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Peak Oil und die Folgen (Seite 1370)


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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.473.301 von Algol am 06.03.17 10:10:35Hallo Algol,
um auch mal einen Beitrag gegen das Einschlafen dieses Strangs zu leisten, hier mal zwei Beiträge von mir aus einem anderen Blog, in dem es zuletzte um traumhafte Ressourcen-Reichweiten insbesondere für Shalegas ging:

Ja, das wäre wirklich das absolute worst-case-Szenario, wenn der fossile Jack-Pot (in welcher Zusammensetzung zwischen den 3 Energieträgern auch immer) noch für viele Jahrzehnte reichen würde für den ständig steigenden Bedarf einer zahlenmäßig immer mehr ansteigenden Weltbevölkerung und vor allem einer noch stärker steigenden Bevölkerung der Städte. Einhergehend mit einer immer intensiveren Nutzung der natürlichen Basisressourcen – vor allem von Böden, Süßwasser, Wald- und Fischbeständen, bis hin zu ihrer weitgehnden Erschöpfung in weiten Regionen der Welt.
(wenn es in Sibirien auch in 100 Jahren noch große Waldbestände gibt, nutzt das den Nigerianern oder Ägyptern herzlich wenig, und wenn es in Finnland ein üppiges Wasserangebot gibt, ist das für die Sudanesen oder dann etwa 500…600 Millionen Pakistaner absolut irrelevant).
Einhergehend mit einem immer gravierenden und wahrscheinlich nichtlinear fortschreitendem Klimawandel.

Nein, das wollen wir mal im Sinne unserer Nachfahren nicht hoffen, dass der fossile Jack Pot noch lange Zeit in gleichem oder steigendem Ausmaß zur Verfügung steht.
Und die Chancen, dass dies nicht der Fall sein wird und die Fallhöhe nicht noch längere Zeit immer weiter nach oben getrieben wird, stehen sehr gut.
Sie ist ja schon jetzt atemberaubend hoch.

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Wir befinden uns, wie ja hier immer wieder richtig erkannt wird, in einer welthistorisch einmaligen, multiplen Blase.
Bestehend z.B. aus einer Urbanisierungblase (als Teil der Demographie-Blase), aus einer Energieblase (basierend auf der gespeicherten Sonnenenergie aus zig Millionen Jahren), einer Naturverbrauchsblase, einer Verschmutzungs- und Emissionsblase, einer Vernichtungskapazitätsblase (bisher größtenteils potentieller Art, von Syrien und einigen anderen Ländern mal abgesehen).
Und ganz oben drauf auf diese multiple Blase ist dann noch die sich gegenwärtig immer mehr aufblähende Finanzmarktblase aufgepfropft.

http://www.rottmeyer.de/es-wird-etwas-passieren/

Weil ja die multiple Blase nicht ausreicht und das Kartenhaus nicht schon ohnehin viel zu hoch ist, setzt man mit den Finanzmärkten noch einige Kartenetagen oben drauf.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese oberen Kartenhausetagen als erste zusammenbrechen werden, sehr wahrscheinlich schon in den nächsten 10 Jahren, um mal ein reichliches „Kursziel“ vorzugeben. Und der Zusammenbruch dieser oberen Etagen wird die unteren Etagen des Kartenhauses (in Form der beschriebenen mutliplen Blase) nicht unversehrt lassen. Er wird vor allem auch die Energieblase in Mitleidenschaft ziehen, denn wenn die Finanzmärkte strukturell beschädigt werden wird sich das gravierend auf die Kapazität der fossilen (und übrigens auch erneuerbaren) Energieaneignung auswirken.
Merke: Peak anything wird nicht nur ein geologisch bestimmtes Ereignis sein sondern nicht zuletzt ein wirtschaftlich und finanziell bestimmtes. Der Kollaps des Derivates der Energie (Geld in seinen unterschiedlichsten, abgeleiteten Erscheinungsformen) wird auch die Energieverfügbarkeit massiv beeinflussen. Deshalb nutzt es herzlich wenig, auf Ressourcenreichweiten zu blicken. Die sind so irrelevant, wie das finnische Wasser für die Einwohner von Mali.

