reißt Lücken in viele Finanzierungspläne

Ein Drittel der Ablaufsumme kann ausfallen

von Norbert Michulsky



Für den Bremer Verbraucherschützer Arno Gottschalk ist es der Gau: "Bei Immobilien-Finanzierungen mit Lebensversicherungen bahnt sich ein Riesendesaster an, dessen Umfang noch gar nicht richtig wahrgenommen wird." Hintergrund: Wer zur Finanzierung seines Eigenheims eine Kombination aus Kapitallebensversicherung und Festdarlehen ohne laufende Tilgung abgeschlossen hat, erlebt gegenwärtig böse Überraschungen. Nach der neuerlichen Senkung der Überschussbeteiligungen klaffen immer größere Lücken in den Finanzierungsplänen.

Der Verbraucherzentrale Bremen liegen Fälle vor, bei denen diese Lücken nach den aktuellen Hochrechnungen inzwischen bis nahezu einem Drittel der ursprünglich in Aussicht gestellten Ablaufsumme ausmachen. Bei einem Darlehen von beispielsweise 100.000 Euro drohen damit am Ende der Laufzeit rund 30.000 Euro zu fehlen.

Gottschalk will das nicht hinnehmen. Die Kreditinstitute würden es sich zu einfach machen, wenn sie angesichts der Lücken zusätzliche Leistungen der Kreditnehmer anmahnten: "Da Finanzierungen mit einer Lebensversicherung bei selbst genutzten Immobilien in der Regel gar nicht empfehlenswert waren, steht jedoch auch die Frage im Raum, ob die Darlehensnehmer falsch beraten wurden und deshalb Schadenersatz verlangen können."

Für diese Einschätzung gibt es gute Argumente. Wenn Kreditinstitute eine sachkundige Beratung zur Baufinanzierung anbieten, dann kommt - auch ohne Schriftform - ein Beratungsvertrag mit dem Kunden zustande. Innerhalb dieses Beratungsverhältnisses sind zunächst alle in Frage kommenden Arten der Finanzierung vorzustellen, so urteilte etwa das Oberlandesgericht (OLG) Hamm (AZ: 31 U 25/96).

Statt nur eine Lebensversicherungshypothek anzubieten, hätte deshalb immer auch auf die klassische Form der Finanzierung über ein normales Hypothekendarlehen mit laufender Tilgung hingewiesen werden müssen. Andernfalls läge bereits ein Beratungsfehler vor. Bei komplizierten und nur schwer durchschaubaren Finanzierungskonstruktionen ist weiterhin über die speziellen Nachteile und Risiken solcher Verträge aufzuklären. So urteilte der Bundesgerichtshof bereits 1990.

Daraus folgert für den Verbraucherschützer, bei einer Kombination aus Lebensversicherung und einem Darlehen ohne laufende Tilgung hätte dementsprechend "erstens ein unübersehbarer und unmissverständlicher Warnhinweis" erfolgen müssen, dass die Ablaufleistung der Versicherung möglicherweise nicht ausreicht, um die Darlehensschuld vollständig zu tilgen, oder dass sich die Laufzeit verlängern würde.

Um die Größenordnung dieses Risikos vor Augen zu führen, hätte zudem aufgezeigt werden müssen, welche Lücken verbleiben, wenn die Überschussbeteiligungen beispielsweise ein oder zwei Prozent niedriger ausfallen als zum Zeitpunkt der Vertragsanbahnung. Zweitens hätte darauf hingewiesen werden müssen, dass der für die Lebensversicherungshypothek ausgewiesene "effektive Jahreszins laut Preisangabenverordnung" die wahren Finanzierungskosten - anders als bei einem normalen Hypothekendarlehen - nicht richtig widerspiegelt.

Wenn die Rendite, die mit der Versicherung erwirtschaftet wird, niedriger ist als der Zinssatz, der für den Kredit bezahlt werden muss, dann bedeutet das nämlich: "Im Vergleich mit einer direkten Tilgung ist die Besparung der Lebensversicherung ein Verlustgeschäft" (Gottschalk). Drittens wäre darauf hinzuweisen gewesen, dass bei einem Verzicht auf eine laufende Tilgung der Kredit vom ersten bis zum letzten Tag in voller Höhe bestehen bleibt und dadurch zusätzliche Nachteile entstehen können.

Nach den Beobachtungen der Verbraucherzentrale Bremen ist über diese speziellen Risiken in der Vergangenheit nur unzureichend aufgeklärt worden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat das aber zur Folge, dass der Kreditnehmer Schadensersatz wegen Verschuldens bei Vertragsabschluss verlangen kann. Gottschalk: "Betroffene sollten sich deshalb nicht nur grämen, sondern sich zu ihren rechtlichen Möglichkeiten beraten lassen."

DIE WELT - 07.03. 2003


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Branchenverband erwartet Aufschwung im deutschen Markt erst in 2004

Der deutsche Wohnungsmarkt ist noch nicht aus dem "Tal der Tränen" heraus



Während stabile Immobiliengeschäfte, hohe Bauquoten und wachsende Hypothekenmärkte andere Volkswirtschaften in der Europäischen Union vor der Rezession bewahren konnten, leidet der deutsche Wohnungsbau nach dem Boom Mitte der 90er Jahre seit 2001 erheblich unter dem wirtschaftlichen Abschwung und den Folgen der Wiedervereinigung.

Frühestens im kommenden Jahr wird eine Entspannung der Lage erwartet. Dies ist ein zentrales Ergebnis des jährlich erscheinenden Europäischen Wohnungsberichts der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), des international führenden Branchenfachverbandes mit 110 000 Mitgliedern in über 100 Ländern.

In den meisten EU-Staaten hat eine Verlangsamung der Hauspreisinflation eingesetzt. Lediglich in Spanien und Großbritannien zogen die Preise 2002 weiter kräftig an. In Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz setzte sich der gemäßigte Anstieg, der 1999 verspätet eingesetzt hatte, auf geringerem Niveau fort. Zu einer Erholung der Immobilienmärkte trugen unter anderem die allgemeinen Zinssenkungen bei.

In einigen Märkten nutzten die Verbraucher die niedrigsten Hypothekenzinsen seit Jahren zu Wohnungswechsel, Eigenheimrenovierung oder Aufnahme eines neuen Darlehens. Eine Entwicklung, die die RICS-Experten mit Sorge beobachten: "Der relativ schnelle Anstieg der Hypothekenschulden geht mit einem potenziellen Risiko für die Volkswirtschaften einher. Sollte die Stimmung von ,Hauskaufrausch` auf ,Vorsicht` umschlagen, würde das einen weit reichenden Schock für die Gesamtwirtschaft auslösen", so Carl Stinglwagner, Vorstandsmitglied der RICS Deutschland.

Der deutsche Immobilienmarkt ist unterdessen mit anderen Problemen konfrontiert. In den neuen Bundesländern drückt der hohe Angebotsüberhang nach wie vor auf Preise und Mieten. Lediglich einige Großstädte in den alten Bundesländern blieben bislang von den allgemeinen Problemen der Wirtschaft relativ unberührt. Hier stiegen die Preise und Mieten angesichts der wachsenden Nachfrage moderat an. DW

DIE WELT - 10.03.2003


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Studien belegen, dass die Zahl der Immobilienkäufer bis 2010 drastisch sinken wird.
Die Städte müssen reagieren.

Von Holmer Stahncke


"Der deutsche Wohnungsmarkt befindet sich im Umbruch", sagt Dr. Peter Hettenbach vom Institut für Innovatives Bauen in Plankstadt. Grund dafür sei die demographische Entwicklung. Bis zum Jahre 2010 werde die Anzahl der Immobilienerwerber drastisch zurückgehen. Diese seien in der Regel zwischen 30 und 40 Jahre alt, wenn sie sich für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung entschieden. "Gerade diese Altersgruppe wird sich in den nächsten zehn Jahren halbieren", sagte Hettenbach auf einer Tagung des Baufinanzierers BHW in Hamburg. Denn diese Gruppe gehöre zu den geburtenschwachen Jahrgängen von Mitte der 60er-Jahre an.

Die heranwachsenden geburtenschwachen Jahrgänge und die Überalterung der Gesellschaft sind aber nicht die einzigen Signale, die die Immobilienbranche alarmieren. Auch die Wohnbedürfnisse der jungen Menschen änderten sich, so Hettenbach weiter. Immer mehr Singles suchten Wohnungen, die der Markt kaum biete. Diese Gruppe der Singles wachse: Die Zahl der Einpersonenhaushalte, in denen die Bewohner 40 Jahre und jünger seien, so Marie-Therese Krings- Heckenmeier, Mitinhaberin des Wirtschaftsforschungsinstituts Empirica in Berlin, sei in den vergangenen 20 Jahren um 1,85 Millionen Menschen gestiegen. Die Zahl der verheirateten und zusammen lebenden Paare sei dagegen um 1,6 Millionen geschrumpft. Noch nehme die Anzahl der Haushalte trotz sinkender Bevölkerungszahlen zu. "Aber in langfristiger Perspektive bis 2017", so hob die Wissenschaftlerin hervor, "wird diese Zahl stark abnehmen."

Der deutsche Wohnungsmarkt werde aber nicht nur durch Überalterung und Schrumpfen der Bevölkerungszahl beeinflusst, hebt Hettenbach hervor: "Es gibt eine Wanderungsbewegung in die großen Ballungsräume im Westen und im Süden. Generell gilt, dass die ländlichen Räume vergreisen und sich leeren werden."
Um die richtigen Antworten auf diese Herausforderung zu finden, müsse sich die Immobilienbranche intensiv mit den Wohnbedürfnissen der Singles befassen, rät Hettenbach weiter. Denn Single sei nicht gleich Single.

Der Wissenschaftler unterscheidet zwischen Senioren-Singles, die einen Anteil von etwa 51 Prozent ausmachten, Teilzeit- und so genannten Frust-Singles (23 Prozent) sowie Fun- und Arbeit-Singles (26 Prozent). Wer sie über einen Leisten schlage und versuche, die "typische Single-Immobilie" zu bauen, laufe Gefahr, am Markt vorbeizuproduzieren. So würde das Bauen im Bestand allmählich das Bauen auf der grünen Wiese ersetzen, prognostiziert Hettenbach: "Der Immobilienmarkt für Neubauten wird ein exklusiver Markt werden, auf dem die Befriedigung emotionaler Werte an Bedeutung gewinnt." Die Hightech-Euphorie der vergangenen Jahre habe dagegen an Bedeutung verloren. Immerhin favorisierten acht Prozent der Bevölkerung einen an Spaß und Erlebnis orientierten Lebensstil, 17 Prozent wollten exklusiv genießen und 14 Prozent wollten sich selbstverwirklichen. "Diese Gruppen wollen nicht in gesichtslosen Häusern wohnen", so Hettenbach. "Sie hegen besondere Erwartungen bei der Konzeption ihrer Immobilie und stellen Ansprüche an die Lage." Das Typen-Reihenhaus vor den Toren der Stadt habe da keine Chance.

Der Haken: Ein Reihenhaus in der City mit innovativen Grundrissen sei nahezu nicht zu finden. Hettenbachs Fazit: Die Konzeption solcher Häuser sei eine Herausforderung an die Städte, die daran interessiert sein müssten, die Wanderungsbewegungen in die Ballungszentren auf die eigene Stadt zu lenken.

Hamburger Abendblatt 02.11.2002


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(...)

Prof. Volker Eichener, Bochum:

Die Erfahrungen aus Ostdeutschland, wo das Leerstandsdrama mit inzwischen rund 1,4 Mio. leerstehenden Wohnungen weiter eskaliert, lassen frühzeitiges Gegensteuern in der Tat als geraten erscheinen: Das 2001 vollmundig verkündete milliardenschwere "Programm Stadtumbau Ost" (mit geplanten Abrissquoten von 20 000 Wohnungen pro Jahr) zeigte bislang kaum Wirkung; die Leerstände wachsen weiter. Aber auch in Westdeutschland wird es mittelfristig Problemregionen geben. Nur spricht man darüber nicht so offen wie im Osten.

"Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung bundesweit um 15 bis 20 Prozent zurückgehen, trotz weiterer Zuwanderung", zeichnet Volker Eichener, Geschäftsführer des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (Inwis) an der Ruhr-Universität Bochum, ein dramatisches Bild. Zwar steige die Anzahl der Haushalte kurzfristig noch einmal an, weil die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte zunimmt. "Doch in spätestens zehn Jahren ist die Schonfrist für die Wohnungswirtschaft auch im Westen vorbei. Dann müssen zahlreiche Wohnungsmarktregionen Lösungen für das Überangebot an nicht mehr marktfähigen Objekten finden. In die Gruppe der künftigen Ladenhüter werden in den westdeutschen Bundesländern ebenfalls die Massenbestände sowie Wohnungen mit komplexen Defiziten gehören".

