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KTG Agrar - die Bauern AG oder doch mehr??


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Hallo zusammen,

ich finde das Konzept der heutigen Neuemission KTG Agrar schon sehr interessant. Allerdings kenne ich mich in dem Agrar-Bereich nicht aus. Vielleicht kann mir mal jemand sagen, der von dem Bereich Landwirtschaft mehr Ahnung hat, mit welch großen Schwankungen man bei der Ernte, bzw. beim Jahresergebnis zu rechnen hat. Kann man den Aubau durch Streuung auf verschiedene Produkte so gestalten, daß das eine Produkt eventuelle Ernteausfällte durch Dürre oder zuviel Regen bei einem anderen Produkt wieder ausgleichen kann. Wie berechenbar sind die Erträge oder Umsätze in dieser Branche? Oder kann ein mieses Jahr das ganze Ergebnis total verhageln und ein anderes zu überproportionalen Erträgen führen. Bauern jammern zwar fast immer, aber das muß ja nichts heißen.

Und wie sieht es mit der Stromgewinnung durch Biokraftstoff aus? Kann mir jemand sagen, wieviel man zur Zeit für den in's Netz eingespeisten Strom bekommt und wie sicher diese Preise für die Zukunft sind.

Wie schätzt ihr die AG ein?

Vielen Dank für eure Antworten.

Grüße,
Kaktus
3 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.436.149 von Kaktus-Jones am 15.11.07 12:32:12ups--war das schon heute!
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Antwort auf Beitrag Nr.: 32.436.149 von Kaktus-Jones am 15.11.07 12:32:12
hallo kaktus-jones,

für mich ein sehr interessanter neuer wert in einem noch interessanterem sektor.
ich versuche einige deiner fragen aus meiner sicht zu beantworten:

ausgleich bei dürre usw:
wenn in einem landesteil (z.b. westeuropa) eine dürre herrscht, sind alle fruchtarten davon betroffen, die einen mehr, die anderen weniger (frühreife und spätreife sorten). die weltmarktpreis z.b. für weizen sind eher unbehelligt, wenn in anderen teilen der welt die ernste sehr gut war.

biokraftstoff:
die abnahmepreise sind staatl. garantiert, soweit ich richtig informiert bin wie bei windkraft u. sonnenenergie für 20 jahre.

für mich die wichtigste perspektive im agrarsektor, ist die tatsache, dass die weltbevölkerung pro jahr um 40 mio wächst und die müssen ernährt werden. die lagerbestände für weizen, mais, und soja, waren seit über 30 Jahren nie mehr so niedrig wie z.zt.
i.m. wird mehr verzehrt, wie produziert werden kann.

gruss uraltkali
Habe mir auch schon Gedanken zur KTG Agrar gemacht... wo doch das Magazin "Der Aktionär" (= aktuelle Ausgabe) eine spekulative Zeichnung für lohnenswert hält. In einem Artikel in der Financial Times Deutschland sehe ich aber gute Gründe für eine abwartende Haltung...




Nicht nur eine Frage der Ähre

Von Marike Frick, putlitz

12.11.2007

Welch schöne Story: Mitten im Boom geht in dieser Woche Deutschlands erster Bauer an die Börse. Doch leider hat die Geschichte auch dunkle Seiten

Die Energie der Zukunft suppt grünlich vor sich hin. Sie ist in Bewegung, schlägt Blasen, blubbert und sieht alles in allem nicht aus wie etwas, aus dem einmal Strom werden könnte. Ein süßer Geruch liegt in der Luft. Methan, erklärt Siegfried Hofreiter. Stolz deutet er auf die Suppe: „Das sind Mais, Hirse und Sudangras aus einer zweiten Ernte von unseren Feldern. Sie gären, dabei entsteht das Methan. Das treibt einen Generator an. Und der erzeugt den Strom.“

Wuchtig stiefelt Hofreiter durch den Matsch seines Landwirtschaftbetriebs in Putlitz, Brandenburg, und erklärt seine Welt. Den Mais, die Kartoffeln, die Öko-Lupinen. Und eben das Biogas, sein neuestes Projekt. Bisher stehen nur sechs Anlagen auf dem Gelände. Aber Hofreiter will wachsen. Er will auch mehr Mais verkaufen, mehr Kartoffeln, mehr Lupinen. Und er will möglichst viele von seiner Idee überzeugen. Denn Hofreiter geht diese Woche an die Börse, als erster Landwirt Deutschlands.