Ergänzung: der verlinkte Artikel des von mir sehr geschätzten Frank Meyer beleuchtet ja nur einen relativ kleinen Teil der Finanzmarktblase. Die noch viel größere Anleihenblase oder die gewaltige Metropolen-Immobilienblase ist da ja beispielsweise nicht mal erwähnt.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.473.697 von extriakel am 06.03.17 10:48:19Sehr interessant: die ersten 7 Minuten des Weltspiegel vom 5.3. über Kenia.
Da erfährt man viel über die Auswirkungen des Klimawandels und der Bevölkerungsentwicklung in Afrika.

http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel/Die-Sendung-vom-5-M…

Dabei sind die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Kenia sogar noch untertrieben. Derzeit sind es nämlich nicht 40 Millionen EW wie berichtet, sondern bereits 48 Millionen. Und diese Zahl wird sich bis 2050 sogar mehr als verdoppeln, bis zum Jahrhundertende mindestens verviefachen. Vorrausgesetzt der prozentuale Zuwachs reduziert sich allmählich, was derzeit leider nicht der Fall ist. Ansonsten würde sich die Bevölkerungszahl nämlich fast verachtfachen bis 2100.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.476.052 von extriakel am 06.03.17 15:39:13Danke,
interessant wie erschreckend.

Während die Masse der Menschheit von weiter steigendem Wohlstand, Gerechtigkeit und Fortschritt fantasiert, bahnt sich das Desaster längst an.

Ansonsten würde sich die Bevölkerungszahl nämlich fast verachtfachen bis 2100.

Was man mit hoher Sicherheit ausschließen kann. Sie können sich ja schon heute nicht mehr ernähren, dazu der fortschreitende Klimawandel.
Und wer denkt, das tangiert uns nicht, irrt. Abermillionen werden sich verzweifelt auf den Weg machen, nicht nur aus Kenia.
Bin froh, dass ich das Glück einer frühen Geburt hatte und von der Katastrophe nur den Beginn erleben muss :(
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.476.604 von Algol am 06.03.17 16:47:13"Was man mit hoher Sicherheit ausschließen kann."

Da bin ich natürlich Deiner Meinung, Algol. Weil die Hungerkatrastrophe (im Sinne einer sehr viel größeren als heute) wohl schon zur Jahrhundertmitte oder sogar davor ausbrechen wird.
Und ganz nebenbei wird Afrika im Laufe dieses Jahrhunderts weitgehnd entwaldet werden, weil Holz die einzige halbwegs bezahlbare Energiequelle und das einzige bezahlbare Baumaterial für etliche hundert Millionen Menschen ist.
Was dann wiederum krasse Auswirkungen auf das regionale Klima, die Bodenerosion und den Wasserhaushalt hat.
Bei dieser sich ständig beschleunigenden (lebensnotwendigen!) Übernutzung der natürlichen Basisressourcen ist zu vermuten, dass im Ende desw 21 Jahrhundert oder im 22. Jahrhundert Afrika wieder etwa auf die Bevölkerungszahl zurückfällt, wie sie zu meiner Geburt vorhanden war: 200 Millionen.
Davor wird die Menschheit die mit weitem Abstand größte humanitäre Katastrophe ihrer Geschichte erleben.
Gleiches trifft für die bevölkerungsreichsten Länder Südasien zu.
Völlig ohne Peak Oil oder Peak Gas. Und völlig unabhängig davon, wie hoch der Anteil an Elektroautos ist.
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Da gehe ich mit euch konform. Allerdings denke ich, dass es uns weniger stark betreffen wird. Ich schätze, dass sich Europa, USA und Co. früher oder später abschotten werden und damit die weltweite Schere zwischen Arm und reich zunehmen wird, leider. Nicht umbedingt innerhalb der westlichen Länder, aber zwischen den Staaten dieser Welt, also vor allem zwischen Afrika und Europa/USA.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.477.351 von TME90 am 06.03.17 18:03:17Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Abermillionen in höchster Not versuchen werden, das rettende Ufer (Europa) zu erreichen und mit welchen Mitteln, letztlich auch um zu überleben, versucht werden wird, das zu verhindern.
All das sprengt das Vorstellungsvermögen (das der heute noch grad bei uns dominierenden Gutmenschen sowieso).
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.476.892 von extriakel am 06.03.17 17:18:27Und völlig unabhängig davon, wie hoch der Anteil an Elektroautos ist.

