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Neuer Markt: So handeln die Chefetagen - 500 Beiträge pro Seite



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Die meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte der Unternehmen am Neuen Markt zeigen in den ersten August-Tagen gesteigerte Aktienrückkäufe der Unternehmen, während sich die Verkäufe bescheidener ausnehmen. Insgesamt halten sich die Volumina in Grenzen.

So erwirbt BB Medtech zwischen dem 1. und dem 13. August rund 120.000 eigene Anteilscheine. BB Biotech kauft im gleichen Zeitraum per Saldo rund 30.000 Papiere. Web.de erwirbt insgesamt 75.000 Stück, OnVista kommt auf rund 23.000. OHB Teledata kauft knapp 8.300 Aktien zur „Finanzierung eines Unternehmenskaufs“, wie begründet wird. Viele Kandidaten gibt es dafür ja nicht...

CANCOM IT Systeme ist mit 5.000 Stück da noch bescheidener. AdLINK Internet Media sammelt schon mehr Stücke ein, nämlich rund 140.000. Phantasie, Phantasie: „Der Rückkauf ermöglicht es AdLINK, beim Erwerb von Beteiligungen eigene Aktien als Akquisitionswährung einzusetzen,“ heißt es in der Begründung des Unternehmens.

Bei Brainpool werden 66.000 Stücke gemäß der HV-Ermächtigung vom 29. Juni 2001 eingekauft. Etwas ruhiger lässt es da schon i:fao angehen. Erst einmal greift man bei 600 Stücken zu. CPU begnügt sich ebenfalls zunächst mit 1.000 Aktien. Lintec kauft 3.000 eigene Aktien. Valor kommt dagegen auf rund 48.000, ComROAD nimmt am 6. August 5.500 Aktien vom Markt.

Natürlich sind auch wieder alte Bekannte auf der Käuferseite: So wird Adi Drotleff von Mensch und Maschine nicht müde, in 500-er Tranchen eigene Aktien aufzusammeln, was sich im Berichtszeitraum auf 4.500 Stück summiert. Auch Vorstandsvorsitzender B. Bruscha von transtec erwirbt in kleinen Portionen insgesamt 1.500 Stück. Aufsichtsrat Böhmer von MaxData ist auch wieder dabei und kommt auf insgesamt knapp 9.000 Stück. Daneben gibt es verschiedene andere Einzelkäufe von Aufsichtsräten und Vorständen aus den unterschiedlichsten Branchen. Aufsichtrat Luigi Leoni von BIPOP-CARIRE z.B. erwirbt am 7. August 10.000 Anteilscheine.

Bei ce Consumer Electronic und bei ADVA ist Zahltag: Nach „Stock Option-Programm gemäß Beschluss HV 2000“ gehen den Vorständen des Münchener Chip-Brokers Herbert E. Graus 12.500, Matthias Knisig 99.000, Erich J. Lejeune 50.000, Irène Lejeune 12.500 und Friedrich Rettenberger 50.000 Optionen zu. Bei ADVA erhalten auf der Grundlage des HV-Beschlusses vom 8. Februar die Vorstände Stephan Offermanns 60.000, Brian P. McCann 102.000, Brian Protiva 60.000 und Andreas Rutsch 60.000 Aktienoptionen.

Bewegung gibt es bei der DAB Bank: Die Vorstände Fotz und Kroener übertragen am 6. August je 41.666 Aktien und geben zur Erklärung an: „Die Stücke wurden weder an einen Dritten noch den Markt verkauft, sondern in ein anderes Depot des gleichen Berechtigten übertragen, über das in Zukunft ein Vermögensverwalter in eigener Entscheidung und weisungsunabhängig vom Berechtigten disponieren kann.“ Aha! Mehrere andere Transaktionen der DAB-Bank selbst werden mit „Marketing“ erklärt. So etwa der Kauf von 66 Aktien am 10. August oder der Verkauf von insgesamt 308 Stücken am 8. August oder der Kauf von 26 Stück am 7. August.

Am 6. August gab es bei E-M-S new media einen –sagen wir mal- unübersichtlichen Transfer von Aktienpaketen, der teilweise als „Aktienübertragung gegen andere Geschäftsanteile“ deklariert ist. Insgesamt gehen über 200.000 E-M-S-Aktien aus dem Verfügungsbereich des Vorstands Werner Wirsing-Lüke heraus. Welche „anderen Geschäftsanteile“ er gegen 175.000 eigene Papiere eingetauscht hat, bleibt in der Mitteilung an die Deutsche Börse offen. Am 3. August hat er bereits 200.000 Aktien an seine Ehefrau, Aufsichtsrätin Hildegard Lüke, übergeben.

Verkäufe wissender Personen gab es auch dieses Mal wieder selten: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats von RTV Family Entertainment Detlev Lux gibt in den ersten beiden Augusttagen insgesamt 20.000 Papiere ab. Und Vorstand Bosch von IDS Scheer verkauft am 1.August 1.000 Anteilscheine.

Was kann man aus der weiterhin recht geringen Verkaufsaktivität der Vorstände und Aufsichtsräte am Neuen Markt schließen, was aus den anhaltenden „Erwerbstätigkeit“ mancher Personen dieses Kreises? Was ist mit den breit, wenn auch oft noch zögerlich einsetzenden Rückkaufprogrammen? Sind das etwa Zeichen für die Überzeugung der Marktteilnehmer, dass das Schlimmste vorbei ist? Schau’n mer mal, heißt es in Fußballerkreisen.

Autor: Klaus Singer (© wallstreet:online AG),16:08 14.08.2001

hallo klaus,

die idee eines solchen beitrags ist gut. weitermachen und die leser auf dem laufenden halten. ich hoffe doch solche kapriolen, wie z.b. ihr metabox-bericht (sie erinnern sich?), bleiben in zukunft die ausnahme.
habe auch deswegen nur auf ihren beitrag geantwortet, da es mich überrascht hat, dass sie sein urheber sind.

hochachtungsvoll
soe


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