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Experten warnen vor Chaosjahr 2016 "Wir sind nur einen großen Schock vom globalen Abschwung entfernt"

30.11.2015, 10:11  |  17077   |   |   

Das Jahr nähert sich dem Ende. Zeit, einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Was kommt 2016 auf die Märkte zu? „Bloomberg“ hat bei verschiedenen Finanzexperten nachgefragt. Diese sagen ein schwieriges Jahr voraus. Nicht nur für China, sondern auch für die vielen Start-Ups. Denn nicht alle werden das nächste Jahr überleben.

In der Tech-Branche werden Start-Ups mit einem Marktwert über eine Milliarde US-Dollar als „Unicorn“ bezeichnet. Eigentlich ein Indiz für ihre Seltenheit. Doch inzwischen gibt es solche Einhörner wie Sand am Meer. Aktuell tummeln sich über 100 Unicorns in der Tech-Branche. Alan Patriof, Mitbegründer der Risikokapitalgesellschaft Greycroft Partners, beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Es gebe schlicht zu viele von ihnen und es wäre nicht genug Geld da, um alle zu stützen. Für viele Einhörner wird 2016 deshalb ein echtes Schicksalsjahr. „Ich glaube, dass mehr Unicorns den Sprung an die Börse wagen werden.“ Dann schlage die Stunde der Wahrheit, so Patriof. „Wir werden sehen, wer sich selbst finanzieren kann“ … und welche Einhörner auf der Strecke bleiben (Lesen Sie auch: Tech-Markt läuft heiß - Vorsicht vor dem Einhorn-Crash!)

Konjunktursorgen und China

Apropos auf der Strecke bleiben … Wie sieht es 2016 eigentlich mit dem weltweiten Wachstum aus? Wird die Konjunktur ebenfalls auf der Strecke bleiben? Ja, sagt Ruchir Sharma von Morgan Stanley und warnt: „Wir sind nur einen großen Schock vom globalen Abschwung entfernt.“ Die nächste Wende im Kreislauf sei „unausweichlich“, da ist sich der Finanzexperte sicher. Genauso sicher ist er, dass das Epizentrum dieses großen Schocks in China liegen werde. China leide unter einer hohen Schuldenlast, exzessiven Investments und einer schrumpfenden Gesellschaft, die allesamt das Wachstum schwächten. Das macht China zum größten Wackelkandidaten 2016 (siehe: Horrorszenario für die Weltwirtschaft: "Rezession made in China").

Rohstoffe

Vom Wackelkandidaten der Länder zum Wackelkandidaten der Rohstoffe. Gold, Öl, Gas … für wen wird es im kommenden Jahr brenzlig? Für keinen, meint Barbara Byrne. Die Vizevorsitzende des Investmentbankings bei Barclays rechnet vielmehr damit, dass sich die Rohstoffpreise 2016 wieder erholen werden. Das gilt auch für den arg gebeutelten Ölpreis. „Wir werden uns wahrscheinlich auf einen stabileren Ölpreis zubewegen“, glaubt Byrne. Dieser könnte ihrer Ansicht nach bei etwa 60 US-Dollar je Barrel liegen (siehe hierzu auch: Auf das Überangebot folgt der Öl-Schock – Barclays warnt: Das Öl wird knapp!).

Bleibt noch die Frage nach den wichtigsten Akteuren. Was verrät uns die „Bloomberg“-Glaskugel beispielsweise in Bezug auf die Zentralbanken? Immerhin haben Fed, EZB und Co. in diesem Jahr die Märkte kräftig durchgerüttelt. Bleibt das auch 2016 so?

Zentralbanken

Russ Koesterich, Chefstratege bei BlackRock, rechnet eher mit einem Bedeutungsverlust: „Die Fed wird 2016 weniger wichtig werden“, so seine Prognose. Jim Caron, Geschäftsführer bei Morgan Stanley, glaubt dagegen, dass die Fed die Märkte auch im kommenden Jahr überraschen wird – mit einer langsameren Zinswende als erwartet. Der Chefökonom von Unicredit, Erik Nielsen, geht davon aus, dass sich die geldpolitischen Maßnahmen der Fed und der EZB im nächsten Jahr noch stärker auseinander bewegen. Während die amerikanische Zentralbank die Zinsen 2016 gleich mehrmals anheben werde, bleibe die EZB bei ihrer ultralockeren Geldpolitik bzw. werde sie ihre Bilanz noch weiter aufblähen, so Nielsen.

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