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lieder gegen den tritt . . .



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gibt es noch die lieder,
die gegen das unrecht schreien ?

doch wer will sie hören
in einem land, dass im chor
*und er lebt noch * gröhlt,

in einem land, wo ein kleines krokodil
nicht nur die charts erobert,
sondern jung und alt driedlich vereint,


in einem Land,
in dem stars aus den hinteren reihen
die medienwelt bestimmen.




Willy

Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müaßn, i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy.

Ogfanga hat des ja alles 68, woaßt as no: Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma: Bürger laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein! ? und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir, immer a bissen wuider und a bisserl ehrlicher.

Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands, aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht, wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d´Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn ? die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht ? und du hast damals scho gsagt, lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution, mitlaffa ohne Denken ko hofft ma guat sei, aa ned für a guate Sach.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Dann hast plötzlich mim Schlucka ogfanga, und i glaub, a bissen aufgebn hast damals scho. I versteh di, des is ja koa Wunder, wenn man bedenkt, was alles wordn is aus de großen Kämpfer. Heit denkas ja scho mit 17 an ihr Rente, und de Madln schütteln weise an Kopf, wenn d´Muater iam Mo as Zeig hischmeißt und sagt, mach doch dein Krampf alloa, i mächt lehntrotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfaun, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, oder grad deswegn.



Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd ja, Herr Lehrer, sagn, hinten in Jene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck, echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck, aber du hast koa Angst ghabt, i kenn di doch, mia duad koana was, mei, Willy, du dummer Hund du, jetzt sickst as ja, wia da koana was duad.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Sakrament ? Willy ? warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg, überall, bloß ned in dera unselign Boazn!

I hab in da Früah no gsagt, fahrn ma raus, as Wetter is so glasig, die Berg san so nah, schwänz ma a paar Tag, wia damals in da Herrnschui, an Schlafsack und die Welt in der Taschn, aber du hast scho wiederamoi oan sitzn ghabt in aller Früah, und am Abnd hast as dann wiedaramoi zoagn müaßn, daßd doch no oana bist.

Am Anfang wars ja no ganz gmüatlich. Und natürlich habn ma den alten Schmarrn wieder aufgwärmt, wieder amoi umanandgstritten, wer jetz eigentlich mim Lehrer Huber seiner Frau poussiert hat am Faschingsball, sentimental san ma gwordn, so richtig schee wars, bis der Depp an unsern Tisch kumma is mit Beim Dreikantschlüsselkopf, kloa, schwammig und braun. Und dann hat a uns gfragt, ob ma beim Bund gwesen san, na ja, des habn ma ja noch ganz lustig gfunden, und daß a so froh wär, daß fetz wieder Ordnung kummt in die rote Staatssauce, und die Jugend werd ja aa wieder ganz vernünftig, und die Bayern wissens as eh scho lang, wos lang geht politisch, Willy, i hab gnau gwußt, des haltst du ned lang aus, und dann hat a plötzlich as Singa ogfanga, so was vom Horst Wessel. Hinten an de andern Tisch habns scho leise mitgsummt, und dei Birn is ogschwolln, und plötzlich springst auf und plärrst:

Halts Mei, Faschist!

Stad wars, knistert hals. Die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hält ma no geh kenna, Willy, aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muäßn, und dann is losganga an de andern Tisch: Geh doch in d´Sowjetunion, Kommunist! Freili, Willy, da muaß ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is, aber trotzdem, laßn geh, hab i gsagt, der schad doch neamands mehr, der oide Depp, nix, hast gsagt, alle Schadens, de oiden und de junga Deppen, und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i´s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands, und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn... Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hält di doch no braucht, wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

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als dies lied kult wurde,
zuckte es in den adern der jugend
sie schrie auf.

und heute ?
wird der name konstantin wecker gelesen
und schon gröhlt einer aus den hinteren reihen:

der olle kokser sah auch schon besser aus

die lacher hat er eingesagt !
um mehr gehts eh nicht mehr,
punkten, punkten immer wieder punkten ....
eingesagt ! :laugh:

wenn das kein freudscher ist ;)

sie sacken ein
und fallen in den sarg
ich find den Wecker gut - sehr mutig

und auf dem Leinendeckerl meiner Oma stand:

Dem Mutigen gehört die Welt - die Sonne und das Himmelszelt
wellen,

konstantin wecker würde sagen:

freiheit ist keine angst zu haben
vor nix und niemand


er hatte aber auch schöne texte
gegen die bürgerliche scheinmoral ;)


Ich liebe diese Hure


Ihr habt sie einfach nicht gesehn,
wenn sie so zum Vergehen schön
mit diesem leichten hohen Gang
betörend ihre Tasche schwang.

Noch Kind, doch trotzdem dieser Welt
bewußtlos in den Arsch gestellt.
Ein Nachtgewächs, doch wenn sie mag
und euch umarmt, dann wird es Tag.

Wenn sie bei mir liegt, wird mit klar,
daß jede vor ihr Irrtum war.
Wenn sie mich anspricht, fühl ich mich
auf einmal furchtbar wesentlich.

Ihr könnt es glauben oder nicht,
wenn´s etwas gibt, was mich zerbricht,
dann nur, wenn sie mich fallen läßt.
Das haut mich um, gibt mir den Rest:

Ja, Freunde, ja. Ich liebe diese Hure.

In ihren Nächten ist sie Leib,
Urhöhle, Schlamm und Lüsternheit.
Zwar elfenhaft, doch ungeniert
werden die Freier ausgeschmiert.