Es ist eine allzu schöne Geschichte: Die Bauern sind wieder wer. Die weltweite Nachfrage nach ihren Produkten steigt, die Getreidepreise explodieren. Stillgelegte Flächen werden umgepflügt, Milchseen und Butterberge gibt es nicht mehr. Agrarwirtschaft ist auf einmal sexy, rentabel – und sie ist, so findet der deutsche Bauer Hofreiter, reif für die Börse. Doch sein Börsengang ist bei Weitem nicht so vielversprechend und romantisch, wie die Geschichte vermuten lässt: Der Markt birgt große Risiken. Und Hofreiters Vergangenheit verdüstern Worte wie Bankrott und Konkursverschleppung.

Hofreiter ein schlauer Bauer? Nun, Unternehmer ist er durch und durch: Getreide, das er 2005 erntete, hat er erst in diesem Jahr verkauft – mit Gewinn. Gemeinsam mit Bruder Werner und Lebensgefährtin Beatrice Ams verwaltet der 45-Jährige über die Holding KTG Agrar AG 19 Betriebe. Ihr Getreide liegt als Schwartauer Müsliriegel im Supermarkt. Thomy presst Öl aus ihrem Raps. Und aus ihren Kartoffeln wird Pfanni-Kartoffelpüree. Geerntet und gereinigt werden die Rohstoffe unter anderem in Putlitz. Auf dem Gelände des ehemaligen LPG-Betriebs ist der Boden mit Betonplatten gepflastert, Lagerhallen mit Wellblechdächern reihen sich aneinander. Tiere sucht man hier vergeblich. Nur ein paar Kühe halten das Gras von umliegenden Wiesen kurz. „Glückliche Kühe“, betont Hofreiter.

Auf 14 000 Hektar lässt er in Ostdeutschland und Litauen auch Tierfutter und Lebensmittel produzieren, konventionell und ökologisch. 14 000 Hektar, das sind fast 19 500 Fußballfelder. Der Fläche nach ist Hofreiter damit der größte Agrarproduzent Deutschlands. Das Große, Weite ist sein Ding. Mindestens eine Woche im Jahr sitzt er hoch oben auf dem Mähdrescher: „Das gibt mir ein Gefühl der Ruhe. Das ist ein Stück Freiheit für mich.“ Sein Zugpferd soll in den nächsten Jahren der Markt für Ökoware sein. Eine schlechte Idee ist das nicht: Nach einer Ernst-&-Young-Studie ist der Umsatz in der Biobranche im ersten Halbjahr 2007 um 40 Prozent gestiegen.

Auch sonst läuft es gut: Sicher, die Ernten waren schlecht in diesem Jahr. Ja, der Klimawandel macht der Agrarbranche Sorgen. Und natürlich, die Ernährung von immer mehr Menschen weltweit ist ein Problem. Doch paradoxerweise bekommt all das den Bauern gut: Es hat die Preise hochgetrieben. Und nun kommt auch noch der Ruf nach Biokraftstoffen dazu.

Doch bei aller Euphorie: Die Landwirtschaft funktioniert leider auch nach ganz eigenen Regeln. Sie hängt ab von der Politik. Die Grundvergütung für Biogas etwa wird vom Staat festgelegt. Und die EU zahlt Bauern massive Prämien. „Großbetriebe wie die KTG leben von Brüssel“, sagt Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Wenn die Prämien nicht mehr fließen, sind sie in den Miesen.“

Tatsächlich wird in Brüssel eine Kürzung der Prämien diskutiert. Wer bisher mehr als 300 000 Euro pro Jahr erhalten hat, soll 45 Prozent weniger bekommen. Noch im November könnte die Kommission diesen Vorschlag vorlegen. KTG würde das hart treffen: Von 18 Mio. Euro Umsatz im vergangenen Jahr kamen 4 Mio. Euro aus Brüssel. Mithilfe dieser Subventionen betrug der Gewinn rund 2,5 Mio. Euro. Hofreiter baut auf die Verlässlichkeit der EU: „Da wird nichts über Nacht geändert.“ Bis 2013 seien die Prämien sicher. „Sollte sich dann etwas ändern, steigen zwangsweise die Lebensmittelpreise, und wir machen trotzdem Gewinn.“

