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Hi TFischer, seltener Gast ;)

dazu gibt es zwei Kommentare, mit denen alles gesagt ist :


Sovereign:

Bald schon wird nicht mehr der kanadische Staat der größte Goldhorter im eigenen Land sein (...)
Tja, wenn Goldcorp. mehr physisches Gold gebunkert hat, als die eigene Regierung wird der CEO Mr. McEwan so wie ich in kenne erstmal ne Pulle aufmachen...LOL :D



Jeffery:

Was soll die Aufregung. Als Australien vor 3 oder 4 Jahren 140 tons .auf den Markt geschmissen hat es auch nur kurz geknirscht und dann ist der Karren weitergelaufen. Wer Gold in der Erde hat, kann das "Überirdische" doch verkaufen.
Enteignung von Goldcorp oder anderen wäre sicherlich das letzte Mittel :D

Gruß Konradi
Moin Konradi:)
Hier ist was im Busch. Kabuto Cho wird gestürmt, die Edelmetalle sind zäh wie Hosenleder, die Anleihen wackeln, der Rand bleibt recht fest, trotz der dortigen Inflation.
Gibts ein Bild ?
Man kann sich eins machen !:cool:
J2
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Moin, Jeffery - dann wollen wir mal hoffen, daß das ein wenig der schönen "neuen Liquidität" auch nach Toronto und Johannesburg fließt ...;)

s.a.: Jochen Steffens: Independence Day und Terminator : http://www.investor-verlag.de

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auch das noch ...:(

statt das DER SPIEGEL mal das tut, was seinem Renommé entspricht, nämlich endlich die definitive story vom "gold cabal" aufzurollen präsentiert er in seiner heutigen Online-Ausgabe einen Marktkommentar von MORNINGSTAR ...


Geldanlage: Warum Gold nicht mehr glänzt

by Adriaan Bonauer



Goldfonds verlieren an Glanz. Hohen Risiken steht keineswegs ein sicherer Ertrag gegenüber. Der Goldpreis verlor seit seinem Hoch im Februar rund zehn Prozent. Ähnlich ging es vielen Fonds. Keiner ist im laufenden Jahr im Plus.

Zwischen einem und zwölf Prozent verlieren die Fonds seit Anfang Januar. Auch auf Jahressicht zeigt sich kein glänzendes Bild, die Wertentwicklungen liegen zwischen plus sieben und minus zehn Prozent. Doch nicht nur die Performance beweist, dass Gold nicht immer ein sicherer Hafen ist. Auch die Risiken sind hoch: Die über einen Zeitraum von drei Jahren berechnete Standardabweichung oder Volatilität liegt meist über 30 Prozent. Zum Vergleich: In der Kategorie Aktien weltweit liegt diese Größe nur bei knapp 17 Prozent.

Hier fällt der DWS Gold Plus auf, denn er hat eine Standardabweichung von lediglich elf Prozent. Der Grund liegt seiner Ausrichtung. Er investiert nicht in Aktien, sondern vorwiegend in festverzinsliche Papiere. Laut DWS hält er aktuell 55 Prozent Anleihen und 44 Prozent in der Position `Bar und Sonstiges´. Er erreicht während der vergangenen fünf Jahre ein jährliches Plus von knapp fünf Prozent. Jedoch ist auch dieses Portfolio nicht vor Verlusten gefeit: 1998 verloren die Anleger fast zwölf, im laufenden Jahr immerhin vier Prozent ihres Vermögens.

Einer der besten Goldfonds ist der von Graham Birch verantwortete Merrill Lynch IIF World Gold Fund. Die Wertentwicklung ist verführerisch, nach fünf Jahren 23,3, nach drei Jahren 29 Prozent wurden erreicht, jährlich wohlgemerkt. Auch auf Jahressicht zeigt sich ein vergleichsweise gutes Plus von 5,6 Prozent. Der Fokus liegt bei mittelgroßen Wachstumswerten, regional bilden Nordamerika, Mittlerer Osten/Afrika und und Australasien die größten Regionen. Das Portfolio besteht aus 58 Positionen, die Standardabweichung liegt mit 31,9 Prozent im Rahmen der anderen Gold-Fonds.

Auch der PEH Q-Goldmines zeigt eine gute jährliche Wertentwicklung. Nach fünf Jahren 12, nach drei Jahren sogar 28,1 Prozent, lediglich im laufenden Jahr verliert das Portfolio knapp vier Prozent. Nach Angaben der Fondsgesellschaft stammen die Aktien vorwiegend aus Australien, Kanada und Südafrika. Die Standardabweichung ist mit 32,8 Prozent durchschnittlich. Leider ist keine genauere Analyse möglich, denn die Fondsgesellschaft liefert uns keine regelmäßigen Portfoliodaten.

Ein weiteres gutes Portfolio bietet der AIG Equity Fund Gold der AIG Private Bank. Jedoch ist die Standardabweichung von fast 36 Prozent etwas hoch und auch die jährliche Wertentwicklung fällt im direkten Vergleich leicht zurück: Nach fünf Jahren 17, nach drei Jahren 27, nach einem Jahr ein halbes Prozent.

Im Gegensatz zu anderen Branchenfonds sind Anleger bei diesen Portfolios relativ sicher vor zu kleinen Fondsvolumen. Eine Ausnahme bildet der erst Mitte 2002 lancierte Nestor Gold, bei dem sich mit 4,6 Millionen Euro eine Investition nicht aufdrängt.

Insgesamt ist die Wertentwicklung der Fonds abhängig vom Goldpreis. Dabei ist eine Hebelwirkung zu beobachten. Steigt der Goldpreis um den Faktor eins, legen Goldminenaktien bis zu drei Mal so viel zu. Die Minengesellschaften haben feste Abbaukosten, so dass sich ein Plus beim Goldpreis überproportional auf die Unternehmensgewinne auswirkt.
Ob der Goldpreis jedoch in der nächsten Zeit ansteigen oder zurückgehen wird, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Jede Seite hat nachvollziehbare Argumente. In Krisen- und Deflationsszenarien kann der Goldpreis zulegen, ein schwacher Dollar jedoch verbilligt das Edelmetall.

Fazit: Wenn das Timing stimmt, können Gold-Fonds die Performance aufpeppen helfen. Doch das gilt auch für Branchenfonds, wie sie zum Beispiel für Technologie oder Biotech angeboten werden. Solche auf eine Branche oder auf ein Thema konzentrierten Portfolios sind risikoreich und müssen regelmäßig beobachtet werden. Sie sind keine klassischen Langfrist-Investments.



Adriaan Bonauer ist Senior Editor bei Morningstar. Er würde gerne Ihre Anmerkungen hören, kann jedoch keine Anlageempfehlungen aussprechen. Sie erreichen ihn unter adriaan.bonauer@morningstarfonds.de


Quelle: SPIEGEL ONLINE 04.07.2003

http://fonds.spiegel.de/news/analysis.asp?cobrand=Spiegel&ar…
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Ein großes Rad


Bis vor nicht allzu langer Zeit fristeten die Rentenmärkten ein regelrechtes Schattendasein. Sie galten als langweilig und unattraktiv. Doch seit Einführung der Futures und dem sensationellen Zinssenkungsprozess gewannen sie zunehmend an öffentlicher Aufmerksamkeit. Verbunden damit ist, dass an ihnen mittlerweile ein Rad gedreht wird, dass sich auch gegenüber dem Aktienmarkt durchaus sehen lassen kann.

Nach den letzten Statistiken beläuft sich das Volumen der Derivate von Staatsanleihen alleine in den USA auf etwa 140 Billionen US-Dollar. Das sind 1000 Mrd. US-Dollar. Jeder Anstieg der Bondpreise in der Vergangenheit um ein Prozent hat also zu einer Umverteilung von mehr als einer Billion US-Dollar geführt. Das ist fast die Hälfte des gesamten Geldvermögens aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Momentan läuft dieser Prozess jedoch in umgekehrter Richtung. In den letzten Wochen haben US-Staatsanleihen bis zu fünf Prozent im Kurs nachgegeben. Alleine der Derivatemarkt des Bondbereichs in den USA hat damit binnen kurzer Zeit zu einer Umverteilung von mehr als dem doppelten Geldvermögen aller Bürger eines der reichsten Länder der Welt geführt, welches diese über Jahrzehnte angespart haben.
(:

Der Vergleich mit dem Zauberbesen, der außer Kontrolle geraten ist, ist hier sicherlich angebracht. Und wir können nur hoffen und beten, dass die erratischen Schwingungen der Märkte nicht dazu führen, dass irgendwo ganz plötzlich ein Scharnier herausbricht.


Bernd Niquet - 07.06.2003
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Gold mining companies may lose their shine

By Kevin Morrison




Gold shares have so far outperformed the bullion price this year, although neither performance is likely to make the heart beat faster. However, many strategists believe future returns on gold mining shares could be affected by the launch of new gold investment products.

The two key gold equity indices, the Philadelphia gold and silver sector and the Gold Bugs Index on the American Stock Exchange are each up more than 5 per cent so far this year, while the spot bullion price has risen by 2 per cent.

Gold equities are seen as a leveraged play on the gold price, alongside derivatives such as futures and options.

Andy Smith, precious metals analyst at Mitsui, said gold mining companies were being prompted to reduce the amount of metal they sell forward - also called hedging - by institutional investors who wanted to buy gold equities for their exposure to the bullion price.

"Institutional investors would be far better off if they bought gold call options, because gold equities can never be a pure exposure as they carry the geology and management issues that go with running a mining company," said Mr Smith.

Many investors have rushed into gold shares to take advantage of rising metal prices and pushed mining companies to extremely high valuations compared with other stocks.

Gold analysts estimate Barrick Gold, the Canadian miner, trades on a historic price/earnings ratio of 51, Newmont Mining, the world`s biggest gold miner, on 40 and Placer Dome on a p/e ratio of 35 times compared with the S&P 500 average of just under 30.

Gold miners say the higher premium is justified because of the scarcity of gold equities. The total market value of the world`s top gold miners listed in the Philadelphia gold and silver sector is a little more than $50bn, which is equivalent to the market value of British banks, HBoS and Barclays.

But analysts said gold equities will no longer be a scarce investment prospect if plans by the World Gold Council, which is funded by gold miners, to launch exchange traded funds (ETFs) go ahead this year.

"Fund managers wanting a pure exposure will get it through ETFs, which could therefore reduce premiums for gold equities," one precious metals analyst said.

However, the performance so far for ETFs is moderate. Gold Bullion Limited, an Australian-listed ETF, has sold the equivalent of almost 100,000 troy ounces, or nearly 3 tonnes, since it listed at the end of March.


FT - 05.07.2003-07-08


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Zum Thema gold-backed ETF´s :

The Gold Equity Share: An Idea Whose Time Has Come

The World Gold Council (WGC) launch of a gold exchange traded fund (ETF) promises to revolutionize the gold market.


After reviewing the document - filed with the SEC 5/14/03 - and considerable thought, we conclude that the new Gold Equity Share is a highly significant milestone for gold. For the first time in history, investors of all descriptions will be able to invest in physical gold through brokerage firms and other mainstream financial market channels. Previously, investment in gold meant withdrawing money from a brokerage or bank account in order to pay a coin dealer or a bullion dealer. The ETF will eliminate the past inconveniences, uncertainties, and bureaucratic hassles that have long stymied a free flow of capital from retail and institutional investment portfolios into the physical metal.

The WGC Gold ETF will be listed on the NYSE once it has received final SEC approval. Each share will represent 1/10th of one ounce of gold, and at current gold prices, will trade at around $35. More important, each share will be backed by 1/10th of one ounce of physical gold, deposited with Hong Kong Shanghai Bank in London. The gold will be allocated which means that it cannot be lent to bullion dealers and/or used in the gold derivatives trade. The introduction of a gold ETF will finally integrate physical gold with other financial markets and thus end its isolation based on the archaic and creaky conventions subject to which it has historically traded. The gold market’s antiquated architecture has much to do with the metal’s substantial undervaluation. By creating simple access to physical metal, the WGC ETF will begin to freely tap capital market flows and thereby diminish the heretofore undesirable influence of central banks on the price. Expanding the borders of the gold market beyond the collective mentalities of central bankers, bullion dealers, derivative traders, commodity funds, and jewelry buyers, Middle Eastern souks and Asian bazaars will contribute substantially to its price.

For those who might doubt the potential significance the new Gold Share on the metal price, look no further than the experience of our very own Tocqueville Gold Fund (ticker=TGLDX). One year ago, the fund received authorization to buy and sell physical metal. We did so by soliciting a special vote of the fund trustees and by subsequently establishing complex arrangements with various bullion dealers. Even after having taken these steps, TGLDX is not permitted to hold more than 10% of fund assets in physical metal because of commodity-unfriendly tax regulations. We would be surprised if many gold sector funds have undertaken the same laborious process. For most, the path of least resistance has often been to invest in the shares of gold producers or in structured notes (a.k.a. gold linked derivatives) issued by money center financial institutions.
For individual investors, the historical barriers have been even more daunting. Very recently, an acquaintance of mine described taking a cashier’s cheque to a coin dealer in exchange for $50,000 in Krugerrands. These coins were then transported by my friend via the NY subway system (no armed guard by his side) for ultimate deposit in his basement. He has written himself several notes as to the exact subterranean location.

While hard core gold enthusiasts may have been willing on occasion to challenge the impediments to buying the physical metal, main stream investors considered investment in gold to be completely off the reservation. Even if the notion possessed intellectual merit, which of course for most it did not, the preferred route was to invest in the shares of generic, highly liquid gold mining companies.

Although gold mining shares appeal to those seeking their considerable leverage to changes in the gold price, they incorporate business risks that clash with the fundamentally conservative and risk averse reasoning that might attract a wider audience to gold. The business of mining gold is subject to a long list of uncertainties. These include geological, labor, regulatory and environmental, financial, and not least, political risks particular to host countries. In addition, gold shares exhibit all of the volatility and then some of the characteristics of long-dated options, which is in fact what they are. Physical metal entails none of these detractions. In fact, the only risk to physical metal is the possibility of paying excessively. Otherwise, gold bullion is the safest asset in the spectrum of investment alternatives.

The same cannot be said for the gold linked structured notes (derivatives) issued by financial institutions such as money center banks or investment houses. These instruments are backed not by gold but by the credit of the issuing institution. They are easy to buy and next to impossible to sell. The credit of such issuers has been suspect of late.

Will the gold ETF divert capital from the share market and thereby lower valuations of the entire mining sector? On the one hand, those wishing exposure to gold will feel less compelled to configure their entire position in the form of shares. In this regard, the market for gold shares might contract. On the other hand, a gold ETF will broaden the potential population of investors to those who see gold as a portfolio diversifier. For example, large pension funds that must operate with 20 to 30 year time horizons, have to date evidenced only a miniscule presence in the market for physical gold. Surely, the long term financial insurance represented by gold bullion will appeal to many of these fund managers. The speculative aspects of gold investing are less important to these investors than protecting capital during periods of extreme financial market stress. A gold ETF will significantly broaden the eligibility and appeal of physical bullion as an investment class. The resulting revaluation of gold to a permanently higher level will in turn expand the entire market cap of the mining sector.

The market capitalization of the gold mining sector is a relatively tiny $50-60 billion. The “market cap” of the amount of physical gold available for investment, excluding central bank holdings, is very approximately $ 1 trillion. Even after making the extreme assumption that all central bank gold is in play, the investment gold market cap is only $1.4 trillion. World financial wealth in the form of bonds and equities exceeds $50 trillion. An allocation of only 1/10th of 1%, (by the way, a much smaller allocation than we are recommending) would equate to 5000 tonnes of physical metal, the equivalent of two years’ supply of newly mined gold. Such an allocation would in time cause gold to trade comfortably in excess of 4 digits in terms of US dollars, Euros and just about any other currency as well.

Ample research testifies to the fact that gold is either non-correlated or inversely correlated to all other asset classes including equities, bonds, and currencies. Research also shows that gold tends to perform well during periods of financial market stress. During stressful periods, the correlation between major asset classes other than gold becomes more positive. Portfolios designed for plain vanilla risk might not survive less frequent but more serious risk. Efficient frontier analysis suggests that a small (5%) allocation to gold stabilizes portfolio returns. As stated in a recent research paper published by Nik Bienkowski of Gold Bullion Limited, “a portfolio designed for the long-term may not survive to generate long term performance unless it can withstand all market conditions.”

No academic studies are needed to demonstrate the superiority of gold relative to paper in terms of maintaining value throughout generations and even centuries. Given the sorry record of paper assets in this regard, why should derivatives fare any better? Derivatives of all kinds now total $141.7 trillion, according to the Bank for International Settlements, and are by far the most rapidly expanding asset class. They are fatally skewed in that they came into prominence during the historical oasis of the last two decades. They were conceived in a yankee-centric fantasy world of a permanently strong dollar, low inflation, falling interest rates, and high equity valuations. When stress tested, even in this best of all possible worlds, derivatives have failed abysmally to provide liquidity.

Despite the fact that the gold mining industry hedge book has been reduced by 504 tonnes (or 15%) over the past two years, the notional amount of world gold derivatives have increased by 50% since 2001, according to the BIS, to $315 billion. The netted amount or gross market value has increased by 25% to $28 billion, the equivalent of one year’s supply of newly mined gold. In our view, the global derivatives book continues to be offside in a world of shrinking gold production, declining hedge activity, and rising gold prices. While not central to the case for a substantial rise in the gold price, the continuing reduction of hedge books by the mining industry along with the increasing paper claims for physical gold represented by derivatives reinforce the prospect for volatility and instability in a rising price trend.

Derivatives, designed to disseminate risk, have in fact become a source of systemic risk. Interest rates, currencies, share prices, credit risks and commodity prices are now intermediated by complex financial products which Warren Buffet described as financial weapons of mass destruction and time bombs that threaten the financial system. The financial markets and their central institutions have become mega betting machines that are indecipherable to outsiders and to participants alike. Designed to perform in what their architects presumed to be “normal” circumstances, derivatives will fall apart in a climate of sinking confidence. Gold, a bystander to the intellectual foolishness at the core of derivatives, will be welcomed by the financial markets as a premier financial asset incorruptible by such nonsense. It will be sought after vigorously by investment managers for whom long term outcomes and the well being of their investment constituents truly matter.

John Hathaway 15.05.2003 / www.tocquevillefunds.com/gold


siehe auch:

http://de.indexfunds.com/articles/20030611_goldETF_new_etf_S…




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zum Thema ETF´s - Exchange Traded Funds


nützliche websites:

http://etf.onvista.de
http://informer2.comdirect.de/de/funds/selector/index.html

Profile und Charts von Goldfonds:
http://www.goldsheetlinks.com/mfund.htm




Das in Indexfonds verwaltete Vermögen hat sich in Europa in den vergangenen zwölf Monaten mit fast sieben Milliarden Euro fast versechsfacht. Weil man sie zu denselben Konditionen wie Aktien handeln kann, hat Merrill Lynch dafür auch die Bezeichnung "Indexaktien" geprägt

Indexfonds bilden einen Aktienindex, meist einen Branchenindex, mit ihrem Portfolio sehr genau ab. Der Anleger hält so den jeweiligen Sektor oder Gesamtmarkt im Depot und kann die Wertentwicklung leicht am Auf und Ab des entsprechenden Index verfolgen. Außerdem kann er jederzeit überblicken, welche Aktien im Fonds enthalten sind. Das erleichtert, besonders bei größeren Depots, beispielsweise die Verfolgung von Branchenstrategien.

Die Orderkosten von Indexfonds entsprechen denen einer Aktienorder, dazu kommt eine jährliche Verwaltungsgebühr von bis zu 0,5 Prozent, Tendenz fallend. In den USA liegt diese Gebühr teilweise nur noch bei 0,09 Prozent. Damit fällt der Kostenvergleich zu klassischen, aktiv gemanagten Fonds, wo die Verwaltungsgebühren eher nach oben tendieren, günstig aus.


Was ist der Unterschied zu Indexzertifikaten?

Mit einem Indexzertifikat erwirbt der Käufer keinen Anteil an einem Portfolio, sondern rechtlich eine Schuldverschreibung des Emittenten. Deshalb sollten Anleger auf die Bonität des Emittenten achten. Dieser verspricht dem Zertifikatsinhaber eine an einem Index orientierte Rendite.

Zudem haben Zertifikate grundsätzlich eine Laufzeit. Bei so genannten „open ended“ Zertifikaten steht diese bei der Emission noch nicht fest und wird vom Emittenten später bekannt gegeben. Damit umgehen die Anbieter das Problem der Termingeschäftsfähigkeit, die die Zertifikate mit feststehender Laufzeit erfordern.
Zertifikate können aber auch bestimmte Trends oder Themen einfangen. So ermöglichen sie Outperformance-Strategien wie zum Beispiel mit einer Auswahl der dividenden- oder momentumstärksten Titel eines Index (oder vgl. zum Beispiel den Link „Ein Zertifikat ohne menschliche Schwächen“). Damit können sich die Ansätze von Indexfonds und Zertifikaten ergänzen.

Die Orderkosten sind mit denen von Indexfonds vergleichbar. Während aber bei Fonds Dividendenzahlungen der darin enthaltenen Aktien steuerpflichtig sind, fallen diese Einnahmen bei Zertifikaten als Kursgewinne an, die nach der Spekulationsfrist von zwölf Monaten steuerfrei sind. Anleger sollten bei der Flut spezieller Konstruktionen allerdings den Nutzen des Zertifikates für die eigene Strategie kritisch hinterfragen.


Vergleich aktiv gemanagte Fonds – Indexfonds:

Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass auch die meisten aktiv gemanagten Fonds es nicht schaffen, ihren Index zu schlagen. Zuletzt hat FondsConsult aus München herausgefunden, dass beispielsweise nur 19,8 Prozent der europäischen Aktienfonds den MSCI Europe vom 1. Januar 2000 bis 31. Dezember 2002 schlagen konnten. (Ein Index ist der Durchschnitt aller am Markt agierenden Teilnehmer. Es ist daher unmöglich, dass alle Marktteilnehmer über dem Durchschnitt liegen)

zum Vergleich: Performance von Goldminienfonds (Name.....Performance 1 Jahr.....Volatilität 1 Jahr

AIG Equity Fund Gold.....2,00%.....47,94%
PEH Q-Goldmines.....-15,35%.....38,41%
MLIIF World Gold Fund A.....6,95%.....44,58%
Capital Invest Gold Stock (A).....-15,48%.....40,06%
DWS Gold Plus.....-0,04%.....18,89%
DWS Goldminenaktien Typ 0.....-23,42%.....38,28%
Swissca Gold.....-14,48%.....38,05%



Indexfonds bieten einen täglichen Einblick in das Portfolio – vorausgesetzt, die Indexanbieter lassen sich in die Karten gucken. Doch so vorteilhaft die Transparenz von Indexfonds auch ist, für weniger informierte Kunden sind sie ein aufwändigeres und möglicherweise riskanteres Investment. Denn ebenso wie der Anleger sicher sein kann, das seine richtige Strategie auch den gewünschten Erfolg bringt, wird eine falsche Strategie nicht durch einen Fondsmanager korrigiert. So weichen Indexfonds in der Krise nicht auf andere Aktien aus oder erhöhen die Barreserve, sondern rauschen parallel zum Index in die Tiefe. In der Kritik stehen Indexfonds auch, weil sie per Definition prozyklisch sind. Denn in die meisten Indizes kommt eine Firma nur, wenn sie eine gewisse Marktkapitalisierung erreicht. Diese ist aber die Folge einer guten Entwicklung des Unternehmens in der jüngeren Vergangenheit. Für Indexfondsmanager kann das bedeuten, dass sie bei einer Umstellung des Index eine Aktie kaufen müssen, die möglicherweise bereits ihre beste Phase hinter sich hat.


Branchen-Indizes mit hohem Risiko

Gerade bei den Branchen-Indizes ist das Risiko aber aufgrund der Indexkonstruktion aber höher als bei einem entsprechenden aktiv gemanagten Fonds. Wenn man einen Index für eine relativ kleine Region oder Branche erstellt, dann wird er definitionsgemäß weniger breit gestreut sein – besonders, wenn wenige Firmen die Branche oder Region dominieren. Dies ist insbesondere im Goldmarkt der Fall.

Siehe dazu :

http://www.gold-eagle.com/charts/gegfi_intro.html

http://www.indexfunds.com/articles/20030611_goldETF_new_etf_…



Handel

Exchange Traded Funds sind Fonds, die über die Börse gehandelt werden können. Dabei gibt es zwei Arten: passiv gemanagte Aktienfonds, also Indexfonds, und aktiv gemanagte Fonds. Wie Aktien können ETFs mehrmals täglich ge- oder verkauft werden. Anders als beim normalen Fondshandel kennt der Anleger bei Auftragserteilung den Anteilspreis und kann etwa Stop-loss-Kurse setzen.

Der Handel über die Börse ist in der Regel billiger, da kein Ausgabeaufschlag anfällt. Neben der Managementgebühr fallen nur die beim Aktienhandel üblichen Bankgebühren an. Achtung: Bei kleinen Beträgen sind die Kosten für den Börsenhandel mitunter relativ hoch. Hier kann es günstiger sein, den ETF auf herkömmlichem Weg zu kaufen. Bei einem Sparplan ist das sogar ein Muss, da beim Börsenhandel nur ganze Fondsanteile gekauft werden können.

Kauf- und Verkaufskurse der ETFs beim Börsenhandel sind unterschiedlich. Denn um den fortlaufenden Handel zu ermöglichen, greifen die ETF-Anbieter auf Designated Sponsors zurück. Dabei handelt es sich in der Regel um Großbanken, die auf Basis des tatsächlichen Werts eines Fondsanteils (Nettoinventarwert) verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellen. Als Lohn erhalten die Designated Sponsors den so genannten Spread, die Differenz zwischen dem aktuell besten Kauf- und Verkaufspreis.

Die Höhe des Spread wird durch Angebot und Nachfrage im Handel mit dem jeweiligen ETF bestimmt. „Daher ist der Spread etwa beim Stoxx 50 geringer als bei Branchen-Indizes“, sagt Candice Adam von der Deutschen Börse. Für Anleger gilt: Je geringer der Spread, desto niedriger sind die Kosten. Mit Hilfe des ständig durch Deutsche Börse berechneten Nettoinventarwerts der ETFs kann der Anleger selbst sehen, wie weit der vom Designated Sponsor gestellte Preis vom Nettoinventarwert abweicht.

Hat ein ETF einen Spread von 0,1 Prozent, dann liegen der Kauf- und Verkaufspreis um je 0,05 Prozent über beziehungsweise unter dem Nettoinventarwert. Die Fondsgesellschaften legen vorab einen maximalen Spread fest, der im Handel aber deutlich geringer ist. Den maximalen und aktuellen Spread kann man unter www.xtf.de einsehen und so Preise verschiedener ETFs auf den selben Index vergleichen – vorausgesetzt, es gibt mehrere ETFs.

Über das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse (Xetra) können die Fonds während der Börsenzeiten zwischen neun und 20 Uhr geordert werden. Mindestens zwei Market Maker sorgen bei den börsennotierten Indexfonds für eine hohe Liquidität und stellen fortlaufend An- und Verkaufskurse. Die Deutsche Börse ermittelt zudem ständig den Nettoinventarwert. Es gibt keine Laufzeitbegrenzung, wie dies bei Zertifikaten der Fall sein kann. Der Ausgabeaufschlag fällt weg. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt für Indexfonds maximal 0,5 Prozent. Daneben fallen die Transaktionskosten der Bank sowie die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) an. Einen Spread gibt es auch bei Zertifikaten, bei den ETFs ist er jedoch meist niedriger. Der Spread bei dem Indexfonds auf den DAX beträgt beispielsweise etwa 0,05 Prozent und auf den NEMAX rund 0,3 Prozent. Der Käufer erwirbt die Aktien über einen Fonds. Im Gegensatz dazu werden bei Zertifikaten, die rechtlich Schuldverschreibungen sind, die Aktien nicht hinterlegt. Geht der Zertifikats-Emittent bankrott, ist das Zertifikat wertlos.
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Aussichten für die US-Börse :



P - O - P – P





Von Thomas Hillenbrand

Nach der beeindruckenden Rallye der vergangenen Wochen haben US-Aktien inzwischen ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis als auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2000. Allzu optimistischen Investoren droht ein böses Erwachen.



Hamburg - Selbst nach einer inzwischen fast vier Monate dauernden Rallye an den internationalen Aktienmärkten sind viele Investoren immer noch besoffen vor Optimismus. "Wir sind mit der Rallye noch lange nicht fertig", jubelt etwa James Grefenstette, Fondsmanager bei Federated Growth Strategies.

Obwohl der Leitindex Dow Jones seit dem Tiefstand 11. März mehr als 20 Prozent zugelegt hat, sehen viele Experten immer noch reichlich Potenzial - sowohl für die USA als auch für Europa. Richard Davidson, europäischer Aktienstratege bei Morgan Stanley, glaubt zwar nicht an einen mehrjährigen Boom wie in den Neunzigern. "Dennoch gibt es keinen Grund, das Geld jetzt aus dem Markt zu nehmen, so der Experte. "Weitere 10 Prozent sind sicher".

Die Mehrheit der Experten sieht das ähnlich. Nach einer Untersuchung des Marktforschers Investors Intelligence, der regelmäßig Börsenpublikationen auswertet, sind derzeit mehr als 70 Prozent der Investoren "bullish" gestimmt.

"Denn seine Zuversicht vergeht, seine Hoffnung ist Spinnweb"

Die überbordende Zuversicht ist erstaunlich. Denn während Aktienbewertungen und ökonomische Daten in Europa noch halbwegs passabel aussehen, muss jedem Anleger, der in den USA investiert hat, beim genaueren Hinsehen eigentlich der kalte Schweiß ausbrechen.

Da wäre zunächst das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das den Börsenwert eines Unternehmens relativ zu den erwirtschafteten Profiten misst. Die im amerikanischen Standard & Poor`s Index notierten 500 wichtigsten US-Aktien weisen derzeit ein KGV von 33 auf. Ein ähnlich hohes KGV gab es beim S&P zuletzt im März 2000 - kurz bevor die Aktienblase platzte.

Boom-Apologeten wenden ein, die Maßzahl sei zwar sehr hoch, aber zurzeit nicht relevant. Wichtiger erscheint ihnen die Tatsache, dass die historisch niedrigen Zinsen für Staats- und Unternehmensanleihen eine Investition in Aktien angeblich besonders attraktiv machen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Zinssatz unlängst auf ein 45-Jahres-Tief von einem Prozent gesenkt, zehnjährige US-Staatsanleihen werfen derzeit nur magere 3,7 Prozent Rendite ab - Aktien, so die Hoffnung, brächten wesentlich mehr.
Das Argument hat einige Haken. Erstens steigt die Anleihenrendite umso stärker, je mehr Investoren wieder Aktien kaufen. Denn um sich mit Anteilsscheinen von Unternehmen einzudecken, verkaufen viele Investoren derzeit ihre Anleihen. Dadurch sinken die Kurse für Schuldpapiere, was wiederum deren Rendite steigen lässt. Bond-Experten erwarten, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen innerhalb der nächsten Monate über vier Prozent klettert - der Anreiz, Aktien zu kaufen wird also mit jedem Rallye-Tag geringer.

Zweitens basiert die Rechnung, dass der Aktieninvestor den Bond-Anleger bei der Rendite mühelos schlägt, auf der Annahme, die Börse werde in diesem Jahr mindestens vier Prozent steigen. Auch hier ist vor allem das Prinzip Hoffnung im Spiel: Denn nur weil die Kurse an den Rentenmärkten fallen, muss die Wall Street noch lange nicht steigen.


"Hab` ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht"

Der zweite Stolperstein ist die finanzielle Situation der US-Konsumenten. Deren Lust am Shoppen hat die US-Wirtschaft in der jüngeren Vergangenheit immer wieder vor einem erneuten Abgleiten in die Rezession bewahrt. Der US-Einzelhandel verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzzuwächse von mehr als sechs Prozent. Die meisten Aktienstrategen setzen für die kommenden Monate noch weitaus größere Hoffnungen in die amerikanischen Verbraucher: Die Märkte erwarten, dass die Gewinne der US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte um 14 Prozent steigen - ohne äußerst spendable Konsumenten wird dieses Wunder kaum möglich sein.

Die Aktiengurus könnten wieder einmal daneben liegen. Denn es sieht so aus, als ob den privaten Haushalten demnächst die Puste ausgehen könnte. Schon seit Jahren leben die Konsumenten ihn den USA weit über ihre Verhältnisse. 14 Prozent ihres erwirtschafteten Einkommens müssen die Bürger inzwischen durchschnittlich für die Schuldentilgung aufwenden.

Dass die Amerikaner mit ihrer "Buy now, pay later"-Mentalität in den vergangenen Jahren dennoch über die Runden kamen, lag vor allem am Immobilienmarkt. Weil die Preise für Grundbesitz in den vergangenen Jahren stark stiegen und die Zinsen fielen, konnten US-Hausbesitzer bestehende Hypotheken neu verhandeln und erhielten so zusätzliche Finanzmittel. Zudem haben amerikanischen Hausbesitzer sich größere Schuldenlasten auf die Dächer geladen als je zuvor. Charles Peabody vom Analysehaus Portalies Partners hat errechnet, dass der Durchschnittsamerikaner 1982 sein Haus nur zu 30 Prozent mit Krediten finanziert hatte. Heute sind es 55 Prozent.

Die Hauspreise dürften in Zukunft kaum weiter steigen; viele Beobachter reden sogar von einer Immobilienblase, die bald platzen werde. Angesichts dieser Aussichten hält Peabody die hohen Hypotheken der US-Haushalte laut dem Wirtschaftsmagazin "Barron`s" für eine "unheilvolle Rezeptur".


"Ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist"

Zudem könnten die hoch verschuldeten Konsumenten schon bald in die Zinsfalle tappen. Sobald die Zinsen wieder steigen, werden die klammen Amerikaner Probleme beim Abstottern ihrer Kredite bekommen. Indizien für mittelfristig kletternde Zinsen gibt es reichlich. Im Frühjahr 2004 könnte die Fed den Leitzins wieder erhöhen. Auch die fallenden Kurse an den Anleihemärkten bewirken einen Zinsanstieg. Und dann ist da noch das völlig außer Kontrolle geratene US-Leistungsbilanzdefizit (das Saldo aus Kapitaleinfuhren und Ausfuhren), das die Fed ebenfalls dazu zwingen könnte, die Zinsen zügiger heraufzusetzen als bisher angenommen. Viele US-Bürger haben deshalb begonnen, ihr Geld beisammen zu halten: Die Sparquote, lange Zeit nahe Null, ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen.

Auch die ökonomischen Daten machen wenig Hoffnung. Die Arbeitslosigkeit ist im Juni auf ein Neun-Jahreshoch gestiegen und liegt inzwischen bei 6,4 Prozent. "Kann es seine wirtschaftliche Erholung ohne Jobs geben?" fragt Sung Won Sohn, Ökonom bei Wells Fargo. Und liefert die Antwort gleich mit: "Eine Erholung ohne Arbeitsplätze wird nicht von Dauer sein. Nach einiger Zeit wird sie in sich zusammenbrechen."

Auch der Index des Institute of Supply Managers (ISM), der die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe misst, deutet darauf hin, dass die Produktion zumindest in Teilen der US-Wirtschaft weiterhin schrumpft. Die ISM-Daten waren in fast allen Punkten ernüchternd. Dennoch gelang es der Wall Street vergangene Woche, sich auch diese augenscheinlich miesen Nachrichten schön zu drehen. Die Bullenfraktion pickte sich kurzerhand eine randseitige Zahl (den Eingang neuer Aufträge) aus dem ISM-Datensammelsurium heraus und erklärte diese laut "Wall Street Journal" zum einzig "wichtigen Indikator zukünftiger Aktivität". Unbeantwortet blieb leider die Frage, warum eine für die nahe Zukunft derart positiv gestimmte Branche laut ISM immer noch Leute entlässt.

Optimismus ist eben doch alles: Nach Bekanntgabe der Zahlen war der Dow vergangene Woche zunächst deutlich eingebrochen. Nach der Umdeutung dreht er ins Plus.

DER SPIEGEL - 08.07.2003
Au, der Niquet von heute ist gut. Liest sich, als hätte er die Kolumne in der Kneipe auf den Bierdeckel geschrieben.
J2
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...na dann soll seine Kolumne hier auch "archiviert" werden ...;)


Lassen sich die Zinsen weiter unten halten?

Bisher läuft alles wunderbar, auch wenn niemand in der öffentlichen Diskussion es so recht wahrhaben will. Nach dem größten Boom der neueren Geschichte und einem beinahe einzigartigen Zusammenbruch der Aktienmärkte, wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass wir weltweit in die größte Rezession der Nachkriegsgeschichte plumpsen.
Doch was ist passiert? Eigentlich fast nichts. Ein kleines Deflatiönchen, aber nicht mehr. Und das, ich sage es ganz deutlich, IST EINE SENSATION.


Werfen wir dazu noch einmal einen Blick zurück in die düsteren Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1935. Damals gelang es den Zentralbanken aufgrund des Goldstandards nicht, die Geldmengen in einem Maße auszudehnen, wie das heute der Fall war. Aus diesem Grunde crashten damals die Anleihemärkte, wo heute nur der dünne Lufthauch einer Korrektur bemerkbar ist.

Und es kommt noch etwas Weiteres hinzu: Um damals nicht aller Goldreserven verlustig zu werden, waren die Zentralbanken in den wirtschaftlich düstersten Zeiten gezwungen, die kurzfristigen Zinsen anzuheben, um die Kapitalflucht zu stoppen. So sind damals in den USA binnen kurzer Frist die Zinsen der dreimonatigen Treasury Bills von einem halben auf über zwei Prozent angestiegen.

Heute hingegen kann die US-Notenbank viel gelassener mit dem Dollar umgehen. Denn jede Dollarabwertung verbessert die relative Handelsposition des größten Nettoschuldners der Welt – und stellt damit eine Tendenz in Richtung Gleichgewicht her.

Und Goldverluste gibt es heute nicht mehr. Und selbst wenn, so interessiert sich außer ein paar Dogmatikern der alten Zeit niemand mehr dafür.


Schwierig wäre es allenfalls, wenn der Dollar in einen regelrechten Abwärtsstrudel geraten würde. Dann ließen sich die Zinsen jenseits des Atlantiks nicht dauerhaft tief halten, was letztlich sehr negative Effekte auf die gesamte Weltwirtschaft zeitigen würde. Doch bei den Halbaffen, die in Europa nahezu überall an der Regierung sind, ist so etwas eigentlich nicht zu befürchten.

Bernd Niquet - 09.07.2003
Ja, das macht mich an dem Typen so nervös. Gestern fürchtet er noch, dass an dem Bondsgetümmel ein Scharnier herausbrechen könnte und alles geht zum Deibel.
Heute das.
Der zappelt herum wie "Goldhausse" allerdings auf einem stilistisch höherem Niveau. Aber unter dem Strich......
Sieht so aus je nachdem was er getrunken hat, so schreibt er denn.
:D
J2
... genau ! :laugh: :laugh: :laugh:

- Aber das er uns ab und zu in den Hintern tritt kann letztlich auch nicht schaden, wenn ich da so an unsere ideologisch festgebissenen "Gurus" denke ...
jef2,

sei nicht so fies! aber leider hast du hier in 3 sätzen eine persönlichkeits strukturanalyse geliefert die herrn n. sehr nahe gehen wird.

der gut hat keine ahnung wie es weiter geht, und das geht uns auch so. nur das wir nicht jeden tag verpflichtet sind gegen honorar unserew meinung zu äussern, und darüber sind wir froh.

bei normalen märkten, kann man zumindest in etwa eine einschätzung wagen - aber was ist schon normal???

wir bleiben bei unserer meinung, welche auf fundamentalen daten beruht. und die sind nicht rosig. gold sehen wir nach wie vor als eine art lebensversicherung, aber auch die können probleme bekommen, wie uns die gegenwart auch in deutschland zeigt.

der mix macht es doch, ein bischen gold, ein par gms, ein paar festgelder, ein paar anleihen, eine kleine lv, und von zeit zu zeit wenn es günstig ist ein paar bluechips einsammeln. und dann von zeit zu zeit ein paar gewinne mitnehmen, oder gar mal einen verlust - wenn es steulich denn noch sin macht.

irgenwann das haus 2-4 bezahlt haben und dann mal schauen ob es in übersee nicht noch ein zweites büro sein sollte.

verbissen in eine oder die richtung argumentieren macht keinen sinn.

eine eigene strategie viel mehr.

wir halten trotzdem weiterhin viel von einem investment in gold und silber, die märkte scheinen aber nicht normal und sind definitiv eng bzw. werden eng gehalten.
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aktueller Marktkommentar Robert Rethfeld :

http://www.wallstreet-online.de/ws/community/board/threadpag…



(...)

Zur Finanzierung des Sezessionskrieges (1861-1865) nahm Abraham Lincoln Kredite auf. Lincoln ließ den Dollar in rauhen Mengen drucken. Die Golddeckung wurde untergraben. 1862 liefen 150 Mio. Dollar in den USA um, ein Jahr später waren es bereits 450 Mio. Dollar. Inflation war die Folge. Zwischen 1861 und 1866 stiegen die US-Grosshandelspreise um 36 Prozent. Gold wurde in Relation zur Geldmenge knapp.

Börsenhai Jay Gould „cornerte“ den Goldmarkt. 1969 kaufte er das frei gehandelte Gold auf und fing an, die Preise zu diktieren. Über Regierungskontakte hatte er vorher sichergestellt, dass dort kein Gold auf den Markt geworfen wurde. Mit einem Trick beendete er das Geschäft: An einem Tag liess er Maklerfirmen viele kleine Orders ausführen und das Gerücht streuen, er kaufe heute verstärkt. Sofort sprangen die anderen Marktteilnehmer auf den Zug und kauften ebenfalls. In aller Seelenruhe löste sich Gould mit gutem Gewinn von seinen grossen Beständen.

Ist so ein „Corner“ auch heute möglich? Die Gebrüder Hunt versuchten es 1980 mit Silber, allerdings vergeblich. Ich denke, dass die Voraussetzungen für einen weiteren Versuch in Gold oder Silber immer besser werden. Hohe Staatsverschuldung; Gold und besonders Silber wird in Relation zu den Papierwährungen knapp. In den Staatstresoren lagert immer weniger Gold; Physisches Gold oder Silber wird an der Futures-Börse zwar gehandelt, aber kaum geliefert. Wenn dort tatsächlich jemand - der mit großem Einsatz spielt - auf Auslieferung bestehen würde, könnte es zu exzessiven Kursbewegungen kommen.

(...)

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Morjen zusammen!
Zum letzten Text passt vielleicht die Nachricht, Micros.schüttet ja ne extra Dividende aus. Für den Kleinaktionär eigentlich nicht gross erwähnenswert. Aber...Billy Boy greift 10 Millarden Dollar ab.
Ne Silbermine hat er ja schon.....!
J2
So lasst die Journalisten schreiben, stimmt schon sie wissen nix, das tröstet jeden anderen.
Das beste von Kosto war der Satz, man soll nicht versuchen herauszufinden warum die Aktien gestiegen oder gefallen sind, man wird es nie erfahren.
J2
@jef

MSFT löst sich jetzt von den Aktienoptionen und das ist gut so.

Ich hoffe das dieses Schule macht und andere auch nachziehen, es kann der Transparenz am Markt nur dienen.

Im übrigen, wie hoch die Sonderausschüttung ist, wenn sie denn kommt, ist noch nicht sicher.

Wie dem auch sei, ich gönn ihm den kleinen Bonus und hab kein Problem damit.;)
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ein warmes Mittagessen für "wardiver" ?


Ein schwacher Dollar ist wohl unbestritten die einzig gesicherte Grundlage für eine Spekulation auf dem Goldmarkt. (im Unterschied zum physischen Besitz) - Wenn eintrifft, was Horst Fugger hier prognostiziert, dann dürfte für uns goldbugs bald Schicht im Schacht sein, und "wardriver" kann sich endlich wieder ein warmes Mittagessen leisten ...;)

Natürlich steht außer Frage, das die Blase P-O-P-P machen wird und ebenso klar ist auch, das Europa und Japan beim Sturzflug wieder den Autopiloten einschalten werden. Aber ob der Euro in absehbarer Zeit wirklich noch auf 1,40 steigen wird, darf wohl doch langsam bezweifelt werden. Eher stellt sich die Frage: Wieviel Zeit haben wir noch ? - Hajo Bier: "Der Crash zwischen 1929 und 1932 verlief in drei Etappen, der von mir erwartete dürfte in fünf (oder sechs) Etappen ablaufen." Nach diesem Modell dürfte es dann 2006 soweit sein. Schön und gut. Wer so weit denkt macht vermutlich nichts verkehrt, wenn er investiert bleibt. (es sei denn seine Mine geht vorher Pleite ;) )

Aber auf die Sicht von 6 Monaten könnte die Sache voll in die Hose gehen: wenn der Goldpreis Weihnachten bei wardrivers angepeilten 290 $ steht, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen, was das für sein Portfolio bedeutet, und da helfen dann auch die Durchhalteparolen von Jim Puplava nicht weiter ...:(

- so Gurus, liefert Argumente !



Amerikanische Aktien: Antizykliker setzen auf den Greenback

Von Horst Fugger

Kaum etwas kann einen Börsianer in tiefere Depressionen jagen, als wenn er im Prinzip richtig liegt, unter dem Strich aber trotzdem einen Verlust erleidet, weil er einen wesentlichen Faktor aus dem Blickfeld verloren hat.


Wie jeder weiß, war die Börsentendenz der vergangenen anderthalb Jahre nicht besonders freundlich: 2002 war in Deutschland das schlechteste Börsenjahr seit der Währungsreform von 1948. US-Aktien hielten sich wesentlich besser. Viele legten sogar zu - in Dollar. Für deutsche Investoren allerdings ergab sich selbst bei sorgfältigster Auswahl ein Verlust, weil der Greenback gegenüber dem Euro jegliche Widerstandskraft vermissen ließ. Anfang 2002 kostete 1 $ noch 0,86 Euro, Mitte Juni 2003 lag das Wechselkursverhältnis bei 1,19.

Wir dürfen nun mit höchster Wahrscheinlichkeit vermuten, dass diese in der Wirtschaftsgeschichte sehr seltene Wechselkursentwicklung zwischen den beiden wichtigsten Währungen der Welt ein Extremstadium erreicht hat. Schon der jüngste Rückgang auf einen Wechselkurs von etwa 1,14 deutet darauf hin. Die US-Zentralbank hat mit 13 aufeinander folgenden Zinssenkungen ihr Pulver weitgehend verschossen; die EZB wird die Leitzinsen in den kommenden Monaten wohl noch deutlich senken müssen.


USA die Konjunkturlokomotive

Der Zinsvorteil von Euro-Anleihen gegenüber Dollar-Bonds wird sich folglich verringern, und das stärkt den Dollar. [genau das ist der für uns entscheidende Knackpunkt !!! :rolleyes:]
Hinzu kommt, dass eine nachhaltige Erholung der Weltkonjunktur sicherlich nicht von Europa, Asien oder irgendeiner anderen Region außerhalb Nordamerikas ausgehen wird. Die USA waren in den vergangenen Jahrzehnten stets die Konjunkturlokomotive, und das wird diesmal nicht anders sein.

Noch vor ein paar Wochen konnte man in der Wirtschaftspresse Schreckensszenarien lesen: Der Euro könnte auf 1,40 $ steigen, deutsche Exporteure folglich nicht nur Gewinneinbußen erleiden, sondern im Extremfall zu Pleitekandidaten werden. Das darf man unter dem Stichwort "Blödsinn" zusammenfassen. Wesentlich wahrscheinlicher, wenn auch bislang von kaum jemandem erkannt, erscheint eine völlig andere Entwicklung: Der Dollar wird gegenüber dem Euro an Stärke gewinnen. Noch ein Jahr, dann könnten wir durchaus wieder ein Wechselkursverhältnis von eins zu eins sehen.[:p]


Finger weg von Dollar-Bonds

Sollte man daher Dollar-Bonds kaufen? Ganz bestimmt nicht. Die Zinsen sind einfach zu niedrig. Wesentlich bessere Chancen bieten US-Aktien. Eine solche Anlageempfehlung ist schon deshalb ungewöhnlich, weil derzeit in so gut wie allen Wirtschaftspublikationen beklagt wird, amerikanische Aktien seien sehr teuer. Sind sie das wirklich?

FTD – 09.07.2003
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Stocks strike gold rally high

by Tim Wood



All the world’s listed gold and silver companies hit an 18-month high combined market capitalisation of $75.9 billion at the end of June. It is only the fourth time since the gold price rally began in earnest that stocks have pierced the $70 billion barrier. In May last year, the Mineweb watchlist topped $74 billion and that month remains the best for the period as far as valuations go.

The gains have come despite a weaker gold price. Much of the activity appears to be technically related buying as charts form attractive patterns across the sector.


On a relative basis, at end June it would have required over 6,800 tonnes of gold to buy all the global stocks, short of the May 2002 record of over 7,000 tonnes, but well ahead of the 12-month trailing average of 5,957 tonnes.


Such a valuation is usually a sell signal, but investors have so far held on to their stocks which may presage further gains bases on the past record of equities successfully anticipating the gold price.






Leverage to gold


Toronto junior Nevsun has put recent exploration results to good use, reclaiming its number one spot in the world as the best performing stock. It displaced Abelle for the honour although the Australian junior is the best performer in 2003 by a long shot, and one of only two that have doubled their prices this year.




mineweb - 09.07.2003
Na siehste, Billy Boy könnte Anglogold und Harmony aus der Portokasse bezahlen. Das müsste mir mal passieren.:laugh: J2
jaja, die Maßstäbe... - ich weiß Jeffery ...;)
Aber nützt es was ? - Zudem hat Billy Boy seine Portokasse ja schon bei Pan American Silver angelegt ... :cool:
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"Jetzt kommt der Realismus"

SPIEGEL – Interview mit Florian Illies





Florian Illies über die Irrfahrten und wirtschaftlichen Crashs der heute Um-die-30-Jährigen,
Routenplaner für den Weg aus der Krise und sein Buch "Generation Golf zwei"



SPIEGEL: Herr Illies, Ihr vor drei Jahren erschienener Bestseller "Generation Golf" begann mit dem Satz "Mir geht es gut" und beschrieb das Glück einer von Börsenboom und Ende des Kalten Kriegs begünstigten Generation junger Erwachsener. Nun kommt "Generation Golf zwei" auf den Markt und blickt auf die, so der Verlag, "Crashtests der vergangenen drei Jahre" zurück*. Schildern Sie also eine Bruchlandung im Jammertal?

Illies:Nein, eher eine Schleuderfahrt, die schon gehörige Blechschäden verursacht hat. Ums Jammern geht es überhaupt nicht, auch wenn ich zugebe, dass gerade in meiner Generation eine Neigung zum Selbstmitleid existiert. Das eigene Elend mit Humor zu betrachten kann jedoch ein Anfang sein, das Jammern zu überwinden.

SPIEGEL: Befunde wie "Alles ist vorbei. Die New Economy. Die Spaßgesellschaft. Die Popliteratur. Der Neue Markt. Die ,Börse im Ersten` aber bleibt" klingen doch ziemlich deprimierend.

Illies: Die Devise "Weiter so, Deutschland" - das war die Generation Golf vor vier Jahren, als ich das erste Buch schrieb. Wir waren in eine Situation hineingeboren, die trotz aller apokalyptischer Ängste unserer Eltern und Lehrer sehr behütet und Erfolg versprechend war. Wir wuchsen in einem großen, gut riechenden Wattebausch auf. Und dann kamen, als wir erwachsen wurden, dieser Börsenaufschwung und die New Economy, und naiv, wie wir waren, glaubten wir, wir seien so erfolgreich, weil wir so viel Sachverstand hätten.

SPIEGEL: Wenn vor vier Jahren für die Generation Golf die Devise "Weiter so, Deutschland" galt, wie lautet dann die für heute - "Mach`s endlich anders, Deutschland"?

Illies: Schön wär`s. Nein, es ist ein erschrockenes "Oh, das hätte man aber wissen müssen!" Schon vor vier Jahren ordnete meine Generation die kollektiven Interessen den individuellen unter -damals aus Sorglosigkeit. Heute zieht man sich noch mehr zurück - aber aus Sorge.

SPIEGEL: Ist das angesichts des Irak-Kriegs, des Terrors vom 11. September 2001 und des Niedergangs der New Economy nicht sehr verständlich?

