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Aktien Frankfurt: Konjunktur- und Zinssorgen nehmen wieder zu
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Konjunktur- und Zinssorgen nehmen wieder zu

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.09.2021, 12:21  |  708   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag zurück in den Sinkflug gegangen. Bis zum Mittag baute der Dax seine Verluste weiter aus und notierte zuletzt um 1,10 Prozent tiefer bei 15 402,71 Punkten.

Bereits am Vortag war die Erleichterung über den Ausgang der Bundestagswahl schnell verpufft. Nun überwiegen die Sorgen am Aktienmarkt wieder. Von Börsianern wurde als aktueller Belastungsfaktor vor allem die anstehende Eindämmung der bisher lockeren Geldpolitik der Notenbanken sowie die anhaltenden Lieferengpässe genannt. Positive Daten wie etwa das aufgehellte GfK-Konsumklima wurden dabei außer Acht gelassen.

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Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 1,95 Prozent auf 34 586,00 Zähler. Ähnlich sah es an den europäischen Börsen aus, der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab zuletzt um 1,73 Prozent auf 4093,52 Punkte nach.

Die Blicke der Anleger richten sich im Verlauf neben weiteren Stimmungsdaten aus den USA insbesondere auf die anstehenden Reden führender Notenbanker wie Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), und Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed.

Obwohl die Währungshüter die steigende Inflation als vorübergehendes Phänomen betrachten, nimmt aus Sicht von Michael Hewson von CMC Markets doch ihre Besorgnis zu. Er wies darauf hin, dass sich Fed-Chef Powell in einer vorab vorbereiteten Bemerkung für einen Auftritt vor dem Bankenausschuss des Senats mögliche Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen habe, sollte der Preisauftrieb nachhaltiger sein als gedacht. Seitdem die Fed in der vergangenen Woche eine Eindämmung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe signalisiert hat, hat sich der Abverkauf an den Anleihemärkten beschleunigt, wo die Renditen im Gegenzug kräftig steigen.

Auf Unternehmensseite standen am Dienstag erneut jene Werte unter Druck, die als Gewinner der Corona-Krise gelten. "In vielen Branchen und Sektoren wird nun die Überbewertung abgebaut, welche derzeit nur schwer argumentativ vertreten werden kann", erläuterte Andreas Lipkow von Comdirect. Der Kochboxenversender Hellofresh beispielsweise büßte 3 Prozent ein. Medizinwerte wie Merck KGaA und Qiagen verloren jeweils rund 2 Prozent.

Auch die monatelang stark gelaufene Medizintechnikbranche ist inzwischen auf Talfahrt. Aktien des Laborzulieferers Sartorius etwa litten als eines der Dax-Schlusslichter mit gut 2,9 Prozent Abschlag. Als Letzter im MDax sanken Carl Zeiss Meditec um 5,9 Prozent, während Eckert & Ziegler im SDax 7 Prozent verloren.

Unter den größeren Verlierern fanden sich auch die Sportartikelhersteller wieder, Adidas und Puma SE brachten es auf ein Minus von 3 beziehungsweise 2 Prozent. Im Sog der vorabendlich schwächeren Nasdaq verloren auch europaweit die Technologie- und Chipwerte: Infineon und Aixtron lagen abgeschlagen mit jeweils rund 4 Prozent im Minus. Für Softwareunternehmen ging es ebenfalls deutlich bergab, Software AG etwa büßten mehr als zweieinhalb Prozent ein.

Zu den wenigen Gewinnern zählten Chemiewerte. Covestro führten mit einem Aufschlag von mehr als zweieinhalb Prozent den Dax an, während BASF um 1,4 Prozent zulegten. Bereits am Vortag hatten die Anleger die konkretisierte Batterie- und Chinastrategie des Ludwigshafener Konzerns honoriert. Aktien von Lanxess stemmten sich mit einem immerhin noch dünnem Kursplus gegen den schwachen Markt.

Ein angehobenes Umsatzziel von About You für das Jahr lockte dagegen die Investoren in die Aktien des Online-Modehändlers, die um mehr als zweieinhalb Prozent zulegten. Die ebenfalls vorgelegten Eckdaten für das zweite Geschäftsquartal waren zudem laut einem Händler besser als gedacht ausgefallen.

Auch Beiersdorf -Aktien standen nach einer pessimistischen Analystenstimme auf den Verkaufszetteln mit minus zweieinhalb Prozent. Bernstein-Analyst Bruno Monteyne senkte sein Votum auf "Underperform" und verwies auf den Margendruck beim Konsumgüterhersteller, der noch zunehmen dürfte./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---


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