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weiterführende Links:

http://www.ftd.de/bm/ga/1072320.html?nv=rs

http://www.ftd.de/pw/de/1035389215025.html?nv=cpwd

http://212.227.167.12/index.php3

http://www.zv-tipp.de/Fragen_und_Antworten/Ratgeber/Zvl.rtf

http://www.immowelt.de/Immobilien/ZV_Suche.asp




Gruß Konradi
@ JuanLesPins #2056

wenn Dein Nick auf Deinen Wohnsitz schließen lässt,
würde ich mich wohl auch so euphorisch äußern ...;)

Gruß Konradi
@konradi

Juan les Pins war mal in einem früheren Leben. Jetzt wohne ich im Taunus. Was ich noch sagen will ist:

Nicht jeder hat die Voraussetzungen - klar. Manche möchten es auch aus philosophischen Gründen nicht. ("Ach Gottchen, der große Garten und immer nur Rasen mähen ... und dann die vielen Unterhaltungsarbeiten am Haus, wenn mal was ist... nein, lieber nehme ich mir ne Mietwohnung und bestelle den Hausmeister" :laugh: )

Aber - wenn jemand mit diesem Gedanken spielt ein Haus zu bauen, sehe ich es als meine Pflicht an, Mut zu machen.

You know what I mean? ;)
J-pins

im prinzip schon richtig. besser 30 jahre zurückzahlen und dann eigener herr/frau im hause zu sein als nach gleicher zeit keinen nagel sein eigentum zu nennen.

einzig der kaufzeitpunkt passt hier m.e. überhaupt nicht.

nachdem mich die dame ja leichenfledderer genannt hatte ist es meine pflicht ihr ins merkheft zu schreiben. halt dein bares noch ein jahr fest in händen und die bekommst die gewünschte immo zum halben/viertel preis

DUF
ZITAT: #2061 von derunsichtbarefreund 10.03.03 14:24:54

... halt dein bares noch ein jahr fest in händen und du bekommst die gewünschte immo zum halben/viertel preis

_________________________________________________________

Das ist wahr.

Bei einer guten Immobilie allerdings (gute Lage und Bauphysik) wird der Preisverfall nicht ganz so groß sein.

Ein Haus ist die beste Altervorsorge, die man treffen kann.

Am besten ganz jung schon mit Bausparverträgen anfangen.

Faustregel - mit 20 Prozent Eigenkapital kanns losgehen.


Schwierig wird es, wenn man im fortgeschrittenen Alter, ohne ausreichend Eigenkapital bauen will. Da muss das Einkommen schon enorm sein.
@konradi
super, thanx! meine befürchtungen gehen eben auch dahin, dass der immobilienmarkt hier noch stark nachgeben wird und es derzeit noch nicht sinnvoll ist, etwas zu kaufen/zu tauschen. grundthese: viele haben die niedrigen zinsen genutzt, um mit 80%-finanzierungen häuser zu kaufen, bei steigender arbeitslosigkeit und höherem abgabendruck werden nicht alle in der lage sein, die raten zu bezahlen, bei steigendem angebot also dürfte dann druck auf die preise kommen. ob die preise überhaupt noch steigen... ich denke im moment an eine stagnation, vielleicht noch bis zum nächsten zinsschritt.

@all
den immobilienmarkt in den u.s.a. mal wieder ins auge fassen, fannie mae & co.?

@duf
du meinst hoffentlich nicht mich? ich wüsste nicht, dass ich hier schon mal jemanden als `leichenfledderer` beschimpft habe.


in japan brodelt es wieder:

>1:09PM Japan`s BOJ, MOF discuss stopping stock fall: Nikkei by Tomi Kilgore
Japan`s central bank and government are discussing ways to stabilize the tumbling stock market, which hit 20-year lows on Monday, according to a report in the Nikkei Shimbun. The Bank of Japan is preparing to provide liquidity that is well above its current target level and the Ministry of Finance is considering intervening in the currency markets with as much as 1 trillion yen a day as the continued strength of the yen weighs on the export sector, the business daily said. Japan`s benchmark Nikkei 225 stock index fell below 8,000 in intraday trading Monday for the first time since Mar. 1, 1983, before closing down 1.3 percent at 8,042.26.<

im dax hätte man ja theoretisch zwischen 2200p. und 23xxp. eine kaufzone aus technischer sicht, allerdings fällt es mir schwer, bei diesem pulverfass-umfeld daran zu glauben, dass von dem level aus mehr als 2.600p. drin wären. vielleicht fällt es einfach weiter, nobody knows. im dow sieht es kurzfristig schlecht aus, wenn die 7.600p. fallen, der nikkei muss herumgerissen werden, und die amis müssten den dax wieder billig finden, so dass sie geneigt wären, umschichten, wenn ihre eigenen indizes weiter fallen, wonach es momentan aussieht. der euro und der bund future laufen munter weiter, der v-dax mit langer weißer kerze und wie ich zu sehen meine, im aufwärtstrend. andererseits müsste nach einem minus von 4,21% im dax lt. uwe wagner morgen eigentlich eine technische reaktion nach oben erfolgen, und der dow hätte bei 7800p. noch ein gap zu schließen.

gruss
cabinda
korrektur,
...umzuschichten...

hi sittin,
hast du das real-estate-bubble-zerti noch auf wl? fnm mit volumen aus den bbd`s ausgebrochen. ich hatte hier kürzlich noch einen artikel aus thestreet.com eingestellt, die hatten den richtigen riecher...
@motzki,
phoenix heute fast 10% im plus, und die dbk hat auf dem tiefpunkt verkauft :laugh: - vielleicht wissen sie mehr, aber optimales timing war das insgesamt nicht ;)
wir steuerzahler dürfen deren feeling dann ganz realsozialistisch ausbaden, s. #1785 bei @paule2, wirst du ja gelesen haben.;)
Der Immobilien-Markt der krieselt doch jetzt schon Querbeet!

Das gilt für Büro- und Wirtschaftsräume genauso, wie gebrauchte Privathäuser bis zur Luxus-Mehrfamilien-Hundhütte mit Zwinger.

Bei uns haben Sie letztes Jahr die Kommune die Hundesteuer für den zweit, dritt und weiteren Hund verdoppelt!

Gottlob ich hab nur einen noch steuerfreien Kater.
@juan
Schwierig wird es, wenn man im fortgeschrittenen Alter, ohne ausreichend Eigenkapital bauen will. Da muss das Einkommen schon enorm sein.
genau, und auf diese baulust wegen günstiger zinsen sind so einige an sich finanziell stark belastete familien in den letzten jahren hereingefallen - das gibt es bei mir im bekanntenkreis zuhauf!

@groupier,
in der pfalz war ich übrigens noch nie. klingt ja gut, was du schreibst. aber wolltest du nicht eigentlich sagen, ich könnte dir mal den garten umgraben :laugh:

spass beiseite, ich könnte mir ja vorstellen, dass es nach dem aktuellen trend zum single-haushalt in der stadt (passt wieder zu oben - arbeits- und abzahlungsdruck und überall beziehungsstress) auch wieder eine flucht aufs land gibt, weg von den ballungsräumen. ich mag es kaum schreiben, aber denkt mal an die wachsende terrorgefahr durch einen kriegsausbruch.

ich würde mich da gern präparieren, so langfristig gesehen :rolleyes:

man kann auch einfach gut leben, und es macht spass, sich von überflüssigen dingen zu trennen, die man mal irgendwann zu zeiten des ewigen konsumrausches gekauft hat, und die einem eigentlich nur ordnungsstress beschert haben.
Bei Soiegel.de gefunden

IRAK-WIEDERAUFBAU

US-Konzerne wetteifern um Multi-Millionen-Deal

Die US-Regierung geht offenbar davon aus, dass ein Krieg im Irak immense Schäden anrichten wird: Schon jetzt schreibt sie Aufträge für den Wiederaufbau aus, ihr Gesamtwert ist rekordverdächtig. Unter den möglichen Profiteuren: die Ex-Firma des Vizepräsidenten.


Washington/New York -
Während es offiziell in Washington heißt, die Entscheidung für den Krieg sei noch nicht gefallen, wird offenbar gleichzeitig mit Hochdruck an Plänen für den Wiederaufbau gearbeitet. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hat die US-Entwicklungsbehörde USAID bereits einen Auftrag für die Erneuerung der irakischen Infrastruktur nach dem Krieg ausgeschrieben.
Die Ausschreibung sei als "dringend" klassifiziert, der Zuschlag könne schon bald erteilt werden.
Dem Bericht zufolge wird der Gewinner bis zu 900 Millionen Dollar für seine Dienste erhalten.
Beim Wiederaufbau des Iraks könnte es sich um das größte Programm dieser Art seit der Instandsetzung der deutschen und der japanischen Infrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg handeln.

Immer wieder Halliburton :D ---> (Nue alles alte Dick Cheney Freunde)

Laut Bericht der Zeitung hat USAID ihre Auftragsbeschreibung in einem 13-seitigen Dokument festgehalten, das an ausgewählte politische Adressen in Washington und mindestens fünf Firmen verteilt worden sei. Es sei auch der Zeitung zugespielt worden.

Zu den Firmen, die um den Auftrag wetteifern, gehören laut Bericht Bechtel :D _--> (In Venezuela wg. Betrugs aus allen staatlichen Bauvorhaben rausgeflogen),
Parsons und Fluor aus Kalifornien, Louis Berger aus New Jersey :D ---> (warum nicht Bilfinger und Berger Mannheim)
sowie Halliburton aus Texas.
Der Zeitung zufolge haben diese Konzerne bereits Angebote eingereicht oder stehen unmittelbar davor.
Sprecher von Bechtel und Parsons bestätigten dem Blatt, dass sie an der Ausschreibung teil nehmen wollten.
Vertreter der anderen drei Unternehmen hätten eine Stellungnahme abgelehnt.

Die Ausschreibung sieht laut "Journal" vor, dass der Gewinner der Ausschreibung innerhalb von sechs Monaten anspruchsvolle Wiederaufbauarbeiten vollbringen soll.


2400 Kilometer ökonomisch wichtiger Straßen sollen erneut für den Verkehr mit Nicht-Gelände-Fahrzeugen zugänglich gemacht werden.
Binnen zweier Monate sollen 550 Strom-Notgeneratoren im Irak aufgestellt werden, in einem halben Jahr müssten 15 Prozent des Hochspannungsstromnetzes wiederhergesellt sein.
Die Hälfte der irakischen Bevölkerung - 13 Millionen Menschen - soll nach Ablauf der sechs Monate wieder Zugang zu elementaren Gesundheitsdiensten haben. Dazu gehöre, dass in jeder Großstadt zumindest ein Krankenhaus voll wiederhergestellt sei.
Mehrere tausend Schulen sollen renoviert,
12.500 Schulen sollen mit Büchern versorgt,
5000 Häuser sollen wiederhergestellt werden.
Im Rahmen des "Slum-Veredelungsprogramms" müssten laut Auftragsbeschreibung zudem weitere 3000 Wohnhäuser renoviert werden.
Die US-Regierung will den Kongress anscheinend schon bald bitten, Mittel für den Irak-Wiederaufbau bereitzustellen. Dabei verfolgt die Administration laut "Journal" weitaus ehrgeizigere Ziele als noch beim Wiederaufbau Afghanistans.
Die Summe der bereitgestellten Mittel solle allein im ersten Jahr doppelt so hoch sein wie beim afghanischen Wiederaufbau.
Zugleich sei der Zeitplan sehr ambitioniert.
Das gesamte Projekt solle nach 18 Monaten abgeschlossen sein.

"So etwas noch nie versucht"

Ein Sprecher von USAID habe auf Anfrage gesagt: "Wir haben noch nie versucht, ein Vorhaben dieser Größenordnung durchzuführen".
Weitere Erläuterungen habe der Sprecher aber nicht geben wollen, so das "Journal".
Der Wiederaufbau der Straßen und Schulen solle gleichzeitig mit den humanitären Hilfsbemühungen anlaufen, dieser Ablauf sei ungewöhnlich.


