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Gewinnerbranchen der Jahre 2006 bis 2040 - Die letzten 30 Beiträge



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Antwort auf Beitrag Nr.: 58.476.460 von Oberkassel am 17.08.18 20:36:14Meine Meinung und Handhabe zu dem Thema:

NVDA spielt imho in einer eigenen Liga, die verallgemeinernde Schublade "Chipwerte" ist fehl am Platze.
Der Markt fokussiert momentan auf die nachlassende Crypto-Nachfrage, dabei war immer klar, dass das für NVDA nur ein kleiner, temporärer Zusatzgewinn am Wegesrand ist (es spricht für die vielseitige Verwendbarkeit der GPUs, dass sie auch bei diesem Hype derart nachgefragt wurden).
In den nachhaltigen Kernbereichen ist das Wachstum beeindruckend oder hat noch gar nicht richtig begonnen.
Ich hatte vor den Zahlen etwas verkauft und habe mit dem Einbruch wieder aufgestockt, zusammen mit ANET meine größte Position.
AMD ist für mich (bisher) der ewige (?) Zweite, Intel hats verschlafen (bisher).

Was die Situation bei den Speicherchips und den zugehörigen Chipausrüstern angeht, so liegt die Wahrheit vermutlich wie so oft irgendwo in der Mitte, die alte Zyklik ist durchaus teils noch vorhanden, wenngleich zukünftig durch Mega-Trends wie AI, IoT etc. eine außergewöhnliche Wachstumsdynamik absehbar ist.
Momentan steht eher die Abschwächung der Nachfrage durch vorherige Kapazitätserweiterungen sowohl bei DRAM wie bei NAND Speicherchips im Fokus.
Der Markt übertreibt bekanntlich in beide Richtungen.

Im Einzelnen habe ich Besi komplett verkauft (beliefern Teilsegment mit evtl. nachhaltig negativ veränderten Fundamentals), ebenso AMAT (verlieren Marktanteile).
LRCX habe ich deutlich zurechtgestutzt, der CEO erwartet aber für September das Erreichen der Talsohle, ebenso MKSI, ASML hingegen habe ich behalten (überlegene Technologie?).

Ungewöhnlich ist die Lage bei MU, von wegen alles wäre maßlos überteuert, das mag in anderen Bereichen der Fall sein, für die Chip-Branche gilt das (so allgemein) mitnichten.
MU hat ein KGV von 4,2 bei (bisher) ungebrochenem Wachstum und ein völlig aus dem Rahmen fallendes PEG von 0.11 (yahoo).
Da preist der Markt so ziemlich jede denkbare Katastrophe ein, von der bevorstehenden, alten Zyklik (Überangebot/commodity) bis hin zu Sanktionen in China (Handelskrieg).
Ende 2019 wollen sie eine Innovation bei den Speicherchips herausbringen, sollten sie positiv überraschen, wären Kursgewinne vorprogrammiert.
Andererseits versuche ich ein wenig mit den vorherrschenden Marktstimmungen zu "schwimmen", ich habe die Position reduziert, verfolge aber sehr genau, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Einerseits ist es riskant, sich zu sehr auf eine "Schublade" (hier Chips) zu fokussieren, da man sich damit u.U. den Markt-Irrationalitäten besonders ausliefert, andererseits kommt man gerade wenn man nach preiswerten Wachstumswerten sucht, um die Chip-Branche nicht herum.
Ich habe also insgesamt diesen Bereich etwas reduziert (nachdem ich ihn vorher sehr übergewichtet hatte), gleichzeitig aber auch weiter diversifiziert ( z.B. Tokyo Electron und NANO) , da sich hier viele Unternehmen unter dem Aspekt "preiswertes Wachstum" förmlich aufdrängen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.476.235 von Algol am 17.08.18 19:44:52
Nvidia or AMD or Intel or...
Einer der spannesten Märkte trotz Summer Time, die Zahlen von Nvidia waren gut der Ausblick ist verhalten liegt aber nicht alleine an Nvidia andere Mitstreiter haben in dem Marktsegment ebenso vorsichtigere Prognosen erstellt z.b. Applied Materials

Applied Materials: Ausblick schürt Ängste über ein Ende des Chip-Booms - Aktien fallen deutlich

Der US-Maschinenbauer für die Halbleiterindustrie, Applied Materials Inc., hat das Ergebnis des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 veröffentlicht und erneut ein gutes Umsatzwachstum gezeigt.

“Wir erwarten, dass jedes unserer größeren Geschäftsbereiche starkes zweistelliges Wachstum liefern wird [.. ] Unser Ausblick bleibt positiv, da die A.I.-Big Data Ära neue Durchbrüche in der Technologie von Materialien bis hin zu Systemen benötigt, und Applied eine außerordentliche Möglichkeit eröffnet, eine größere und wertvollere Rolle im Ökosystem zu spielen“, sagt Gary Dickerson, President und CEO von Applied Materials Inc.

Nvidia

Einbruch bei Chips für Krypto-Mining schlimmer als erwartet.

Der Umsatz (US-GAAP) der Nvidia Corp. wuchs im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf rund 3,12 Mrd. US-Dollar.


Die Bruttomarge des Chip-Produzenten lag im gleichen Zeitraum bei 63,3 Prozent und erhöhte sich zum Vorjahr mit 58,4 Prozent deutlich. Damit wurde die ursprüngliche Prognose erreicht.

Um 68 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf knapp 1,16 Mrd. US-Dollar stieg indes im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018 das operative Ergebnis des Chip-Unternehmens.

Übrig blieb im zweiten Quartal 2018 ein Nettoergebnis von 1,10 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 89 Prozent. Das Ergebnis je Aktie (US-GAAP) wuchs damit um 91 Prozent auf 1,76 US-Dollar.

Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus dem Datacenter-Business, das um 83 Prozent auf 760 Mio. US-Dollar zulegen konnte.

Ausblick

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 rechnet die nVidia Corp. mit einem Umsatz (US-GAAP) in Höhe von rund 3,25 Mrd. US-Dollar plus oder minus zwei Prozent.

Die Bruttomarge soll bei 62,6 Prozent plus oder minus 50 Basispunkte liegen. Das Geschäft mit Chips für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether (Ethereum) soll im zweiten Halbjahr weiter rückläufig sein.

Intel: Akquisition von Startup Vertex.AI soll künstliche Intelligenz in Chips bringen

Die Intel Corp. erwirbt das Deep-Learning Startup Vertex.AI und erweitert damit den Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Ziel ist es, die Technologie in die eigenen Halbleiter-Produkte zu integrieren.


Vertex.AI hat unter der Bezeichnung PlaidML eine Deep Learning Engine entwickelt, die “Deep Learning for every Platform” ermöglichen soll. Die Engine soll in Zukunft als an Open Source Projekt weiterentwickelt werden.

PlaidML soll dabei unter der Apache 2.0 Lizenz als Intel® Graph Backend laufen und den Bereich Edge Computing unterstützen. Die Engine ist für die gängige PC Hardware mit OpenCL-geeigneten GPUs von nVidia, AMD oder Intel geeignet.

How A Top Fund Manager Bought Advanced Micro Devices Right Before It Jumped
https://www.forbes.com/sites/kenkam/2018/08/17/how-a-top-fun…

AMD Shorts Apparently Not Impressed
https://seekingalpha.com/article/4198924-amd-shorts-apparent…

Hatte AMD und MU gekauft, MU schwächelt nach seinem Zahlenwerk, Kurs ist rückläufig lag schon bei 30% im Plus - AMD gekauft der Kurs kennt nur eine Richtung - Frage was ist zu tuen..?

Den ChipSektor halte ich für hochgradig spannend und das für die nächsten Jahre - Intel hat seinen Vorsprung verpennt ich glaube hier sind sich die meisten einig, sie werden wieder kommen - dauert aber erst nach 2020 frühestens --bis dann wird AMD das Rennen machen, - ein wenig aufholen aber wieviel ?AMD hat kein Gutres "Marketing" die " Produkte" sind besser als manche annehmen, ist aber auch schwer zu durchblicken, Nvidia hat dagegen ein perfektes Marketing aber manche Produkte sind nicht so goldig wie Sie dargestellt werden, trotzdem wird Nvidia seinen Weg gehen..

Zur Zeit. MU und AMD Im Depot ggf, werde ich weiter aufrüsten bei AMD - chartechnisch wird sehr interessant in naher Zukunft Siehe Godmode....

https://www.mckinsey.com/~/media/McKinsey/Industries/Semicon…

How the semiconductor industry is taking charge of its transformation

https://www.mckinsey.com/industries/semiconductors/our-insig…

Schauen wir mal....

AMD ist gesetzt für die nächsten 2 Jahre, MU wird verkauft ... Nivida steht auf dem Prüfstand, Intel wird später begutachtet....und beobachtet...

