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Für Opti: Schließen von Bildungslücken: Heute: Matriarchat - 500 Beiträge pro Seite



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Begriffe und/oder Benutzer

 

:D


Da ich deinen Postings entnehme, dass du keinerlei Ahnung von der Materie hast, hier mal kurze [ :D ] Aufklärung.

Was meinst, kommt das nicht deinem Ideal einer Lösung unser gesellschaftlichen Probleme nahe? ;)


Was lernen wir aus Matriarchaten?
Gespräch mit Heide Göttner-Abendroth (Auszug)
( http://www.gondwana.de/jungle/sr/goettner.html# )


Matriarchate waren und sind sozial und spirituell hoch entwickelte, mit der Natur harmonierende und stabile Kulturen, in denen Frauen und Männer nicht gleich waren, aber gleichwertig: Beide Geschlechter waren Kinder der Schöpfungsgöttin. Heide Göttner-Abendroth erforscht seit 30 Jahren geschichtliche und zeitgenössische Matriarchate. Wir bringen Auszüge aus dem Nachgespräch ihres Vortrages beim Frauenkongreß "Die weibliche Stimme" im Juni 2000. (Der Vortrag wurde in "Weibliche Stimme" Nr. 1 abgedruckt.)


Frage: Können wir zurück in die Matriarchate? Wollen wir überhaupt zurück? Wie sieht ein Vorwärts aus?
Heide Göttner-Abendroth: Die Begriffe zurück oder vorwärts sind sehr eindimensional gedacht. Wenn ich sehe, welch hochstehende soziale Kultur und Differenzierung matriarchale Gesellschaften haben, da ist das "Zurück" für uns keine Schande. Die Ausgleichsökonomie und die Verwandtschaftsgesellschaft, die in Matriarchaten gelebt wurden, sind für uns nicht mehr realisierbar. Was also ist übertragbar? Diese Übersetzungsarbeit zu leisten, ist ein Vorwärts. Was ich an Wissen weitergeben möchte, betrifft die Differenziertheit der Regeln: WIE sie Ausgleichsökonomie machen, WIE sie dieses soziale Hilfssystem bauen, WIE sie Konsensprinzip anwenden - das sind für mich die Beispiele für eine große soziale Intelligenz und eine hochstehende Kultur. Dahin können wir zurückgehen, um dann nach vorne zu gehen. Wir sind heute historisch in einer besonderen Situation. Was in der Zukunft wird, liegt in unserer Hand. Wir sind aufgefordert, das Wissen über matriarchale Gesellschaften als eine Anregung zu brauchen, um kreativ an vielen konkreten praktischen Problemen und in vielen konkreten Gruppen damit zu arbeiten. Und aus diesen vielen konkreten Lösungsversuchen entsteht etwas Neues. Das ist nicht mehr das archaische Matriarchat. Das ist eine moderne Neuschöpfung von uns Frauen und Männern heute.