Interpretationssache ist, warum die US-Regierung offenbar derart aufs Tempo drücken möchte.
Einerseits ist möglich, dass sie sich bemüht, so ihren Kritikern die Munition zu nehmen.
Wenn der Irak schnellstens wieder aufgebaut wird, könnte dies die antiamerikanische Stimmung im Land und in der gesamten arabischen Welt mindern, Amerika könnte als Befreier erscheinen. Andererseits ist das ökonomische Potenzial des Irak schon auf Grund seines Ölreichtums beträchtlich größer als das Afghanistans.
Amerika könnte also auch an einer möglichst schnellen Erschließung der Ressourcen gelegen sein.

Zugriff auf Geheimmaterial

Nach dem derzeitigen Wissensstand sieht es so aus, als würde der Wiederaufbau fest in der Hand amerikanischer Firmen bleiben.
Möglich ist aber, dass ausländische Konzerne zumindest als Subunternehmer ins Spiel kommen und für die US-Konsortialführer Aufträge erledigen.
Den Amerikanern geht es offenbar auch darum, Geheimdienstmaterial zu schützen.
Alle der fünf genannten Konzerne, die an der Ausschreibung teilnehmen sollen, hätten schon im Rahmen der Ausschreibung Zugriff auf bestimmte geschützte Informationen erhalten, schreibt das "Journal".

Die Summe, die insgesamt in den Wiederaufbau investiert wird, dürfte die genannten 900 Millionen beträchtlich übersteigen.
Denn neben dem Infrastruktur-Aufrag sollten weitere Aufträge für die Erneuerung der Häfen, der Flughäfen und der Kliniken vergeben werden.
Auch hier seien die Ausschreibungen schon im Gange.

Erster Zuschlag für Cheney Inc.

Wenn der 900-Milllionen-Kontrakt an den Industriedienstleister Halliburton vergeben wird, dürfte dies die US-Regierung in einige Erklärungsnot stürzen.
Der jetzige US-Vizepräsidenten Dick Cheney amtierte bis 2000 als CEO des in Texas beheimateten Konzerns, der sich vor allem im Erdölgeschäft betätigt.
Cheney fungierte im Kabinett George Bush Seniors als Verteidigungsminister und lenkte in dieser Rolle den ersten Angriff der USA auf den Irak.
Bevor er an der Seite George W. Bushs in den Wahlkampf zog, hat Cheney sein Amt bei Halliburton allerdings abgegeben und sämtliche Aktien verkauft.

So oder so dürfte Halliburton nach einem Irak-Krieg eine wichtige Rolle spielen.
Einen Auftrag, in diesem Fall von Cheneys Ex-Ministerium vergeben, hat der Konzern bereits ergattert: Falls während eines Krieges Brände an den Ölförderanlagen ausbrechen, wird die Halliburton-Tochter Kellog Brown & Root die Löscharbeiten koordinieren.
Ja cabinda das ist das schlimme ich hab alles was man fürn Garten irgendwie brauchen könnte.
Ich bin voll ausgerüstet für alle möglichen Hoch- und Tiefbauten im Garten aber ohne Rasenmäher/bzw. Vertikutierer selber schieben geht nix.


Aber ich sag dir was im vertrauen!
Die erste Handvoll Kirschen vom eigenen Bäumchen so ab mitte Juli über die geht nichts.
Das bekommt kein 3 1/2 Sternekoch als Desert so erfrischend hin.
Das kann nur ich. :D

Als Alternative hab ich letztes Jahr noch einen Baum Nancy-Mirabellen gepflanzt (ein Pfirsichbaum war eingegangen hab aber noch einen) und harre jetzt der ersten Früchte.

Oder hast du schon mal die herrlichen Bauchschmerzen nach dem leckeren Verzehr noch nicht ganz reifer Pflaumen genossen.
Von dem eklig zermatschten Supermarktkram bekommt man die nicht.

n8

Groupier
@groupier,
die kirschen und zwetschgen hatten wir neben flieder und jasmin im garten der ferienwohnung, die als erste sparmaßnahme aufgegeben wurde. was meinst, was ich nun alles hier im keller der stadtwohnung hab... drei planschbecken mit zu flickenden löchern, die sandkiste, günstig vom nachbarn erstanden... müsste noch zusammengebaut werden..., gardena-gartendusche usw..

aber keine ordentliche schaufel für die kommende krise :cry: :laugh:

hier, habt ihr das eigentlich gelesen. der dax geht in die grütze, und in bagdad boomt die börse. auf dass die hotels mit all den west-journalisten nie zerbombt werden (ich dachte immer, die kriegsberichterstatter hocken sicher auf u.s.-flugzeugträgern, jedenfalls im moment noch??)

>Drohender Krieg bringt Börsenboom in Bagdad

10. Mär 14:00

Während die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt sind, verzeichnet die Börse in Bagdad riesige Zuwächse. Vor allem die Aktien von Hotels boomen – in Erwartung vieler Kriegsreporter.

Die irakische Börse setzt offenbar auf einen kurzen Krieg, der mit dem Sturz von Präsident Saddam Hussein und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen endet. Unter den Investoren sei eine Kriegseuphorie ausgebrochen, berichtete am Montag die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) aus Bagdad. Der Leitindex Bagdad Stock Index (BSI) habe seit Jahresanfang um rund 50 Prozent zugelegt.

Journalisten mit Dollarbündeln

Vor allem die Aktien von Hotels erweisen sich den Angaben zufolge als Zugpferde. Die Bagdad «überschwemmenden Journalisten mit ihren dicken Dollarbündeln» hätten den Werten zu einem Höhenflug verholfen.«Bagdads Börse in Bombenstimmung», titelte die Schweizer Zeitung.

Die Börse des wirtschaftlich daniederliegenden Landes ist nicht mit den großen Leitbörsen weltweit zu vergleichen. Dem Bericht zufolge ist die Liste der 114 zugelassenen Unternehmen in einem blauen Heft verzeichnet. Computer gibt es nicht. Die Händler notieren die Kurse mit abwaschbaren Filzstiften auf Plastiktafeln. (nz)<
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/4840/1.html

Cabinda. Der Gedanke, dass die Menschen die Zentren verlassen, sollte es tatsächlich verstärkt zu Terroranschlägen kommen ist mir auch schon gekommen.

Meine Frau hatte unlängst schon Bedenken geaüßert, den Reichstag zu besichtigen. Psychologisch (vielleicht auch realitisch) durchaus nachvollziehbar.

Ich bin übrigens der ex-user "stormy", der nach einer "Zensur" durch WO(Antikriegsgedicht von mir) das board verlassen hatte. Nun bin ich als "stormwatch" durch die Hintertür wieder reingegkomen:p
hi stormy,
was war denn da los? - ich hoffe doch, wir haben hier eine relativ geschützte ecke für freie meinungsäußerung... wenn es probleme gibt, mail mal, ich werd versuchen, das zu deinen gunsten zu klären. bist ja auch schon lange dabei! manchmal extrem, aber immer kritisch und fix am recherchieren... ich persönlich finde es nicht gut, wenn solche user wie du wegen unliebsamer gedichte gesperrt werden, aber ich kenne den vorgang nun nicht...
gruss
cabinda
PFLEGEVERSICHERUNG

Jetzt beginnt der Raubbau an den Rücklagen

Mit einem Defizit von 384 Millionen Euro
ist die gesetzliche Pflegeversicherung 2002 so tief in die roten Zahlen gerutscht wie noch nie zuvor in ihrem achtjährigen Bestehen.
Ein Ende der Verluste ist auch in den kommenden fünf Jahren nicht abzusehen.


Berlin -

Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) korrigierte damit am Montag in Berlin frühere Prognosen der Regierung nach unten. Danach rechnet sie nun erst nach 2008 wieder mit Überschüssen. Noch Anfang 2001 hatte die Regierung vorausgesagt, die Pflegeversicherung werde 2002 oder spätestens 2004 wieder in die schwarzen Zahlen kommen.

Die Ministerin betonte jedoch, der Beitragssatz von 1,7 Prozent werde stabil bleiben. Die erwarteten Defizite könnten aus den Rücklagen der Pflegekassen von insgesamt rund 4,9 Milliarden Euro gedeckt werden. Die Union sieht die Lage düsterer. Noch vor der Bundestagswahl 2006 drohe ein Beitragsanstieg, sagte Unions-Sozialexperte Andreas Storm voraus. Die Pflegeversicherung steuere auf den finanziellen Kollaps zu. Die Rücklagen seien in fünf Jahren aufgezehrt.
Nach satten Überschüssen in den ersten Jahren nach ihrer Gründung 1995 schreibt die Pflegeversicherung seit vier Jahren rote Zahlen. Auch im vergangenen Jahr nahm sie laut Ministerium 16,98 Milliarden Euro ein, gab aber für die insgesamt rund zwei Millionen Pflegebedürftigen 17,36 Milliarden Euro aus. Die Rücklagen wuchsen aber trotzdem leicht auf 4,9 Milliarden Euro, weil der Bund den Pflegekassen ein Darlehen von 560 Millionen Euro zurückzahlte.

Der Präsident des Bundesversicherungsamts, Rainer Daubenbüchel, zeigte sich gegenüber der "Financial Times Deutschland" über den Einbruch bei den Einnahmen besorgt. So seien die reinen Beitragseinnahmen 2002 um 90 Millionen Euro zurückgegangen. Als Gründe nannte er die schwache Konjunktur und die Arbeitslosigkeit. Dagegen seien die Ausgaben für Pflegeleistungen um 500 Millionen Euro gestiegen. So gebe es mehr und teurere Pflegefälle.

Trotz der Finanznöte will Schmidt jedoch an der Pflegeversicherung festhalten. Diese stehe auf einem soliden Fundament, erklärte die Ministerin. Dagegen warf die Union Rot-Grün vor, nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" zu agieren. Der Unions-Sozialexperte Horst Seehofer (CSU) erneuerte in der "Tageszeitung" seinen Vorschlag, bei der geplanten Gesundheitsreform die Pflege- mit den Krankenkassen zusammenzulegen.

Ob es zu Reformen bei der Pflege kommt, hängt auch von den Vorschlägen der Rürup-Kommission ab. Die Expertenrunde prüft, die Pflegekosten nicht mehr über Beiträge, sondern über Steuern zu finanzieren. Nur Arme bekämen im Pflegefall noch Hilfe vom Staat. Die Kommission will am 20. März dieses Modell beraten.
Daubenbüchel warnte vor Panikmache, schloss aber laut "Financial Times Deutschland" nicht aus, dass es in wenigen Jahren eng wird. "Jetzt kommen allmählich die geburtenstarken Jahrgänge ins pflegebedürftige Alter", sagte er der Zeitung. Halte die Entwicklung des vergangenen Jahres an, hätten die Rücklagen in etwa fünf Jahren ihre untere Grenze erreicht.

+++++++++++++++++++++++++++++

Da kann einem so richtig übel werden.
Wobei dies keine neue Kunde ist.
Dieses Szenario war doch eher absehbar.

Und wenn ich dies zu Ende denke,
komme ich zu einem Schluss.

Leute wie Groupier, sollten sich in ihrem schönen Garten eine prächtige Kräuterecke anlegen..!!
(Empfehle ich sowieso) ;)

Dann ist wenigstens ein kleiner Teil der zukünftigen Heilmittel bei Krankheit/Unwohlsein gewährleistet.
Wobei ich da natürlich nur an ganz bestimte Sachen denke.
Einen Pfleger ersetzt es natürlich (leider) nicht.

HM
stormy, ich glaube es war ein Mißverständnis deinerseits wegen Boardausfall. Deinen Thread habe ich gefunden.
Vielleicht war er verschoben.

In deinen User-Infos hast dich selbst gesperrt!

:p


Bin auch stark bei willkürlicher, das heißt nicht im Sinne von WO stattfindener Löschung interessiert zwecks Aufdeckung.

Zwar bleibt hier im Sinne WO`s nicht alles stehen, dies aber im Sinne von Hausrecht, es sollte aber nie in Sachen willkürlicher Zensur sein!
@Herr Motzki
Mit Südzucker hat es die DBK genauso gemacht. Die scheinen es wirklich nötig zu haben. Langfristig wird es der Industrie wahrscheinlich nicht schaden, von der Plage DBK befreit zu sein, denn sie hat den wenigsten "ihrer" Unternehmen Glück gebracht.
@sittin bull inv, cabinda: ja wie in # 2073 gesagt ICH hatte das board verlassen, weil ich sauer war. War sicher etwas voreilig. Das Gedicht werde ich nicht wiederholen, sonst kriege ich wieder ärger!
http://www.br-online.de/geld/ard-ratgeber/archiv/2003/0309_2…
müsste der von groupier erwähnte bericht sein.

ferner kann man dort eine fitch-studie herunterladen:
<<< ... FitchRatings, eine der drei großen Rating-Agenturen der Welt, hat hierzu am 11. November 2002 eine vielbeachtete Studie erstellt:

Deutsche Lebensversicherungen:
Wie ist die Zukunft zu finanzieren?