Oberkassel
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Antwort auf Beitrag Nr.: 58.474.228 von clearasil am 17.08.18 16:10:17http://www.aktiencheck.de/exklusiv/Artikel-NVIDIA_Nebenschau…
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zu NVDA - volatility is your friend - Hochstufung.

https://seekingalpha.com/news/3383763-oppenheimer-upgrades-n…
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The biggest U.S. asset managers are going head-to-head to win a piece of a $1.5 trillion corporate cash comeback.

That’s the sum companies are expected to bring onshore under the U.S. tax overhaul passed last year, according to Invesco estimates . About $400 billion has already been repatriated, according to the firm.

Overseas, at least one major asset manager is losing out as a result of the changes. Cisco Systems Inc. yanked 5 billion euros ($5.7 billion) from Deutsche Bank AG’s asset management arm, DWS Group, in recent quarters as it repatriated profits, Bloomberg News reported on Thursday. The loss amounted to 40 percent of Deutsche Bank’s outflows in the first half of the year.

More from Bloomberg.com: Amazon in Running to Acquire Landmark Movie Chain

Read more here about Deutsche Bank’s Cisco withdrawal

Cisco’s decision underscores the fierce competition among asset managers seeking to capitalize on President Donald Trump’s successful push to upend corporate tax rates -- an effort that’s been criticized as a boondoggle to benefit companies already sitting on piles of cash.

The new law sets a one-time repatriation rate for untaxed cash held abroad -- a 15.5 percent charge on cash and liquid assets, and 8 percent on non-cash or illiquid assets. Payments can be made over eight years. Previously, such funds were hit with the 35 percent corporate tax.

More from Bloomberg.com: This Pro-Brexit Seaside Town Is Starting to Fret

Halfway into the year companies are still only beginning to respond to the changes. But BlackRock Inc., JPMorgan Chase & Co. and Fidelity Investments are among asset managers racing to create new strategies for clients who want to bring overseas funds back. Companies face an array of choices ranging from where to invest the money short-term and how to spend it.

“They have a significant amount of cash abroad and there is this window where they can capitalize on repatriating it,” said Jean-Yves Fillion, the chief executive of BNP Paribas SA’s U.S. holding company.

More from Bloomberg.com: Mnuchin Says Turkey Faces More Sanctions If Pastor Not Released

BNP Paribas recently reinforced its transatlantic task force that helps international companies with capital raising and financial strategy, including managing the flow of cash held overseas back to the U.S., Fillion said.

Here’s what some of the top firms are doing:
Fidelity

Michael Morin, head of liquidity management solutions at Boston-based Fidelity, said the firm is helping clients assess alternatives as they repatriate cash to spend on projects, pay off debt, repurchase shares and meet dividend payments.

Fidelity is helping clients determine where to park their money, whether in government or prime market funds.

“Some of our clients have already completed those transactions, but the majority of our clients are still in the process,” Morin said.

The timing for the decision is key in determining what the right investment vehicles are, according to Morin. Fidelity has hundreds of cash management clients, with more than $500 billion in money market funds, according to a company representative.
BlackRock

The world’s largest asset manager thinks it’s in a favorable position, having made several deals to add to its cash management business.

Last year the New York-based firm acquired Cachematrix, a financial technology firm focused on cash management. When the deal closed, BlackRock managed about $400 billion in cash for companies, banks, foundations, insurers and public funds, according to a release. In 2016, BlackRock acquired Bank of America Corp.’s $80 billion money market fund business.

Ellen Bockius, BlackRock’s global head of cash management marketing and U.S. corporate cash sales, said that investors will be keeping a watchful eye over how companies put their tax-related windfalls to work.

Bockius said observers will continue to see “shareholder interest in what these corporations are doing with this cash,” whether that comes in share buybacks, bond repurchases, capital investment or deal-making.
Goldman Sachs Asset Management

Corporations that had been issuing debt in the low interest-rate environment are increasingly turning around their strategies, said Goldman Sachs Asset Management managing director Jason Granet.

In the past few years American companies “were going to the debt market in the U.S. while building up these huge stores of cash abroad, especially while interest rates were near zero. Now they no longer need to issue debt,” he said.

Expect even more deal-making among cash managers, Granet added.

"It’s not surprising to see moves in our space because of regulation and costs. I wouldn’t be surprised to see more,” said Granet. "For us, we need to invest in technology, and have a broad range of solutions to offer clients."
JPMorgan Asset Management

The firm is stepping in as companies rethink their capital structure, or how they finance their operations through different kinds of funds, said Ted Ufferfilge, global head of client portfolio management at JPMorgan Asset Management.

“People are trying to think through what they want their capital structure to look like,” with short-term bond funds in particular garnering attention recently, he said.

But customization is necessary.

“Everyone wants to change the capital structure of their company, but every company is unique,” added Ufferfilge.
Der SUP-Boom treibt schon eigenartige Blüten. Bei uns ist kürzlich eine 37-jährige Asiatin (Nichtschwimmerin ohne Schwimmweste !) mit einem SUP auf den See gepaddelt und darin ertrunken.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.461.724 von Simonswald am 16.08.18 11:40:28Das scheint mir ein Zukunftstrend. Ich seh da jedenfalls in München, Zürich, Berlin und Frankfurt immer mehr Mittvierziger auf solchen Brettern. ;)

Das ist schon eine Seuche. An meiner Lieblings-Paddelboot-Einlassstelle am Ammersee gibt es an schönen windstillen Tagen schon früh morgens keinen Parkplatz mehr, dafür kilometerlange Staus. Ich gehe nur noch bei ordentlich Wind und Wellen aufs Wasser, wenn die SUP-ler sich nicht mehr trauen. Die Dinger gab es inzwischen auch bei Aldi und Lidl. Wird irgendwann eine riesige PVC-Müllschwemme auf den Wertstoffhöfen geben, vergleichbar mit den Kindertrampolins, die gefühlt in jedem zweiten Reihenhausgarten verrotten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.461.724 von Simonswald am 16.08.18 11:40:28Bic Sport ist tätsächlich einer der größten Produzenten in diesem Bereich ...

"... die Tochterfirma BIC Sport, einer der weltweit größten Hersteller von Surfbrettern, dessen Produkte auch unter dem Markennamen Tabou vertrieben werden. Darunter finden sich kostengünstige Surfboards zum Wellenreiten, insbesondere für Anfänger, zum Standuppaddling und zahlreiche Windsurfboards, darunter das robuste und große Bic Techno 293 One Design, mit dem Jugendliche Weltmeisterschaften bestreiten." ...

https://de.wikipedia.org/wiki/BIC_Group
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.466.956 von investival am 16.08.18 19:43:55> nicht jeder die Kurve from good to great schaffte <
– Mit Collins'schem Bezug treffender gesagt: die Kurve built to last
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.452.265 von clearasil am 15.08.18 12:40:04
Jeff Bezo's 'Weisheiten'
Zitat von clearasil: zu AMZN - Bezos denkt nach.


Foto: The Motley Fool.

Wenn es um Aktionärsbriefe geht, ist keiner beliebter als der jährliche Brief von Berkshire Hathaways CEO Warren Buffett. Und das zu Recht: Buffett ist wohl der erfolgreichste Investor der Welt, und seine prägnanten Weisheiten sind für jeden leicht verdaulich.

Aber es gibt noch einen anderen Gründer bzw. CEO, der Buffett vielleicht bald den Rang abläuft: In den letzten 20 Jahren hat Jeff Bezos von Amazon (WKN:906866) die gleiche Art von unverwüstlicher Weisheit zu Papier gebracht, die keiner verpassen sollte.

Hier die besten Zitate aus jedem dieser 20 Briefe.
1997: Wir setzen auf Langfristigkeit

Von Anfang an machte Bezos klar, dass er den Modus Operandi der Wall Street ignorieren und sich auf das Langfristigkeit konzentrieren würde:

Aufgrund unserer langfristigen Ausrichtung können wir Entscheidungen treffen und Kompromisse anders abwägen als manche anderen Unternehmen. … Wir werden weiterhin Investitionsentscheidungen im Hinblick auf eine langfristige Marktführerschaft treffen, anstatt mit dem Blick auf kurzfristige Reaktionen der Wall Street.

1998: So wollen wir Mitarbeiter einstellen

Das Zitat ist zwar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber es bietet immer noch einen Einblick, wie es das Unternehmen geschafft hat, einige der klügsten Köpfe der späten 90er zu rekrutieren:

Bei unseren Einstellungsgesprächen wollen wir drei Fragen zu berücksichtigen, bevor wir eine Entscheidung treffen:

Werden wir diese Person bewundern?
Wird diese Person das durchschnittliche Niveau der Effektivität der Gruppe, in die sie kommt, erhöhen?
In welchen Bereichen könnte diese Person ein echter Star sein?

1999: E-Commerce wird nie wieder so schlimm sein wie jetzt

Es mag jetzt offensichtlich erscheinen, aber Bezos hat ganz klar vorausgesehen, wie sich der E-Commerce im Laufe der Zeit verändern würde.