Illies: Durchaus. Es sind Kofferbomben wie auf dem Dresdner Bahnhof, es ist die Angst um den Arbeitsplatz, die den Rückzug ins eigene Heim bewirken. Ein Gefühl der Verunsicherung hat sich in unser Leben eingeschlichen - und wenn Ikea fragt "Wohnst du noch, oder lebst du schon?" würde ich am liebsten antworten: Ja, ich lebe schon, würde aber am liebsten ganz gern wieder nur noch wohnen.

SPIEGEL: Vielleicht sind Sie einfach nur älter geworden. Dokumentiert Ihr Buch nicht vor allem die Macht der Zeit, die noch jeder Generation von Oberschlaumeiern deren verwegenste Flausen ausgetrieben hat?

Illies: Möglich, aber nur mit Flausen im Kopf kann man was verändern. Außergewöhnlich für unsere Generation war die Geschwindigkeit, mit der sie es nach oben geschafft hat, und die Geschwindigkeit, mit der es dann gleich wieder runterging: Wir standen schon mit Ende 20 oder Anfang 30 kurz davor, mit Eigenheim und gefülltem Konto die Frühpensionierung ins Visier zu nehmen. Und jetzt stehen wir plötzlich wieder ganz am Anfang, haben womöglich den Job verloren - das ist wie beim Malefiz-Spiel, wenn man kurz vor dem Ziel noch mal zurück auf Anfang muss.

SPIEGEL: Was folgt daraus?

Illies: Ich glaube, etwas Positives. Wir sind jetzt gegen Heilsversprechen, auch ökonomische, immun. Jetzt kommt der Realismus, und das ist Anlass zur Hoffnung.

SPIEGEL: Klingt nicht nach Rock`n`Roll.

Illies: Sie wollen Rock`n`Roll? Ich habe leider Rückenprobleme ...

SPIEGEL: Sind Sie ein neokonservativer Streber, wie manche Kritiker und Leser Ihnen seit Erscheinen des ersten "Generation Golf"-Buchs unterstellen?

Illies: Das finden vielleicht gewisse Feuilletonisten oder Frau Engelen-Kefer. Haben Sie noch mehr Beschimpfungen parat?

SPIEGEL: Klar. Sind Sie, wie zu lesen ist, früh vergreist?

Illies: Nein. Nur Brillenträger.

SPIEGEL: Spießig?

Illies: Ja, sehr; und sogar monogam.

SPIEGEL: Schnöselig?

Illies: Meinen Sie jetzt mich als Person oder meine Generation?

SPIEGEL: Das ist schwer zu trennen, da der Erzähler Ihrer Bücher so oft von "unserer Generation" spricht, wenn er von sich selbst spricht.

Illies: Als ich anfing, über das geheime Band zu schreiben, das mich und meine Altersgenossen zusammenhält, hatte ich schon diese strenge "FAZ"-Schule durchlaufen, die einem verbietet, "ich" zu sagen. Außerdem kenne ich das "Ich" aus journalistischen Texten nur in Verbindung mit einem extrem hohen Eitelkeitsfaktor.

SPIEGEL: Ist die Unverschämtheit, "wir" zu sagen, denn so viel geringer als die Unverschämtheit, "ich" zu sagen?

Illies: Na ja, das ist Geschmackssache. Aber wichtig ist mir, dass meine Beobachtungen nie mehr als ein Angebot waren: Kein Leser wurde gezwungen, sich mit der Privatsicht des Autors Florian Illies zu beschäftigen, die da vor drei Jahren in einem kleinen Berliner Verlag verbreitet wurde.

SPIEGEL: Geschrieben "im eitlen Glauben, daran lasse sich die Geschichte der ganzen Generation erzählen", wie Sie am Ende des ersten Buchs selbstkritisch notiert haben. Warum mussten Sie schon nach so kurzer Zeit die Fortsetzung dieser Geschichte erzählen - aus Sorge um Deutschland?

Illies: Unsinn. Ich wollte nie der Autor eines Buchs sein, von dem großkopferte Leitartikler sagen: Genauso geht`s, hier ist die Roadmap zu einem glücklichen Deutschland, die Gebrauchsanweisung "Revolution leicht gemacht in zehn Schritten". Mein Anspruch ist es zu beschreiben: Das waren die Werte einer Generation, die mir anders erschienen als die früherer Generationen. Und jetzt habe ich bemerkt, dass diese Bewertungen nicht mehr gültig sind - auch für mich. Ich hatte Lust zu gucken: Was hat sich geändert, was ist da passiert, dass wir die selbstgewisse Siegeszuversicht verloren haben?

SPIEGEL: Trügt unser Eindruck, dass der Zeitgeistdoktor Illies zwar fleißig Symptome der neuen Melancholie einsammelt, aber dabei leider vergisst, Heilmittel zu empfehlen?

Illies: Ich finde, die besten Ärzte sind die, die mir meine Befunde so eindringlich beschreiben, dass ich den Weg zur Heilung selber herleiten kann. Ich setze auf Selbsterkenntnis. Das ist, medizinisch gesehen, der schmerzhafteste und der produktivste Weg. Wenn ich als Zahnarzt dem Patienten die Löcher zeige, muss ich ihm nicht sagen, dass er die Zähne besser putzen soll. Das wäre mir zu pädagogisch.

SPIEGEL: Sie nennen Jonathan Frantzens Buchtitel "Korrekturen" zeittypisch - und mitunter wirkt Ihr ganzes neues Buch wie eine einzige große Korrektur. Genieren Sie sich für manche Dinge, die Sie vor vier Jahren geschrieben haben?

Illies: Ja. Das Risiko, in einem bestimmten Moment als wahr empfundene persönliche Einschätzungen auch als wahr zu verkünden, ist natürlich groß. Ich kann verstehen, dass manche Leser glauben, der Erzähler des Buchs bilde sich manchmal ein, er wisse, wie`s läuft. Wenn ich das Buch heute lese, ist das wie in einem Fotoalbum zu blättern ...

SPIEGEL: ... in dem man durchaus Peinliches entdecken kann.

Illies: Ja, man sieht vor allem die Gedanken, die man sich nicht gemacht hat. Es gibt Stellen, an denen ich - oder viele meiner Altersgenossen - einfach zu nassforsch waren, als wüssten wir ganz sicher, wo`s langgeht.

SPIEGEL: Nun schreiben Sie in Ihrem neuen Buch, Ihre Generation bräuchte Hilfestellung beim Entwickeln von Leidenschaft, was gerade in politischer Hinsicht gilt. Imponiert Ihnen das Engagement der heute 20-Jährigen, der so genannten Generation Golfkrieg?

Illies: Ja, wenn es um Globalisierungskritik und den Kampf um die Durchsetzung des Kyoto-Protokolls geht, halte ich das Engagement für unbedingt notwendig und richtig.

SPIEGEL: Trotzdem hüten Sie selber sich vor politischen Aussagen. Warum wirkt es so leidenschaftsarm, wenn Sie zum Beispiel die Prasserei der in Berlin herrschenden 68er attackieren?

Illies: Ich finde es arrogant und falsch gegenüber dem Leser, wenn man ihm die eigene Meinung aufzwängt. Da halte ich mich lieber zurück und gehe mit dem Vorwurf um, ich sei oberflächlich. Vor vier Jahren fanden die meisten Menschen meiner Generation, dass die 68er nicht weiter störten, auch die durfte es neben Börsenboom und "Big Brother" geben. Heute merkt man, dass ausgerechnet diejenigen, die einst predigten "Wir haben die Welt nur von unseren Kindern geborgt", bei den Renten und Gesundheitskosten fast bedenkenlos auf Kosten der jüngeren Generation leben. Zugleich werfen sie genau jene Sorg- und Achtlosigkeit, mit der sie die Vorzüge des Sozialstaats ausnutzen, dann der Generation Golf vor.

SPIEGEL: Warum steht Ihrer Meinung nach ausgerechnet der Erfolg von Dieter Bohlen für die hoffnungsspendende Aufkündigung der Konsensgesellschaft?

Illies: Dieter Bohlen sagt einer Kandidatin bei "Deutschland sucht den Superstar" einfach: "Du kannst überhaupt nicht singen" - und darüber staunt dann die Nation. Wie kann man so etwas sagen? Das geht doch nicht, so was tut man nicht. Dass Bohlen es trotzdem macht und damit für Verstörung und Begeisterung sorgt, das sagt sehr viel über die Entwicklung der Gesellschaft: Da geht eine bestimmte Art von Verlogenheit zu Ende. Selbst Lord Dahrendorf sagt heute, die 68er müssen weg, andere müssen den Job machen.

SPIEGEL: Warum gehen Sie nicht in die Politik? Sie sind doch der geborene Klassensprecher.

Illies: Ich schrieb schon früher lieber in der Schülerzeitung. Ich will mit meinen Büchern die Gesellschaft mitgestalten, indem ich sie beschreibe, bis man lachen muss - oder es eben wehtut.

SPIEGEL: Fürchten Sie nicht, dass Ihr neues Buch viele Leute aggressiv machen wird?

Illies: Das ist sehr in Ordnung. Durch das Ingangsetzen von Aggression entsteht Leidenschaft, und die rüttelt am lähmenden Konsensgefüge unserer Gesellschaft. Im Übrigen ist die Erfahrung, ein Nachfolgebuch zu schreiben, schon deshalb gut, weil dann viele Leute sagen können, okay, "Generation Golf 1" war ja gut, aber der zweite Teil ...

SPIEGEL: In Hollywood haben die zweiten Teile sogar manchmal mehr Erfolg als die ersten, etwa bei "Terminator 2".

Illies: Vielleicht erinnern Sie auch noch an den Untertitel: Tag der Abrechnung.


INTERVIEW: LOTHAR GORRIS, WOLFGANG HÖBEL

Florian Illies: "Generation Golf zwei".
Blessing Verlag, München; 256 Seiten; 16,90 Euro.


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Bürgerlich sein

Der Hamburger Soziologe Bude erklärt, warum alte Werte zurückkehren. Und verweist - auf Joschka Fischer.

Von Ruth Kastner



Es liegt etwas in der Luft. Die Sehnsucht nach Bürgerlichkeit. Wie sonst ist zu erklären, dass an einem Tag der Gourmet und "Zeit"-Autor Wolfram Siebeck den Start seines Sommer-Kochseminars zu einem einzigen Plädoyer für die solide Schmackhaftigkeit der Bürgerküche werden lässt? Dass am nächsten Tag der Berliner Autor Florian Illies in seinem neuen Buch "Generation Golf zwei" kleinlaut die Abkehr von New Economy und Spaßgesellschaft protokolliert: "Wir haben doch geglaubt, dass wir nie mehr Sprüche wie ,Erst die Arbeit, dann das Vergnügen` hören müssen, und nun das: solide!"

Und schließlich schreibt der "Spiegel" in seiner Titelgeschichte über die neuen Werte "Ordnung, Höflichkeit, Disziplin, Familie" von nichts anderem als der Wiederentdeckung der bürgerlichen Tugenden. Ein Grund für diese Renaissance, mutmaßen die Autoren, könnte die allgemeine Unsicherheit in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sein.

Da passt es trefflich, wenn einer vom Fach, der Soziologe Heinz Bude, am Hamburger Institut für Sozialwissenschaften einen Vortrag zum Thema "Bürgertumsgenerationen" hält. Der Wissenschaftler kann benennen, was in vielen Köpfen als Idee von Bürgertum noch im Ungefähren steckt. Was meinen wir, wenn wir von Bürgerlichkeit sprechen? Ist es ein Modell von gestern oder auch heute noch relevant?

Heinz Bude ist Experte, wenn es um die Gesellschaft der Bundesrepublik geht. Er hat sich gefragt, ob die schon mehr als 50 Jahre alte Bundesrepublik aus sich heraus ein eigenes Lebensmodell entwickelt hat. Bei seinen Beobachtungen ist er auf eine Art von Bürgerlichkeit gestoßen.

"Es ist vielen klar, dass die Bundesrepublik nach dem Ende ihrer glücklichen Zeit auf die Haltekonstruktionen des Sozialstaates nicht mehr bauen kann. Deshalb nimmt der Bedarf an Selbstverantwortung und Eigeninitiative zu. Das ist der Kern des Bürgers: Er ist für sich selbst verantwortlich." Von diesen Leuten gibt es einige.

Was macht den Bürger aus? Bude hat drei Merkmale herausgearbeitet.


1. Familienstolz.

Der richtige Bürger definiert sich über seine Familie. Die Leute wollen einen Ort in der Welt haben, wollen wissen, dass sie irgendwo herkommen und etwas weitergeben. Der Bürger sorgt sich darum, dass sein Erbe (Besitz, Bildung) gesichert ist. Die Kinder der Bildungsreform, die jetzt älter geworden sind, haben ein großes Interesse daran, dass das, was sie mühsam gewonnen haben - den Aufstieg über Bildung - weitergegeben wird.


2. Ständischer Instinkt.

Der Bürger ist Bürger dadurch, dass er den Bürger erkennt. Merkmale des ständischen Instinkts sind Werte wie Sitte, Höflichkeit, Disziplin, Respekt, Etikette, etc. Es ist ein relativ abgeschlossener sozialer Kreis, in dem Bürgerlichkeit zelebriert wird.


3. Gemeinschaftsverpflichtung.

Ein Bürger zeichnet sich dadurch aus, dass er sich für die Allgemeinheit einsetzt. Er ist Mäzen, Sponsor, nimmt Dinge selbst in die Hand.

"Es ist gar nicht so einfach, Bürger zu sein", resümiert der Soziologe und weiß, dass er allenfalls über fünf Prozent der deutschen Bevölkerung spricht. "Wir reden nicht über Mehrheiten, wir reden über stilbildende Gruppen. Die allermeisten wollen nichts für die Allgemeinheit tun, sie wollen nur über die Runden kommen." Natürlich gebe es ein bürgerliches Reservoir, das viel größer ist, in dem bürgerliche Verhaltensweisen ihre Prägekraft entfalten können. "Es sind viele, die nach Bürgerlichkeit fragen, und wenige, die das leben."

Einen modernen Protagonisten für Bürgerlichkeit in der Bundesrepublik kann Bude - durchaus mit Lust an der Provokation - vorführen: den Ex-Rebellen der 68-er und jetzigen Außenminister Joschka Fischer. Ausgerechnet einer mit ehemals antibürgerlicher Einstellung soll heute Vorbild sein? Fischer sei zu einer Konsolidierungsfigur der Bundesrepublik geworden, findet Bude. Er repräsentiere für viele, dass wir uns in einem Nachlernprozess in Sachen Bürgerlichkeit befinden. Fischer selbst komme aus kleinen Verhältnissen. Er habe bewiesen, wie jemand mit Ehrgeiz sich eine exemplarische Biografie erarbeiten könne.

"Er war immer zur Stelle, wenn es zu einer Umwandlung kam, er hatte eine Nase für Konstellationen, wo es etwas zu prägen gab." Außerdem habe Fischer sich als Autodidakt einen enormen Bildungshorizont erarbeitet. Das imponiere. Anders als früher etwa Theodor Heuss sei Joschka Fischer einer von uns. "Für die Gewinner der Bildungsreform macht er vor: Es geht! Man kann zum Bürger werden."

Aber perfekt ist auch Bürger Fischer nicht. Sein gravierender Nachteil: Ihm fehlt die genealogische Verpflichtung, die Familie. Offenbar ist auch seine vierte Ehe am Ende. Aber gerade damit ist er wiederum für viele Deutsche exemplarisch. Für Bude bleibt das dennoch ein Problem. "Ich bewundere eher Leute wie die Clintons, die zusammenbleiben."

Megathema Familie. Es ist vor allem für Frauen relevant. 40 Prozent der Akademikerinnen bekommen schon heute keine Kinder. Wie können sie, die mehr und mehr zur kulturellen Elite aufrücken, zum Bürgertum gehören, wenn Familie ein wesentliches Merkmal ist? "Da", gesteht Bude, "müssen wir uns in Zukunft um die Frauen kümmern. Bisher wurde in patrimonialer Selbstverständlichkeit gedacht."

Das Modell ist offen für Veränderung. Es wird sich zeigen, welche Gruppe in Deutschland die Maßstäbe vorgibt. Das Bürgerliche jedenfalls hat gute Chancen.

Hamburger Abendblatt 09.07.2003
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Robert Rethfeld :

main.php?&action=viewnews&newsid=710447&m=3.1.0.0.0



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Am Ende des Silber-Bullenmarktes 1980 kosteten die Silber-Futures etwa 50$. Seit etwa 3 Jahren schwankt der Preis zwischen 4 und 5 Dollar. Historisch gesehen ist Silber gegenüber Gold unterbewertet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Silber jetzt auf den Weg macht, ein wenig aufzuholen. Aus dem unteren Chart lässt sich der fallende Keil gut erkennen. Die obere gelbe Trendlinie ist der Schlüssel. In den vergangenen 1 ½ Jahren wurde Silber bereits viermal an dieser Linie zurückgewiesen. Ein Juli-Monatsschlusskurs von 5 Dollar oder mehr würde einen entscheidenen Ausbruch bedeuten.

Silber-Monatschart




Eines meiner Lieblingsbilder ist der Yen/Dollar-Chart. Die Konsolidierung des vergangenen halben Jahres ist derart eng, dass ein grosser Ausbruch nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. Noch wird der Yen von den asiatischen Zentralbanken künstlich zurückgehalten, um die Exportfähigkeit Japans in die USA nicht zu gefährden. Ein Anstieg des Yens würde zu umfangreichen Repositionierungen des globalen vagabundierenden Kapitals führen.
Die gelbe obere Linie des nachfolgenden Chart ist deshalb eminent wichtig, weil sie die Tops der Jahre 1995 und 2000 miteinander verbindet.

Yen-Wochenchart



(...)


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Litanei der Hoffnung

von John Mauldin



Die Welt scheint sich zu erholen. Die globalen Aktienmärkte – und bis vor kurzem auch die Anleihenmärkte – haben fantastische Aufwärtsbewegungen genießen können. Die Immobilienpreise steigen auch zum größten Teil, und die Konsumenten geben ihr Geld weiterhin fleißig aus. Natürlich gibt es ein kleines Problem mit der Arbeitslosigkeit, und auch der Dollar sieht nicht so toll aus.

Genau so wenig wie die "Zwillings-Defizite" (US-Haushaltsdefizit und US-Handelsbilanzdefizit). Aber hey ... die Fed steuert uns in sichere Gewässer, oder? Das ist der Preis, den wir für eine Wirtschaftserholung zahlen müssen, oder?
Lassen Sie uns die Absichten der Fed untersuchen.

Es gibt drei große Stützen der US-Wirtschaft:

Die Unternehmensinvestitionen, den Immobilienmarkt und die privaten Konsumausgaben. Die Fed hofft derzeit, dass die letzteren beiden einfach lange genug aushalten können, bis das normale Wirtschaftswachstum (auch wenn es unterdurchschnittlich ist) die Überkapazitäten beseitigt haben wird – weil dann die Unternehmensinvestitionen wieder steigen werden. Und dann gäbe es wieder eine Quelle von größerem wirtschaftlichem Wachstum.


Das Problem ist, dass der Immobilienmarkt und die Konsumausgaben nur in zwei Umgebungen gedeihen. Entweder braucht man niedrige Zins- und Hypothekensätze, um den Immobilienmarkt und die Konsumausgaben zu stimulieren, oder die Wirtschaft muss aggressiv überdurchschnittlich wachsen – da dann die Zahl der Jobs und das persönliche Einkommen steigen, so dass diese Märkte auch bei steigenden Zinssätzen ein stetiges Wachstum vorweisen können.

Der zweite Fall beschreibt ganz bestimmt nicht das heutige wirtschaftliche Umfeld. Deshalb hat die Fed so geantwortet, wie sie es nur konnte: sie hat eine massive und lange Serie von Leitzinssenkungen begonnen, begleitet von einem signifikanten Wachstum der Geldmenge. Während einige meinen, dass die Fed damit sowohl am Immobilien- als auch am Anleihenmarkt zwei neue Spekulationsblasen geschaffen hat, hat die Fed es geschafft, die Stärke des Immobilienmarktes zu erhalten, und indem sie die Kreditkosten gesenkt hat, ist auch der US-Konsumentenmarkt ziemlich unverwüstlich geblieben.

Deshalb hat die Fed-Politik der Zinssenkungen bis letzte Woche dazu geführt, dass die Zinssätze fallen und die Wirtschaft vorwärts kommt ... wenn auch nur im Schneckentempo. Aber vielleicht wird das traditionelle Mittel der Zinssenkungen plus Rhetorik nicht mehr länger ausreichend sein.

Vor 2 Wochen hat die Fed ihre Zinssenkungspolitik durch die Zinssenkung um 25 Basispunkte fortgesetzt. Aber was sie zu der Zinssenkung zu sagen hatte, klang fast identisch wie die früheren Mitteilungen bei Zinssenkungen – es waren bedeutungslose Statements. Art Cashin von CNBC Fame schrieb zu der letzten Zinssenkung:
"Lassen Sie uns über die Direktive und ihre Sprache sprechen, um zu sehen, was wir daraus schlussfolgern können über die Art und Weise, wie die Fed die derzeitige Wirtschaftslage und Geldpolitik einschätzt. In Paragraf 2 beginnen sie so: `Das Komitee glaubt weiterhin, dass die Politik des leichten Geldes zusammen mit einem robusten Produktivitätswachstum weiterhin eine wichtige Unterstützung für die wirtschaftliche Aktivität bilden. Die jüngsten Signale zeigen, dass sich die Konsumausgaben und die finanziellen Bedingungen verbessern, und der Arbeitsmarkt und die Produktmärkte stabilisieren sich.`"

"Das klang vage bekannt, deshalb habe ich mir die Direktiven der letzten 3 Jahre angesehen, die zu Zinssenkungen veröffentlicht wurden. Ich fand, dass sich dieses Schema ziemlich wiederholte. Im Dezember 2002 war die Direktive im ersten Teil fast identisch formuliert."

"Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Sie können das übrigens sehr leicht schnell selbst überprüfen, indem Sie auf die Internetseite der Fed gehen, und dort die Direktiven der letzten 3 Jahre lesen."

"Insgesamt ist die letzte Direktive ein Teil einer Litanei der Hoffnung. 13 Zinssenkungen und die Hoffnung, dass sich die Dinge verbessern werden, wie sie es immer getan haben (laut den Lehrbüchern)."

Ich diskutierte mit Art Cashin während eines Abendessens diese Direktiven der Fed und den Mangel an unterschiedlichen Formulierungen in ihnen. Art machte eine sehr interessante Beobachtung. Was die Märkte von der Fed wirklich hören wollen, sagte er, ist, dass alles wieder in Ordnung kommen wird – alles wird gut.

Aber das hörten die Märkte dieses Mal nicht – wenn man sich den Kurseinbruch bei den Anleihenkursen nach der letzten Zinssenkung ansieht. Da nur eine Woche nach der Zinssenkung ziemlich schwache Arbeitsmarktdaten reinkamen, obwohl die Fed proklamiert hatte, dass sich "der Arbeitsmarkt ... stabilisiert", könnte die Sorge bestehen, dass die Fed keine Lösung weiß.

Die Investoren wollen einfach eine bestimmte Sicherheit der Zukunft haben. Sie vertrauen der Fed, solange die Reden der Fed-Gouverneure konstant und wiederholt ihre Absicht proklamieren, daran zu arbeiten, dass auch die langfristigen Zinsen unten bleiben.

Aber das jüngste Fed-Statement, zusammen mit dem 30. Vers der Litanei der Hoffnung, gab kein Zeichen davon. Einige nahmen das als Hinweis dafür, dass die Fed eine starke Erholung voraussieht und deshalb die Zinsen bald erhöhen wird. Andere dachten, dass dies die letzte Zinssenkung sein würde, weshalb die Anleihenkurse nur noch fallen könnten. Verwirrung – der Feind der Anleihen – war offensichtlich vorhanden.
Die Renditen am Anleihenmarkt stiegen daraufhin – was bedeutet, dass die Anleihenkurse fielen (fallende Kurse gleich steigende Renditen und umgekehrt). In einer Woche stieg die Rendite der 10jährigen Anleihen von 3,07 % auf 3,65 %. Die Zinskurve zwischen kurz- und langfristigen Anleihen ist steiler geworden – was genau das Gegenteil von dem ist, was die Fed will.

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass die Hypothekenzinsen ziemlich schnell um 0,5 Prozentpunkte steigen werden. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Zinsen aktuell steigen – ist da ein weiterer Anstieg um 0,5 Prozentpunkte drin? Ist ein Anstieg um 1 Prozentpunkt ausreichend, um den Immobilienmarkt zu verletzen? Ich will damit nicht sagen, dass der Immobilienmarkt implodieren wird, aber angesichts der Zerbrechlichkeit der Wirtschaft und der steigenden Arbeitslosenrate könnte das das Wachstum so stark verlangsamen, dass wir in einer Rezession landen würden.

Die Fed spielt ein gefährliches Spiel. Auch die Anleihenmärkte in Japan und Europa sind auf dem Rückzug, d.h. dort steigen derzeit die Renditen. Das Blutbad am japanischen Anleihenmarkt führt dazu, dass die Entwicklung am US-Anleihenmarkt vergleichsweise ruhig aussieht. Am 4. Juli teilte uns die Financial Times mit, dass die Rating-Agentur S&P damit gedroht hat, das Rating japanischer Anleihen weiter zu senken, angesichts der jüngsten Turbulenzen am japanischen Anleihenmarkt.
Wen sich die Lage am Anleihenmarkt auf aktuellem Niveau stabilisiert, dann werden sich meine Sorgen in Luft auflösen. Die langfristigen Zinssätze sind immer noch niedrig genug, um den Immobilienmarkt und die Konsumausgaben vor einer Krise zu bewahren.

Aber meine Sorge ist, dass sich ein neuer Trend entwickelt – nämlich der Trend steigender Zinsen –, der die Stabilität des Immobilienmarktes stören würde und uns hin zu einer Rezession und Deflation führen würde.

Investor-Verlag 09.07.2003
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…anschnallen !…:(


Gold price not expected to retain its shine
Weaker euro and positive US stock markets suggest it may not be too long before bullion falls


Resources Correspondent


The gold price may slide to around $320/oz over the next few months, according to analysts. Bullion has held on to some of the gains made since the spot gold price hit a high of $378/oz in February, but gold bulls have had to be satisfied with an average price of $349,64/oz over the six months since the start of the year.

It seems that the gold price, which is influenced by the movement of the dollar and the buying and selling of gold (physical factors), is not reacting to the slight gains of the dollar right now. "The gold price is lagging behind US equity market improvements and a stronger dollar," says Leon Esterhuizen, a gold analyst at Investec. "It is a matter of who blinks first the equity market or the gold bulls."

There is a feeling that those who are hanging on to their gold positions believe that the uptick in US equity markets will only be short lived. But Esterhuizen does not think this will be the case."We could see the gold price back down to $320/oz," he says.
Since January the lowest spot gold price recorded was on April 7, when the precious metal fell to 321/oz. Spot gold was trading about 345,75/oz a price which is about 2,19% down since the start of the year.

On the technical side the support level appears to be around 344/oz to $350/oz but the metal is meeting resistance at $350/oz. The World Gold Council in its daily report said yesterday the gold spot market found good support at $345/oz on Monday.
"Since then gold has been more or less static as investors concentrate on other areas and await also the European Central Bank meeting on Thursday," read the market commentary.

The question now is will the central bank sell off gold?
Sales have tapered off over the last few months as most of the countries involved in the Washington agreement are starting to sell again acting as a drag on the gold price.
The Washington agreement caps the amount of gold that the world`s central banks sell in a year.

"Central bank sales could go up from September," says Esterhuizen. He says that usually central bank sales combined amount to about 30 to 33 tons a month.
The Washington agreement limits 12-month central bank sales to 400 tons from those banks that have signed the deal.


Dehedging activities, where gold companies have been buying up gold to close out hedge positions (gold that they had sold forward at a set price), is also expected to slow.
"If dehedging declines and central banks sell; gold will not be a certain one-way bet," says Esterhuizen.

At the moment the stronger dollar is, to a degree, a consequence of worries about euro zone economies and the effect this is having on the value of the euro. In the last few days the single currency has been losing ground against the dollar.

The weaker euro combined with a some positive movements on US stock markets indicate that it may not be too long before gold tumbles through its current levels of resistance.

These currency factors coupled with expectations of more central bank gold selling and a slow down in dehedging could mean that the hedge funds currently supporting gold may change their positions, resulting in a run down in the gold price.

Platinum is another of SA`s key exports and Anglo Platinum`s announcement last week that it would produce 100000 ounces of platinum less this year than it had forecast does not appear to have had a detrimental effect on the platinum price.
The platinum spot price was trading at around $666/oz yesterday. The platinum price has risen 7,07% since the start of the year.

Derek Engelbrecht, marketing executive at Impala Platinum, says supply and demand are pretty much balanced in the platinum market now. The platinum spot price has averaged $657/oz since the start of the year. Platinum rose to its year high of $710,50/oz in March and hit a low of $605,50 in May. Engelbrecht says he thinks it likely that in the next few months platinum will continue to trade in a range of $640/oz to $680/oz. He says that when the spot price slides below $650/oz, it is evidence that Chinese jewellery makers had come in to the market to buy. "When the market breached 650/oz, on the downside there is a lot of buying," says Engelbrecht.

This acts as a kind of physical support for the platinum price.


BDFM Publishers / Business Day ZA - 10.07.2003
Früher oder später kehrt alles wieder mal zum Golde zurück ... *g* - Naja, zumindest im übertragenen Sinne, auch wenn es schon mal eines Anstosses bedarf. Von daher `danke`, @konradi - hast einen guten Thread hier. Nun, wirklich weg vom Golde war und bin ich ja nicht, freilich von den Minen [es gab (und gibt) zwischenzeitlich woanders einfach leichter Börsengeld zu verdienen, durchaus auch, immer noch, »perspektivisch«].

@konradi,

damit meine ich gar nicht mal den EUR, wo man zzt. sicher aufpassen muss. Damit zu Deinem Hinweis in @dosto`s Thread auf #517:

klar ist auch, das Europa und Japan beim Sturzflug wieder den Autopiloten einschalten werden
Mir nicht.

Aber ob der Euro in absehbarer Zeit wirklich noch auf 1,40 steigen wird, darf wohl doch langsam bezweifelt werden
Yo. Wir haben einen >1-jährigen, relativ steilen Uptrend. Und es gibt Interessen (imo v.a. von potentiellen »Investoren«), den zu knacken. Insofern ist die Zeit für 1,40 nicht absehbar.

Gurus, liefert Argumente !
Ich bin kein Guru, und will auch keiner sein und werden, :p
OK - Du hast ja die Gabe, mich doch schon mal zu einer Reaktion hinzureissen ...

Kfr. sehen sowohl der EUR als auch der POG nicht besonders gut aus. Und viele sehen auf die Charts, und da ist beiden noch 2-3 % Platz, ohne die aktuellen übergeordneten Uptrends zu gefährden. Freilich indiziert des jeweilige Sentiment schon jetzt »kontra«, beim POG durchaus mit einer mfr. Relevanz. Für den EUR wäre die aktuelle Reaktion in ihrer prozentualen Dimension damit deutlich größer als zuvor im Uptrend, was indizieren könnte, dass es mit dem Uptrend eher früher als später vorbei sein könnte, zumindest aber eine ausgedehntere Seitwärtsbewegung wahrscheinlich machte.

Damit wäre ein Marktkorrektiv bis auf weiteres »entzaubert« - was die Angelegenheit für ernsthafte - oder, vielleicht besser: konservative - Investoren angesichts einbrechender Rentenmärkte weltweit nicht einfacher machte, auch wenn ein Herr Fugger in Diensten der Angelsachsen das suggeriert bzw. gern suggerieren möchte.

Es ist unter diesen Aspekten imo erstmal nicht grundfalsch, eine De-Korrelation von USD und POG anzunehmen - warum sollte ein Teil des Geldes, was den `save haven`, die bonds, aufsuchte, nicht auch in den `save haven` Gold einlaufen ...
Ein größerer Teil wird (imo) freilich in in liquidere, dividendenstarke und(!) relativ -sichere Aktien fließen, womit ich indes nicht Fuggers These stütze. Warum sollte das Kapital NUR in relativ wie historisch teure US-Aktien fliessen? Nur weil ein Herr Fugger das in tw. hanebüchener Weise konstatiert? - Wohl kaum ...

>Schon der jüngste Rückgang auf einen Wechselkurs von etwa 1,14 deutet darauf hin<
? - Bis dahin hatten wir nur eine Konsolidierung im Ausmaß der beiden vorherigen im Uptrend.

>die EZB wird die Leitzinsen in den kommenden Monaten wohl noch deutlich senken müssen.<
Ja? Warum `müssen`? Um die Exportindustrie vor der Pleite [:laugh:] zu schützen, resp. deren Fehlinvestments zu protegieren? Um den Banken noch mehr Geld zum Spielen zu geben? - Auch der Kontext zu seinem Vorsatz ist reichlich abstrus ...
Die bisherigen Zinssenkungen der EZB sind (im historischen Kontext) so gut wie nicht beim Verbraucher angekommen - warum sollte eine weitere Zinssenkung nun dort ankommen? Im übrigen ist es nicht so, dass die Verbraucher insgesamt einen Geldmangel haben - es stellt sich, neben einem gewissen Verteilungsproblem, ein Vertrauens- und ein Sättigungsproblem dar.
Ein Grund könnte indes sein, die EU-Devisenreserven vor der Schwindsucht zu retten. Das würde zwar (theoretisch) dem EUR schaden, aber (auch) wohl kaum dem POG.

>Der Zinsvorteil von Euro-Anleihen gegenüber Dollar-Bonds wird sich folglich verringern, und das stärkt den Dollar
Selbst wenn die EZB a la FED in den Boden senkte, stärkt das den USD erstmal nur theoretisch, wie die Vergangenheit »vice versa« zeigte. Der schlaue Mann sagt ja selber ganz in fett >Finger weg von Dollar-Bonds< .
OK - das Geld soll ja in US-Aktien fliessen ... Warum?

>Die USA waren in den vergangenen Jahrzehnten stets die Konjunkturlokomotive, und das wird diesmal nicht anders sein.<
:D - aah, deshalb, nur! Was der gute Mann alles so weiß ....
Und wie banal einfach - daß kann nicht nur, das MUSS daher so kommen ...

>amerikanische Aktien seien sehr teuer. Sind sie das wirklich?
Ja, wo lese ich sie denn, die konkrete Antwort ...? Weiß er doch nicht alles, oder gar NICHTS? Das ist traurig.

>Wesentlich wahrscheinlicher, wenn auch bislang von kaum jemandem erkannt, erscheint ...<
Yo - der USD errreicht in 1 Jahr die Parität nur(!) via US-Aktienkäufe, bei zeitgleichen US-Bond-Verkäufen (wie er sie ja empfiehlt) ... hintenan direkt noch eine halbe Handvoll konkreter Tips, selbstverständlich, :D
DAS ist doch, ääh ... noch ein wahrer Guru ...

investival
Jetzt wo POG und Euro stark zurückgefallen sind, desto stärker mehren sich weitere negative Meinungen. War es unter solchen Umständen nicht immer so, dass dann die Wahrscheinlichkeit eines Rebounds am größten ist ?

@investival

Erinner mich noch an Deine letzte charttechnische Prognose für den Euro, in der du angenommen hattest, dass der Euro die 1,14 möglicherweise nicht unterschreiten wird. Sollte Dich dieser Bruch zu dieser neuen Einstellung gebracht haben ?

Gruss
niemandweiss
Jetzt wo POG und Euro stark zurückgefallen sind, desto stärker mehren sich weitere negative Meinungen. War es unter solchen Umständen nicht immer so, dass dann die Wahrscheinlichkeit eines Rebounds am größten ist ?

@niemandweiss

Das ist auch eine dieser Kloparolen die mal zutreffen und mal nicht zutreffen.;)
@niemandweiss,

Deine Annahme ist so grundfalsch nicht, als das ich sie als `Kloparole` bezeichnen würde. Aber es ist schon im Prinzip so, wie @Imoen sagt, und nur die Sentiments holen uns die Kohlen nicht unbedingt aus dem Feuer, `weil das immer schon so war`. Ich denke aber, die Wahrscheinlichkeit spricht bei den aktuellen Sentiments schon eher für den EUR-Rebound, auch wenn er vielleicht nur kfr. sein mag.

Sollte Dich dieser Bruch zu dieser neuen Einstellung gebracht haben?
Na, ganz so schnell drehe ich meine Fähnchen nicht in den Wind, *g*
Allerdings gilt es auch, sie vom etwaigen Sturm nicht zerfleddern zu lassen.

Richtig - ich hatte auf Basis fundamentaler Überlegungen den Halt des 1,14er Niveaus avisiert, und gleichzeitig eine gewisse Notwendigkeit dessen für ein nachwievor einwandfreies charttechnisches Bild herausgestellt. Auch nach dem Break habe ich positive Aspekte resp. Bedingungen für den Fortgang der EUR-Hausse eruiert.

Nun sind Recht haben und Recht bekommen an der Börse 2 verschiedene Dinge, und es macht auch an der Börse keinen Sinn, unbedingt Recht haben zu müssen. Die technische Situation sieht, noch intakter Uptrend und Rebound hin oder her, einfach etwas angespannter als in den letzten Konsolidierungen aus. Wobei man aber auch von dieser Warte aus bedenken sollte, dass ein Rebound (zu dieser Neckline um die 1,1420) in/nach solchen Trends ziemlich wahrscheinlich ist, und der Rebound umso heftiger ausfällt, je tiefer vorher der Fall ist.

Und man muss sehen, wer sich in dem `Markt` verstecken könnte ... [In diesem Kontext habe ich noch von keinem eine plausible Antwort bekommen, warum die NB sich in den letzen 2 Jahren mit US-Treasuries geradezu eindeckten, trotz negativer Zinsdifferenz zum EUR, trotz evidenter und dann vollzogener USD-Abwertungstendenzen]. Heute jammern die NB (EZB, Bundesbank) über schmelzende Devisenreserven und einen halbierten Bundesbankgewinn, und es ist von daher gut möglich, dass die NB nun »mit Gewalt« versuchen, sich aus dieser Klemme zu befreien, mit der gleichzeitigen Absicht, die Aktienmärkte hochzuhalten, vielleicht auch, um die weltweit beginnende Anleihenschwächen abzufedern.

Die offene Frage ist, ob das an den hochliquiden Devisenmärkten mit einer gewissen Nachhaltigkeit gelingt, geschweige denn solche Aktionen »für das Ganze« nützlich sind ... Ich bezweifele jedenfalls letzteres (und deshalb auch meine als Möglichkeit ins Feld geführte Dekorrelationsannahme des POG zum USD, sollte der EUR tatsächlich kippen), und halte ersteres anhand der aktuellen technischen Fingerzeige für etwas möglicher als vorher und stelle mich darauf, genauso, wie auf den Rebound, ein. Mehr als einen Rebound zu erwarten, ist imo zzt. leider nur spekulativ.

Meine grundsätzliche Meinung zum USD ist damit keineswegs verändert - dazu bedarf es schon anderer Ereignisse als technisch orientierte Spielereien im EUR/USD von wem auch immer, geschweige denn solcher »Fachbeiträge« wie denen eines Herrn Fugger.

investival
@ investival
auf alle Fälle Dank ich für deine Stellungnahme. Ich hatte zu der Zeit einen Euro-Call gehalten und auf den Erhalt der 1,14er Marke gehofft, bin dann vorsichtshalber aus diesem Call wieder ausgestiegen. Jedenfalls scheint der Euro diese Marke gerade wieder anzupeilen. Bleibt abzuwarten, wie es sich weiter entwickelt ...

niemandweiss :p

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@ investival

...ich hab schon geahnt, das der "Fugger-Artikel" Ärger bei den "Dogmatikern" unter den goldbugs auslösen wird – genau deshalb gehört er auch reinkopiert in diesen etwas "weltlichen" Thread ...;)

Fuggers Annahme wonach die EZB ihre Leitzinsen wird senken müssen leuchtet mir schon ein - selbst unser Kanzler macht sich ja Sorgen : "Ich gehe davon aus, dass die klugen Menschen in der Europäischen Zentralbank jeden Tag diskutieren, ob sie im Rahmen des Dollar-Euro-Wechselkurses genug tun, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Exporte zu erhalten" – und niedrigere europäische Leitzinsen haben nach meinem bescheidenen Laienwissen nun mal eine Aufwertung des Dollar zur Folge, mit wiederum entsprechender Konsequenz für den Goldpreis.

Ein fast 40 prozentiger Dollar-Wertverlust innerhalb von 16 Monaten ist Gift für Europas Wirtschaft. Und ich denke das auch das "smart money" (mal abgesehen von George Soros) - mit seinen international gestreuten Depots kein Interesse an einem längerfristigen (!!!) Währungsdiscount hat. Der Euro ist nicht mehr die popelige D-Mark, deren ökonomisches Potential aus US-Sicht stets zu mickrig war, um darauf Rücksicht nehmen zu müssen. Nein, es wird eine Kooperation USA – Europa - Japan geben müssen, um die Währungsbalance aufrecht zu erhalten, bzw. den "Herdentrieb" zu unterminieren - anderenfalls verlieren alle, die "im Boot sitzen"...

Die offene Frage ist, ob das an den hochliquiden Devisenmärkten mit einer gewissen Nachhaltigkeit gelingt, geschweige denn solche Aktionen »für das Ganze« nützlich sind ... Ich bezweifele jedenfalls letzteres (und deshalb auch meine als Möglichkeit ins Feld geführte Dekorrelationsannahme des POG zum USD..

Jau ! - Ob das "für´s Ganze (!!!) nützlich" ist kann ich als Laie nicht beurteilen, auch wenn mir völlig klar ist, daß das 550 USD Milliardenloch in der amerikanischen Leistungsbilanz nicht auf ewig über ausländische Kapitalströme ausgleichen läßt.

Dennoch ist Fuggers Argument wonach sich der Zinsvorteil von Euro-Anleihen gegenüber Dollar-Bonds verringern und damit den Dollar stärken wird - [muss] - (mit entsprechender Auswirkung auf den "save haven Gold" ) ist m. E. nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die De-Korrelation von USD und POG wird m.E. erst einsetzen, wenn die Unze 400 Dollar kostet, denn erst dann (!!!) verliert das "Gold Cabal" – wenn man das mal so mit aller Vorsicht äußern darf ;) – seine alles dominierende Interventionskraft. Und allein diese mittelfristige Zielvorgabe ist Basis meiner Spekulation. - Klar: wer schlau genug ist, bringt seine Schäflein auch durch traden von "Tournigan"und "Silverado" ins Trockene. Wer dazu keine Lust hat, wartet brav auf Elliots Korrekturwelle "C" oder macht es - wenn er es denn kann - ;) - eben a la "dosto" ...

Gruß Konradi


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Fannie Mae und Freddie Mac

Eric Fry



Letzte Woche erhielt ich den Leserbrief eines französischen Lesers: "Bonsoir, J`aimerais bien connaître l`opinion de M. Eric Fry en ce qui concerne Freddie Mac et Fannie Mae, les grandes firmes americaines de refinancement hypothecaire. Merci."
Übersetzung – Bill Bonner sei Dank: "Ich würde gerne die Meinung von Eric Fry über Freddie Mac und Fannie Mae, die beiden großen amerikanischen Hypothekenbanken, erfahren. Danke."

Ich freue mich, persönlich angesprochen zu werden. Aber ich werde diese Bitte nicht erfüllen. Ich werde keine Meinung abgeben. Aber ich werde froh eine Reihe von skeptischen Beobachtungen in Bezug auf Fannie Mae abliefern. Um es vorweg zu sagen: Meine Beobachtungen führen nicht dazu, dass ich die Aktie von Fannie Mae mag oder nicht mag – sondern eher dazu, dass ich sie fürchte.

Es ist nicht leicht, zu einer Aktie, die ein KGV von 9 hat, eine negative Einstellung zu bekommen. Aber das heißt nicht, dass es schwierig wäre, sie zu fürchten. Fannie ist wie ein sehr leckeres Dessert mit wenigen Kalorien – einfach zu gut, um wahr zu sein. Angefangen bei den Garantien der Regierung für das Geschäft von Fannie Mae bis hin zum unglaublich konsistenten Ertragswachstum – es gibt fast nichts an Fannie Mae, das NICHT zu gut ist, um wahr zu sein. Die Gesellschaft ist ein finanzielles Wunder.

Wenn eine Hypothekenvergabe-Institution ihre Gewinne Jahr für Jahr um das Vielfache des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes steigert, dann ist da etwas zu gut, um wahr zu sein ... besonders dann, wenn diese spektakulären Wachstumsraten Hand in Hand mit einem gleichfalls spektakulären Anstieg der Schulden gehen. Irgendwie schafft es Fannie Mae, Jahr für Jahr ein glattes und konsistentes Gewinnwachstum vorzuweisen.

Wie passiert das? Ist es Magie? Oder einfach ein brillantes Management?
Die Investoren müssen glauben, dass es letzteres ist, denn sonst hätten sie Fannie Mae bei der Bewertung nicht eine Prämie gegenüber den anderen Hypothekenbanken zugestanden. Fannie Mae hat ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von fast 4. Zum Vergleich: Die Citibank und die Bank of Amerika haben beide ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von ungefähr 2,5.

"Fannie (Mae) und Freddie (Mac) betreiben beide gleiche Art der `Glättung` der Gewinne",so Robert Tracy, führender Analyst bei Apogee Research. Tracy hat sich tief in die Zahlen von Fannie Mae und einigen anderen Hypothekenbanken gegraben. "Natürlich bezeichnen die Buchhalter von diesen Hypothekenbanken ihre ungewöhnlichen Bilanzierungspraktiken als `akkurater` und `für den Investoren hilfreicher` als die konventionellen Bilanzierungsvorschriften nach GAAP. Aber diese Feststellung kann man sehr in Frage stellen", so Tracy. "Eins ist allerdings sicher – die kosmetisch verschönerten Gewinne haben mitgeholfen, die Kurse und Bewertungen zu erhöhen. Und eine höhere Bewertung bedeutet auch größere Zahlungen für das Management, das jede Menge Aktienoptionen besitzt."

Tracy meint, dass die Ära des "Gewinnglättens" bald zu Ende gehen könnte. Wenn das der Fall wäre, dann wäre auch der Bullenmarkt bei den "operativen Gewinnen" vorbei. Was wiederum bedeutet, dass sich die Premium-Bewertungen, die Titel wie Fannie Mae erreicht haben, in Luft auflösen werden.

Tracy weiter: "Das Hypothekengeschäft, das Derivate nutzt, um die verschiedenen Zinsänderungsrisiken abzusichern, würde von Natur aus sehr schwankende Gewinne aufweisen, wenn man nach GAAP bilanzieren würde. Um diese Gewinne zu glätten, haben sowohl Freddie als auch Fannie auf `pro forma`-Gewinne umgestellt. Eine Methode, bei der Fannie ihre pro forma-Zahlen als `Kerngewinne` vorstellt, und Freddie bezeichnet diese als `operative Gewinne`. Sie haben die Investmentgemeinschaft dazu ermuntert, nicht auf die Gewinne laut GAAP zu sehen, sondern auf die pro forma-Gewinne, die bestimmte Posten ausschließen, wie den Einfluss von Wertänderungen der Derivate. "

"Im Hauptquartier von Fannie Mae spricht das Management weiterhin von `Kerngewinnen`. Ich denke, man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie versuchen, das Beste aus den Dingen zu machen – solange sie damit durchkommen. Die pro-forma-Gewinne von Fannie Mae zeigen schließlich einen befriedigerenden und konsistenteren Gewinntrend als die schwankenden Ergebnisse, die man laut GAAP erhalten würde. Und die pro-forma-Gewinne für die letzten 6 Quartale lagen bei Fannie Mae bei 9,7 Mrd. Dollar, während sie sich laut GAAP auf 8,5 Mrd. Dollar belaufen hätten. Wer würde nicht gerne einen Zuwachs von 1,2 Mrd. Dollar bei den Gewinnen haben, nur durch eine andere Bilanzierungspraxis? Man muss zugeben, dass die Umstellung auf die pro-forma-Gewinne für Fannie Mae selbst nur Vorteile bringt: Nicht nur, dass das Gewinnwachstum plötzlich stetiger geworden ist – nein, plötzlich sind die Gewinne der letzten 6 Quartale auch 1,2 Mrd. Dollar größer!"

"Also, kennen wir alle schlechten Nachrichten über die Hypothekenbanken?" fragte ich. "Immerhin hat der Chairman von Freddie Mac, Shaun F. O`Malley, am 25. Juni erklärt: `Die Gesellschaft bleibt sicher und gesund.`"

"Ich glaube ihm nicht", antwortete Tracy. "Ich denke nicht, dass er lügt. Aber er könnte falsch aufgefasst werden. Die Investoren haben immer noch keinen Zugang zu genug Details, die es ihnen erlauben würden, mit Vertrauen in die Aktien von Fannie Mae zu investieren."

Mit anderen Worten – bei den Hypothekenbanken macht Ignoranz nicht glücklich.
Die Business Week fragt provokant: "Was wäre passiert, wenn Freddie bei der Zinsentwicklung auf die falsche Richtung gesetzt hätte, oder wenn die anderen Banken sich geweigert hätten, die Anleihen von Freddie Mac (die diese zur Refinanzierung herausgibt) zu kaufen? Die Probleme von Freddie zeigen nur, wie wenig man über die innere Arbeitsweise dieses Hauses weiß. Und sie weisen deutlich auf das Risiko hin, dass die Märkte das Vertrauen in die Fähigkeit des Managements von Freddie Mac verlieren – in die Fähigkeit, das große Portfolio mit Derivaten zu managen."

Wenn diese Gesellschaften nicht so groß wären, könnte es uns egal sein, wie sie ihre Derivate verbuchen. Aber Freddie Mac und Fannie Mae sind nicht nur ein Teil des US-Hypothekenmarktes – sie sind der US-Hypothekenmarkt.

"Fannie und Freddie haben in ihren Bilanzen jetzt astronomische 1,6 Billionen Dollar stehen, nach 962 Mrd. Dollar im Jahr 1999", so die Business Week. Und der Contrary Investor schreibt: "Das sind die Leute im Herzen der (und verantwortlich für die) aktuelle(n) Kreditschaffung unseres wirtschaftliche Systems." Viele dieser Hypothekenbanken haben große Positionen an Derivaten, als Komponente ihres Risikomanagements in Bezug auf Kreditvergabe und Zinsänderungen. Und diese Derivate-Transaktionen laufen völlig außerhalb des regulierten amerikanischen Bankensystems.

Nicht überraschend ist es, dass diese zwei gigantischen Kreditgeber auch einen riesigen Einfluss auf die gesamte US-Wirtschaft haben. Im letzten Jahr flossen durch die Hypotheken bestehender Hypotheken zusätzliche 100 Mrd. Dollar in die Taschen der Konsumenten, und diese Entwicklung hat sich in diesem Jahr noch beschleunigt, was den schweren Rückgang bei den Investitionen kompensiert. Wenn diese beiden Gesellschaften die Wirtschaft mit gerade Mal einer Hand stützen können – könnten sie die Wirtschaft dann nicht auch mit einer Hand abstürzen lassen?

Ist es eine Übertreibung, anzunehmen, dass ernsthafte Probleme bei einer dieser beiden Gesellschaften ernste und besorgniserregende Konsequenzen für ihre Aktienkurse, den Immobilienmarkt, den Anleihenmarkt, den Dollar und die US-Wirtschaft allgemein hätten?

Jim Grant schrieb dazu im Grant`s Interest Rate Observer: "Was ein Sterblicher leicht sehen kann, ist, dass ein Unfall bei Freddie sowohl ein Unfall des Dollars als auch ein Unfall der Unternehmens-Finanzen sein würde." Mit anderen Worten – die Volatilität der Finanzmärkte unter Kontrolle bringen zu wollen, ist ein bisschen so, wie einen Sack Flöhe hüten zu wollen. Wer kann schon sagen, was für Traumata aus der "brave new world" der Volatilität von Fannie Mae und Freddie Mac entstehen könnten? Niedrigere Aktienkurse scheinen mir da noch das "best-case"-Szenario zu sein.

