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Nach Barrick & Newmont Das sind die Übernahmekandidaten im Goldsektor!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
19.02.2019, 11:40  |  3094   |   |   

Nach den Milliarden-Übernahmen durch Barrick Gold und Newmont Mining wartet der Goldsektor auf den nächsten großen Deal. Die Analysten von BMO Capital Markets haben die Produzenten unter die Lupe genommen und mögliche Käufer sowie Übernahmeziele genannt.

Goldpreis auf 10-Monatshoch, Aktien laufen mit

Nach dem Barrick Gold mit der Übernahme von Randgold Resources für einen Paukenschlag im Goldsektor sorgte (mehr hier), legte Konkurrent Newmont Mining Anfang Januar mit dem Kauf von Goldcorp nach (mehr hier). Sollte der Goldcorp-Kauf wie erwartet im März abgeschlossen werden, steigt die in Denver ansässige Newmont zum größten Goldproduzenten der Welt auf. In der Branche herrscht nun großer Druck auf viele andere Produzenten, sie scheinen ebenfalls auf Brautschau zu sein. Investoren scheint zudem die Gier nach Größe gepackt zu haben und es wird viel darüber spekuliert, wer wohl Teil des nächsten großen Deals sein wird. Klar ist: Barrick Gold scheint am besten aufgestellt zu sein, um in den nächsten Jahren solide mit neuen Projekten zu wachsen. Newmont muss dagegen die problembehaftete Goldcorp erst einmal verarbeiten und selbst dann ist mit Blick auf die dünne Projekt-Pipeline das Wachstum nicht garantiert. Hinzu kommt, dass derzeit der Goldpreis mitspielt. Heute Morgen erreichte die Unzennotiz mit 1.330 US-Dollar ein Zehnmonatshoch, der Bruch des seit 2011 bestehenden Abwärtstrends steht bevor! Am Freitag brachen zudem wichtige Aktienindizes, der XAU Gold & Silver Index sowie der HUI Gold Bugs Index, technisch aus. Nun dürften immer mehr Trader auf steigende Kurse setzen.

Wer sind die möglichen Aufkäufer…

Die Analysten von BMO Capital Markets haben sich nun an ein Gedankenexperiment gewagt. Sie stellten sich die Frage: Wer ist derzeit gut aufgestellt und könnte als Aufkäufer in Erscheinung treten? Und wer ist wohl ein möglicher Übernahmekandidat? Zu den Favoriten der Analysten zählt auf jeden Fall Newcrest Mining. Die Australier finden nicht mehr genug große Vorkommen auf ihrem eigenen Kontinent. Daher gibt es schon länger Gerüchte, dass man auch in Kanada aktiv werden könnte. Neben Newcrest sehen die BMO-Analysten Agnico Eagle stark positioniert. Erst jüngst überzeugten die Kanadier mit ihrem Zahlenwerk. Zwar fuhr man 2018 einen Verlust von 326,7 Mio. Dollar ein, allerdings geht der größte Teil auf Abschreibungen auf die Tagebaumine Canadian Malartic zurück. 2019 will Agnico mit 1,75 Mio. Unzen etwas mehr produzieren als im Vorjahr. Kostenseitig steht man mit avisierten AISC von 875 bis 925 US-Dollar sehr gut da. Da die Agnico-Aktie im Gegensatz zu vielen Titeln durchaus hoch bewertet ist, könnte eine Übernahme per Aktientausch sinnvoll erscheinen. Zudem sieht BMO auch Fresnillo, den größten Silberproduzenten der Welt, als möglichen Aufkäufer. Das familiendominierte mexikanische Unternehmen braucht Minen mit niedrigen Produktionskosten, profitiert derzeit aber vor allem vom steigenden Silberpreis. Und auch einer Barrick traut man zu, dass man noch einmal aktiv werden könnte. Denn schließlich ist der langjährige Branchenführer nur noch der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Allerdings muss man erst einmal die Integration von Randgold abschließen.

… und wer befindet sich derzeit in der Defensive?

Auf der anderen Seite ächzen etliche Firmen unter hohen Kosten, Verlusten und Abschreibungen. Als mögliche Übernahmekandidaten sieht BMO Capital Markets deshalb folgende Firmen: Kinross Gold, Yamana Gold, Gold Fields sowie AngloGold Ashanti. Wobei AngloGold derzeit versucht, mit Engagements in Nordamerika stärker global zu diversifizieren. Auf jeden Fall stünden laut BMO geographische Synergien im Fokus bei einer Übernahme. Anders kriege man wohl die Kosten nicht in den Griff. Allerdings gibt es auch mahnende Stimmen. So rechnet beispielsweise Gold Fields-CEO Nick Holland zwar mit weiteren Deals, allerdings bräuchten diese ihre Zeit, wie er gegenüber MiningMX sagte. Holland muss es wissen, denn die heutige Gold Fields ist einst aus dem Zusammenschluss von Gencor entstanden. Allein zwei Kulturen zusammenzuführen dauere fünf Jahre. Entsprechendes hört man übrigens auch schon aus dem Hauptquartier von Barrick. Der neue Chef Mark Bristow, Gründer und Ex-CEO von Randgold, komme mit seinem sehr fordernden und auf Druck ausgerichteten Management-Stil bei den Barrick-Führungskräften nicht immer gut an, heißt es.

Projekte kaufen statt Übernahmen tätigen?

Dementsprechend sind die Risiken bei Übernahmen auch groß. Und das Synergien nicht wie erhofft eintreten, kennt man auch aus anderen Branchen. Folgerichtig bleibt der Zukauf von einzelnen Projekten der risikoärmere Weg, um zu wachsen. Das bleibt in der Goldbranche eine echte Option, denn allein durch die Barrick- und Newmont-Übernahme werden etliche Liegenschaften und Projekte auf den Markt kommen und viele Beteiligungen neu ausgerichtet. So will Newmont Assets im Wert von 1 bis 1,5 Mrd. Dollar abgeben. Ähnlich sieht es auch bei Barrick aus. Dementsprechend könnte es sich gerade für die mittelgroßen Produzenten lohnen, den Risiken einer Übernahme aus dem Weg zu gehen und stattdessen direkt Assets zuzukaufen.

Hier sind gleich drei Majors involviert

Eine spannende Situation ergibt sich derzeit bei Corvus Gold (2,05 CAD | 1,40 Euro; CA2210131058). Denn Newmont Mining hält nun dank der Goldcorp-Übernahme einen 1 Prozent Net Smelter Return (NSR) auf das Mother Lode-Projekt von Corvus (siehe Bild oben). Zudem dürfte man rund 300.000 Aktien geerbt haben. Hinzu kommt, dass Agnico Eagle bereits 19,9 Prozent an Corvus hält und in direkter Nachbarschaft ein eigenes Projekt besitzt (mehr hier). Und nicht zuletzt könnte Corvus auch für Barrick spannend sein. Denn wie Newmont haben die Kanadier ihre wichtigsten Assets in Nevada, was Synergien verspricht. Unterschätzen sollte man zudem  Coeur Mining nicht, dass im vergangenen Jahr bereits eine Aktienposition in Corvus hielt und derzeit in der Nachbarschaft exploriert. Hinzu kommt, dass Corvus bereits eine Ressource mit rund 3,6 Mio. Unzen besitzt und derzeit weiter exploriert. Dementsprechend könnte dieses Projekt für alle drei genannten Unternehmen spannend sein. Einen aktuellen Site Visit Report finden Sie an dieser Stelle.

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