Das aktuelle Online-Shopping-Erlebnis ist schlimm… aber es wird unendlich viel besser werden.

Und jetzt das Lustige: Bezos würde wahrscheinlich heute sagen, dass das Online-Shopping-Erlebnis schlimm ist und nur besser werden kann.
2000: Wir lernen aus unseren Fehlern

Wie alle Dot-Coms litt auch Amazon unter dem Platzen der Technologieblase. Bezos gibt zu, dass es auch ihn erwischt hat:

Im Nachhinein haben wir deutlich unterschätzt, wie viel Zeit für den Einstieg in diese Kategorien zur Verfügung steht und wie schwierig es für E-Commerce-Unternehmen der einzelnen Kategorien wäre, die für den Erfolg notwendige Größenordnung zu erreichen.

2001: Warum wir begonnen haben, die Preise zu senken

Ab 2001 begann das Unternehmen, die Preise für Waren zu senken. Das von ihm unten im Zitat erwähnte „Loop“ wird in der Folgezeit an den Wirtschaftsunis gelehrt:

Die Konzentration auf Kostenverbesserung ermöglicht es uns, die Preise zu senken, was das Wachstum fördert. Das Wachstum verteilt die Fixkosten auf mehr Umsatz und reduziert die Stückkosten, was weitere Preissenkungen ermöglicht. Das schätzen Kunden, und es ist gut für die Aktionäre. Diesen Loop, also die Schleife, werden wir immer wieder wiederholen.

2002: Niedrige Preise und Kundenservice

Wenn ein stationärer Einzelhandel hervorragenden Service will, muss er mehr Geld für Mieten und Einrichtung ausgeben. Nicht so beim E-Commerce:

Eine unserer interessantesten Eigenschaften wird noch nicht so verstanden. Die Leute sehen, dass wir entschlossen sind, sowohl das weltweit führende Kundenerlebnis als auch die niedrigstmöglichen Preise anzubieten, aber manchen erscheint dieses Ziel paradox.

2003: Zurück zum langfristigen Denken

Bezos kehrt zum langfristigen Denken zurück. Hier erklärt er den Unterschied zwischen „Besitzern“ von Amazon-Aktien und „Mietern“.

Eigentümer sind anders als Mieter. Ich kenne ein Paar, das sein Haus vermietet hat. An eine Familie, die ihren Weihnachtsbaum auf den Parkettboden genagelt hat, anstatt einen Baumständer zu benutzen. … Kein Besitzer würde so etwas Unüberlegtes tun. Ebenso sind viele Investoren im eigentlichen Sinne bloß kurzfristige Mieter, die ihre Portfolios so anlegen, dass sie die Aktien, die sie vorübergehend „besitzen“, in der Realität nur mieten.

2004: Freier Cashflow ist wichtiger als das Ergebnis

Während das Beispiel, das er verwendet, ein wenig weit hergeholt ist, liefert Bezos ein Beispiel für ein Unternehmen, das einerseits auf dem Papier hervorragende Gewinne erzielt und in Wirklichkeit Geld verliert.

Ein Unternehmen kann den Shareholder Value unter bestimmten Umständen sogar durch steigende Erträge beeinträchtigen.

2005: Die Daten sind gut, aber die langfristige Beurteilung ist besser

Ein weiteres langfristiges Unterscheidungsmerkmal von Bezos ist, dass er genau überlegt, wann er Daten zur Entscheidungsfindung verwendet und wann er sie ignoriert und sich darauf konzentriert, was Daten nicht messen können:

Wir können abschätzen, was eine Preissenkung in dieser Woche und in diesem Quartal bewirken wird. Aber wir können die Auswirkungen einer konsequenten Preissenkung auf unser Geschäft über einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren und mehr nicht genau mit Zahlen belegen. Wir denken aber, dass dies einen positiven Kreislauf schafft, der langfristig zu einem viel größeren freien Cashflow in Dollar führt.

2006: Wie man sich für eine neue Chance entscheidet

Optionalität, d.h. die Möglichkeit, mehrere Geschäftszweige zu verfolgen, ist ein wesentliches Merkmal von Amazon. Bezos sucht in solchen Branchen drei Dinge.

Wir müssen uns davon überzeugen, dass die neue Möglichkeit die Kapitalrendite erzielen kann, die unsere Investoren bei ihrer Investition in Amazon erwartet haben…. dass das neue Geschäft in einem Ausmaß wachsen kann, in dem es für unser gesamtes Unternehmen von Bedeutung sein kann…. und dass die Sparte derzeit unterversorgt ist und wir über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um eine starke Kundendifferenzierung auf den Markt zu bringen.

2007: Können wir wirklich eine 500 Jahre alte Erfindung – das Buch – ersetzen?

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was im Vorstand von Amazon passiert, muss man sich ansehen, wie Bezos die Denkweise bei der Entwicklung des Kindle beschrieben hat.

Wir haben herausgefunden, was unserer Meinung nach das wichtigste Merkmal des Buches ist: Es verschwindet. Wenn man ein Buch liest, bemerkt man das Papier und die Tinte und den Kleber und die Nähte nicht. All das löst sich auf, und was bleibt, ist die Welt des Autors.

2008: Sollen wir uns auf unsere einzigartigen Fähigkeiten oder auf unsere Kunden konzentrieren? Kunden ­ immer auf die Kunden!

Viele Unternehmen konzentrieren sich gerne auf ihre Stärken. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings gibt es laut Bezos jedoch einen besseren, langfristigen Weg.

Bei ausschließlicher Konzentration auf die Stärke wird das Unternehmen nie dazu gebracht, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Irgendwann werden die Stärken veraltet sein. Wenn man immer von den Kundenbedürfnissen ausgeht und arbeitet, muss man sich automatisch neue Kompetenzen aneignen und neue Muskeln trainieren.

2009: Wie man sich Ziele setzt

Amazon setzt sich viele Ziele. Und in der Regel haben diese nichts mit finanziellen Ergebnissen zu tun. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das, was sie kontrollieren können: den Prozess.

Ältere Führungskräfte, die neu bei Amazon sind, sind oft überrascht, wie wenig Zeit wir damit verbringen, über tatsächliche finanzielle Ergebnisse zu diskutieren oder über geplante finanzielle Ergebnisse zu diskutieren. … Die Konzentration unserer Energie auf die steuerbaren Inputs für unser Geschäft ist der effektivste Weg, um die finanziellen Ergebnisse im Laufe der Zeit zu maximieren.

2010: Wir nutzen KI, und es macht einen Unterschied

Für Nicht-ITler ist dieser Brief recht unbekannt. Bezos beschreibt, wie Amazon seine Technologie konstruiert, um das Geschäft zu verbessern. Der wichtigste Takeaway: in unerforschtes Terrain vordringen.

Viele der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, haben keine Lehrbuchlösungen, und so erfinden wir – glücklicherweise – neue Ansätze.

2011: Die Eliminierung von Gatekeepern hilft der Welt – und uns

Einige glauben, dass Amazon ein Monopol ist, das aufgelöst werden muss. Aber Kritiker müssen anerkennen, dass Amazon Web Services (AWS), Kindle Direct und Fulfillment by Amazon (FBA) Gatekeeper eliminiert und kleineren Unternehmen und Autoren erlaubt haben, gegen eine relativ geringe Gebühr zu florieren:

Selbst wohlmeinende Gatekeeper verlangsamen die Innovation. Wenn eine Plattform per Selbstbedienung funktioniert, können auch die unwahrscheinlichen Ideen ausprobiert werden. Es gibt dann keinen Gatekeeper, der sagt: „Das wird nie funktionieren!“ Und wer hätte das gedacht — viele dieser unwahrscheinlichen Ideen funktionieren, und die Gesellschaft ist der Nutznießer dieser Vielfalt.

2012: Kunden- statt wettbewerbsorientiert sein

Amazon sorgt sich mehr um die Erfüllung seiner Mission als darum, was die Konkurrenz vorhat.

Ein Vorteil – vielleicht ein etwas subtiler – einer kundenorientierten Ausrichtung ist, dass sie eine bestimmte Art von Proaktivität unterstützt. Am besten warten wir erst gar nicht auf Druck von außen. Wir sind intern bestrebt, unsere Dienstleistungen zu verbessern, indem wir Vorteile und Funktionen hinzufügen, bevor wir es tun müssen. Wir senken die Preise und erhöhen den Wert für unsere Kunden, bevor wir es tun müssen. Wir erfinden, bevor wir es müssen.

2013: Wie wir bei Amazon erfinden

Dass man bei Amazon eine Kultur des Scheiterns gepflegt hat, hat zu vielen Misserfolgen geführt… und einigen großen Gewinnen.