"Ich hoffe das Beste", so Tracy, "aber ich fürchte das Schlimmste. Jetzt, wo die zwei prominentesten Mitglieder der Hypothekenbanken-Familie im hellen Licht der Enthüllungen stehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Aktienkurse die Volatilität der realen Welt und die Unsicherheit ihrer Gewinne widerspiegeln. Und `Unsicherheit` ist nur ein anderes Wort für `fallende Aktienkurse`".





zum Thema siehe auch:

http://www.ftd.de/ub/fi/1056459051357.html?nv=se

http://www.ftd.de/ub/fi/1055680377951.html?nv=se
.

....ach, gerade lese ich Nabil Khayats heutigen Marktkommentar. - Der Ärmste hat für das ausbleibende topping-out jetzt die Umschichtungen der amerikanischen Pensionskassen ausfindig gemacht : Eine "Verlagerung von nur 1 % macht etwa 50 Mrd. USD aus, was nicht selten dem Tagesvolumen von NASDAQ und NYSE entspricht"

hmm, kommt ihm etwas spät, dieser Gedanke ...;) – aber das niedrig verzinste US-Bonds als Anlage nicht taugen, hat Fugger ja immerhin erwähnt ...;)

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@konradi,

Ärger bei den "Dogmatikern" unter den goldbugs auslösen wird
Naja, ich bin wohl der einzige ... auch insofern ist mir nicht bange ums Gold, *g*

Gerade das Du kontroverse Artikel recherchierst, findet im übrigen meine grundsätzliche Anerkennung, und ist »für die eigene Denke« nur hilfreich, man wird so gefordert, sich immer wieder zu hinterfragen, sich nicht im eigenen Wohlgefallen zu ergehen (und hernach vielleicht unterzugehen).

selbst unser Kanzler macht sich ja Sorgen ...
Zu dem habe ich im Dollar-Thread hier schon was geschrieben, das muss reichen.

Ein fast 40 prozentiger Dollar-Wertverlust innerhalb von 16 Monaten ist Gift für Europas Wirtschaft
Das ist - trotz guter Beispiele, wie man damit als kompetentes, weitsichtiges Management umgeht (Porsche) - per se gesehen richtig, und richtig in Anbetracht der allgemeinen Hochjubelung der US-Ökonomie, die bekanntlich zu fatalen Fehlentscheidungen in nahezu sämlichen großen dt. Firmen geführt haben, die nun, »natürlich«, den Medien und dem Kanzler die Ohren voll jammern.
Man kann aber (nicht grundsätzlich, aber zu guten Teilen) auch anders herum argumentieren, sieht man mal den vorher gleichermaßen vollzogenen USD-Anstieg aufgrund der irrigen Annahme einer ewig, ununterbrochen(!) prosperierenden (US-)Ökonomie wider besseren Wissens (Japan Ende der 80er).

Licht lockt Motten an, und wenn die Lichtquelle zu grell ist, verrecken sie - die strohdummen, gierigen verbrennen, die verzweifelten, rechthaberischen erschöpfen. Man kann sicher darüber diskutieren, ob das ein humaner Selektionsprozeß ist [abgesehen davon, dass der Vergleich hinkt, aber mir fällt adhoc kein besserer ein, *g*], aber die Natur ist in ihrer Überlebensausrichtung »selektiv« ausgelegt, dass die Schlaueren, Resistenteren etc. weiterkommen, und unser System, »das Ganze«, ist es analog. Ich habe einfach Bedenken, wenn auf die, die - sich ansonsten völlig systemkonform(...!) gebärdend - nun ob ihrer Fehler straucheln besondere Rücksicht genommen wird, geschweige denn auf Kosten derer, die daran überhaupt nicht beteiligt waren. Ich sehe darin eine Systemgefahr, habe freilich immer noch den Optimismus, dass es letztendlich der Markt - das, wofür wir alle sind - doch noch richtet, so oder so. Falls das der liquideste Markt, der EUR/USD-Devisenmarkt »in seinem Metier« nicht schaffen sollte, werde ich halt weniger optimistisch, und kaufe noch mehr Gold, *g*

auch wenn mir völlig klar ist, daß das 550 USD Milliardenloch in der amerikanischen Leistungsbilanz nicht auf ewig über ausländische Kapitalströme ausgleichen läßt
sic!

es wird eine Kooperation USA – Europa - Japan geben müssen, um die Währungsbalance aufrecht zu erhalten, bzw. den "Herdentrieb" zu unterminieren
Das sehe ich durchaus ähnlich - die gesehenen Währungswings sind fortgesetzt sicher nicht förderlich, nur muß man halt sehen, daß wir bis jetzt nur eine vorherige Übertreibung korrigiert haben, nicht mehr.

Ich behaupte, bei 1,30 - da standen wir 1995, vor den bekannten `Blasen`, und damit konnte die dt. Exportindustrie durchaus gut leben! - würden sich die Kapitalströme in Anbetracht der aktuellen US- und EU-Daten resp. -Perspektiven »gerecht« kanalisieren, und DANN kommt es darauf an, wer »besser« ist. Ich denke nicht, dass es ein Beinbruch wäre, wenn die noch dieses Jahr erreicht würden (daran glauben tue ich indes aus heutiger Sicht nicht).

Das die Entwicklungsunterschiede zwischen den auf allen Gebieten gleichermaßen hochentwickelten Japan, EU und USA dabei gar nicht so groß sind wie uns bestimmte Kreise (u.a. die Derivateindustrie!) weis machen woll(t)en, muss (auch) meiner Meinung offenbar werden - ungeachtet etwaiger politischer, oft genug nur personenbezogener Klein-Klein-Differenzen zwischen diesen Ländern. [Wobei ich allerdings schon sozio-kulturelle Differenzen zwischen USA/EU und J sehe, die sicher zu berücksichtigen sind]

... wenn die Unze 400 Dollar kostet ...
Durchaus auch meine Annahme, dass es bis dahin dauert. Fakt ist, dass wir [zugegeben: entgegen meiner Erwartung (aber ich bleibe »am Ball«, *g*)] bisher so gut wie keine investive (seitens des »Kapitals«, im weitesten Sinne) Nachfrage nach physischem Gold haben, und selbst ein @Sovereign macht ja lieber in Minen (zumindest öffentlich, *g*[;)]). Viele sehen zudem auf die Charts, und da liegt der letzte Peak (»erwartungsgemäß«) in 380ern - den gilt es erst mal mit Bravour zu toppen, und dazu bedarf es ganz offensichtlich einfach größerer physischer Nachfrage. Und die kommt vielleicht in der Tat erst mit nicht mehr zu bestreitender Inflation, oder (zuvor) bei(/nach) einem Crash eines aktuell favorisierten `save havens`.

Da paßt jetzt Dein Research über die US-Immo-Instis, aber da gehe ich jetzt nicht mehr groß drauf ein, *g*;) Nur soviel: Ich denke nicht, daß wir von daher den Wind bekommen - but: just my thoughts.

investival
Rohstoffe
(11.07.2003)

Die Ölförderung des Irak dürfte am Jahresende bei 1,5 Millionen Barrel am Tag liegen, erwartet der Generalsekretär der Opec.

Der Goldmarkt zeigt auf dem gegenwärtigen Preisniveau ermutigende Anzeichen reger physischer Nachfrage, erklärt Standard Bank.

Gold kostet 2004 durchschnittlich 290 $ und 2005 im Mittel 280 $ je Feinunze, erwartet Barclays Capital.
hätten die gerne:D :laugh: :laugh:



Bei Aluminium in London dürfte die seit längerem zu verzeichnende markttechnische Knappheit wohl auch über den Juli hinweg anhalten, vermutet Macquarie Research.

Aluminium kostet 2003 durchschnittlich rund 0,62 $ und 2004 im Mittel 0,63 $ je Pound, schätzt CSFB.

Am Kupfermarkt ist in den ersten vier Monaten dieses Jahres ein Produktionsdefizit von 151 000 Tonnen entstanden, berichtet die Internationale Studiengruppe für Kupfer. Im gleichen Zeitraum 2002 wurde ein Überschuss von 196 000 Tonnen verzeichnet.

Bei Palladium ist selbst auf dem derzeit niedrigen Preisniveau noch physische Verkaufsbereitschaft zu erkennen, erklärt Standard Bank.

Platin kostet 2003 durchschnittlich rund 602 $ und 2004 im Mittel 525 $ je Feinunze, sagt CSFB voraus.

2100 Tonnen Silber wird China im laufenden Jahr exportieren, schätzt Antaike, das führende chinesische Research-Unternehmen im Bereich der Bergwerks- und Metallindustrie.

Zinn kostet 2004 durchschnittlich 5075 $ und 2005 im Mittel 5200 $ je Tonne, schätzt Barclays Capital.

Am Kaffeemarkt besteht wegen immensen Angebots grundsätzlich Verkaufsbereitschaft, erklärt Refco. Sie dürfte sich voll durchsetzen, wenn die Frostgefahr in Brasilien vorüber ist.

Die Weltproduktion von Kaffee dürfte 2003/04 (Oktober/September) gegenüber der laufenden Saison von 120,32 Millionen Sack (je 60 Kilogramm) auf 104 bis 107 Millionen Sack sinken, schätzt F.O. Licht und gibt den Verbrauch im kommenden Rechnungsjahr mit 110 Millionen Sack an.



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...Gold kostet 2004 durchschnittlich 290 $ und 2005 im Mittel 280 $ je Feinunze, erwartet Barclays Capital...

na dann wissen wir zumindest, welchen Börsenbrief "wardriver" abonniert hat ...:laugh:

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...Katastrophe ? - welche Katastrophe ? ...;)





Tanjong kauft Cargolifter-Halle für ein Viertel der Baukosten

Von Gerhard Hegmann, München



Der malaysische Konzern Tanjong hat jetzt die Verträge zum Kauf der weltgrößten Luftschiffhalle und des rund 500 Hektar großen Grundstücks des insolventen Luftschiffbauers Cargolifter unterzeichnet. Damit werden in Brand bei Berlin wohl endgültig keine Luftschiffe mehr gebaut.

Wie der 1926 gegründete Konzern am Freitag an der Londoner Börse und in Kuala Lumpur mitteilte, beträgt der Kaufpreis 17,5 Mio. Euro. Das wäre ein Viertel der Baukosten von 78 Mio. Euro für die 360 Meter lange, 210 Meter breite und 107 Meter hohe Halle südlich von Berlin, die Ende 2000 fertiggestellt wurde. Der vor allem in den Bereichen Energieversorgung und Wettgeschäft tätige Tanjong-Konzern will in der riesigen Halle mit der Fläche von neun Fußballfeldern das weltgrößte künstliche Tropenparadies errichten. Unter dem Projektnamen "Tropical Island" sind Regenwälder, ein 5000 Quadratmeter großes tropisches Meer mit weißem Sandstrand und 800 Liegestühlen geplant. Vorgesehen sind auch zwei 500 Zimmer-Hotels.

Die Übernahme erfolgt durch ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen zwischen dem Tourismus- und Kreuzfahrtschiffunternehmer Colin Au und Tanjong. Die Verträge zum Kauf der Grundstücke und Gebäude wurden jetzt mit dem Cargolifter -Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning unterzeichnet, heißt es. Au wird Vorsitzender der neuen Eigentümer-Gesellschaft. Tanjong hat sich bis Ende 2008 auch Optionen auf weitere Landflächen gesichert.

Der Verkauf der Cargolifter-Halle und des Grundstücks bedeutet praktisch das Ende für jede Vision über einen Luftschiffbau in Brand bei Berlin sowie auf eine Wiederbelebung des insolventen Unternehmens. In die Idee eines fliegenden Luftschiffkrans hatten über 70.000 Aktionäre rund 320 Mio. Euro investiert. Das Land Brandenburg förderte mit rund 40 Mio. Euro den Bau der jetzt verkauften Halle. Vor gut einem Jahr musste die im Frühjahr 2000 an die Börse gegangene Cargolifter nach mehreren Projektverzögerungen und Kostensteigerungen Insolvenz anmelden. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob das Management die Insolvenz möglicherweise zu spät anzeigte.

70 Mio. Euro für Tropenlandschaft

Tanjong veranschlagt die Investitionskosten zum Umbau der Halle in eine Tropenlandschaft auf rund 70 Mio. Euro einschließlich der Kaufsumme von 17,5 Mio. Euro. Bis Jahresende sollen die Baugenehmigungen vorliegen, so dass der Umbau im ersten Quartal 2004 starten kann. Die Eröffnung ist im vierten Quartal 2004 vorgesehen. Die Verträge sind davon abhängig, ob bis spätestens Ende April 2004 alle Genehmigungen vorliegen.

Nach den Ankündigungen sollen zunächst 500 Arbeitsplätze in dem Tropenparadies entstehen, weitere 500 in den Hotels. Indirekt seien weitere 1500 Arbeitsplätze zu erwarten. Erwartet werden jährlich drei Millionen Besucher. Diese Zahl wird als realistisch bezeichnet, weil das deutlich kleinere Eden-Projekt im britischen Cornwall mit einer Tropenhalle jährlich 1,9 Mio. Besucher zählt.

FTD – 11.07.2003
Ich beneide Leute, die heute schon wissen, was morgen passiert.:cool:
Darum lese ich so gerne den Mahendra.:D
Aber....bei Silber hatte der ne Punktlandung!!!!!!!
J2
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@ jeffery

... wolltest Du mit Deinem Call-Gewinn nicht einen Bummel auf dem "Kudamm" machen ? - Na vermutlich biste davon ja gerade zurück ...;)

Gruß K.
Hallo, hallo, nee, die Tänzer sind los:cry:
Aber kommt noch !!!!!!!
J2
#534 @bluemoons

John Ing, president of Maison Placements Canada Inc. :

The United States continues to face trade and budget deficits. This given serious weakness in the U.S. dollar, falling mine production, producer dehedging and more investment demand for gold.

My expectation is for the next move in gold to be back to $400 an ounce."

Sebastianus
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ich kann damit zwar wenig anfangen, aber wen esinteressiert:
von Onischka gibt´s ne neue Goldpreisanalyse:

http://www.wallstreet-online.de/ws/news/news/main.php?&m=3.1…

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Ist doch ne klare Aussage, es geht hauptsächlich rauf, kann aber auch runter gehen.
Das sind die guten Gründe, die Wellenzähler für Idioten zu halten. Intelligente natürlich.
O. sollte mal Frühsport machen in jeder Hand ne Kurbelwelle, auf und nieder, das macht nen klaren Kopp.
aber, womit verdient er dann sein Geld?
J2
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Junkbonds sind angesagt!

Bill Bonner


Wie kann man bei diesen Märkten Geld verdienen? Mein Kollege und Freund Dan Denning erklärt es mir: "Nun, in den letzten Monaten musste man einfach die schlechtesten Aktien des Marktes kaufen. In meinem Trading-Depot habe ich z.B. nur Hightech-Aktien gekauft ... völlig überbewertete Hightech-Aktien mit aussichtslosem Geschäftsfeld ... und ich habe eine Menge Geld verdient."

Das "smarte" Geld und die Insider, die smartes Geld haben, nutzen diese Situation aus; sie gehen aus diesen Aktien raus. Natürlich muss es für jeden Verkäufer einen Käufer geben. Wer sind diese Käufer? Wem sollten die Insider dafür danken, dass sie die schlechtesten Aktien zu solchen Kursen kaufen?

Die Kleinanleger! Die Mamas und Papas, die in Aktienfonds anlegen ... die kleinen Leute ... Investoren ohne Ahnung. Gott segne ihre Seelen ...

(...)

Trotz der höchsten Arbeitslosenzahlen seit 9 Jahren haben die amerikanischen Konsumenten alleine letzten Mai weitere 7,34 Mrd. Dollar Schulden angehäuft – die Hypotheken nicht mitgerechnet. Im April hatte es bereits einen Zuwachs auf 7,83 Mrd. Dollar gegeben. Insgesamt betragen die Schulden der US-Verbraucher jetzt 1,76 Billionen Dollar.

Ich starre das ganze Spektakel mit offenem Mund an, und ich frage mich, was wohl als nächstes passieren wird. Weitere Hinweise für die Art der Rally, die wir noch vor uns haben, kommen von Reuters:

"Anleihen mit den schwächsten Ratings machen dieses Jahr einen immer größeren Teil der Neu-Emissionen im Junk-Bereich (Anleihen von Schuldnern relativ niedriger Bonität) aus ... die Gesellschaften mit den niedrigsten Ratings, CCC oder tiefer, haben für mehr als 5 Mrd. Dollar Bonds verkauft, nach nur 463 Millionen Dollar in der ersten Hälfte 2002."

"Wenn Sie wissen wollen, welche Performance eine Anleihe dieses Jahr gehabt hat, dann müssen sie nur wissen, wie die Risikoklasse dieser Anleihe ist", zitiert Reuters einen Experten für spekulative Bonds. "Je höher das Ausfallrisiko, desto besser war die Performance dieser Anleihe."

(...)

Und die armen Kleinanleger wissen nicht, was sie tun. Eine Umfrage von Harris zeigte, dass 57 % der Investoren davon ausgehen, dass die Zinsen in den nächsten 2 Jahren steigen werden, aber 65 % "wussten nicht, dass steigende Zinsen normalerweise eine negative Auswirkung auf den Wert von Anleiheninvestments haben."

investor-verlag - 11.07.2003
In den kommenden Tagen wird Gold wohl dei Fibonaaaci-Marke auf 341$ Unze testen.Sinkt es unter diesen Wer, dürfte eine rasche Bewegung gegen oder gar unter 340$ Unze folgen.Abhilfe vermögen nuzr eine ausgeprägte Aufwärtsbewegung im Währungspaar Euro-Dollar oder wichtige weltpolitische Nachrichten zu schffen.Pessimismus ist aber trotz des kutzfristigen Baissetrend fehl am Platz ,das Aufwärtspotential des Goldes ist intakt.Den Einbruch unter 340$ Unze dürften viele Markteilnehmer zum Aubau langfristiger Positionen nutzen.
Auszug aus Finaz und Wirtscahft vom 12.Juli 2003.gruß hpoth
Von den Elliotwaves halte ich auch nicht viel, allerdings nur aus dem Grund weil ich mich nicht mit noch etwas beschäftigen will.

Mir reicht im Grunde Dr. Schulz und meine eigenen oberflächlichen Kenntnisse.

Irgendwelche abgeleiteten Kursziele interessieren mich eigentlich nur sekundär, wichtig für mich ist nur an welchen kurzfristigen Marken etwas geschehen könnte, um eventuell zu kaufen oder zu verkaufen.;)
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Edelmetalle: Fester Dollar drückt Goldpreis

Von Wolfgang Wrzesniok-Roßbach

Verkäufe spekulativ orientierter Marktteilnehmer und der schwächere Euro reichten aus, um den jüngsten Aufwärtstrend des Goldpreises wieder zu beenden. Im Verlauf der vergangenen Woche fiel die Notierung auf 342 $ je Unze und damit auf den tiefsten Stand seit Mai.


Zwischen 342 $ und 343 $ hat sich nun eine stabile Unterstützung herausgebildet. Händlern zufolge gibt es hier aber eine erhebliche Menge an automatischen Verkaufsorders, und ein Durchbrechen dieser Marke könnte schnell zu deutlich tieferen Preisen führen.

Für steigende Goldpreise sprächen derzeit aber weniger fundamentale Gründe, sondern ausschließlich ein wieder festerer Euro-Kurs gegenüber dem Dollar. Auf der oberen Seite findet das Metall die nächsten Widerstände bei 346 und 349 $.

Die indische Goldproduktion könnte auf Grund der fortschreitenden Liberalisierung des Marktes innerhalb der nächsten zehn Jahre von derzeit etwa drei auf jährlich 200 bis 300 Tonnen ansteigen. Derzeit importiert Indien noch 70 Prozent seines jährlichen Goldbedarfs von 800 Tonnen. Die Differenz wird aus Recycling gedeckt.

Der eigentliche Gewinner der vergangenen Tage war das Silber. Festere Preise für NE-Metalle und Umschichtungen von Fonds aus Gold trieben die Notierung bis auf 4,86 $ je Unze, den höchsten Stand seit dem 15. Mai. Der Anstieg änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass zum größten Teil spekulative Anleger auf der Käuferseite standen.

Wie Marktteilnehmer berichten, halten sich industrielle Abnehmer auf dem gegenwärtigen Niveau weitgehend zurück. Das ist ein Umstand, der für eine baldige Abschwächung des Aufwärtstrends spricht. Den nächsten Widerstand findet das Edelmetall zwar erst bei 4,90 und dann wieder bei 5 $ je Unze. Spätestens hier könnten außerdem auch Produzentenverkäufe einem weiteren Anstieg im Weg stehen.

Beim Platin kam es nach einem freundlichen Wochenbeginn im weiteren Verlauf zunächst in New York zu Verkäufen, die mit dem schwächeren Goldpreis in Verbindung gebracht wurden. Dazu kamen dann Abgaben in Japan, die ihrerseits mit der Schwäche des Dollar gegenüber dem Yen begründet wurden.

Die an der Tokioter Rohstoffbörse Tocom viel beachtete Marke von 2400 Yen/Gramm für den Juni-Kontrakt - das entspricht in der Kasse 680 $ je Unze - hatte sich dann im Verlauf der Woche aber erneut als stabiler Widerstand herausgestellt.

FTD - 13.07.2003
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no comment ...;)


Weiter alles nach Plan - aufwärts!

In den USA ist von der Krise nicht viel zu sehen


In den letzten 10 Tagen war ich auf Geschäftsreise in Kalifornien beim US-Vermögensverwalter, Buch-Autor und Forbes-Kolumnisten Kenneth L.Fisher (www.fi.com) und konnte mir selbst ein Bild von der angeblich so großen Wirtschaftskrise in den USA machen.
Fisher Investments hat seinen Sitz in Woodside, nahe San Francisco und damit unmittelbar neben Silicon Valley, der Hochburg der Technologie- und Dot.com-Unternehmen und damit abseits der immer noch sehr vorsichtigen, post-depressiven Stimmung an Wall Street. Von der angeblichen Euphorie und einer zu hohen Bullenquote in den USA kann nicht gesprochen werden. Den meisten Investmentbankern stecken noch immer die historischen Verluste der letzten Jahre in den Knochen und sie agieren weiter eher risikoaversiv.


Insiderverkäufe dienen großteils der Diversifizierung

Aktuell ist in den Medien auch immer wieder von den "hohen Insiderverkäufen" der CEO´s von US-Unternehmen zu lesen und dies wird sehr bearish gedeutet. Fakt ist: Die CEO´s haben in den letzten Jahren gelernt, sich auf ihr Geschäft zu konzentrieren und dass ein hohes Vermögen besser professionell und diversifiziert verwaltet werden sollte, als den überwiegenden Teil in Anteilen in einem Unternehmen zu halten. Für den Aktienmarkt bedeutet dies nur ein generelles Umschichten von einem in mehrere andere Werte und ist markttechnisch eher neutral zu werten.


Fazit

Mein Fazit fällt ähnlich aus, wie das von Ken Fisher nach seinem Deutschland-Besuch bei uns im April diesen Jahres, der in seiner anschliessenden Forbes-Kolumne angesichts des historischen Dax-Rückganges schrieb:
"Reporting live from the war: heavy casualties, with German forces hit worst--75% lost. American and British losses lighter. German life insurers decimated. I`m not gloating, just reporting the facts: In terms of market capitalization, the coalition of the willing is doing much better than the coalition of the unwilling. The U.S. and the U.K. between them account for more than two-thirds of the world`s combined stock market value. The German market is now worth less than Canada`s. Pessimism is thick and pervasive.Business on the streets isn`t as bad as you read about. The economy is weak, but nothing near as weak as the stock market. The depression is more psychological than real. Opportunity is obsolete in their minds. And Munich is ground zero as the insurance capital. The tower of dour."
Von der dramatischen Entwicklung an den Weltbörsen ist in der Realwirtschaft nur eine Gesundung und Rückkehr zu "vernünftigen" Bewertungsmaßstäben festzustellen. Sicher stehen einige Bürogebäude im Silicon Valley leer, doch hier werden ebenfalls nur die exorbitant hohen Mieten der Dot.com-Exzesse bereinigt.


Die Ausnahme wird zur Regel erklärt

Viele unerfahrene Anleger erliegen jedoch nach den hohen erlittenen Verlusten einem fatalen Fehler: Die Ausnahmezeit der letzten drei Jahre - und viele Neubörsianer haben kaum eine längere Erfahrung - wird zur Regel erklärt. Viele ausnahmsweise geltenden Zusammenhänge in diesem Zeitraum (so auch die Anti-Korrelation zwischen den Aktien- und Rentenmärkten) gelten als abgesichert um eine zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Einzelne - zufällig in diesen drei Jahren - zutreffende Indikatoren gelten als treffsicher.
Historische Vergleiche werden ignoriert und dies führt gleich zur nächsten fatalen Fehlentscheidung: Eine bearishe und übervorsichtige Grundhaltung hat sich bei vielen potentiellen Investoren festgesetzt.

Man ist auf negative Meldungen, die das eigene Krisenszenario bestätigen fokussiert und die vielen positiven, zu erwartenden Überraschungen - über die ich in der nächsten Woche schreiben werde - werden ignoriert.
Die Lage ist wesentlich besser als es scheint und wird sich an den Märkten weiterhin positiv bemerkbar machen...





VDAX auf dem Weg zum langfristigen Durchschnittsbereich

Die Volatilität nimmt im Zuge der Marktberuhigung von den gesehenen, extremen Levels weiter ab. Der intakte Abwärtstrend wird den VDAX wohl zurück bis in die Mitte seines langfristigen Durchschnittsbereiches zwischen 15 und 25 Punkten führen.






Im Mai schrieb ich dazu: "Die Peaks - resultierend aus der Russland- und Asienkrise und der hinlänglich bekannten Megabaisse seit Frühjahr 2000 - sollten auf Sicht der nächsten Monate nicht wieder erreichte Extremlevels bleiben."
Allen Unkenrufen zum Trotz hat der DAX seit der letzten Analyse zum VDAX/DAX im Mai um weitere 10% zugelegt. Doch die Skepsis der großen Mehrheit bleibt. Große Sprünge werden dem Dax nun wiederum nicht mehr zugetraut. Das Potenzial erscheint sehr begrenzt.

Die große Mehrheit der Investoren ist weiterhin im Aktienbereich nicht vollständig - oder sogar überhaupt nicht mehr - investiert. Die Liquidität der Marktteilnehmer ist weiterhin - unterstützt durch die massive Geldmengenausweitung der Notenbanken EZB und Fed - sehr hoch.

Die Aktien sind großteils von den zittrigen in die starken Hände gewechselt.

Der Aufwärtstrend sollte sich zusehends verfestigen und im zweiten Halbjahr eher noch an Dynamik gewinnen. Immer wieder auftretende Korrekturen werden durch eine tendenziell abnehmende Volatilität moderat ausfallen. Die Skepsis der Marktteilnehmer bleibt hoch und von Euphorie ist nichts zu sehen. Die großen Investmenthäuser trauen den Börsen kein oder nur noch ein recht geringes Aufwärtspotenzial zu.


Währungssituation hat sich entspannt

Die Währungsentwicklung sollte die europäischen Werte nicht mehr belasten, das derzeitige Kursniveau beim Euro/USD halten wir unverändert für angemessen.


Zweites Halbjahr sollte ebenfalls deutlich positiv werden

Unser Fazit der Analyse vom 13.06.2003 bleibt bis jetzt unverändert:
"Wir favorisierten bereits zu Jahresbeginn das bullishe Szenario, welches sich durch den positiven Verlauf des ersten Halbjahres weiter verfestigt hat. Wir gehen für die zweite Jahreshälfte von einem weiteren, dynamischen Anstieg aus, der die meisten Anleger auf dem falschen Fuß erwischen sollte.

Technische Korrekturen sollten jeweils moderat ausfallen, da viele Anleger noch an den Seitenlinien verharren um einerseits auf nochmals billigere Kurse zu warten bzw. ihre Shortpositionen abbauen zu können."

Der Überraschungsmoment liegt weiter auf der positiven Seite. Fast alle negativen Entwicklungen sind in der Öffentlichkeit bereits lange diskutiert und somit in den Kursen (der Theorie eines effizienten Marktes folgend) ausreichend diskontiert.
So lange Optimisten weiterhin als belehrungsresistent und Pessimisten als Realisten gelten, besteht keine Gefahr für einen größeren - mehr als korrektiven - Rückgang.

WO / www.gruener-vm.de – 12.07.2003


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An den Aktienmärkten rückt die Stunde der Wahrheit näher
- Die allgemeinwirtschaftlichen Folgen eines Rückschlags können enorm sein

Arnd Hildebrandt



Die Aktienmärkte in der westlichen Hemisphäre haben sich in den vergangenen Monaten benommen, als stünde ein immenser Konjunktur-Boom bevor. Überflüssig, zu sagen, dass davon keine Rede sein kann. Der Senkung des Leitzinses durch die Bank of England vom Donnerstag ist nur ein aktuelles Indiz dafür, dass es mit der Wirtschaft in Großbritannien nicht zum Besten steht. Gleiches gilt für die Wirtschaft aller westlichen Industrieländer. Ein weiteres Indiz, diesmal aus Asien stammend, sind die sich mehrenden Hinweise auf eine Rezession in Südkorea. Die Wirtschaft dieses Landes gilt wegen der breiten Palette exportierbarer Industrieerzeugnisse als zuverlässiger Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Und ... und ... und.

Alles spricht dafür, dass die bislang verzeichneten Kurssteigerungen an den Aktienmärkten ein Produkt der extrem hohen Liquidität sind, die vor allem von der US-Notenbank (Fed) bereitgestellt wird. Diese Liquidität wird von der realen Wirtschaft in den USA nicht zu produktiven Zwecken benötigt, denn es wird unter anderem nicht investiert.

Die immense Liquidität soll verhindern, dass Kreditklemmen entstehen, die wiederum eine wachsende Zahl von Unternehmen und privaten Haushalten kollabieren ließen. Neben katastrophalen Folgen für die Wirtschaft würde im Falle eines solchen Kollapses aus den vorhandenen deflationären Tendenzen eine reale, unkontrollierbare Deflation. Das weiß die Fed nur zu gut.

Daher ist sie bis jetzt auch sehr zufrieden über die Kurssteigerungen an der Wall Street gewesen. Abgesehen davon, dass teurer werdende Aktien auch eine Variante der inzwischen willkommenen Inflation sind, drückt sich darin auch Konjunkturoptimismus aus, ob er begründet ist oder nicht. Die Fed hofft nun darauf, dass dieser Optimismus ansteckt und zum Investieren und Konsumieren anregt. Mehr als eine Hoffnung ist dies aber nicht.

Nach dem, was sich in den vergangenen Monaten vor allem bei den Technologiewerten ereignet hat, müsste die Fed nun wieder höchst besorgt sein, dass abermals „irrationaler Überschwang“ entstanden ist oder entsteht. Dass diese Sorge sehr berechtigt ist, beweisen viele Indikatoren, die Aufschluss über die Stimmung unter den Börsianern an der Wall Street geben.

Doch zurück zur Liquidität. Sie ist offenkundig so hoch, dass sie nur zum Teil benötigt wird, um das Bankensystem intakt zu halten und Kreditklemmen größeren Ausmaßes zu verhindern. Der überschießende Teil dieser Liquidität bildet einen Puffer oder eine Versicherung für den Fall, dass plötzlich, aus welchen Gründen auch immer, mehr von diesem Lebenselexier der Wirtschaft benötigt würde. Solange solcher Bedarf nicht besteht, sucht der überschießende Teil nach Anlagemöglichkeiten.

Zunächst haben sich Zinstitel und dann Aktien als „erste Wahl“ für diesen Zweck erwiesen. Vor dem Hintergrund einer extrem schwach wachsenden Wirtschaft und geringer Aussicht auf nachhaltig steigende Unternehmensgewinne können die Kurssteigerungen nur als Fehlleitung von Geld und Kapital bezeichnet werden. Solche „Irrtümer“ haben sich in der Vergangenheit stets gerächt.

Sollte das auf Sand gebaute Kursgebäude besonders an der Wall Street wieder in sich zusammenfallen, was nicht wenige technisch orientierte Analysten für unausweichlich halten, müsste die Fed von vorne anfangen. Dass sie dabei versuchen würde, Einfluss auch auf den Aktienmarkt zu nehmen, steht für viele Kenner der Verhältnisse außer Frage. Doch ob sich der Markt von solchen Eingriffen auf Dauer beeindrucken ließe, erscheint sehr fraglich. In Japan und in anderen asiatischen Ländern hatten Manipulationen der Börsen durch die Notenbanken jedenfalls nie durchschlagenden Erfolg.



taurosweb - 11.07.2003


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Hausse in kleinen Schritten

Der Dax auf Jahreshöchststand bei 3300 Punkten, der Dow auf dem sicheren Weg in Richtung 10.000er Marke: Das alles hätten die leidgeprüften Marktteilnehmer zu Jahresbeginn nicht für möglich gehalten.


Dennoch: Fällig war diese Entwicklung eigentlich längst, denn viele Qualitätsaktien gab es über lange Zeit zum Ausverkaufspreis. Die Hysterie gebar sich selbst und so wurde in der Baisse seit 2001 gnadenlos die Mehrheit der Aktien in den Keller geprügelt. Viele davon haben seit der Jahreswende Boden wieder gutgemacht.

Wie etwa Bayer: Das schlechte Image eines einzigen Medikaments, Lipobay, belastete den weltweit erfolgreichen Konzern, dessen Aktie vor Jahresfrist rund 33 Euro kostete. Negativrekord: 9,80 Euro. Seither hat sich das Papier verdoppelt, da Bayer etliche Klagen in den USA abwenden konnte.

Wer ist was wert an der Börse?

Schlechte Nachrichten wurden und werden seit Platzen der Tech-Spekulationsblase und den Zeiten der gefälschten Bilanzen á la Worldcom und Enron hart bestraft. Allerdings traf es dabei auch durchaus werthaltige Konzerne hart, wie etwa den weltgrößten Versicherer Allianz, der mit knapp 40 Euro zum echten Schnäppchen für jene wurde, die einen kühlen Kopf behielten und sich derzeit über 77 Euro freuen können – Tendenz steigend, denn bei der Allianz herrscht der große Kehraus: Mehr Profit muss her.
Tatsächlich liegen die Aktienkurse vieler Unternehmen noch unter ihrem eigentlichen Buchwert, bestehend aus Bar- und Anlagevermögen. Wer sie ausfindig macht und solche Aktien erwirbt, bekommt quasi Geld geschenkt. Denn Überbewertungen mögen platzen wie Seifenblasen, zu billige Aktien werden jedoch ihren Wert immer erreichen, und sei es durch eine Übernahme.

Das Who is Who der Fusionitis

Denn nicht nur die rationalen Analysen der Anleger treiben die Kurse. Auch die Fusionsphantasie ist wieder erwacht. Das betrifft nicht nur deutsche Konzerne, sondern lässt sich derzeit weltweit belegen. Wichtig: Aussichtsreiche Übernahmekandidaten schwächeln nicht, sondern haben in ihrer Nische ein führendes Know-How und verdienen womöglich viel Geld damit.

Beispiel MAN: Die traditionsreiche "Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ baut gute Lkw und Maschinen, aber auch Busse. Die sind Verlustbringer und darum geht es MAN nicht wirklich gut. VW ist nun im Gespräch, die Sparte Nutzfahrzeuge zu kaufen und wäre damit auf einen Schlag der Drittgrößte in der Branche. Der Rest von MAN würde dann filetweise anderweitig verkauft.

Beispiel Buderus: Bosch schluckte den weltweit führenden Anbieter von Heiztechnik und –kesseln. Ein auf den ersten Blick "langweiliges" Business, mit dem allerdings richtig Geld verdient wird.

Beispiel Beiersdorf: Die Marken Tesa und Nivea stehen nicht nur für sich, sondern synonym für ihre Produktsparten als solche. Die Allianz als größter Anteilseigner überlegt derzeit, wem sie ihren 40-Prozent-Anteil verkauft. Vielleicht macht Kaffeeröster Tchibo das Rennen, der bereits über 30 Prozent an dem Hamburger Unternehmen hält. Auf jeden Fall bliebe die Cash Cow Beiersdorf dann in deutschen Händen, denn auch in den USA wecken die unterkapitalisierten und darum oft viel zu billigen deutschen Unternehmen Begehrlichkeiten.

Beispiel Wella: Einer der Inbegriffe für Haarkosmetik weltweit wanderte in die Hände der amerikanischen Procter & Gamble. Wer vor der Übernahme Wella-Aktien hielt, freut sich nun über 50 Prozent Wertzuwachs, es sei denn ihn ärgert die Übernahme "seines" Unternehmens.

Übernahmen rollen weltweit an

Die Reihe potentieller Kandidaten ließe sich beliebig fortsetzen mit klangvollen Namen wie Celanese, Schering, Beru oder Continental, die immerhin vor einigen Jahren die feindliche Übernahme durch Pirelli abwehren konnte. In der vergangenen Woche schließlich platzten dann gleich mehrere Übernahmenachrichten in die Aktienszene: Der kanadische Aluminiumhersteller Alcan will den französischen Konkurrenten Pechiney übernehmen. Ziel: Nummer 1 auf dem Aluminiummarkt zu werden. Der weltgrößte Hersteller von Datenspeichern, EMC, kaufte den Softwarehersteller Legato für 1,3 Milliarden Dollar in Aktien.

Tech-Werte mit Cash in der Tasche

Gerade in der geprügelten High-Tech-Branche nämlich gibt es viele Unternehmen, die über genügend Geld in der Kriegskasse verfügen, wie der Versuch des weltweit führenden Datenbankherstellers Oracle belegt, für 6,3 Milliarden Dollar den Konkurrenten Peoplesoft aufzukaufen, um bei Unternehmenssoftware ein wenig zum Weltmarktführer SAP aufschließen zu können. Microsoft gar, Krösus der Softwarebranche, überlegt derzeit, ob es 10 von seinen über 40 Milliarden Dollar Barmitteln an die Aktionäre ausschüttet.

Von Chips, Schweinezyklen und guten Aussichten

Schließlich sind da auch noch die Chiphersteller. Die Preise für Speicherchips sollen sich 2004 endlich wieder erholen, prophezeien Marktforschungsunternehmen wie JP Morgan. Rund 25 Prozent sind drin, schätzt der US-Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA). Prompt ziehen auch die Aktien der Chiphersteller wieder an. Was allerdings bei diesen Titeln nicht verwunderlich ist, da sie dem besonders aggressiven "Schweinezyklus" unterworfen sind. Der Branchenjargon beschreibt nichts anderes, als das extrem hohe Innovationstempo in der Chip-Industrie, mit deshalb extrem kurzen Produktzyklen, die mit sehr hohen Stückzahlen einhergehen.

In der Folge bauen alle Speicherhersteller in rasantem Tempo ihre Produktion aus, die schnell zum Überschwemmen des Marktes führt, worauf die Preise purzeln. Da Chips Massenware sind und die Investitionen für eine Fabrik rund 1 Milliarde Euro im Durchschnitt betragen, überleben nur Unternehmen mit ausreichender Kapitaldecke die unweigerlich folgende Durststrecke. Freuen kann sich da auch die deutsche Infineon. Zwar ist die Aktie vom Emissionskurs noch weit entfernt, hat aber ihr Tief bei 4,80 Euro lange hinter sich gelassen und nun die 10er Marke erklommen. Kursziel der Bank UBS Warburg: 17 Euro.

dw-world.de – 11.07.2003
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Dubai klont die Kontinente

Was macht ein Scheich, wenn das Bauland knapp wird? Er lässt Inseln bauen! Gewöhnliche Eilande reichen aber Dubais Kronprinzen nicht aus: Die Inseln sollen von oben aussehen wie die Kontinente der Erde.


Kronprinz Scheich Mohammed bin Raschid el Maktum will vor Dubai 200 künstliche Inseln errichten lassen. Diese sollen so angeordnet sein, dass sie von oben aussehen wie die Kontinente der Erde. Die Inselgruppe soll rund fünf Kilometer von der Küste entfernt im Persischen Golf aufgeschüttet werden.




Vor Dubai: Insel in Form einer Palme

Zugang werden die Bewohner und Besucher nur per Boot haben. Dabei soll die fünf Kilometer lange und ebenso breite Insellandschaft durch spezielle Anlagen und ein Unterwasserriff vor Überflutung geschützt werden. 5,5 Millionen Quadratmeter Fläche sollen entstehen, ein Sechstel davon als Strand.

Bereits im Verlauf dieses Jahres soll nach den Plänen mit der Landgewinnung begonnen werden. Die Fertigstellung des Projekts "Die Welt" ist für das Jahr 2008 geplant. Über die Kosten schweigen der Kronprinz und Bauträger Nachil derzeit noch.


Abhängigkeit vom Öl verringern

Was zunächst wie ein verrückter, aber kaum realisierbarer Plan klingt, dürfte tatsächlich ein ernst zu nehmendes Projekt sein - haben doch die Vereinigten Arabischen Emirate bereits einige Aufsehen erregende Bauvorhaben verwirklicht.
Unter Führung von Scheich Mohammed entstand beispielsweise vor Dschumeirah (südlich von Dubai) aus 90 Millionen Kubikmetern Sand eine Insel in Form einer riesigen Palme. Derzeit laufen die Bauarbeiten an einer zweiten Palmeninsel bei Dschebel Ali, die doppelt so groß werden soll.



Höher als der Eiffelturm: das Burj al Arab, ein 321 Meter hohes Luxushotel in Dubai

Als Krönung des Zwei-Milliarden-Dollar-Projekts will Scheich Mohammed den "Palmenstamm" und die "Palmwedel" mit einem halbmondförmigen Schriftzug arabischer Buchstaben umranken: Aus der Vogelperspektive sollen Häuser auf Stelzen einen Vers bilden: "Suche Weisheit bei den Weisen. Nicht jeder, der reitet, ist auch ein Reiter."

Mit dem Vorhaben wächst Dubai um 120 Kilometer Strand und entfernt sich Schritt für Schritt aus der Abhängigkeit des Öls. Als touristischer Motor werden 50 Luxusresorts, die jeweils ein Land der Erde repräsentieren, auf dem äußeren Kranz gebaut. 2010 soll Dubai mit einer Bettenkapazität von 55.000 in das neue Jahrzehnt eingehen - Massentourismus selbstverständlich ausgenommen.


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Fear of floating

By tying their currencies to the dollar, Asian governments are creating global economic strains


After sinking since the start of the year, the dollar has come up for air, gaining 4% against the euro in recent weeks. But it is quite likely to plunge again, pulled under by America`s huge current-account deficit. So far the dollar`s descent has been uneven. It has fallen by around a quarter against the euro since the start of 2002. But it has lost only 10% or less against the yen and many other Asian currencies, and it is unchanged against the Chinese yuan, although most of the Asian economies have large balance-of-payments surpluses.





America`s biggest bilateral trade deficit is with China ($103 billion in 2002) . Asia as a whole accounts for half of America`s total deficit. If these currencies cling to the dollar, then others such as the euro will have to rise disproportionately if America`s deficit is to be trimmed.

And cling they do.


The Chinese yuan and the Malaysian ringgit are pegged to the dollar and protected by capital controls. The Hong Kong dollar is also tied to the greenback through a currency board. Officially, other Asian currencies float, but central banks have been intervening on a grand scale in the foreign-exchange market to hold down their currencies as the dollar has weakened. The exception is the Indonesian rupiah, which has gained 27% against the dollar in the past 18 months (see chart).

Whereas intervention to support a currency often fails, intervention to push one down can be more effective, because in theory a central bank can print unlimited amounts of its own currency with which to buy dollars. As a result of central banks` heavy buying, Asia`s foreign-exchange reserves have swollen from less than $800 billion at the start of 1999 to over $1.5 trillion now, almost two-thirds of the global total. Japan bought over $30 billion-worth in May alone; it now has almost $550 billion in its coffers. The world`s seven biggest holders of foreign-exchange reserves are all in Asia (see chart).





The Asian countries` reluctance to allow their currencies to rise against the dollar is coming in for increasing criticism. At a meeting in Bali last weekend of Asian and European finance ministers, the Europeans urged the Asians to let their currencies rise. John Snow, America`s treasury secretary, the International Monetary Fund and the Bank for International Settlements have all called for a stronger yuan.

Asian governments worry that appreciating currencies might hurt their exports. Yet many of their currencies are supercompetitive. As the dollar slides, their trade-weighted values against a basket of currencies is falling. According to The Economist`s Big Mac index, China has the most undervalued currency in the world. Using more sophisticated methods, UBS, a Swiss bank, reckons that the yuan is now more than 20% undervalued against the dollar.

UBS reckons that there are two tell-tale signs that a currency is undervalued. The first is rapidly rising official reserves. China, Japan, Taiwan and India have seen the biggest increases in reserves over the past 18 months. On the other hand, in Hong Kong, Singapore, Malaysia and the Philippines, reserves have been fairly flat.

A second test is the size of a country`s basic balance (the sum of its current-account balance and net inflows of long-term capital, such as foreign direct investment). In 2002 China`s current-account surplus was 2.2% of GDP; adding in foreign direct investment gave a basic balance of 6% of GDP. This year the current-account surplus has shrunk, but the overall basic balance remains well in surplus.

UBS reckons that all the Asian currencies, except Indonesia`s, are undervalued against the dollar on the basis of these two measures. The most undervalued are the yuan, the yen, the Indian rupee and the Taiwan and Singapore dollars; the least undervalued are the ringgit, the Hong Kong dollar and the South Korean won.

In a free market, China`s currency would surely rise. But demands from foreigners are likely to fall on deaf ears. The Chinese government is worried about rising unemployment as jobs are lost in unprofitable state companies, and deflation remains an issue.

Moreover, until banks are reformed and non-performing loans tackled, it would be dangerous to liberalise the capital account. It would be safer to repeg the yuan at a higher rate. But most economists reckon that, at best, the yuan`s band will be widened slightly over the next year, without allowing room for any significant appreciation. And, so long as the yuan is pegged to the dollar, other Asian countries will have a big reason to resist appreciation too.

In the wake of the Asian crisis of 1997, it is understandable that governments like to have bigger reserves to defend their currencies against future attack. But stuffing reserves under the mattress is not without cost. The return on American Treasury bonds is much less than could be had from investing the money more productively at home. Large inflows of foreign exchange can also bring too much liquidity into the economy, which can then cause asset-price bubbles. Asian central banks have tried to “sterilise” their intervention, selling bonds to mop up extra liquidity, but this will become harder as reserves grow.

China is considering various policies to stem the rise in reserves and fend off pressure for a revaluation. One option would be to allow firms to retain more foreign-exchange earnings; at present most have to be sold to the People`s Bank of China. Another option is to relax restrictions on residents and firms wanting to buy foreign currency. The government already plans, later this year, to allow Chinese firms to buy foreign bonds. In June, 11 Asian countries set up a $1 billion Asian Bond Fund that will invest in local bonds. The aim is to develop local bond markets and so keep more Asian capital at home rather than see it invested abroad.

Fred Bergsten, of the Institute for International Economics in Washington, DC, criticises Asian countries` exchange-rate policies. He complains that they are not playing their role in the global adjustment process that is needed to reduce America`s external deficit. As a result, as the dollar slides, the euro is likely to become seriously overvalued, while Asia`s cheap currencies may provoke protectionism.

The complaints from Europe are likely to be louder than those from America. American pressure on China may be limited because the United States needs China`s help in resolving tensions with North Korea. Another reason for America to pull its punches is that China and other Asian countries hold their reserves largely in American government securities. If Asians lost their appetite for dollar assets, the greenback would fall even faster, and American bond yields would rise.

Indeed, from this point of view, the Asian economies are supporting America`s profligate habits. By buying American government securities they help finance America`s large external deficit, hold down interest rates, and so sustain the boom in consumer spending and mortgage borrowing. This may benefit America in the short term, but it allows even bigger imbalances, in the shape of consumer debt and foreign liabilities, to continue to build. The eventual consequences for America—and the world economy—could be more painful.

The Economist -10.07.2003


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Asien steht bei Schwellenländer-Investoren hoch im Kurs

Bei Investitionen in Schwellenländern denken die Investoren in erster Linie an Anleihen, vor allem von Regierungen. Das ist nicht verwunderlich, weil ein Staat ihre Rückzahlung garantiert und die Investoren nur für den Fall der Zahlungsunfähigkeit einen Totalverlust riskieren. Zudem haben etliche Schwellenländer Schuldtitel in internationalen Reservewährungen herausgebracht, so daß Anleger auch noch das Währungsrisiko vermeiden können.

Die wirklich attraktiven Renditen winken vielfach indes erst bei Investitionen in Aktien. Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Risiken fangen bei dem Wechselkurs an, denn die Unternehmensanteile sind nur in lokaler Währung zu haben, und führen über einen häufig mangelhaften Schutz von Minderheitsaktionären bis zu offenen Fragen der Insolvenzabwicklung. Hinzu kommt, daß die Aktienmärkte in Schwellenländern häufig klein und deshalb nicht besonders liquide sind. "Im allgemeinen kann man sagen, daß der Risikoabstand zwischen Aktien und Anleihen in Schwellenländern erheblich größer ist als in den Industrienationen", sagt Peter Botoucharow, zuständiger Stratege bei der Commerzbank in London.


Asien kann von der erwarteten Erholung in den Vereinigten Staaten profitieren

Doch ewig locken die Renditen. Während der amerikanische Aktienindex S&P-500 in den vergangenen zwölf Monaten um 7,7 Prozent fiel, weisen die Standardindizes etlicher Schwellenländer satte zweistellige Gewinne aus: Venezuela, das sich von seinen Schwierigkeiten in der Ölbranche von einem niedrigen Niveau aus erholte, in lokaler Währung plus 79 Prozent; Argentinien plus 37 Prozent; Thailand plus 35 Prozent; Rußland seit Jahresbeginn plus 40 Prozent. Jonathan Garner, Schwellenländer-Stratege bei CSFB in London, gibt dafür eine allgemeine Erklärung: "Insgesamt gesehen sind Schwellenländer heute vertrauenswürdiger: Seit der Asienkrise haben sie die Leistungsbilanzen verbessert, etliche Währungen sind aufgewertet, die Defizite der Staatshaushalte fielen, und das Wirtschaftswachstum ist höher." Die Unternehmen steigerten ihre Gewinne, weil sie sich restrukturiert hätten. Gleichzeitig seien ihre Bewertungen sehr weit gefallen.

Was die künftige Entwicklung angeht, so blickt heute eine Reihe von Investoren auf asiatische Schwellenländer. Lateinamerika sei nach der Krise von Schlüsselländern wie Argentinien noch nicht über den Berg, und Osteuropa leide an der Schwäche der Eurozone, meint Commerzbank-Experte Botoucharow. Asien dagegen könne von der erwarteten Erholung in den Vereinigten Staaten am stärksten profitieren, allein schon wegen seiner konsequent auf Amerika ausgerichteten Exportwirtschaft. Zudem haben die dortigen Zentralbanken den monetären Gürtel in ähnlicher Weise gelockert wie die Fed.


Asiatische Banken nehmen am heimischen Wachstum

CSFB-Analyst Garner weist darauf hin, daß Südkorea sowohl von einem schwachen Ölpreis als auch einem niedrigen Dollar-Kurs profitieren würde. Die Ängste um die Lungenkrankheit Sars seien zudem abgeebbt, und auch der Konflikt mit Nordkorea habe inzwischen höhere Chancen, friedlich beigelegt zu werden. Vor diesem Hintergrund haben die Zugpferde des koreanischen Aktienmarktes in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. Samsung, Hyundai (Motor wie auch Engineering and Construction) und Posco verzeichneten seit März dieses Jahres Kursgewinne von mindestens 40 Prozent.

Daniel Manuel, Fondsmanager bei Invesco in London, setzt indes auf asiatische Banken, weil die Anleger bei fallenden Zinsen damit am heimischen Wachstum besonders gut teilnehmen könnten. Zudem mag er Elektronikunternehmen wie Quanta und Hon Hai aus Taiwan, die weitgehend in der Volksrepublik China produzieren und nach Amerika exportieren. In seinem Fonds hält Manuel freilich nicht nur asiatische Unternehmen. Auf mehreren Erdteilen verfolgt er globale "Themen". Dazu gehört die Mobilfunkbranche, die anders als in den meisten entwickelten Ländern noch Wachstumsraten bei der Eroberung neuer Kunden erzielen kann. In etlichen Ländern sind die Festnetze so zurückgeblieben, daß die Leute sich vor dem Hausanschluß ein Handy zulegen. In Rußland käme dafür etwa das Unternehmen MTS in Frage, in Brasilien sind es die Anbieter TRO und Telesp Cellular, die gerade fusionieren.
Übergewichtet ist Manuel schließlich auch bei Rohstoff-Konzernen. Als Produzenten in Ländern mit niedrigen Kosten können sie die Preiszyklen in der Regel ohne das Abrutschen in die Verlustzone überstehen. Überzeugt ist der Fondsmanager derzeit von den russischen Ölkonzernen Lukoil und Yukos sowie dem brasilianischen Stahlhersteller CSN.