Frage: Was könnte ein Ersatz für das Verwandtschaftssystem sein?
Heide Göttner-Abendroth: Das ist eine zentrale Frage. Es geht heute um das Prinzip der Wahlverwandtschaft, der symbolischen Verwandtschaft. Sie läuft nicht mehr über Blutsbindungen, sondern über Gesinnungsbindungen. Auch Wahlverwandtschaft braucht Regeln, wie sie sich aufbaut. Wenn Sie eine quasi-matriarchale Wahlverwandtschaftslinie aufbauen wollen, dann müssen zuerst Frauen untereinander ihre Bedeutung in der Generationenabfolge erkennen und eine neue Solidarität gründen. Diese hat in meinen Augen zwei Dimensionen. Einmal die Dimension auf der gleichaltrigen Ebene: die Schwestern. Es wird ja viel von "Sisterhood" geredet, aber manchmal frage ich mich, wo sie eigentlich bleibt. Ich würde mich als Schwester von Frauen meiner Generation verstehen, das ist eine andere Generation als die 30jährigen. So oft in feministischen Zusammenhängen das Wort "Schwester" gebraucht wird, ist das ein Pool für alles und jedes geworden. Es wird nicht differenziert.
Beim Aufbau von matriarchalen Gesellschaften sind Differenzierung und Anerkennung der Unterschiede und des Reichtums, den die Unterschiede bedeuten, das Wesentliche. Wir zucken heute oft zusammen, wenn wir das Wort "Unterschiede" hören, weil im Patriarchat Unterschied sofort bedeutet: höher oder niedriger, besser oder schlechter. Unterschied heißt im Patriarchat sofort Hierarchie und Herrschaft. Da sind wir gebrannte Kinder. Aber die Verschiedenheit zwischen Geschlechtern, zwischen Generationen stellt einen Reichtum dar, und diesen Reichtum gilt es zu leben. Deshalb denke ich, die Solidaritätsbildung unter Frauen braucht nicht nur die gleiche Generation, sondern auch die Generationskette, von den alten Frauen über die mittleren und jungen bis hin zu den kindlichen Frauen. Im Patriarchat reißt diese Kette immer wieder ab. Die Pionierinnen der Frauenbewegung merken, daß die Töchtergeneration ihnen wenig dankt und immer weniger über sie weiß. Aber die Bildung einer Generationskette für die Weitergabe von Informationen ist enorm wichtig. Es ist eine weibliche Wahlverwandtschaft zu erkennen, daß wir geistige Vormütter haben, geistige Schwestern, geistige Töchter und Enkelinnen. Dadurch entsteht nicht etwa Hierarchie. Was sind denn die geistigen Mütter ohne die geistigen Töchter? Niemand. Was sind die geistigen Töchter ohne die geistigen Mütter? Im Patriarchat herumirrende Wesen. Wir haben noch viel zu lernen. Den Grabenkrieg zwischen den Generationen, der für das Patriarchat unter Männern so typisch ist, den haben Frauen leider stark übernommen.
Der nächste Schritt wäre dann, wie sich die Männer eingliedern, wenn die Frauen unter sich eine solche Genealogie gebildet haben. Denn die Männer bilden unter sich auch solche Linien, um ihre geistigen Brüder, Väter oder Söhne zu erkennen. Wie werden die beiden Systeme miteinander verflochten? Dadurch entsteht ein kompliziertes Gefüge. Aber in der Kompliziertheit stecken die matriarchalen Werte: Anerkennung der Verschiedenheit, Wissen um den Reichtum der Verschiedenheit. So lassen sich tragfähige Netze aufbauen. Es ist etwas anderes, wenn ich zu einer älteren Frau sage: Ich schätze dich, du bist eine wichtige Frau für mich. Oder wenn ich sage: Du bist meine geistige Mutter. Das ist ein großer Unterschied in der Vertrauensgebung und in der Verbindlichkeit.


Frage: Matriarchate sind stabile Gesellschaften. Wie konnte überhaupt aus ihnen das Patriarchat entstehen? Waren klimatische Veränderungen eine Ursache?
Heide Göttner-Abendroth: Sicher eine Teilerklärung. Aber dann muß man sich fragen, warum sich in den Jahrzehntausenden vorher keine Patriarchate entwickelt haben, obwohl es auch gravierende klimatische Veränderungen gegeben hat, ich erinnere an die Eiszeiten, die Wüstenbildung usw.
Die Erklärung ist hier: Die Menschen hatten damals die Möglichkeit auszuwandern. Wenn Europa vereist war, dann tummelten sich diese Gesellschaften eben in Nordafrika, dort war offenbar genug Platz. Insofern spielen Klimaveränderungen schon eine Rolle, aber die gab es immer. Wir müssen die wachsende Zahl der Menschheit dazu denken: Dadurch wurden die Auszugsmöglichkeiten langsam immer weniger, bis sie in bestimmten Regionen gar nicht mehr bestanden. Da kommen also zwei Faktoren zusammen: Unfruchtbarwerdung von Land, sei es durch Hitze, Kälte, Überflutung - und die abnehmende Möglichkeit, bebaubares Land zu finden, wohin man auswandern kann. Das ist ein Anfangsszenario, das aber nur bedingt etwas erklärt. Es müssen noch weitere Erklärungen folgen, denn stellen Sie sich vor: In der frühen Epoche hatte Ägypten gerade mal 100.000 Einwohner. Dieses langgestreckte fruchtbare Land am Nil hatte so viel Bevölkerung wie eine heutige Kleinstadt. Wieso sollte den Menschen damals die relativ dünne Besiedlung zu eng gewesen sein?


