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Peak Oil und die Folgen (Seite 1417)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 61.463.699 von borazon am 12.09.19 01:39:13
MOMR Ölreport
Da die OPEC gestern den MOMR veröffentlicht hat, kann ich die Kurven updaten.

Zuerst Ölproduktion und Preise:



Ölproduktion und Ölpreis sind wenig geändert. Die Ölproduktion ist bisschen gestiegen, zu wenig um Peak Oil im November 18 zu widerlegen. Die Wahrscheinlichkeit von Peak Oil Nov 18 steigt auch nur ein bisschen.

Für die Suche nach der Wahrheit empfehle ich drei Dinge:
Daten, Daten und Physik.
Chinas Autoproduktion
In China ist die Autoproduktion weiter gefallen. ebenso wie der Ölpreis. Tendenz unverändert.

Zur Veranschaulichung der verschiedenen Denkrichtungen, in welche Richtung sich Ölpreis und Autoproduktion entwickeln werden, habe ich Pfeile in die vier Ecken gezeichnet.

Links oben WTF – Wishful Thinking: Klimaschutz verlangt eine fallende Ölproduktion. Ölpreise sollen in etwa gleich bleiben, Wohlstand und Autoproduktion sollen steigen. Anhänger dieser Richtung sind Politiker von CDU/CSU; SPD, FDP, Grüne.

Rechts Oben: CNV Conventionell.
Zweig A: Alles soll so bleiben, wie es ist: Langsam steigende Ölproduktion, Ölpreise werden wegen neuen Förder-Technologien ansteigen, der Autoindustrie soll es gut gehen, Verbrenner werden weiter gekauft, Elektroautos sind Schrott, Klimaschutz ist Blödsinn. Anhänger: AfD, EIKE, Ökonomen.
Zweig B: Klimaschutz ist wichtig, Elektroautos lösen in großer Zahl Verbrenner ab, Ölpreise werden wegen neuen Förder-Technologien in nächster Zeit ansteigen, die Ölproduktion wird langfristig wegen steigender Preise und der hohen Zahl von Elektroautos überflüssig. Anhänger: Borazon (stimmts?), Nerds und Technofreaks, die restlichen Ökonomen. Bis vor zwei Jahren alle Journalisten.

Rechts unten: OPO Old Peak Oiler:
Ölpreise werden wegen neuer Förder-Technologien steigen, bis die Ölquellen versiegen. Ab dann fällt die Produktion., und die Autoproduktion bricht ein. Da Ölpreise schon mal über 100$/barrel betrugen, ist Peak Oil noch lange nicht in Sicht. Anhänger: Ein Großteil der Peak-Oil Gemeinde, Dennis Coyne, Jean Laharrere.

Links unten: ETP: Energy Total Production:
Der Energieaufwand für Ölförderung ist nahe dem spezifischen Energieinhalt des Erdöls. steigt weiter an. Im Grenzfall der Gleichheit wird der Ölpreis Null. Die Ölproduktion geht ebenso wie der Ölpreis gegen Null, Energieintensive Maschinen wie Autos werden nicht mehr gekauft. Eine Wirtschaftskrise in Form eines Seneca-Cliffs ist zu erwarten. Als einzige der vier Denkrichtungen mit einem physikalischen Modell unterlegt. Anhänger: Ganz wenige, sowie Gail Tverberg, Tim Morgan (verstehen Physik nicht).

So und jetzt schaun wir mal, wohin sich die Autoproduktion China seit zwei Jahren bewegt: Nach links unten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 61.463.732 von borazon am 12.09.19 02:32:56
USA
95% der Welt sind noch nicht so vollgefressen wie manche,
die selber noch mehr konsumieren möchten, keepmaxe.


Und jetzt kommen wir zum vollgefressesten aller Länder: den USA
Der Autokonsum stieg im August trotz globaler Wirtschaftskrise.



Im Gegensatz dazu ein paar Überschriften:
China vehicle production and sales decline 0.5% and 6.9% respectively in August  [ China ]
Indian new vehicle sales decreased by 33.2% in August, 2019   [ India ]
Mexico auto exports drop 12.7% in August  [ Mexico ]
Mexico auto production decreases 9.6% in August  [ Mexico ]
Russian car sales decrease 1.3% in August   [ Russia ]
Brazilian vehicle sales down 2.3% to 242,985 units in August (ANFAVEA)  [ Brazil ]
Brazilian vehicle production down 7.3%, exports down 34.6% in August   [ Brazil ]
UK passenger car sales decrease 1.6% in August   [ UK ]
Argentine vehicle sales in August down 27.2%, production down 37.5%, exports down 32.8%
German passenger car sales fall 0.8% in August  [ Germany