Du triffst wieder den Punkt, die meisten haben von all dem überhaupt nichts begriffen und die wenigen, die eine kleine Ahnung von der sich entwickelnden Problemlage haben, flüchten in gänzlich irrelevante Pseudo- und Wunsch Problem"lösungs"strategien.

Aber vermutlich ist es besser so.
Mir gehts im Übrigen teilweise auch so, bringt ja wenig, immer wieder neu die Misere zu analysieren, wenn es absehbar keine humane Lösung (wie auch, wenn wir alle selbst das eigentliche Kernproblem sind) gibt, da ziehe ich auch durchaus egoistisch/realistisch ein erfreuliches "carpe diem" in vielen anderen Bereichen vor. Leben und leben lassen.
Vermutlich auch ein Grund, warum (neben keepitcools ETP Irrlehren) hier weniger gepostet wird.
Ganz einschlafen sollte der Thread aber vielleicht auch nicht, neue Fakten/Entwicklungen sind immer wieder interessant und 100%ig vorhersehbar ist die Zukunft, wie wir selbst erlebt haben, auch nicht.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.478.485 von Algol am 06.03.17 20:30:31
Irrlehren
Am 25.2.1015 fing ich mit dem Verbreiten der Irrlehren an, habe also zweijähriges Jubiläum gehabt. Seitdem weise ich darauf hin, dass der Preis pro Barrel nach oben begrenzt ist, da die Konsumenten nicht beliebig viel bezahlen können. Seit zwei Jahren erklären meine Kontrahenten, dass das aus diversen Gründen nicht stimmen kann. Der dÖlpreisverhält sich dabei immer so, wie ich es sage.

Als Vertreter von Irrlehren liebe ich es natürlich, Daten aus der Realität zu zeigen und die Links dazu anzugeben. (Eben die Alternative zu alternativen Fakten)
Heute morgen war der Preis von WTI 52,8 Dollar, die Maximum Affordability Kurve liegt bei etwa 58 Dollar. So klein war der Abstand noch nie.



http://www.zerohedge.com/news/2017-03-08/wtirbob-surge-after…


Gleichzeitig sind die Öllager in den USA voll wie nie. Übrigens - ein derartiges Ansteigen der Lager gab es vor 2014 noch nie. Die Amis weigern sich Auto zu fahren. (Vielleicht sind einfach zu viele arbeitslos, s.u.) Ich wette darauf, dass der Ölpreis bald wieder fallen wird.

http://www.zerohedge.com/news/2017-03-07/what-hell-going

More questions emerge to those with critical thinking skills. If the unemployment rate is really 4.8%, how could 40% of the employable population (102 million) not be working? This explains the lack of cars on the road during my commute. Obama and his minions jabber about the tremendous jobs recovery during his reign of error. In 2007 there were 122 million full-time workers among a working age population of 233 million, or 52.3%. After Obama’s eight year economic “recovery”, there are 125 million full-time workers among a working age population of 254 million, or 49.2%.

We’ve added 3 million full-time jobs in the last 9 years, and the captured mainstream media touts this as a success story. The deceitfulness – it burns. When 125 million full-time workers, of which 22 million are non-producing government drones, have to support 102 million non-working Americans, most living on the dole, you have a financially unsustainable paradigm. Trump’s slogan should be Make Americans Get Off Their Fat Asses and Work Again.
Erste deutliche auswirkungen der pv gridparity zeigen sich.
Laut SEIA sind inzwischen mehr als 260.000 US-Amerikaner im solar-sektor beschäftigt.