Frage: Spielte die Entstehung des Privateigentums eine Rolle?
Heide Göttner-Abendroth: Wenn man die Ausgleichsökonomie studiert, sieht man: Es ist darin unmöglich, Privateigentum anzuhäufen. Es gibt keine innermatriarchale Gründe, wodurch ein Matriarchat sich in ein Patriarchat verwandeln kann. Dazu hätte es in seiner langen Geschichte tausend Möglichkeiten geben müssen. Es ist aber nicht passiert.
In der Geschichte müssen wir mit den nachweisbaren Fakten arbeiten - wo sind Völker durch ökologische Probleme in ihrem Gebiet zum Auswandern gezwungen gewesen? Was hat Auswanderung, die nicht mehr aufhörte, für eine matriarchale Ordnung bedeutet? Das sind historische Vorgänge, die uns einige Erklärungsglieder geben. Wir haben die Fakten für die Versteppung ganzer oder halber Kontinente. Wir haben die Fakten der Völkerwanderungsbewegungen, die keinerlei feste Struktur haben, also den Zusammenbruch. Patriarchat ist entstanden aus einem Niederbruch ganzer matriarchaler Kulturregionen und dem Absinken auf ein niedrigeres Kulturniveau. Aus dieser Desintegration und den daraus folgenden anomalen Zustände haben sich dann in manchen Gegenden erste patriarchale Muster gebildet - aus Existenznot. Bis diese dann zu bewußten patriarchalen Herrschaftssystemen wurden, ist noch ein langer Weg. Man muß den Gedanken fallen lassen, daß die matriarchale Gesellschaft irgendwo defizitär oder nicht ganz funktionierend war und deshalb ein Patriarchat daraus wurde. So ist auch die Entstehung von Privateigentum in einer matriarchalen Gesellschaft gar nicht möglich.


Frage: Was denken Sie zu der Theorie, daß Männer Gebärneid hatten oder sich benachteiligt fühlten und sich dadurch irgendwann gegen ihre Gesellschaft wandten?
Heide Göttner-Abendroth: Woher soll der Gebärneid kommen? Woher sollen Minderwertigkeitsgefühle kommen, wenn Männer in diesem System von Ehre, Würde und Funktion vollständig integriert sind? Es gibt eine Gleichwertigkeit der Geschlechter, wie sie in keiner nachfolgenden Gesellschaft jemals wieder erreicht worden ist.
Dieser Erklärungsversuch folgt modernen psychologischen Mustern, die in die Frühgeschichte hinein interpretiert werden. Wenn Sie Männer der heutigen Zeit in ein Matriarchat hinein setzen und Ihnen erklären würden, sie müßten per Konsensbildung entscheiden und seien gleichwertig wie Frauen, dann würden sie es als Herabsetzung empfinden. Das hat mit der Psychologie der Männer heute zu tun und nicht mit der Verfassung der Männer im Matriarchat. Menschen und Geschlechter werden aufeinander doch nur dann neidisch, wenn eine Gesellschaft nicht mehr in Balance ist. Die heutige Gesellschaft ist durchzogen von Sozialneid, Penisneid, Gebärneid und Neiderei bis zu Haßformen. Wir kennen nur den "Kampf aller gegen alle", aber kein Aufgefangen-Werden in einem Netz. Im Matriarchat als Verwandtschaftsgesellschaft ist dieses Netz da für jedes Individuum, weiblich oder männlich. Es gibt die ökonomische Ausgleichsgesellschaft, ferner die Mitbestimmung für alle Mitglieder der Gruppe. Es gibt keinen Anlaß für solchen Neid. Wenn Sie zu einem matriarchalen Mann gehen und ihn fragen, ob er sich in seiner Gesellschaft zweitrangig fühlt, dann wird er Ihre Frage nicht verstehen. Ein Mosuo-Mann, den wir gefragt haben, ob die matriarchalen Mosuo-Männer nicht die Zielscheibe sind für den Spott der patriarchalen Männer der Umgebung, sagte: Ja, das sind wir. Wir fragten: "Was sagt ihr dann?" Sie sagen: "Ihr tut uns leid, daß ihr so lebt. Und ihr tut uns leid, daß ihr eure Frauen so schlecht behandelt. Denn ihr behandelt sie so schlecht wie Tiere. Ihr tut uns leid, weil ihr damit nicht gut leben könnt." Sie haben ein Gefühl für die Balance zwischen den Frauen und Männern. Die matriarchalen Frauen haben dieselben Werte und dasselbe Gefühl für Balance.
Wenn ich sage, daß die Frau als Quelle des Lebens verehrt wird, heißt das nicht, daß der Mann nicht auch verehrt wird. Sie ehren die Verschiedenheit der Geschlechter und der Altersstufen. Und für alle Verschiedenheiten gibt es Feste: zu Ehren der alten Frauen, der jungen Frauen, der Mädchen, der Männer mit dem, was sie in der Gesellschaft tun. Die Männer haben politisch die wichtige Rolle, den Clan nach außen zu vertreten. Sei es im Dorfrat, sei es regional oder überregional. Einer von den Männern wurde gefragt, ob es nicht viel interessanter wäre, wenn er sich selbst und seine Macht vertreten würde. Dazu hat er den Kopf geschüttelt und geantwortet: Er sehe seine Ehre darin, daß er den Clan seiner Mütter und Schwestern vertrete und nicht nur sich selbst. Sich nur selbst zu vertreten, das hat keinen Wert - es ist Egoismus, der verachtet wird.
uldulag #2
sittin... ist doch der Nick des WO-Thread-und posting-multiply-Generators.