Scheitern ist Teil des Erfindens. Es passiert nicht freiwillig. Wir verstehen das und glauben daran, früh zu scheitern und es immer wieder zu versuchen, bis wir es richtig gemacht haben. Wenn dieser Prozess funktioniert, bedeutet das, dass unsere Fehler relativ klein sind (die meisten Experimente können klein anfangen), und wenn wir auf etwas stoßen, das wirklich für unsere Kunden funktioniert, verdoppeln wir es mit der Hoffnung, es in einen noch größeren Erfolg zu verwandeln.

2014: Amazon hat jetzt drei Wachstumstreiber

Ab 2014 machte Bezos deutlich, dass drei Geschäftsbereiche die meisten Ergebnisse von Amazon ausmachen: der Online-Marktplatz, Prime und AWS.

Ein gutes Geschäftsmodell hat mindestens vier Eigenschaften. Die Kunden lieben es, es kann sehr groß werden, es hat eine hohe Kapitalrendite, und es ist langfristig, für ganze Jahrzehnte, aufgestellt. Wenn man so etwas vorfindet, muss man all-in sein.

2015: Drehtüren und Sackgassen

Bezos ist sich bewusst, dass die meisten Entscheidungen umkehrbar sind. Man kann seine Ratschläge unten auf fast alle Bereichen des Lebens anwenden.

Einige Entscheidungen sind irreversibel oder fast irreversibel – richtige Sackgassen -, und diese Entscheidungen müssen methodisch, sorgfältig und langsam getroffen werden….. Wenn man am Ende nicht mag, was man auf der anderen Seite vorfindet, kann man nicht dahin zurückkehren, wo man vorher war. Aber die meisten Entscheidungen sind nicht so – sie sind veränderbar, umkehrbar – sie sind Drehtüren. Hat man eine nicht so gute Drehtür-Entscheidung getroffen, kann man zurück, kann die Tür wieder öffnen und zurückgehen. Diese Entscheidungen können und sollten schnell von Personen mit hohem Urteilsvermögen oder kleinen Gruppen getroffen werden.

2016: Wie man schnell gute Entscheidungen trifft

Bezos knüpft an das Thema der Drehtür an und macht deutlich, dass er weiterhin sehr hart daran arbeiten wird, solche Entscheidungen so schnell wie möglich zu treffen.

Um die Energie und Dynamik des Anfangs zu erhalten, muss man irgendwie gute und schnelle Entscheidungen treffen. Das ist für Start-ups recht einfach – für große Unternehmen hingegen eine Herausforderung.

2017: Was ist mit den Standards?

Am Ende denkt Bezos über hohe Standards nach. Während die meisten Menschen erkennen können, wie diese Standards aussehen, fehlt doch immer noch ein Stück.

Um hohe Standards zu erreichen muss man realistische Überzeugungen haben und proaktiv kommunizieren, wie schwer etwas sein wird.

Das tolle an diesen Weisheiten ist, dass sie nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Investoren wertvoll sind. Wer seine Zeit und Aufmerksamkeit auf Unternehmen konzentriert, die viele jener Werte nachahmen, die Bezos predigt, dann wird man wahrscheinlich Anlagemöglichkeiten finden, die einem dabei behilflich sind, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

von hier:

https://www.fool.de/2018/08/08/20-weisheiten-von-jeff-bezos/

Na ja ... bei einigen Punkten wie bspw. dem öfters beschworenen price dumping welches sich AMZN interessanterweise (gefühlt) heute immer weniger erlaubt bzw. erlauben kann oder will oder zur Pflege der 'Kultur des Scheiterns' in einem Unternehmen kam Bezos der seit 2001 rollende und nach 2008 aufschäumende Geldtsunami schwer bestreitbar entgegen.

Entscheidend für die Nachhaltigkeit seiner AMZN(-Hochbewertung) finde ich Bezo's folgende Erkenntniszitate [– er war sich also früh genug bewusst, dass sein originäres 08/15 retail business model allein nicht überleben würde]:
2006 (+ in gleichem Kontext 2008*) + 2010) ... – 'AWS', welches im Kern das Gedeihen wenn nicht gar das Überleben AMZN's seit 2008/09 via stg. Gewinnbeiträge sichert, wurde 2006 geboren und ist im core segment IaaS praktisch uneinholbarer peer leader.

2016 gab er indirekt das natürliche Manko eines big caps zu, aber in punkto AWS ist, mit nun wahrscheinlich doch sehr breiter cloud-Akzeptanz, nichtsdestotrotz noch einiges möglich (sehr gute Anwenderbeurteilungen gibt's bereits, wenn die meisten auch erst mal nur in offenbar weniger relevanten IT-Segmenten).

*) »Mein« Bezos-Kernsatz:
> Bei ausschließlicher Konzentration auf die Stärke wird das Unternehmen nie dazu gebracht, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Irgendwann werden die Stärken veraltet sein. <
Das ist bzw. war ein wunder Punkt bei vielen »Vorzeigern« seit Dekaden bes. im tech sector, wo dann nicht jeder die Kurve from good to great schaffte. [Aktuell in der Kurve z.B. INTC, CSCO, augenscheinlich auch CERN, MANH; vlt. auch noch IBM, ORCL. Geschafft haben's neben AMZN z.B. ADBE, MSFT (beide im übrigen ohne ihre alten Stärken eingebüßt zu haben) und so es aussieht NVDA]
Und was viele andere mit so einer Einsicht, auch in anderen Branchen, zu anorganischer Hektik um nicht zu sagen: UNsinn verleitet(e).
1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.463.911 von Oberkassel am 16.08.18 14:57:20@oberkassler - Weiter in der Beobachtung.

angenehmerweise bereits gekauft - danke für einen weiteren Artikel. :)

greets cleara
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.417.803 von anyway am 10.08.18 10:15:03
Ad Tech Firm Poised to Surge 50%
https://www.barrons.com/articles/ad-tech-firm-poised-to-surg…

Weiter in der Beobachtung.

Oberkassler
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Das scheint mir ein Zukunftstrend. Ich seh da jedenfalls in München, Zürich, Berlin und Frankfurt immer mehr Mittvierziger auf solchen Brettern. ;)
Kennt ihr da thematisch eine passende Aktie zu diesem Megatrend?



http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/technik/zwei-aufbla…
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https://seekingalpha.com/news/3382966-constellation-brands-i…

Constellation Brands (NYSE:STZ) and Canopy Growth (NYSE:CGC) announce an expansion of their strategic partnership.

Under the terms of the new arrangement, Constellation will increase its ownership interest in Canopy Growth by acquiring 104.5M shares directly from Canopy Growth. The investment by Constellation will take its ownership interest in Canopy Growth to ~38% when assuming exercise of the existing Constellation warrants.

Constellation Brands is acquiring the new shares at a price of C$48.60 per share.

Constellation will also receive additional warrants of Canopy that, if exercised, would provide for at least an additional C$4.5B to Canopy Growth.

"Through this investment, we are selecting Canopy Growth as our exclusive global cannabis partner," says Constellation CEO Rob Sands.
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Re: Facebook's valuation

For a long while now, I have been predicting the following to anybody that will listen (fellow investors, bums on park benches, etc):

First to $1 Trillion market cap = aapl (done)

First to $2 Trillion market cap = amzn (this should not be hard to see either)

First to $3 Trillion market cap = Facebook (this will amaze a few people).

aus comments-section hier:

https://seekingalpha.com/article/4198577-facebook-new-intern…

We think the Internet is Facebook's to lose.

Most everybody is on Facebook, and most businesses have to be. Why would consumers have to go anywhere else to find and pay what they are looking for. From dating applications threatening the livelihood of Match (MTCH) to payment processing functions that could stymie the growth prospects of Square (SQ) and PayPal (PYPL) to furthering its dominance in advertising, Facebook has an open-ended long-term opportunity, and management knows it. It is just a matter of time before Facebook really turns up the gears on ancillary revenue opportunities, in our view, and the company at the moment has to be ultra-careful not to lose the trust in the consumer and that of congressional authorities that could create a nightmare for the company.

What we're trying to say is that it may not be exactly correct to think of Facebook as an advertising-only company, but rather one that could eventually encroach the turfs of Amazon (AMZN) and Alphabet's (GOOG) (GOOGL) Google. Family and friends are already on Facebook, and being able to buy from businesses directly on Facebook may only be a matter of time. Why couldn't Facebook set up its own logistics arm to handle deliveries and charge businesses for it, too? Amazon may have the first-mover advantage, but customers are on Facebook and they have a considerable amount of their valued stories and histories there, where if they had to choose to do something (buy "stuff" and socialize with friends) in one place, Facebook would be it.