Diese wurde im März 2003 erweitert:

Deutsche Lebensversicherungen:
Versicherer müssen Milliarden abschreiben

Diese Studien können Sie hier kostenfrei herunterladen (deutsche und englische Fassung).

Zusatz-Service

Gerade Privatpersonen stellt sich nun die Frage, wie genau es um ihre Versicherungsgesellschaft im Vergleich zu anderen bestellt ist und ob Handlungsbedarf besteht.

Hierfür wird in den nächsten Wochen vom Betreiber dieser Seiten, der “Gesellschaft zur Analyse von Anlage- und Versicherungsprodukten mbH” ein spezieller Lebensversicherungscheck angeboten werden. Hier erfahren Sie mehr darüber.>>>

ist natürlich auch so eine sache mit den rating-agenturen. :cool:

n8
Hallo zusammen, ich mach mir langsam Sorgen. Wie macht Ihr das mit dem Geld?

(Der Artikel ist vom Mai 2002)

Japan: Verängstigte Sparer plündern ihre Bankkonten

Faule Kredite wachsen in den Bilanzen wie die Krebsgeschwüre, Japans Banken haben immer mehr Leichen im Keller - und die Sparer bangen um ihr Geld.

TOKIO. Japans Banken haben im jüngsten Geschäftsjahr, das Ende März endete, erneut massig Geld verloren. Allein die sieben führenden Finanzinstitute weisen zusammen umgerechnet 35 Bill. Euro Verlust aus. Schuld an den blutroten Zahlen der Bilanzen 2001/02 sind vor allem die drastisch gestiegenen Rückstellungen für faule Kredite, die wie ein Krebsgeschwür wachsen - bei den 13 Großbanken im abgelaufenen Finanzjahr um 76 Mrd. Euro auf die Rekordsumme von 232 Mrd. Euro. Bisher konnte ein Mega-Kollaps verhindert werden, aber immer mehr Sparer plündern nun aus Angst vor einem Bankrott die Konten.

Seit die Regierung ab 1. April 2002 nur noch private Guthaben bis zu 10 Mill. Yen (87.000 Euro) garantiert, wurde in allen Geldinstituten die Zahl der Sicherheitskameras mindestens verdoppelt. In zwei Jahren soll das Limit auch für Gehaltskonten und Sparbücher gelten, deren Total-Absicherung bisher einen Sturm der Bankschalter verhinderte. Vor den meisten großen Filialen zogen dennoch während der Bilanzlegung am vergangenen Freitag bewaffnete Posten auf. Wer jetzt größere Summen abhebt, erntet statt eines Lächelns eisige Blicke.
Geld im Schuhkarton

Finanzexperten finden es gar nicht komisch, daß immer mehr Japaner ihr Geld im Schuhkarton unter dem Bett horten, weil es ihnen dort sicherer scheint als im Banktresor. Nach jüngsten Erkenntnissen der Bank von Japan haben Nippons Haushalte allein zwischen März und Dezember vergangenen Jahres knapp 50 Mrd. Euro von ihren Konten abgehoben und zu Hause gelagert. Allein im Februar stieg der Bargeldumlauf um ein Zehntel. Der private Cash-Bestand ist damit auf rund 340 Mrd. Euro angewachsen. Diese Summe entspricht etwa dem Betrag, den die 126 Mill. Japaner in Investmentfonds gesteckt haben. Sogar die bisher als sicher geltenden Einlagen bei der staatlichen Postbank sanken im abgelaufenen Fiskaljahr um 4,2 Prozent.

Eine Umfrage des Werbegiganten Dentsu ergab, daß 70 Prozent aller Sparer, die mehr als das geschützte Limit besitzen, ihr Vermögen aufspalten wollen. "Nicht auszudenken, wenn die japanischen Normalverbraucher nun die Panik erfaßt und sie ihre Konten massenweise plündern", alarmierte Bankexperte Brian Waterhouse seine Kunden von HSBC Securities in Tokio. Er glaubt, daß mindestens zwei Dutzend japanische Geldinstitute wegen Zahlungsunfähigkeit auf der Strecke bleiben werden.

Mickrige Zinsen

An dem beängstigenden Kapitalabfluß ist die Notenbank mit ihrer jahrelangen quasi Null-Zins-Politik maßgeblich mitschuldig. Aktuell erbringen frei verfügbare Spareinlagen eine jährliche Bruttorendite von 0,001 Prozent. Oder anders gerechnet: An den durch staatlichen Einlegerschutz abgesicherten 10 Mill. Yen verdient der Sparer pro Jahr ganze 100 Yen (85 Euro-Cent) - weniger, als in Tokio eine innerstädtische Busfahrkarte kostet. Der Jahreszins reicht nicht einmal, um nach Schalterschluß oder am Wochenende Geld am Automaten abzuheben. Dabei werden jedesmal Gebühren von 105 Yen fällig.

Am Tokioter Kapitalmarkt kursiert bereits ein böser Witz: "Was ist der Unterschied zwischen Japan und Argentinien? Antwort: vielleicht noch drei Jahre." Die größten Risiken für das globale Finanzsystem erwachsen dabei paradoxerweise aus Japans Reichtum. Nach jüngsten Angaben der Tokioter Regierung ist Japans Netto-Vermögen im Ausland Kapitalanlagen der öffentlichen Hände und von Privatinvestoren vor allem in mittel- und langfristigen Staatsanleihen im vergangenen Fiskaljahr um fast 35 Prozent auf mehr als 1,6 Bill. Euro gestiegen. Brutto haben Nippons Regierung und Privatsektor sogar die doppelte Summe im Ausland geparkt. Dieser Kapitalabfluß ist eindeutiger Ausdruck des wachsenden Mißtrauens, denkt Kenneth Curties, Vizepräsident bei Goldman Sachs Asia. Wenn die Japaner einmal so in Not kommen, daß sie ihr Geld zurückholen müssen, drohe ein unvorstellbarer Crash.
Moin Community :)

Hier wieder ein kleines Mosaik,
zu der von mir schon seit langem angesprochenen Problematik der Pensionsrückstellungen.

Sozusagen wieder eine kleine "Fussnote" ;)

Viel Spass wünscht....

HM

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GE versteckt 5,25 Milliarden Dollar Pensionsfondsverlust in den Fußnoten

Diskussion um Rechnungslegung der Unternehmensverpflichtungen bekommt in den USA neue Nahrung -
Zweitgrößter Konzern der Welt weist Kritik zurück


Fairfield - Die Börsianer in Amerika haben wieder einmal Diskussionsstoff in Sachen Bilanzen. In seinem Geschäftsbericht weist General Electric aus, dass der Pensionssparplan im vergangenen Jahr 806 Mio. Dollar zum Vorsteuergewinn beigetragen habe. Dabei legte der, gemessen an der Marktkapitalisierung, weltweit zweitgrößte Konzern einen erwarteten Ertrag von 8,5 Prozent zugrunde.

Tatsächlich büßte der Pensionsfonds aber 5,25 Mrd. Dollar oder 11,67 Prozent ein, das entspricht 29 Prozent vom Vorsteuergewinn des Industriegiganten. Diese Nachricht findet sich auch im Geschäftsbericht - allerdings nur in einer Fußnote, 37 Seiten später. :D

Erst in der vergangenen Woche hatte die US-Börsenaufsicht SEC noch einmal gefordert, die Unternehmen sollten ihre Pensionsverpflichtungen eindeutig aufführen und erläutern. "GE hält sich zwar an die Buchstaben der Bilanzvorschriften, aber nicht an den Geist der Geschäftsberichterstattung", resümiert nun Frank Partnoy, Professor an der University of San Diego Law School.

Nach den US-Bilanzrichtlinien von 1985 sollen die Unternehmen die erwarteten Gewinne aus Pensionsfonds statt der tatsächlichen Gewinne oder Verluste bilanzieren. Ziel dieser Regelung ist es, dass die Schwankungen an den Börsen über die Jahre geglättet werden. Doch angesichts der lang anhaltenden Baisse kommt diese Regelung immer mehr in Verruf. "Die Informationen zu den Pensionsverpflichtungen müssen der finanziellen Realität entsprechen und so transparent wie möglich sein", forderte SEC-Kommissar Harvey Goldschmidt im Februar. Und Alan Beller, Direktor Unternehmensfinanzen bei der SEC, plädiert offen dafür, die tatsächlichen Pensionserträge zu verwenden.

GE-Sprecher David Frail betont hingegen, dass die Informationen zu dem Pensionsplan des Unternehmens vollständig seien:

"Wir haben den tatsächlichen Jahresverlust an geeigneter Stelle, nämlich in den Fußnoten, veröffentlicht." :laugh:

In seinem Aktionärsbrief hat Konzernchef Jeffrey Immel gerade erst jüngst darauf hingewiesen, dass GE seine Berichterstattung verbessert habe. Zudem hat GE die erwartete Ertragsrate bei den Anlagen von 9,5 Prozent im letzten Jahr auf nun 8,5 Prozent zurückgenommen. Allerdings ist im Lagebericht des Konzerns nicht zu lesen,

dass der Überschuss des Pensionsplans seit dem 1. Januar 2000 von 24,7 Mrd. Dollar um 82 Prozent auf 4,5 Mrd. Dollar abgeschmolzen ist.
Diese Nachricht findet sich in den Fußnoten.
:D

Ethan Kra, leitender Versicherungsmathematiker bei dem Pensions-Consultant Mercer Human Resources Consulting, bezweifelt zudem, dass die Pensionsfonds der US-Unternehmen in Zukunft einen Ertrag von 8,5 bis neun Prozent erzielen werden.

Er rechnet langfristig mit 6,5 bis 7,5 Prozent. Und Investmentguru Warren Buffett rät schon seit Dezember 2001, dass die Unternehmen eine erwartete Rendite von 6,5 Prozent ansetzen sollten. Aber bei den meisten Unternehmen fiel dieser Ratschlag nicht auf fruchtbaren Boden. Die durchschnittliche geschätzte Ertragsrate für 2002 liegt bei den S&P-500-Unternehmen bei neun Prozent. Bloomberg

Quelle: DIE WELT
@herr.motzki,

die DBK hatte ohnehin schon ein relativ mäßiges Portfolio [`Tafelsilber` würde mir da jedenfalls nicht als Qualifikation einfallen, ;)], und nun, an den Lows, wird bereinigt...
Man munkelt - auch lanciert, von gewissen, *g*, Kreisen - die ALV hätte es nötig... derweil HAT`S die DBK offenbar sehr nötig. Und das, wo sie sich doch als Totengräber des dt. Marktes (s. da auch die "Buys" für teure US-Stocks, während man hier alles direkt und indirekt noch billiger macht) eigentlich eine goldene Nase hätte verdienen können, ja MÜSSEN...
Ich fasse es nicht...
Danke für Deinen (eigentlich süffisanten-amüsanten, wenn es nicht so ernst wäre) Beitrag zum Fußnoten-Thema... (GE sind da wohl nicht die einzigen)
Immerhin scheinen`s - außer uns paar hier, *g* - wenigstens die Araber im dunkel-dicht-grünen Dollar-Wald zu blicken, das mit den Fußnoten... Eine gewisse, wenn vielleicht auch etwas verzögerte, *g*, immerhin doch sichtbare Intelligenz kann man den Islamisten/Terroristen/Bösen jedenfalls nicht absprechen.

@ChartJunkie,

Langfristig wird es der Industrie wahrscheinlich nicht schaden, von der Plage DBK befreit zu sein, denn sie hat den wenigsten "ihrer" Unternehmen Glück gebracht.
Yo, die DBK hat diese Unternehmen mit nicht selten zweifelhaftem Management munter kreditiert, und meinte, sich im Gegenzug via Beteiligung abgesichert zu haben... Welch` eine strategische Leistung!
Manchmal wünsche ich mir wirklich, daß die richtig gegen die Wand fahren. Dann hätte viel Schmu bei/in den Unternehmen und an den Kapitalmärkten ein Ende.
Die Historie zeigt da eindrucksvoll: Nach einer geplatzten Blase berappelten sich Ökonomie und Börse erst nach einem ordentlichen Bankenkrach...

