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Aktien Jetzt hilft nur der Blick nach vorn

20.01.2019, 17:28  |  1567   |   |   

Das letzte Börsenjahr war hart. Wir legen es zu den Akten und blicken im Zuge des freundlichen Jahresauftakts lieber positiv in die Zukunft.

Selten zuvor war es so schwierig wie in 2018, selbst mit einem diversifizierten Portfolio, eine positive Rendite zu erzielen. In praktisch keiner Anlageklasse war für Anleger aus Euro-Sicht wirklich Geld zu verdienen.

  • Aktien: Absturz auf Raten
  • Zinsmärkte: im Keller
  • Gold: ohne Glanz
  • Ölpreis: Höhenflug abverkauft
  • Euro: eher schwach

Dabei schienen vor zwölf Monaten die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Kapitalmarktjahr gegeben zu sein, schließlich stand die Weltwirtschaft Ende 2017 so gut da wie lange nicht mehr. Dennoch: Zwölf Monate später stehen viele Börsenindizes mit einer prozentual zweistelligen negativen Wertentwicklung da. Für die US-Börse war der Dezember 2018 sogar der schlechteste Dezember seit 1931! Im deutschen DAX haben sich die Kurse von der Deutschen Bank, Covestro und Continental ungefähr halbiert, die Verluste bei Daimler, FMC, ThyssenKrupp, BASF, Fresenius, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Bayer und HeidelbergCement summierten sich auf 30 bis 40 Prozent! Ein Trauerspiel.

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Nach dem miserablen Börsenjahr 2018 hilft nur eines: die Vergangenheit abhaken und nach vorne schauen. Schließlich schadet es einem nur selbst, immer nur in den Rückspiegel zu blicken als durch die vordere Windschutzscheibe. Es verführt, bestimmte Wertpapiere zu lange zu halten, weil man sich nicht eingestehen will, dass man mit dem Kauf einen Fehler gemacht hat. Genauso gefährlich ist es aber, nach schlechten Erfahrungen frustriert den Blick ganz abzuwenden und den Zeitpunkt zum neuen Einstieg zu verpassen.

Theoretisch gesehen sind bei jedem Kauf Chancen auf Gewinn und Verlustrisiken gleich groß. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Mehrheit der Anleger, die an der Börse investiert ist, insgesamt mehr weiß als jeder einzelne für sich, dann ist die Beschäftigung damit, sich bei Verlusten Vorwürfe zu machen oder sich bei Kursgewinnen besonders glücklich zu schätzen, weitgehend sinnlos. Es liegt in der Natur der Finanzmärkte, dass es in guten Börsenphasen viele Genies und in schlechten Zeiten viele Looser gibt.

Die Praxis ist noch etwas komplizierter als die Theorie. Tatsächlich führen Stimmungen und Herdentrieb oft zu irrationalen Kursbewegungen. Unvernünftig jedenfalls aus langfristiger Perspektive - denn sehr kurzfristig gesehen ist es keineswegs irrational, dem Trend zu folgen, so lange man dabei möglichst weit vorn in der Herde galoppiert. Algorithmen, die auf vielen Computern ähnlich einprogrammiert sind, verstärken dieses Phänomen unter Umständen noch, was aber nicht leicht nachzuweisen ist.

An der Börse haben sich die Investoren im letzten Jahr offensichtlich auf die Negativmeldungen eingeschossen. In der Tat haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das Gewinnwachstum der Unternehmen verschlechtert. Darauf deuten beispielsweise auch der Ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor hin.

Über viele Probleme - Handelsstreit, Brexit, Italien - wird seit Monaten diskutiert; die Stimmung ist daher schlecht. Beim Blick nach vorn kann man sich aber auch fragen: Was soll noch kommen, was nicht schon längst in die Kurse eingeflossen ist? Sollten sich einige der Risiken in Wohlgefallen auflösen, könnten die Aktienmärkte auch stärker zulegen als erwartet. Vielleicht ist die Balance von Chancen und Risiken daher gar nicht so schlecht - und sind Kaufkurse nicht allzu weit entfernt.

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