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Pflege 2.0 – Wie die Digitalisierung die Pflege revitalisiert

Gastautor: Rainer Brosy
30.11.2018, 12:03  |  877   |   |   

Warum Pflege Digitalisierung braucht

Pflege 2.0 – Wie die Digitalisierung die Pflege revitalisiert

Die Digitalisierung trifft jeden und verändert alle Lebensbereiche und somit auch den Pflegebereich. Doch die Vermutung, dass von Fürsorge geprägte Berufsbild würde der Kühle der modernen Technik weichen, ist falsch. Die „digitalisierten Pflege“ führt zu mehr Menschlichkeit und Zeit.



Digitalisierung in der Pflege kann die Arbeit erleichtern und Zeit sparen, die dann mit den Patienten verbracht werden kann. Bildquelle: rawpixel / pixabay.com

Warum Pflege Digitalisierung braucht

Gegner der Digitalisierung nehmen an, durch die Zunahme an Technik würde der menschliche Aspekt der Pflege verloren gehen. Doch die These, dass es sich dabei um konkurrierende Kräfte handle, sollte genauestens auf den Prüfstand gestellt werden. Wird die Digitalisierung in der Pflege den Menschen ersetzen? Wohl kaum. Denn Roboter, die Patienten in den Rollstuhl helfen oder ihnen durch ihre Interaktionsfähigkeit einen großen Unterhaltungswert liefern, sind echte Nutzenbringer, die den Alltag der Menschen deutlich erleichtern können. „Ich sehe nicht, dass Maschinen den Menschen in der Pflege ersetzen werden. Denn es geht bei Pflege immer auch um seelisches Empfinden und Beziehungen zwischen Menschen,“ sagt Korian-Chef Arno Schwalie. Nicht nur die Physis, sondern auch die Psyche könnte somit ein großes Anwendungsfeld sein, dessen Potenzial noch lange nicht erschöpft ist. Dr. Michael Stephan, Geschäftsführer der BoS&S GmbH, sieht ebenfalls die Vorteile der vernetzten Pflege als gesellschaftlich wertvolles Gut. Das Unternehmen entwickelt Software für die ambulante, teilstationäre und stationäre Pflege. Dr. Michael Stephan ist überzeugt, dass „digitalisierte Pflege“ mehr menschlichen Kontakt in der Pflege möglich macht: „Wir arbeiten längst mit Unternehmen wie Samsung und Vodafone zusammen, um die vollvernetzte Pflegeeinrichtung zu realisieren. Mit dem Einverständnis des Klienten können über Schnittstellen und vernetzten Sensoren eine Vielzahl von zuvor anonymisierten Daten automatisiert ausgewertet werden. Das sind Aufgaben, die muss kein Mensch übernehmen. Damit steht derzeit die Minimierung des Mehraufwandes im Fokus – gerade in einer unterbesetzten Branche ist jede Neuerung, die Fachkräfte zeitlich entlastet, Gold wert. So sorgt die Digitalisierung der Pflege für mehr Zeit mit dem Menschen.“

Digitalisierung ist nicht der Feind. Zudem hat eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes ergeben, dass 88 Prozent der Beschäftigten in der Pflegebranche bereits mit der Digitalisierung konfrontiert sind. Das sind mehr Beschäftigte als im Durchschnitt aller Branchen. Statt sich gegen die neuen Technologien zu stellen, sollte man also eher den richtigen Umgang mit eben diesen anstreben.

Welche Technologien betreffen die Pflegenden?

Moderne Technik in der Pflege, die durch die Digitalisierung dort Einzug hält, lässt sich in diesem Bereich in vier Kerntechnologien unterteilen:

  • Elektronische Dokumentation, sprich das schriftliche Festhalten der Pflegeplanung und der pflegerischen Maßnahmen durch eine geeignete Software
  • Telecare und Telemedizin, also das Erbringen von Diagnostik, Behandlung und Pflegediensten durch Kommunikations- und Informationstechnologien, unter dem Aspekt Distanz zu überbrücken
  • Technische Assistenz, als digitale Unterstützung in der pflegerischen und häuslichen Umgebung
  • Robotik, die autonom Aufgaben für den Pflegenden und den Gepflegten übernimmt oder bei Routinetätigkeiten unterstützt
     

Moderne Technik bietet die Möglichkeit, die Pflegenden merklich zu unterstützen sowie die Dokumentation innerhalb einer Pflegeeinrichtung zu vereinfachen und zu verbessern. Durch die Einführung der elektronischen Dokumentation kann ein Datenverlust verhindert werden, der schnell zustande kommt, wenn alles auf Papier festgehalten wird. Manchmal reicht eine kleine Unordnung oder eine unsaubere Datenweitergabe und schon sind wichtige Daten für immer verloren. Zudem vereinfacht die digitale Dokumentation den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Auch Dr. Michael Stephan sieht den Vorteil der elektronischen Dokumentation: „Wir wollen Papierakten gänzlich abschaffen. Wir möchten nicht, dass Fachkräfte manuell Informationen erfassen, um Arbeitsabläufe zu planen und ihre Arbeit zu dokumentieren – diese Zeit ist im Kontakt mit Klienten viel wertvoller“.

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Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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