Was stört das mich. Wenn sie mich küßt,
dann weiß ich, wer sie wirklich ist.
So nur noch Liebe, Fleisch und Blut,
was schert mich da die Freiersbrut.

Keine wie sie, keine so rein,
sie muß ein Stück von etwas sein,
das vor unendlich langer Zeit
die Lust gab und die Sterblichkeit.

Ihr könnt es glauben oder nicht,
wenn´s etwas gibt, was mich zerbricht,
dann nur, wenn sie mich fallen läßt.
Das haut mich um, gibt mir den Rest.

Ja, Freunde, ja. Ich liebe diese Hure.
#5 Hallo Wellen, dich gibt`s also doch noch! Wollte dir neulich auf deine BM antworten und empfing die Nachricht, der User Wellen sei unbekannt. :laugh:

Grüezi, Unbekannt! :D
Gesine:) - wenn ich je Ambitionen auf einen eigenen Thread gehabt hätte, dann wärs der gewesen, den du jetzt aufgemacht hast. Aber ein so guter Titel wäre mir wahrscheinlich nicht eingefallen … .

Und weil Rebel:) auch gerade von seinem letzten Konzert geschrieben hat und dass es ihm „unter die Haut“ gegangen sei, hier noch ein Lied von Konstantin Wecker - eines, das gar nicht alt werden kann, weil es „mit der Zeit geht“ und sich den (traurigen) Umständen entsprechend wandelt ….


1. Sage Nein! (1993)

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
wieder Nazi-Lieder johlen,
über Juden Witze machen,
über Menschenrechte lachen,
wenn sie dann in lauten Tönen
saufend ihrer Dummheit frönen,
denn am Deutschen hinterm Tresen
muß nun mal die Welt genesen,
dann steh auf und misch dich ein:
Sage nein!

Meistens rückt dann ein Herr Wichtig
die Geschichte wieder richtig,
faselt von der Auschwitzlüge,
leider kennt man´s zur Genüge -
mach dich stark und bring dich ein,
zeig es diesem dummen Schwein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!

Und wenn aufgeblasne Herren
dir galant den Weg versperren,
ihre Blicke unter Lallen
nur in deinen Ausschnitt fallen,
wenn sie prahlen von der Alten,
die sie sich zu Hause halten,
denn das Weib ist nur was wert
wie dereinst - an Heim und Herd,
tritt nicht ein in den Verein:
Sage nein!

Und wenn sie in deiner Schule
plötzlich lästern über Schwule,
schwarze Kinder spüren lassen,
wie sie andre Rassen hassen,
Lehrer, anstatt auszusterben,
Deutschland wieder braun verfärben,
hab dann keine Angst zu schrein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Schüler oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!


2. Eingefügte zweite Strophe auf "Gamsig":

Auch wenn jetzt die Neunmalklugen
ihre Einsamkeit benutzen
unsren Aufschrei zu verhöhnen,
öffentlich zurechtzustutzen,
wolln wir statt mit Eitelkeiten
und Zynismus abzulenken,
endlich mal zusammenstehn,
endlich mit dem Herzen denken.
Laßt uns doch zusammen schrein:
Sage nein!



3. Sage Nein! (2003)

Diese Textfassung singt Konstantin bei der Tournee im Jahr 2003:

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
Mit bewährten Kriegsparolen
Scheinheilig zum Höchsten beten
Und das Recht mit Füssen treten
Wenn sie dann in lauten Tönen
Einzig ihrer Machtgier frönen
Denn am kriegerischen Wesen
Muss nun mal die Welt genesen
Dann steh auf und misch dich ein
Sage nein!

Meistens rückt dann ein Herr Wichtig
Die Geschichte wieder richtig
Und behauptet nur mit Kriegen
Ließe sich die Welt befrieden
Diese fleischgewordne Lüge -
Ach man kennt es zur Genüge
Mach dich stark und misch dich ein
Zeig es diesem dummen Schwein
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger
Bänker oder Müßiggänger
Ob als Priester oder Lehrer
Hausfrau oder Straßenkehrer
Ob du sechs bist oder hundert
Sei nicht nur erschreckt, verwundert
Tobe zürne, misch dich ein:
Sage nein!

Wenn sie dich jetzt rekrutieren
Hab den Mut zu desertieren
Lass sie stehn, die Generäle
Und verweigre die Befehle
Menschen werden zu Maschinen
In den Militäranstalten
Niemand soll mehr denen dienen
Die die Welt so schlecht verwalten
Nie mehr solln uns jene lenken
Die nicht mit dem Herzen denken
Lass dich nie mehr auf sie ein
Sage nein!



Doch es tut sich was, ihr Lieben
Auf den Straßen, auf den Plätzen
Finden sich die Freunde ein
Sich dem Wahn zu widersetzen
Jetzt muss Schluss sein mit dem Schweigen
Dem Gehorsam, dem Verstecken
Wenn für unser Wohlbefinden
Hunderttausende verrecken
Dann ist´s Zeit zu widerstehen
Wenn, dann aufrecht untergehn
Sage Nein
#7

hallo wilmi

warum sollt es mich nicht mehr geben ? :p blah

eine bm hast du von mir bekommen?:confused:
Komisch, wellen:) - ich hatte auch schon das Gefühl, du seist verebbt .. :laugh:
Aber dann habe ich gesehen, dass du den "Golf" mit einem Smiley beehrt hast ....
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