Hat ne angedockte Suchmaschine und ne automatische cut and paste-routine auf jedes Stichwort, das innerhalb 10 Minuten mehr als dreimal genannt wird.

Also nicht aufregen. Alles im grünen Bereich.

Gruß
KvA
WO-ROBOTS-WARS


for4zim ist genauso! ;)


Wie auf Kommando taucht er immer auf, wenn bestimmte Pawlowsche Schlüsselreize fallen! ;)
ich heirate demnächst- ihr seid aber nicht eingeladen!

:p

Hier kreist nicht nur der Rotstift, sondern gleich der Blocker!
#3
Der kopiert aber zwischen seinen im Unterschied zu Deinen "normalen" Sequenzen keine ellenlangen Müll-Beiträge fremder Autoren.

Bei ihm ist das Verhältnis (Müll fremd zu Müll eigen) nur umgekehrt. :laugh:

Warum fehlt hier denn der beitrag von uldulag?
Das Maedel muss in der Bibliothek arbeiten oder so. :laugh:

Nee mal im Ernst, an den Mod der das da oben rauskegelt hat: man kanns auch uebertreiben, da war ja nun nix schlimmes dran.
#5 das tut mir leid. durch das nicht einladen entgeht dir aber sehr viel, und uns der spaß
nachtrag zu #8
ein ehevertrag sollte nicht ausgeschlossen werden. denn erst hier zeigt sich die wahre liebe einer frau.
rocco: ich habs gemeldet, ich finde solch Ton gehört sich nicht- immerhin unterhalte ich mich auch mit den anderen 99 % die nicht meiner Meinung sind nett, da kann ich das von der anderen Seite ja wohl auch erwarten!

@ KvA: Hmm, zu viel kopiert?

Stimmt, werde ich wieder einschränken!

;)
@ stocktr@in

Kann sein. Kann ja nicht das ganze Board einladen.
Meine Zukünftige ist übrigens keine Bibliothekarin, sondern Bänkerin. Und was für eine! ;)

Und auch ein Ehevertrag wird aufgesetzt.


Danns eid ihr mich los- werde mich anderen Dingen widmen, meinem Buch z.B. :)
nochmal zu #10:

So ein Ton gehört sich erst recht dann nicht, wenn man sich dafür heute extra registrieren mußte!

Sonst kopier ich gleich noch mal die Nettiquette für alle Doppel-ID`s hier rein! :D
@sittin,
auch wenn ich den Beitrag von uldulag nicht ehrenrührig fand (sonst hätte ich, und ich bin hier nicht unsensibel, sicher nicht auf ihn geantwortet)
finde ich es toll, daß Du Dich demnächst in den Hafen der Ehe einfinden willst.
Ich wünsche Dir von ganzen Herzen ein erfülltes und Deiner holden Gattin gegenüber immer verantwortungsbewußtes und vor allem Kinder- und segensreichen Ehe- und Familienleben
Dein
KvA
:kiss:


uludag ist eine 2. ID. eines anderen, gesperrten Users.
Man kommt sogar drauf, ohne groß nachzudenken, wer es ist, wenn man seine Postings verfolgt!