Facebook's roots may have even started out as a form of a dating site, and it is only a matter of time before it expands into this area as well, in our view. Instagram, another Facebook property, is extremely popular, and with Facebook, it seems like dating applications are only a matter of time. The company is already doing internal testing. Why couldn't people on Facebook book their hotels and flights on Facebook, too? Why couldn't Facebook integrate Booking Holdings (BKNG), formerly Priceline, into its website, or essentially any other online business model? The case for Facebook becoming the new Internet seems to make sense over the long haul, in our view, because to many users, Facebook remains the go-to Internet property.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.452.265 von clearasil am 15.08.18 12:40:04 Ein gutes Geschäftsmodell hat mindestens vier Eigenschaften. Die Kunden lieben es, es kann sehr groß werden, es hat eine hohe Kapitalrendite, und es ist langfristig, für ganze Jahrzehnte, aufgestellt. Wenn man so etwas vorfindet, muss man all-in sein.


Ein Vorteil – vielleicht ein etwas subtiler – einer kundenorientierten Ausrichtung ist, dass sie eine bestimmte Art von Proaktivität unterstützt. Am besten warten wir erst gar nicht auf Druck von außen. Wir sind intern bestrebt, unsere Dienstleistungen zu verbessern, indem wir Vorteile und Funktionen hinzufügen, bevor wir es tun müssen. Wir senken die Preise und erhöhen den Wert für unsere Kunden, bevor wir es tun müssen. Wir erfinden, bevor wir es müssen.


Ältere Führungskräfte, die neu bei Amazon sind, sind oft überrascht, wie wenig Zeit wir damit verbringen, über tatsächliche finanzielle Ergebnisse zu diskutieren oder über geplante finanzielle Ergebnisse zu diskutieren. … Die Konzentration unserer Energie auf die steuerbaren Inputs für unser Geschäft ist der effektivste Weg, um die finanziellen Ergebnisse im Laufe der Zeit zu maximieren.


Bei ausschließlicher Konzentration auf die Stärke wird das Unternehmen nie dazu gebracht, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Irgendwann werden die Stärken veraltet sein. Wenn man immer von den Kundenbedürfnissen ausgeht und arbeitet, muss man sich automatisch neue Kompetenzen aneignen und neue Muskeln trainieren.


Eigentümer sind anders als Mieter. Ich kenne ein Paar, das sein Haus vermietet hat. An eine Familie, die ihren Weihnachtsbaum auf den Parkettboden genagelt hat, anstatt einen Baumständer zu benutzen. … Kein Besitzer würde so etwas Unüberlegtes tun. Ebenso sind viele Investoren im eigentlichen Sinne bloß kurzfristige Mieter, die ihre Portfolios so anlegen, dass sie die Aktien, die sie vorübergehend „besitzen“, in der Realität nur mieten.
zu AMZN - Bezos denkt nach.


Foto: The Motley Fool.

Wenn es um Aktionärsbriefe geht, ist keiner beliebter als der jährliche Brief von Berkshire Hathaways CEO Warren Buffett. Und das zu Recht: Buffett ist wohl der erfolgreichste Investor der Welt, und seine prägnanten Weisheiten sind für jeden leicht verdaulich.

Aber es gibt noch einen anderen Gründer bzw. CEO, der Buffett vielleicht bald den Rang abläuft: In den letzten 20 Jahren hat Jeff Bezos von Amazon (WKN:906866) die gleiche Art von unverwüstlicher Weisheit zu Papier gebracht, die keiner verpassen sollte.

Hier die besten Zitate aus jedem dieser 20 Briefe.
1997: Wir setzen auf Langfristigkeit

Von Anfang an machte Bezos klar, dass er den Modus Operandi der Wall Street ignorieren und sich auf das Langfristigkeit konzentrieren würde:

Aufgrund unserer langfristigen Ausrichtung können wir Entscheidungen treffen und Kompromisse anders abwägen als manche anderen Unternehmen. … Wir werden weiterhin Investitionsentscheidungen im Hinblick auf eine langfristige Marktführerschaft treffen, anstatt mit dem Blick auf kurzfristige Reaktionen der Wall Street.

1998: So wollen wir Mitarbeiter einstellen

Das Zitat ist zwar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber es bietet immer noch einen Einblick, wie es das Unternehmen geschafft hat, einige der klügsten Köpfe der späten 90er zu rekrutieren:

Bei unseren Einstellungsgesprächen wollen wir drei Fragen zu berücksichtigen, bevor wir eine Entscheidung treffen:

Werden wir diese Person bewundern?
Wird diese Person das durchschnittliche Niveau der Effektivität der Gruppe, in die sie kommt, erhöhen?
In welchen Bereichen könnte diese Person ein echter Star sein?

1999: E-Commerce wird nie wieder so schlimm sein wie jetzt

Es mag jetzt offensichtlich erscheinen, aber Bezos hat ganz klar vorausgesehen, wie sich der E-Commerce im Laufe der Zeit verändern würde.

Das aktuelle Online-Shopping-Erlebnis ist schlimm… aber es wird unendlich viel besser werden.

Und jetzt das Lustige: Bezos würde wahrscheinlich heute sagen, dass das Online-Shopping-Erlebnis schlimm ist und nur besser werden kann.
2000: Wir lernen aus unseren Fehlern

Wie alle Dot-Coms litt auch Amazon unter dem Platzen der Technologieblase. Bezos gibt zu, dass es auch ihn erwischt hat:

Im Nachhinein haben wir deutlich unterschätzt, wie viel Zeit für den Einstieg in diese Kategorien zur Verfügung steht und wie schwierig es für E-Commerce-Unternehmen der einzelnen Kategorien wäre, die für den Erfolg notwendige Größenordnung zu erreichen.

2001: Warum wir begonnen haben, die Preise zu senken

Ab 2001 begann das Unternehmen, die Preise für Waren zu senken. Das von ihm unten im Zitat erwähnte „Loop“ wird in der Folgezeit an den Wirtschaftsunis gelehrt:

Die Konzentration auf Kostenverbesserung ermöglicht es uns, die Preise zu senken, was das Wachstum fördert. Das Wachstum verteilt die Fixkosten auf mehr Umsatz und reduziert die Stückkosten, was weitere Preissenkungen ermöglicht. Das schätzen Kunden, und es ist gut für die Aktionäre. Diesen Loop, also die Schleife, werden wir immer wieder wiederholen.

2002: Niedrige Preise und Kundenservice

Wenn ein stationärer Einzelhandel hervorragenden Service will, muss er mehr Geld für Mieten und Einrichtung ausgeben. Nicht so beim E-Commerce:

Eine unserer interessantesten Eigenschaften wird noch nicht so verstanden. Die Leute sehen, dass wir entschlossen sind, sowohl das weltweit führende Kundenerlebnis als auch die niedrigstmöglichen Preise anzubieten, aber manchen erscheint dieses Ziel paradox.

2003: Zurück zum langfristigen Denken

Bezos kehrt zum langfristigen Denken zurück. Hier erklärt er den Unterschied zwischen „Besitzern“ von Amazon-Aktien und „Mietern“.

Eigentümer sind anders als Mieter. Ich kenne ein Paar, das sein Haus vermietet hat. An eine Familie, die ihren Weihnachtsbaum auf den Parkettboden genagelt hat, anstatt einen Baumständer zu benutzen. … Kein Besitzer würde so etwas Unüberlegtes tun. Ebenso sind viele Investoren im eigentlichen Sinne bloß kurzfristige Mieter, die ihre Portfolios so anlegen, dass sie die Aktien, die sie vorübergehend „besitzen“, in der Realität nur mieten.

2004: Freier Cashflow ist wichtiger als das Ergebnis

Während das Beispiel, das er verwendet, ein wenig weit hergeholt ist, liefert Bezos ein Beispiel für ein Unternehmen, das einerseits auf dem Papier hervorragende Gewinne erzielt und in Wirklichkeit Geld verliert.

Ein Unternehmen kann den Shareholder Value unter bestimmten Umständen sogar durch steigende Erträge beeinträchtigen.

2005: Die Daten sind gut, aber die langfristige Beurteilung ist besser

Ein weiteres langfristiges Unterscheidungsmerkmal von Bezos ist, dass er genau überlegt, wann er Daten zur Entscheidungsfindung verwendet und wann er sie ignoriert und sich darauf konzentriert, was Daten nicht messen können:

Wir können abschätzen, was eine Preissenkung in dieser Woche und in diesem Quartal bewirken wird. Aber wir können die Auswirkungen einer konsequenten Preissenkung auf unser Geschäft über einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren und mehr nicht genau mit Zahlen belegen. Wir denken aber, dass dies einen positiven Kreislauf schafft, der langfristig zu einem viel größeren freien Cashflow in Dollar führt.

2006: Wie man sich für eine neue Chance entscheidet

Optionalität, d.h. die Möglichkeit, mehrere Geschäftszweige zu verfolgen, ist ein wesentliches Merkmal von Amazon. Bezos sucht in solchen Branchen drei Dinge.

