Verweigerte Entlastung ? - 500 Beiträge pro Seite



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Was passiert, wenn einer
Geschäftsführung bei einer HV
die Entlastung verweigert wird ?
Insbesondere dann, wenn der Gesellschaft
nachweislich kein finanzieller Schaden zugefügt wurde.
Hier geht es um eine GbR.
Kann dem GF das am Arsch vorbeigehen, wenn er
den Posten sowieso nicht mehr will ?

Kennt sich jemand damit aus ?

Danke für Antworten

Laster
Die Verweigerung einer Entlastung führt dazu, daß die Gesellschafter eine Haftung der Gesellschaft für Geschäfte des GeFü verweigert. Der GeFü kann bei nachgewiesenen Unregelmäßigkeiten persönlich haftbar gemacht werden. Geschieht dies nicht, gilt die Entlastung nach 5 Jahren als automatisch erteilt.
Die Verweigerung der Entlastung beinhaltet keinerlei juristisch durchsetzbare Regressansprüche. Sie ist lediglich eine Mißfallensäußerung, Rüge oder dergleichen.

Regress- oder Haftungsansprüche können einzig und allein im Weg der gerichtlichen Klage geltend gemacht werden.
Danke Euch,
hab noch 2 Fragen:

kann denn der GF seinerseits die Entlastung erzwingen und
steht das irgentwo im BGB ? Habe nichts derartiges gefunden.

Grüsse von Laster
sorry,

mit "steht das im BGB ?" meinte ich Eure Antworten.
Oder ist das Rechtsprechung ?

Laster
in der Rechtsprechung gilt:

wird eine Entlastung verweigert, kann

a) diese Person sich nicht mehr z.B zur Wiederwahl stellen

b) diese Person auch für evtl. Ansprüche haftbar gemnacht werden

natürlich, kann die Person, wenn sie der Meinung ist sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, Rechtsmittel einlegen.
#6
ich muss widersprechen

Die Entlastung oder Nichtentlastung ist in keinem Gesetz geregelt. Sie ist nur Bestandteil der meisten Gesellschaftsverträge, Statuten oder dergleichen eines Unternehmens.

Die Person kann sich durchaus zur Widerwahl stellen. Nur düfte sie kaum die Stimmen der Mehrheit bekommen, die ihr zuvor die Entlastung verweigert haben.

Die Nichtentlastung hat nichts mit der Durchsetzung von irgendwelchen Haftungsansprüchen zu tun. Diese Ansprüche können einzig und allen im Rahmen einer Klage angestrengt werden, und zwar unabhängig davon ob hier zuvor eine Nichtentlastung stattfand oder nicht. Einfach gesagt: wenn jemand Mist gebaut hat, kann ich ihn auch bei erteilter Entlastung verklagen und muss dies auch tun, wenn ich Haftung verlange (die Nichtentlastung allein führt zu nichts).
Heisst das, das die Entlastung eigentlich gar keine
rechtliche Wirkung hat? Wenn einer Fehler gemacht hat,
kann man ihn dafür gerichtlich haftbar machen, ob entlastet oder nicht ? Wofür ist denn dann die
Entlastung? Ist sie eine Art Anerkennung für die
Verdienste, oder andersherum bei Nichtentlastung Tadel für schlechte Arbeit ?
Dann könnten ja Leute noch haftbar gemacht werden, die
vor einigen Jahren Fehler gemacht haben, und die für die Jahre entlastet wurden.

Muss ich das verstehen ?

Gruss

Laster
laster, genau so ist es. Denke als Beispiel nur ein einige Neue Markt-AG`s, deren Vorstände für Ihre Missetaten in Zeiten, für denen ihnen Entlastung erteilt wurde, verknackt wurden.

Man muss nur die Verjährungsfristen beachten.


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