@boursin:

ist natürlich auch so eine sache mit den rating-agenturen
Zumal die alle aus Angelsachsen kommen... :D

#2062 / mein vorheriges Posting - @Groupier:

Womit geklärt ist, daß ICH nicht derjenige bin, *g*

@ZaV834ti,

ich mach mir langsam Sorgen. Wie macht Ihr das mit dem Geld?
Eine Kostenlos-Qualität bei der Anlageberatung gibt`s auch bei WO nicht - und doch findet man doch einiges hier... Lesen bildet. ;)
Also, Banken und Bankprodukten zu mißtrauen, ist wohl schon mal nicht schädlich, das sollten die letzten Jahre, und auch dieser Thread, wirklich vermittelt haben. Bleiben also die klassischen, "direkten" Assets übrig. Und da eruiere man, welches Asset wie lange in seinem Trend ist, welche "Werte" (übrigens auch im einzelnen, unabhängig vom Markt) deflationiert, welche inflationiert sind. Das ist nicht schwer, und dann hat man ein paar Assets, "die es lohnt, investiert zu werden".
Für Details kommt dann der eigene Kopf mit seinen Sinnen und Fähigkeiten, weniger mit seinen Gefühlen (Angst), oder die besagte Anlageberatung, allerdings bitte auch nicht ohne eigenen Kopf, in Betracht...

investival

PS - die "positiven" Worte der Woche, diesmal aus Bushs Umfeld:
>>
Der Sicherheitsberater von Bushs Vater, Brent Scowcroft, wirft dem Sohn vor, einen Eindruck von Arroganz und Einseitigkeit zu vermitteln, der einen hohen Preis fordern könnte. „Wenn jeder insgeheim hofft, dass sich die USA ein blaues Auge holen, weil wir uns so widerlich aufführen, werden wir im Krieg gegen den Terror völlig gelähmt werden. Wir wären wie Gulliver bei den Liliputanern."
HANDELSBLATT, Montag, 10. März 2003, 13:32 Uhr
<<
@investival
mir ging es eigenlich mehr um diesen Teil
daß immer mehr Japaner ihr Geld im Schuhkarton unter dem Bett horten, weil es ihnen dort sicherer scheint als im Banktresor. Nach jüngsten Erkenntnissen der Bank von Japan haben Nippons Haushalte allein zwischen März und Dezember vergangenen Jahres knapp 50 Mrd. Euro von ihren Konten abgehoben und zu Hause gelagert.
@ ZaV834ti

ob sie es im Schuhkarton lagern, wage ich zu bezweifeln.
Vielleicht haben sie damit auch ein paar Goldbarren gekauft
- ich denke der Hinweis von "invetival" ist auch in diese Richtung zu verstehen ...;)

Gruß Konradi
Ein Hintergrundbericht von spiegel-online zu den Kriegszielen am Golf:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,239559,00.html

Die Propaganda hat derweil ihr Volk im Griff, wie die jüngsten Umfragen zeigen (oder sind sie selbst Propaganda :confused: )
http://www.cbsnews.com/stories/2003/03/10/opinion/polls/main…

Die Frage nach dem THE MOST IMPORTANT PROBLEM for the U.S. wird repräsentativ so beantwortet:

Iraq 23%
The economy 35%
The war on terror 32%
North Korea 7%

Nur 35% sehen die Wirtschaft als problematischer an als den Kampf gegen die Weltschurken, denen immerhin 62% ihre Stimme geben. Es geht uns offensichtlich noch richtig gut! :rolleyes:
Ich habe gerade mal kurz gezuckt und in Erwägung gezogen, erste Schritte in ein paar Dax-Werte aus der Paule-Liste! Thread: Gefallene Engel, die bald laufen könnten! zu investieren. Dann habe ich mir #2003 nochmal durchgelesen.

Greife nicht in ein fallendes Messer!
11.03.2003 - 16:46 Uhr

[]Bayerische Landesbank erhöht Risikovorsorge 2002 um 86 Prozent [/b]

München (vwd) - Die Bayerische Landesbank (BayernLB), München, hat ihre Riskikovorsorge im abgelaufenen Geschäftsjahr drastisch erhöht und lediglich dank Beteiligungsverkäufen ein positives Ergebnis erzielt. "2002 war infolge des schwachen ökonomischen Umfeldes eines der schwierigsten Jahre für die Bayerische Landesbank überhaupt", teilte der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Werner Schmidt, am Dienstag mit. Die Risikovorsorge habe sich um 86,4 Prozent auf 2,257 (1,211) Mrd EUR erhöht. Das Betriebsergebnis nach Riskovorsorge liege bei 203 (184) Mio EUR.

Insbesondere durch Beteiligungsverkäufe sei es gelungen, in der Gewinnzone zu bleiben. Bei dem deutlich verbesserten Bewertungsergebnis von 567 (minus 39) Mio EUR habe sich nach Angaben eines Unternehmenssprechers insbesondere der Verkauf der 25-prozentigen Beteiligung an dem Stromversorger Thüga positiv bemerkbar gemacht. Der Jahresüberschuss liegt nach Angaben der BayernLB bei 100 (217) Mio EUR. Einschließlich der erstmals voll konsolidierten Landesbank Saar (SaarLB) sei im Konzern ein Jahresüberschuss von 255 (254) Mio EUR erzielt worden. Wieviel bei der deutlich angehobenen Risikovorsorge auf die zusammengebrochene KirchGruppe entfällt - geschätzt werden eine Mrd EUR - ließ der Sprecher offen.

Schmidt rechnet nach eigenen Angaben angesichts der flauen Konjunktur auch im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg bei den Firmeninsolvenzen.
Dies werde aus heutiger Sicht zu einem weiteren hohen Risikovorsorgebedarf im gesamten Kreditgewerbe führen.


Die BayernLB werde sich neben der Optimierung des Risikomanagements auf den Umbau der Geschäftsaktivitäten und sowie eine weitere Straffung des Beteiligungsportfolios konzentrieren. Das Kreditinstitut sei seinem Ziel, die Kosten bis zum Ende des Jahres deutlich zu reduzieren, "ein gutes Stück näher gekommen". Der Verwaltungsaufwand sei im Konzern 2002 mit 1,33 Mrd EUR gegenüber 2001 etwa konstant geblieben.

vwd/11.3.2003/mas/rio

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Das Bankgewerbe im (etwas) kleineren Fokus sozusagen ;)
Aber das Thema bleibt dasselbe-
und natürlich auch die hier aufgeführten Gefahren.

Diese Story ist noch lange nicht zu Ende.
Da können all diese Experten+Analysten schreien wie sie wollen.
Mein Rating bleibt bestehen-

Strong Obacht geben !! :D

HM
herr motzki

bei der HVB werden schon wetten angenommen ob sie die ersten sind, die ins nirwana abgleiten.

aber mit deutscher grundlichkeit, versteht sich :cool:

das rennen kann beginnen. vielleicht gewinnt auch der krasse außenseiten commschmerz ???

DUF
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Gerling-Konzern Globale Rückversicherungs-AG pleite ?

Buffet verunsichert Versicherungsbranche


Aussagen von Warren Buffett haben am Montag die Versicherungsbranche verunsichert. Im Aktionärsbrief für die Berkshire Hathaway heißt es laut „Wall Street Journal“ (WSJ/Dienstagausgabe), ein führender Rückversicherer habe die Schadenzahlungen eingestellt.


vwd NEW YORK. Das Unternehmen schulde Hunderten von Erstversicherungen viele Milliarden Dollar. In den vergangenen zwei Jahren habe eine Reihe von Rückversicherern hohe Verluste erlitten, darunter die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG und die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft AG/Swiss Reinsurance. Auf diese beiden Unternehmen bezögen sich die Aussagen von Buffett nicht, hieß es.

Analysten und Investoren vermuten laut der Zeitung, dass die Gerling-Konzern Globale Rückversicherungs-AG gemeint sein könnte. Die Gerling Rück habe im vergangenen Jahr damit begonnen, ihre Rückversicherungsaktivitäten zurückzufahren. Buffett habe das Unternehmen Gerling zwar nicht namentlich genannt, zitiert die Zeitung Chris Winans, Analyst bei der Williams Capital Group. Man könne aber zu dem Schluss kommen, dass das Unternehmen gemeint sei, habe er gesagt.
Ein Sprecher von Gerling reagierte auf die Spekulationen mit der Mitteilung, dass der Konzern alle ausstehenden Schadenzahlungen vornehme.

Handelsblatt 11.03.2003


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Buffett gegen Greenspan

dek. (New York) Unermüdlich setzt Warren Buffett seinen Feldzug gegen die Auswüchse des amerikanischen Finanzsystems fort. Sein neuester Coup richtet sich gegen derivative Finanzinstrumente, die der Investment-Guru aus Nebraska als finanzielle Massenvernichtungswaffen bezeichnet.


Buffetts Kritik ist zwar nicht neu, doch die scharfe Wortwahl hat die Gemüter an der Wall Street dennoch stark aufgewühlt. Angesprochen dürfte sich auch Notenbankchef Alan Greenspan fühlen, der regelmässig als Befürworter der Derivatemärkte auftritt. In den Augen Greenspans hat das stetige Wachstum der Derivatemärkte zu mehr Flexibilität und Effizienz im US-Finanzsystem geführt und dementsprechend der Gesamtwirtschaft sehr gut getan. Zeitbomben also, oder Katalysatoren des Wirtschaftswachstums? Wer hat Recht, Buffett oder Greenspan?

Im Grunde beide, doch Buffetts Kritik ist weit ernsthafter. Der legendäre Investor zielt mit seinen Aussagen nämlich auf zwei Missstände, die auch von Greenspan angeprangert werden und die das Finanzsystem unter Umständen arg in Bedrängnis bringen könnten.

Zum einen rügt Buffett die hohe Konzentration der Risiken in den Büchern einiger weniger Investmentbanken. Seine Befürchtung wird unter anderem durch die jüngsten Umfrageergebnisse der Ratingagentur Fitch bestätigt, wonach das Kreditrisiko am Markt für Kreditderivate auf die Bücher einiger weniger Marktteilnehmer konzentriert ist. Insofern lässt also die viel gelobte Risikostreuung durch Derivate in diesem Fall zu wünschen übrig

Das Wachstum der Kreditderivate hat laut Buffett sogar zur Erhöhung des Systemrisikos im Finanzsystem geführt und stellt damit eine Gefahr für die Gesamtwirtschaft dar. Zum anderen weist Buffett auf die Hebelwirkung von Derivaten hin, die gerade im Krisenfall grossen Schaden anrichten können.

Trotz dieser harschen Kritik bleibt auch für Greenspans Argumentation noch Platz. Im Zentrum steht dabei trotz den erwähnten Mängeln der vereinfachte Risikotransfer durch Derivate. Bondanleger könnten beispielsweise einen Teil ihrer Kreditrisiken über Engagements in Aktienoptionen oder neuerdings auch über Kreditderivate absichern. Als Folge davon finden kapitalsuchende Gesellschaften beispielsweise leichter Zugang zum Markt für hochverzinsliche Anleihen, was zweifellos der Gesamtwirtschaft zugute kommt.

Doch auch Greenspan hat seine Bedenken. Im Mittelpunkt steht dabei die fehlende Transparenz im ausserbörslichen Bereich, wo in der Regel komplexe Finanzkonstrukte mit langer Laufzeit gehandelt werden.

Ähnlich wie Buffett weist auch Greenspan auf die Konzentration des Kreditrisikos hin. Spitze Zungen behaupten, dass die Grossbanken das Risiko auf sich nehmen, weil sie damit rechnen, im Notfall von der Notenbank aufgefangen zu werden. Zur Verteidigung der Derivatemärkte ist zu sagen, dass sie die jüngsten Bankrotte von Blue Chips wie Enron oder WorldCom auch ohne Notenbankintervention sehr gut überstanden haben - ob dabei jedoch noch Minenfelder versteckt geblieben sind, ist schwer sagen.

Neue Zürcher Zeitung - 11.03.2003
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Gerling: Hoher Abschreibungsbedarf

Der Kölner Versicherungskonzern wehrt sich gegen Gerüchte, wonach die Zahlungsfähigkeit der Rückversicherungssparte in Gefahr sei. Gleichzeitig verbucht Gerling hohe Verluste im vergangenen Jahr.


Köln – Der angeschlagene Versicherer Gerling kämpft um seinen Ruf. Für Unruhe sorgten zuletzt Aussagen des US-Investors Warren Buffett. Im Aktionärsbrief für die Berkshire Hathaway Inc heißt es laut "Wall Street Journal", ein führender Rückversicherer habe die Schadenzahlungen eingestellt.

Das Unternehmen schulde hunderten von Erstversicherungen viele Milliarden Dollar. Analysten und Investoren vermuten, dass die Gerling-Tochter Globale Rückversicherungs AG gemeint sein könnte.