Doch dann sind da noch diese Altlasten. Sie rücken den Unternehmer Hofreiter in kein gutes Licht. So wurde er 2002 vom Amtsgericht Dachau in jeweils zwei Fällen der Konkursverschleppung und des Bankrotts schuldig gesprochen. Fünf Jahre lang durfte er keine Kapitalgesellschaft führen. Außerdem wurde eine KTG-Tochter Anfang 2007 auf die Herausgabe von 530 Hektar bei Putlitz verklagt, die sie, so der Börsenprospekt, „trotz zeitlichem Ablauf ihres Pachtvertrags weiter bewirtschaftete“. Die Klage endete mit einem Vergleich. Da ein Großteil der KTG-Flächen gepachtet sind, fürchten einige Investoren weitere Schwierigkeiten.

Der Börsengang soll KTG Emissionserlöse von bis zu 31,5 Mio. Euro einbringen. Davon fließt nicht alles in das Unternehmen: Bis zu 8,75 Mio. Euro gehen an Beatrice Ams, die Aktien verkauft – nicht gerade ein Vertrauensbeweis aus Sicht der umworbenen Investoren. Ams sagt, sie wolle Kredite tilgen, die sie für KTG aufgenommen hat.

Das weitere Geld der Kapitalerhöhung will die Holding nutzen, um Flächen in Ostdeutschland und Osteuropa zu kaufen. „Irgendwann vielleicht auch in den USA oder Kanada“, sagt Hofreiter.

Nicht nur er, die ganze Branche strahlt vor Zuversicht: „Wir sind in einer völlig neuen Situation“, schwärmt Franz Jansen-Minßen von der niedersächsischen Landwirtschaftskammer. Vor zwei Jahren bekamen Landwirte für eine Tonne Getreide noch 100 Euro – mittlerweile mehr als das Doppelte. Bis 2014 könnten die Einkommen der westeuropäischen Landwirte um fast zehn Prozent wachsen, prognostiziert die EU.

Während die globale Anbaufläche stagniert, wächst die Nachfrage. Das lässt die Preise nach Jahren der Talfahrt steigen. Zum Glück, meint Christian Schneider vom Deutschen Bauernverband: „Das wäre nicht länger durchzuhalten gewesen.“ Wichtige Investitionen seien verschoben worden. Der Boom, sagt er, gehe von der Nachfrage nach Lebensmitteln aus, „nicht von der Bioenergie, wie manche meinen“.

Da ist es, das Zauberwort Bioenergie, das auch Landwirt Hofreiter zu visionären Höhenflügen treibt: Bis zu 25 Prozent seines Umsatzes will er damit erwirtschaften. Gerade die Bioenergiebranche aber durchlebt einen Kater: Hochgejubelte Börsengänger erlebten tiefe Abstürze. Die Aktien des Biogasanlagenherstellers Envitec etwa fielen seit Juli um 50 Prozent. Und mehr als 40 Biodieselproduzenten stehen vor dem Aus. Schuld sind die hohen Preise für Getreide und andere Rohstoffe. Da Hofreiter eigene, billig produzierte Rohstoffe nutzt, muss ihn das nicht kümmern. Dennoch zeigen die Beispiele, wie schnell aus hoffnungsvollen Börsenkandidaten Verlierer werden können. KTG wäre nicht das erste Unternehmen, das von einem Boom profitiert, sich bodenständig gibt – und dann Kurseinbrüche präsentieren muss.

In Putlitz ist das Parkett weit weg. Nieselregen fällt auf den Betonboden. In den Biogasanlagen bläht das Gas die Plane wie zu Zirkusdächern auf. Alle zwei, drei Wochen schaut Hofreiter hier vorbei. „Management by going around“, nennt er das, und das R rollt er dabei so bayrisch, dass man kurz vergisst, in Brandenburg zu sein.

Seit 1995 machen er und sein Bruder Geschäfte in Ostdeutschland. An einem Sonntagmorgen klingelte damals das Telefon. „Ihr sucht doch was“, sagte ein Freund, „kommt schnell her.“ 24 Stunden später saßen die beiden in Sachsen-Anhalt beim Notar – und kauften einen ehemaligen LPG-Betrieb, gemeinsam mit der ostdeutschen Gärtnerin Beatrice Ams. Nach und nach übernahmen sie weitere Höfe.