Die vollgefressensten behalten ihren Konsum, alle anderen nicht. Es geht nicht nach Wollen, sondern nach etwas, das du vielleicht kennst als:
Der Teufel scheisst immer auf den größten Haufen.
Oder: Der vierte Hauptsatz der Thermodynamik:
Nur wer als erster am Fressnapf ankommt, wird satt.
Und auf dem Fressnapf „Erdöl“ sitzen nun mal die USA, mit der größten Armee der Welt.
Die USA werden von dieser Krise als letzter betroffen werden, alle anderen vorher. Aber dann möchte ich nicht da sein: Ohne ölbasierte Infrastruktur läuft da gar nichts mehr, und jeder hat den Schrank voller Waffen.
Abqaiq
Abqaiq kann täglich bis zu 7 mio Barrel Öl verarbeiten Schwefel und leicht flüchtige Bestandteile werden aus dem Rohöl entfernt, um es für Tanker transportierbar zu machen.
Die Videos sehen so aua, als wäre viel zerstört worden. Damit fällt Rohöl aus dem Weltmarkt aus (kann es wirklich 5% sein?). Der Ölpreis wird steigen, die Rezession wird beschleunigt.

Die Sekundärfolgen werden auch massiv sein. Diese Zerstörungen sind im Herz der Ölindustrie von SA, in der Nähe von Ras Tanura, die gesamte Industrie ist in Gefahr. SA hat damit den Krieg gegen den Yemen so gut wie verloren, wird es aber nicht einsehen. USA, Iran, Israel werden alle ihr Süppchen kochen, die Reaktionen sind unkalkulierbar.
5 Mio Barrel und so ein schwacher Preisanstieg ?
Die grüne Linie ist nicht einmal erreicht. Die Weltwirschaft muss extrem schlecht laufen. Vor drei Monaten war der Preis höher. Das wirkt fast so, als wäre ohne den Anschlag der Preis heute abgestürzt.

Morgen ist auch noch ein Tag.

Persönlich gehe ich eher von einer Beruhigung der Lage aus. Es handelt sich um ein riesiges Vespennest beim Persischen Golf. Niemand will reinstechen weil alle Beteiligten um die Unberechenbarkeit Bescheid wissen. Wenn es zu einem großen Konflikt am Golf kommt, dann wären sofort 10-20 mb Öl vom Markt. Ob die industrialisierte Welt das verkraftet wage ich zu bezweifeln.
Also kommen die schwarzen Schwäne von überall?*

Gehen wir vom langfristigen Ölchart aus,
dann gibt es eine gigantische Topbildung, welche ein extremes Deflationsrisiko signalisiert.
Dieses wird aktuell durch Kriegsangst im Preis überspielt, was allerdings auch nur zu verhaltener prozentualer Wiederbelebung reicht.

Die Perspektive links unten ist global, alles dampft sich ein in Preis und Menge durch einen Verlust an Planungssicherheit. Erst bauen sich Risiken auf und dann kommt der Zerfall, Problem ist der Verlust an Stetigkeit. Am Beispiel Öl droht gleichzeitig Mangel und Überangebot (real wird nur ein Fall jeweils sein, es geht um die Risikosituation) durch an der Finanznadel hängende und nicht mehr situativ normal auf Preise handelnde Produzenten. Es droht ein Überangebot auf für Produzenten unauskömmliche Preise, wechselnd ein Mangel als Vorstellung im nicht oder nur kurzfristig eintretenden Mainstreamszenario. Diese Kombination ist fatal, nach oben denken (durchaus bestätigt durch solche Meldungen wie jetzt) und der Boden entzieht sich ungesehen.

Das gleiche Dilemma ergibt sich in der Zinsentwicklung, die Investitionen explodieren nicht wie annehmbar und die öffentlichen Finanzen hängen trotz EZB-Spenden, in Zins oder auch direkt, nicht nur in Italien über der Klippe. Wir sind in einer Hochrisikozeit, die innere Stärke der Systeme verbraucht-e sich und diese Nichtresilienz braucht nur ein Ereignis für den Seneca-Zerfall

Lasset uns beten und möge der 18.Oktober 2019 nicht zum Anfang der Großen Depression werden

*Ernsthafte Frage
1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 61.501.349 von Friseuse am 17.09.19 12:50:54
Frage
Warum der 18.Oktober, was ist damit ?
Bin ebenfalls neugierig was du mit dem 18.Oktober meinst...
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