Wir müssen uns davon überzeugen, dass die neue Möglichkeit die Kapitalrendite erzielen kann, die unsere Investoren bei ihrer Investition in Amazon erwartet haben…. dass das neue Geschäft in einem Ausmaß wachsen kann, in dem es für unser gesamtes Unternehmen von Bedeutung sein kann…. und dass die Sparte derzeit unterversorgt ist und wir über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um eine starke Kundendifferenzierung auf den Markt zu bringen.

2007: Können wir wirklich eine 500 Jahre alte Erfindung – das Buch – ersetzen?

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was im Vorstand von Amazon passiert, muss man sich ansehen, wie Bezos die Denkweise bei der Entwicklung des Kindle beschrieben hat.

Wir haben herausgefunden, was unserer Meinung nach das wichtigste Merkmal des Buches ist: Es verschwindet. Wenn man ein Buch liest, bemerkt man das Papier und die Tinte und den Kleber und die Nähte nicht. All das löst sich auf, und was bleibt, ist die Welt des Autors.

2008: Sollen wir uns auf unsere einzigartigen Fähigkeiten oder auf unsere Kunden konzentrieren? Kunden ­ immer auf die Kunden!

Viele Unternehmen konzentrieren sich gerne auf ihre Stärken. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings gibt es laut Bezos jedoch einen besseren, langfristigen Weg.

Bei ausschließlicher Konzentration auf die Stärke wird das Unternehmen nie dazu gebracht, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Irgendwann werden die Stärken veraltet sein. Wenn man immer von den Kundenbedürfnissen ausgeht und arbeitet, muss man sich automatisch neue Kompetenzen aneignen und neue Muskeln trainieren.

2009: Wie man sich Ziele setzt

Amazon setzt sich viele Ziele. Und in der Regel haben diese nichts mit finanziellen Ergebnissen zu tun. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das, was sie kontrollieren können: den Prozess.

Ältere Führungskräfte, die neu bei Amazon sind, sind oft überrascht, wie wenig Zeit wir damit verbringen, über tatsächliche finanzielle Ergebnisse zu diskutieren oder über geplante finanzielle Ergebnisse zu diskutieren. … Die Konzentration unserer Energie auf die steuerbaren Inputs für unser Geschäft ist der effektivste Weg, um die finanziellen Ergebnisse im Laufe der Zeit zu maximieren.

2010: Wir nutzen KI, und es macht einen Unterschied

Für Nicht-ITler ist dieser Brief recht unbekannt. Bezos beschreibt, wie Amazon seine Technologie konstruiert, um das Geschäft zu verbessern. Der wichtigste Takeaway: in unerforschtes Terrain vordringen.

Viele der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, haben keine Lehrbuchlösungen, und so erfinden wir – glücklicherweise – neue Ansätze.

2011: Die Eliminierung von Gatekeepern hilft der Welt – und uns

Einige glauben, dass Amazon ein Monopol ist, das aufgelöst werden muss. Aber Kritiker müssen anerkennen, dass Amazon Web Services (AWS), Kindle Direct und Fulfillment by Amazon (FBA) Gatekeeper eliminiert und kleineren Unternehmen und Autoren erlaubt haben, gegen eine relativ geringe Gebühr zu florieren:

Selbst wohlmeinende Gatekeeper verlangsamen die Innovation. Wenn eine Plattform per Selbstbedienung funktioniert, können auch die unwahrscheinlichen Ideen ausprobiert werden. Es gibt dann keinen Gatekeeper, der sagt: „Das wird nie funktionieren!“ Und wer hätte das gedacht — viele dieser unwahrscheinlichen Ideen funktionieren, und die Gesellschaft ist der Nutznießer dieser Vielfalt.

2012: Kunden- statt wettbewerbsorientiert sein

Amazon sorgt sich mehr um die Erfüllung seiner Mission als darum, was die Konkurrenz vorhat.

Ein Vorteil – vielleicht ein etwas subtiler – einer kundenorientierten Ausrichtung ist, dass sie eine bestimmte Art von Proaktivität unterstützt. Am besten warten wir erst gar nicht auf Druck von außen. Wir sind intern bestrebt, unsere Dienstleistungen zu verbessern, indem wir Vorteile und Funktionen hinzufügen, bevor wir es tun müssen. Wir senken die Preise und erhöhen den Wert für unsere Kunden, bevor wir es tun müssen. Wir erfinden, bevor wir es müssen.

2013: Wie wir bei Amazon erfinden

Dass man bei Amazon eine Kultur des Scheiterns gepflegt hat, hat zu vielen Misserfolgen geführt… und einigen großen Gewinnen.

Scheitern ist Teil des Erfindens. Es passiert nicht freiwillig. Wir verstehen das und glauben daran, früh zu scheitern und es immer wieder zu versuchen, bis wir es richtig gemacht haben. Wenn dieser Prozess funktioniert, bedeutet das, dass unsere Fehler relativ klein sind (die meisten Experimente können klein anfangen), und wenn wir auf etwas stoßen, das wirklich für unsere Kunden funktioniert, verdoppeln wir es mit der Hoffnung, es in einen noch größeren Erfolg zu verwandeln.

2014: Amazon hat jetzt drei Wachstumstreiber

Ab 2014 machte Bezos deutlich, dass drei Geschäftsbereiche die meisten Ergebnisse von Amazon ausmachen: der Online-Marktplatz, Prime und AWS.

Ein gutes Geschäftsmodell hat mindestens vier Eigenschaften. Die Kunden lieben es, es kann sehr groß werden, es hat eine hohe Kapitalrendite, und es ist langfristig, für ganze Jahrzehnte, aufgestellt. Wenn man so etwas vorfindet, muss man all-in sein.

2015: Drehtüren und Sackgassen

Bezos ist sich bewusst, dass die meisten Entscheidungen umkehrbar sind. Man kann seine Ratschläge unten auf fast alle Bereichen des Lebens anwenden.

Einige Entscheidungen sind irreversibel oder fast irreversibel – richtige Sackgassen -, und diese Entscheidungen müssen methodisch, sorgfältig und langsam getroffen werden….. Wenn man am Ende nicht mag, was man auf der anderen Seite vorfindet, kann man nicht dahin zurückkehren, wo man vorher war. Aber die meisten Entscheidungen sind nicht so – sie sind veränderbar, umkehrbar – sie sind Drehtüren. Hat man eine nicht so gute Drehtür-Entscheidung getroffen, kann man zurück, kann die Tür wieder öffnen und zurückgehen. Diese Entscheidungen können und sollten schnell von Personen mit hohem Urteilsvermögen oder kleinen Gruppen getroffen werden.

2016: Wie man schnell gute Entscheidungen trifft

Bezos knüpft an das Thema der Drehtür an und macht deutlich, dass er weiterhin sehr hart daran arbeiten wird, solche Entscheidungen so schnell wie möglich zu treffen.

Um die Energie und Dynamik des Anfangs zu erhalten, muss man irgendwie gute und schnelle Entscheidungen treffen. Das ist für Start-ups recht einfach – für große Unternehmen hingegen eine Herausforderung.

2017: Was ist mit den Standards?

Am Ende denkt Bezos über hohe Standards nach. Während die meisten Menschen erkennen können, wie diese Standards aussehen, fehlt doch immer noch ein Stück.

Um hohe Standards zu erreichen muss man realistische Überzeugungen haben und proaktiv kommunizieren, wie schwer etwas sein wird.

Das tolle an diesen Weisheiten ist, dass sie nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Investoren wertvoll sind. Wer seine Zeit und Aufmerksamkeit auf Unternehmen konzentriert, die viele jener Werte nachahmen, die Bezos predigt, dann wird man wahrscheinlich Anlagemöglichkeiten finden, die einem dabei behilflich sind, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

von hier:

https://www.fool.de/2018/08/08/20-weisheiten-von-jeff-bezos/
3 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.438.465 von anyway am 13.08.18 20:34:00Irrenhaus kunterbunte Republik, fällt einem dazu nur noch ein zu sagen.
Erschwerend hinzu kommt, dass das EUR-wichtige Kernland D seit Jahren ungebremst Sanktions-, Energie+Verkehrswende- und MigrationsUNsinn mit entsprechenden Zukunftlasten und gesellschaftlichen Verwerfungen betreibt und das bei den meisten Wählern wie bei sozialistisch regierten EUR-Ländern durchging+geht – in Verbindung mit der EZB-Politik spricht das explizit gegen den EUR.


Lesenswertes zur planwirtschaftlich angegangenen Energie- und Verkehrswende in D:
https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/warum-d…
https://think-beyondtheobvious.com/wird-eine-neue-klimastrat…
1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.427.223 von Simonswald am 11.08.18 19:48:49
Zitat von Simonswald: ***
Der eur wird aufblühen. Man merkt ja hier überall wie der eur schlecht gemacht wird. Da werden einige aber staunen.

Das ist schon allein aus "mean Reversion" Gründen wahrscheinlich.