Frankfurter Allgemeine Zeitung - 10.07.2003


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China, Großmarkt der Möglichkeiten

von T. Schorr und J. Spiering

Chinas Aktien gelten bei vielen Anlegern immer noch als Zocker-Werte. Falsch. Inzwischen sind jede Menge seriöser Firmen an der Börse notiert. EURO sagt, welche gut sind und worauf Anleger achten müssen



Wenn Warren Buffett auf Firmenjagd geht, werden die Börsianer hellhörig. Der amerikanische Börsen-Guru gilt als einer, der nie hochriskante oder spekulative Wetten eingeht. Die Nachricht, dass Buffett jetzt ausgerechnet in China verstärkt investiert und seinen Anteil am Ölkonzern Petro China von 7,2 auf 13,4 Prozent aufgestockt hat, machte an den internationalen Aktienmärkten deshalb schnell die Runde.


Buffetts Interesse am Reich der Mitte ist leicht nachvollziehbar. Seit Anfang dieses Jahres stieg der MSCI China Index um knapp 15 Prozent. Während weltweit Konsumflaute herrscht, ist das Wachstum in dem Riesenreich ungebremst. Seit 25 Jahren legt das Bruttoinlandsprodukt um mindestens fünf Prozent im Jahr zu. Für 2003 erwarten Experten ein Wirtschaftswachstum von knapp zehn Prozent.

Für ausländische Investoren aber mindestens genauso wichtig: Chinesische Aktien sind keine Zocker-Werte mehr. "Das hat sich in den vergangenen drei Jahren drastisch geändert", sagt Jan Viebig, Fondsmanager des DWS China. Grund: Während früher chinesische Firmen oft nur an den heimischen Börsen in Shanghai und Shenzhen gelistet waren und ausländische Investoren die dort mangelnde Transparenz beklagten, haben zuletzt immer mehr Unternehmen wie China Mobil oder Petro China den Gang an die Hongkonger Börse gewagt. Dort gelten die gleichen strengen internationalen Regeln wie an den Börsen in den USA oder Europa. "Das schafft viel Vertrauen", sagt China-Experte Viebig. Immer mehr chinesische Firmen werden an der Stock Exchange in Hongkong gelistet. "Wahrscheinlich noch dieses Jahr geht der chinesische Versicherungsriese Ping An Insurance an die Börse", so Viebig.

Selbst SARS hat dem Land der Mitte nur kurz zugesetzt. Immerhin wuchs die Wirtschaft auch während der Lungenseuche um über fünf Prozent. Seit Anfang Juni scheint die Seuchengefahr gebannt, die Zahl der Neuinfektionen geht fast gegen null. Interessant: Wegen SARS ist die Zahl der Internet- Surfer stark angestiegen, in Hongkong beispielsweise um 13 Prozent. Anstatt mit Mundschutz durch die Straßen zu laufen, blieben viele Chinesen zu Hause, setzten sich vor den PC und orderten Lebensmittel und andere Waren via World Wide Web.

Das hat die Euphorie um die Internet-Aktien weiter angefacht. Der Kurs des Internet-Providers Sina.com kletterte seit Beginn der Internet-Rally im Oktober 2002 von zwei auf rund 19 Euro. Konkurrent Netease legte im selben Zeitraum von zwei auf 32 Euro zu. Die Aktie von Sohu.com explodierte um 1350 Prozent auf 29 Euro. Zuwächse wie zu allerbesten Neuer-Markt-Zeiten. Mit einem Unterschied: Die Unternehmen machen Gewinn. Sina.com verdiente im ersten Quartal netto 3,4 Millionen Dollar, nach einem Verlust von vier Millionen im Jahr zuvor. Auch im zweiten Quartal sollen die Gewinne kräftig zulegen. Sinas Finanzvorstand Charles Chao geht davon aus, die Umsätze in diesem Jahr im zweistelligen, wenn nicht sogar im dreistellig prozentualen Bereich steigern zu können - allerdings ausgehend von einem äußerst niedrigen Niveau. 2002 setzte Sina.com 28,5 Millionen Dollar um.

Die Geschäfte drehen sich nicht nur um Online-Werbung. Wichtiger sind die Bereiche SMS-Messaging und Online-Spiele. Den größten Teil der Umsätze macht das Unternehmen mit dem Versenden von SMS. Ein Markt mit einem enormen Potenzial: Erst elf von 100 Chinesen besitzen ein Mobiltelefon. Zum Vergleich: In Japan hat jeder Zweite ein Handy. "Wir sehen im Bereich Mobilfunk enormes Wachstumspotenzial", sagt Mark Mobius, einer der kenntnisreichsten Experten von Schwellenländern und Leiter des Emerging-Market-Teams von Franklin Templeton. "Deshalb haben wir China Mobile als größtes Mobilfunkunternehmen Chinas in unserem Portfolio."Doch die Internet-Werte sind nach der rasanten Rally nur etwas für äußerst risikofreudige Anleger. "Die Titel werden wieder zurückkommen, das ist eine riesige Blase", ist Fondsmanager Viebig überzeugt. Zum einen seien die Werte mit dem 30fachen ihres Umsatzes und damit extrem teuer bewertet. Zum anderen drohe ihnen übermächtige Konkurrenz. "Beim ertragreichen SMS-Geschäft werden sich die großen Firmen wie China Telecom oder China Unicom nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", so Viebig.

Für konservative Anleger gibt es genug Möglichkeiten. In diesem Jahr werden über 50 Milliarden Dollar Direktinvestitionen nach China fließen. Mehr als in die USA. "Die Produktions- und Lohnkosten in China sind sehr niedrig, das lockt Investoren", sagt Viebig. 2008 finden in der 16-Millionen- Einwohner-Metropole Peking die Olympischen Sommerspiele statt, 2010 folgt die Weltausstellung. Das Wachstum wird anhalten.
"Märkte wie die Automobilindustrie, die in Deutschland gesättigt sind, haben in China Hochkonjunktur", sagt Guido Stiel, China-Fondsmanager der Deka. Im ersten Halbjahr liefen dort über 600000 Fahrzeuge vom Band. Im Vergleich zu Deutschland, wo allein im Mai 437000 Autos produziert wurden, ist das zwar wenig.

Doch die Wachstumsraten sind enorm. Experten gehen davon aus, dass 2010 über zehn Millionen Autos in China verkauft werden. Das wäre eine jährliche Steigerungsrate von 30 Prozent. "Die Unternehmen kommen mit der Produktion gar nicht nach", sagt Viebig.Die deutschen Autobauer haben die Chance erkannt. So lässt BMW ab der zweiten Jahreshälfte Autos von der chinesischen Firma Brilliance produzieren. Vorteil für die chinesischen Autobauer: Ausländer dürfen in der Regel nicht mehr als 50 Prozent der Anteile an einer Firma in China haben. Dafür übernehmen die Ausländer aber den Großteil der Investitionen.

Absatzrenner sind Luxuslimousinen wie die S-Klasse oder der 7er BMW. Bis Mai verkauften die Bayern 7419 Autos. 33 Prozent mehr als im gleichenVorjahreszeitraum. Davon profitiert auch Brilliance. Rund 30000 Autos wird BMW ab der zweiten Jahreshälfte jährlich in dem Werk in Shenyang produzieren. Folge: Erst vor wenigen Tagen markierte die Brilliance-Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch. Nicht nur der Autoabsatz boomt. Alle Branchen rund um Verkehr und Logistik wachsen stark. Die Nachfrage nach der notwendigen Infrastruktur steigt kontinuierlich. Davon wird wohl auch Zhejiang Expressways, einer der Favoriten von Templeton-Fondsmanager Mobius, profitieren. Die Firma investiert, baut und managt Straßen und Autobahnen. Ihr gehört unter anderem die Schnellstraße, die die beiden größten Häfen des Riesenreiches, Shanghai und Ningbo, miteinander verbindet.

Auch reine Konsumgüterbranchen zeigen beeindruckende Wachstumszahlen. Beispiel Biermarkt. In den vergangenen zehn Jahren wuchs der Markt jährlich um rund zehn Prozent. Für europäische Verhältnisse sind das Traumzahlen. Anfang der 90er Jahre verbrannten sich jedoch viele ausländische Investoren die Finger auf dem chinesischen Biermarkt. Sie wollten in China teure Premium-Marken aufbauen. Chinesisches Bier war aber schon immer gut und günstig. Die Folge: Das teure Bier verkaufte sich nicht. Jetzt starten immer mehr Europäer eine neue Offensive. Sie kaufen sich in bestehende Unternehmen ein. Der größte Bierproduzent weltweit, Anheuser Busch, stockte vergangene Woche seine Anteile am Tsingtao, dem größten Brauerei-Konzern Chinas, auf 9,9 Prozent auf. 2010 soll der Anteil 27 Prozent betragen. Eine gute Wahl, denn Tsingtao wächst stark. 2003 soll der Umsatz um 20 Prozent steigen.

Noch stellt das Rechtssystem der Volksrepublik für ausländische Minderheitsaktionäre ein Risiko dar, auch wenn von der Regierung inzwischen Reformen eingeleitet wurden. Doch trotz des höheren Marktrisikos sieht Mark Mobius angesicht des starken Wachstums der Wirtschaft für geduldige, langfristig orientierte Anleger gute Chancen. China-Aktien sind im Vergleich zu denen der westlichen Welt relativ preiswert. Interessant sind vor allem dieHongkong (H)-Aktien (siehe Kasten). Die Titel sind nur für Ausländer und nicht für Chinesen bestimmt. "Die Phantasie dieser Titel liegt auch darin, dass die Regierung immer wieder andeutet, diese Aktien auch für Inländer frei zu geben", sagt Viebig. Mit dieser Spekulation gibt sich Warren Buffett wohl nicht zufrieden. Doch der investiert ja ohnehin nur dort, wo er sein Geld sicher wähnt.

Euro am Sonntag – 06.07.2003


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Robert Rethfeld: http://www.wallstreet-online.de/ws/news/news/main.php?&actio…

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Der Präsident des “World Silver Councils”, Ross Beaty, hat folgende Bemerkungen gemacht: Ca. 500 Millionen Unzen Silber sind im Umlauf. Die strategische Silber-Reserve der USA ist gleich Null. Die letzten Verkäufe der US-Regierung sind Ende 2002 abgewickelt worden. 1950 hatte betrugen die US-Silber-Reserven 2 Mrd. Unzen). Die Silber-Bedürfnisse der US-Münze werden am offenen Markt befriedigt. Dieser Ausverkauf ist sehr bullisch für den Silberpreis. Es existiert nur eine weitere Regierung mit einer strategischen Silber-Reserve: China. Und auch China muss Verkäufe aus der Reserve tätigen, um das Angebot-Defizit auf dem Markt zu befriedigen.

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#550
Fear of floating
By tying their currencies to the dollar, Asian governments are creating global economic strains
war wirklich sehr interessant

dazu nochmal der altbekannte Gold-Reserve-Chart
die Asiaten haben fast keine physischen Goldreserven
aber dafür riesige US-Dollar-Reserven

Quelle: http://www.forbes.com/2003/01/31/cz_rl_0131gold.html

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Robert Rethfeld:

http://www.wallstreet-online.de/ws/news/news/main.php?&actio…


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Wir befinden uns in einer Finanz-Ökonomie. Diejenigen, die Geld verdienen, verdienen es zunehmend mit Geld, nicht mit Produkten. Man nennt dies Dienstleistungsgesellschaft (ok, grob vereinfacht). Das geht ungefähr so (bezogen auf die USA): In den 50er und 60er Jahren wurde ein Haus gekauft, um darin zu wohnen. Heute wird ein Haus gekauft, um damit zu spekulieren. Früher wurden Aktien gekauft, um für das Alter eine Rücklage zu haben. Heute werden Aktien gekauft, um damit kurzfristige Gewinne zu realisieren. Für die Anleihen gilt das gleiche. Anleihen bedienten eine höchst konservative, wohlhabende Klientel. Heute werden Bund- und Bond-Futures gehandelt und gezockt.
Das Geld hat sich vom Zahlungsmittel zum Spekulationsfutter gewandelt. Mittlerweile werden weit mehr Dollars an den Börsen als für den Kauf realer Güter umgesetzt. Der vagabundierende Geldberg wabert – von Greenspan ständig aufgeblasen - immer schneller durch die Weltgeschichte, bis er eines Tages mit einem lauten Knall zerplatzt. Dann rieseln die Dollars wie Manna vom Himmel, doch die Menschen halten ihre Hüte nicht mehr hin. Ein Strassenfeger kommt und wischt die Noten beiseite, für einen gemütlichen Kaminabend.
(...)

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(....) und dann kriegt das Kind einen neuen Namen und wir fangen wieder von vorne an, so what?;)(...)
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... ja imoen, - wenn man kein geborener Stoiker ist, hat man es nicht leicht als goldbug ...;)


US-Banken profitieren vom Hypothekengeschäft


Die US-Kreditinstitute Citigroup Inc, New York, und Bank of America Corp, Charlotte, haben im zweiten Quartal stark vom Consumer Banking profitiert. Insbesondere historisch niedrige Hypothekenzinsen in den USA trugen zu einem deutlichen Wachstum im Baufinanzierungsgeschäft bei. Beide Banken übertrafen mit ihren Zahlen die Erwartungen des Marktes. Die Citigroup steigerte im Berichtszeitraum den Nettogewinn auf 4,3 (4,08) Mrd USD. Das Ergebnis je Aktie von 0,83 (0,78) USD lag über der Analystenprognose von 0,80 USD. Dabei profitierte das Institut auch von der Übernahme der Golden State Bancorp.


Consumer Banking Wachstumsträger

In der Sparte Consumer Banking erzielte die Citigroup weltweit ein Ergebnis von 2,29 Mrd USD, ein Plus von 18 Prozent. Dabei erhöhte sich der Gewinn aus dem Retail-Geschäft um 63 Prozent auf 1,05 Mrd USD. In den USA profitierte der Consumer-Bereich vom Baufinanzierungsgeschäft. Die Hypothekenkredite verdoppelten sich den Angaben zufolge auf 23,5 Mrd USD. Unterstützt durch die Übernahme von Golden State stiegen die Kundeneinlagen der Citibanking North America um 38 Prozent. Im Gegensatz zum starken Consumergeschäft verbesserte sich das Ergebnis der Corporate- und Investmentbankingsparte um moderate zwei Prozent auf 1,34 Mrd EUR.

Die Gesamteinnahmen stiegen im Berichtszeitraum um 7,6 Prozent auf 19,35 (17,99) Mrd USD. Auch hier steuerte das Consumer Banking mit 10,06 Mrd USD (plus 9,4 Prozent) den größten Teil dazu bei. Das Corporate- und Investmentbanking verzeichnete ein Einnahmeplus von sieben Prozent auf 5,43 Mrd USD.


Bank of America vervierfacht Hypothekenergebnis

Auch bei der Bank of Amerika war das Consumer Banking laut Chairman und CEO Kenneth D. Lewis der Wachstumsträger. So vervierfachte sich das Ergebnis aus dem Hypothekengeschäft im zweiten Quartal auf 559 Mio USD. Das Kreditkartengeschäft verbesserte sich um 23 Prozent auf 762 Mio USD. Insgesamt stieg das Nettoergebnis auf 2,74 (2,22) Mrd USD. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 1,80 (1,40) USD und übertraf die Analystenprognose von 1,57 USD deutlich. Die Gesamteinnahmen verzeichneten ein Plus von zwölf Prozent auf 9,62 Mrd USD.

Die Rückstellungen für Kreditverluste der Bank of America sanken im zweiten Quartal um 13 Prozent auf ein Zweijahrestief von 772 Mio USD. Die Rückstellungen bei der Citigroup beliefen sich auf 2,19 Mrd USD. Die Reserve für Kreditverluste belief sich bei dem Institut zum Ende des Quartals auf insgesamt 11,73 Mrd USD. Die Kreditqualität wird von der Citigroup weiter als "stabil" eingeschätzt.


vwd – 14.07.2003


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Die Zahlen der Citigroup lassen auch bangen

Die Freude an der Börse ist so herzerwärmend, dass nur noch der notorischste Nörgler Wasser in den Wein gießen würde. Der Jubel, mit dem die Zahlen der Citigroup und der Bank of America gefeiert wurden, dürfte indes zumindest den einen oder anderen Volkswirt ein wenig wundern.



Natürlich waren Sondereffekte wie - im Falle der Citigroup - die Konsolidierung der Golden State Bancorp im Spiel. Aber im Prinzip gehen die Gewinnsteigerungen auf das Geschäft mit Konsumenten-, Kreditkarten- und Hypothekenkrediten zurück. Und ist die Verschuldung der Verbraucher, die im ersten Quartal 108 Prozent der Verfügbaren Einkommen erreicht hat, nicht ohnehin schon Besorgnis erregend hoch? Trotz der rekordniedrigen Zinsen hatten die US-Haushalte laut Fed im ersten Quartal durchschnittlich ja 13,99 Prozent ihrer Verfügbaren Einkommen für den Schuldendienst aufzuwenden.

Selbst wenn die Zinsen auf dem gegenwärtigen Niveau verharrten, würde der Schuldendienst bei gleich bleibender Kreditexpansion Ende 2005 knapp 15,5 Prozent der Einkommen absorbieren, wie Goldman Sachs vorrechnet. Der bisherige Rekord lag Ende 2001 bei 14,4 Prozent. Und an die Gefahr einer Deflation oder eines Hauspreisverfalls mag man da lieber gar nicht denken. Schon bei der aktuellen Preisentwicklung werden die Schulden real ja kaum mehr entwertet.

Den Krediten mögen echte Vermögenswerte wie Hauseigentum gegenüberstehen. Das ändert aber nichts daran, dass die Konsumsucht der Amerikaner mächtig fortgeschritten ist, wie Stephen Roach von Morgan Stanley wieder mal eindrucksvoll aufzeigt. Im ersten Quartal haben Haushalte, Unternehmen und Regierung brutto noch zusammen 14 Prozent des Nationaleinkommens gespart; seit 1960 waren es im Schnitt 18,8 Prozent.

Nun werden aber heute etliche Anlagen schneller abgeschrieben als vor der IT-Revolution. In der Konsequenz müssen die Amerikaner 94 Prozent ihrer Bruttoersparnisse nur dafür aufwenden, um den Kapitalstock zu erhalten. Netto bleiben gerade noch 0,7 Prozent des Nationaleinkommen, um den Kapitalstock ausbauen zu können. Im Schnitt der 90er Jahre waren es noch fünf, in den 60ern sogar elf Prozent.

Für den Moment mögen sich die Anleger ruhig über die enormen monetären und fiskalischen Impulse freuen; selbst im Japan der 90er Jahre ist steinreich geworden, wer die Zyklen an der Börse antizipiert hat. Aber sie sollten nie vergessen, dass die fiskalischen Impulse von rund 1,5 Prozent der Einkommen schon in der zweiten Hälfte 2004 verpuffen, während die nationale Sparquote der USA wegen des zusätzlichen Budgetdefizits bis dahin vermutlich noch weiter sinkt. Ebenso wenig sollten sie vergessen, dass der US-Wirtschaft gut 400 Mrd. $ Nachfrage fehlen, wenn die Verbraucher die Kreditexpansion nur von zehn auf fünf Prozent einschränken. Die Abrechnung kommt noch. Auch für die Banken wird sie schmerzlich.




FTD – 15.07.2003
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Schulden über Schulden ...

von Martin Weiss



Die deutschen Standardwerte präsentierten sich in der abgelaufenen Handelswoche erneut sehr fest und konnten ein neues Jahreshoch erklimmen. Auch der amerikanische Technologieindex Nasdaq zeigte sich äußerst robust und befindet sich nunmehr auf dem höchsten Stand seit 15 Monaten.

Im fernen Osten erreichte der Nikkei225 die 10000-Punkte-Marke, ehe zum Wochenschluß hin starke Gewinnmitnahmen einsetzen. Nichtsdestotrotz, der japanische Aktienmarkt bleibt zumindest kurzfristig betrachtet weiter interessant. Einige Chartisten sehen die 12000 als mögliches Kursziel an.

Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, daß sich scheinbar einige Indikatoren, wie bspw. in der letzten Woche die Maschinenbauauftragseingänge als überraschend stark erwiesen. Hoch interessant auch die Tatsache, daß der japanische Leistungsbilanzüberschuss sich im Mai im Vergleich zum Vorjahr um gewaltige 28,6 % erhöhen konnte.

Apropos Leistungs- bzw. Handelsbilanz, im Westen, jenseits des Atlantiks, nichts Neues! Die US-Handelsbilanz wies für den Mai diesen Jahres erneut ein gigantisches Defizit von 41,84 Milliarden $ auf. Erwartet wurde lediglich ein Minus in Höhe von 41,4 Milliarden $.

Eine Trendwende ist insofern auch kaum zu erwarten, zumal einerseits US-Exporte angesichts rezessiver Tendenzen in Europa bspw. kaum gewaltig zulegen dürften und andererseits die Importe aus Billig-Lohn-Ländern -Stichwort China- im Begriff sind, weiter rasant zuzunehmen.

Amerika braucht also weiterhin per saldo eine Milliarde $ täglich (!!!), um dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Daß dies auch mittel- und langfristig alles andere als günstig für den $ im Verhältnis zu seinen "Gegenspielern" sein wird, braucht an dieser wohl kaum mehr näher hervorgehoben zu werden.

Wie auch immer, ein Grund für dieses monströse Defizit liegt darin, daß viele Amerikaner immer noch wie wild auf Pump über Ihre Verhältnisse leben.

Die Gesamtsumme der ausstehenden Verbraucherkredite betrug im Mai sage und schreibe 1,76 Billionen $. Im Vergleich zum April war der Zuwachs 7,3 Milliarden $. Damit ist ein neuer Rekord bei den Verbraucherschulden erreicht!

Nicht zu unterschätzen ist gerade in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die Verschuldung der Verbraucher mit einer Wachstumsrate von 5,1 % per annum zunimmt, wohingegen 5,1 % Wirtschaftswachstum nur in absoluten Boom-Zeiten zu erreichen ist.


Daß diese Entwicklung alles andere als gesund und mittel- und langfristig sehr, sehr schwerwiegende Folgen zeitigen könnte, sollte auch klar sein. Denn es kommt ja auch noch hinzu, daß im ersten Quartal 2003 das Netto-Vermögen der Privathauhalte ja nicht zu-, sondern abnahm, und zwar um insgesamt 20 Milliarden $.

Angesichts dieser Faktenlage, ist es nicht verwunderlich, daß sich mehr denn je deflationäre Tendenzen, oder nennen wir es ein "deflationäres Vorspiel", abzeichnet. Bspw. sieht man dies an den jüngsten Erzeugerpreisen auch sehr gut. Denn ausschließlich Ernährung und Energie war ein Rückgang im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,1 % zu verzeichnen.

Es bleibt also vor dem Hintergrund dieser erschreckenden Ausgangslage wahrlich nur eine Frage der Zeit, ehe die "Deflation" auch wieder bei den irrationalen Übertreibungen der letzten 4-Monats-Bärenmarkt-Rallye zuschlagen wird.

Vor allem einige High-Tech-Tulpenzwiebel, wie zum Beispiel Yahoo, sind bewertungstechnisch ja erneut maßlos übers Ziel hinauf getrieben worden. Ähnlich, wie 1999/2000, scheinen die Investoren wieder einmal wohl nur über heftige Kursrückschläge lernen zu wollen, daß Tulpenzwiebeln nicht in den Himmel wachsen werden!

Aber auch Dow Jones, S+P 500 und co sind ja -wie sie wissen- alles andere als günstig, im historischen langfristigen Vergleich. Das KGV im S+P500 beträgt halt momentan33. Und vom langfristigen Mittel bei 15 sind wir noch ein wenig entfernt

Investor-Verlag - 14.07.2003

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(...)

trotz der Schwäche am Aktienmarkt letzte Woche konnten die Anleihen nicht wieder zulegen. Die Rendite der 30jährigen Anleihen stieg auf 4,71 %.

"Die langfristigen Zinssätze sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen", so Bridgewater Associates, "und dieser Anstieg beginnt, die privaten Haushalte zu treffen. Der durchschnittliche Zinssatz für 30jährige Hypotheken ist in den letzten 4 Wochen um 31 Basispunkte gestiegen, und dieser Anstieg hat den Refinanzierungsboom, der mitgeholfen hat, die Schuldenlast der Haushalte zu erleichtern, voraussehbar getroffen."

Letzte Woche ist die Zahl der Neuanträge für Hypotheken um 18 % gefallen, gegenüber dem Topp vom Mai beträgt der Rückgang sogar 27 % (Quelle: Mortgage Bankers Association).[ /b]

Deshalb schlussfolgern die Kollegen von Bridgewater Associates: "Solange die Zinsen nicht auf neue Tiefs fallen, verschwindet der stimulierende Effekt der Hypotheken-Refinanzierungen ... die große Frage – soweit es um die Zinssätze geht – ist, ob die US-Wirtschaft einen signifikanten Anstieg der Zinssätze überleben kann. Wir denken, dass sie das wahrscheinlich nicht kann. Die Haushalte und die Volkswirtschaft insgesamt sind gegenüber einem Anstieg der Zinssätze anfälliger als je zuvor. Die Vergabe von Hypotheken hat Rekordwerte erreicht, und sie wird bald kollabieren, wenn die Zinssätze nicht wieder fallen."

(...)

Marktkommentar von Eric Fry - 14.07.2003


tja, zumindest Bernd Niquet macht heute mal einen vernünftigen Vorschlag:


Aufruf zur Revolte!

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Man fragt sich also tatsächlich, woher der Optimismus der Banken, Investmenthäuser sowie der ihnen angeschlossenen Tages- und Wochenpresse kommt.

Wahrscheinlich aus dem Bauch. Vielleicht aber auch noch ein Stückchen tiefer, tippe ich. Denn wer so lange unter Erektionsstörungen gelitten hat wie die Investmentbranche, für den ist jedes Zucken bereits wie ein Klimawechsel. Der wirkliche Grund wird jedoch sein, dass sich natürlich nur in Aufschwungzeiten richtig Geld verdienen lässt.

Meine Güte, vielleicht sollten wir es machen wie die Franzosen exakt heute, am 14. Juli, vor 214 Jahren. Und diese Leute einfach wegschicken. Kopf ab und Fonds weg. [ :laugh: :laugh: :laugh: ]

Dann bleibt allerdings noch ein Problem, das am 14. Juli 1789 noch nicht existierte – nämlich die Frage, welche Personen das Börsenfernsehen dann noch täglich interviewen könnte. Doch welche Revolution ist schon völlig frei von Widersprüchen.


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Hier ist mal wieder eine kleine Randmeldung, die keine Sau interessiert ...: ;)


US-Firmen weisen zu hohe Gewinne aus

Wie die Schweizer Investmentbank UBS berichtet, haben US-Unternehmen jahrelang zu hohe Gewinne öffentlich ausgewiesen. Bilanzexperte David Bianco untersuchte die 500 Unternehmen im S&P 500 Index und kam zu der Schlussfolgerung, dass die Gewinne im Jahr 1991 um 18% zu hoch ausgewiesen wurden – mittlerweile, im Jahr 2002, sei dieser Wert auf 41% angeschnellt. Dies berichtet die „New York Times“ (Dienstagsausgabe).

Zu den Lieblingsmethoden der Unternehmen zählen die Verbuchung von operativen Kosten als außerordentliche Aufwendungen, die Nicht-Verrechnung von Aktienoptionen als Kosten und die zu hohe Erfassung von möglichen in Zukunft erhofften Rückflüssen aus Pensionsfonds.

!!! Nach den Berechnungen von Bianco habe eBay ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 198 – statt wie allgemein bekannt von 77. !!!

Godmode Trader – 15.07.2003


... but who gives a f... shit. :cool:


Übrigens: Gestern hat Nabil Khayat noch die US-Pensionsfonds ausfindig gemacht für die Rallye an den Märkten. Heute kommt er mit Elliot und einer inversen S-K-S beim Dax. (...Wir befinden uns in einer B-Welle, die sich aus drei Phasen, ABC zusammensetzt. Innerhalb dieser drei Phasen befinden wir uns in der letzten Phase, der C-Welle! ......) Mein Gott, der Mann tut mir schon leid ...


Khayat gestern:

(...)Die Pensionsfonds gehören zu den Löwen in der Fabelwelt der Marktteilnehmer. Sie verwalten weltweit ca. 5 Billionen (5000 Milliarden) und kein gesund denkender Investor würde es jemals wagen, sich gegen die Pensionsfonds zu stellen. Erinnert Ihr Euch an den 11. September 2001? Natürlich tut Ihr das! Es sah so aus, als wäre die Welt im Begriff, sich in Luft aufzulösen, doch urplötzlich begann die Börse zu steigen. Die Pensionsfonds hielten sich zunächst zurück, doch als die Aufwärtsbewegung in den November reichte, stellten sie sich auf die Käuferseite bei Aktien und auf die Verkäuferseite bei den Bonds. Folglich stieg die Umlaufrendite stark an und dies wurde als Vorwegnahme einer wirtschaftlichen Erholung gedeutet. (...)

Die Pensionsfonds spekulierten auf einen Boden...
...und landeten damit voll auf der Nase, denn im Jahre 2002 ging die Börse erneut kräftig in die Binsen. Die Pensionsfonds wurden zu Schafen, und das war das erste Mal seit dem ich die Börse bewusst wahrnahm, sprich das erste Mal in 15 Jahren. Das Problem ist nun, dass unser System zu kippen droht, wenn die Löwen zu Schafen werden, da alles aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Die Rechnung bekamen wir Anfang dieses Jahres, als die ersten Gesellschaften einräumen mussten, dass sie ihren Pensionsverpflichtungen unter gegebenen Voraussetzungen nicht mehr nachkommen können.


(...)

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Auf zur 3500 ?

(...)

Die Zahlen der US-Banken von gestern, haben mich auch gestern Abend noch weiter beschäftigt. Ich habe noch dies und das nachgelesen, und ich verstehe immer mehr worum es gerade geht. Bisher dachte ich, es ginge lediglich darum, eine größere Rezession zu verhindern. Dabei bin ich der Auffassung, eine Rezession hat auch durchaus einen bereinigenden Aspekt. Also lieber schnell und heftig, als lang und quälend.

Gestern wurde mir klar, dass ich etwas übersehen hatte. In Amerika geht es nicht nur darum, eine Rezession zu verhindern, sondern auch um das nackte "Überleben". Mit der wirtschaftlichen Stabilität steigt und fällt die Vormachtstellung der USA. Diese ist durch die aktuelle weltpolitische Situation ernsthaft gefährdet. Einerseits befindet sich Amerika in einem Krieg gegen den Terrorismus. Der "Schutz" der eigenen Bevölkerung kostet Geld – viel Geld. Eine längere Rezession könnte die USA angreifbar und damit verletzlich machen. Aber das ist nicht alles. Das kommunistische China bedroht mit seinem Wirtschaftsaufschwung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch die Vormachtstellung Amerikas. Erinnerungen an einen alten OST-West-Konflikt? Und daneben gilt es, die sich stark verknappenden Rohstoffe, für die eigenen Bevölkerung zu sichern. Jeder einzelne dieser genannten Punkte bedroht nachhaltig den amerikanischen Way of Life.

Deswegen versucht die FED gerade alles zu tun, um ein Abrutschen der Wirtschaft in eine Rezession zu verhindern. Sie schmeißt dabei alles was ihr zur Verfügung steht in die Wagschale. Das hat so etwas den Charakter: Hopp oder Top. Dabei ist ihr die Staatsverschuldung egal, auch die ausufernden Hypotheken – auch eine mögliche Hyper-Inflation, oder die gefürchtete Deflation – egal. Sie riskiert es auch, dass viele andere Staaten durch einen zu schwachen Dollar in die Grütze gehen könnten. All diese "Gefahren" werden in Kauf genommen, um ein Ziel zu erreichen: Die USA muss wieder auf die Beine kommen, gerade jetzt.

Die Fed hofft so lange durchzuhalten, bis die Wirtschaft, ermutigt von den steigenden Aktienkursen, wieder anfängt zu investieren. Sie versucht durchzuhalten, bis wieder mehr konsumiert wird. Sie versucht den wirtschaftlichen Abschwung ähnlich zu bekämpfen, wie den Terrorismus. So versteht man auch die "aggressiven" Äußerungen der Fed Mitglieder zum Thema Steigerung der Geldmenge.

Gerade die Zahlen der Banken haben mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, womit diese aktuellen Kursteigerungen finanziert werden. "Schulden, Schulden und Schulden". Amerikanische Investoren haben die Hoffnung, ihre Verluste wieder wett zu machen. Sie kaufen auf Pump. Geld, die Liquidität, ist der Brennstoff der Börsen. Und Liquidität ließ das Börsenfeuer derart heftig brennen. Das Bushfeuer springt über charttechnische Hindernisse, brennt gegen konjunkturellen Regen und da hilft keine Vernunft, keine warnenden Worte. Der Brennstoff ist noch nicht ausgegangen. Zwar kann man erkennen, dass das Feuer an Stärke verliert, aber ein wirklicher Hochpunkt ist noch nicht zu erkennen. Leider ist kaum zu beurteilen, wann der Brennstoff endgültig verpufft ist. Wie gestern bereits gesagt, es kann auch noch länger so weiter gehen.

(...)

Jochen Steffens - Investor-Verlag - 16.07.2003
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Sentiment-Umfrage unter 300 Fondsmanagern:


Investmentprofis nehmen die Zeitenwende vorweg
Umfrage: Portfolios werden immer offensiver
Fondsmanager teilen Greenspans positives Konjunkturbild und erwarten steigende Zinsen



Berlin - Ein bisschen verwunderlich sind die heftigen Marktreaktionen auf Greenspans Rede schon. Denn der US-Notenbankchef hat eigentlich nur ausgesprochen, was sich viele Anleger sowieso längst gedacht haben. Das zumindest legt die neue Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch (ML) nahe. "Die institutionellen Investoren haben ihre Einschätzungen zur Zinsentwicklung, zum Wirtschaftswachstum und zu den attraktivsten Branchen am Aktienmarkt im Juli gründlich überdacht", fasst ML-Chefstratege David Bowers die Ergebnisse der Studie zusammen, für die zwischen dem 3. und 10. des Monats fast 300 Fondsmanager befragt wurden.

So treffen sich die Konjunkturerwartungen eindeutig mit dem zunehmenden Optimismus von Greenspan. Die Prognosen der Fondsmanager für das Wirtschafts- und Ergebniswachstum in den nächsten zwölf Monaten seien so zuversichtlich wie zuletzt im ersten Halbjahr 2002, berichtet Merrill Lynch. Nunmehr gehen die Institutionellen von einem Wirtschaftswachstum von nominal 3,5 Prozent in den G7-Staaten aus, nach 3,1 Prozent im April. Das Ergebnis pro Aktie werde sich im Schnitt um fast neun (April: 6,5) Prozent verbessern - und zwar nicht mehr nur durch Kosteneinsparungen, sondern zunehmend auch durch steigende Umsätze, meinen die Investmentprofis.

Dieser positive Ausblick spiegelt sich in den favorisierten Branchen wider. Am stärksten übergewichtet in den Portfolios sind die Sektoren Technologie und zyklische Dienstleistungen, während die Papiere der Versorger und nichtzyklische Konsumgüter massiv untergewichtet werden. Dazu passt auch die neue Begeisterung für den japanischen Aktienmarkt mit seiner zyklischen Ausrichtung. Immer mehr Fondsmanager wollen japanische Papiere künftig übergewichten. Dies bedeutet Gewinnchancen. Bei US-Aktien flaut der Enthusiasmus dagegen langsam ab. Grund sind weniger die als ausnehmend gut eingeschätzen Gewinnaussichten als vielmehr die Bewertung, die als ambitioniert gilt. Die Papiere aus der Eurozone und Großbritannien sind derweil weiter in der Gunst der institutionellen Anleger gefallen.

Sehr deutlich macht die Umfrage auch das massive Umschichten von Anleihen in Aktien. Kein Wunder angesichts der Erwartungen für die Zinsentwicklung. So erklärten 49 Prozent der Interviewten, dass die Kurzfristzinsen in einem Jahr höher liegen dürften als derzeit, nur 17 Prozent erwarten niedrigere Zinsen. Im Juni hatten lediglich 36 Prozent höhere Zinsen erwartet, während ein ebenso hoher Prozentsatz von niedrigeren Zinsen gesprochen hatte. Auch für die Zinsen am langen Ende ist der Ausblick pessimistischer geworden - bei Aktien- wie Rentenfondsmanagern. Greenspans Aussagen haben den Eindruck einer nahenden Zinswende also nurmehr "amtlich" gemacht. wi

DIE WELT - 17.06.2003
Au Backe, das Sentiment ist so gut. Am Sonntag wollte niemand den Bären bei B.Heller machen. Alle bullish. Alles Bullshit?
Ich habe erstmal meine Shorts verstärkt. :D
Kann ich ja sagen, ist mein eigenes Geld, ach ja, auch Nabil ist ja kurzfristig bullish.
Alles wird gut.
J2
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Mit Volldampf der Zeit voraus

Der geniale Außenseiter Albert Ballin machte aus der verschlafenen Hamburger Reederei Hapag
den größten Schifffahrtskonzern der Welt

Von Susanne Wiborg



Die Stunde der Entscheidung schlug am 22. Mai 1886, im Gebäude der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag). Nach einem erbitterten Preiskampf im Nordatlantik-Passagiergeschäft schloss man dort Frieden. David hatte Goliath besiegt, ein kleiner jüdischer Passageagent, ein Schmuddelkind aus dem Hafenviertel, hatte das Flaggschiff des hanseatischen Establishments an den Rand des Untergangs gebracht. Die Hapag zog es am Ende vor, den gefährlichen Herausforderer in eigene Dienste zu nehmen. Es war die glücklichste Entscheidung ihrer Unternehmensgeschichte: Der hochintelligente und brennend ehrgeizige 29-Jährige hieß Albert Ballin, und an diesem Sonnabendnachmittag begann für ihn und die Hapag ein gleichermaßen steiler Aufstieg.

Er sei „nie jung gewesen“, urteilte Ballin später, und niemals sorglos. Am 15. August 1857 als dreizehntes Kind eines verarmten dänisch-jüdischen Kaufmanns im Hamburger Hafenviertel geboren und aufgewachsen, musste er 17-jährig, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, dessen kleine Passageagentur und die Verantwortung für Mutter und Schwestern übernehmen. Seine Ausbildung beschränkte sich auf vier Jahre jüdischer Volksschule samt Schularbeiten im väterlichen Kontor. Sein Metier, das Anwerben von Emigranten für Linienschiffe nach Amerika, war alles andere als angesehen. Da die großen Hamburger Reedereien eigene Agenten hatten und die Unabhängigen ignorierten, konnte Ballin zunächst nur indirekte Auswanderung über Großbritannien anbieten. Um langfristig zu reüssieren, musste er freilich in die Domäne der Etablierten einbrechen: die direkte Auswanderung. Ballins Agentur florierte schnell, doch das reichte ihm nicht. 1881 ging er die Konkurrenz frontal an. Im März war der russische Zar Alexander II. ermordet worden, und Ballin ahnte die Folgen: Judenpogrome, denen eine Fluchtwelle nach Amerika folgen würde. Er überzeugte den Hamburger Reeder Edward Carr, seine Dampfer für den Massentransport von Emigranten umzurüsten, die Ballins Agentur anwarb. Die Schiffe gingen direkt nach New York, hatten keine kostspieligen Kajütenklassen, und zum Ausgleich für die drangvolle Enge unter Deck durften sich die Passagiere erstmals an Bord frei bewegen. Die Überfahrt war konkurrenzlos billig, die Dampfer von Anfang an ausgebucht.

Der folgende jahrelange Preiskrieg belastete vor allem die Hapag schwer. Die hoch angesehene, 1847 gegründete Reederei steckte tief in der Krise. Sie wurde eher nebenbei verwaltet, denn das Engagement ihrer teils bejahrten Direktoren galt vorrangig den eigenen Geschäften. Die Aktionäre murrten. Dennoch zog es das Direktorium vor, Ballins Verhandlungsangebote zu ignorieren und den dreisten Emporkömmling durch Aussitzen zu überdauern. Der versorgte daraufhin die Presse gezielt mit Informationen über die Ignoranz der Hapag-Spitze. Schließlich, als die Packetfahrt „fünf Minuten vorm Absaufen“ war, rebellierten die Aktionäre. Der Vorstand wurde abgelöst, dann einigte man sich schleunigst. 1886 wechselte Ballin, als Chef der Passageabteilung mit einem Jahressalär von 10000 Mark, zur Hapag.

Zwei Jahre später war der 31-Jährige jüngster Direktor, und der eben noch dahindümpelnde Honoratiorenverein Hapag nicht mehr wiederzuerkennen: Die frisch motivierten Hamburger waren auf dem Weg an die Spitze. Protegiert vom starken Mann des Aufsichtsrates, dem einflussreichen Segelschiffreeder Carl Laeisz, hatte Ballin das Unternehmen völlig umgekrempelt. Wer sich von seinem Elan nicht mitreißen ließ, bekam seinen Jähzorn zu spüren. Aber Ballins Ideen zahlten sich aus. Bis 1890 wurden das Kapital beträchtlich erhöht, die modernsten Schnelldampfer in Dienst gestellt und ein repräsentatives neues Verwaltungsgebäude bezogen. Nur einmal war der junge Direktor gescheitert: Als er schnell wieder Dividenden durchsetzen wollte. Doch Aufsichtsrat Laeisz hielt nichts von Shareholder Value und beschied: „Sehr geehrter Herr Ballin, nach Paragraph eins unserer Statuten ist der Zweck dieser Gesellschaft der Betrieb von Schiffen – nicht die Verteilung von Dividenden!“

Ballin revanchierte sich auf seine Weise: Bald schon führte er die Packetfahrt derart erfolgreich, dass die Aktionäre regelmäßig Rekorddividenden kassieren konnten. 1899 wurde er Generaldirektor, und die Hamburg-Amerika Linie, wie sich die Hapag nun nannte, war die größte Reederei der Welt, ihre stolze Flotte schwimmendes Statussymbol eines aufstrebenden Wirtschaftswunderlandes. Bis zum Ersten Weltkrieg beschäftigte das Unternehmen mehr als 25500 Mitarbeiter. Ihr autokratischer Chef war mächtigster Mann Hamburgs, galt als Freund des schifffahrtsnärrischen deutschen Kaisers Wilhelm II. – und blieb doch immer der Außenseiter.

Der „Souverän der Seefahrt“ war ein Mann ausgeprägter Widersprüche, ebenso charmant wie schwierig, ebenso kultiviert wie explosiv, ebenso optimistisch wie melancholisch. Ballin besaß ein verblüffendes Gespür für Kommendes, das oft als „Sehergabe“ bezeichnet wurde, gepaart mit einer ebenso ausgeprägten Begabung, seine großen Visionen gewinnbringend in die Praxis umzusetzen. Er konnte „in Kontinenten denken“, dabei in Pfennigen rechnen und sich mit nimmermüdem Perfektionismus um jede Kleinigkeit kümmern. Typisch ist da seine Erfindung der modernen Kreuzfahrt, mit der die Hapag 1891 ins Touristikgeschäft einstieg. Seereisen als Vergnügen anzubieten galt seinen Direktoriumskollegen anfangs als verrückte Idee. Doch Ballin plante und organisierte die sechswöchige „Excursion“ ins Mittelmeer samt Landausflügen in 13 Häfen präzise voraus, begleitete die Premiere als Gastgeber, nahm einflussreiche Journalisten mit und erfand auf dieser Reise gleich noch die Bordzeitung. Seinem PR-Talent ist auch die erste Presseabteilung eines deutschen Unternehmens zu verdanken.

Um 1895 vollzog Ballin eine entscheidende Wende in der Unternehmenspolitik: Statt auf die konjunkturabhängige Passagierschifffahrt, setzten die Hamburger nun vorrangig auf das krisenfestere Geschäft mit Gütern. Ballin stellte dafür, wieder einmal als Erster, große Kombischiffe in Dienst, die wahlweise Passagiere, Ladung oder beides befördern konnten. Ihre Rekordgewinne sicherten der Hapag fortan eine solide finanzielle Basis. Im Rampenlicht jedoch standen die glamourösen Flaggschiffe der Hapag: 1900 gewann der Schnelldampfer Deutschland erstmals das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung. Das brachte zwar viel Prestige, aber wenig Gewinn. Schnelldampfer verbrauchten enorme Mengen Kohle. Ihre schlanke Form bot wenig Raum und sorgte durch lästiges Schlingern für seekranke Passagiere.

Ballin reagierte konsequent: Die Hapag überließ Rekordfahrten fortan der Konkurrenz und offerierte stattdessen allerhöchsten Komfort an Bord. 1905 kam das Flaggschiff Amerika in Fahrt, das nur halb so viel Kohle verbrauchte wie ein Schnelldampfer, aber alles an Luxus und Service weit übertraf, was je auf See angeboten worden war. Das begeisterte die Kunden, und sogar die Ärmsten an Bord profitierten davon. Ballin bot auf der Amerika erstmals eine dritte Klasse an, kaum teurer als das Zwischendeck, aber mit Kabinen ausgestattet.

1912 dann, sechs Wochen nach dem Untergang der Titanic, lief in Hamburg der erste von drei riesigen Hapag-Luxuslinern vom Stapel, die die unglückliche britische Konkurrentin weit in den Schatten stellten. Mit 277 Metern und 52000 BRT so groß wie heute ein modernes Containerschiff, war der Gigant ein Sprung in eine neue Dimension. Ballin hatte, in einer für ihn typischen Geste, dieses Schiff verbindlich Europa taufen wollen. Doch der erlauchte Pate, Kaiser Wilhelm II., favorisierte den Namen Imperator. Das Schiff war schwimmendes Symbol eines ganzen Landes und einer Ära. Es demonstrierte deutsche Spitzenleistung in Technik und Nautik, mit einem liebevoll bis ins letzte Detail ausgeklügelten Service, spiegelte aber ebenso die politische Hybris des Kaiserreiches: Am Bug trumpfte ein martialischer bronzener Wappenadler mit winziger Weltkugel in den Krallen als Galionsfigur auf.

Albert Ballin, einer der ersten deutschen Manager mit Weltruf, hatte aus der Hapag ein Gesamtkunstwerk geformt, das untrennbar mit ihm verbunden war. „Er war die Packetfahrt, und die Packetfahrt war er“ hieß es. So war es für ihn auch undenkbar, um persönlicher Vorteile willen die Hapag zu verlassen. Als der amerikanische Magnat John Pierpont Morgan ihm für einen Wechsel nach New York beispiellos viel Geld und Macht anbot, lehnte Ballin kühl ab: Weder er noch die Hapag seien käuflich.

Der Mann, dem, wie der berühmte Journalist Theodor Wolff urteilte, „viel verliehen und alles geglückt“ war, scheiterte schließlich auf tragische Weise. Ballins Sorge galt dem deutsch-britischen Verhältnis, seine Angst einem großen europäischen Krieg, seine Sehergabe begann ihn zunehmend zu quälen. Von 1908 an verschliss er sich darum in diskreten politischen Missionen und war noch Ende Juli 1914 zu einem letzten, verzweifelten Vermittlungsversuch in London. „Der dümmste und blutigste Krieg, den die Weltgeschichte gesehen hat“, wie er von Anfang an verbittert urteilte, zerstörte anschließend seine gesamte Welt. Albert Ballin konnte das nicht überleben. Er vergiftete sich und starb mit dem Kaiserreich, am Mittag des 9. November 1918.


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RDM: Immobilienpreise sinken


Die Preise für Einfamilienhäuser und für Reihenhäuser sinken unvermindert weiter.
Insgesamt ist der Preisrückgang bei Immobilien mit 1,9 Prozent doppelt so hoch ausgefallen wie im Vorjahr, teilte der RDM am Donnerstag in Berlin mit. Der Kaufpreis für freistehende Einfamilienhäuser mit mittlerem Wohnwert sank laut RDM durchschnittlich um 1,8 Prozent, für Reihenhäuser um zwei Prozent. Entsprechende Eigentumswohnungen wurden sogar um 3,5 Prozent preiswerter. Allerdings sanken die Preise für Wohnungen mit gutem und sehr gutem Wohnwert weniger.


Als einen wesentlichen Grund vermuten die Makler die Kaufunlust. Drohende Arbeitslosigkeit oder die Angst vor langfristigen Krediten verunsichere die Kaufinteressenten. Fällt die Eigenheimzulage weg, dann erwartet der RDM einen „Absturz der Nachfrage“.

Die Immobilienpreise seien in sämtlichen Regionen rückläufig.

In München koste das Einfamilienhaus durchschnittlich 480000 Euro (minus vier Prozent im Vergleich zu 2002) ; dies sei das höchste Preisniveau im Land. Am anderen Ende der Skala stehen Bremen, Hannover und Berlin.

In Bremen kosteten Einfamilienhäuser nur noch 165000 Euro (minus zehn Prozent). In den ostdeutschen Städten sind diese Immobilien in der Regel günstiger, allerdings liegen etwa Dresden und Jena (210000 Euro) oder Potsdam (180000 Euro) auf hohem Niveau.

Vergleichsweise günstig können Käufer auch zur Zeit in Berlin an ein eigenes Häuschen kommen - im Ostteil der Stadt ist es durchschnittlich 150.000, im Westteil 200.000 Euro zu haben.

(...)

Flaute trotz günstiger Bedingungen

Nach Einschätzung des Rings Deutscher Makler (RDM) sind die Umsätze der Branche seit 1999 um bis zu 16 Prozent zurückgegangen. Ursachen liegen in der Angst vor der Arbeitslosigkeit oder Bedenken gegenüber langfristigen Krediten, wie der Verband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Vermarktungszeitraum überschritt deutlich die Drei-Monats-Grenze.

(...)

In strukturschwachen Regionen Norddeutschlands oder Ostdeutschlands sei es zu Preisverfällen bis zu 25 Prozent gekommen. Dagegen bleibe das Preisniveau in Großstädten weiterhin hoch. Insgesamt beobachten die Makler ein geändertes Wohnverhalten. So zöge die Jugend früher aus dem Elternhaus aus und werde auch immer anspruchsvoller: Studenten gäben sich ungern mit Ein-Zimmer- Wohnungen zufrieden und lehnten auch Wohngemeinschaften zunehmend ab.

(...)

(sueddeutsche.de/AP/dpa)
11.07.2003
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Immobilien: Über Stocks und Stein

Von Martin Diekmann


Aktie oder Immobilie? Eine Frage, die im Börsen-Boom niemand stellte. Heute trauen viele Anleger dem Aufschwung an den Aktienmärkten nicht. Sie mauern ihr Geld lieber in Zement.


Zumal die eigenen vier Wände sich so günstig finanzieren lassen wie seit langem nicht mehr. Wer erinnert sich nicht an das kleine, aber unbeugsame Volk der Gallier, das, wenn man Asterix Glauben schenken kann, nur davor Angst hatte, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte?

Viele Aktienanleger werden in den vergangenen drei Jahren gedacht haben, dass ihnen genau das passiert ist. Die Kursanstiege der vergangenen Monate zeigen zwar, dass es an den Märkten auch noch aufwärts gehen kann, doch melden sich bereits die Mahner zu Wort, die vor einer erneuten Korrektur an den Aktienbörsen warnen.

Historisch gesehen, konnten Anleger mit Aktien seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine durchschnittliche Rendite von etwa sieben Prozent im Jahr erzielen. Verständlich, dass die Nervosität groß ist, nachdem der Dax in knapp vier Monaten einen Anstieg um 50 Prozent hinlegte.


Experten warnen vor Crash an den Bondmärkten

Die Rentenmärkte werfen im langfristigen Vergleich noch weniger ab, im Durchschnitt sechs Prozent. Die vergangenen drei Jahre fielen mit einer Rendite von etwa neun Prozent also überdurchschnittlich aus. Mittlerweile gelten Renten aber als zu teuer, viele Experten warnen sogar vor einem Crash an den Bondmärkten.

Der Goldpreis hat in jüngster Vergangenheit zwar eine beachtliche Performance hingelegt. Als Depotbeimischung ist der Klassiker unter den Basisinvestments immer zu empfehlen, als Renditebringer aber eher nur dritte Wahl.