Gute Nacht!
Nettes Interview. Mit nur einem kleinen Fehler...
Es gab und gibt keine matriarchalischen Gesellschaften.
Was es gab, waren matrifokale, aber das heißt nicht, daß diese Gesellschaften Matriarchate waren.

http://images-eu.amazon.com/images/P/3518279335.03.LZZZZZZZ.…
s.Beitrag 80,Opti ruft den Notstand aus,Agenda 2003,ich kämpfe nicht an 2 Fronten:look:
P.N.O.

ich habe es mir erstmal bestellt, melde mich wieder, wenn du es nicht tust, wenn ich das gelesen habe.

Das ist außerordentlich wichtig, nicht nur für mich! ;)
Sittin,du hast dich aber schnell geschlagen gegeben:rolleyes:
Lass mal im Titel Opti durch Sittin ersetzen;)
ich habe mich nicht geschlagen gegeben- ;)

ich kann nur nicht ernsthaft darüber diskutieren, so lange ich die Thesen nicht kenne- deshalb kommt jetzt erstmal das Buch- und danach ein gefestigter Sittin zurück, der alle Nuancen des Themas kennt! ;)


Und ich glaube nicht, dass es so einfach abgetan werden kann.

Das hätte man(n) nur gerne.

Weil es genau wie die Wahrheit über das Geldsystem schädlich für bestimmte personengruppen ist! ;)
...

Schritt für Schritt begann Gerda Weiler sich jetzt in die Matriarchatsforschung einzuarbeiten. Sie fing mit der ägyptischen Kultur an, wendete sich den frühen Kulturen Kleinasiens zu und stieß dann auf die Bibel. Sie wurde zur bedeutendsten Matriarchatsforscherin in Deutschland neben Heide Göttner-Abendroth. In einer Zeit, in der es der Frauenbewegung noch um Gleichberechtigung und Gleichstellung von Männern und Frauen ging, wandte sich Gerda Weiler den Ursprüngen zu und entdeckte die Andersartigkeit von Kulturen, in denen weibliche Lebenszusammenhänge bestimmend und die weibliche Kultmacht im Dienst der großen Göttin prägend war. Ihr erstes Buch, zunächst 1984 in dem Frauenverlag Frauenoffensive erschienen unter dem Titel "Ich verwerfe im Land die Kriege", 1989 in dem Verlag Kohlhammer unter dem Titel "Das Matriarchat im alten Israel" wieder aufgelegt, beschäftigt sich mit dem Alten Testament.
Sie führt die Erzväter- und Familiengeschichten zurück auf altorientalische Ritualtexte und Mythen, die der Göttin als Himmelskönigin gewidmet sind. Der spätere monotheistische Vatergott war zu Zeiten der großen Göttin der Sohnes-Geliebte und im Gegensatz zu der Himmelskönigin sterblich. In ihrem Buch deckt Gerda Weiler mit sehr viel Kenntnissen, aber auch mit einer schöpferischen Phantasie die Spuren der ehemaligen Göttin-Verehrung auf, die durch die Veränderungen und Umschreibungen im Laufe der Entwicklung des Judentums nicht verwischt werden konnten. Dieses Buch brachte Gerda Weiler viel Kritik ein, insbesondere den Vorwurf des Antijudaismus. Dahinter verbarg sich allerdings oft eine Kritik, der die ganze Richtung, nämlich die Demontage des monotheistischen Gottesbilde nicht passte, wobei in der Sache selbst Gerda Weiler nicht widerlegt werden konnte.

. . .