Gerling stellte am Dienstag klar, dass die Zahlungsfähigkeit seiner Rückversicherungssparte nicht bedroht sei. Ein Sprecher räumte gegenüber der Nachrichtenagentur VWD zwar "Eigenkapitalprobleme" bei der Rückversicherung ein, betonte jedoch, der Liquiditätsplan stelle sicher, dass alle Schadenzahlungen langfristig bedient würden.

Der Konzernsprecher verwies allerdings darauf, dass es derzeit "enge Gespräche" mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) über die vorzeitige Auflösung von Schwankungsrückstellungen über 200 Millionen Euro gebe. Die in der angelsächsischen Rechnungslegung unbekannten Schwankungsrückstellungen haben Eigenkapitalcharakter und dienen den Versicherern nach mathematischen Grundsätzen als Ausgleich von hochriskanten und weniger riskanten Jahren.

Da Gerling Rück seit gut einem halben Jahr kein Neugeschäft mehr zeichnet, gilt die Auflösung eines Teils dieser Reserven inzwischen als betriebswirtschaftlich möglich. Wie es weiter hieß, werden aus der Abwicklung des Rückversicherungsgeschäftes "deutliche Gewinne" erwartet. Ende Februar hatte Gerling bereits einen Betrag von 183 Millionen Euro als bisherigen Gewinn aus der Abwicklung der Rückversicherungsverträge genannt.

300 Millionen Euro Minus

Erst am Montag gab Gerling bekannt, dass auf Grund höherer Abschreibungen für das Jahr 2002 voraussichtlich einen Fehlbetrag von 300 Millionen Euro verbucht wird.


Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Abschreibungsbedarf auf Kapitalanlagen durch die Börsensituation auf über 150 Millionen Euro gestiegen. Zudem habe es eine vorsorglich vorgenommene Abschreibung auf Forderungen aus passiver Rückversicherung in der Größenordnung von über 110 Millionen Euro gegeben. Darüber hinaus müssen voraussichtlich über 40 Millionen Euro zur Reservestärkung der Schwankungsrückstellung zugeführt werden

Die Schadenquote sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 95,8 Prozent in 2001 auf unter 80 Prozent. Auch die Kostenquote konnte von knapp 28 Prozent auf 26 Prozent gesenkt werden. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) gab Gerling für 2002 mit 105 Prozent an, nach 123,7 Prozent im Jahr zuvor.

Verbesserungen bei der Schadenquote und der Kostenquote seien in "erheblichen Umfang" an die Rückversicherer weitergegeben worden. Daher habe sich das operative Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr kaum verändert und sei nahezu ausgeglichen geblieben. Die Sachversicherungssparte von Gerling erzielte 2001 vor Steuern ein Ergebnis von 20,6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug 13,3 Millionen Euro.

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Zuschlag für Schweizer Partner: Mit Swiss Re soll sich die angeschlagene Holding über Verkaufskonditionen geeinigt haben.

Offenbar will Swiss Re den deutschen Kreditversicherer Gerling NCM komplett übernehmen. Beide Parteien befinden sich momentan in Verhandlungen und sind sich "im Grundsatz" einig, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.


Gegenüber manager-magazin.de wollte Gerling die Verhandlungen weder bestätigen noch dementieren. Branchenkennern zufolge will die Swiss Re die NCM aus Turbulenzen des angeschlagenen Gerling-Konzerns heraushalten, um dadurch den Wert ihrer Beteiligung zu sichern. Der Rückversicherer Swiss Re ist bereits mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Gerling-Kreditversicherungssparte NCM beteiligt. 2001 entstand der Ableger aus der Fusion der Gerling Kredit mit der niederländischen Swiss-Re-Tochter NCM.

Der Wert des weltweit zweitgrößten Kreditversicherers – hinter der Allianz-Tochter Euler & Hermes – wird auf 750 bis 900 Millionen Euro geschätzt. Im vergangenen Jahr hatte Gerling NCM einen Umsatz von 1,35 Milliarden Euro erwirtschaftet. Momentan hält der Gerling-Konzern 54 Prozent an seiner Tochter, weitere 21 Prozent der Anteile liegen bei Banken.


Angeschlagene Mutter bereitet der Tochter Probleme


Eine Übernahme durch die finanzstarke Swiss Re könnte sich positiv auf das Rating von Gerling NCM auswirken: Momentan kann das Unternehmen ein "A"-Rating vorweisen – das bedeutet immerhin noch eine angemessene Deckung von Zins und Tilgung. Doch die Rating-Agenturen beobachten die Probleme des Mutterkonzerns skeptisch. Erst in den vergangenen Wochen hatte Standard & Poor’s die Töchter Gerling Allgemeine und Gerling Leben in zwei Schritten um sechs Stufen von "A+" auf "BB+" gesenkt.

Sollte der Verkauf gelingen, wäre dies ein erster Schritt der Gerling-Holding, weite Teile des Konzerns zu veräußern. Das liegt auch im Interesse der Deutschen Bank, die mit 34,5 Prozent am fünftgrößten deutschen Versicherer beteiligt ist. Wie erfolgreich der neue Gerling-Chef Björn Jansli als Verkäufer letztlich ist, wird sich wohl erst beim Thema Rückversicherung zeigen – schließlich gilt die Sparte als Hauptproblem.

Gerling Globale Rück bleibt ein Ladenhüter

Erst am vergangenen Dienstag scheiterte der Verkauf der hoch defizitären Gerling Globale Rück (GGR), die in den vergangenen zwei Jahren Verluste in Höhe von rund einer Milliarde Euro zu beklagen hatte. Eine Übernahme durch die finanzschwache Lago Achte GmbH scheiterte am vergangenen Dienstag am Veto der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Gegen das Verkaufsverbot will Gerling klagen: "Der Eilantrag beim Verwaltungsgericht Frankfurt ist fest vorgesehen", sagte ein Sprecher am heutigen Donnerstag gegenüber manager-magazin.de. Drei Tage nach der BaFin-Entscheidung gab Gerling den Rücktritt des bisherigen Vorstandschefs Heinrich Focke bekannt. Der hatte den Deal mit Lago Achte (heute: Globale Management) abgemacht.

manager-magazin 06./11.03.2003

siehe auch:

http://news.independent.co.uk/business/news/story.jsp?story=…
12.03.2003 07:16

Japanische Zentralbank pumpt weitere Liquidität in den Markt

TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Zentralbank will vor dem Hintergrund der jüngsten Kursstürze an der Börse mit zusätzlicher Liquidität für Stabilität im Finanzsystem sorgen. Zu diesem Zweck wollte die Bank von Japan (BoJ) am Mittwoch Finanzinstituten eine weitere Billion Yen (rund 8 Milliarden Euro) bereitstellen, wie Medien berichteten. Die selbe Summe hatte die BoJ bereits am Vortag in den Markt gepumpt, nachdem die Tokioter Börse angesichts wachsender Besorgnis vor einem möglichen Irakkrieg auf ein neues 20-Jahres-Tief gestürzt war.

Die jüngste Liquiditätsaufstockung erfolgt mit Blick auf das Ende des laufenden Geschäftsjahres am 31. März, wenn die Banken des Landes ihre Bücher schließen. Den Instituten drohen durch den jüngsten Kursverfall enorme Buchverluste auf ihre Aktienbestände. Die Zentralbank hatte zuletzt Mitte Februar mitgeteilt, dass sie bis zum Ende des laufenden Finanzjahres weitere Liquidität zur Stabilisierung des Finanzsystems bereitstellen werde, sollte dies notwendig werden.

ANKAUF VON AKTIEN

Daneben ist die Notenbank weiter dabei, den Banken des Landes auch durch den Abkauf von Aktien unter die Arme zu greifen. Die unter massiven Problemkrediten ächzenden japanischen Banken verfügen über hohe Aktienbestände und sind damit der Volatilität am Aktienmarkt ausgesetzt. Nach Angaben vom Mittwoch beläuft sich die Summe mit Stand Montag inzwischen auf 906 Milliarden Yen. Bis Ende des Monats rechnen Experten damit, dass der Gesamtwert der von der Zentralbank aufgekauften Aktien die Marke von einer Billion Yen erreichen wird.

Auf diese Weise soll die Gefahr für die Geschäftsbanken des Landes durch Kursverluste bei ihren Aktienbeständen verringert werden. Das für Zentralbanken ungewöhnliche Verfahren hatte die BoJ Ende November eingeführt. Bis Ende September plant die Bank von Japan den Finanzinstituten Überkreuzbeteiligungen von insgesamt zwei Billionen Yen abzukaufen. Die Regierung des reformorientierten Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi und seines Wirtschaftsministers Heizo Takenaka wollen die Lösung der Schuldenkrise verstärkt angehen./ln/DP/jh/

Quelle: DPA-AFX
Die Zentralbank kann so viel Geld bereitstellen wie sie will, wenn niemand mehr fähig oder willens ist, dieses per Kredit aufzunehmen.

Wann wird das endlich begriffen?
@ investival
#2085 Zumal die alle aus Angelsachsen kommen...
betonung auf angel: :laugh:
in einem bericht vorgestern gelesen:
<<< ... fitch hofft, vergraulte deutsche oder EU-Unternehmen als Kunden zu gewinnen.>>>

könnte sogar klappen, da:
<<< ...fitchs vorteil: man ist mit der wirtschaftskultur in europa vertraut. eine änderung bei der einschätzung der pensionsverpflichtungen ist vorerst nicht geplant. auch am aaa-rating der bundesrepublik will
man festhalten. bislang jedenfalls. der ausblick für deutschland ist immer noch stabil. >>>
@ZaV834ti,

falls Du diese Sorge hast (man kann sie haben), spricht imo nichts dagegen, es zu einem hinreichenden Teil so zu machen, wie es @konradi in Bezug auf EINEN deflationierten Wert andeutete.

@konradi,

an dieser Stelle mal ein Kompliment für Dein Platin-Research in WO und den feinfühligen Hinweis via der Pt-Schiene und Brennstoffzellen, daß Öl nicht alles ist bzw. sein wird in Zukunft.

Die Märkte zeigen seit Enron eindeutig die neuen Major Trends auf, und der Rohstoff-Major wird zweifelsohne durch Pt mitgetragen. Das Pt im Vgl. zu seinen Konkurrenten letztendlich (im anwendungsbezogenen Kontext, nicht nur Brennstoffzellen betreffend) eine letztendlich herausragende Stellung hat, ist unbestreitbar. Schon von daher darf man für Pt weiter "long" sehen.

Was mich umtreibt, ist das Verhalten der USA, falls die Preise, vom Anbieter-Duopol "gelassen", davon laufen - Stichwort: SA. Zzt. spielen sie (mit dabei wohl diverse Banken/Hedgefunds) gegen SA bzw. gegen die Minen ja die Short-Waffe, das wird bekanntlich indes nicht längerfristig funktionieren. In diesem Kontext erscheint mir Black Empowerment in dem von mir letztes Jahr im Goldboard schon beschriebenen Licht, und das sollte dann "normale" Investoren wie Dich und mich eher beruhigen, und a la longue neue anziehen. Was aber, falls die USA auf die Idee kommen, sich an SA zu versuchen? Was, falls SA sich dann/darüber tatsächlich in Sozialismus flüchtet, die Minen kurzerhand verstaatlicht? - Mich würde mal interessieren, wie Du mit der SA-Länderproblematik umgehst... (Ich meine zu wissen [*g*], daß Du (vielleicht neben physischen Pt) ja auch in Amplats investiert bist)

@boursin,

betonung auf angel
:laugh: - yo... Hatte ich gar nicht so gesehen, *g*
Falls die Rating-Agenturen sich weiter politisch instrumentalisieren lassen, werden sie eher über kurz als lang ihre zahlenden Kunden verlieren. Bin gespannt, wann bzw. ob die das begreifen...

# 2093, NZZ:

>>Risikotransfer durch Derivate ... Als Folge davon finden kapitalsuchende Gesellschaften beispielsweise leichter Zugang zum Markt für hochverzinsliche Anleihen, was zweifellos der Gesamtwirtschaft zugute kommt.<<
:laugh: - yo, `Risikotransfer` - das erleben wir gerade... Auf diese Weise fahren diese werten Unternehmensmanager - ungeachtet etwaiger Mißstände, geschweige denn deren Kontrolle - den Karren richtig gegen die Wand, und konfrontieren hernach die Allgemeinheit mit den Folgen. Nee, Leute von der NZZ - ich halte viel von Euch, aber das stimmt, so banal kommuniziert, nicht.