Offene Immobilienfonds erfreuten sich in den vergangenen Monaten bei Anlegern großer Beliebtheit als sichere Häfen. Doch inzwischen wissen die teilweise zu Cash-Fonds mutierten Betongeld-Sammler nicht mehr wohin mit dem vielen Geld. In der Branche geht man bereits davon aus, dass viele offene Immobilienfonds die durchschnittlichen Renditen von sechs Prozent in der Vergangenheit künftig nicht mehr werden erwirtschaften können.


Guter Rat ist billig

Da ist guter Rat teuer, oder besser gesagt: Eigentlich ist er billig. Investoren bietet sich nämlich derzeit eine langfristige erstklassige Kapitalanlagemöglichkeit, bei der sie von den niedrigen Zinsen auch noch profitieren können: der Kauf einer Immobilie. Die lässt sich derzeit nämlich so günstig finanzieren wie seit langem nicht mehr.

Mussten Hauskäufer etwa vor fünf Jahren noch acht Prozent für ein zehnjähriges Hypothekendarlehen aufbringen, sind es heute nicht einmal mehr fünf Prozent. Dazu kommen die auf Grund der Rezession teilweise stark gefallenen Preise für Ein- und Mehrfamilienhäuser, wenn man von Ballungsräumen wie Hamburg oder München einmal absieht.

Beide Faktoren führen dazu, dass Käufer ihre Kredite mit erstaunlich geringen Mitteln in kurzer Zeit abbauen können. So ist ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro bei einem effektiven Zinssatz von fünf Prozent und einer monatlichen Tilgung von knapp 800 Euro (entspricht 4,5 Prozent) in 15 Jahren abbezahlt. Ein Betrag, der unter dem monatlichen Mietzins so mancher Etagenwohnung liegt. Anleger, die schnell reagieren, können sich zudem noch die Eigenheimzulage sichern, bevor diese voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschafft wird.


Vorteile einer eigenen Immobilie

Eine eigene Immobilie bietet gleich mehrere Vorteile: Neben einer Steigerung der Lebensqualität investiert der Käufer auch in Eigentum - wovon er im Alter profitiert, weil die Mietzahlungen entfallen. Nutzt er die neue Immobilie nicht selbst, können darüber hinaus die Anschaffungsverluste abgesetzt werden. Abhängig vom Einkommen und der Höhe des Darlehens errechnet sich leicht eine Steuerersparnis in fünfstelliger Höhe.
Hinzu kommt die Wertsteigerung, die in Westdeutschland seit 1975 bei Eigenheimgrundstücken im Durchschnitt bei 4,6 Prozent im Jahr liegt, wie das Forschungsunternehmen Bulwien in einer Studie vorrechnet. Damit liegt sie zwar unter dem Durchschnitt von Aktien und Anleihen, jedoch sind Steuerersparnis und Eigenheimzulage nicht berücksichtigt.


Lage, Lage und nochmals Lage

Die drei wichtigsten Kriterien beim Kauf einer Immobilie sind Lage, Lage und nochmals Lage. Wer von vornherein Grundbesitz in einer Region erwirbt, die auf Grund ihrer Wohnqualität beliebt ist und das nach bisherigen Erkenntnissen in Zukunft auch bleiben wird, ist auf der sicheren Seite, selbst wenn das eigene Häuschen später verkauft werden muss. Vorausschauende Anleger sollten dabei im Hinterkopf behalten, dass die Bevölkerungszahlen in der Bundesrepublik rückläufig sind. Damit ist es mehr als wahrscheinlich, dass Immobilien in Randlagen in den kommenden Jahrzehnten ständig weniger nachgefragt werden und deshalb an Wert verlieren.

Was sich also heute schlecht verkaufen oder vermieten lässt, wird in Zukunft noch weniger gefragt sein. Erste Wahl bleiben beliebte Standorte wie Hamburg, Stuttgart oder München. Dort wird eine rückläufige Bevölkerungszahl gar nicht oder weniger negativ ins Gewicht fallen als in strukturschwachen Gebieten. Schließlich werden Großstädte auch weiterhin ein Anziehungspunkt für viele Menschen bleiben, allerdings sind dort die Häuserpreise bereits ambitioniert.


Altersvorsorge könnte Märkte unter Druck bringen

Mutige Investoren könnten sich auch an Geheimtipps wie Bremen, Leipzig oder Berlin wagen. Ob es dort auch in Zukunft zu solchen exorbitanten Wertsteigerungen kommt wie in der Vergangenheit, bleibt allerdings offen. Nur gilt das auch für Aktien und Bonds, zumal die demografischen Veränderungen auch hier an Bedeutung gewinnen.
Einige Experten gehen davon aus, dass Anleger zur Sicherung ihrer Altersvorsorge in einigen Jahren damit beginnen werden, ihre Aktienquoten zurückzufahren, und damit die Märkte weltweit unter Druck bringen könnten. Schließlich ist die zunehmende Alterung der Bevölkerung kein auf Deutschland beschränktes Problem. "Modellrechnungen zeigen, dass die Baby-Boomer Kapitalrenditen erzielen werden, die deutlich unter denen früherer Generationen liegen", heißt es in einer Studie des Internationalen Währungsfonds.
Und während Aktien im Extremfall wertlos werden können, bleiben Hausbesitzern immer noch die eigenen vier Wände. Da kann eigentlich nichts passieren - es sei denn, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt.

FTD 17.07.2003

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Ich will hier noch mal ein bischen PR fürden Antizyklischen Aktienclub (AAC) machen und bitte die Mitglieder um Nachsicht für meine "großzügige" Auslegung von Copyrights ...;)

http://www.antizyklischer-aktienclub.de

Der Name deutet an, worum es geht: antizyklische Aktienstrategie mit einem Schwergewicht auf Gold. Etwa alle Monate veröffentlicht Gründungsmitglied und Spiritus Rector Andreas Hoose hier bei WO eine Kolumne.

Andreas Hoose (39) leitete nach seinem Studium Seminare in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Bilanzierung und Rechnungswesen. Sein besonderes Interesse gilt dem Aufspüren antizyklischer Investitionschancen und der akribischen Unternehmensanalyse. Seit Anfang 2003 betreut er das AAC-Signal-Depot

Horst Fugger (43) arbeitete bis 1999 als Wirtschaftsjournalist beim auflagenstärksten deutschen Börsenmagazin BÖRSE ONLINE, wo er für die nordamerikanischen Aktienmärkte zuständig war. Als Chefredakteur eines Internet-Börsenmagazins veröffentlichte er ein antizyklisches Musterdepot, dessen Wertentwicklung für Aufsehen sorgte: Im Zeitraum, als der DAX mehr als 40 und die Neuer-Markt-Indizes um die 90 Prozent verloren, legte das Antizyklik-Depot um etwa 60 Prozent zu.

Uwe Kohde (43) beschäftigte sich nach seinem Studium mit Anlagen an den internationalen Finanzmärkten und arbeitete in gehobener Position bei der Bayerischen Vereinsbank. auch bei Merrill Lynch tätig. Seit 1998 betreibt er mit zwei Partnern eine Vermögensverwaltungs-GmbH in München.

Holger Schade (39) ist für die Verwaltung, den Content und die Abwicklung zuständig. Er ist gelernter Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Marketing und Arbeitsrecht. Er organisiert den Front-/BackOffice Bereich des Gemeinschaftsdepots.



Kolumne vom 17.06.2003


Die Warnsignale häufen sich


Kürzlich wollte mich ein Kollege davon überzeugen, dass die Zahlen von Investors Intelligence zur psychologischen Verfassung der Börsenbriefautoren in den USA nicht als Kontra-Indikator taugen, da Börsenbrief-Schreiber immer eine bullische Sicht der Dinge vertreten. Sie seien zu dauerndem Optimismus geradezu verpflichtet – andernfalls machten sie schlechte Geschäfte, da sich ihre Aktientipps nicht mehr verkaufen. Zur Erinnerung: Die entsprechenden Werte weisen derzeit eine nie gekannte Bullenquote auf (Chart unten).



Das Argument muss man von zwei Seiten beleuchten. Richtig ist, dass die Verfasser von Börsenbriefen sicherlich eher zu optimistischen Übertreibungen neigen als der Rest der Anlegergemeinde. Wer wagte es schon, einen Index-Stand beim Dow Jones von 5000 Zählern oder weniger zu prognostizieren, verbunden mit der Empfehlung, dem Aktienmarkt am besten für einige Jahre fern zu bleiben? Natürlich wird niemand freiwillig den Ast absägen, auf dem er sitzt.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Börsenbriefautoren tendenziell optimistischer als die übrigen Investoren – mit einer wichtigen Einschränkung: Die Ausprägung ihres Optimismus ist sehr wohl starken Änderungen unterworfen. Nähern sich die Märkte einem Hochpunkt, sind die „Experten“ euphorisch – und umgekehrt. Genau diese Veränderungen im Grad des Optimismus machen den Indikator daher zu einem treffsicheren Hilfsinstrument bei der Einschätzung der künftigen Entwicklung.

Das kann auch gar nicht anders sein. Womit wir beim Thema Antizyklik wären, dem Leitmotiv des Antizyklischen Aktienclubs. Der Grund, warum antizyklisches Vorgehen an der Börse einer der wenigen Erfolg versprechenden Wege ist, liegt in den psychologischen „Strickmustern“ begründet, die jedem Einzelnen von uns in die Wiege gelegt wurden.

Es würde zu weit führen, die Grundlagen antizyklischen Vorgehens an dieser Stelle zu erörtern, daher nur ein paar Fakten:

Seit Urzeiten ist der Mensch ein Herdentier. Soziales Verhalten nimmt einen enormen Stellenwert in der Erziehung unserer Kinder ein – und das ist auch gut so. Nebenbei führt es allerdings auch dazu, dass uns angepasstes und gruppenkonformes Verhalten von Kindesbeinen an eingetrichtert wird.

Einzelgängern und „Quertreibern“ werden ihre Macken beizeiten ausgetrieben. Derart getrimmt fällt es uns später schwer, eine Meinung zu vertreten, mit der wir allein auf weiter Flur stehen. Diese Denkmuster angepassten Verhaltens finden sich selbstverständlich auch in den allermeisten Börsenbriefen wieder.

Damit ist, stark vereinfacht gesagt, auch zu erklären, warum sich eine hohe Bullenquote bei den Börsenbriefautoren seit mehr als 20 Jahren sehr wohl als zuverlässiger Kontraindikator erwiesen hat. Das wird diesmal nicht anders sein.

Die Frage, die an dieser Stelle bereits einmal diskutiert wurde ist nur, wie lange es dauern wird, bis die Realität auf dem Börsenparkett Einzug hält. Wie schon gesagt: Nichts ist unmöglich – auch ein Dow Jones von 10.000 Punkten noch in diesem Sommer wäre denkbar, wenn sich die große Masse erst einmal auf eine Richtung festgelegt hat. Emotionen treiben dann die Kurse, Fakten interessieren nicht.

Wer das Thema vertiefen möchte, dem sei das Buch „Antizyklisch Investieren“ von Anthony Gallea und William Patalon empfohlen. Erschienen im Finanzbuch Verlag.


Altmeister warnt

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema: Der Frage, wie es nach der fulminanten Aufholjagd an den Börsen weitergehen könnte.
Einer, der sich erfolgreicher als die meisten anderen Anleger mit dem Thema Börse auseinander gesetzt hat, ist ganz ohne Zweifel Sir John Templeton. Seit Jahrzehnten steht Templeton mit seinen Anlageentscheidungen in schöner Regelmäßigkeit auf der richtigen Seite. Die Gedanken, die der mittlerweile 90jährige Begründer des legendären Templeton-Growth-Fund kürzlich gegenüber dem „Equities Magazine“ äußerte, könnten manchem Daueroptimisten allerdings den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Bis zu 20 Prozent der Hypotheken auf Eigenheime in den USA seien akut vom Ausfall bedroht, fürchtet Templeton, weil die Häuslebauer ihre Schulden nicht mehr bezahlen können.

In seiner Begründung macht Templeton folgende Rechnung auf: Während in der Vergangenheit jede ausgeprägte Börsenschwäche mit einem deutlichen Rückgang der Immobilienpreisen einher gegangen war, haben die Preise für Wohneigentum in den USA während der laufenden Baisse um rund 20 Prozent zugelegt. Getrieben von den niedrigen Zinsen haben sich die US-Bürger in Schulden gestürzt und so den Immobilienmarkt immer weiter angefacht.

Man braucht nicht viel Phantasie, um dem Argument Templetons zu folgen, wonach diese Situation eine enorme Sprengkraft beinhaltet: Anders als nach der Baisse der 20er und 30er Jahre, als sparen noch gefragt war, seien die US-Haushalte heute verschuldet wie noch nie in der Geschichte.

Templeton, der nach eigenem Bekunden heute bärischer eingestellt ist als vor Jahresfrist, erklärt: „Die Verschuldung Amerikas beträgt aktuell 32 Billionen US-Dollar und ist damit dreimal so groß wie die Wirtschaftsleistung eines gesamten Jahres. Zu keiner Zeit war eine Nation derart hoch verschuldet. Die Schuldenlast ist heute höher als auf dem Höhepunkt der Aktienhausse vor drei Jahren. Viele Eigenheimbesitzer haben höhere Verbindlichkeiten als ihre Immobilie wert ist.“

Diese Argumente sind natürlich nicht neu, dann aber verweist "Sir John" auf einen Aspekt, den die meisten Börsianer wohl weit unterschätzen:

Sollten die Immobilienpreise auch nur um 20 Prozent sinken, eine Tatsache, die in einer Baisse unausweichlich sei, stünden zahllose Eigenheimbesitzer vor dem Bankrott, warnt Templeton.

Darin sieht der Altmeister der Kapitalanlage auch den entscheidenden Unterschied zur Situation in den 30er Jahren: Seinerzeit hätten viele Hausbesitzer ihre Immobilien bar bezahlt. Ein Umstand, der heute undenkbar sei. Während die Häuslebauer in den 30erjahren vom Einbruch bei den Immobilienpreisen kaum betroffen waren (es gab ja kaum jemanden, der verschuldet war) hätte ein Rückgang der Preise heute verheerende Folgen. Zwangsversteigerungen wären nach Ansicht Templetons die unausweichliche Konsequenz.

Was dies für die taumelnde US-Wirtschaft bedeuten könnte, wagt man sich kaum vorzustellen. Verbrauchervertrauen? Restlos im Eimer. Konsumausgaben? Wovon bitteschön?

Um einen Rat befragt, wie man sich als Anleger in dieser Situation verhalten solle, sagt Templeton: "Kaufen Sie US-amerikanische Immobilien, wenn die Preise um 90 Prozent (kein Druckfehler!) Gefallen sind.

Dass der Bauboom demnächst zu Ende gehen dürfte, belegt folgende Grafik: In der Vergangenheit hat ein scharfer Anstieg bei den neugebauten Häusern, wie er auch zuletzt zu beobachten war, anschließend regelmäßig zu einem deutlichen Rückgang der Bauaktivität geführt.



Vor diesem Hintergrund erscheinen die jüngst wieder kletternden Renditen der 10jährigen US-Staatsanleihen ganz und gar nicht wie die frohe Botschaft einer erstarkenden Ökonomie sondern eher wie Vorboten eines Desasters für die Eigenheimbesitzer.

Sollte der Zinstrend jetzt drehen, könnte das von Sir John Templeton befürchtete Szenario schon in absehbarer Zeit bedrückende Realität werden.



Man sollte sich nichts vormachen: Sollte Templeton mit seiner Vorhersage auch nur ansatzweise richtig liegen, wären die Folgen für die US-Wirtschaft verheerend. Der Altmeister glaubt, dass derzeit nur ganz wenige Anleger den Korrekturbedarf erkennen, der sich im Zuge des größten Finanzcrashs der Börsengeschichte in vielen Bereichen aufgetan hat. Fast möchte man sich wünschen, dass Templeton mit seiner Prognose irrt. Nur dieses eine Mal.

Übrigens: Der Templeton Growth Fund ist als einer der ganz wenigen seiner Zunft über jeden Zweifel erhaben. Seit mehr als 40 Jahren ist das Produkt von “Sir John” in der Fondsbranche einsame Spitze.


Ernte des Frühsommers

Vor zwei Wochen hatten wir an dieser Stelle dazu geraten, den jüngsten Kursaufschwung zu Gewinnmitnahmen zu nutzen. Zuletzt gab es nochmals günstige Gelegenheiten, die Ernte des Frühsommers einzufahren. Nach Lage der Dinge könnte das auch noch eine Weile so bleiben. Man darf die Neigung der Menschen, zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung zu rennen nie unterschätzen. Diesen Effekt wird man auch bei der nächsten Abwärtskorrektur wieder eindrucksvoll studieren können.

Einige Ereignisse der vergangenen beiden Wochen mahnen jetzt zu erhöhter Vorsicht: Da wäre zunächst die Kursentwicklung bei Yahoo. In der vergangenen Woche hatte der Internet-Blue-Chip gute Quartalsergebnisse vorgelegt. Auch die Erwartungen der Analysten wurden erfüllt – trotzdem ging es mit der Notierung anschließend steil bergab. Der jüngste Kursanstieg von 40 Prozent innerhalb eines Monats war wohl zuviel des Guten. Es hätte schon eines sensationellen Ergebnisses bedurft, um die Korrektur zu verhindern. Die Punktlandung war den Anlegern zu wenig.

Der Chart zeigt, dass der Wert jetzt vermutlich eine Trendwende eingeleitet hat; die bärischen Zeichen im Kursverlauf mehren sich: Der Einbruch der vergangenen Woche erfolgte unter massiv steigenden Umsätzen. Dabei wurde eine Kurslücke nach unten geöffnet. Solche sogenannten „breakaway-gaps“ leiten meist einen neuen Trend ein und werden dann längere Zeit nicht mehr geschlossen.



Die fundamentalen Daten des Titels erinnern verdächtig an die „besten“ Zeiten der Internet-Euphorie: Aktuell wird Yahoo zum 114-fachen Gewinn bewertet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis notiert nahe 20. Das Beispiel macht deutlich, wie weit sich einige Technologie-Werte mittlerweile wieder von der Realität entfernt haben.

In der gerade laufenden Berichtssaison zum zweiten Quartal wird sich zeigen, ob dies ein Einzelfall ist. Vermutlich nicht. Das Yahoo-Signal ist eindeutig: Wenn gute Nachrichten mit Kursabschlägen quittiert werden, wird eine Korrektur auch am Gesamtmarkt immer wahrscheinlicher.

Auch bei Intel (Chart unten) könnte trotz der zuletzt vorgelegten "guten" Quartalszahlen eine Korrektur anstehen. Es dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Erwartungen inzwischen so niedrig sind, dass die Unternehmen leichtes Spiel haben, diese zu erfüllen.

Der Chart mit einem nicht ganz idealtypischen „shooting star“ am Tag der Ergebnisse sieht derzeit jedenfalls verdächtig nach einer bevorstehenden Talfahrt aus.



Über Nokia (Chart unten) muss man nicht viele Worte verlieren. Die heute vorgelegten Zahlen dürften die Technologie-Börsen weltweit noch eine ganze Weile beschäftigen.



Beim Dax ist das Risiko eines Rückschlags ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Trotz anders lautender Prognosen lassen die konjunkturellen Nachrichten immer noch keine Wende zum Besseren erkennen. So ist die Industrieproduktion in Deutschland im Mai überraschend deutlich um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,3 Prozentpunkte gerechnet. Schon im April war der Indikator um 1,2 Prozent eingebrochen.


Sorgenkind Nummer eins

Ähnlich trübe Aussichten am Arbeitsmarkt, Deutschlands Sorgenkind Nummer eins. Im Juni sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat zwar um 85.000 auf 4,257 Millionen. Der Rückgang war nach Ansicht von Fachleuten jedoch in erster Linie auf „kosmetische Maßnahmen“ der Arbeitsämter zurück zu führen. Auch die Deutsche Bank sieht im saisonbereinigten Rückgang der Arbeitslosenquote keine konjunkturellen Gründe. Eine Belebung der Nachfrage sei daher vorerst nicht zu erwarten.
Für Anfang 2004 rechnen Volkswirte jetzt bereits mit mehr als fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland.

Es ist doch sehr fraglich, ob der Dax in einem solchen Umfeld seinen jüngsten Aufwärtsschub fortsetzen kann. Natürlich sind die Zinsen niedrig, und natürlich versuchen die Vereinigten Staaten durch Steuergeschenke alles, der Konjunktur auf die wackeligen Beine zu helfen – man darf aber auch nicht vergessen, dass etwa der Deutsche Aktienindex seit seinem Tief vom März dieses Jahres rund 50 Prozent zugelegt hat. Da ist die Luft inzwischen zweifellos dünn.

Doch die Börsianer kümmert all das derzeit wenig. Es wird gekauft, was das Zeug hält. Das hat dazu geführt, dass die breiten Märkte wieder richtig teuer geworden. Der S&P500 weist mittlerweile ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 auf. Unter Berücksichtigung der sogenannten „core-earnings“ liegt der Wert bei 42 (!). Zur Erinnerung: Auf dem Höhepunkt der Hausse im Frühjahr 2000 lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P500 bei 35.


Konsequenzen unausweichlich

Auch das Problem der US-Verschuldung ist aktueller denn je: Im Mai ist das amerikanische Leistungsbilanzdefizit auf den dritthöchsten Wert aller Zeiten angestiegen. Waren und Dienstleistungen im Wert von 41,84 Milliarden US-Dollar wurden in den USA mehr verbraucht als die US-Volkswirtschaft selbst herstellen konnte.

Theoretisch kann ein Land wie die USA ein solches Defizit über Jahre, sogar Jahrzehnte aufrechterhalten – jedenfalls solange internationale Investoren bereit sind, dieses Defizit zu finanzieren. Sobald aber die internationalen Kapitalmärkte eine weitere Finanzierung verweigern sollten, wären harte ökonomische und soziale Anpassungsmaßnahmen auch in den USA unausweichlich.

Die nervösen Kursbewegungen der Börse verstellen gerne den Blick auf das große Bild. Hier zeichnet sich der langfristige Trend bereits deutlich ab: Der Chart unten zeigt, dass Zeiten massiver Kreditausweitung in den USA (und nicht nur dort) immer wieder von Phasen abgelöst wurden, in denen der Trend sich umkehrte – und zwar über viele Jahre. Zeiten zurückgehender Kredite waren dabei regelmäßig gekennzeichnet von einer Outperformance des Goldpreises gegenüber der Kursentwicklung beim Dow Jones. Im Moment spricht nichts dafür, dass dies in den kommenden Jahren anders sein sollte.



Besonders aufmerksam sollte man aber nicht nur den Goldpreis verfolgen. Mindestens ebenso interessant könnten mittelfristig Silber-Engagements werden. An dieser Stelle hatten wir vor einigen Wochen bereits darauf hingewiesen, dass der Silberpreis möglicherweise vor einem markanten Ausbruch steht. Zuletzt konnte der Rohstoff eine wichtige Marke bei 4,72 US-Dollar überwinden (Chart unten), korrigierte dann aber nochmals bis auf die wichtige Unterstützungszone bei 4,60 US-Dollar.








In der Endphase eines Kursaufschwungs ist es häufig umgekehrt: Während die Schwergewichte erste Schwächeanzeichen zeigen, marschieren die kleineren Titel noch munter weiter. Dies könnte jetzt darauf hindeuten, dass die jüngste Kursrallye vor ihrem Ende steht.


Und das machen die „Profis“ ...

Besonders aufschlussreiche Hinweise über die künftige Entwicklung an den Börsen erhält man, wenn man das Anlageverhalten professioneller Marktteilnehmer analysiert. Die sogenannten “commercial traders” in den USA scheinen der jüngsten Rallye immer stärker zu misstrauen: Sie lehnen sich jetzt deutlich auf die kurze Seite.

Kürzlich wurden Zahlen des „Commitment of Traders“-Report (COT) veröffentlicht. Dort wird analysiert, in welchen Futures-Märkten das sogenannte „smart money“ long oder short geht, also auf steigende oder fallende Kurse setzt.

Die Daten sollten den Daueroptimisten sehr zu denken geben:

Seit Anfang März wies der COT-Report für den S&P500 eine Netto-Long-Position der Berufsspekulanten aus. Unterm Strich setzte die Mehrzahl der professionellen Anleger beim S&P also bereits wenige Tage vor Beginn der jüngsten Hausse auf steigende Kurse. Gutes Timing.

Anfang Juli nun haben dieselben Profis ihre Netto-Long-Positionen von 18.446 Kontrakten in eine Netto-Short-Position von 42.144 Kontrakten umgewandelt. Bemerkenswert daran ist die Tatsache, dass dieser Umschwung von insgesamt 60.590 Kontrakten die stärkste Richtungsänderung innerhalb einer Woche war, die seit dem Bestehen der Future-Kontrakte auf den S&P500 registriert werden konnte.


[ ! ! ! :cool: ]

Die zentrale "Hochwassermarke" liegt bei 1015 Zählern im S&P500. Nur wenn diese nachhaltig überschritten werden sollte, ist mit einem stärkeren "short squeeze" zu rechnen, bei dem die Profis ihre Short-Engagements eindecken müssten.

Im Gegenzug haben die sogenannten „small traders“, die Kleinanleger also, die als Kontraindikator gewertet werden müssen, ihre Netto-Long-Positionen massiv ausgebaut.
Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass man solche Verschiebungen sehr ernst nehmen muss.

Zwar liegen die „commercials“ mit ihren Positionierungen nicht immer richtig - aber meistens.


.
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Ich will hier noch mal ein bischen PR fürden Antizyklischen Aktienclub (AAC) machen und bitte die Mitglieder um Nachsicht für meine "großzügige" Auslegung von Copyrights ...;)

http://www.antizyklischer-aktienclub.de

Der Name deutet an, worum es geht: antizyklische Aktienstrategie mit einem Schwergewicht auf Gold. Etwa alle Monate veröffentlicht Gründungsmitglied und Spiritus Rector Andreas Hoose hier bei WO eine Kolumne.

Andreas Hoose (39) leitete nach seinem Studium Seminare in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Bilanzierung und Rechnungswesen. Sein besonderes Interesse gilt dem Aufspüren antizyklischer Investitionschancen und der akribischen Unternehmensanalyse. Seit Anfang 2003 betreut er das AAC-Signal-Depot

Horst Fugger (43) arbeitete bis 1999 als Wirtschaftsjournalist beim auflagenstärksten deutschen Börsenmagazin BÖRSE ONLINE, wo er für die nordamerikanischen Aktienmärkte zuständig war. Als Chefredakteur eines Internet-Börsenmagazins veröffentlichte er ein antizyklisches Musterdepot, dessen Wertentwicklung für Aufsehen sorgte: Im Zeitraum, als der DAX mehr als 40 und die Neuer-Markt-Indizes um die 90 Prozent verloren, legte das Antizyklik-Depot um etwa 60 Prozent zu.

Uwe Kohde (43) beschäftigte sich nach seinem Studium mit Anlagen an den internationalen Finanzmärkten und arbeitete in gehobener Position bei der Bayerischen Vereinsbank. auch bei Merrill Lynch tätig. Seit 1998 betreibt er mit zwei Partnern eine Vermögensverwaltungs-GmbH in München.


Holger Schade (39) ist für die Verwaltung, den Content und die Abwicklung zuständig. Er ist gelernter Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Marketing und Arbeitsrecht. Er organisiert den Front-/BackOffice Bereich des Gemeinschaftsdepots.



Kolumne vom 17.06.2003


Die Warnsignale häufen sich


Kürzlich wollte mich ein Kollege davon überzeugen, dass die Zahlen von Investors Intelligence zur psychologischen Verfassung der Börsenbriefautoren in den USA nicht als Kontra-Indikator taugen, da Börsenbrief-Schreiber immer eine bullische Sicht der Dinge vertreten. Sie seien zu dauerndem Optimismus geradezu verpflichtet – andernfalls machten sie schlechte Geschäfte, da sich ihre Aktientipps nicht mehr verkaufen. Zur Erinnerung: Die entsprechenden Werte weisen derzeit eine nie gekannte Bullenquote auf (Chart unten).



Das Argument muss man von zwei Seiten beleuchten. Richtig ist, dass die Verfasser von Börsenbriefen sicherlich eher zu optimistischen Übertreibungen neigen als der Rest der Anlegergemeinde. Wer wagte es schon, einen Index-Stand beim Dow Jones von 5000 Zählern oder weniger zu prognostizieren, verbunden mit der Empfehlung, dem Aktienmarkt am besten für einige Jahre fern zu bleiben? Natürlich wird niemand freiwillig den Ast absägen, auf dem er sitzt.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Börsenbriefautoren tendenziell optimistischer als die übrigen Investoren – mit einer wichtigen Einschränkung: Die Ausprägung ihres Optimismus ist sehr wohl starken Änderungen unterworfen. Nähern sich die Märkte einem Hochpunkt, sind die „Experten“ euphorisch – und umgekehrt. Genau diese Veränderungen im Grad des Optimismus machen den Indikator daher zu einem treffsicheren Hilfsinstrument bei der Einschätzung der künftigen Entwicklung.

Das kann auch gar nicht anders sein. Womit wir beim Thema Antizyklik wären, dem Leitmotiv des Antizyklischen Aktienclubs. Der Grund, warum antizyklisches Vorgehen an der Börse einer der wenigen Erfolg versprechenden Wege ist, liegt in den psychologischen „Strickmustern“ begründet, die jedem Einzelnen von uns in die Wiege gelegt wurden.

Es würde zu weit führen, die Grundlagen antizyklischen Vorgehens an dieser Stelle zu erörtern, daher nur ein paar Fakten:

Seit Urzeiten ist der Mensch ein Herdentier. Soziales Verhalten nimmt einen enormen Stellenwert in der Erziehung unserer Kinder ein – und das ist auch gut so. Nebenbei führt es allerdings auch dazu, dass uns angepasstes und gruppenkonformes Verhalten von Kindesbeinen an eingetrichtert wird.

Einzelgängern und „Quertreibern“ werden ihre Macken beizeiten ausgetrieben. Derart getrimmt fällt es uns später schwer, eine Meinung zu vertreten, mit der wir allein auf weiter Flur stehen. Diese Denkmuster angepassten Verhaltens finden sich selbstverständlich auch in den allermeisten Börsenbriefen wieder.

Damit ist, stark vereinfacht gesagt, auch zu erklären, warum sich eine hohe Bullenquote bei den Börsenbriefautoren seit mehr als 20 Jahren sehr wohl als zuverlässiger Kontraindikator erwiesen hat. Das wird diesmal nicht anders sein.

Die Frage, die an dieser Stelle bereits einmal diskutiert wurde ist nur, wie lange es dauern wird, bis die Realität auf dem Börsenparkett Einzug hält. Wie schon gesagt: Nichts ist unmöglich – auch ein Dow Jones von 10.000 Punkten noch in diesem Sommer wäre denkbar, wenn sich die große Masse erst einmal auf eine Richtung festgelegt hat. Emotionen treiben dann die Kurse, Fakten interessieren nicht.

Wer das Thema vertiefen möchte, dem sei das Buch „Antizyklisch Investieren“ von Anthony Gallea und William Patalon empfohlen. Erschienen im Finanzbuch Verlag.


Altmeister warnt

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema: Der Frage, wie es nach der fulminanten Aufholjagd an den Börsen weitergehen könnte.

Einer, der sich erfolgreicher als die meisten anderen Anleger mit dem Thema Börse auseinander gesetzt hat, ist ganz ohne Zweifel Sir John Templeton. Seit Jahrzehnten steht Templeton mit seinen Anlageentscheidungen in schöner Regelmäßigkeit auf der richtigen Seite. Die Gedanken, die der mittlerweile 90jährige Begründer des legendären Templeton-Growth-Fund kürzlich gegenüber dem „Equities Magazine“ äußerte, könnten manchem Daueroptimisten allerdings den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Bis zu 20 Prozent der Hypotheken auf Eigenheime in den USA seien akut vom Ausfall bedroht, fürchtet Templeton, weil die Häuslebauer ihre Schulden nicht mehr bezahlen können.

In seiner Begründung macht Templeton folgende Rechnung auf: Während in der Vergangenheit jede ausgeprägte Börsenschwäche mit einem deutlichen Rückgang der Immobilienpreisen einher gegangen war, haben die Preise für Wohneigentum in den USA während der laufenden Baisse um rund 20 Prozent zugelegt. Getrieben von den niedrigen Zinsen haben sich die US-Bürger in Schulden gestürzt und so den Immobilienmarkt immer weiter angefacht.

Man braucht nicht viel Phantasie, um dem Argument Templetons zu folgen, wonach diese Situation eine enorme Sprengkraft beinhaltet: Anders als nach der Baisse der 20er und 30er Jahre, als sparen noch gefragt war, seien die US-Haushalte heute verschuldet wie noch nie in der Geschichte.

Templeton, der nach eigenem Bekunden heute bärischer eingestellt ist als vor Jahresfrist, erklärt: „Die Verschuldung Amerikas beträgt aktuell 32 Billionen US-Dollar und ist damit dreimal so groß wie die Wirtschaftsleistung eines gesamten Jahres. Zu keiner Zeit war eine Nation derart hoch verschuldet. Die Schuldenlast ist heute höher als auf dem Höhepunkt der Aktienhausse vor drei Jahren. Viele Eigenheimbesitzer haben höhere Verbindlichkeiten als ihre Immobilie wert ist.“

Diese Argumente sind natürlich nicht neu, dann aber verweist "Sir John" auf einen Aspekt, den die meisten Börsianer wohl weit unterschätzen:

Sollten die Immobilienpreise auch nur um 20 Prozent sinken, eine Tatsache, die in einer Baisse unausweichlich sei, stünden zahllose Eigenheimbesitzer vor dem Bankrott, warnt Templeton.

Darin sieht der Altmeister der Kapitalanlage auch den entscheidenden Unterschied zur Situation in den 30er Jahren: Seinerzeit hätten viele Hausbesitzer ihre Immobilien bar bezahlt. Ein Umstand, der heute undenkbar sei. Während die Häuslebauer in den 30erjahren vom Einbruch bei den Immobilienpreisen kaum betroffen waren (es gab ja kaum jemanden, der verschuldet war) hätte ein Rückgang der Preise heute verheerende Folgen. Zwangsversteigerungen wären nach Ansicht Templetons die unausweichliche Konsequenz.

Was dies für die taumelnde US-Wirtschaft bedeuten könnte, wagt man sich kaum vorzustellen. Verbrauchervertrauen? Restlos im Eimer. Konsumausgaben? Wovon bitteschön?

Um einen Rat befragt, wie man sich als Anleger in dieser Situation verhalten solle, sagt Templeton: "Kaufen Sie US-amerikanische Immobilien, wenn die Preise um 90 Prozent (kein Druckfehler!) Gefallen sind. [:cool:]

Dass der Bauboom demnächst zu Ende gehen dürfte, belegt folgende Grafik: In der Vergangenheit hat ein scharfer Anstieg bei den neugebauten Häusern, wie er auch zuletzt zu beobachten war, anschließend regelmäßig zu einem deutlichen Rückgang der Bauaktivität geführt.



Vor diesem Hintergrund erscheinen die jüngst wieder kletternden Renditen der 10jährigen US-Staatsanleihen ganz und gar nicht wie die frohe Botschaft einer erstarkenden Ökonomie sondern eher wie Vorboten eines Desasters für die Eigenheimbesitzer.

Sollte der Zinstrend jetzt drehen, könnte das von Sir John Templeton befürchtete Szenario schon in absehbarer Zeit bedrückende Realität werden.



Man sollte sich nichts vormachen: Sollte Templeton mit seiner Vorhersage auch nur ansatzweise richtig liegen, wären die Folgen für die US-Wirtschaft verheerend. Der Altmeister glaubt, dass derzeit nur ganz wenige Anleger den Korrekturbedarf erkennen, der sich im Zuge des größten Finanzcrashs der Börsengeschichte in vielen Bereichen aufgetan hat. Fast möchte man sich wünschen, dass Templeton mit seiner Prognose irrt. Nur dieses eine Mal.

Übrigens: Der Templeton Growth Fund ist als einer der ganz wenigen seiner Zunft über jeden Zweifel erhaben. Seit mehr als 40 Jahren ist das Produkt von “Sir John” in der Fondsbranche einsame Spitze.


Ernte des Frühsommers

Vor zwei Wochen hatten wir an dieser Stelle dazu geraten, den jüngsten Kursaufschwung zu Gewinnmitnahmen zu nutzen. Zuletzt gab es nochmals günstige Gelegenheiten, die Ernte des Frühsommers einzufahren. Nach Lage der Dinge könnte das auch noch eine Weile so bleiben. Man darf die Neigung der Menschen, zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung zu rennen nie unterschätzen. Diesen Effekt wird man auch bei der nächsten Abwärtskorrektur wieder eindrucksvoll studieren können.

Einige Ereignisse der vergangenen beiden Wochen mahnen jetzt zu erhöhter Vorsicht: Da wäre zunächst die Kursentwicklung bei Yahoo. In der vergangenen Woche hatte der Internet-Blue-Chip gute Quartalsergebnisse vorgelegt. Auch die Erwartungen der Analysten wurden erfüllt – trotzdem ging es mit der Notierung anschließend steil bergab. Der jüngste Kursanstieg von 40 Prozent innerhalb eines Monats war wohl zuviel des Guten. Es hätte schon eines sensationellen Ergebnisses bedurft, um die Korrektur zu verhindern. Die Punktlandung war den Anlegern zu wenig.

Der Chart zeigt, dass der Wert jetzt vermutlich eine Trendwende eingeleitet hat; die bärischen Zeichen im Kursverlauf mehren sich: Der Einbruch der vergangenen Woche erfolgte unter massiv steigenden Umsätzen. Dabei wurde eine Kurslücke nach unten geöffnet. Solche sogenannten „breakaway-gaps“ leiten meist einen neuen Trend ein und werden dann längere Zeit nicht mehr geschlossen.



Die fundamentalen Daten des Titels erinnern verdächtig an die „besten“ Zeiten der Internet-Euphorie: Aktuell wird Yahoo zum 114-fachen Gewinn bewertet. [- und Ebay auf "core-earnings" bereinigt auf 196 ... ;) ] - Das Kurs-Umsatz-Verhältnis notiert nahe 20. Das Beispiel macht deutlich, wie weit sich einige Technologie-Werte mittlerweile wieder von der Realität entfernt haben.

In der gerade laufenden Berichtssaison zum zweiten Quartal wird sich zeigen, ob dies ein Einzelfall ist. Vermutlich nicht. Das Yahoo-Signal ist eindeutig: Wenn gute Nachrichten mit Kursabschlägen quittiert werden, wird eine Korrektur auch am Gesamtmarkt immer wahrscheinlicher.

Auch bei Intel (Chart unten) könnte trotz der zuletzt vorgelegten "guten" Quartalszahlen eine Korrektur anstehen. Es dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Erwartungen inzwischen so niedrig sind, dass die Unternehmen leichtes Spiel haben, diese zu erfüllen.

Der Chart mit einem nicht ganz idealtypischen „shooting star“ am Tag der Ergebnisse sieht derzeit jedenfalls verdächtig nach einer bevorstehenden Talfahrt aus.



Über Nokia (Chart unten) muss man nicht viele Worte verlieren. Die heute vorgelegten Zahlen dürften die Technologie-Börsen weltweit noch eine ganze Weile beschäftigen.



Beim Dax ist das Risiko eines Rückschlags ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Trotz anders lautender Prognosen lassen die konjunkturellen Nachrichten immer noch keine Wende zum Besseren erkennen. So ist die Industrieproduktion in Deutschland im Mai überraschend deutlich um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,3 Prozentpunkte gerechnet. Schon im April war der Indikator um 1,2 Prozent eingebrochen.


Sorgenkind Nummer eins

Ähnlich trübe Aussichten am Arbeitsmarkt, Deutschlands Sorgenkind Nummer eins. Im Juni sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat zwar um 85.000 auf 4,257 Millionen. Der Rückgang war nach Ansicht von Fachleuten jedoch in erster Linie auf „kosmetische Maßnahmen“ der Arbeitsämter zurück zu führen. Auch die Deutsche Bank sieht im saisonbereinigten Rückgang der Arbeitslosenquote keine konjunkturellen Gründe. Eine Belebung der Nachfrage sei daher vorerst nicht zu erwarten.

Für Anfang 2004 rechnen Volkswirte jetzt bereits mit mehr als fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland.

Es ist doch sehr fraglich, ob der Dax in einem solchen Umfeld seinen jüngsten Aufwärtsschub fortsetzen kann. Natürlich sind die Zinsen niedrig, und natürlich versuchen die Vereinigten Staaten durch Steuergeschenke alles, der Konjunktur auf die wackeligen Beine zu helfen – man darf aber auch nicht vergessen, dass etwa der Deutsche Aktienindex seit seinem Tief vom März dieses Jahres rund 50 Prozent zugelegt hat. Da ist die Luft inzwischen zweifellos dünn.

Doch die Börsianer kümmert all das derzeit wenig. Es wird gekauft, was das Zeug hält. Das hat dazu geführt, dass die breiten Märkte wieder richtig teuer geworden. Der S&P500 weist mittlerweile ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 auf. Unter Berücksichtigung der sogenannten „core-earnings“ liegt der Wert bei 42 (!). Zur Erinnerung: Auf dem Höhepunkt der Hausse im Frühjahr 2000 lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P500 bei 35. [!!! :eek:]


Konsequenzen unausweichlich

Auch das Problem der US-Verschuldung ist aktueller denn je: Im Mai ist das amerikanische Leistungsbilanzdefizit auf den dritthöchsten Wert aller Zeiten angestiegen. Waren und Dienstleistungen im Wert von 41,84 Milliarden US-Dollar wurden in den USA mehr verbraucht als die US-Volkswirtschaft selbst herstellen konnte.

Theoretisch kann ein Land wie die USA ein solches Defizit über Jahre, sogar Jahrzehnte aufrechterhalten – jedenfalls solange internationale Investoren bereit sind, dieses Defizit zu finanzieren. Sobald aber die internationalen Kapitalmärkte eine weitere Finanzierung verweigern sollten, wären harte ökonomische und soziale Anpassungsmaßnahmen auch in den USA unausweichlich.

Die nervösen Kursbewegungen der Börse verstellen gerne den Blick auf das große Bild. Hier zeichnet sich der langfristige Trend bereits deutlich ab: Der Chart unten zeigt, dass Zeiten massiver Kreditausweitung in den USA (und nicht nur dort) immer wieder von Phasen abgelöst wurden, in denen der Trend sich umkehrte – und zwar über viele Jahre. Zeiten zurückgehender Kredite waren dabei regelmäßig gekennzeichnet von einer Outperformance des Goldpreises gegenüber der Kursentwicklung beim Dow Jones. Im Moment spricht nichts dafür, dass dies in den kommenden Jahren anders sein sollte.



Besonders aufmerksam sollte man aber nicht nur den Goldpreis verfolgen. Mindestens ebenso interessant könnten mittelfristig Silber-Engagements werden. An dieser Stelle hatten wir vor einigen Wochen bereits darauf hingewiesen, dass der Silberpreis möglicherweise vor einem markanten Ausbruch steht. Zuletzt konnte der Rohstoff eine wichtige Marke bei 4,72 US-Dollar überwinden (Chart unten), korrigierte dann aber nochmals bis auf die wichtige Unterstützungszone bei 4,60 US-Dollar.








In der Endphase eines Kursaufschwungs ist es häufig umgekehrt: Während die Schwergewichte erste Schwächeanzeichen zeigen, marschieren die kleineren Titel noch munter weiter. Dies könnte jetzt darauf hindeuten, dass die jüngste Kursrallye vor ihrem Ende steht.


Und das machen die „Profis“ ...

Besonders aufschlussreiche Hinweise über die künftige Entwicklung an den Börsen erhält man, wenn man das Anlageverhalten professioneller Marktteilnehmer analysiert. Die sogenannten “commercial traders” in den USA scheinen der jüngsten Rallye immer stärker zu misstrauen: Sie lehnen sich jetzt deutlich auf die kurze Seite.
Kürzlich wurden Zahlen des „Commitment of Traders“-Report (COT) veröffentlicht. Dort wird analysiert, in welchen Futures-Märkten das sogenannte „smart money“ long oder short geht, also auf steigende oder fallende Kurse setzt.

Die Daten sollten den Daueroptimisten sehr zu denken geben:

Seit Anfang März wies der COT-Report für den S&P500 eine Netto-Long-Position der Berufsspekulanten aus. Unterm Strich setzte die Mehrzahl der professionellen Anleger beim S&P also bereits wenige Tage vor Beginn der jüngsten Hausse auf steigende Kurse. Gutes Timing.

Anfang Juli nun haben dieselben Profis ihre Netto-Long-Positionen von 18.446 Kontrakten in eine Netto-Short-Position von 42.144 Kontrakten umgewandelt. Bemerkenswert daran ist die Tatsache, dass dieser Umschwung von insgesamt 60.590 Kontrakten die stärkste Richtungsänderung innerhalb einer Woche war, die seit dem Bestehen der Future-Kontrakte auf den S&P500 registriert werden konnte. [!!! :cool:) ]

Die zentrale "Hochwassermarke" liegt bei 1015 Zählern im S&P500. Nur wenn diese nachhaltig überschritten werden sollte, ist mit einem stärkeren "short squeeze" zu rechnen, bei dem die Profis ihre Short-Engagements eindecken müssten.

Im Gegenzug haben die sogenannten „small traders“, die Kleinanleger also, die als Kontraindikator gewertet werden müssen, ihre Netto-Long-Positionen massiv ausgebaut.

Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass man solche Verschiebungen sehr ernst nehmen muss. Zwar liegen die „commercials“ mit ihren Positionierungen nicht immer richtig - aber meistens.
#566 @Konradi

Der deutschsprachige Bericht über Templeton lest sich viel angenehmer als der in den amerikanischen Boards.
Danke fürs reinstellen.

Grüsse - Sebastianus
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Edelmetalle: Goldpreis verharrt in enger Handelsspanne

Von Alexander Zumpfe

Die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses dürfte auch diese Woche die treibende Kraft für den Goldpreis sein. Händler erwarten, dass sich die Notierungen in einer Handelsspanne von 340,30 bis 349,80 $ pro Feinunze bewegen werden - dem Schwankungsbereich der Vorwoche.


Am unteren Ende der Spanne bekommt das gelbe Edelmetall dabei gute Unterstützung durch aufkommende physische Nachfrage. Ferner haben spekulative Marktteilnehmer ihre umfangreichen Kauf-Positionen der Vorwochen weiter reduziert. Beides vermindert den Verkaufsdruck und damit die Gefahr eines Abrutschens des Goldpreises. Erst eine signifikante Bewegung des Euro/Dollar-Kurses sollte zu einem Ausbruch aus der erwarteten Handelsspanne führen. Am späten Freitag notierte das gelbe Edelmetall bei 347,30 $ pro Feinunze.

Die Nachfrage der Schmuckindustrie sowie das gestiegene Investoreninteresse führten in den vergangenen Wochen zu einem Anstieg der indischen Goldimporte, berichten lokale Händler. Auslöser für den Anstieg waren der schwächere Goldpreis sowie der festere Kurs der indischen Rupie, was den lokalen Goldpreis zusätzlich günstiger aussehen lässt.

Für diese Woche erwarten Händler eine leichte Beruhigung der Einfuhren. Erst im August sei mit Beginn der Festivalsaison wieder mit einer Belebung der Nachfrage zu rechnen.
Der starke Anstieg des Silberpreises kam vergangenen Dienstag zu einem plötzlichen Ende. Spekulative Marktteilnehmer verkauften Teile ihrer umfangreichen Kauf-Positionen, worauf der Preis für das Edelmetall bis auf 4,62 $ je Unze zurückfiel. Für die kommenden Tage rechnen Marktbeobachter mit einer Handelsspanne zwischen 4,65 und 4,75 $.

Nachdem der Platinpreis vergangene Woche den Widerstand bei 680 $ durchbrochen hat, schließen Händler einen Test der 700er Marke für die nächsten Tage nicht aus. ;)

Alexander Zumpfe ist Edelmetall-/Rohstoffhändler bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.



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Wie billig sind US-Aktien im Vergleich zu Renten?

Nach der bislang durchwachsenen Berichtssaison ist es an der Zeit, mal wieder einen Blick auf die Bewertung zu werfen. Gemessen am operativen Gewinn je Aktie, dem an der Wall Street bevorzugten Konstrukt, notiert der S&P 500 mit einem laufenden Konsens-KGV von 18,5.


Angesichts einer Rendite von vier Prozent auf zehnjährige Staatsanleihen wäre das bezahlbar. Der mit 100 multiplizierte Kehrwert von vier Prozent ist immerhin 25. Insofern wären Aktien gut ein Viertel billiger als zehnjährige Renten.

Das Dumme ist, dass das (von den Strategen) nach US-GAAP geschätzte laufende KGV immerhin schon bei 23,4 liegt. [nur ??] Da ist die Unterbewertung der Aktien schon nicht mehr ganz so offensichtlich. Aber dann gibt es ja noch die ökonomisch relevanten Kerngewinne, die S&P dankenswerterweise berechnet und in denen die verbreiteten Schummeleien etwa mit Mitarbeiteroptionen und Pensionsgewinnen eliminiert werden. Danach notierte der Gesamtmarkt schon mit dem 26fachen für 2003 geschätzten Gewinn.

Wenn man bedenkt, welches enormes Gewicht mittlerweile die traditionell vergleichsweise billigen Finanzwerte im S&P 500 haben, ist das schon erschreckend.

Die vielen Gewinndefinitionen machen einen ganz meschugge. [in der Tat !]Zum Glück können wir jedoch auf die im Zeitverlauf konsistenten Gewinnreihen aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zurückgreifen. Danach sind US-Aktien nach dem KGV gerechnet um ungefähr 45 Prozent teurer als im Schnitt der vergangenen 50 Jahre. Aber natürlich sind auch Renten derzeit sehr teuer.

Setzt man die Bewertung von Aktien und Renten ins Verhältnis, sind Aktien im Vergleich zum Schnitt der letzten 50 Jahre um knapp ein Zehntel unterbewertet. Berechnet man die Durchschnittswerte allerdings nur bis Ende 1996, als Alan Greenspan den irrationalen Überschwang diagnostizierte, dann wären Aktien im Verhältnis zu Renten schon jetzt nahezu fair bewertet. Und das bei einer Rentenrendite von vier Prozent! Bei einer Anleihenrendite von fünf Prozent wäre die Börse nach dieser Betrachtung schon um knapp ein Viertel überbewertet. Zumindest sollte man das im Hinterkopf haben, wenn man den nahenden - allerdings kurzen - Konjunkturaufschwung mitnehmen will.





(...)


Marktausblick: Börse schnappt nach Luft für neuen Anstieg

Von Sebastian Sachs, Heino Reents und Christian Schwalb

Die Quartalszahlen europäischer Blue-Chips werden in der kommenden Woche die weitere Richtung an den Aktienmärkten diktieren. Die Kursverluste der Staatsanleihen wurden vorerst gestoppt.


Die Dynamik an den Aktienmärkten hat sich nach den starken Kursgewinnen der letzten Wochen deutlich verlangsamt. Anleger sicherten sich ihre Gewinne. Die Strategen sind sich allerdings uneins, ob es sich nur um eine Verschnaufpause oder den Beginn eines Abwärtstrends handelt. Viel hängt von den Quartalszahlen ab, die diese Woche erwartet werden. Nach den Zahlen der US-Banken und Technologieunternehmen der vergangenen Woche legen mit GlaxoSmithKline, DaimlerChrysler, Volkswagen, Siemens und Royal Dutch legen gleich mehrere europäische Großkonzerne ihre Bilanzen vor.

Der Rentenmarkt ist schon einen Schritt weiter: Hier beschäftigt die Strategen aktuell die Frage, ob die vielbeschworene Trendumkehr bereits vollzogen ist - zumindest in den USA. Nach dem Kursdebakel der vergangenen Woche bei den Treasuries sind sich die Experten jedoch zumindest für die nächsten Tage einig, dass sich die Kursverluste oder Renditeanstiege nicht im gleichen Ausmaß fortsetzen werden. Im Vorwochenvergleich stieg die Rendite zehnjähriger Treasuries um rund 35 Basispunkte an.