Mit dem "patriarchalen" Freud hatte die Frauenbewegung schon früh begonnen, sich auseinanderzusetzen. Bei C. G. Jung, insbesondere bei seinem Schüler Neumann meinten viele Frauen dagegen, sich wiederzufinden. In ihrem Buch "Der enteignete Mythos", 1991 im Campus Verlag erschienen, setzt sich Gerda Weiler mit den Jungschen Archetypen auseinander und weist nach, dass es sich dabei um männliche Projektionen für das Weibliche handelt.
Gerda Weiler war in ihrem Werk immer innovativ. In ihren beiden letzten Büchern "Eros ist stärker als Gewalt" und "Der aufrechte Gang der Menschenfrau", einer feministischen Anthropologie, erschienen im Ulrike Helmer Verlag, wandte sich Gerda Weiler unter anderem dem Thema Biologie zu. Die Biologie als Ansatz für eine Auseinandersetzung mit dem Männlichen und dem Weiblichen war in der Frauenbewegung bisher verpönt. Sie entkräftete den Mythos von der angeblichen Dominanz des Männlichen, das nach der Zeugung für den Fortbestand des Lebens relativ unwichtig ist und erst da seine Bedeutung bekommt, wo es sich in die Aufzucht des Nachwuchses mit einbindet. Gerda Weiler versuchte nachzuweisen, dass die kulturellen Schöpfungen der Frühgeschichte nicht das Werk des Mannes sind, sonders auf den Beiträgen der Frau zur Menschwerdung fußen. Der aufrechte Gang, die menschliche Sprache sowie die Befreiung ihrer Sexualität von der Brunst sind Kulturleistungen der Frau. Der zweite Band ihrer feministischen Anthropologie erschien übrigens erst nach Gerda Weiler Tod, so dass Gerda Weiler an der Diskussion über ihre neuen Gedanken nicht mehr teilnehmen kann.
Aufgrund ihrer Bücher war Gerda Weiler im deutschsprachigen Raum sehr bekannt. Sie reiste durch die ganze Bundesrepublik und die Schweiz zu Vorträgen, insbesondere an evangelische Akademien und feministische Einrichtungen. An der Universität Berlin hatte sie einen Lehrauftrag. Auch im Hörfunk war sie präsent (z.B. in der Sendung "Aula" und im Schulfunk). Im österreichischen Fernsehen trat sie zusammen mit Luisa Francia auf. Immer wieder erschienen Buchbesprechungen von ihr, insbesondere über Bücher von Frauen in verschiedenen Zeitschriften. Bei aktuellen Anlässen nahm sie Stellung z.B. in Form von Leserbriefen (auch in der Badischen Zeitung). Die Anregung für die Tafel zur Erinnerung an die Hexenverfolgung in Freiburg kam von ihr. Eine andere Anregung war die Gestaltung eines Labyrinths als altem matriarchalem Symbol für den neuen Stadtteil Rieselfeld (in Zürich bereits an zwei Stellen verwirklicht). Mit anderen Frauen veranlasste sie, dass die "Dinnerparty" von Judy Chicago in Frankfurt ausgestellt werden konnte. Zu diesem Fest für die Ausstellung, an dem viele bedeutende sich für die Sache der Frauen engagierende Frauen teilnahmen, wurde auch Gerda Weiler eingeladen. Sie musste eine der 39 Frauen, für die die Gedecke bestimmt waren, darstellen.
Ich habe keine Frau kennen gelernt mit solch einem Wissensdurst und einer derartigen Arbeitsenergie wie Gerda Weiler. So wie andere Frauen Liebesromane verschlingen, las Gerda Weiler wissenschaftliche Werke. Nur so konnte sie sich als Autodidaktin das Wissen aneignen, da sie in ihren Büchern verarbeitete. Noch einige Tage vor ihrem Tod im Krankenhaus las sie trotz aller Schmerzen und diskutierte mit mir über die Frage, ob der Mond männlich oder weiblich sei.



Ein menschliches Vorbild!


Und die Richtung, in die wesentlich mehr geforscht werden muß! :)
Ich weiß das mir alle Feministinnen in den Nacken springen werden. Fakt ist aber: Nur Frauen sind befähigt, Kinder auszutragen. Warum sollte man das negieren und die Frau zum Manne machen?

Ein solch gesellschaftlicher Wandel geht aber nicht, wenn im herrschenden Patrirchismus die Frauen dazu von Männern genötigt werden, Kinder zu haben...

Es geht nur in einer matriarchischen Grundeinstellung, in dem wir alle die Heiligkeit allen Lebens anerkennen, und Müttern endlich die Wertschätzung zollen, die sie verdienen.

Leider ist es mit dem Christentum, so wie wir ihn kennen, nicht zu vereinbaren. Denn unser Heil liegt weder bei einem ungnädigen, monotheistischen Mann-Gott und seiner Heilslehre nach dem Tod, sondern bei Feiern des lebens und der Jahreszeitenfeste.


Also, über Bord mit den hinderlichen Teil des Christentums, der nur von Männern für Männer entworfen wurde!