>>Spitze Zungen behaupten, dass die Grossbanken das Risiko auf sich nehmen, weil sie damit rechnen, im Notfall von der Notenbank aufgefangen zu werden<<
Das ist keine Behauptung - das ist UNBESTREITBAR FAKT! Die Banken haben in der LTCM-Krise den PERSILSCHEIN dafür erhalten.

>>Zur Verteidigung der Derivatemärkte ist zu sagen, dass sie die jüngsten Bankrotte von Blue Chips wie Enron oder WorldCom auch ohne Notenbankintervention sehr gut überstanden haben<<
:D - den Satz lasse man sich auf der Zunge zergehen...: Die DERIVATEmärkte haben das in der Tat sehr gut überstanden, und das trotz deren insgesamt sehr mäßigen Performance, bei optimalen Bedingungen.

investival
US-FLUGLINIEN

American plant schon für die Insolvenz

Das Management der weltgrößten Fluglinie American Airlines hält eine baldige Pleite anscheinend für sehr wahrscheinlich.
Nach US-Medienberichten verhandelt es bereits über einen Milliardenkredit für die Zeit nach dem Konkursantrag.


New York/Fort Worth -

Weniger als zwei Dollar ist die Aktie der American-Holding AMR an der New Yorker Börse noch wert, in den vergangenen Tagen hat sich der Abwärtstrend beschleunigt. Allein am Montag verlor der Anteilsschein 16 Prozent, am Dienstag ging es zunächst gar um 20 Prozent abwärts. Zum Vergleich: Vor dem 11. September 2001 wurde die AMR-Aktie immerhin noch für mehr als 30 Dollar gehandelt.

In den kommenden Wochen könnte AMR sogar auf das Niveau eines Pennystocks abrutschen - denn die Anzeichen dafür, dass nach United und US Airways auch American auf die Pleite zusteuert, werden zahlreicher. Bereits am Freitag hat ein Funktionär der Flugbegleiter-Gewerkschaft auf einer Website veröffentlicht, er erwarte einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechtes "eher früher als später".

Schnell, schnell vier Milliarden sparen

Nun berichtet die "New York Times", das American-Management um CEO Donald Carty habe vor kurzem Verhandlungen mit Banken begonnen, um sich Kreditzusagen in Höhe von ein bis zwei Milliarden Dollar zu sichern - für den Fall, dass American Konkurs anmeldet. Den größten Teil des Kredites würde vermutlich die Citibank aufbringen. Die Zeitung berief sich auf einen Bankier, der über die Pläne informiert worden sei. AMR und Citibank gaben offiziell keinen Kommentar zu dem Bericht ab.

CEO Carty hat bereits vor Wochen angekündigt, American müsse in diesem Jahr vier Milliarden Dollar Kosten einsparen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Rund die Hälfte dieser Streich-Summe soll durch Einschnitte im Flugnetz und Stellenabbau erreicht werden. Zugleich fordert American aber Lohn- und Leistungssenkungen im Wert von 1,8 Milliarden Dollar von seinen Mitarbeitern und verhandelt darüber mit den Gewerkschaften. Bisher ist kein Kompromiss in Sicht. Die Verhandlungen sollen aber konstruktiver laufen als beim bereits insolventen Konkurrenten United.

Was Citibank mit American verbindet

Carty geht offiziell weiter davon aus, dass sich die Zahlungsunfähigkeit vermeiden lässt. Analysten glauben aber, dass American wegen seiner hohen Abhängigkeit von Internkontinentalflügen besonders unter den Folgen eines Irak-Krieges zu leiden hätte. Die Fluglinie hat im Jahr 2002 insgesamt 3,2 Milliarden Dollar Verluste geschrieben, ein Rekord. Zu Beginn des Jahres beliefen sich die kurzfristig verfügbaren Liquiditätsreserven auf nur noch zwei Milliarden Dollar.

Dass gerade die Citibank, Teil des weltgrößten Finanzkonzerns, mit AMR über die Überbrückungskredite verhandelt, ist kein Zufall. Citi nämlich bietet zusammen mit der Fluglinie eine Kreditkarte an, die wegen ihres hohen Umsatzvolumens als die erfolgreichste der USA gilt. Die American-Karte sei für drei Prozent der Citibank-Gewinne verantwortlich, zitiert die "New York Times" einen Analysten. Falls American dauerhaft am Boden bleiben müsse wie einst PanAm, würde auch Citibank schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.

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Wie wird sich das erst auswirken,
wenn USA im IRAK einmarschiert :rolleyes:

Ich habe schon einmal eine Anspielung auf gewisse Schäden gemacht,
welche Georg und seine Mitstreiter den USA
und all den anderen mit aufbürden.
Die wirtschaftliche Lage ist schon schlimm genug.

Aber diese Klientel spricht und handelt,
als gäbe es kein Morgen mehr.
Wäre doch eine schöne Idee gewesen all die Fluglinien noch mehr zu subventionieren.
Mit Geld, welches seit Monaten für den Aufmarsch verwendet wird.

Der Milität-Etat wird über die nächsten Jahre auf astronomische Summen aufgestockt.
Natürlich auch wieder Zufall,
dass hier wiederum eine gewisse Klientel am meisten davon partizipiert.

Richtig ist, dass gewisse Diktatoren ala`Long weg gehören.

Aber deswegen ist es noch lange nicht nötig-das eigene Land in einen Überwachungsstaat zu verwandeln
und das winzig kleine Pflänzchen an Wachstum mit Militärstiefeln brutalstmöglich niederzutreten..!!
Sorry, aber das muss jetzt auch einmal gesagt werden.

In USA haben schon längst einige die Unschuld verloren.
Und ich spreche jetzt von einer gewissen politischen Klientel
und nicht vom normalen US-Bürger an sich-klar ;)

Aber jetzt höre ich lieber auf damit.
Ansonsten wird Motzke auch gleich wieder in eine gewisse Schublade gesteckt.

Schönen Tag

HM
SEC ermittelt bei AOL wegen künstliche umsätze

hab ich ja schon vor einem halben jahr gepostet. die haben einfach nur luft gebucht. und dann noch die 100 mia abschreibung, die man ja vorher finanziert hat/mußte/sollte.

ergibt im ergebnis einen hochexplosiven cocktail. nicht umsonst war AOL ein konkurs mit ansage und mein " liebling "

nächstes kanonenfutter ist zweifelsfrei Ford, über die airlinies braucht man nicht mehr zu diskutieren. die gehen alle hand in hand in die halle area 11:p

heissestes gerücht; es rankt sich was mega negatives bei unilever, jedoch noch nicht spruchreich.

DUF
@ investival # 2099

Danke für die Blumen und ein ganz spezieller Link für Dich:
http://nachrichten.boerse.de/anzeige.php3?id=57e38e54

Gruß Konradi :)
das erinnert mich an 899393 :cool:

aber es ist die Firma die Deutschland repräsentiert.


Snd wir wirklich pleite?

@konradi,
danke auch - da bin ich ja gut dran, *g* (Kannte die Meldung zwar schon, aber 2x lesen tut heute schon gut)
Ist bspw. so ein WERT...

@sittin bull,
wenn das so weiter geht, bin ICH es jedenfalls bald, :laugh:
Was `uns` betrifft: Bald glauben wir es wirklich noch, daß wir pleiter als andere sind, :D
Naja - WIR doch nicht, oder? - Schließlich haben wir ja auch noch eine Pleite-Währung, mit der wir andere aktuelle Pleitekandidaten sammeln können...
Man muß nur fix sein, Fielmann war vorhin so einer - speziell der Frankfurter `Designed Sponsor` hatte da so eine Ahnung - und plötzlich ist er`s nicht mehr, :)

investival
Mit meiner Dumpfbackenprognose, kurz vor dem Wahlsieg von Bush, lag ich wohl nicht schlecht. Selbst die Annahme, dass das "Alte Europa" pragmatisch bleiben könnte, ist eingetreten:



Stormy 13.12.00 15:46:10 Beitrag Nr.: 3.812.350.794 3812350794
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"Weiter so-Bush" hat den Sieg in der Tasche. Das Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist damit abgehakt. Kann sein, dass die alten Rezepte (schlachtet die Kuh anstatt sie zu melken) noch einige Jahre tragen. Aber die Party ist bald zu Ende - vielleicht sogar sehr bald durch ein "hard landing". Bei Gore hätten die Systeme durch langsame Anpassung an die globalen Realitäten noch eine kleine Chance gehabt. Jetzt Lautet das Motto: Kampf um die fossilen Brennstoffe und Todesstrafe anstatt regenerative Energie und Menschenrechte!
Bush wird durch Steuersenkungen noch einmal versuchen, die "Nimm was Du kriegen kannst" Ära zu verlängern und anzuheizen. Ein notwendiger "Paradigmenwechsel" wird verhindert. Er wird als politisches Fossil und verschleuderer des Tafelsibers in die Weltgeschichte eingehen. Wenn es den Amis erst schlecht geht, werden sie sich verhalten wie ein angeschossenes Wildschwein: rücksichtlos, taumelnd dem Abgrund entgegen - und viele andere werden sie dabei mitnehmen! Verzichten und zurückstecken wie die Russen ist den Amis nicht in die Wiege gelegt!

Ihr dürft Euch fürchten - die goldene Nachkriegsära hat ihr Pulver verschossen. Ein Lichtblick könnte ein pragmatisches, vereintes Europa sein. Aber viel können wir dem amerkanischen Größenwahn, der jetzt im Niedergang ungeahnte Ausmaße annehmen wird, nicht entgegensetzten.
mönnsch stormy!
da suche ich ständig nach einem hellseher und wir haben ihn hier im board. ernsthaft: sehr weitsichtig. applaus!
jetzt sag mir noch den kurs vom dax in einem monat, dann lass ich dich wieder in ruhe...:laugh:

respektvollen gruss

woernie
will jetzt nicht unverschämt sein, aber dürfte man noch wissen wo er in 6 monaten steht?:p
Wer hat Thread: Der Wirtschaftskrieg hat schon begonnen! gelesen?


Das sollte man in seinen Überlegungen nicht vergessen!


Danke, bitte!

PS: Ich sehe den Dax die nächsten 3- 6 Monate deutlich höher- OK, immer mehr Charts aller Aktien sahen anfangs aus wie tannenbäume dann wie Rutschbahnen, aber diese Aktien hatten fundamentale Probleme.

Gilt dies auch für einige gute Werte des Dax?

Wir haben bald eine Dividenden-Rendite von 8 %

Goldelne Zeiten für Value-Investoren! :cool:
Username: cabinda :look:

Registriert seit: 16.06.2000 [ seit 1.000 !!!Tagen ] :look: :look:

User ist momentan: Online seit 12.03.2003 14:36:57
Threads: 10 [ 314 - Verhältnis Postings zu Threads ]
Postings: 3136 [ Durchschnittlich 3,1373 Beiträge/Tag ]


Gratuliere dir zu 1000 Tagen W:O cabinda :)
Wir haben bald eine Dividenden-Rendite von 8 %

Wenn sie nicht bei der einen oder anderen Firma gestrichen wird.

So bis 2.100 - 2.030 kann der DAX wohl noch fallen. Dann dürften mal wieder 25 - 40% drin sein.

Unsere Profis in Frankfurt werden dann schon alles geben.

:laugh: :laugh: :laugh:
@groupier

oh gott. 1000 tage vorauseilende depression bei w.o.

darüber muss ich erst mal schlafen! :laugh:

gute nacht @all, bis morje in alter frische ;)

cabinda
letzte Fondsstatistiken( direkt v. der Quelle)

bemerkenswert: die flüssigen Mittel bewegen sich
Richtung Rekordtief ( 3.9%)


http://www.ici.org/stats/mf/trends_01_03.html
Nicht, daß ich Schröder geschweige den der Regierung einen positiven Einfluß auf die Börse zusprechen will... aber ich stolpere doch immer wieder über die merkwürdigen Banker-Statements, vor allem angel[*g*]sächsischer "Kreise" - damit das kommentierte journalistische Schmankerl des Tages (die reichlichen Smilies ließen sich bei der Qualität einfach nicht unterdrücken - so sorry):
>>
Börse setzt keine Hoffnung auf Schröder
Von Ulf Sommer, Handelsblatt
Innenpolitische Ereignisse bewegen durchaus die Märkte. Das bewies Oskar Lafontaine mit seinem überraschenden Rücktritt vor vier Jahren. Beeinflusst Gerhard Schröder mit seiner Rede am Freitag die Aktienkurse ebenso stark? Experten sagen nein. Das Misstrauen ist zu groß, und das Vertrauen verspielt.
[--- Tja, liebe `Experten`: WER war und ist denn da MASSGEBLICH dran beteiligt, he? ---] Ankündigungen reichen nicht mehr.