Steigende Volatilität

Die großen Aktienindizes zeigten bereits vergangene Woche ein uneinheitliches Bild. Der Deutsche Aktienindex Dax legte 1,2 Prozent zu, während der Stoxx50 1,1 Prozent im Minus lag. An der Wall Street freuten sich Anleger über einen leichten Zugewinn von 0,7 Prozent beim Dow Jones, der Nasdaq Composite gab hingegen 1,4 Prozent ab.

"Der Aktienmarkt war zuletzt deutlich überkauft", sagt Stefan Serret von der SEB. Er rechnet für diese Wochen mit einer Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten. "Nach den kräftigen Kursgewinnen sind wir jetzt in einer Phase, wo das Ganze verdaut werden muss." Für einen lang anhaltenden Aufwärtstrend sei es nun nötig, dass die Volatilität bei steigenden Kursen anziehen müsse. "Zurzeit sind aber nur Kursschwankungen nach Überraschungen und bei einzelnen Titeln zu beobachten", sagte der Leiter Portfoliomanagement. So war am Donnerstag die Nokia-Aktie nach enttäuschenden Quartalszahlen zweistellig eingebrochen. Freitag zogen dagegen Ericsson zeitweise mehr als 20 Prozent an.


"Ruhe vor dem Sturm"

Für Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt bedeutet die derzeit insgesamt geringe Volatilität dagegen "nur die Ruhe vor dem Sturm". Kursschwankungen werden seiner Ansicht nach wieder rapide zunehmen. Dazu beitragen würden "sehr sehr schwache Unternehmenszahlen in den kommenden Wochen". Das Rückschlagspotenzial sei groß. "Auch von konjunktureller Seite kündigt sich kein Umschwung an", sagte der Aktienstratege.

Während auch Helaba Trust davon ausgeht, "dass das Potenzial an den Aktienmärkten zunächst ausgereizt ist" und deshalb mit fallenden Kursen zu rechnen sei, zeigt sich Carsten Klude von M.M. Warburg sehr optimistisch: "Neben den Konjunkturdaten spricht auch die Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar für eine freundliche Börsentendenz."


Berichtssaison in vollem Gange

In den USA ist die Berichtssaison ebenfalls in vollem Gange. 1400 Unternehmen legen diese Woche ihre Zahlen vor. Zu den wichtigsten Vertretern ihrer Branche zählen Boeing, Pfizer, Amgen, AT&T und AOL. Zudem stehen die Zahlen von 3M, Sun Microsystems, Eastman Kodak, AT&T und Ebay auf der Agenda.

Bisher scheint die Börse die Quartalsergebnisse im vorweg genommen zu haben. Seit zwei Wochen bewegen sich die Aktienmärkte größtenteils seitwärts. "Zwei Schritte vorwärts, einer zurück", sagt Richard McCabe, Analyst von Merrill Lynch. Dies könnte im Juli zum bestimmenden Muster werden. "Im derzeitigen Marktumfeld, und vor allem nach den starken letzten Monaten, heißt das Motto `Sell on the News`, selbst wenn die Neuigkeiten gut sind", sagt Louis Navellier von Navellier & Associates.

"Der Markt wird anspruchsvoller." Gute Ergebnisse seien laut Navellier bereits in den aktuellen Kurse enthalten. Auch für McCabe steigt im August die Wahrscheinlichkeit, dass es an den Börsen abwärts geht. Risiken sehen die Experten bei den Tech- und BioTech-Konzernen. Sie bezweifeln, dass diese ihre Kursgewinne mit positiven Ergebnissen untermauern können Einige Analysten sagen eine Wiederholung von Reaktionen wie im Falle Yahoos voraus. Hier gab es trotz eines unerwartet hohen Gewinns und verbesserten Ausblicks einen Kurseinbruch.


Vorläufige Verbraucherpreise im Blickpunkt

Die konjunkturellen Veröffentlichungen dürften die Märkte diese Woche nicht maßgeblich bewegen. Diesseits des Atlantiks könnten einzig die vorläufigen Verbraucherpreise für Juli und die Aufträge des Bauhauptgewerbes für Mai (beides Deutschland) für Interesse sorgen. Glaubt man den Prognosen der Volkswirte, wird sich bei den Verbraucherpreisen zeigen, dass ein Abrutschen in die Deflation für Deutschland doch keine akute Gefahr ist.
In den USA blicken die Volkswirte den konjunkturellen Frühindikatoren skeptisch entgegen. Nachdem die Mai-Zahl mit einem Sprung von 1,0 Prozent das beste Ergebnis seit 17 Monaten war, rechnen die Experten im Juni nur noch mit einem leichten Wachstum von 0,1 Prozent. Optimistischer sind die Konsensschätzungen für die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA. Hier wird ein kräftiger Anstieg erwartet.


Dollar gut unterstützt

Am Devisenmarkt mehren sich die Stimmen, die zumindest kurzfristig von einem gut unterstützten Dollar ausgehen. Für ein stärkeres Anlegerinteresse am Greenback spricht nach Einschätzung von Händlern nicht alleine der neu gewachsene Optimismus für die US-Konjunktur. Auch die kräftig gestiegenen Renditen der amerikanischen Staatsanleihen würden Investoren anziehen und so die Dollarnachfrage erhöhen.

Ob der Dollar allerdings bereits sein angemessenes Kursniveau erreicht hat, oder ob noch weiteres Aufwertungspotenzial besteht, wird von den Strategen unterschiedlich eingeschätzt. "Fundamental sehen wir keinen Grund, warum sich der Dollar noch weiter aufwerten sollte", schreibt beispielsweise Goldman Sachs. BNP Paribas erwartet hingegen eine - von kurzen Rückschlägen abgesehen - kontinuierliche Aufwertung des Greenback, wenn auch eher moderat im Ausmaß. Die Euro/Dollar-Prognose der Investmentbank für Ende Dezember liegt bei 1,10 $ . Am Freitag notierte die Einheitswährung bei rund 1,1280 $.[/b]


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"Aus 100 Dollar 110 Dollar zu machen, ist Arbeit.
- Aus 100 Millionen Dollar 110 Millionen Dollar zu machen, ist unvermeidlich."


Edgar Bronfman, Milliardär und Seagram-Chef








Land der begrenzten Möglichkeiten

von Carsten Matthäus


Vom Tellerwäscher zum Millionär - das kann in den USA jeder schaffen, sagt US-Präsident George Bush. Aus ökonomischer Sicht zeigt sich allerdings, dass der amerikanische Traum immer weniger mit der Realität zu tun hat.




Miami - Im großen Saal des Miami Airport Hilton darf etwa zwanzig Minuten lang geträumt werden. George W. Bush erzählt wieder einmal die Geschichte vom guten Amerika. Von einem Volk, das Helden hervorbringt. Von einem Land, in dem es jeder, der es will, zu Wohlstand und Ansehen bringen kann. Die Zuhörer - allesamt Parteifreunde - applaudieren ihrem Präsidenten in regelmäßigen Abständen, und natürlich bei dem wohlklingenden Satz: "Jeder Einzelne in diesem Land hat die Chance, den amerikanischen Traum wahr werden zu lassen".

Doch der Wahrheitsgehalt dieser Kernweisheit des Kapitalismus fällt in sich zusammen. Ökonomen haben sich bereits daran gemacht, die unbegrenzten Möglichkeiten in der größten Volkswirtschaft der Welt in Frage zu stellen - mit Erfolg. Damit der amerikanische Traum nicht zur leeren Worthülse verkommt, müsste es nämlich in den USA eine hohe Einkommensmobilität geben. Das bedeutet, dass ein großer Prozentsatz der Armen im Laufe der Zeit zu Reichtum kommt und umgekehrt Reiche auch die Einkommensleiter wieder absteigen können. Die Wirtschaftsforscherinnen Katherine Bradbury und Jane Katz von der Bostoner Federal Reserve Bank haben dazu die Einkommensdynamik in den USA während der 70er, 80er und 90er Jahre verglichen.

Ihre Studie zeigt, dass die Einkommensmobilität über die Jahrzehnte abgenommen hat. Demnach gelang es in den 70er Jahren noch 50,4 Prozent des ärmsten Fünftels der Bevölkerung, in höhere Einkommensgruppen vorzustoßen, in den 90er Jahren waren es nur noch 46,7 Prozent. Auch bei den Spitzenverdienern bewegt sich laut Bradbury und Katz immer weniger: Stiegen in den 70er Jahren noch 50,9 Prozent derer, die zum reichsten Fünftel gehörten, in niedrigere Einkommensgruppen ab, so waren es in den 90er Jahren nur noch 46,8 Prozent. Mehrere Studien zeigen überdies, dass die Einkommensdynamik in den USA bereits niedriger ist als in europäischen Ländern.


Arme werden ärmer

Nach Ansicht von Bradbury und Katz liegt ein Grund für die immer höheren Hürden auf dem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär in der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. So verdiente das reichste Fünftel der US-Bevölkerung 1969 noch rund zehn Mal soviel wie das ärmste, 1998 war es schon das Vierzehnfache. Dies liegt vor allem an einer immer ungleicheren Verteilung von Vermögenswerten. Nach Angaben des Federal-Reserve-Ökonomen Arthur Kennickell entfielen 2001 rund 34 Prozent des Nettovermögens aller Haushalte auf das reichste Prozent der Haushalte, während die ärmere Hälfte der Amerikaner nur 2,8 Prozent der Vermögenswerte besaßen.

Konservative Politiker halten das Gerede von der wachsenden Ungleichheit für unsinnig. "Ich denke, die Diskussion über arm und reich ist schädlich. Das Thema ist nicht erwähnenswert, wenn wir uns um die wirtschaftliche Entwicklung dieses Landes bemühen", sagte beispielsweise US-Finanzminister Paul O`Neill auf einer Unternehmertagung. Seiner Ansicht nach profitieren auch die Armen, wenn die Reichen mehr verdienen und mehr investieren.

Doch auch dieses Argument ist nicht mehr hieb- und stichfest. Ökonomen des Economic Policy Institutes haben die Einkommensverteilung der US-Staaten untersucht und nicht nur einen Anstieg der Ungleichheit in den wachstumsstarken 80er und 90er Jahren festgestellt. In fünf Bundesstaaten - darunter New York und Kalifornien sind die Armen tatsächlich ärmer geworden. So musste das untere Fünftel der Haushalte in New York real auf durchschnittlich 800 Dollar pro Jahr verzichten, während das reichste Fünftel im Schnitt 56,800 Dollar mehr aufs Konto bekam als noch vor 20 Jahren.

Dennoch wiederholt US-Präsident Bush gebetsmühlenartig die schöne Geschichte vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten, schließlich ist Wahlkampf. Und Bushs Helfer tun sehr viel dafür, die Politik ihres Meisters in gutem Licht erscheinen zu lassen. Als es bei einer anderen Veranstaltung um das Steuerpaket der Bush-Regierung ging, sollte beispielsweise nicht der Eindruck entstehen, die Entlastungen kämen nur den Reichen zugute. Kurzerhand wurden die Zuhörer in den ersten Reihen gebeten, ihre Krawatten auszuziehen und damit - zumindest visuell - etwas bedürftiger zu erscheinen.

Nach Ansicht von "Slate"-Kommentator Russ Baker hat die Bush-Regierung "erfolgreich alle Beweise unterschlagen, manipuliert oder zurückgehalten", die Zweifel am Erfolg der amerikanischen Wirtschaftspolitik aufkommen lassen könnten. Dies gilt laut Baker vor allem für Daten und Studien, die sich mit der wirtschaftlichen Situation der ärmeren US-Bevölkerung beschäftigen. So habe das US-Arbeitsministerium beispielsweise eine Datenreihe von ihrer Website genommen, aus der bisher die Wertentwicklung der Minimallöhne in den USA abzulesen war. Dieser minimal zulässige Stundenlohn wurden seit 1997 nicht mehr angehoben und liegt immer noch bei 5,15 Dollar.

Etwa sieben Millionen Amerikaner müssen sich mit dieser oder einer etwas höheren Bezahlung zufrieden geben und landen deshalb auch mit einer 40-Stunden-Woche deutlich unter der Armutsgrenze. Ein Beispiel ist der 20-jährige Collin Houghton, der im Bundestaat New York lebt. Er arbeitet rund 13 Stunden pro Tag auf zwei Jobs. Bei McDonald`s kommt er auf 6,25 Dollar pro Stunde, im Friendly`s Restaurant zahlen sie ihm 6,50 Dollar. Auf das College gehen kann er nicht, denn er muss den größten Teil seines Verdienstes den Eltern geben, die selbst kein Einkommen haben.

Noch schlechter geht es Gina Daniels, die in Palm Beach lebt. Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder beliefert drei Wal-Mart-Stores mit Photo-Material und bekommt dafür rund 1,226 Dollar im Monat. Ihre monatlichen Fixkosten liegen allerdings bei 1,305 Dollar. Nach Ansicht von Partick Slatterly, Direktor der Hilfsorganisation House of Hope, ist dies nicht verwunderlich: "Wer nur den Minimallohn verdient, kann maximal 154 Dollar Miete im Monat bezahlten. Im Schnitt kostet hier ein Ein-Zimmer-Appartement aber 485 Dollar." Wie blanker Hohn muss es solchen Niedrigstverdienern erscheinen, wenn Präsident Bush in nahezu jeder Wahlkampf-Rede davon spricht, dass seine Regierung mit seinem Steuerprogramm "hart arbeitenden Familien Geld zurückgibt".

Präsident Bush und seine Wahkampf-Manager haben dennoch gute Chancen, die Wähler mit ihrer Mär vom amerikanischen Traum hinter sich zu versammeln. Viele Amerikaner flüchten sich nämlich gerne in ein etwas irrationales Bild der eigenen ökonomischen Realität. Bei einer Umfrage des "Time Magazine" gaben beispielsweise rund 19 Prozent der Befragten an, zum reichsten Prozent der Amerikaner gehören, weitere 20 Prozent erwarteten, in naher Zukunft dort zu landen.


"Die größten Nutznießer werden Leute wie ich sein"

Warren Buffett über Bushs Steuerpläne


SPIEGEL ONLINE - 21. Juli 2003
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...kleiner Denkanstoß für Tournigan-Freaks ...;)



Below the decks of treasure ship deals
By Karen Howlett



A few seconds after the opening bell on Nov. 15, 2000, Toronto brokerage firm Taurus Capital Markets Ltd. began buying and selling shares of an obscure company in the business of searching for sunken treasure.

Over the next few minutes, Taurus traded five small blocks of Visa Gold Explorations Inc. at shares at prices ranging between 90 and 99 cents. An hour later, TD Securities Inc. started buying, picking up 21,500 Visa Gold shares in 10 transactions from a handful of brokerages, including Taurus.

Nov. 15 wasn`t one of the more spectacular days in the short, tumultuous history of Visa Gold, a tiny company now at the centre of a wide-ranging stock manipulation probe. Only 29,850 shares changed hands that day on the TSX Venture Exchange, with Taurus, TD Securities, RBC Dominion Securities Inc., Canaccord Capital Corp. and Yorkton Securities Inc. together accounting for 96 per cent of the volume. :eek: [!!! ]

But the trading became part of a pattern that would continue over the following 20 months, with a select few brokerage firms dominating activity in the stock, a Globe and Mail investigation has found.

Visa Gold`s line of work searching for sunken treasure off the coast of Cuba may well be exotic. But the company could become notorious for much more prosaic reasons. Police and securities regulators are investigating whether Visa Gold is another example of a junior stock game all too familiar to veterans of Vancouver`s Howe Street.

"It sounds to me like this was one of your classic pump-and-dump promotes," a brokerage executive said.
Police have exercised search warrants at 12 brokerages.

But police say that does not mean the firms themselves are complicit in the alleged manipulation.

The probe centres on trading done by a number of individuals through the brokerage firms.

An examination of Visa Gold trading records dating back to October, 2000, reveals that transactions processed through those brokerages and one other accounted for just over half of the average monthly trading volume over a 22-month period. In May, 2001, when a record 4.6 million shares changed hands, the 13 firms traded 74 per cent of the volume.

Their trading was spread across a series of small transactions, sometimes in blocks as small as 200 shares. While the 13 firms — only a small proportion of brokerages on Bay Street — also did the occasional large block, their trading in Visa Gold stock typically ranged between 1,000 and 10,000 shares. They accounted for 42 per cent of the 193 average monthly trading transactions.


On 12 separate days, the trading vaulted Visa Gold onto the Venture Exchange`s list of top-10 volume traders. Visa Gold ranked as the exchange`s No. 1 stock on Nov. 2, 2001, when 1.14 million shares traded. On that day, seven of the 13 firms bought and sold a total of 1.1 million shares, accounting for 29 of the 31 trades and a staggering 99 per cent of the volume.

The trading in Visa Gold bears all the hallmarks of a classic form of market rigging known as "wash" trading, industry sources say. Thinly traded stocks such as Visa Gold are ideal candidates for wash trades because investors can more easily influence the price, they said.
Such conspirators open accounts at several brokerage firms and then trade the shares among themselves to establish artificial price levels and a false appearance of public participation.

"You might have a group of 10 or 12 doing the same thing," a brokerage executive said. "They`re just trading back and forth."
It is not unusual for a brokerage to dominate trading in, say, a mid-sized company that is covered by their research analysts and has a wide following among institutional investors, industry sources said. But a small company like Visa Gold has none of these attributes.
Most investors had never heard of the Woodbridge, Ont. , company until last month, when law enforcement officers announced they were investigating an alleged stock market manipulation.

The RCMP has said virtually nothing about the probe, beyond announcing that it had served the search warrants. The press release did not name the brokerages or Visa Gold.

But sources who have seen the search warrants said police are looking at trading in Visa Gold over a three-year period between August, 1999, and July, 2002. The shares traded on the over-the-counter market until Oct. 10, 2000, when the company graduated to the Venture Exchange.
Police allege that some of the individuals named in the search warrants appear to have conspired with others to falsely drive up the price of Visa Gold shares through their trading activity, said one of the sources. The warrant spells out 32 counts involving a series of trades, but this appears to be just a starting point for police, the sources said.

Many of the accounts at brokerage firms that traded Visa Gold are in the name of a nominee or corporate entity. [!!! :p] Police have to determine the beneficial owners of these accounts and whether they have any links to other individuals involved in the suspect trading, they said.

"We`ve got nothing to do with Visa Gold," said Peter Brown, chairman of Canaccord, one of the firms served with the warrant. "We don`t know the principals. We never researched it. We never underwrote it. We don`t know anything about it."

On Nov. 2, 2000, less than a month after Visa Gold was listed on the Venture Exchange, its share price peaked at $1.15. But the price began a sharp descent a few days later. By year-end, it had fallen to 60 cents.

Despite the sinking share price, active trading continued through the brokerage firms. May and June of 2001 were the biggest months on record when eight million shares changed hands.

The company ranked among the top-ten volume traders on the exchange on four days during that two-month period. On May 10, 2001, trades handled by Taurus Capital almost single-handedly propelled Visa Gold to the top of the list. The firm acted as buyer and seller on a block of 1.6 million shares, accounting for three-quarters of the volume that day.

For Visa Gold, that was a particularly large block. The vast majority of the trades in the company`s shares never would have made it on to the brokerage firms` radar screens, industry sources said.

Compliance staff at the brokerages monitor trading done through the firm for any unusual or suspicious activity. But they typically focus their efforts on transactions above a sizable dollar threshold, not a bunch of small trades in a penny stock.

"You have to have a pretty thin stock to be able to do this kind of thing," said one brokerage executive.
In July and August of 2001, volume declined sharply but then picked up again in September. On many days, the only trading in Visa Gold was done through one or more of the 13 firms.

Many of the firms came and went throughout the 22-month period. Brawley Cathers Ltd. , for instance, stepped into the market for the first time on Oct. 30, 2001, when it executed 10 "sell" bids in a row. Its buying accounted for 39 per cent of the volume of 129,000 shares that day.

Three days later, it was Brant Securities Ltd.`s turn. The firm processed purchases of Visa Gold shares in 14 trades in a row over a four-minute period. It accounted for 26 per cent of the volume of 1.1 million shares that day.

The lion`s share of questionable trading was done through Taurus Capital and Brant Securities.

This type of trading would have given other investors the impression there was lots of interest in Visa Gold, sources said. For a time, Visa Gold did attract the interest of other investors. But as the stock price continued to decline to as little as 8 cents by July, 2002, everyone appeared to lose interest. Trading in the shares was suspended last December. They last traded at a nickel.

All 12 firms served with the search warrants turned over reams of information, including trading tickets, to the police by the deadline last week. Now, they are waiting to see what happens next.

Many of the brokerage executives swept up in the probe say the press release sent out by the police was nothing more than a public relations exercise aimed at making it appear they are clamping down on white-collar crime.

"The world thinks they`re all toothless tigers, that they can`t catch the bad guys," one executive said.


The Globe and Mail – 19.07.2003


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A Trader’s Prospective on Gold
The top 3 questions I get asked most of the time

By Austin Vernon



1) “Hey Austin, what is a key thing to watch for as a gold trader?”
2) “What are you playing?”
3) “Where is gold going next?”


Well I hope to answer all this from a trader’s perspective…

1) “Hey Austin, what is a key thing to watch for as a gold trader?”…

Follow with me… Go ahead pull up a chart and follow along. If we look at a 19 year historical chart of the Philadelphia Gold Index (XAU) we see what makes technical analysts salivate. The few times the XAU got over 90 it exploded.

http://finance.yahoo.com/q?s=^XAU&d=c&t=my&l=on&z=m&q=l


Now look at the past 5 years and notice how many times XAU was defeated at 90. It failed over and over. Do you see the pattern… over 90 – Explosion/break-out! Fail 90 – tank.

So now let’s look at the present… As I write the XAU is getting close to that 90 area, generally the last resistance. If you are a pure technical analyst you will simply just play the chart; If you have lots of gold profits here from the last several months.... you know that you are getting close to XAU 90 and it keeps failing that. So that is a vote for taking profits. If it gets over 90, this index for whatever reason will likely explode. But odds say in the last 5 years, this index is going to fail at 90 again. But this profit taking is for the conservative, you take profits as it nears resistance and wait for a pullback to a trend-line and re enter or wait till it gets over XAU 90 and re enter for the push.

The same technicals apply to HUI... as well as Spot gold, if it approaches 425 and 475.

If you’re more of a risk taker you keep your position as it approaches XAU 90 and wait for the pullback buy and if it does not break trend-line or horizontal trend-line support, you add more to your positions. If XAU 90 fails on the way back up, you can sell. If XAU 90 is broken to the upside and a large push begins as it has done a few times over the years, you add for the 3rd time.

The XAU 90 has proven to be one serious point of attention over the last 5 and 19 years for both “failures” and “breakouts”.


2) “What are you playing?”…

Well if I was stopped by a mugger on the street and he said "O.K. buddy, I’m going to take your wallet unless you can tell me what gold sector stocks you play to take advantages of moves..... I can tell you I could tell them to him from memory; I trade them constantly….

I buy first on gold bounces, the unhedged miners: GLG, MDG, GSS, GG, SIL, AEM, maybe..... GFI, HL, FCX.

Then I go for the Silver companies: SSRI, PAAS, HL, SIL, CDE.

The risky ones that can really move but are dangerous: VGZ, SLGLF, TVX, PMU, KRY, BGO, GPXM, GBGLF, GSRSF, KGC.

On the unhedged side, so more risky but not small penny stocks are: BVN, ASA, ASL, AU, ABX, HGMCY, BMG, ECO, HM.


There are many other worthy precious metal stocks to play, I am simply telling you what I grab on a regular basis to “play” a sector move with as a trader.


3) “Where is gold going next?”

There are some interesting patterns in the price of gold over the past two years. The first pattern is an 8 week trading cycle that extends back two years. A trader friend of mine pointed out 12 periods of two months that exactly match an 8 week trading cycle; two months up, two months down, for two years now. So according to this 8 week trading cycle, we can expect a bottom in the price of gold somewhere around the first week of August and a top somewhere around the first week of October.

There is also an ABCD pattern developing in gold. Again going back two tears followed by a steep decline (B), followed by a modest rise (C) which doesn`t challenge the high of the (A) move, followed by a modest decline (D) that doesn`t challenge the low of the (B) move. Then the cycle repeats itself. The A moves mark new highs in an operating Bull Market. By combining the 8 week trading cycle and the ABCD pattern, you can almost project a move upward to $425 during the first week of October 2003.

Now naturally, in economics and markets it is never safe to assume things will unfold exactly as they have in the past. There are no guarantees that future patterns in this gold bull market will unfold so neatly and predictable. However if traders begin to think this way, these waves can become almost self perpetuating at least for a while. Of course the underlying, fundamental dynamics for gold, which is driven by the unhealthy creation of huge amounts of fiat money, is what will really drive the gold markets over the longer term, rather than traders who begin to surf discernable waves.


Austin Vernon is an independent equities trader, precious metals investor, consultant to various private hedge funds, and periodic freelance writer for selected subscription based newsletters. For service inquiries Austin may be reached at Clarity Analytics (clarityanalytics@softhome.net).
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(Dank an "paule 2" der mich auf diesen Arztikel aufmerksam gemacht hat)

kommt zwar ziemlich beiläufig daher, hat es aber in sich :


Neues aus dem Gruselkabinett

Von Claus Vogt


Die US-Studie mit dem Titel „Monetary Policy in a Zero-Interest-Rate Economy“ (Geldpolitik in einer Null-Zins-Wirtschaft) ist ein weiterer Beitrag zum Thema unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen in Krisenzeiten. Wir wiesen schon mehrmals auf eine bereits im Juli 1999 erschienene Studie der Fed hin, in der unseres Wissens erstmals dieses brisante Thema öffentlich gemacht wurde. Die aktuelle Analyse wird noch deutlicher als bisherige Veröffentlichungen. Seit der von Fed Governor Bernanke Ende 2002 gehaltenen „Wir haben eine Gelddruckmaschine“-Rede, die wir als Paradigmenwechsel interpretierten, scheinen tatsächlich sämtliche Hemmungen seitens der Notenbanker gefallen zu sein.

Als kühn, aber vorerst nicht praktikabel wird ein negativer Zinssatz bezeichnet, der natürlich auch als Steuer auf liquide Mittel bezeichnet werden kann. Für bei Banken gehaltene Gelder sei ein beispielhaft genannter 1-prozentiger negativer Zins pro Monat technisch problemlos umzusetzen. Schwierigkeiten entstünden erst bei der Eintreibung einer solchen Steuer auf Bargeld. [...oder Gold ??? ;) ]

Irving Fisher, „one of the greatest economists“, habe aber bereits in den 1930ern eine Lösung präsentiert. Bargeld könne einfach mit einer Art Verfallsdatum versehen werden. Als regelmäßige Joghurtesser sind wir mit diesem Konzept bereits vertraut und wissen es zu schätzen. Warum sollte es in Krisenzeiten also nicht auf Papiergeld übertragen werden können, wenn es dem Gemeinwohl dient, so scheint man hier zu denken. Das auf diese Weise endgültig der Illusion von Werthaltigkeit beraubte, schnellverderbliche Geld müsse in bestimmten Zeitabständen gewissermaßen abgestempelt werden, um das Verfallsdatum zu verlängern. Andernfalls verliere es einfach seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel und wird damit wertlos. [:cool:]

Die Technologie für ein solches System sei mittlerweile vorhanden, in der Durchsetzung sehen die Autoren aber „a mammoth problem“ (ein riesiges Problem). Sie beenden diese Passage aber mit einem Absatz, der uns regelrechte Angstwellen über den Rücken jagt: „Given the technological hurdles involved in its implementation, a carry tax on money may not be feasible as a response to any events that might transpire in the next year, though it certainly merits study as a possible response to events that might transpire in the next decade.“

(Aufgrund der technologischen Hürden bei der Implementierung mag eine Steuer auf liquide Mittel als Antwort auf Ereignisse, die sich nächstes Jahr entwickeln mögen, nicht durchführbar sein. Dennoch muß diese Maßnahme sicher weiter analysiert werden, als mögliche Antwort auf Ereignisse, die in den nächsten zehn Jahren auftreten könnten.). [hä ?? :confused: ]

Was mögen die Notenbanker hiermit nur meinen, das die gegenwärtig so zahlreichen und lautstarken Optimisten ganz offensichtlich nicht sehen können? Aus unserer Sicht wird beim Lesen dieser Zeilen unmißverständlich klar, daß man sich bei der US-Zentralbank über die höchst prekäre Situation voll und ganz im klaren ist. Unter diesen Umständen müssen wir an unserer Vorliebe für das von Keynes als barbarisches Relikt bezeichnete Gold festhalten. Schon um des einst weitverbreiteten Vorsichtsprinzips willen. Gold hat kein Verfallsdatum.

Drei weitere Maßnahmen werden in dieser Studie besprochen, die als einfacher durchführbar bezeichnet werden. Devisenkäufe, Käufe realer Güter und Dienstleistungen, Käufe US-amerikanischer Wertpapiere, beispielsweise längerfristiger Staatsanleihen.

Bezahlt werden sollen die vorgeschlagenen Käufe natürlich und ausdrücklich mit frischgedrucktem Geld. Haben die Notenbanker endlich das Perpetuum mobile erfunden? Kann die Lösung denn so einfach sein? Ein Teil des Staates macht Schulden bei einem anderen Teil des Staates, der Notenbank, die dafür frischgedrucktes Geld verwendet. Warum nur ist noch nie einer auf diese geniale Idee gekommen? [:laugh:]

Aber halt, auch andere hatten diesen Einfall schon. Am Ende solcher Episoden stand regelmäßig nicht etwa der erhoffte Wohlstand für alle, sondern der inflationäre Bankrott. Quo vadis USA?

Claus Vogt leitet das Research der Berliner Effektenbank
www.instock.de - 21.07.2003
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Robert Rethfeld:

http://www.wallstreet-online.de/ws/community/board/threadpag…



Ein Deutscher verbraucht ca 5,5 Liter Öl pro Tag pro Kopf. Ein US-Amerikaner etwa 11 Liter, und ein Chinese etwa einen halben Liter. Würde der Chinese 2 Liter pro Kopf verbrauchen wollen, würden alle Öl-Pumpen der Welt sich vergebens bemühen.




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Verrammeltes Gebäude in Eisenhüttenstadt


Schrumpfende Städte

Von Matthias Lohre


Deutschlands Städte bluten aus. Bereits jetzt stehen mehr als eine Million Wohnungen in Ostdeutschland leer, Stadtviertel verfallen, Landstriche veröden. Oft ist Abriss, wie etwa in Leipzig, die einzige Lösung. Deutschland steht vor einer Jahrhundertaufgabe.


Leipzig - Wie wäre es mit einem Hirschgehege hinter dem Leipziger Hauptbahnhof? Platz genug, finden die Stadtväter, gebe es ja. Man nutzt einfach die Brache neben dem frisch renovierten Prunkbau des Bahnhofs, platziert auf einer neu angelegten Wiese sechs Hirsche und dazu einen Hochsitz. Zwischen einfahrenden Schnellzügen und dem Autolärm der Hauptstraße könnte so der öffentliche Raum genutzt werden, den sonst niemand braucht.

Der Plan mit den Hirschen im Stadtzentrum ist bezeichnend für die städtebauliche Situation in Leipzig. Allein im Stadtteil Volkmarsdorf, direkt hinter dem Bahnhof, steht jedes zweite Haus leer - viele davon sind Altbauten. Aus manchen Häuserdächern wachsen Birken, auf rissigen Plakaten werben Immobilienmakler um Käufer, die nicht kommen werden. "Unser Plan, hier ein Hirschgehege einzurichten, ist natürlich eine Art Groteske", sagt Wolfgang Kunz, der Leiter des Leipziger Stadtplanungsamtes. "Aber wir brauchen prägnante Beispiele, die auf den dramatischen Wohnungsleerstand in der Stadt hinweisen."

Fast 60.000 Wohnungen stehen in Leipzig leer. Die Sachsenmetropole hat von 1989 bis 1998 fast hunderttausend Einwohner verloren, von 530.000 Bürgern schmolz die Einwohnerschaft auf 438.000. Dann gab es eine Gebietsreform, Randbezirke wurden eingemeindet.

Viele Leipziger sind ins Umland oder in den Westen gezogen, der Geburtenrückgang kommt hinzu. Unterm Strich stieg im vergangenen Jahr die Einwohnerzahl durch Zuzug zwar leicht um 1800. Doch die Stadtplaner müssen langfristig denken. Ihnen ist klar: Leipzig droht zu veröden, und die Stadt reagiert mit drastischen Programmen, deren Namen seltsam idyllisch klingen.
"Dunkler Wald", "Wandel auf der Parzelle" oder "Lichter Hain" nennt die Behörde blumig ihre radikalen Pläne für das "Grüne Rietzschkeband", welches das Gesicht des ausblutenden Leipziger Ostens von Grund auf verändern soll. Wo sich heute zerfallende Häuser aneinander reihen, soll nach und nach eine Schneise aus Parks, Wäldchen und Veranstaltungsplätzen entstehen. "Wir wollen keine hässliche Brache in der Stadt, sondern eine positive Identifikation mit dem Prozess, gegen den wir nichts tun können. Die 60.000 Wohnungen sind ja so oder so leer", sagt Kunz.

Die Leipziger gehören zu den ersten, die sich mit Plänen einem Problem stellen, das bald überall auf der Tagesordnung stehen wird: Deutschlands Städte und Dörfer schrumpfen. Schon heute gibt es allein in Ostdeutschland 1,2 Millionen leer stehende Wohnungen. Im Jahr 2030 werden es voraussichtlich doppelt so viele sein.



Zum Abriss vorgesehenen Plattenbau im Stadtteil Leipzig-Grünau: Grünflächen sollen die Stadt durchziehen


Weil hier zu Lande immer weniger Kinder zur Welt kommen, werden viele Hochhäuser und Gründerzeit-Schmuckstücke nicht mehr gebraucht. Ganze Stadtteile und Dörfer wandeln sich zu Ghettos, in denen nur noch die Alten und Arbeitslosen bleiben. Fenster und Türen werden vernagelt, der Niedergang der Städte ist hier schon Realität. Nur die Seniorenheime sind hübsch heraus geputzt.

Zum ersten Mal seit dem Dreißigjährigen Krieg droht Deutschland wieder die Verödung ganzer Landstriche. Das gilt auch für westdeutsche Regionen wie das Ruhrgebiet. Nach Berechnungen des Düsseldorfer Landesamtes für Datenverarbeitung verlor beispielsweise Essen seit 1990 37.000 Einwohner. Selbst florierenden Städten wie München wird der Rückgang prognostiziert: Spätestens ab dem Jahr 2030 soll auch dort die Bevölkerungszahl zurückgehen, schätzt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Stimmen die Vorhersagen des Statistischen Bundesamtes, dann hätte Deutschland - selbst bei einer optimistischen Prognose, die 200.000 Einwanderer pro Jahr vorsieht - im Jahre 2050 nur noch 75 Millionen Bürger - ein Minus von sieben Millionen Menschen. Eine düstere Schätzung der Wiesbadener geht sogar von lediglich 67 Millionen aus. Deutschland vergreist, und die Kahlschlag-Pläne der Leipziger sind erst der Anfang.

Die Leipziger Stadtväter raten den Hauseigentümern zum Abriss, weil sich weit und breit eh keine Mieter mehr finden lassen. Grundbesitzern schlagen die Beamten vor, ihr Gelände der Kommune zu überlassen, auf denen sie dann Freiflächen einrichtet. Wer will, erhält nach fünf Jahren sein Eigentum zurück. Der Hintergedanke von Stadtplaner Wolfgang Kunz und seinen Leuten: Nach und nach soll sich so das Gelände leeren, und auch widerspenstige Hauseigentümer werden dann einsehen, dass ihre Immobilie mitten im Nirgendwo keinen Wert hat. Dann, so hofft Kunz, stehe einem spottbilligen Ankauf durch die Stadt und der Schaffung von Grünflächen nichts mehr im Wege.

Das dafür nötige Geld steht schon bereit: Vor einem Jahr hat der Bund die ersten 1,25 Milliarden Euro (von insgesamt 2,9 Milliarden) des "Stadtumbauprogramms Ost" freigegeben, dessen Mittel je zur Hälfte für Instandsetzung und Abrisse genutzt werden sollen. Bis zu 400.000 Wohnungen sollen der Abrissbirne zum Opfer fallen. Wo vor wenigen Jahren mit Steuer-Milliarden und Abschreibungs-Modellen der Aufbau Ost gefördert wurde, herrscht jetzt der "Abriss Ost".

Leipzig hofft, durch die geplanten Abrisse die Entstehung eines städtischen Flickenteppichs aus sanierten Häusern, leer stehenden Ruinen und Brachen zu verhindern. Die Stadtverwaltung bewegt sich dabei auf einem schmalen Grat. Was, wenn sich die Vorhersagen über die Bevölkerungsentwicklungen als falsch herausstellen? Oder die Stadtviertel, denen sie heute keine Zukunft mehr einräumt, wieder attraktiv werden? Der Abriss von je 10.000 Platten- und Altbauten könnte dann als verheerendes Kapitel in die Stadt-Geschichte eingehen. Das kann auch Wolfgang Kunz nicht ausschließen. "Aber wir müssen jetzt handeln. Wir können die Hände nicht in den Schoß legen." Auch die Instandhaltung leer stehender Häuser kostet Geld, das die Stadt und viele Hauseigentümer nicht haben.

Helfen soll den Leipzigern das Projekt "Schrumpfende Städte", eine Zusammenarbeit zwischen Bundeskulturstiftung, der Bauhaus-Stiftung in Dessau, der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst und der Architekturzeitschrift ARCH+. Vier internationale Regionen werden hier unter die Lupe genommen: Detroit, die russische Industriestadt Ivanovo, Manchester/Liverpool und Halle/Leipzig. Alle Gebiete leiden aus unterschiedlichen Gründen unter extremem Bevölkerungsschwund. Mit 3,2 Millionen Euro fördert die Bundeskulturstiftung das Projekt, das im nächsten Jahr die ersten Untersuchungsergebnisse präsentieren will.

Leiter ist der Berliner Architekt Philipp Oswalt. Aus seiner Sicht greifen bloße Abriss-Entscheidungen zu kurz: "Marktbereinigung ist keine Antwort auf die große Herausforderung des Stadtumbaus." Sinnvoll findet der Architekt die geplante Senkung der Eigenheimzulage. Die Flucht der Stadtbewohner in unnötige Neubauten im Umland könnte dadurch zumindest gebremst werden. Auch eine Senkung oder Streichung der Kilometerpauschale könnte dazu beitragen.

Letztendlich wird sich jede deutsche Stadt in einem harten Wettbewerb um Industrieansiedlungen, gut ausgebildete Arbeitnehmer und attraktive Freizeitangebote behaupten müssen. Lebensqualität als Überlebensstrategie. Traditionsreiche Universitäts- und Handelsstädte wie Leipzig könnten in diesem Rennen besser bestehen. Das auf dem Reißbrett entworfene Eisenhüttenstadt bliebe dagegen vermutlich auf der Strecke.

Noch weiß niemand genau, wie das gewaltige Erbe der deutschen Städte bewahrt werden kann. Wie in den fünfziger Jahren schaffen Abrissbirnen heute wieder Tatsachen, die Jahrzehnte später als Bausünden am Pranger stehen. Was dabei unwiederbringlich verloren geht, kann heute niemand abschätzen.


DER SPIEGEL - 24. Juli 2003

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Ich denke jetzt wird es langsam spannend...

Trotz Rückgang der US-Arbeitslosigkeit (Erstanträge seit fast einem halben Jahr wieder unter 400.000) haben die US Märkte fett im Minus geschlossen. Das könnte ein erstes Signal für das Ende der Rallye sein. Und mit dem Ende der Rallye dürfte der Dollar weiter fallen.

Wenn jetzt nur nicht diese blöde Diskussionen um aufgelöste Hedge Books und ein mögliches Ende des "Washington-Abkommens" wieder auf der Bühne erschienen wäre (siehe heutiges Posting von Thaiguru und : http://www.goldseiten.de/ansichten/bandulet-05.htm ) könnten wir uns eigentlich beruhigt zurücklehnen. Aber leider braut sich da wohl was zusammen... :rolleyes:



Aus der heutigen Financial Times:


Zentralbanker bringen Dollar zum Absturz

Von Sebastian Sachs, Frankfurt

Der Dollar ist am Mittwoch auf breiter Front unter Druck geraten und hat bis zu 1,6 US-Cent in der Spitze verloren. Er brach gegen alle wichtigen Weltwährungen ein.



Fed-Gouverneur Ben Bernanke hatte vor der Universität von Kalifornien gesagt, die US-Notenbank Federal Reserve könnte durchaus die Leitzinsen weiter senken, sollten die Inflationsraten drastisch zurückgehen. Daraufhin hatten vor allem spekulative Marktteilnehmer den Dollar massiv verkauft. "Wir sollten bereit sein, die Leitzinsen bis auf Null zu senken, wenn sich dies zur Unterstützung der US-Konjunktur als notwendig erweisen sollte", sagte Bernanke in einer vorbereiteten Rede.

Auch an den Bondmärkten beiderseits des Atlantiks zeigten die Worte Bernankes Wirkung, obwohl sie nach Einschätzung einiger Volkswirte eher als theoretische Überlegungen zu verstehen waren. Die Kurse der Staatsanleihen, die ohnehin den gesamten Tag im Plus gelegen hatten, bauten ihre Gewinne aus. Zuvor hatten bereits William Poole, Chef des US-Notenbankbezirks St. Louis, und Otmar Issing, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) die Spekulation um weitere Zinssenkungen oder die Ergreifung unkonventioneller Maßnahmen durch die Zentralbanken der USA und der Euro-Zone - wie etwa Bondrückkäufe - genährt.

Vergangene Woche hatte Fed-Chef Alan Greenspan vor dem US-Kongress den Einsatz unorthodoxer Maßnahmen noch als "unwahrscheinlich" bezeichnet. Zudem hatte Greenspan ungewöhnlich deutlich Konjunkturoptimismus verbreitet.


Kräftiger Rückschlag

Händler sagten, diese Zuversicht hinsichtlich einer schnellen Erholung der US-Konjunktur hätte nach den jüngsten Äußerungen einen kräftigen Rückschlag erhalten. Dies spiegele sich vor allem an den Bondmärkten wider. Nach Einschätzung von Trevor Dinmore, Devisenstratege von Deutsche Bank Research, sei es nicht erstaunlich, dass sich auch am Devisenmarkt die Investoren von den USA abkehrten. Er leitet die Entwicklung der Währungen aktuell fast ausschließlich von den Kursbewegungen am Bondmarkt ab. Zudem hätten am Mittwoch Spekulanten mit nur wenigen Verkaufsorders den Dollar leicht nach unten treiben können, da die Volumina der Abwärtsbewegung sehr dünn gewesen seien.

Gegen 22.10 Uhr MESZ notierte der Euro bei 1,1482 $ und lag damit deutlich über seinem Vortagesniveau von 1,1334 $. Auch der Kurs des britischen Pfundes stieg kräftig an, von 1,5963 $ auf 1,6083 $. Ein Schweizer Franken wertete ebenfalls deutlich auf. Hatte ein Dollar am späten Dienstag noch 1,3620 Franken gekostet, waren es am Mittwoch 1,3465 Franken. Einzig beim Yen war die Reaktion verhaltener. Der Greenback verbilligte sich von 119,08 auf 118,85 Yen.


Akteure in Bewegung

"Es ist zwar noch immer schwierig, genau zu ergründen, was letztendlich die starke Kursreaktion ausgelöst hat", schreiben die Strategen von 4castweb. "Allerdings ist es nicht schwierig zu verstehen, dass jeder Akteur versucht, beim Euro-Aufschwung dabei zu sein, wenn sich der Zug erst einmal in Bewegung gesetzt hat."

Am Anleihemarkt spiegelte sich der nachlassende Konjunkturoptimismus in fallenden Renditen wieder, wobei die Rückgänge in der Euro-Zone deutlich kräftiger ausfielen. Aussagen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke, die Konjunktur in Deutschland und der Euro-Zone könnte bereits in der zweiten Jahreshälfte zu einer Erholung ansetzen, wurden am Markt weitgehend ignoriert.

Händler fokussierten sich vielmehr auf die Worte Otmar Issings. Dieser hatte gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Jiji gesagt, in der Euro-Zone bestehe derzeit weder die Gefahr einer steigenden Inflation noch einer Deflation. Sollte die Deflationsgefahr allerdings wachsen, wäre die EZB zu verschiedenen Reaktionen bereit, so etwa dem Aufkaufen von Staatsanleihen.

Zweijährige Bundesanleihen rentierten zehn Basispunkte unter Vortagsniveau bei 2,24 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bunds fiel elf Basispunkte auf 3,99 Prozent. Der Terminkontrakt auf diese Papiere (Bund-Future) kletterte 95 Stellen auf 115,79 Punkte. In den USA lagen die Renditen gegen 21 Uhr MESZ über alle Laufzeiten rund sieben Basispunkte unter Vortagesniveau.


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Stabilitätspakt entzweit Notenbanker und Politik

Von Andreas Krosta, Claus Hulverscheidt und Mark Schieritz

Der Streit zwischen der EZB und den Regierungen der Euro-Zone um die Haushaltsdefizite könnte zu höheren Leitzinsen führen. Der Ton in der Debatte wird immer schärfer.



Wim Duisenberg sitzt ruhig vor den Parlamentariern der Europäischen Union. Er liest seine vorbereitete Rede vor, schaut ab und zu hoch und testet die Reaktion der Abgeordneten in den Reihen vor ihm. Dann kommt er zum Eingemachten: "Andere Politikfelder müssen ebenfalls ihre Verantwortung übernehmen. Ein Teil der Schwäche des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone ist zurückzuführen auf die fehlenden Ambitionen bei finanzpolitischen und strukturellen Reformen. Die Finanzpolitik jener Länder mit wachsenden Haushaltsdefiziten sollte sich anstrengen, einen Konsolidierungskurs auszuarbeiten", wirft Duisenberg den Politikern der zwölf Staaten vor, die den Euro eingeführt haben. Er spricht von einem Versagen der Politik. Eine Kritik, die er mit solch harschen Worten noch nie formuliert hat. Eine Kritik, die bei den Politikern Zorn hervorruft.

Sie schlagen zurück, und werfen der EZB und ihrem Ende Oktober scheidenden Präsidenten eine zögerliche Politik vor. In Regierungskreisen der Euro-Zone heißt es, es habe in der Euro-Gruppe zuweilen der Eindruck vorgeherrscht, dass die EZB die Konjunkturentwicklung nicht ausreichend berücksichtige und dass man sie zum Jagen tragen müsse.

"Vier Jahre nach der Gründung muss man schon etwas engagierter vorgehen, als die EZB das getan hat", dringt aus Kreisen der EU-Finanzminister nach außen. "Der Vorwurf trifft nicht nur Duisenberg, sondern den gesamten Zentralbankrat. Dennoch muss man sagen, dass Duisenberg nicht die charismatische Führungsfigur war, die sich viele für den Gründungsvorsitz der EZB erhofft hatten."


Scharfe Töne zwischen Notenbankern und Politikern

Der Ton zwischen Notenbankern und Politikern ist so scharf wie nie zuvor. Greift Duisenberg das Verhalten der Regierungen beim Stabilitätspakt an, reagieren Staats- und Regierungschefs mit Forderungen nach Zinssenkungen. Mittlerweile ist der Streit so weit fortgeschritten, dass der Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank, Hermann Remsperger - obwohl auch Zentralbanker - Mahnungen an beide Seiten richtet: "Ich bin der Auffassung, dass jeder für seinen eigenen Politikbereich verantwortlich ist", sagt er.

Der Streit hat Folgen: Zum einen stehen die Beziehungen der EZB zur Politik auf dem Spiel, zum anderen könnten nötige Zinssenkungen verschoben werden. Kern des Zwists ist der Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU. Der Pakt schreibt den Euro-Zonen-Staaten vor, die jährliche Neuverschuldung auf 3,0 Prozent des Bruttosozialprodukts zu begrenzen. Doch weder Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac noch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wollen sich an die Regeln halten - und damit brechen gerade die beiden wichtigsten Staaten der Euro-Zone den Pakt.

Manche Ökonomen sprechen schon vom Ende des Regelwerks. Doch für Geldpolitiker wie Wim Duisenberg ist der Pakt ein Garant für einen stabilen Euro und für langfristiges Wachstum. In den USA etwa schießt das Haushaltsdefizit in die Höhe. Es gibt Ökonomen, die meinen, aus diesem Grunde werde sich der Dollar gegen den Euro abschwächen.


Konjunkturabhängige Finanzpolitik

Der Trend geht weiter in Richtung Verschuldung. Der Streit wird auch den nächsten EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet beschäftigen. Die deutsche Bundesregierung will die für 2005 geplante Stufe der Steuerreform auf 2004 vorziehen - zum Teil auf Pump, zu Lasten des Defizits. Auch die französische Regierung - ebenfalls von Defizitsorgen geplagt - plant neue Entlastungen. Staatspräsident Chirac plädiert sogar für eine "temporäre Aussetzung" der Regeln des EU-Stabilitätspakts. Und eine von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi eingesetzte Expertenkommission sprach sich für eine flexiblere Handhabung der Drei-Prozent-Marke im EU-Vertrag aus.

Von hemmungsloser Schuldenmacherei ist die Euro-Zone trotz der Steuersenkungen weit entfernt. Denn in vielen EU-Staaten wird weiter bei den Staatsausgaben gekürzt. In Deutschland etwa plant Finanzminister Hans Eichel neben den Entlastungen von etwa 15 Mrd. Euro für 2004 ein Konsolidierungspaket mit Einsparungen von mehr als 14 Mrd. Euro.

Dennoch: In Deutschland und im Euro-Raum setzt sich die Einschätzung durch, dass die Finanzpolitik dazu beitragen muss, konjunkturelle Krisen zumindest nicht zu verschärfen. Bundesfinanzminister Hans Eichel warnt vor konjunkturschädlichen Folgen einer zu restriktiven Haushaltspolitik. "Im Vergleich zu der Situation von vor einem Jahr haben sich die Argumente in der fiskalpolitischen Debatte verändert", sagt Jürgen Kromphardt, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.


Unbehagen bei den Geldpolitikern

Ein Trend, der den Geldpolitikern Unbehagen bereitet. Zum ersten Mal in der jungen Geschichte der EZB spricht ein Zentralbanker das aus, was Ökonomen bisher nur gemutmaßt haben: "Jede Aufweichung der Regeln (des Stabilitäts- und Wachstumspakts) wird Folgen haben - kann Folgen haben - für die Leitzinsen. Und es kann der Grund für einen schwächeren Euro sein", sagt der griechische Notenbankchef Nicholas Garganas.

Damit warnt ein EZB-Rats-Mitglied davor, dass die Zentralbank den Zins erhöhen wird, falls der Stabilitätspakt geändert oder länger gebrochen wird. Bisher hatten die Geldpolitiker nur vor zu hoher Neuverschuldung gewarnt, jedoch nie mit Konsequenzen gedroht.

Der Europa-Chefvolkswirt der Investmentbank Credit Suisse First Boston, Julian Callow, geht davon aus, dass die EZB Ende vergangenen Jahres bereits eine nötige Zinssenkung um einen Monat auf Dezember verschoben hat, weil die Finanzpolitiker der Euro-Zone den Stabilitätspakt aufweichen wollten.

Er rechnet nun damit, dass eine erneute Zinssenkung der EZB - obwohl seiner Ansicht nach nötig - um einige Monate verschoben wird. Mit dem nächsten Zinsschritt hatte er bis zu dem Streit im September gerechnet, nun erwartet Callow ihn nicht vor November.


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EU-Pakt für Wachstum: Zwangsjacke oder Stabilitätsanker
Von Mark Schieritz



Auf heftiges Drängen Deutschlands einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU 1997 auf ein Regelwerk für die Finanzpolitik in der Währungsunion - den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Er verpflichtet die Mitgliedsstaaten auf das mittelfristige Ziel eines nahezu ausgeglichenen oder sogar Überschüsse aufweisenden öffentlichen Haushalts.
Rechtlich besteht der Pakt aus einer Entschließung des Europäischen Rats und zwei Verordnungen. Die eine regelt die Koordinierung der Wirtschaftspolitik und die zweite den Umgang mit Staaten, die gegen das im Maastrichter Vertrag festgelegte Defizitziel von höchstens 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verstoßen.

Bei einem Verstoß gegen die Kriterien kann der EU-Finanzministerrat reagieren, indem er Empfehlungen veröffentlicht, dem betroffenen Staat Maßnahmen zum Defizitabbau vorschreibt und ihn schließlich mit monetären Sanktionen belegt. Ausnahmen gibt es jedoch bei einer schweren Rezession oder "außergewöhnlichen Ereignissen".