Übrigens, dreimal dürft ihr raten, um was in meinem Buch geht!
verdammt, einen Monat hat es mich gekostet den Ablenkungsteil hier zu enttarnen und als Unsinn zu entlarven:


Der Begriff `Matriarchat`


Von Heide Göttner-Abendroth

Oft wurde ich gefragt, ob es der matriarchalen Kultur nicht besser entsprechen würde, gar nicht mehr von "Matriarchat", was "Herrschaft der Mütter" heißen soll, zu reden - denn um Herrschaftsformen hat es sich hier nicht gehandelt.
Statt dessen werden Ersatzbegriffe wie "matrizentrisch", "matristisch", "matrifokal", "gynaikostatisch" usw. vorgeschlagen.

Ich halte dies nicht für einen guten Weg, denn der Begriff "Matriarchat" ist nicht, gegen den Anschein, die Parallele zum Begriff "Patriarchat".

Denn "arché" heißt im Griechischen sowohl "Herrschaft" wie "Anfang", wobei die zweite Bedeutung die ältere ist.

Beide Bedeutungen sind nicht in eins zu setzen, sie fallen nur jenen zusammen, die meinen, vom Anfang der Menschheitsgeschichte an habe es Herrschaft gegeben. Legenden dieser Art sind zu Dutzenden von patriarchalen Theoretikern in Umlauf gesetzt worden.
Übersetzen wir aber genauer, so heißt "Patriarchat" durchaus "Herrschaft der Väter", aber "Matriarchat" (arché = Beginn) heißt "am Anfang die Mütter". Und das trifft die Sache.

Die oben genannten Ersatzbegriffe führen statt dessen einen abschwächenden und verschleiernden Sprachgebrauch ein, der in der Forschungsgeschichte zu diesem heiklen Thema keineswegs neu ist. Aus durchsichtigen Gründen, nämlich Furcht vor der Kritik der zünftigen Fachwelt und undurchschauter eigener Ideologie, wird der Begriff "Matriarchat" aus der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion weggelassen. Dabei sind die Ersatzbegriffe allesamt vom wissenschaftlichen Standpunkt her problematisch, denn

erstens werden dabei meist nur einzelne Züge matriarchaler Gesellschaften thematisiert, nie diese Gesellschaftsordnung als ganze.

Zweitens werden diese verengenden Begriffe dazu benutzt, die Existenz von Gesellschaften, die durchgehend von Frauen geschaffen und geprägt worden sind - eben Matriarchate - zu leugnen.

Dann heißt es beschwichtigend, es habe vielleicht "matristische", matrifokale" usw. Gesellschaften gegeben, aber "Matriarchate" gab es nie!

Und dabei werden genau dieselben Kennzeichen aufgezählt, die gerade matriarchale Gesellschaften ausmachen. Ein solches Vorgehen dient eher der Verwirrung der Diskussion als ihrer Aufklärung, besonders dann, wenn obendrein das Schlag-Wort des "Mythos vom Matriarchat" eingeführt wird. Hierbei wird "Matriarchat" absichtlich falsch mit "Mütterherrschaft" gleichgesetzt und solches den Matriarchatsforscherinnen unterstellt, um den eigenen Mythos zu verstecken, nämlich den Mythos vom ewigen Patriarchat.

Der sachlichen Klarheit und der wissenschaftlichen Redlichkeit wegen ist deshalb der begriff "Matriarchat" jedes Mal der bessere, wenn in der Forschung frauenbestimmte Gesellschaften bekannt werden.

Außerdem ist es ein wichtiger wissenschaftspolitischer Schritt, dass Frauen diesen Begriff mit den von ihnen erforschten Inhalten neu definieren und füllen und sich nicht mehr kleiner machen, als sie sind.


Uwe Wesel ist ein Idiot, weil er überhaupt nicht begriffen hat, was ein Matriarchat bedeutet.
23 von sittin bull inv 09.05.03 12:41:48 Beitrag Nr.: 9.402.979 9402979
1)Fakt ist aber: Nur Frauen sind befähigt, Kinder auszutragen. Warum sollte man das negieren und die Frau zum Manne machen?



2)Ein solch gesellschaftlicher Wandel geht aber nicht, wenn im herrschenden Patrirchismus die Frauen dazu von Männern genötigt werden, Kinder zu haben...

3)Es geht nur in einer matriarchischen Grundeinstellung, in dem wir alle die Heiligkeit allen Lebens anerkennen, und Müttern endlich die Wertschätzung zollen, die sie verdienen.