Und das ist für mich DIE sensationsmeldung für das jahr 2016:

The U.S. installed 14,800 megawatts (MW) of solar PV in 2016 to reach 42.4 gigawatts (GW) of total installed capacity, enough to power 8.3 million American homes. With more than 1 million residential solar installations nationwide and record-breaking growth in the utility-scale sector, the industry is poised to nearly triple over the next five years, surpassing 100 GW nationwide.




http://www.seia.org/research-resources/solar-market-insight-…


Erfreuchlich ist auch, dass in USA 2016 über 150000 e-auto und hybride verkauft wurden. In China übrigens über 350 000!
Wenn die entwicklung weltweit so rasant weiter geht, wird man in ein paar jahren deutliche auswirkungen am ölmarkt spüren.
Einerseits sieht die IEA, dass sich Angebot und Nachfrage wieder ausbalancieren werden, da die Nachfrage weiter anzieht. AUf der anderen Seite gibt es aber Risiken, dass es auch in der nahen und mittleren Zukungt Überangebote geben kann:

http://seekingalpha.com/news/3250439-total-u-s-rig-count-jum…

Die Bohr-Aktivitäten in den USA nehmen - wegen gesunkender Kosten, höherer Effizienz und höheren Preisen - wieder deutlich zu. Ohne OPEC-Aktionen sähen wir weiterhin ein deutliches Überangebot und das Risiko von weiteren Phasen des Überangebots steigt meiner Meinung nach somit.

Auch Öl-Majors prognostizieren bei sich wieder Output-Wachstum. BP peilt z. B. 5 % pro Jahr an, ohne dass sie überhaupt großen Anteil am Fracking hätten. Obwohl die Investitionen zurückgeschraubt wurden, besteht also auch allgemein die Gefahr, dass ein Überangebot weiterhin droht. So ist die Frage, ob das derzeitige niedrige Investitionsvolumen in Wahrheit gar nicht so niedrig ist. Zwar war es 2013-2014 sehr viel höher, aber in diesen Jahren war es auch außergewöhnlich hoch, wohl deutlich zu hoch, wie wir uns damals ja schon an der Projektliste von Goldman Sachs im Vergleich zum Decline angeschaut hatten. Dazu lässDollar heute pro Dollar deutlich mehr erreichen, da der Dollar im Wert stieg und da die Kosten für Projekte gefallen sind. Es ist gut möglich, dass die jetzigen Budgets gar nicht so niedrig liegen, wie oft angenommen.

Auch IIran Brasilien und Iran wollen die Produktion erhöhen.

Möglich, dass uns kein Schweinezyklus droht und die Preise gar niedrig bleiben.

Dennoch: der Preis ist 2014 massiv gefallen, weil das Angebot minimal unter die Nachfrage rutschte, während sowohl Nachfrage als auch Angebot stiegen. Kleine Ungleichgewichte haben also eine enorme Wirkung, da die Nachfrage sehr inelastisch ist. Es kann also durchaus zu deutlich höheren Preisen kommen, wenn die Nachfrage etwas schneller steigt, aber hohe Preise sind definitiv nicht ausgemachte Sache. Die Forward-Kurve, die im Prinzip die Konsenspreisziele der Ökonomen darstellt, sieht nur leicht steigende Preise bis in die 2020er hinein. Vielleicht ist das als Erwartungswert (bei Annahme einer hohen möglichen Volatilität um diesen Schätzer) gar keine so schlechte Annahme.


PS:
@ a-bit-fishy

ich sehe auch, dass sich derzeit im EE-Sektor viel bewegt und verfolge regelmäßig die Seite http://ev-sales.blogspot.de/

Die Verkäufe von E-Autos legen deutlich zu (prozentual) und auch von E-Bussen. Das sieht sehr interessant aus, auch wenn sie wegen Subventionskürzungen und neuen Zulassungsverfahren in China im Januar sehr schwach waren. Ich denke, dass sicÖlpreiseso niedrig sind.
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