DÜSSELDORF. Den Rücktritt von Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister und SPD-Chef am 11. März 1999 hatten die Börsen als Befreiungsschlag gefeiert. Binnen Minuten kletterte der Deutsche Aktienindex (Dax) um gut 6 % auf über 5 000 Punkte. Die Märkte verbanden mit dem Abgang des Saarländers den Sieg von Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Hoffnung auf weniger Staat und mehr Markt.
[--- Man hättte an der Börse schon seinerzeit mehr FAKTEN sehen, und weniger `Hoffnung` spielen(...!) sollen ---]

Gleiches erhoffen [--- Nichts gelernt, he, *g*? ---] sich zwar Fondsmanager und Analysten auch von der Rede Schröders am Freitag im Bundestag. Doch die Erwartungen, dass es wieder einen Ruck an der Börse gibt, sind gering. „Natürlich kann die Rede etwas bewirken, aber das Misstrauen in die deutsche Politik ist tief ausgeprägt. Neben dem Willen zu tief greifenden Reformen müsste vor allem auch eine baldige Umsetzung gegen den Widerstand der Gewerkschaften [--- nicht nur gegen den Widerstand der Gewerkschaften, liebe `Experten` ---] geschehen, damit der Markt reagiert. Doch unsere Hoffnungen [--- *g* ---] darauf sind sehr gering“, sagt Deutschland-Stratege Matthias Jörss von Sal.Oppenheim.

Nach Meinung von Marktexperten hat Schröder zu oft die Märkte mit Vorhaben gelockt, die später am Druck der Fraktion oder der Gewerkschaften scheiterten. „Der Kanzler setzt vielleicht wieder eine neue Kommission ein. Doch die Probleme sind inzwischen so groß, dass eine Rede keine neue Energie für den Dax freisetzen wird“, sagt HSBC-Stratege Volker Borghoff. Beispielsweise zu versuchen, den Kündigungsschutz ein wenig zu lockern, werde keinen „Big Bang“ auslösen. „Nur ein Regierungswechsel kann Vertrauen
[--- :laugh: ---], vor allem auch im Ausland, hervorrufen“, meint Borghoff.

So gering die Hoffnungen sind, so groß sind die Wünsche.
[--- Manche kriegen den Hals halt nie voll ---] „Um die Börse zu bewegen, bedarf es einer klaren Verlagerung der Gewichte mit einer Rückkehr zum Bekenntnis zur Marktwirtschaft.[--- Da bin ich auch mal gespannt - vor allem, ob und wie er zu der fragwürdigen hiesigen Börsenentwicklung zuletzt Stellung bezieht... `Marktwirtschaft` war das, was - nicht nur - gestern und heute Nacht bei DAX, DJIA, POG und EUR abging, jedenfalls nicht. ---] Steuerentlastungen müssen Hand in Hand mit Ausgabenkürzungen einhergehen, damit die Ausgaben nicht später wieder eingetrieben werden. Denn das honorieren Märkte nicht“, sagt Eckhard Bergmann von der Fondsgesellschaft DWS.

Hoffnungen
[--- *g* ---] auf Freitag hegt Bergmann nicht [--- aah... man lernt, :D ---]: „Nach allem, was im Vorfeld der Rede durchsickert, lässt sich nichts Überzeugendes erkennen. Ich habe bislang eher das Gefühl, dass der Schuss nach hinten losgeht.“ Bei Analysten stößt beispielsweise das Vorhaben Schröders, für die Bauwirtschaft zinsgünstige Kredite in Höhe von 15 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen, auf Skepsis. „Das bedeutet noch mehr Staatsinterventionismus“, meint HSBC-Stratege Borghoff. [--- Als der stadtstaatliche Stammsitz seines CEOs seinerzeit während der Asienkrise kurzerhand den Hongkonger Aktienmakrt mit 15 Mrd spritzte, hat der Stratege seinen Mund nicht aufgemacht, und `Sozialismus!` geschrien... Dann wäre er heute indes auch kein `Stratege`, :D ---]

Und wenn die Rede doch begeistert? „Die Märkte warten nicht auf Worte, denn sie wissen, dass Schröder seine Fraktion und den Bundesrat hinter sich bringen muss. Investoren werden genug Zeit haben, die Rede auszuwerten und zu überlegen, ob und welche Branchen profitieren. Wegen Schröder wird der Dax am Freitag nicht hochspringen“, sieht Sal. Oppenheim-Stratege Jörss keinen Anlass, sich jetzt schon mit Aktien einzudecken.

Allenfalls Einzelhandelsaktien können nach Meinung von Experten profitieren
[--- Na, liebe Shorties, langsam Fracksausen, Angst vor der eigenen Courage, hehe, *g*? ---], wenn Schröder beispielsweise die Steuerreform auf 2004 vorziehen will. „Bei ausgebombten Konsumwerten mag es einen positiven Effekt gehen. Doch der dürfte nach zwei Tagen vorbei sein. Denn es gibt zu viele strukturelle Probleme im Konsumsektor“, meint Borghoff. Dazu zählten die Sättigung des Marktes mit langlebigen Wirtschaftsgütern und der harte Preiskampf im Lebensmittelhandel.

Auch ausländische Investmentbanken hegen keine Hoffnung auf eine Besserung der Lage und Stimmung.
[--- Wer hätte das auch gedacht, die `ausländischen Investment[:laugh:]banken... Welch` eine Überraschung, :laugh: ---]Zu sehr hat sich herumgesprochen [--- Welch` Wunder auch, bei der medialen Mächteverteilung in der Welt... ---], wie tief die strukturellen Probleme in Deutschland sind. Die Europa-Ausgabe der amerikanischen „Business Week“ titelte unlängst „Der Niedergang Deutschlands“ und fragte, ob Deutschland ein zweites Japan werde. [--- Wird wirklich Zeit, daß in Europa endlich auch die Medienlandschaft konsolidiert ---]

Merrill Lynch
[--- :laugh: - DIE Banker-Reputation schlechthin, schon in Anbetracht deren offener eMail-Kommunikation. ---] weitet Deutschlands Probleme auf Kontinentaleuropa aus. Die Politiker seien nicht in der Lage, Rezession und Deflation zu verhindern. Insbesondere der Finanzsektor sei in Gefahr. Das „Epizentrum“ liege dabei in Deutschland. [--- :D] ---] Einen schwachen Trost hat Merrill aber: Schuld an der Misere trage neben der Politik die Europäische Zentralbank. Anstatt die Wirtschaft aggressiv zu beleben, verschärfe sie mit ihrer restriktiven Zinspolitik die Risiken. [--- Komische Definition von `Trost`... Aber wen wundert`s, bei DIESER "Bank"... ---]

Wenn schon der Freitag kaum Chancen auf Dax-Gewinne birgt, so könnten dafür aber Rücktrittsphantasien sorgen – nicht die eines Finanzministers, sondern der gesamten Regierung.
[--- Zu vagen Hoffnungen gesellt sich nun noch Weltfremdheit... Mein Gott, was für ein geistiger Niedergang. ---] Noch halte Schröder seine Fraktion gut zusammen, meint Sal.Oppenheim- Stratege Jörss, „doch wenn das Thema Irak nicht mehr im Vordergrund steht, sollte sich zeigen, dass die Gemeinsamkeiten von CDU, FDP und Grünen in Wirtschaftsfragen größer als bei SPD und Grünen sind. Das wird Druck auf die Regierung auslösen und für Phantasie an der Börse sorgen.“ [--- Was höre ich da: Die Grünen sind plötzlich nicht mehr die Buhmänner des Fortschritts? - Welch` wundersame Meinungswandlung... ---]
HANDELSBLATT, Donnerstag, 13. März 2003, 08:54 Uhr
<<
http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…

Diese `Strategen` und `Experten` schieben also schon mal den Grund vor, warum wir die nächsten Jahre noch darben werden: IHRE eigene, verbohrte, weltfremde Uneinsichtigkeit in die Dinge außerhalb ihrer Elfenbeintürme, das fortgesetzte Messen mit 2erlei Maß.

Wird Zeit, daß endlich mal einer von IHNEN gegen die Wand fährt. Vielleicht sollten die `Sozialisten` einfach mal den Geldhahn für etwaig mißratene Finanzabenteuer a la LTCM zudrehen, diesbzgl. Verluste fiskalisch einfach nicht mehr anerkennen, anstatt mit IHNEN Auffanglösungen überhaupt nur zu diskutieren.

Es hängst schon was ab von Schröders Rede am Freitag.

@Ken_meyer,
wundert Dich das etwa, *g*?

investival
Tach Community

Dann schauen wir doch einmal,
was unserer so viel gepriesenen Experten so zustande gebracht hatten die letzten Jahre....;)

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Thieme-Fonds

Still und leise aufgelöst

Der US-Vermögensverwalter Heiko Thieme hat seinen in Luxem-
burg aufgelegten Thieme Fonds International schon Anfang Fe-
bruar geschlossen, wie erst jetzt bekannt wurde. :laugh:

Der Fonds war im vergangenen Jahr der schlechteste globale Aktien-fonds. :D

Das Vermögen hatte zum Schluß weniger als eine Mil-
lion Euro betragen.
:laugh: :D :p

Der ehemalige Deutsch-Banker Thieme lebt seit 1979 in New York
und ist als Daueroptimist und Börsen-Kommentator bekannt.

Heiko Thieme gilt in Branchenkreisen als einer der schlech-
testen Fondsmanager der USA. 2002 verlor sein Fonds fast
70 Prozent. Das ist doppelt soviel wie der MSCI-World.

(Aus der aktuellen Börse Online)

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Kommentator ist gut.

Komödiant wäre ein wenig realistischer ;)

Dieser Verlierer :D

Aber wie wir wissen bleibt eines immer belassen, liebe Leute.

ZUM BETRÜGEN GEHÖREN IMMER ZWEI !!

Deckel drauf und zu.

Nächste Woche geht es weiter mit diesem Experten Thieme.
Irgend welche Lemminge findet der immer....(hihihi).

HM
investival
danke für die mühe, die du dir gemacht hast.
fehlt noch die beimischung einiger o-töne
der eben aus washington heimgekehrten pudeldame.
um so schneller ist das karacho herbeizuwünschen.
@duf
hier die meldung dazu:
7:27PM Reports say N. Korea may test launch ballistic missile by Mariko Ando
North Korea may test launch a Rodong ballistic missile that could reach nearly all parts of Japan, local media reported Thursday. The U.S. military headquarters in Japan gathered this information and gave it to the Japanese government, said the Yomiuri Shimbun. The Mainichi Shimbun, another major Japanese daily, said that Pyongyang has moved drums containing liquid fuel for the Rodong missiles. Japan has sent the Myoko, a maritime Self-Defense Force Agies-equipped destroyer, to the Sea of Japan to closely monitor the situation, reports said.
Also die Japaner marschieren mit einem Luftabwehr (AEGIS-System) als Antwort auf den Raketentest auf.

Bei der Zuverlässigkeit des AEGIS-Systems setze ich auf den Zerstörer.
Die Rodong hat null Chance gegen den.
@investival
Die Schreiberlinge plappern nur nach, was ihre Brötchengeber diktieren. Und über solche Artikel wird die Sprachregelung der internationalen power circles weitergegeben. Die Gründe, warum sie Deutschland schlechtreden, liegen wohl mehr im Nahen Osten als in der Konjunktur.
Übrigens, wie sieht es Deiner Meinung nach eigentlich mit der letztes Jahr schon diskutierten Abkoppelung unseres Daxens vom Rest der Meute aus? Könnte damit nicht in den nächsten Wochen oder Monaten zu rechnen sein?
na, das sieht ja bullish aus - 2450p. morgen im dax? die schwäche in euro, bund future und gold deutete es an. glaube allerdings noch nicht ganz an eine trendwende, eher an short-eindeckungen zum wochenende, aber who knows, natürlich könnte dann ein fünkchen genügen, um eine antizipierte `nach-dem-kriegsausbruch-beginnt-die rally` in gang zu setzen. 2450p. könnte also m.e. ein top sein am fibo-tag 17./18.3. oder aber 2800p. bis zum tag x des angriffstages erreicht werden mit dann evtl. kurzem überschießen auf 3000 und wieder abwärts - wäre so das optimistische szenario. wie auch immer, danach rücken wieder die gewinnwarnungen in den vordergrund :D

@investival
echt klasse ;)
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