Solange die Euro-Konjunktur gut lief, war der Pakt kaum von Bedeutung. Doch seit die Wirtschaft 2001 in die Krise stürzte, mehren sich die Stimmen, die für eine Reform oder zumindest eine flexible Auslegung des Regelwerks plädieren - um zu verhindern, dass der Staat im Abschwung zusätzlich spart und damit die Krise verschärft.


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Und wer sich bis jetzt noch nicht geärgert hat, wird es jetzt tun...: ;)






Nur der Aufschwung fehlt noch
Optimistische Unternehmer, kauffreudige Kunden:
Ist die Krise nun vorbei? Selbst die Fachleute rätseln

Von Klaus-Peter Schmid



Und wenn die schreckliche, die wachstumslose Zeit endlich zu Ende ginge? Im Mai schreckte noch die Nachricht, dass die deutsche Wirtschaft schrumpft, Deflationsängste gingen um, die Arbeitslosenzahlen stiegen. Nun regt sich Optimismus. Zweimal hintereinander hat sich der Geschäftsklima-Index des Münchner ifo-Instituts zuletzt verbessert, die befragten Unternehmer schätzen sowohl die Lage als auch die Erwartungen für das bevorstehende Halbjahr günstiger ein. Die siebte Verbesserung in Folge zeigt gar der Index, für den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Erwartungen von Analysten und institutionellen Investoren abfragt. Selbst der Konsumklima-Index steigt wieder, nachdem er acht Monate lang ununterbrochen fiel. Der konjunkturelle Tiefpunkt, so scheint es, ist erreicht.

Also wird es wieder nichts mit dem Aufschwung? Wenn sich die professionellen Prognostiker nicht einig sind, dann helfen vielleicht ein paar Faustregeln weiter. Die Aktivitäten in der Luftfracht scheinen der Wirtschaftsentwicklung immer um ein paar Monate vorauszueilen; leider rechnet Lufthansa Cargo für dieses Jahr mit sinkenden Umsätzen. Börsengurus schwören darauf, dass auf eine Hausse der Aktienkurse spätestens nach neun Monaten ein Aufschwung folgt. Das sieht nicht schlecht aus, erfordert aber Geduld. Die verführerischste aller Regeln sagt: Je kürzer die Röcke, desto größer der Konjunkturoptimismus. Da ist zurzeit wohl eher die Hitze als die Zuversicht der Vater der Minis.

Solider ist der Blick auf die Antriebskräfte der Wirtschaft. In Deutschland war das in den vergangenen Jahren stets das Geschäft mit dem Ausland. Doch jetzt macht der teure Euro den Exporteuren einen Strich durch die Rechnung. Er ist heute um rund ein Viertel teurer als vor einem Jahr, deutsche Produkte sind damit in den USA und überall dort, wo amerikanische Konkurrenz antritt, entsprechend schwerer zu verkaufen. Nach der Frühsommer-Umfrage unter seinen Mitgliedern beschrieb der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) das so: „Die abgeflachte Weltkonjunktur sowie der rasante Anstieg des Euro-Außenwertes nehmen vielen Exporteuren die Luft zum Atmen.“

Seit Monaten klagt die Industrie über rückläufige Auftragseingänge aus dem Ausland. Betroffen sind vor allem Maschinen und Anlagen, die traditionellen Devisenbringer des deutschen Außenhandels. Kein Wunder, dass das IWH zu dem Schluss kommt: „Die Außenwirtschaft trägt nicht – wie sonst üblich – zum Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion in Deutschland bei.“ Manche Experten gehen sogar davon aus, dass der Außenhandel das Wachstum im zweiten Quartal 2003 gebremst hat, auch wenn die Zahlen noch nicht vorliegen.

Auch die Investitionen sind zu schwach, um den Ausfall bei den Exporten auszugleichen. Normalerweise stockt die Industrie bei einsetzender Erholung der Konjunktur ihre Lager auf. Davon ist bisher nichts zu spüren. Ausrüstungsinvestitionen, ohnehin seit zwei Jahren auf sehr bescheidenem Niveau, sind auch kein Aktivposten. Allenfalls ein gewisser Erneuerungsbedarf bei Maschinen und Fahrzeugen wird geordert. Die Produktionskapazitäten sind nicht ausgelastet, sodass selbst die niedrigsten Zinsen seit 50 Jahren kaum zu zusätzlichen Investitionen führen. „Die Investitionen bleiben im Keller“, schloss der DIHK aus seiner Umfrage.

Das Blatt könnte sich wenden, wenn die amerikanische Wirtschaft wieder so stark wächst, dass sie weltweit zum Motor für die Konjunktur wird. Zurzeit ist Amerikas Wachstumsrate von gut zwei Prozent für 2003 nicht stark genug, um andere lahme Volkswirtschaften mitzureißen. Aber nach dem Irak-Krieg stehen die Zeichen in den USA wieder auf Aufschwung. Die Politik hilft tüchtig nach: Allein für das laufende Jahr werden Steuerentlastungen von gut 60 Milliarden Dollar wirksam.

Dazu kommen der billige Dollar und extrem niedrige Zinsen. Von 6,5 Prozent Anfang 2001 bis auf ein Prozent seit Ende Juni drückte die amerikanische Notenbank die Zinsen, um die Konjunktur anzuschieben. Auch Wall Street sorgt für gute Laune unter den Anlegern. Und wenn die Kurse steigen, steigt die Konsumlust der Amerikaner. „Empirisch ist festgestellt worden“, sagt Michael Schröder vom ZEW, „dass jeder Dollar, um den das Aktienvermögen sich erhöht, in den USA eine Konsumsteigerung um vier bis neun Cent zur Folge hat.“

Aber auch hierzulande gibt es überraschende Signale von den Verbrauchern – der Einzelhandel meldet wachsende Umsätze. Das ist noch kein neuer Kaufrausch, aber dass die längeren Öffnungszeiten am Samstag die Geschäfte in den Stadtzentren füllen, hatte niemand erwartet. Das Geld sitzt wieder lockerer. Oder, ökonomisch formuliert: Die Sparquote geht zurück. Und das, obwohl die Haushalte kaum über höhere Einkommen verfügen können.

Nun hat das große Rätselraten eingesetzt, woran das liegt. Noch gibt es keine Steuerentlastung, immer noch ist von Sozialabbau und höheren Beiträgen die Rede. Aber die Reformdebatte, die im Gange ist, hat offensichtlich die Stimmung verbessert und die Zukunftsängste reduziert, die zu einem regelrechten „Angstsparen“ geführt hatten. Womöglich nährt die Perspektive der Steuerreform die Zuversicht der Haushalte, dass sie bald deutlich entlastet werden – und sich deshalb schon jetzt mehr leisten können.

Die Fachleute der Deutschen Bank halten dagegen, es komme „üblicherweise bei einer Steuerentlastung nicht zu Vorzieheffekten“. Die West LB geht noch einen Schritt weiter: „Erfahrungen mit früheren Steuersenkungen zeigen, dass die privaten Haushalte zumindest vorübergehend ihre Sparquote erhöhen. In der aktuellen, durch Unsicherheit und einen allgemeinen Mangel an Vertrauen geprägten Situation ist dies ebenfalls zu erwarten.“ Im günstigsten Fall würde das Vorziehen der letzten Reformstufe zu einem kleinen Wachstumsimpuls führen – irgendwann im kommenden Jahr.

Anfang der Woche hat nun die Bundesbank ihre Sicht der Konjunktur formuliert – und das liest sich wie ein Schlusswort unter die Debatte um einen bevorstehenden Aufschwung. Nichts deute darauf hin, so die Währungshüter, „dass sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im zweiten Quartal von der stagnativen Grundtendenz lösen konnte“. Schlimmer noch: „Eine Besserung in der nächsten Zeit zeichnet sich bisher nicht ab.“

Immerhin, im dritten Jahr der Stagnation verheißt die Bundesbank: „Ein Abgleiten in eine stärkere negative Entwicklung erscheint… wenig wahrscheinlich.“ Und noch etwas Positives ist zu vermelden. Das Schreckgespenst einer Deflation hat sich offensichtlich in nichts aufgelöst.

Das ist doch schon eine ganze Menge.

Nicht "irgendein Käseblatt" –sondern DIE ZEIT vom 14.07.2003 ...
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Reichen zwei Regeln für die gesamte Ausgabenpolitik ...?


Vorbild Großbritannien

Der britische Finanzminister Gordon Brown hat kurz nach Amtsantritt im Sommer 1997 ein Handbuch mit den Richtlinien seiner Ausgabenpolitik verfasst und zwei Regeln aufgestellt:

Die "Goldene Regel" verlangt, dass die Regierung während eines mehrjährigen Konjunkturzyklus Kredite nur für Investitionen aufnehmen darf, aber nicht, um Ausgaben zu finanzieren.

Die "Regel des nachhaltigen Investierens" legt fest, dass die Verschuldung im Konjunkturverlauf stabil bleiben muss - außerdem dürfen die Schulden im Laufe eines Konjunkturzyklus niemals die Schwelle von 40 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt überschreiten.


Brown störte besonders die Verschwendungssucht mancher Staatsdiener. Um zu verhindern, dass britische Ämter nicht aufgebrauchtes Haushaltsgeld am Jahresende verprassen, hat Brown den meisten Behörden dreijährige Haushaltspläne verordnet. Sie werden alle zwei Jahre überprüft und, wenn notwendig, angepasst. Nur die Sozialausgaben, die Landwirtschaftshilfen und die Staatsverschuldung legt der Schatzkanzler weiter jährlich fest.

DIE WELT 25.07.2003

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Bankenkrise zieht Büromarkt ins Tief

Wenn die Banken husten, dann hat Frankfurt gleich eine Lungenentzündung. Der gewerbliche Immobilienmarkt der Mainmetropole ist so stark von einer Branche, dem Bankensektor, abhängig, wie in keiner anderen Stadt. Die Auswirkungen von Umsatzeinbußen und Sparprogrammen in den Geldhäusern auf den Immobilienmarkt hat das Maklerunternehmen Jones Lang LaSalle in einer Untersuchung quantifiziert.



Während die Finanzinstitute im Boomjahr 1998 noch 300 000 qm anmieteten, wird die Nachfrage der kriselnden Branche in diesem Jahr kaum über 100 000 qm hinausgehen. Zwischen 1999 und 2002 unterschrieben die Banken noch Verträge über Flächen zwischen 128 000 und 209 000 qm. Nachdem im ersten Halbjahr 2003 an die Finanzbranche 60 000 qm neu vermietet wurden, deuten sich im zweiten Halbjahr 2003 nach JLL-Untersuchung keine größeren Abschlüsse an.

Dagegen hellten in der ersten Jahreshälfte noch zwei größere Abschlüsse die Stimmung in der Immobilienvermittler auf: Die Europäische Zentralbank mietete 23 000 qm, die Sparkassen Informatik GmbH wurde über 22 000 qm Büroflächen handelseinig.

Trotz des Schrumpfkurses spielen die Banken in Frankfurt/Main nach wie vor die dominierende Rolle auf dem Immobilienmarkt. 320 Kreditinstitute, davon 178 mit ausländischer Herkunft, sind in der Stadt ansässig. 80 000 Bankmitarbeiter residieren derzeit auf einer Bürofläche von 2,5 Mio. qm - damit nehmen sie ein Viertel des gesamten Büroflächenbestandes ein. 31 Prozent der Vermietungen in 2003 gingen auf das Konto der Finanzinstitute. Doch nach der Ausdünnung der Filialnetze setzen die Banker nun auch in den Zentralen in Frankfurt den Rotstift an. Die Zahl der Beschäftigten soll im Jahr 2003 deutlich zurückgehen. Flächenfreisetzungen werden die Folge sein.

Die Auswirkungen der Krise sind bereits spürbar. So kamen in den ersten sechs Monaten 2003 lediglich 14 Prozent der Büro-Nachfragen von Banken und Versicherungen. Insgesamt sackte das Niveau der Neuanfragen auf 43 Prozent des Vorjahreswertes ab - ein Absturz ohne gleichen.

Mit 179 000 qm entfällt zudem mehr als ein Drittel aller Untermietflächen auf das Finanzviertel, dazu kommt ein Leerstand von 108 000 qm. Das ist zehnmal soviel, wie im letzten Jahr vermietet wurde.


Und auch die Mietpreise sind inzwischen stark gesunken. 2001 wurde vereinzelt an der Schallgrenze von 100 DM/qm gekratzt; mittlerweile werden Büromieten in der Spannbreite von 27 bis 38,50 Euro/qm aufgerufen. suzi

DIE WELT - 25.07.2003
uebrigens, ist Euch aufgefallen,
in den letzten 2 Tagen geht silber durch die decke, gold zurueck zur 360er linie und in der ftd keine einzige zeile pm-kommentar. wirken im stillen ist wieder angesagt ;)

gruss
-nemo-
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Russia: Gold production slightly declined in H1, FY output set to gain


Moscow (Bluebull) - According to an industry report, gold production of Russia declined slightly in H1 2003, however, the report forecasts that production will be higher by the end of the year. Pure (primary) gold output decreased to 51.09 tons on the concerned period from last year`s 51.25 tons. The report adds that the fall was mostly caused by seasonal factors.

The chairman of the industry union predicts that overall output can be increased to some 175 tons. This would correspond to a gain of 3-5 tons a year. The most lucrative mines were in the eastern Siberian and in the Magadan regions.

Meanwhile, secondary gold production has seen a more than 100% increase in the first six months of the year to 2.28 tons from 0.95 of H1 2002. Overall, Russia produced 170.9 tons of gold in 2002, compared with 154.4 a year earlier. The world`s largest country by area is the No. 6 internationally. It has shown a stable growth rate in the last years. /pz

Bluebull - 24.07.2003
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Godmode-Trader:

Bei 366,5 US $ verläuft eine sehr wichtige dynamische Widerstandslinie. WENN sie übersprungen werden kann, geht auf mittelfristige Sicht die Post ab. [Na, wenn das man noch was wird ...:rolleyes:]


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@kaeptnnemo


@ käptnemo

Stimmt. Auch in den US Magazinen kaum ´ne Reaktion. Forbes empfiehlt Compania de Minas Buenaventura und Apex Silver und das war´s auch schon ... Die nehmen Silberinvestoren einfach nicht für voll ...;)

Übrigens: hat sich hier schon mal jemand mit Rimfire Minerals befaßt ? Ich bin nur durch den recht überzeugenden Chart darauf gestoßen, sonst weiß ich nix.

http://www.rimfire.bc.ca/

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Gruß Konradi
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Rating-Erdbeben erschüttert Kalifornien

Energiekrisen, explodierende Schulden und eine paralysierte politische Führung - Kalifornier haben derzeit wenig zu lachen. Jetzt musste der Golden-State einen weiteren schweren Schlag hinnehmen: Eine Ratingagentur hat Kaliforniens Kreditwürdigkeit drastisch herabgestuft.



New York - Standard & Poor`s (S&P) senkte die Bonität für kalifornische Obligationen um drei Stufen auf BBB. Das Schuldenrating bestimmt, welchen Zinssatz ein Staat oder ein Unternehmen zahlen muss, um sich am Kapitalmarkt Geld zu leihen. Je niedriger die von den großen New Yorker Ratingagenturen festgelegte Bonitätsnote ist, desto risikoreicher gilt ein Kredit aus Sicht der Gläubiger.

Kalifornien wird demnächst in Folge der Herabstufung einen höheren Zinsaufschlag zahlen müssen. Ungewöhnlich ist, dass S&P das Rating des US-Staates um gleich drei Bewertungstufen zurücknahm. In der Regel verändern Ratingagenturen ihre Kreditnoten immer nur um einen, in seltenen Fällen um zwei Schritte.

Kalifornien befindet sich jedoch in einer Ausnahmesituation. Seit Wochen streiten sich Demokraten und Republikaner um das Budget, können sich aber nicht einigen, wie das gigantische Defizit in Höhe von 38,2 Milliarden Dollar eingedämmt werden soll. Bereits jetzt ist der Staat nicht mehr in der Lage, alle seine Angestellten pünktlich zu bezahlen.


"Stärke zehn auf der finanzielle Richter-Skala"

Der Golden-State ist tief gesunken: In den 47 Jahren, in denen S&P die Kapitalmarkt-Anleihen von US-Staaten bewertet, hat es ansonsten nur Massachusetts (1989 bis 1992) geschafft, eine derart miese Note zu bekommen. Rutscht Kalifornien noch eine Stufe tiefer, hätten die Schulden des Staates so genannten Junk-Status: Sie wären dann kein sicheres Investment mehr, sondern nur noch etwas für hart gesottene Zocker. Mit BBB befindet sich Kalifornien, eine der größten Volkswirtschaften der Welt, bereits in der Gesellschaft von Staaten wie Tunesien oder Malaysia.

Von der politischen Führung ist zunächst keine Lösung zu erwarten - denn der in weiten Teilen der Bevölkerung verhasste Gouverneur Gray Davis wird vermutlich demnächst seines Amtes enthoben und durch einen anderen Politiker ersetzt. Bis das passiert ist, haben politische Beobachter wenig Hoffnung - auch S&P führt das so genannte Recall-Verfahren ausdrücklich als Grund für seine negative Einschätzung an.

"Das sind unglaublich schlechte Nachrichten, die Schockwellen durch die Nation schicken werden", sagte Kaliforniens Kämmerer Steve Westly. "Das ist eine Stärke von zehn auf der finanziellen Richter-Skala (...) Es ist ein sehr trauriger Tag für Kalifornien. Dies beschädigt Kaliforniens finanzielle Reputation und es kann Jahre dauern, da wieder herauszukommen."
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Handelsblatt:

Eine Chance für Gold


FRANKFURT/M. Für aufmerksame Marktbeobachter kommt dieser Aufschwung nicht überraschend. Zum einen fiel zuletzt auf, dass die Aktien von Gold- und Silberproduzenten den Preisaufschwung der Rohstoffe durch Kurssteigerungen bereits ankündigten.

Der Gold/Silber-Aktienindex der Philadelphia Stock Exchange ist bei steigenden Umsätzen seit Mitte Juli von 73 auf rund 82 Punkte in die Höhe geschossen. Und zum anderen prophezeien einige Gold-Fanatiker den Edelmetallen nicht zuletzt wegen der an den Welt-Finanzmärkten vorhandenen üppigen Liquidität seit längerem eh eine glänzende Zukunft.

Doch der Optimismus der Gold-Fans steht ganz im Gegensatz zur Meinung von Finanzmarkt-Analysten auf Seiten der Banken. Eine Umfrage bei führenden Analysten internationaler Finanzhäuser macht dies deutlich. Deren durchschnittliche Goldpreisprognose liegt für 2003 bei 349 $ und für 2004 bei 352 $ je Feinunze.

Dass die Edelmetalle – allen voran Gold – als eigene Anlageklasse für Banken inzwischen an Bedeutung gewonnen hat, ist daraus zu erkennen, dass sich die Institute inzwischen stärker mit Kapitalanlagen in Rohstoffen beschäftigen. So gibt es auch auf Bankenseite inzwischen mehr Gold-Optimisten.

„Wir sehen für die Jahre 2003 und 2004 einen durchschnittlichen Goldpreis von 353 $ bzw. 356 $ je Feinunze“, sagt John Reade von der Investmentbank UBS in London. Michael Durose von Morgan Stanley sieht derzeit jedoch keinen aktuellen Katalysator für eine neue Golopreis-Hausse: „Kurzfristig wird Gold in einer Spanne zwischen 350 und 375 $ je Feinunze schwanken“, prognostiziert er.

Etwas anders schätzt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Lage. Schilbe zählt unter den Analysten der Banken zu den „Gold-Bullen“. Auf Sicht von 12 Monaten werde der Goldpreis über die Marke von 400 $ steigen, sagt er. „Bevor der Preis dann in höhere Regionen vorstoßen kann, ist zunächst der charttechnische Widerstand bei 410 $ je Feinunze zu knacken“, sieht Schilbe für Gold alles in allem glänzende Perspektiven.

Welche Einflussfaktoren werden den Goldpreis längerfristig bestimmen? [/b]Vieles spricht dafür, dass die freien Marktkräfte spätestens dann stark auf Gold einwirken werden, wenn die Notenbanken ihre noch immer recht hohen Goldbestände veräußert haben. [/b] [:rolleyes: ...] Als wichtigster Bestimmungsfaktor wird dann das seit Jahren existierende Angebotsdefizit wirken. Hierzu muss der Anleger wissen, dass das Goldangebot aus Primärquellen – also die Produktion der Goldminen – seit vielen Jahren unter der Nachfrage liegt. Diese Fehlmengen wurden in der Vergangenheit vor allem durch die Verkäufe der bei den internationalen Notenbanken lagernden Goldbestände abgedeckt. Alex Davidson, der für Explorationen beim Goldriesen Barrick zuständig ist, nannte die Dinge vor einigen Wochen beim Namen: Die Goldminenindustrie habe in der Vergangenheit so wenig in die Suche und Exploration nach Gold investiert, dass die vorhandenen Reserven bereits in zehn Jahren [:p] aus dem Boden geholt sein dürften.

Für Gold spricht auch, dass das Edelmetall vor allem in einigen Emerging Markets als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel gefragt ist. Gerade in Ländern mit fragilen Bankensystemen hat Geld als Wertaufbewahrungsmittel an Bedeutung verloren, so dass Anleger dort ihre Ersparnisse verstärkt in Gold investieren. Auch in den westlichen Industrieländern scheint mit dem Platzen einiger Finanzblasen das Vertrauen in Geld als Mittelpunkt der Finanzsysteme nachzulassen. Eine Chance für Gold.


Handelsblatt.com – 25.07.2003
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First China gold firm to float shares on July 30

SHANGHAI, July 25 (Reuters) - China`s Zhongjin Gold Co Ltdsaid on Friday it will launch a $48.9 million initial public offering on July 30, becoming the first Chinese gold miner to float shares as the country opens up its precious metal sector.

The offering by state-owned Zhongjin, which is 88.5-percent held by top Chinese gold firm National Gold Corp, will allow the Chinese public to invest in a gold firm for the first time when it lists on the Shanghai stock exchange. Zhongjin will issue 100 million yuan-denominated A shares open to Chinese and selected foreign institutions at 4.05 yuan ($0.489) per share, less than its initial target of up to $85 million announced in February.
The issue price represents a price-to-earnings (PE) ratio of 20 times its 2002 earnings of 0.2023 yuan per share. After the float, 35.7 percent of the company will be in public hands.

China, one of the world`s top five gold producers and a major consumer, has taken steps to open up its precious metal market to try to boost transparency and move in line with global markets. Last October, the government set up the Shanghai Gold Exchange, China`s first gold exchange in the communist era, to allow producers to trade gold.
Before the launch of the exchange, the central People`s Bank of China maintained rigid control by fixing prices and acting as the sole intermediary between domestic gold buyers and sellers.

Tianjin-based Zhongjin, which mines, smelts and processes gold, said it would use the 405 million yuan raised through the offering to help its expansion. Zhongjin, which produces about 10 tonnes of gold a year, has assets worth 742.33 million yuan by the end of March. It posted net profit of 9.88 million yuan in the first three months of 2003, against 36.41 million in 2002 and 34.92 million in 2001.

China produces about 180 tonnes of gold a year, chiefly from mines in the northeast and northwest of the country. Galaxy Securities, China`s second-largest brokerage by paid-in capital, was appointed the lead underwriter. (US$1=8.277 yuan)

Reuters – 25.07.2003


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Hintergrund:

China has allowed its citizens to buy gold bullion for the first time since the Communist Party took power in 1949.
Shoppers queued on Thursday to look at gold bars on sale in department stores in Beijing and the southern city of Nanjing.

Easing restrictions on gold sales is designed to create a new investment outlet for China`s huge pile of household savings, worth nearly $1bn. Analysts think demand for gold in China will rise sharply as a result of opening up sales of the metal to individual investors, and could even double.

(...)

Gold demand in the country will soon double

Gold for sale by retailers is being distributed by two firms, Zhongjin Gold Co, the country`s foremost gold processor, and Zhaojin Gold and Silver Refinery, China Daily said.

However, the gold price is set by the Shanghai Gold Exchange (SGE), created when China ended the state monopoly on pricing gold two months ago. The price of gold in the shops "cannot be as sensitive as SGE`s and the store will not change price too frequently," said Wang Chunli, manager of Caishikou Department Store in Beijing, which is selling gold bars. Bars stamped with sheep patterns "are a little more expensive because of their decoration," said Mr Wang.

Global impact?

"Gold demand in the country will soon double from the current level of around 200 tons a year as result of the opening up of the business," Liu Shan`en of Beijing Gold Economics Research Centre reportedly told China Daily.


All the gold bars available for retail sale are 99.99% pure gold, the paper said. Buyers can sell their gold bars back to the distributors, minus commission.

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BBC News 19.12.2002
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Gold und Silber verteidigen ihre Kursgewinne

Von Alexander Zumpfe

Nach Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss erwarten die Strategen beim Gold für die kommenden Tage eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Auch die Preise für Silber und Platin scheinen sich zu stabilisieren.



Trotz Abschlägen beendete das gelbe Metall die Woche mit 362,70 $ - nur unwesentlich unter dem Wochenhoch von 364,40 $. Analysten erwarten nun eine Handelsspanne zwischen 355 und 365 $. Die maßgeblichen Impulse für den Anstieg der vergangenen Woche gingen erneut vom Devisenmarkt aus: Der Euro konnte gegenüber dem Greenback Boden gutmachen. Dies wirkte sich positiv auf den in Dollar notierten Goldpreis aus.

Die Experten rechnen weiter mit Gewinnmitnahmen am oberen Ende, die eine Aufwärtsbewegung zunächst abbremsen. Ein starker Anstieg wird zudem von abgewendeten Streiks in den südafrikanischen Goldminen verhindert. Die Gewerkschaft der Minenarbeiter sagte einen Arbeitskampf am Sonntag in letzter Minute ab, nachdem die Arbeitgeber höhere Löhne zugesagt haben. Die Kursabschläge werden sich aber in Grenzen halten: Physisches Kaufinteresse dürfte Unterstützung bieten.

Silber profitiert derzeit überproportional von der Entwicklung seiner üblichen Einflussfaktoren Gold und Dollar sowie von Spekulationen. Mit 5,15 $ je Unze notierte das Edelmetall am Donnerstag so hoch wie seit dem Februar 2000 nicht mehr. Analysten erwarten für die kommenden Tage, eine Konsolidierung zwischen 5,00 und 5,15 $.


Konsumenten halten sich zurück

Auch wenn sich der Silberpreis nun in einem Aufwärtstrend bewegt, sieht es fundamental anders aus: Die Konsumenten halten sich auf dem aktuellen hohen Niveau mit Käufen weitgehend zurück. Zudem erwarten Marktbeobachter zunehmende Produzentenverkäufe.

Der positiven Entwicklung von Gold und Silber kann sich auch das Platin nicht entziehen. Erwartungsgemäß strebte das Metall in der vergangenen Woche zielstrebig in Richtung der 700-$-Marke. Mit 697 $ je Unze verfehlte der Preis dieses Niveau am Donnerstag nur knapp. Die meisten Orders kamen von spekulativen Marktteilnehmern und nicht von der Industrie.

Alexander Zumpfe arbeitet im Edelmetall- und Rohstoffhandel bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.

FTD - 28.7.2003
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Robert Rethfeld: http://www.wallstreet-online.de/ws/community/board/threadpag…

Der Gold-Index bewegt sich aktuell exakt an seiner Nackenlinie (siehe Chart). Wird diese durchbrochen, ist der Weg in Richtung 125 Punkte frei.

XAU-Gold-Index Monatschart :





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beruhigend ist übrigens auch, dass die "Commercials"
langsam aber stetig shortpositionen abbauen:

http://futures.tradingcharts.com/cotcharts/GC/2003


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... Since I have taken possession of over 3 tons of physical silver (so far) I decided to research the digital/conventional photography market. This search led me to a company, which recycles silver and has the greatest percentage of recovery of anyone in the world! No small feat of achievement in my opinion, the name of the company is... ;)

... und der ganze Artikel findet sich hier:

http://news.goldseek.com/SilverInvestor/1059417924.php
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3 Bewertungen zum aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex:


Ifo-Index weckt Hoffnung auf Konjunkturaufschwung

Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts ist im Juli zum dritten Mal in Folge gestiegen. Volkswirtschaftler und Analysten sind aber uneins, wie stark die Signale für eine konjunkturelle Trendwende sind.


Der Index kletterte von 88,8 auf 89,2 Punkte. Volkswirte hatten im Schnitt sogar mit einem Anstieg auf 89,7 Punkte gerechnet, da andere Indikatoren wie das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zuletzt deutlich gestiegen waren.

"Nach den bisherigen Erfahrungen deutet ein dreimaliger Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas in Folge auf eine bevorstehende konjunkturelle Belebung hin", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Ökonomen hatten aber bereits im Vorfeld gewarnt, der Ifo-Faustregel zu viel Gewicht zu geben. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Index mit drei Zuwächsen in Folge die Experten in die falsche Richtung geschickt, der erhoffte Aufschwung war ausgeblieben. Sinn zufolge verbesserte sich das Klima in allen erfassten Bereichen mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes. In Ostdeutschland stieg der Index auf 103,1 von 102,1 Punkten im Juni.

Ifo-Chefvolkswirt Jan-Egbert Sturm zufolge seien die Anzeichen für eine sich abzeichnende konjunkturelle Trendwende deutlich, sollten aber nicht überschätzt werden. Die Erwartungen der vom Ifo befragten Unternehmen haben sich zwar verbessert, die Lagebeurteilung in Westdeutschland sich aber verschlechtert, sagte Sturm in einem Reuters-Interview. "Daher muss man etwas vorsichtig sein." Die Wahrscheinlichkeit für eine sich abzeichnende konjunkturelle Erholung sei zwar "sehr hoch". Derzeit müsse man aber vor allem abwarten, wie sich die Lage der Geschäfte entwickele. Dies sei auch von der schwächer als erhofft gebliebenen Exportwirtschaft abhängig.


Bundesregierung wertet Anstieg positiv
Die Bundesregierung hat den erneuten Anstieg des Ifo-Index als positives Signal für die Konjunktur begrüßt. Experten sähen darin ein sicheres Zeichen für eine Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung, sagte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement am Montag in Berlin. "Das ist es, worauf es jetzt ankommt." In Verbindung "auch mit anderen Indikatoren" gebe dies Anlass für Zuversicht, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg. "Das zeigt, dass die Umsetzung der Agenda 2010 und die eingeleiteten Strukturreformen Wirkung zeigen."

"Ich bin allerdings skeptisch, ob das für Deutschland einen Aufschwung im zweiten Halbjahr bedeutet", sagte Jörg Krämer von Invesco Asset Management. Die Unternehmen beurteilten zwar ihre Geschäftserwartungen besser, ihre aktuelle Lage schätzten sie dagegen schlechter ein.

Der an den Finanzmärkten vielbeachtete Index spiegelt die Erwartungen der Unternehmen für die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate wieder. Er wird einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7000 Unternehmen in Deutschland ermittelt. Im Juni war der Ifo-Geschäftsklimaindex bereits von 87,6 auf 88,8 Punkte gestiegen.


Finanzmärkte reagieren unterschiedlich

An den Finanzmärkten spiegelte sich die Enttäuschung über den geringen Anstieg des Index wider: Der deutsche Aktienindex Dax gab zeitweise einen Teil seiner Gewinne ab. "Der Ifo-Index war nicht positiv genug, um dem Dax einen deutlichen Schub nach oben zu geben. Den Ifo-Anstieg hatten die meisten ohnehin schon vorweggenommen", sagte ein Aktienhändler in einer ersten Reaktion. Am Mittag erholte sich der Dax allerdings und lag zwei Prozent im Plus bei 3422 Punkten.

An den Devisenmärkten ist der Ifo-Index am Montag nach anfänglichem Zögern dennoch als Signal für eine bevorstehende Konjunkturbelebung in Deutschland gewertet worden. Der Euro stieg daraufhin wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1,15 $. "Zunächst haben wir den Ifo-Index als schlechte Nachricht gesehen, daraufhin hat der Euro etwas nachgegeben. Nach genauerem Hinschauen ist der dritte Anstieg in Folge aber insgesamt ein positives Signal, das dem Euro wieder Auftrieb gegeben hat", sagte ein Devisenhändler in Frankfurt. Am späten Montagmittag notierte der Euro mit 1,1513 $ nach 1,1509 $ zu Handelsschluss am Freitagabend in New York.

Mit Verzögerung haben die europäischen Renten auf den Konjunkturindex reagiert. Dabei weiteten die Kurse ihre Verluste aus. "Auf den zweiten Blick ist der geringer als erwartete Anstieg des Index trotzdem als Signal für eine Aufhellung der Konjunktur verstanden worden. Das drückt auf den Rentenmarkt", sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Rentenpapiere reagieren meist mit Kursverlusten auf günstigere Konjunkturaussichten, da diese die Anleger zu riskanteren - aber höhere Renditen abwerfenden - Investitionen etwa in Aktien verleiten.

Der richtungweisende September-Bund-Future lag am Mittag 38 Ticks im Minus bei 115,15 Punkten. Die dem Bund-Future zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe verlor 36 Zähler auf 97,47 Prozent und rentierte mit 4,064 Prozent. Der Bobl-Future gab 23 Stellen auf 112,19 Zähler nach, der Schatz-Future fiel um sieben Punkte auf 106,39 Punkte.

FTD - 28.07.2003


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gleiches Thema – andere Sicht:

Ifo-Geschäftsklima Index weist auf konjunkturelle Erholung hin

Jochen Steffens


Es sollte eine Party werden! Der Ifo-Geschäftsklimaindex sollte das dritte Mal in Folge steigen. Dies wird als Anzeichen dafür gesehen, dass sich die Konjunktur in ca. sechs Monaten erholen wird.

"Eigentlich" sollte es eine Party werden – der Dax reckte sich auch bereits im Vorfeld dem letzten Bewegungshoch bei 3430 Punkten entgegen. Doch die Erwartungen der Analysten wurden nicht erfüllt. Sie hatten mit Werten zwischen 89,5 bis sogar 90,8 Zählern gerechnet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex notiert allerdings nur bei 89,2 Zählern. Gerade mal 0,4 Zähler höher als beim letzten Mal. Was war geschehen?

Der Unterschied zwischen Hoffnung und Sein ist das Problem. Die Hoffnungen sind hoch, die Bewertung der aktuellen Lage ist immer noch katastrophal. So sank (!) der Wert, der die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage umfasst, von 79,4 Zähler auf 78,7 Zähler. Das war so nicht erwartet worden und der Geschäftsklimaindex wäre auch wesentlich schlechter ausgefallen, wenn gleichzeitig nicht die Hoffnung von 98,6 zuvor auf über 100, nämlich 100,2 Zähler angestiegen wäre. Damit wurde wieder das Niveau vom August letzten Jahres erreicht. Auch damals gab es einen ähnlichen Unterschied zwischen Hoffen und Sein.

Ich könnte nun böse sagen: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder aber etwas zynisch daran erinnern, dass die Hoffnung immer dann am höchsten ist, wenn es dem Menschen am dreckigsten geht. Aber das tue ich nicht. Denn diesen Ifo-Geschäftsklimaindex sollte man ernst nehmen. Auch wenn der Ifo -Index bereits in den Monaten März bis April dreimal hintereinander angestiegen war und damit ein Fehlsignal generiert hatte.

Diesmal ist es ein wenig anders. Denn natürlich erhöht eine vorgezogene Steuerreform, die wenigen Feiertage und andere Faktoren (auch die aktuelle Rallye tut ihr Übriges) tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, dass es im nächsten Jahr konjunkturell etwas besser aussehen könnte, als in diesem Jahr. Doch darum geht es gar nicht.

Es geht um die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung. Es geht darum, ob diese Erholung die Kraft hat, zu einem Selbstläufer zu werden. Ob sie die Kraft hat, die strukturellen Probleme, wie Rentenkollaps, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Gesundheitssystem etc. etc. wieder in den Griff zu kriegen.

Es geht nämlich auch darum, ob es zu einer konjunkturellen Erholung kommt, die der aktuellen Rallye den fundamentalen Boden verschafft. Mir wäre es wesentlich lieber, wenn ein langsamer Anstieg, mit einigen Rückschlägen und wenig Euphorie die Börsen getrieben hätten. Denn das sind zumeist die Bewegung aus denen nachhaltige Verbesserungen entstehen. Diese aktuelle Euphorie an den Börsen ist und bleibt gefährlich.

Ich will noch einmal daran erinnern, dass die Geschichte gelehrt hat: Nach großen Haussen folgen meistens 15–20 Jahre Baisse, in denen zwischen 5–7 große Bearmarktrallys mit Kursgewinnen von zum Teil über 50 % die Anleger sehr verwirrten.
Zusammengefasst: Die Konjunktur sowohl in Amerika als auch in Europa zeigt erste leichte Erholungstendenzen. Die nun entscheidenden Frage: Wird diese konjunkturelle Erholung stark genug sein, die von den Börsen vorweggenommene Erwartung zu erfüllen. Die meisten Faktoren sprechen dagegen. Bei 2100 Punkten war der Dax unterbewertet, bei 3500/4000 Punkten wäre er überbewertet.

Dazwischen liegt die Wahrheit: Folge: Seitwärts ... Zur weiteren kurzfristigen Entwicklung siehe nächsten Beitrag.

Investor-Verlag - 28.07.2003



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und das Handelsblatt meint :


Börsianer warten jetzt auf harte Fakten

Nach den insgesamt ermutigenden Signalen für die deutsche Wirtschaft durch den jüngsten Ifo- Geschäftsklimaindex warten Börsianer nun auf eine Bestätigung durch weitere Konjunkturindikatoren


Reuters FRANKFURT. „Der Index-Anstieg hat mich wenig überrascht. Sentimentindikatoren laufen oft vorneweg. Wir warten jetzt auf die Bestätigung durch harte Fakten wie Auftragseingang und Industrieproduktion“, sagte Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Fondsgesellschaft dit, am Montag. Zuvor war der Ifo-Geschäftsklima-Index, der der Stimmung in der deutschen Wirtschaft nachspürt, zum dritten Mal in Folge gestiegen.

Der Ifo-Index für Westdeutschland für Juli war auf 89,2 Punkte von 88,8 Stellen im Vormonat gestiegen. Analysten hatten allerdings einen noch stärkeren Anstieg auf 89,7 Punkte erwartet. Ein dreimaliger Anstieg wird allgemein als Zeichen für eine wirtschaftliche Trendwende angesehen.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte in Reaktion auf die Daten Teile seiner Kursgewinne ein, notierte aber immer noch 1,7 % im Plus bei 3415 Punkten. Seit Mitte März hat der Dax begünstigt durch die Hoffnung auf eine Wirtschaftserholung fast 56 % an Wert zugelegt. Der Euro zog gegen den Dollar leicht an und notierte mit 1,1514 Dollar etwas höher als zum Freitagsschluss in New York bei 1,1509 Dollar. Vor Bekanntgabe des Ifo-Index hatte die Gemeinschaftswährung rund 1,1480 Dollar gekostet.

„Das ist eine Trendwende beim Ifo-Index und eine Bestätigung für den Markt, dass die konjunkturellen Hoffnungen nicht falsch waren. Das wird den Markt weiter stützen, auch wenn die Analysten noch mehr erwartet hatten“, sagte ein Aktienhändler. „Das war für den Dax nur ein kurzer Dämpfer, wenn morgen der US-Verbrauchervertrauensindex für Juli positiv ausfällt, könnten die Kurse weiter steigen“, sagte ein weiterer Händler. Allerdings sei auch dies nur ein Stimmungsbild. Irgendwann müssten die tatsächlich gemessenen Daten nachziehen, sagte er. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Index mit drei Zuwächsen in Folge die Experten in die falsche Richtung geschickt, der erhoffte Aufschwung war ausgeblieben.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die heimische Wirtschaft hat für die Kapitalmärkte eine große Bedeutung, da der private Konsum derzeit die wichtigste Stütze der weltgrößten Volkswirtschaft ist. Allgemein gilt: Je höher das Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung desto größer die Konsumneigung.

Handelsblatt - 28.07.2003
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Nobelpreisträger Akerlof über Bush:

"Unsere Regierung wirft das Geld einfach weg"


Arme werden benachteiligt, Sozialprogrammen droht der Kollaps: Der US-Ökonom George Akerlof erklärt die Steuer- und Schuldenpolitik der Regierung Bush für verhängnisvoll. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der Nobelpreisträger über das Risiko eines Staatsbankrotts - und sieht "die Zeit für zivilen Ungehorsam gekommen."



SPIEGEL ONLINE: Professor Akerlof, offiziellen Prognosen zufolge fährt die US-Bundesregierung in diesem Fiskaljahr ein Defizit von 455 Milliarden Dollar ein. Das wäre zahlenmäßig das größte der amerikanischen Geschichte - aber George W. Bushs Budgetdirektor nennt das Fehl "kontrollierbar". Sehen Sie das auch so?


George A. Akerlof: Langfristig gesehen ist ein Defizit dieses Umfangs nicht zu kontrollieren. Wir bewegen uns in eine Phase hinein, in der ab etwa 2010 die Generation der "Baby Boomer" in Rente geht. Das wird die Sozialprogramme Social Security, Medicare und Medicaid erheblich belasten. In solch einer Phase sollten wir sparen.


SPIEGEL ONLINE: Also wäre Bush gut beraten, wieder einen Etatüberschuss anzustreben?


Akerlof: Das wäre im Augenblick wohl unmöglich. Es gibt ja einerseits die Ausgaben für den Irak-Krieg - den ich für unverantwortlich halte. Andererseits gibt es eine Konjunkturkrise und den Wunsch, die Wirtschaft fiskalpolitisch anzuregen. Das ist durchaus legitim. Deshalb brauchen wir auf kurze Sicht ein Defizit - aber sicher nicht jenes, das wir jetzt haben.


SPIEGEL ONLINE: Weil es zum großen Teil nicht durch Investitionen entsteht, sondern durch Steuersenkungen?


Akerlof: Eine kurzfristige Steuerermäßigung für die Armen wäre sogar sinnvoll. Es wäre so gut wie sicher, dass sie das Geld ausgeben. Das aktuelle und das drohende Defizit wirken aber weniger stimulierend als möglich wäre - unsere Regierung wirft das Geld einfach weg.

Wir bräuchten erstens ein Defizit, das klar auf den derzeitigen Abschwung abzielt. Unseres erstreckt sich weit in die Zukunft, da viele Steuersenkungen verzögert in Kraft treten und wahrscheinlich fortbestehen. Uns drohen rote Zahlen so weit das Auge reicht. Diese Dauerhaftigkeit des Defizits macht seine kurzfristig stimulierende Wirkung zunichte.


SPIEGEL ONLINE: Und zweitens stören Sie sich daran, dass die Steuervorteile vor allem den Reicheren zu Gute kommen?


Akerlof: Die Reichen brauchen das Geld nicht und werden es wohl bloß in geringerem Umfang ausgeben. Vermutlich sparen sie einfach mehr. Außerdem ist es besser situierten Familien in den USA in den vergangenen zwanzig Jahren sehr gut ergangen, während die ärmeren zurückgefallen sind. Die Umverteilungseffekte dieser Steuerpolitik gehen also in die absolut falsche Richtung. Am schlimmsten ist die Senkung der Dividendenbesteuerung - sie nutzt vorwiegend den Wohlhabenden, das ist nicht zu rechtfertigen.


SPIEGEL ONLINE: Präsident Bush sagt, die Reform der Dividendensteuer stütze den Aktienmarkt - und das treibe die Wirtschaft insgesamt an.


Akerlof: Das ist vollkommen unrealistisch. Wachstumsmodelle legen nahe, dass der Effekt unbedeutend sein wird. Sogar das Budgetbüro des Kongresses (CBO), eine der Regierung nahe stehende Stelle, ist zu einem ähnlichen Schluss gekommen.


SPIEGEL ONLINE: Anfang des Jahres hat Bush bei einer US-Tournee für ein Steuersenkungspaket geworben, das noch umfangreicher war als jenes, das der Kongress dann abgesegnete. Damals versprach er, dass 1,4 Millionen neue Jobs entstehen würden. War das realistisch?


Akerlof: Die Steuersenkung wird sich in gewissem Maß positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Das steht aber in keinem Verhältnis zu den langfristig enormen Kosten. Hinzu kommt, dass die Republikaner in ihren Budgetprognosen eine große Zahl wichtiger Faktoren nicht berücksichtigen. Noch im März hat das CBO geschätzt, dass sich der Überschuss im kommenden Jahrzehnt auf eine Billion Dollar summieren würde. Diese Prognose ging - neben anderen fragwürdigen Annahmen - davon aus, dass die Ausgaben real konstant bleiben. Das ist noch nie eingetreten. Angesichts der Steuersenkungen muss man realistischerweise bis 2013 ein Defizit von insgesamt über sechs Billionen Dollar erwarten.


SPIEGEL ONLINE: Vielleicht ist Ihre Regierung einfach schlecht im Rechnen?


Akerlof: Es gibt einen systematischen Grund: Sie sagt dem amerikanischen Volk nicht die Wahrheit. Vergangene Regierungen haben, seit dem ersten Finanzminister Alexander Hamilton, eine überwiegend verantwortliche Budgetpolitik betrieben. Was wir jetzt haben ist eine Form der Plünderung.


SPIEGEL ONLINE: Wenn das so ist - warum ist Ihr Präsident dann noch populär?


Akerlof: Aus irgendeinem Grund erkennt die amerikanische Öffentlichkeit die furchtbaren Folgen der Budgetpolitik noch nicht. Meine Hoffnung ist aber, dass die Wähler bei der Wahl 2004 darauf reagieren und dass wir einen Politikwechsel sehen.


SPIEGEL ONLINE: Was passiert, wenn der ausbleibt?


Akerlof: Kommende Generationen und schon die Bürger in zehn Jahren werden mit massiven öffentlichen Defiziten und riesiger Staatsverschuldung konfrontiert sein. Dann haben wir die Wahl: Unsere Regierung kann dastehen wie die eines sehr armen Staates, mit Problemen wie der Gefahr eines Staatsbankrotts. Oder wir müssen Programme wie Medicare und Social Security gravierend beschneiden.

Das Geld, das jetzt den Wohlhabenden zukommt, würde also durch Einschnitte bei Programmen für die Älteren zurückgezahlt. Die sind aber darauf angewiesen. Nur unter den reichsten 40 Prozent der Bevölkerung gibt es überhaupt nennenswerte eigene Einkünfte im Alter.


SPIEGEL ONLINE: Ist es möglich, dass die Regierung vor neuen Kriegen zurückschreckt, weil das Bundesdefizit so groß ist?


Akerlof: Die Regierung müsste den Schuldenstand bedenken, und die Militärausgaben sind bereits hoch. Aber das würde sie im Zweifelsfall nicht sonderlich abschrecken. Sie fangen den Krieg an und ums Geld bitten sie hinterher.

Eine andere Folge der Verschuldung ist wahrscheinlicher: Wenn es eine neue Rezession gibt, werden wir keine stimulierende Fiskalpolitik mehr betreiben können, um Vollbeschäftigung zu erhalten. Bisher bestand ein großes Maß an Vertrauen in den amerikanischen Staat. Die Märkte wussten, dass er seine Schulden zurückzahlt. Diese Ressource hat die Regierung vergeudet.


SPIEGEL ONLINE: Werden die Zinsen wegen der Verschuldung anziehen und die Wirtschaft abwürgen?


Akerlof: Auf die kurzfristigen Zinsen wird das Defizit keine bedeutenden Auswirkungen haben. Sie sind ziemlich niedrig, und unsere Notenbank wird sie unten halten. Mittelfristig könnten die Zinsen ein ernstes Problem werden. Wenn sie steigen, schmerzt die massive Verschuldung noch stärker.


SPIEGEL ONLINE: Hat die Familie Bush eine besondere Neigung zum Schuldenmachen? Das zweitgrößte Defizit aller Zeiten, 290 Milliarden Dollar, hat 1991 George Bush senior verbucht.


Akerlof: Mag sein, aber Bushs Vater hat Mut bewiesen, indem er die Steuern tatsächlich erhöht hat. Das war der erste Schritt, um das Defizit unter Clinton unter Kontrolle zu bringen. Außerdem war es ein wichtiger Grund dafür, dass Bush senior die Wahl verloren hat.


SPIEGEL ONLINE: Man hat den Eindruck, dass die jetzige Regierung Sie in ungeahntem Maß politisiert hat. Allein in diesem Jahr haben Sie, zusammen mit anderen Nobelpreisträgern, zwei öffentliche Protestnoten unterzeichnet - eine gegen die Steuersenkungen, die andere gegen einen unilateralen Präventivkrieg im Irak.


Akerlof: Ich denke, dass diese Regierung die schlimmste in der mehr als 200-jährigen Geschichte der USA ist. Sie hat nicht nur in der Außen- und Wirtschafts-, sondern auch in der Sozial- und Umweltpolitik außerordentlich unverantwortlich gehandelt. Das ist keine normale Politik mehr. Für die Bevölkerung ist die Zeit gekommen, zivilen Ungehorsam zu leisten.


SPIEGEL ONLINE: Wie soll der aussehen?


Akerlof: Ich weiß es noch nicht. Aber ich finde, wir sollten jetzt protestieren - so viel wie möglich.


SPIEGEL ONLINE: Würden Sie in Erwägung ziehen, wie ihr Kollege Joseph Stiglitz unter einer künftigen Demokratischen Regierung in die Politik zu gehen?


Akerlof: Meine Frau hat ja in der vergangenen Regierung mitgearbeitet und das sehr gut gemacht. Sie ist für öffentliche Aufgaben wohl besser geeignet. Aber ich würde jedes Amt ausfüllen, das mir angetragen wird.


SPIEGEL ONLINE: Sie haben gerade den Begriff "ziviler Ungehorsam" benutzt. Der wird in den USA oft mit dem Schriftsteller Henry David Thoreau verbunden, der propagierte, aus Protest keine Steuern zu zahlen. So weit würden Sie nicht gehen, oder?


Akerlof: Nein. Egal was passiert, unsere Steuern sollten wir zahlen. Sonst wird alles nur schlimmer.


Das Interview führte Matthias Streitz




GEORGE AKERLOF:

Schöpfer der Zitronen-Theorie

George A. Akerlof, 1940 geboren, wurde 1991 zusammen mit Joseph Stiglitz und Michael Spence mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geehrt.

Akerlof studierte in Yale, promovierte am MIT und war unter anderem Professor in Indien und der London School of Economics. Den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte er an der University of California in Berkeley, wo er heute noch lehrt. Er ist mit der Ökonomin Janet Yellen verheiratet, die während der Präsidentschaft Bill Clintons eine Zeit lang dem Stab der Wirtschaftsberater vorsaß.

Akerlof gilt als Kritiker der neoliberalen Theorie effizienter Märkte. In seinem berühmtesten Aufsatz "The Market for Lemons" legte er 1970 am Beispiel des Marktes für Gebrauchtwagen dar, dass es in letzter Instanz zu Marktversagen kommen kann, wenn Käufer und Verkäufer ungleichen Zugang zu Information haben.

Der Kaufinteressent kann nicht zwischen minderwertigen Angeboten ("lemons") und höherwertigen unterscheiden und ist demnach nicht bereit, angemessene Preise für bessere Wagen ("peaches") zu zahlen. Deren Besitzer zögern daher, sie überhaupt anzubieten.
Akerlof veröffentlichte über 60 Fachaufsätze und war Mitherausgeber mehrerer Zeitschriften, unter anderem des "Quarterly Journal of Economics".




Kriegsfolgen :

Bush fährt gigantisches Defizit ein

George W. Bush wird in diesem Jahr so viel Schulden machen wie kein US-Präsident vor ihm. Das Haushaltsdefizit dürfte nach offiziellen Prognosen bei 455 Milliarden Dollar liegen - erstaunliche 165 Milliarden über dem bisherigen Rekord, den Bushs Vater aufstellte.



Washington - Nach offiziellen Schätzungen des Weißen Hauses, die am Dienstag veröffentlicht wurden, wird die Finanzlage im kommenden Jahr sogar noch schlechter. Im Fiskaljahr 2004, das im Oktober beginnt, dürfte das Defizit bei 475 Milliarden Dollar liegen. Auch im Jahr 2008 rechnet die Bush-Regierung noch mit einem Fehlbetrag von 226 Milliarden.