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1),was für ne Erkenntnis

:laugh:

2)es ist umgekehrt!Frauen nötigen die Gesellschaft zum Aussterben:(

3)Wertschätzung der Mütter ist notwendig,um die Situation zu verändern,religiöse Zusammenhänge erkenne ich dabei nicht:D
Es hängt damit zusammen, schau in meinen Ethik-Thread, oder den Geld, Tod, Sexualität!

manno, ich gebe mir echt Mühe! :D
Sich Mühe zu machen,lohnt sich oftmals nicht.

Die ethischen Grundlagen ,die uns verbinden,werden von ganz alleine kommen:cool:

Oder weisst du etwa nicht,wie D im Jahr 2020 aussieht?:confused:

Ich schon!:D ,sogar sehr präzise!:D
Du bist Deutschland-fixiert.

Vielleicht überlebt dieses künstliche Gebilde der Machtdurchsetzung den nächsten patriarchalen Krieg nicht.

Wir sind doch nicht mehr weit davon weg bei den Herrenmenschen in Gods Own Country in Ungnade zu fallen!


:rolleyes:
Also net:rolleyes: ,die Welt herum bedingt-auch-wie es in D aussehen wird,kein Land wird sich so verändern:rolleyes:
opti, ich kann deinen Optimismus nicht teilen.

Sag` es bitte, was dich hoffen läßt!
Das hat nichts mit Optimismus sondern mit Notwendigkeiten zu tun.Diese werden die Menschen und die Gesellschaft verändern.Wenn nicht,gibt es keine mehr,keine mehr wie wir sie kennen.

In der kommenden Krise werden die Menschen erkennen,dass ...,bisher hast du dich nie wirklich daran beteiligt:cry: ,ein thread D,2020 wäre sicher spannend,gibt es was Spannenderes als die Zukunft?
Mit der Beschäftigung mit dieser,stellst du auch für dich die richtigen Weichen.
Stichworte:

Die Familie wird im Zentrum stehen,somit auch die Frauen,Tendenz zur Großfamilie,wir erleben eine Geburtenverdoppelung.
Singles sind in jeder Hinsicht die ärmsten Tröpfe,haben keinen und werden von der Gesellschaft missachtet,wer keine Kinder hat,ebenso.Das geht so weit,dass diesen Personengruppen gegenüber Diesnstleistungen verweigert werden.Bürokratie ist verschwunden,der Staat nimmt nur noch hoheitliche Aufgaben wahr.Sozialsysteme gibt es keine mehr.Millionen Deutsche kämpfen um Billigjobs.Schulen,Universitäten sind privatisiert,Eliten werden gefördert,es gibt keinen Sozialneid mehr,wer Arbeitsplätze schafft, wird vergöttert.Der Kapitalismus bricht zusammen,personale Mittelstandsunternehmen entstehen.
Neue Werte,eigentlich sind es die von früher,werden zum Maß aller Dinge,gilt auch für die Justiz.Ein Teil wird sich
religiös besinnen(isch gehör net dazu).

Langt mal,oda?!;)
Die Entwicklung wird anders laufen. Der Untergang des Kapitalismus wird mehr Spuren hinterlassen als der des Kommunismus.

Es wird weltweite Kriege geben. Es wird keine Arbeitsplätze mehr geben, sondern Naturalwirtschaft und Eigenversorgung. Geld wird wertlos werden.
Politiker werden ermordet.
Hunger, Krankheit und Tod werden unsere Begleiter.
Kinder werden nicht als Zukunftsinvestition angesehen, sondern als lästige Mitesser. Warlords werden kommunal herrschen wie es jetzt schon in Ex-Yugoslawien oder Afghanistan zu sehen ist. Vergewaltigunge, Folter, Mord wird Einzug in unsere Welt halte. Falsche Propheten werden sich auf Sündenbocksuche begeben, und in ihrem Namen werden Millionen Menschen getötet. Gewalt wird absolutes Erlebensmittel.

Irgendwann später wird vielleicht die Welt so sein wie du es beschreibst, wahrscheinlicher wird aber ein neuer Zinszyklus gestartet, neue Machthaber etabliert.
Und?Warum beteiligst du dich nicht?
Sehnst du dich mehr nach Greueltaten als nach Kindern?


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