Auf dem Putlitzer Gelände nutzt KTG noch immer das alte Verwaltungsgebäude. In dem lang gezogenen und gedrungenen Bau finden sich auch ein Versammlungssaal und acht Toiletten. Als würden hier noch immer 80 Leute arbeiten. 40 sind es mittlerweile, „bevor wir 1999 einstiegen, waren es 20“, sagt Hofreiter. Die Dorfgemeinschaft feiert im Saal manchmal Hochzeiten. In das Büro haben die neuen Bewohner eine Zimmerpalme gestellt, und auf dem Schreibtisch blinkt ein Laptop vor sich hin. Draußen bröckelt langsam der DDR-Putz.

Siegfried Hofreiter sitzt an einem runden Tisch, vor sich Brötchen mit Mett, Kaffee dampft. Er will sich von aller Kritik nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir haben uns bisher alle fünf Jahre verdoppelt“, sagt er. „Und das soll so weitergehen.“ Dann verabschiedet er sich. Ein Fernsehteam wartet. Auf ihn und seine Story.
Mitarbeit: Ruth Fend
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.443.759 von Osna_Sparka am 15.11.07 20:17:51hallo,
nicht nur aufgrund dieses artikels gilt für mich nur eines:
hände weg!!
hier versucht ein schlauer bauer anleger über den tisch zu ziehen, was ihm anscheinend auch gelungen ist.

agrarsektor ja, aber bitte mit sehr viel weniger risiko!

gruss uraltkali
Also lieber gebe ich mein Geld einen bodenständigen Bauern, als es zum Beispiel in Technologien anzulegen, die ich nicht verstehe. Landwirtschaft ist die Grundlage unserer Ernährung und ich kann mich gut mit der Aktie identifizieren, wenn ich mir zum Frühstück einen Ökoapfel in mein Hafermüsli schneide und dazu ein Glas Milch mit Honig trinke. Ein lecker weichgekochtes Bio-Hühnerei rundet das ganze noch ab. Ich bin ein Freund der Bauern!

Aber fliegt Ihr alle mal zum Mond mit euren China-Solar-Energys:D

Liebe Grüße aus der Großstadt von Der_Kaiserin die selber mal 3 Jahre auf dem Dorf gelebt hat.:kiss:
Hi,

ich denke man sollte das Projekt im Auge behalten...der Mann deckt ja alle Sektoren ab und mit 14 k ha..ist das auch kein Versuchballon.

Wenn ich zum Entschluss komme das man diesem Herren trauen kann...ist die Aktie ein klarer Kauf.
Gruss
und viel ERFOLG
DARC
Scheint schon ein schlauer Bauer zu sein.

Aber ich persönlich würde erst mal "Bestätigungen" abwarten.
Was ich nicht so sehr nachvollziehen kann, ist, daß bei den aktuellen Agrarpreisen (und steigender Nachfrage), der Rohstoff "verheizt" wird. Klar, Unabhängigkeit usw., aber der Markt will unter dem Strich Performance. Und da arbeiten hier zwei Bereiche gegensätzlich.

Ich glaube, die Energieabteilung wurde z.Zten geplant, als der Biogas-Sektor noch unter besonders lukrariv lief. Im momentanen Umfeld sind jedoch die Rohstoffpreise nicht zu ignorieren. Das bezieht sich natürlich nur auf Anlagen, die auf Agrar-Rohstoffe aufgebaut sind (es gibt ja verschiedene Biogas Sparten).

Nichtsdestotrotz könnte diese breitere Aufstellung rechnerisch aufgehen.
wird am Bauer(manage)ment liegen, wie hoch der Erfolgsfaktor ausfällt.

Man sollte vielleicht noch die Effiezienz der Anlagen durchleuchten, bzw. dürften die zukünftigen Zahlen für Klarheit sorgen. Wie man bei den Biogas-AG´s sehen konnte, können sich Plan- und Echtzahlen ganz schön verlaufen.

Was mir gar nicht gefällt: Entry Standard.

Das ist mal mein erster persönlicher Eindruck (überfliegend).
Strong Watch.
2 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.444.983 von uraltkali am 15.11.07 21:50:34"hände weg!!"
hier versucht ein schlauer bauer anleger über den tisch zu ziehen, was ihm anscheinend auch gelungen ist.


Kurz und gut!

Übrigens ein Bauer, der schon schuldig gesprochen ist wegen Konkursverschleppung und Bankrott!

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