Wenn man mal genau schaut, woraus der €-Raum im Einzelnen besteht ist das doch nicht so unattraktiv.
Im Kern sind das Deutschland, Frankreich, Benelux, Finnland. Historisch durchaus ähnlich rentierende und wachsende Wirtschaftsräume wie der $-Raum, wenngleich volatiler. Und das soll jetzt nicht mehr gelten, "nur" weil man eine gemeinsame Währung hat?
Gesamtwirtschaftlich ist der €-Raum sogar weniger oder ähnlich verschuldet wie der $-Raum (und auch ähnlich verschuldet zum CHF-Raum).
Weiterhin Norditalien, Spanien.

€-Raum und $-Raum beide mit um 300-350 Mio Einwohnern. Also auch da auf Augenhöhe.

Und welcher Raum von den beiden politisch und gesellschaftlich stabiler ist, da bin ich mir nicht mehr so sicher... :eek:

Aktuell sieht der $-Raum dank AAPL und AMZN vielleicht innovativer aus, aber letztlich sind diese Megacap-Tech nur eine Handvoll Unternehmen, die bestenfalls ein paar Hunderttausend Menschen beschäftigen. Alles in Allem sehe ich $-Raum und €-Raum nicht so weit auseinander, nur dass sich die US-Amerikaner halt viel besser verkaufen und präsentieren... ;)


Schwächere Regionen gibt's in jedem Währungsraum, auch der Franken-Raum besteht ja nicht nur aus Zürich, sondern auch aus dem Jura, dem Wallis und Bern. ;)

Ein Ausscheiden schwächerer Regionen aus dem € ist zugegeben ist nicht mehr so unwahrscheinlich wie mal angenommen (und dafür sind wohl leider keine Massnahmen vorbereitet), würde die Währung (nach heftigen zwischenzeitlichen Verwerfungen) aber wohl sogar stärken.

Der €-Raum steht immerhin für 2/3 des europ. BIPs (ohne Russland) und davon wiederum repräsentieren alleine Frankreich und Deutschland die Hälfte.




Wäre ich Anleger aus dem $-Raum fände ich Anlagen im €-Raum jedenfalls zunehmend interessant.

Da investiert man mit doppeltem Rückenwind: Kursgewinne sind (anders als im Dollarraum) alleine schon durch Bewertungsausdehnung und Währungsgewinne möglich und wahrscheinlich.

@Simonswald,

> Zurück in die Küche zur Nachdekoration, zum Dampfgaren, zum Einfrieren, und für den Biomüll ... <
... Hast dann wohl gleich alles in den Biomüll gegeben, da zu viel Arbeit, :D

– Warum sollte internationales Kapital in einer reformunwilligen/-unfähigen Region mit ökonomisch masochistischen Attitüden in wichtigen Ländern investieren, wenn darüber weitere discounts wahrscheinlich werden; nicht zuletzt, weil die EUR-Europäer selbst kaum noch zuhause investieren?

>> Deutschland, Frankreich, Benelux, Finnland. Historisch durchaus ähnlich rentierende und wachsende Wirtschaftsräume wie der $-Raum, wenngleich volatiler. Und das soll jetzt nicht mehr gelten, "nur" weil man eine gemeinsame Währung hat? <<
Du ignorierst, dass im EUR-Raum reformunfähige-/-unwillige Länder fortgesetzt ohne Gegenleistung alimentiert werden. In USA ist Kalifornien pleite, aber dort wird nix alimentiert, sondern Arbeitsplätze geschaffen, zum BIP beigetragen – in 'PIGS' ...

Im aktuellen Kondratiev-Zyklus IT setzt(e) die USA mit Implementierung des Internet in der Wirtschaft nach zuvor schon mit 'Wintel' vornehmlich zu eigenen Gunsten Renditemaßstäbe. – Was kam+kommt derweil aus dem EUR-Raum? Eine veritable planwirtschaftlich organisierte EUR-Zinsparty, dann Alternativlos-Geschwurbel nebst Verquastung von EUR und Europa, und nun gehäufte hysterische Reflexionen ohne jedwede Selbstreflexion.

Erschwerend hinzu kommt, dass das EUR-wichtige Kernland D seit Jahren ungebremst Sanktions-, Energie+Verkehrswende- und MigrationsUNsinn mit entsprechenden Zukunftlasten und gesellschaftlichen Verwerfungen betreibt und das bei den meisten Wählern wie bei sozialistisch regierten EUR-Ländern durchging+geht – in Verbindung mit der EZB-Politik spricht das explizit gegen den EUR. Und im 2. wichtigen Kernland gibt's Stagflationsindikationen; ist auch nicht gerade ein Argument pro EUR.

– Du verwendest Dich nun schon seit längerem seit Trump das Ruder übernommen hat faktenignorant pro EUR ... Ja; irgendwann bekommst natürlich mal Recht. Aber Dein timing ist einfach ... kopfgebrauchslos.
Wenn wenigstens von Deinem 180° gedrehten Bias lassen könntest, und Dich in Ländern mit eigener Währungshoheit meinetwegen ex der ach auf so tönernden Füßen dastehenden CH – deshalb bist ja sicher dahin gesiedelt – umschauen würdest ...

Oder geh' doch einfach mal mit gutem Bsp. voran und investiere im EUR-Raum ... in D ...
– Mach' bspw. einer 'Kommune der offenen Gesellschaft' also mit guter Umsatzsicherheit :yawn: Deine Zahnarztpraxis auf ...
https://www.rundblick-unna.de/2018/08/10/mitarbeiter-mit-pol…
... – 'Mitleid' hast im Fall des Falles ja, :D :laugh:

---
> Denkbar ist ein Japan-Szenario für alle. < [#84.160 / Henrik Müller]
Man sollte allerdings schon unterscheiden, wo man sich verschuldet (hat); ganz überwiegend im Inland (wie in J) ist das was anderes vice versa.
Und, das ist vom 'Spiegel' dann allerdings schon partout zu viel verlangt, auch, welches Land sich welche Zukunftlasten oktroyiert bzw. oktroyieren lässt, und welches nicht.

> Sollte es ganz schlimm kommen, könnten die Notenbanken auch den Bürgern direkt Geld auf ihren Konten gutschreiben. < [#84.160 / Henrik Müller]
– 'Reichtum für alle', wie die Linken fabulieren ... Wird das Vertrauen in die eigene Währung sicher stärken, :D :laugh:
Passiert das => Inflation mit promoviertem Hyperinflationsrisiko. Sowas sollte gerade in D eigentlich tabusein auch nur angedacht zu werden.

---
Ein dt. Milliardär von Welt der in D Steuern zahlt im Interview ...
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/ulrich-bettermann-me…
... hilfreich auch zur eigenen Positionsfindung zahlt man in D Steuern.

– Freilich kann man das Steuerzahlen in D auch so langsam als UNsinn ansehen ...
***
Gerade Deutschland steht ein übles Erwachen bevor


Interessanter Kommentar, der viele wichtige Punkte anspricht. Das mit der Verschuldung hatte ich vor Kurzem ja auch thematisiert.

Die nächste Rezession wird in der Tat spannend und womöglich "einzigartig" sein.

Wieso es aber gerade Deutschland (wohl mitgemeint sind die wirtschaftsstrukturell ähnlichen übrigen "kleineren" €-Nord-Länder) besonders hart treffen sollte, versteh ich nicht. Das sind die Länder, die am Ehesten noch aus einer Finanz-Position der Stärke heraus agieren können. Das exportlastige Wirtschaftsmodell ist doch auch nicht in Stein gemeisselt, sondern könnte auch wieder mehr auf Binnenorientierung hin abgeändert werden.


Aussichten für die nächste Rezession sind deshalb besorgniserregend:

Entsprechend gross werden am Boden aber auch die Chancen sein. Dann wird entscheidend sein, über trockenes Pulver bzw. über einen soliden Cashflow zu verfügen, um diese Chancen auch beherzt nutzen zu können.

Viele werden verlieren, wenige werden viel gewinnen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/konjunktur-in-d…

Gerade Deutschland steht ein übles Erwachen bevor - und die Politik hat kaum Möglichkeiten gegenzusteuern.

Eine Kolumne von Henrik Müller

Seit Dezember verschlechtert sich das Wirtschaftsklima in Deutschland. Ganz allmählich, aber doch stetig. Jeden Monat befragt das Münchner Ifo-Institut einige tausend Manager danach, wie sie ihr geschäftliches Umfeld einschätzen. Die Ergebnisse fallen immer düsterer aus. Inzwischen macht sich Pessimismus breit.
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International das gleiche Bild: Im übrigen Europa, in den USA, in den großen Schwellenländern - mit der Stimmung geht's bergab. Zwar halten die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage vielerorts noch für gut. Aber die Umfragen zeigen, dass sie immer skeptischer werden, was die Zukunft angeht. In einer solchen Konstellation geben sie typischerweise weniger Geld aus, was wiederum den Abschwung beschleunigt.