Damit hat die Regierung einen neuen Schuldenrekord aufgestellt und ihre bisherigen Prognosen verfehlt. Der Fehlbetrag liegt rund 50 Prozent über den Schätzungen, die die Bush-Regierung erst vor fünf Monaten heraus gegeben hatte. Selbst vor einer Woche rechneten Volkswirte noch damit, dass das Etatloch rund 50 Milliarden Dollar kleiner sein werde als nun angenommen wird. Das Defizit wird nun 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen - ein Niveau, das in der Europa die Regeln des EU-Stabilitätspaktes verletzten würde.

In den jetzigen Schätzungen sind erstmals die Anfangskosten des Irak-Krieges enthalten. Die Kriege in Afghanistan und Irak kosteten mit etwa 4,8 Milliarden Dollar im Monat deutlich mehr als erwartet. Der Kongress hatte bei Kriegsausbruch einen außerordentlichen Posten im Umfang von 79,2 Milliarden Dollar gebilligt, davon 42 Milliarden Dollar für dieses Haushaltsjahr.


"Was kostet es, wenn ein Land angegriffen wird?"

Das bislang höchste US-Defizit von 290 Milliarden Dollar wurde 1992 in der Regierungszeit von George H. W. Bush vorgelegt, dem Vater des jetzigen Präsidenten. Die oppositionellen Demokraten kritisierten denn auch, das Defizit nehme katastrophale Ausmaße an. Sie machten dafür auch die Steuerkürzungen der Bush-Regierung verantwortlich. Selbst ein republikanischer Senatsmitarbeiter zeigte sich gegenüber der "Washington Post" schockiert über die Prognosen.

Die Regierungsseite bemüht sich, die Daten zu relativieren. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt handle es sich nicht um eine Rekordsumme. In der Ära Reagan etwa war das Defizit in absoluten Zahlen kleiner, es betrug aber sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Offiziell heißt es, die Schwäche der Konjunktur sei mit Schuld an den Budgetproblemen. Im vergangenen Monat habe die Regierung wegen der Wachstumssschwäche weniger Steuern eingenommen als 1999.

Zudem wiesen Sprecher darauf hin, dass die Ausgaben für die Verteidigung des Landes nach den Anschlägen am 11. September 2001 so unvermeidbar wie wichtig seien. Präsidialamtssprecher Ari Fleischer deutete an, dass es aus seiner Sicht für die USA langfristig weit teuerer sein könnte, nicht in Verteidigung und militärische Aktionen zu investieren. Fleischer fragte rhetorisch: "Was hat uns der 11. September gekostet? Was kostet es, wenn ein Land angegriffen wird? Was wäre der Preis, den das amerikanische Volk zahlen müsste, wenn so etwas jemals wieder geschähe?"

Bush hatte erst in diesem Frühjahr die zweite Steuersenkung seiner Amtszeit im Umfang von 350 Milliarden Dollar durchgesetzt. Kritiker sehen darin eine Wurzel des Problems, die Republikaner verteidigen die Steuersenkung dagegen. Sie stimuliere die Wirtschaft, indem sie Geld für Investitionen freisetze, was Arbeitsplätze schaffe und später die Steuereinnahmen erhöhe. Die Republikaner machen vielmehr die von den Demokraten im Kongress durchgesetzten Ausgabenprogramme für das Defizit verantwortlich.

Außerhalb der Hauptstadt Washington war die Explosion des Haushaltsdefizites bislang kein großes Thema. Experten gehen davon aus, dass sich dies vor der Präsidentschaftswahl 2004 ändern dürfte. Zwischen 1998 und 2001 hatten die USA noch Haushaltsüberschüsse verzeichnet.


DER SPIEGEL – 29.07.2003
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Robert Rethfeld:


In den vergangenen sechs Wochen sind die Zinsen der 10-jährige US-Staatspapiere von 3,11% auf 4,28% gestiegen. Das sind 117 Basispunkte. Eine solch starke Zinssteigerung wurde zuletzt im Jahr 1987 verzeichnet (siehe Charts).




Der Bond-Markt ist sehr viel größer als der Aktienmarkt. Pensionsfonds und Investmentfonds haben hier seit Juni viel Geld verloren. Kommt es hier zu panikartigen Bewegungen, kann das den Aktienmarkt nicht unberührt lassen. Den Aktien-Crash von 1987 hat man im Nachhinein u.a. auf die starken Zinssteigerungen zurückgeführt. Momentan versuchen diejenigen, die vorhatten zu bauen oder ein Haus zu kaufen, noch schnell zu einem Kreditvertrag zu kommen. Aus diesem Grund wird die Immobilienbubble nicht sofort platzen, sondern erst, wenn dieser letzte Schub von Panikhauskäufen und Refinanzierungen vorüber ist.

Die Immobilienbullen behaupten, dass sich die Zinsen gerade mal wieder auf dem Nivau vom Herbst 2002 befinden (siehe obiges Chart) und deshalb kein Grund zur Panik besteht. Dem muss man entgegnen, dass die Dynamik des Trends entscheidend ist und nicht das absolute Niveau. Wenn die Menschen Angst haben, dass die Zinsen weiter steigen, reagieren sie anders als wenn sie glauben zu wissen, dass die Zinsen unverändert bleiben oder fallen.

(Die Probleme der Pensions-Fonds beleuchtet der „Economist“: http://www.economist.co.uk/agenda/displayStory.cfm?story_id=…)


WO - 29.07.2003


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Chris Temple:

Is a 1987-Style scenario taking shape?



It was the Summer of 1987. The value of the U.S. dollar against most foreign currencies was falling. Fears of the longer-term impact of escalating budget and current account imbalances were taking their toll. In response to these and related factors, gold had been rising for months. Also in response, Treasury bond yields were rising steadily; the 30-year bond, then the government`s "bellwether", moved up from a level around 7% in the Spring to approach the 10% area.


In spite of all of this and growing discussion about whether the economic fundamentals justified such levels, the stock market incredibly continued to advance. In fact, through August of 1987 the Dow Jones Industrial Averages performance was simply breathtaking. Shrugging off the growing troubles on the inflation and interest rate fronts and all the rest, the upward momentum fed on itself. Trading at under 2,000 early on in the year, the Dow peaked in August at over 2,700.


We all know what happened next. In just under two months, the Dow shed 1,000 points; most of it came in less than a week, and half of it on Black Monday, October 19. Traders were shell-shocked; after all, nothing of this sort was supposed to ever be able to happen again. Further, we were about to go into an election year; a period when, historically, markets are strong in anticipation of all the goodies to be lavished on the economy and populace by those running for election or reelection.
Yet the stock market crashed in spectacular fashion.


As the dust was settling, President Reagan appointed a commission, headed up by former Treasury Secretary Nicholas Brady, to examine the reasons why the stock market derailed. In the end, the Brady Commission identified Japan-yes, Japan-as the chief culprit. Simply put, both public sector and private investors from that nation had for several months been demanding higher interest rates on the huge quantities of U.S. government debt they were buying. This was due to their concern over U.S. monetary and fiscal policy, both of which were making U.S. obligations relatively less attractive (and more risky) than other sovereign debt. Thus, the Japanese insisted, they wanted much higher returns if they were going to put huge quantities of their own assets into U.S. dollar-denominated securities. Eventually, those higher interest rates overwhelmed the momentum and blind faith that investors had been pricing into equities.


We`re about to enter August, 2003. Again, the foreign exchange value of the U.S. dollar has been declining. Again, the government`s budget and current account deficits are growing rapidly. Again, gold has been in an up trend due to all of this, as well as to its own strong fundamentals as a commodity. And now, long-term bond yields are spiking, as foreign investors are beginning to undermine the market for U.S. debt further.


But-as in 1987-the stock market remains oblivious to all this. Ask the stock market`s bullish advocates, and they`ll tell you that yields are rising due to investors, optimism over the economy; after all, yields always rise when Wall Street smells economic growth and, thus, rolls money out of Treasuries and into the stock market. And, to be fair, a bit of that is indeed going on.
However, the reasons for the bond market`s sell-off of the last few weeks go way beyond such a simple, intellectually lazy explanation. Investors are ignoring to their eventual peril the fact that increasing quantities of foreign-owned U.S. dollar-denominated obligations are being disgorged-a trend which, if it goes much further, can yet lead to far higher long-term rates, even after the back-up in yields we,ve witnessed since the lows of mere weeks ago.


In 1987, it was primarily the Japanese investors, refusal to put new money (except at much higher interest rates) into financing America`s growing deficits that caused the eventual meltdown on Wall Street. Now, what we see happening is the selling of GSE (Government-Sponsored Enterprise) paper. Specifically, it`s been acknowledged in recent days that European banks-perhaps including the European Central Bank itself-have been selling some of their holdings of Fannie Mae and Freddie Mac paper. Both deteriorating U.S. monetary and fiscal fundamentals and the increasing accounting questions over those mortgage agencies specifically have apparently led to Europeans deciding that they want to reduce their holdings of assets deemed increasingly risky.


This adds to the woes-and upward pressure on yields-in the Treasury market. GSEs are among the biggest purchasers of Treasury securities. They also use Treasuries to hedge their mortgage positions; and now, knowledgeable people in the bond pits are warning that the recent back-up in yields and decline in prices of Treasuries could take on lives of their own. This morning, the yield on the current bellwether 10-year Treasury note is moving even higher, taking out the key technical level of 4.25%. With the momentum accelerating, a further sharp rise in yields becomes increasingly likely; and the chances for a rally in bonds that would bring yields back down more becomes remote.


One reason for the increasing danger even after the rise in yields of the last few weeks is that many holders of all manner of U.S. government paper are so leveraged. As bond prices decline and yields rise, many holders are virtually compelled to sell, adding to the momentum of the market and causing selling to feed on itself. Don`t forget too that-as I wrote in last Monday`s commentary-none other than Federal Reserve Chairman Alan Greenspan himself has virtually given the green light to those wishing to sell Treasuries. He may soon regret doing so, if he doesn`t already.


While Treasury investors have had reason to reassess their previous blind faith in The Maestro, however, stock traders have yet to face such an Epiphany. If anything, cheered on by the shills in the financial media, stock investors are as cocky as they`ve been in quite a while in their belief that equities will continue to rise. Yet I have to believe that, just as reality finally decided to set in-and pretty much all at once-back in 1987, America`s fiscal and monetary mess, a declining dollar and an inexorable rise in long-term yields will pull the rug out from under the stock market once more.


The only question is when.


www.nationalinvestor.com - 28.07.2003

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#590

1987 war die Yield zwischen 7% und 10%
da war Zinssenkungspotential da um nach einem
Crash im 0kt87 die Zinsen zu senken.

Juli 2003 ist die fed-funds-rate schon mehr als 6 Mal
gesenkt worden und liegt bei 1,00%
die 10-Year-T-Bond-Yield ist bei ca. 4,2%

bei 10% kann der Bremsfallschirm-Zinssenkung etwas
bewirken
bei 4,2% wirkt der Bremsfallschirm-Zinssenkung
nicht so stark wei man viel näher an der 0%-Marke ist.
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zum Thema "Rebalancing" der Pensionsfonds

heute: Großbritannien




Retirement blues








As fears grow that America’s pensions rescue fund may itself need rescuing, Britain’s main business organisation predicts that pension-fund deficits will damage economic growth for several years



THE world’s main stockmarkets are now about 25% above the low-point that they hit in March, shortly before the start of the war in Iraq. Unfortunately, this rise is nowhere near enough to wipe out the big deficits that many company pension funds built up during the preceding three-year slump in share prices. In recent days, American officials have given warnings that the Pension Benefit Guaranty Corporation (PBGC), the agency that rescues collapsed pension schemes, may itself need to be rescued by the government. And on Monday July 28th, the Confederation of British Industry (CBI) said that the “black hole” in British company pension funds—which it conservatively estimates at £160 billion ($259 billion) —will force firms to slash their investment, thereby stunting economic growth for several years.

In the stockmarket boom of the 1990s, since most pension funds were heavily invested in shares, they built up what were widely assumed to be comfortable surpluses. This even encouraged some companies to boost their short-term profits by taking “pensions holidays”—ie, suspending their contributions to the swollen funds of their staff pension schemes. But the extended slump in share prices has left many companies’ pension funds with huge shortfalls, which in some cases threaten the firm’s survival. Earlier this month, General Motors launched the biggest bond ever issued by an American company, to raise $17.6 billion, most of which will be put towards closing the estimated $25 billion deficit in its staff pension scheme.

The pensions of about 44m American workers are protected by the PBGC, which collects contributions from their employers’ retirement schemes in return for a guarantee to come to the rescue if the pension fund becomes insolvent and the employer cannot make up the shortfall.

In the 1990s this was rarely a problem: when firms went bust, their retirement schemes were usually in surplus so they could continue paying benefits to pensioners and their dependants. The PBGC itself thus enjoyed a growing surplus, which reached almost $10 billion in 2000. But this has been more than wiped out in recent years, as a steady stream of firms has gone bankrupt—some of them big ones, such as Bethlehem Steel and US Airways—leaving behind seriously underfunded retirement schemes.

As a result, the PBGC now has a record deficit of about $5.4 billion.

Earlier this month Steven Kandarian, the PBGC’s boss, raised the possibility that his organisation might need a “general revenue transfer”—in plain English, a bail-out by taxpayers—unless either the stockmarket recovered or the PBGC charged the struggling pension funds higher premiums. Last Wednesday, the General Accounting Office, the investigative arm of America’s Congress, declared the PBGC’s guarantee scheme for company pensions at “high risk”, calling for urgent action. The labour secretary, Elaine Chao, said the Bush administration was proposing changes to make pension funds measure their liabilities more accurately and to stop them increasing pensions when they have insufficient reserves.

Such measures, though, are unlikely to make much short-term difference to the PBGC’s precarious condition. Companies with big pension deficits are continuing to go bust: in the latest such case, on July 24th the PBGC took over the pension scheme of Thunderbird Mining, of Minnesota, following the bankruptcy of its parent, Evtac. The scheme’s liabilities are about double its assets, and the PBGC expects the rescue to cost it about $37m. Ironically, the fears about the PBGC’s future come as Britain is considering setting up a similar body to rescue troubled pension schemes.

The situation is most serious in Britain and America because, among the rich countries, these are the two where company pension schemes are most popular.

Standard & Poor’s, a credit-rating agency, reckons that companies in its S&P 500 share index have combined pensions deficits of about $226 billion.


The CBI says its estimate of total shortfalls of £160 billion for British firms does not include those of financial firms; nor does it include the cost of a proposed law which would force financially healthy firms to make good any deficits in their pension schemes before being allowed to close them, as some are seeking to do.

Including these and other factors, some estimates of the black hole in Britain’s company pensions go as high as £300 billion. A tough new accounting rule, FRS17, which will be fully enforced from 2005, will force British firms to account for their pension funds’ assets at market value (as opposed to “smoothing out” the effects of stockmarket volatility) and any deficits in the retirement scheme will have to be set against the firm’s profits.

By 2005, the CBI reckons, British firms will have been forced to more than double their pension contributions, compared with those they made in 2000, to £43 billion. This will leave them with much less money to invest. Since business investment is currently one of the main drivers of Britain’s economic growth, it could mean the country is in for several years of low growth. And since pension contributions are tax-deductible, the government will suffer a direct loss of up to £2 billion a year in tax revenues.

While some firms are seeking to wind up their pension schemes and get out of the business of helping employees to save for their retirements, many more are taking the less drastic step of ceasing to offer “defined-benefit” or “final salary” pensions—ie, ones which pay a guaranteed proportion of a worker’s salary on retirement. These firms’ new recruits are being offered “defined-contribution” pensions, in which the value of their future pensions will not be guaranteed, but will depend on how well or otherwise their pension fund’s investments perform—thereby transferring the risks from the employer to the employee. However, these companies still have many existing employees who have been promised final-salary pensions, and thus will continue having to bear the investment risks associated with these.

America’s Congress and Treasury are looking at various proposals to ease the pensions crisis, such as raising the limits for tax deductions on pension contributions. This would encourage firms to build bigger pension surpluses while investment returns are good, so they have a bigger cushion when the markets turn bad.

Some pundits (who were out of fashion when stockmarkets were booming but are now being listened to) argue that shares are too risky for pension funds, and that they should put their money into something safer, such as inflation-linked bonds. But bond prices are widely seen as overvalued, so now may not be the best time to start buying them.

Perhaps all that pension-fund chiefs can do, then, is to hope that the past three years have been an aberration and that shares now return to being the excellent investment they were in the 1980s and 1990s.

Economist Global Agenda - 28.07.2003


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(der nachstehende Artikel wurde hier schon einmal gepostet)


US-Pensionsfonds - Die 300-Milliarden-Dollar-Bombe

Von Carsten Volkery, New York

Das jüngste Problem großer US-Unternehmen ist so teuer, dass die meisten es bisher lieber ignorieren. Auf Grund des Börsencrashs müssen sie Milliarden in ihre dezimierten Pensionsfonds abführen. Experten warnen vor einer Zeitbombe, die die Gewinne auf absehbare Zeit drücken wird.



New York - Beim Erforschen der geheimnisvollen Welt der US-Bilanzen entdecken Analysten immer weitere tickende Bomben. Die neueste macht derzeit unter dem Namen "Pensionsfonds" in den US-Medien die Runde. Schon das Wort klingt langweilig - kein Wunder, dass es in der New Economy der neunziger Jahre ignoriert wurde.

Doch glaubt man einer ganzen Lawine neuer Studien, dann sind Pensionsfonds die Stimmungstöter der nächsten Quartale, wenn nicht Jahre. Alle großen Banken haben plötzlich das Thema entdeckt. "2003 wird das Jahr der Pensions-Fonds-Bilanzierung", prognostiziert Kenneth Shea, Chef der Aktienanalyse bei Standard and Poor`s.

Das Fonds-Problem könnte die Gewinne von Großunternehmen wie General Motors, IBM und American Airlines deutlich drücken oder sogar ganz ausradieren.
Das eklatanteste Beispiel ist General Motors. Der Autobauer hat 460.000 hungrige Rentnermäuler zu stopfen - das sind 2,5 Ruheständler pro Mitarbeiter.

Die Rentenzahlungen steuert General Motors wie die meisten anderen Unternehmen durch einen ausgelagerten Pensionsfonds. Die Verpflichtungen des Fonds, inklusive zukünftiger Ansprüche, belaufen sich auf rund 80 Milliarden Dollar. Eine gewaltige Summe, die der Fonds im Moment nicht hat: Auf Grund des Bärenmarktes ist er um 22 Milliarden Dollar unterfinanziert.

Das Milliardenloch zwingt GM dazu, kostbare Einnahmen aus der Unternehmenskasse in den Pensionsfonds zu lenken. Pro verkauftem Auto werden dieses Jahr bereits 900 Dollar in den Fonds fließen. In den nächsten fünf Jahren könnten die unerwarteten Zahlungen laut UBS Warburg sogar den Cash-Flow übersteigen - ein Horrorszenario für GM-Aktionäre.


Noch schlimmer: General Motors ist nicht allein mit diesem Dilemma. 360 der im S&P 500 gelisteten Unternehmen haben Pensionsfonds - und bis auf zwei haben alle im vergangenen Jahr einen Wertverlust ihrer Anlagen erlitten. Insgesamt werde die Deckungslücke zum Jahresende 243 Milliarden Dollar betragen, haben Analysten von Credit Suisse First Boston errechnet. Merrill Lynch geht sogar von 323 Milliarden Dollar aus. Es ist die erste kollektive Deckungslücke seit 1993 - und das vorerst letzte Resultat des Börsencrashs.

In den Jahren des Börsenbooms konnten die Unternehmen es sich leisten, ihre Pensionsfonds zu ignorieren. Dank des günstigen Anlageklimas erzielten die Fondsmanager leicht zweistellige Renditen, die nicht nur für die Rentenzahlungen reichten, sondern obendrein noch zum Gewinn der Unternehmen beitrugen. Bei General Electric etwa machten die Anlagegewinne im vergangenen Jahr 15 Prozent des Gesamtgewinns aus.

Doch mit dem anhaltenden Bärenmarkt wird diese Dynamik in ihr Gegenteil verkehrt: Die Überschüsse verschwinden, die Fonds werden wieder zu dem, was sie jahrelang waren: ein Zuschussgeschäft. Kaum eine Firma bleibt verschont. Reifenhersteller Goodyear hat ein Zwei-Milliarden-Dollar-Loch zu stopfen, Delta Airlines ein Vier-Milliarden-Loch, Ford ein Sechs-Milliarden-Loch. Den Rekord hält General Motors mit seinem 22-Milliarden-Dollar-Loch.

Das Ausmaß der Quasi-Schulden sinkt erst langsam in das Bewusstsein der Firmen und Anleger. "Eine Menge Firmen haben den Tag des Erwachens bisher hinausgeschoben, aber er wird kommen", sagte Adrian Redlich, Autor einer Merrill-Lynch-Studie zum Thema, gegenüber dem "Wall Street Journal".

Die GAAP-Bilanzierungsregeln haben bislang geholfen, die Milliardenlöcher zu vergessen: So müssen Unternehmen in ihren Bilanzen nicht die wirkliche Wertentwicklung ihrer Pensionsfonds angeben, sondern dürfen über mehrere Jahre hinweg eine erwartete Rendite unterstellen. Erst wenn nach drei Jahren ihr Fonds eine Deckungslücke von mehr als zehn Prozent aufweist, müssen sie Kapital hinzuschießen - und die Kosten dafür abschreiben.

Das erklärt, warum das Pensionsfonds-Problem gerade hochkocht. Vor zweieinhalb Jahren begann die Börsenkrise, doch erst jetzt sind die Unternehmen zum Handeln gezwungen. Noch immer unterstellen die S&P-500-Unternehmen eine durchschnittliche Anlagerendite von neun Prozent - ein Witz angesichts des Börsenklimas. Inzwischen sind sie bereits eifrig am Herunterschrauben der Erwartungen.

Auch der Druck von außen wächst. Analysten fordern, die Milliardenlöcher wie Schulden zu behandeln. Die Rating-Agentur Standard and Poor`s stimmt zu: Sie hat Fords langfristige Bonität vergangene Woche auf BBB, knapp über Junk-Status, gesenkt - ein Rekordtief in der Geschichte des Traditionskonzerns. Auch GM wurde vor kurzem heruntergestuft.

Das Rentenproblem betrifft vor allem traditionelle Industriebranchen mit hohem gewerkschaftlichen Organisierungsgrad, darunter Maschinenbauer, Hersteller von Autos und Flugzeugen. Viele der betroffenen Unternehmen können sich die Zuschüsse leisten, sie haben ausreichend Cash-Flow. Beispiel DaimlerChrysler: Das Unternehmen erwartet bis zum Jahresende ein 5,5-Milliarden-Euro-Loch in seinem Pensions-Fonds. Analysten haben keine Zweifel, dass der Konzern die Kosten schultern kann.

Doch die zusätzlichen Kosten werden die ohnehin schwächlichen Gewinne noch weiter drücken. Wie stark, lässt sich schwer vorhersagen. Aber einen Anhaltspunkt bieten die (hypothetischen) "Core Earnings", die Standard and Poor`s soeben veröffentlicht hat. Demnach würde der durchschnittliche Nettogewinn der S&P-500-Firmen um durchschnittlich 6,54 Dollar pro Aktie sinken, wenn die Pensions-Fonds-Verluste miteinberechnet würden. Eine beträchtliche Summe, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Nettogewinn in den zwölf Monaten vor dem 30. Juni nur 26,76 Dollar betrug.

Einer hat die Zeichen der Zeit wie immer früher als andere erkannt und vorgesorgt: Warren Buffett, legendärer Anleger-Guru, hat die Rendite-Erwartungen des Pensionsfonds seiner Firma Berkshire Hathaway bereits im vergangenen Jahr auf realistische 6,5 Prozent gesenkt.


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In Pensionsfonds lauern Luftbuchungen

Von Tobias Moerschen

Im Ergebnis 2002 verbuchte der US-Multi General Electric (GE) einen Ertrag von 806 Mill. $ aus seinem Pensionsfonds. So viel hätte das Unternehmen mit dem größten Börsenwert der Welt verdient, wenn der Fonds sich exakt gemäß der Renditeprognose entwickelt hätte.



NEW YORK. Erst fünf Tage nach Bilanz-Veröffentlichung merkte ein Reuters-Journalist: In der Realität schrumpfte der Fonds für GE-Betriebsrentner im schlechten Börsenjahr 2002 über 5 Mrd. $. Zwischen Buchgewinn und realem Verlust klafft eine Lücke von gut 6 Mrd. $. Der Fehlbetrag fiel aber wohl tagelang niemandem auf.

Nun kann niemand behaupten, GE hätte gegen Bilanzregeln verstoßen oder den Verlust unter den Tisch fallen lassen. 73 Seiten hinter dem virtuellen Millionenertrag zeigt eine Fußnote genau, wie die düstere Wirklichkeit aussieht. Nicht nur bei GE verwechseln Finanzmarktakteure häufig hübsche Bilanzen mit der hässlichen Realität. Zwei Statistikexperten der US-Notenbank wiesen nach: Investoren berücksichtigen die Buchgewinne aus Pensionsfonds im Schnitt genau so wie normale Unternehmenserträge. Ein schwerer Fehler. Denn bei den Pensionserträgen vergangener Jahre handelt es sich oft um rein bilanzielle Konstrukte, die in Wirklichkeit gar nicht existieren.

Das Ergebnis legt nahe, dass Anleger das Gewinnpotenzial der US-Firmen im Boom überschätzt haben. Womöglich droht eine negative Kursreaktion, wenn die zum Teil riesigen Löcher in den Pensionsplänen sich mit der Zeit in den Bilanzen niederschlagen. ???Obwohl die Bilanzangaben über Pensionspläne manchmal sehr irreführende Indikatoren für die tatsächliche Wertentwicklung sind, scheinen die Investoren sich darauf zu verlassen“, stellen die Fed-Experten in ihrer Studie fest.

Die US-Unternehmen sparen Rücklagen für ihre Betriebsrentner in Pensionsfonds an. Diese investieren einen Großteil ihrer Mittel am Aktienmarkt. So profitierten die Firmen massiv von der fast 20 Jahre langen Börsenhausse. Manche Unternehmen konnten jahrelang ???Beitragsurlaub“ nehmen, weil sich die Betriebsrenten durch die steigenden Kurse praktisch von selbst finanzierten. Doch seit die Kurse fallen, sind die Überschüsse stark gesunken. Seit 2001 weisen die US-Pensionspläne sogar eine wachsende Lücke auf.
In der Gewinn- und Verlustrechnung macht sich das bisher kaum bemerkbar. Denn die bilanziellen Pensionserträge spiegeln nicht die reale Entwicklung der Fonds und Zahlungsverpflichtungen wider. Stattdessen verwenden die Konzerne eine geschätzte Langfristrendite für die Fonds. Je höher diese ausfällt, desto höher sind die Pensionserträge.

Kein Wunder, dass US-Firmen sehr optimistische Schätzungen benutzen, die aber zuletzt völlig unrealistisch waren. Daran liegt es, dass die Firmen im S & P-500 sogar 2001 positive Pensionserträge auswiesen. Dabei verschlechterte sich die Nettoposition von 2000 bis 2002 um 40 %, so die Unternehmensberatung Towers Perrin.

Für einzelne Unternehmen können clevere Anleger selbst nachrechnen. Diese Mühe machen sich viele Analysten – wie im GE-Beispiel – nicht. Wer die Fußnoten studiert, kann daher für einige Tage einen Informationsvorteil genießen. Wer dagegen die virtuellen Pensionserträge wie reale Gewinne bewertete, der liegt oft um einige Millionen oder Milliarden daneben.

Handelsblatt - 10.04.2003


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"Spielregeln geändert"

Heiko Martens

In den Bilanzen deutscher Großkonzerne tickt eine Zeitbombe: Rund 330 Milliarden Euro müssen künftig für Betriebsrenten bezahlt werden.



Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender beim Düsseldorfer Stahl- und Industriegüter-Konzern ThyssenKrupp, versteht die Welt nicht mehr. Vor zwei Jahren hatte er die amerikanische Rating-Agentur Standard & Poor`s (S&P) beauftragt, die Kreditwürdigkeit seines Konzerns zu beurteilen. Zwar war ThyssenKrupp zu jener Zeit mit 8,7 Milliarden Euro hoch verschuldet. Aber Schulz war zuversichtlich, dass die übrigen Daten seines Unternehmens für eine gute Bewertung reichen würden.

S&P enttäuschte ihn nicht. Mit der Bewertungsnote BBB konnte sich Thyssen-Krupp bei den Anlegern durchaus sehen lassen und erhielt - der wichtigste Nebeneffekt der Schulnoten - entsprechend günstige Konditionen bei der Geldbeschaffung.

Seitdem hat Schulz fleißig gespart und seine Schulden um rund drei Milliarden Euro abgeschmolzen. ThyssenKrupp, so meinten die Düsseldorfer, hatte sich damit bei den Anlegern zusätzliches Vertrauen verdient.

Deshalb traf es die Stahlkocher völlig unvorbereitet, als S&P - diesmal ungebeten - zur Hauptversammlung am 21. Februar nachlegte. Trotz besserer Bilanzdaten versetzten sie ThyssenKrupp in die Nähe der Junk-Bond-Klasse. Verdattert staunte Vorstandschef Schulz: "Die haben mitten im Spiel die Spielregeln geändert."

Die überraschende Degradierung auf die Bewertungs-Tiefebene BB+, die in der anglo-amerikanischen Finanzwelt fast schon Schrott-Status genießt, zeigte sofort Wirkung. Der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie brach um sechs Prozent ein. Fonds, die per Satzung gehalten sind, aus Junk-Papieren auszusteigen, ließen die Anleihen des deutschen Konzerns fallen.

Die Herabstufung um gleich zwei Stellen, rechnete Finanzvorstand Stefan Kirsten verärgert vor, würden die Zinszahlungen des Unternehmens um 20 Millionen Euro pro Jahr hochtreiben - vom unkalkulierbaren Image-Verlust ganz zu schweigen.

Was mit ThyssenKrupp vorige Woche geschehen ist, das könnte anderen deutschen Unternehmen noch bevorstehen. "Das war erst der Anfang", befürchtet Karlheinz Küting, Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung der Universität des Saarlandes. "Da könnte demnächst eine Bombe platzen."

Den Zündstoff liefert eine deutsche Besonderheit bei der Finanzierung und Bilanzierung der betrieblichen Altersversorgung. Während überall sonst auf der Welt, vor allem in den USA, üblicherweise die zukünftigen Belastungen durch Betriebspensionen ausgegliedert und auf externe Pensionsfonds übertragen werden, hat sich in der deutschen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ein System eingebürgert, in dem die fälligen Pensionslasten jeweils aus dem laufenden Geschäft des Unternehmens getragen werden.

Als Bilanzausgleich für die Verpflichtungen erlaubte der Gesetzgeber den Unternehmen, steuerbegünstigte Rückstellungen in der Bilanz anzusetzen - ein Verfahren, das durchaus Vorteile hat. Denn während Firmen, die ihre Pensionsverpflichtungen in Fonds auslagern, diese auch mit Kapital ausstatten müssen, bleibt im deutschen Rückstellungsmodell das Geld im Unternehmen und kann dort zinsbringend arbeiten.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich so ein gewaltiger Berg von Rückstellungen aufgetürmt. Rund 330 Milliarden Euro, so hat die Unternehmensberatung Towers Perrin zusammengerechnet, stehen inzwischen in den Büchern - ein Betrag, über dessen Zuordnung und Bewertung die Experten seit Jahren streiten.

Eindeutig ist nur, dass die immense Summe, die sich neben den aktuellen Finanzschulden auf der Passivseite der Bilanzen findet, in Zukunft in Form von Rentenzahlungen fällig wird. So muss zum Beispiel ThyssenKrupp über die nächsten Jahrzehnte hinweg Jahr für Jahr über 400 Millionen Euro aus dem Erwirtschafteten an die eigenen Betriebsrentner auszahlen.

Unbestritten ist auch, dass derlei Rückstellungen die Bilanzsumme erhöhen und so bei gleich bleibendem Eigenkapital die für die Beurteilung von Unternehmen wichtige Eigenkapitalquote senken.

Als vollwertige Schulden allerdings, so die gängige Praxis, haben die Analysten das deutsche Zwitterwesen "Pensionsrückstellungen" bislang nicht gewertet. Die Pensionslast stelle formalrechtlich eine Schuld dar, versucht Bilanzexperte Küting zu erklären, aber bilanzanalytisch sei das keine Finanzschuld. Eher, wie Küting meint, "eigenkapitalähnliche Mittel".

Die Unsicherheit der Experten hat die Unternehmen bisher davor bewahrt, dass ihnen hohe Pensionsverpflichtungen angelastet wurden.

Man habe dem deutschen Sonderweg in der Vergangenheit schlicht zu wenig Beachtung geschenkt, sagt Ralf Kortüm, ThyssenKrupp-Bewerter bei S&P in Frankfurt.

Den Schwenk in neue Zeiten hat S&P jetzt bei ThyssenKrupp zum ersten Mal exerziert. Erbarmungslos schlugen Bewerter die Pensionsrückstellungen des Konzerns von rund sieben Milliarden Euro einfach den Schulden zu und reduzierten damit einen bisher den Investoren empfohlenen Stahlkonzern auf das Image einer Rostbude.

Für Bilanz-Experte Küting ein glattes Fehlurteil: "Die haben das schlicht und einfach ökonomisch falsch bewertet."
Überdies, so schimpfen Betroffene, habe der Fauxpas der Bewerter wohl auch betriebsinterne Gründe bei S&P. Durch spektakuläre Pleiten in den USA habe auch das Ansehen der Rating-Agenturen stark gelitten. So konnte der größte aller Pleitiers, der US-Energieriese Enron, noch vier Tage vor seinem Konkurs mit einem BBB-Ausweis von Standard & Poor`s Schulden machen. "Lieber zehn Unternehmen zu viel abstufen", so wird eine interne Absprache der Amerikaner kolportiert, "als ein Unternehmen übersehen."

Am vergangenen Montag fragte der ThyssenKrupp-Finanzchef vorsichtshalber bei der zweiten großen Rating-Agentur Moody`s nach, ob sie dem alarmierenden Beispiel ihrer Kollegen folgen würden. Kirsten wurde beruhigt, Moody`s werde bei seiner derzeitigen Bewertung bleiben.

Doch das ist keine Garantie. Wahrscheinlicher ist, dass die ohnehin an den großen Börsen außerhalb Deutschlands unbeliebten Pensionsrückstellungen in den deutschen Bilanzen in Zukunft verstärkt den ordinären Schulden zugeschlagen werden. Und dann sähen einige Unternehmen schlecht aus. Bei drei Dax-Unternehmen - Lufthansa, Post und RWE - übersteigen die Pensionsrückstellungen sogar das Eigenkapital.

Den Deutschen, davon ist Pensionsexperte Manfred Guggi von Towers Perrin überzeugt, wird wohl deshalb nichts anderes übrig bleiben, als ihre Bilanzen im Rahmen einer groß angelegten "Sozialinventur" gründlich zu säubern. Ohnehin zwingt der bevorstehende Übergang zu internationalen Bilanzierungsregeln, den deutschen Sonderweg zu verlassen. Und wer plant, sich an der Wall Street einzuschreiben, der sollte sowieso vorher sein deutsches Pensionssäckchen abwerfen.

Wie das geht, haben drei Konzerne in den vergangenen Jahren vorexerziert. Siemens, DaimlerChrysler und zuletzt die Deutsche Bank haben ihre Pensionsverpflichtungen abgekoppelt und nach amerikanischem Muster auf eigenständige Fonds übertragen. Damit ist die Altlast vordergründig aus der Bilanz verschwunden, was die Analysten freut. Die müssen sich nicht mehr mit dem ominösen Posten herumplagen.

Die künftige Kostenlast allerdings ist den Unternehmen auch mit die Bilanz klärenden Fonds nicht genommen. Die Versorgungsansprüche der Arbeitnehmer richten sich gegen den ehemaligen Arbeitgeber, der in den meisten Fällen auch die Höhe der Altersversorgung garantiert. Wenn der Pensionsfonds schlecht wirtschaftet oder, wie geschehen, die Börse einbricht, dann kann das auch die amerikanisierten Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Siemens musste Ende vergangenen Jahres 2,6 Milliarden Euro zuschießen. DaimlerChrysler sogar über 5 Milliarden.

DER SPIEGEL - 10 / 2003


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bezogen auf die aktuelle Entwicklung an den Börsen meint dazu Nabil Khayat :


Da die Umlaufrenditen nach wie vor Ansteigen und die Bonds weiterhin mit Abgabedruck zu kämpfen haben, scheinen die Pensionsfonds mit Ihrem Rebalancing fortzufahren. Ich werde oft gefragt, wie es sein kann, dass diese Investoren im Bereich der Hochs einsteigen und wie es sein kann, dass Sie derart aggressiv sind. Dazu möchte ich erklären, dass es nicht zwangsläufig etwas mit Aggressivität zu tun hat. Wenn die Pensionsfonds beispielsweise ihre durchschnittliche Aktienquote von 47 auf 49 % hochfahren, fließen 100 Mrd. USD aus Bonds in Aktien.


Es kann Wochen dauern, bis dieses Geld im Markt untergebracht ist. Angenommen es würde kein anderer kaufen, wäre die Sache in 2 Tagen erledigt, sofern sich das Geld auf die NYSE und die NASDAQ verteilen sollte. Da jedoch jeden Tag Käufer da sind, müssen die Fonds auf Angebotsüberhang warten, um in dieser Situation halbwegs kursschonend zu agieren. Deshalb haben wir bis heute keine nachhaltige Korrektur gesehen. Fest steht jedoch, dass der Markt einen deutlichen Rückschlag erleiden wird, sobald die Pensionsfonds ihre Sache erledigt haben!


mehr zum Thema:

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,231814,…


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kann man sich mal mit befassen ...;)





SilverCrest Mines Inc. (SVL) is being positioned as a "pure silver" exploration and development company with a portfolio of high grade silver deposits located in Honduras. The Company`s longer term initiative is to acquire, develop and operate high grade silver mines throughout North, Central and South America. Primary targets will be silver projects that require management and operating expertise as well as additional capital to achieve accelerated development and early production.

Website: www.silvercrestmines.com
Symbol: SLV
Listing : TSX Venture


Chart:




Projekte:




aktuelle news:

SilverCrest Initiates 26 Hole Drill Program

Tuesday July 29, 9:02 am ET



VANCOUVER, British Columbia--(BUSINESS WIRE)--July 29, 2003--SilverCrest Mines Inc. ("the "Company" ) is pleased to announce it has obtained the necessary permits to begin drilling and general work programs on its four silver projects located in Honduras. The work programs described below will commence within the next ten days.

El Ocote Silver Project - Feasibility Stage - 100% Interest

A program of ten drill holes totaling approximately 900 metres will be drilled on the El Ocote breccia pipe deposit to verify current resource estimates and for resource expansion. Additional surface sampling, environmental baseline studies, and further metallurgical test work will also be undertaken in support of a full feasibility study. Soil and rock chip sampling will be carried out to follow up on the discovery of mineralized breccia float which may indicate the presence of a second breccia pipe.

Current independent resource estimates that adhere to NI 43-101 guidelines place indicated resources at 1.9 million tonnes of 181 gpt (5.3 opt) silver or 11 million contained ounces of silver, and inferred resources of 1.4 tonnes at 118 gpt (3.4 opt) silver or 5.2 million contained ounces of silver. The El Ocote Silver Project presently contains an estimated resource of 16 million ounces of silver based on a 30 gpt silver cut-off grade.


The Company recently announced the results of systematic channel sampling completed by various qualified professionals from 1980 to 1995 on four levels of underground exploration drifts. These results show bonanza silver grades ranging from 2,042 gpt (59.6 opt) to 4,910 gpt (143.2 opt) silver in a high grade, supergene cap amenable to low strip ratio, open pit mining with resultant low operating costs. A revision of the current resource estimate, including these results and those of 16 previously drilled reverse circulation drill holes, will be completed after the current drilling program.


Opoteca Silver Project - Pre-Feasibility Stage - 100% Interest

A program of ten drill holes totaling approximately 600 metres will be drilled to confirm current resource estimates and test extensions of the deposit for resource expansion. An untested geochemical soil anomaly to the northwest of the deposit, which averages 300 ppm silver over an extensive area will be drill tested. Recent sampling completed by the Company indicates that high grade silver mineralization exists at surface along the same trend to the south as the currently defined resource of 13 million ounces of silver.

Current resource estimates that adhere to NI 43-101 guidelines place indicated resources at 1.3 million tonnes grading 123 gpt (3.6 opt) silver and 0.17 gpt gold containing 5.6 million equivalent ounces of silver based on a 30 gpt silver cutoff grade. Inferred resources are estimated at 1.7 million tonnes grading 126 gpt (3.7 opt) silver and 0.10 gpt gold, containing 7.4 million equivalent ounces of silver. The Opoteca Silver Project contains an estimated resource of 13 million ounces of silver plus considerable "blue sky" in untested areas of favorable geology.


La Pochota - Intermediate Exploration Stage - 100% Interest

Three exploratory drill holes are planned to test dip slope extensions of high grade silver veining. The epithermal vein system strikes along a dip slope for at least 600 metres and is measured down dip for 125 metres. Reported grades from underground workings vary from 332 gpt (9.7 opt) to 514 gpt (15.0 opt) silver with significant gold credits. Numerous silver and gold soil anomalies will receive follow up surface work.


Arena Blanca - Grass Roots Stage - 100% Interest

Three exploratory drill holes are planned once surface soil sampling and trenching has further defined this near-surface structure containing bonanza grade silver values. High grade mineralization occurs in a quartz vein/shear zone hosted in granodiorite. The 5 - 6 metre wide quartz vein has been accessed by an adit and sampled up dip where the zone outcrops on a hilltop. Sample results from a United Nations report yielded grades ranging from 1,945 gpt (56.7 opt) to 7,600 gpt (221.6 opt) silver.


SilverCrest Mines Inc. is a newly formed "pure silver" exploration and development company with a portfolio of high grade silver deposits located in Honduras. The new management team for SilverCrest believes that this property portfolio, with nearly 30 million ounces of indicated and inferred silver resources and substantial exploration potential provides an important base from which to develop its corporate objective of becoming a significant silver asset based company. The Company`s longer term initiative will be to acquire, develop and operate high grade silver mines throughout North, Central and South America.

On Behalf of the Board of Directors of SilverCrest Mines Inc. - J. Scott Drever, President

(...)
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Jim Puplava hat wieder zugeschlagen ...;)

The Earnings Game and Other Bull Markets (The Silver Streak)

http://www.financialsense.com/Market/wrapup.htm


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Hallo Konradi, die Artikel von E.Fry und Riechebächer gefallen mir gut, kannst Du die mal in Deutsch hier reinstellen, den gibts doch irgendwo ????
Grusss J2
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!!! L E S E N !!! -





Robert Rethfeld / http://www.wellenreiter-invest.de :


Ein aufmerksamer Leser schrieb mir folgendes: „1987 hatte ich rechtzeitig mit einem Crash gerechnet und verlor trotzdem immens viel Geld. Ich hatte am Tag des Crash 100% Barmittel und ging an diesem Tag massiv in Goldminen rein. Es sollte einer meiner großen Fehler werden. Denn am Crashtag hielten sich die Gold-Aktien, am nächsten Tag aber halbierten sich die Kurse! Was ich nicht voraussah war, dass wenn Renten und Aktienmärkte zusammenbrachen, dann alles was noch irgendwie Gewinn versprach massiv verkauft wurde! Wenn sich diese Szenario also wiederholt, so ist auch mit der Wiederholung der Mineneinbrüche zu rechnen, obwohl ich für Gold mehr als fest gestimmt bin.“


Ich habe daraufhin die Charts von Newmont Mining untereinander gelegt. Verglichen werden die Jahre 1980-1987 mit den Jahren 1996 -2003. Ich traute meinen Augen nicht. Die visuelle Gesamtübereinstimmung ist beeindruckend. Newmont formte in beiden Perioden ein Doppelboden; und zwar jeweils im Jahr 3 und 5 der achtjährigen Perioden.

1987 explodierte Newmont von 25 auf 80 Dollar, bevor der Crash der Goldaktie den Boden unter den Füssen wegzog. Am 9. Okt. 1987 – zehn Tage vor dem Aktiencrash – fiel Newmont Mining vom Himmel. Die Aktie stürzte von 80 auf 50 Dollar. In den folgenden Tagen verlor die Aktie weiter und erreichte am 20. Oktober mit 20 Dollar ihren Tiefststand, um sich dann bis zum Jahresende bei 30 Dollar einzupendeln.





Was macht man als eingefleischter Gold-Bug? Sollte sich 1987 in einer abgewandelten Form wiederholen, so ist man geneigt, sich von seinen Goldbeständen zumindest zeitweilig zu trennen. Glück hätte, wer die Gewinne auf dem Höchstkurs realisieren könnte. Das würden die wenigsten sein und ich hätte nicht den Ehrgeiz, es darauf ankommen zu lassen. Falls also Newmont tatsächlich innerhalb der kommenden Wochen auf 50, 60 oder gar 70 Dollar steigen sollte, heisst es sukzessive bis auf einen Restbestand zu verkaufen. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Man hätte in solch einen Fall seine Investition seit März 2003 verdoppelt bis verdreifacht.

Aber ich glaube auch, dass die Ausgangssituation für Gold ungleich stärker als 1987 ist. 1987 war der Gold-Bullenmarkt seit 7 Jahren beendet. Heute stehen wir erst am Beginn eines neuen Bullenmarktes. Aus diesem Grund würde ich einen Restbestand halten und diesen nach einem eventuellen Crash sofort wieder hochfahren.

Ein Hinweis noch: Dies ist ein mögliches Szenario. Niemand kann vorhersehen, wie sich die Märke tatsächlich bewegen werden. Ich möchte lediglich vorbereitet sein, falls es passiert, um davon profitieren zu können. Das ist alles.

(...)


Die Bondmärkte haben innerhalb von zwei Monaten eine Bewegung vollzogen, wofür sie sonst Jahre benötigt haben. Der Trendkanal (gelbe Linien) ist bereits zur Hälfte durchschritten. Wie beeinflussen Zinsen die Bewertung von Aktien? Die Ausgabe von Unternehmensanleihen zu niedrigen Zinssätzen wird erschwert. Steigende Zinsen drücken auf die Liquidität der Unternehmen. Ein immer grösserer Teil der Gewinne muss für Zinszahlungen aufgebracht werden.
30-jährige US-Staatsanleihen Monatschart
@ Jeffery

deutsche Übersetzungen finden sich unter: http://www.investor-verlag.de/ Allerdings ist die Auswahl nicht gerade überwältigend ...
Auf der Startseite finden sich aber immerhin fast täglich Übersetzungen einiger Artikel von Eric Fry und Bill Bonner.

(Für alle, die wissen wollen, worum es hier überhaupt geht - siehe:
http://www.dailyreckoning.com/ - bzw.
http://news.goldseek.com/DailyReckoning/ )


Der Investor-Verlag in Bonn gehört zum "Fachverlag für Informationsdienste – FID"
Zum dessen Publikationen zählt auch der Börsenbrief für Trendwerte "Taipan" – aber auch so schöne Consumersites wie "Natur und Gesundheit" – "International Living" – "Mayo-Clinic Gesundheitsbrief" und "Vera´s Glücksratgeber" - ;)

Die mit Vorsicht zu genießenden Artikel von Kurt Richebächer (Richebächer lässt sich von den rechtsradikalen LaRouche Organisationen sponsern !!!) finden sich auf den www.goldseiten.de


Gruß Konradi


... und den aktuellen Kommentar von Eric Fry hänge ich gleich mal mit dran:


US-Anleihenmarkt kollabiert

von unserem Korrespondenten Eric Fry in New York



Der US-Anleihenmarkt hat den Investoren in den letzten Wochen nicht halb so viel Freude wie der Aktienmarkt gemacht. In wenigen Wochen ist die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen von 3,10 % auf 4,18 % gestiegen. Und steigende Renditen bedeuten fallende Anleihenkurse.

Das passt nicht gut zu den hohen Erwartungen, die fast alle Investoren in den Anleihenmarkt gesetzt hatten. Im letzten Monat führte der Renditeanstieg sogar zu einem Wertverlust von 8 % bei langfristigen US-Anleihenfonds. Damit ist die laufende Performance für dieses Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Soviel zum Thema "sicherer Hafen" US-Anleihen.

Nicht überraschend hat das Barron`s Magazin festgestellt, dass eine wachsende Zahl von Investoren dem Anleihenmarkt den Rücken zukehrt. Im ersten Quartal 2003 flossen noch 45,3 Mrd. Dollar in Rentenfonds. In diesem Monat ist die wöchentliche Rate der Zuflüsse der Rentenfonds auf 2,1 Mrd. gesunken. Nach einem Topp von 4,7 Mrd. Dollar Mitte März. Die Profiteure dieser Entwicklung sind die Aktienfonds: Im Juni konnten sie Zuflüsse von fast 20 Mrd. Dollar verzeichnen, nach 1,2 Mrd. Dollar im März.

Eine Folge der steigenden Renditen am Anleihenmarkt ist es, dass auch die Zinsen für Hypotheken steigen. Für Hypotheken mit 30jähriger Zinsbindung müssen in den USA jetzt 5,94 % gezahlt werden, nach 5,21 % vor 5 Wochen. Das wird für den Immobilienmarkt nicht gerade gut sein.

Die wöchentliche Zahl der Anträge für Hypotheken-Erhöhungen ist letzte Woche um 7 % gefallen (Quelle: Mortgage Bankers Association). Aber den wirklichen Effekt der steigenden Hypothekenzinsen wird man erst später im Jahr sehen, denn noch sind viele Hypotheken mit bereits festgelegtem, fixem Zinssatz in der Pipeline.

Finanzielle Spekulationsblasen leben schnell und sterben jung – wie Rockstars. Auch die Spekulationsblase am Anleihenmarkt war da keine Ausnahme – auch wenn die hartnäckigsten Anhänger das noch verneinen. Aber der Rest von uns bedauert bereits den Verlust des besten Freunds der Wirtschaft.

Als Alan Greenspan letzte Woche vor einem Komitee des US-Senats sprach, da eröffnete er seine Rede mit bekannten Worten: Die Fed stände bereit, um ihre Politik des leichten Geldes so lange fortzuführen, wie es zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung notwendig sei.

Professionelle Teilnehmer des Anleihenmarktes verstanden diese Phrase so: "Ich werde die Zinsen so niedrig senken, wie es notwendig ist, um ein bisschen Inflation und ein deutliches Wirtschaftswachstum zu erreichen." Aber diese Worte erscheinen angesichts des Kollapses des US-Anleihenmarktes in einem anderen Licht.

Dienstag, 29. Juli 2003
@konradi,

Die mit Vorsicht zu genießenden Artikel von Kurt Richebächer ...
Nur weil jemand bestimmten, per se fragwürdigen politisch-ideologischen Richtungen nahesteht, erzählt er noch lange keinen Nonsens, ;)
Der allgemein akzeptierten politischen Kaste täte es nur gut, wenn man die ja durchaus gebildeten Kritiker aus den fragwürdigen Reihen mal hören resp. darüber ernsthaft nachdenken würde - gerade angesichts eigener, fortgesetzter, z.T. verheerender Versäumnisse und Fehlentscheidungen.

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Ein aufmerksamer Leser schrieb mir folgendes:
Könnte ich gewesen sein, *g* Naja, nicht ganz ...
>Wenn sich diese Szenario also wiederholt<
Das ist aber zumindest fraglich: Die Aktienindizes fielen seinerzeit von ihren Tops, hüben wie drüben, aber auch nicht überall (Japan). Heute sind die Aktienmärkte (freilich ex DJIA und vielleicht einigen Emerging Markets) technisch weitgehend bereinigt (incl. Japan).
Damals war Gold im Vgl. zu Aktien wesentlich höher bewertet, immer noch Bestandteil vieler Portfolios (Goldminen waren seinerzeit indes genauso teuer wie heute), und damals bestanden die Anleihenmärkte als save haven durchaus fort: In den Wochen nach dem 19.10. floß sehr viel Kapital in die Anleihenmärkte (aus Furcht vor einer Rezession). Damals gab es lediglich eine Junkbond-Problematik, heute sind auch erste Adressen vakant.
Ist also alles schon besser für Gold, heute ... ;)

investival
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Hallo Investival und (an anderer Stelle) Basic



zu Richebächer u. Co.:

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