Noch wächst die Wirtschaft, noch steigt die Beschäftigung. Aber wie lange noch? Und: Was dann?

Die Lage ist vor allem deshalb heikel, weil die nächste Rezession anders verlaufen wird als die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahrzehnte. Regierungen und Notenbanken können kaum noch gegensteuern. Bei aller Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Konjunktur, so lässt sich eines doch mit Sicherheit sagen: Die Zeiten werden rauer.

Deutsche Gewissheiten und andere Kalamitäten

Gerade den Deutschen steht ein übles Erwachen bevor. Seit 2006 erfreut sich die Bundesrepublik einer langen Wachstumsphase, unterbrochen nur von der scharfen Rezession der Jahre 2008/09. Dass Arbeitsplätze reichlich vorhanden sind und der Staatshaushalt Überschüsse ausweist ("Schwarze Null") - ja, dass Deutschland ökonomisch sowieso alles viel besser macht als andere Länder, zumal als unsere europäischen Partner -, das gehört inzwischen zu den kollektiven Gewissheiten dieser Gesellschaft.

Noch herrscht pralles Selbstbewusstsein. Noch zeigt die deutsche Wirtschaft eher Anzeichen einer Überhitzung; mehr als eine Million Stellen bleiben bei den Firmen unbesetzt, weil Bewerber rar sind. Aber Deutschland ist verletzlich. So verzeichnen die Industrieunternehmen inzwischen weniger Auftragseingänge.

Kein Wunder. Als hochgradig offene Volkswirtschaft mit gigantischem Außenhandelsüberschuss übertragen sich Stimmungsschwankungen auf den Weltmärkten ziemlich direkt auf die Bundesrepublik.

Kurzfristig seien die Aussichten noch "günstig", aber die "Abwärtsrisiken überwiegen", so die OECD, der Club der wohlhabenden westlichen Volkswirtschaften, in seinem jüngsten Wirtschaftsausblick.

Es ist eine Mischung aus zyklischen und politischen Faktoren, die die Entwicklung abbremsen. Einerseits ist es in Spätphasen eines ausgedehnten Wachstumszyklus ganz normal, dass sich die Dynamik abschwächt. Andererseits gibt es eine Reihe politischer Unwägbarkeiten, die alles andere als normal sind - und die gerade Deutschlands Wirtschaft belasten. Neben steigenden Zinsen in den USA und höheren Ölpreisen drückten "zunehmende Spannungen" im Welthandel und überhaupt "politische Unsicherheiten" auf die Stimmung, warnt der Internationale Währungsfonds (IWF).

Handelskriege und andere Unsicherheiten

Tektonische Verschiebungen in der Weltwirtschaft sind im Gange. Ausgang: ungewiss.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert weiter, wenn auch bislang die tatsächlichen Maßnahmen hinter der martialischen Rhetorik zurückbleiben. Ob der Konflikt zwischen den USA und der EU tatsächlich beigelegt ist, muss sich erweisen: Beim Besuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kürzlich in Washington hatte sich US-Präsident Donald Trump zwar überraschend konziliant gezeigt, aber eine erneute Eskalation ist jederzeit möglich.

In der Eurozone droht die Krise zurückzukehren, warnen die Ökonomen der Commerzbank. In den kommenden Wochen wird die Links-Rechts-Regierung ihren ersten Haushalt vorlegen. Dann wird sich erweisen, ob die römischen Populisten ihren breitbeinigen Anti-EU-Sprüchen Taten folgen lassen. Die nächsten heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten wären dann wohl die Folge.

Auch in den Schwellenländern nehmen die Unsicherheiten zu. China versucht, seine überschuldeten Unternehmen zu sanieren, ohne eine Rezession auszulösen. Die Türkei steckt in einer akuten Währungskrise, ein Misstrauensvotum internationaler Investoren gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan, der sich zum Quasi-Alleinherrscher aufgeschwungen hat. Die Lage im Iran spitzt sich zu, nachdem die Trump-Regierung die Sanktionen verschärft hat. Währenddessen verstrickt sich am anderen Ufer der Ölregion am Persischen Golf der junge saudische Regierungschef Mohammed bin Salman in immer neue internationale Konflikte.

Viele Krisenherde, jede Menge Unvernunft.

Geld - oder bloß gute Worte?

Politische Schocks treffen auf eine ohnehin wacklige Wirtschaft. Heikel ist die Lage vor allem, weil völlig offen ist, was die staatliche Konjunkturpolitik künftig noch ausrichten kann.

In den vergangenen Jahrzehnten gab es ein normales Reaktionsmuster: In der Rezession griff der Staat ein, indem die Notenbanken die Zinsen senkten und der Staatshaushalt Ausgaben auf Pump finanzierte. Zusammen sorgten Geld- und Finanzpolitik dafür, dass die konjunkturellen Ausschläge sich im Rahmen hielten.

Doch nun ist alles anders. Nach der großen Rezession von 2008/09 verfügen Notenbanken und Finanzminister kaum noch über Spielräume. Die Zinsen sind nach wie vor sehr niedrig. Unter den großen westlichen Notenbanken hat einzig die amerikanische Fed eine Reihe von Zinserhöhungen vorgenommen und begonnen, ihre gigantischen Anleihebestände abzubauen.

Auch die meisten westlichen Finanzminister verfügen nur noch über geringe Spielräume. Seit 2007 sind die Verbindlichkeiten fast überall dramatisch gestiegen. In den USA und in Großbritannien haben sich die Verschuldungsquoten verdoppelt, in der Eurozone ist der Wert im Schnitt um ein Drittel gestiegen. Eine Verschuldung in Höhe von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist die neue Norm unter den OECD-Staaten. Dass Deutschland und einige kleinere Länder ihre Finanzen noch im Griff haben, ändert nichts an dem Befund einer insgesamt angespannten Finanzlage der Staaten.

Die Aussichten für die nächste Rezession sind deshalb besorgniserregend: Die Notenbanken können die Zinsen kaum noch weiter senken. Und: Viele Staaten würden ihre Zahlungsfähigkeit riskieren, wenn sie in massive schuldenfinanzierte Ausgabenprogrammen einsteigen.

Denkbar ist ein Japan-Szenario für alle. Dort kauft die Notenbank hemmungslos die Schulden auf, die der bereits rekordhoch verschuldete Staat (Schuldenquote: 225 Prozent) zusätzlich macht. Eine radikale Politik - allerdings mit bescheidenen Effekten.

Sollte es ganz schlimm kommen, könnten die Notenbanken auch den Bürgern direkt Geld auf ihren Konten gutschreiben. Solches "Helikopter-Geld" ist bereits seit Langem in der Diskussion. Aber ausprobiert hat diesen Ansatz noch niemand.
TR ...ein Umsatz sehr langsam wachsendes Unternehmen über 10 Jahre

Inflationsbereinigt, also real, sind sie im Umsatz sogar recht deutlich geschrumpft, vermutlich fast 15%. :eek:
TR ist für mich so ein Beispiel, dass auch ein Umsatz sehr langsam wachsendes Unternehmen über 10 Jahre dennoch einen 2-Bagger (beim eps) (zzgl Divi) macht, wenn es denn nur gut gemanagt wird: Marge erhöht, Aktienanzahl, stets positive Gewinne.



Aber irgendwie hab ich da Zweifel an den MORN-Zahlen. Einerseits weisen sie einen book value per share von um 18,61$ aus, andererseits ein total stockholders equity von 711Mio und 65 Mio Aktien Letzteres ergäbe einen book value je Aktie von 711/65 = 10,93$, wenn ich das richtig rechne.

http://financials.morningstar.com/ratios/r.html?t=tr®ion=…

http://financials.morningstar.com/balance-sheet/bs.html?t=TR…
***
Zurück in die Küche zur Nachdekoration, zum Dampfgaren, zum Einfrieren, und für den Biomüll ..


Dass meine Menü-Vorschläge keine drei Michelin-Sterne bekommen, war mir klar... das war eher was von die Bommes-Bude um die Ecke...dafür aber günstig und reichhaltig... vielleicht auch mal vor Fett triefend. :D
Aber dass sie im Geschmackstest beim Publikum gleich dermassen durchfallen, erstaunt mich... :eek:

Das waren die (wenigen) Staples-Aktien, die bei KUV und/oder KGV in den letzten Jahren nicht teurer oder sogar günstiger geworden waren.

Es ist halt eine Frage des Preises und der Leistung. Auch absolute Spitzenqualität ist nicht jeden Preis wert. Wenn der Preis stimmt, kann man auch mal Kompromisse bei der Qualität machen. So ist jedenfalls derzeit das Umfeld.

Oder wie manche Finanzexperten sagen (ich glaube sogar auch Achim Matzke ;) ) :
Datt Fenster muss beim Tapezieren zu, sonst rutscht datt Dingens vonne Wand.


***
@investival: Wie hat dir TR geschmeckt? Dazu gab es noch keine Rezension von dir.


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