+++Pakistan+++Attentäter ermordet Benazir Bhutto+++ - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 27.12.07 16:25:00 von
neuester Beitrag 01.01.08 16:09:04 von


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27.12.07 16:25:00
Wird Europas Freiheit in Afghanistan verteidigt? Thread: Wird Europas Freiheit in Afghanistan verteidigt?

:confused::confused: müssen wir jetzt auch noch nach Pakistan???:confused::confused:

Donnerstag, 27.12.07

ANSCHLAG IN PAKISTAN
Attentäter ermordet Benazir Bhutto

Die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist bei einer Wahlkundgebung in Rawalpindi erschossen worden. Danach sprengte sich der Attentäter selbst in die Luft und riss viele Menschen mit in den Todhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,525503,00.html
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27.12.07 16:37:26
Ich halte diese Schlagzeile , bzw. den Tod von Frau Bhutto für nicht undramatisch. Sollte Pakistan jetzt eine radikal - islamistische Regierung bekommen , steht auch bald das pro amerikanische Regime in Saudi - Arabien auf der Kippe. Was das für den Westen bedeuten könnte , dürfte jeden klar sein.
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27.12.07 17:03:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.880.442 von zierbart am 27.12.07 16:37:26:rolleyes: wir kommen dem Ende immer näher--hier eine Zusammenstellung von Berichten, welche von Nachrichtenagenturen stammen :rolleyes:danach kommt der Herr und wird das Chaos richten:rolleyes: freut euch darauf--der Herr ist nahe--wir kommen ja von Weihnachtenher:rolleyes:

Prophetie----Es trifft nicht nur JERUSALEM Thread: Prophetie----Es trifft nicht nur JERUSALEM

Der Kampf um Jerusalem beginnt--Jerusalem als Taumelbecher für alle Völker--sagt die Bibel voraus Thread: Der Kampf um Jerusalem beginnt--Jerusalem als Taumelbecher für alle Völker--sagt die Bibel voraus

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Islamisten--auch wir werden da ein Problem haben /b]Thread: Islamisten--auch wir werden da ein Problem haben

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27.12.07 17:07:04
Der Islam ist ja so eine friedliche Religion....
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27.12.07 17:12:18
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.880.729 von HetfieId am 27.12.07 17:07:04:eek: Der ISLAM ist erwacht :eek: und wir werden uns noch wundern, wie auch wir davon betroffen sein werden :eek:


Pakistan

Bhutto bei Anschlag getötet
Die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto ist bei einem Anschlag auf eine Kundgebung in der Garnisonsstadt Rawalpindi nach Angaben eines Sprechers ihrer Partei getötet worden. Sie sei einen "Märtyrertod" gestorben, berichtete er. Ein TV-Sender will den genauen Ablauf des Anschlags kennen
http://www.stern.de/politik/ausland/:Pakistan-Bhutto--Anschl…
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27.12.07 17:44:27
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.880.695 von GueldnerG45S am 27.12.07 17:03:49http://en.wikipedia.org/wiki/Zulfikar_Ali_Bhutto

http://en.wikipedia.org/wiki/Benazir_Bhutto

Gut und Böse in Pakistan zu unterscheiden, fällt mir doch extrem schwer. Pakistan scheint voller Selbstmörder, Hass, Atom-Bomben, Korruption, Kämpfern für Demokratie und Kämpfern für Plutokratie.

Ich hoffe für alle, die USA behalten in dem Chaos den Überblick über die A-Bomben...:O

http://en.wikipedia.org/wiki/Pakistan_and_weapons_of_mass_de…
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27.12.07 19:54:14
schade, dass es wohl keine Möglichkeit gibt, den sensex 30 zu shorten....:cry:
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27.12.07 20:19:39
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.880.695 von GueldnerG45S am 27.12.07 17:03:49Ist doch alles in Ordnung - der Herr wirds schon richten :laugh::laugh:
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27.12.07 20:20:35
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.881.094 von stauffenberg am 27.12.07 17:44:27Gut und Böse in Pakistan zu unterscheiden, fällt mir doch extrem schwer.

Um es dir etwas leichter zu machen:
Wer Oppositionsführerinnen ermordet ist defintiv böse!
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27.12.07 21:48:22
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27.12.07 22:44:31
27.12.07, 20:46

Eine Familientragödie
Die Ermordung der früheren pakistanischen Premierministerin reiht sich ein in die tragische Familiengeschichte der Bhuttos. Auch ihr Vater und zwei Brüder kamen gewaltsam ums Leben.
Ein Familienbild aus dem Jahr 1978: Benazir (oben rechts) mit ihrer Mutter Nusrat (v.l. n.r.), ihrem Bruder Shahnawaz und ihrem Vater Zulfikar Ali Bhutto. In der unteren Reihe ihr Buder Murtaza (l.) unf ihre Schwester Sanam Bhutto.

Der Vater Zulfikar Ali Bhutto, Gründer der Pakistanischen Volkspartei (PPP), wird Anfang der 70er-Jahre Staatspräsident und anschließend Premierminister. 1977 wird er durch den Militärputsch von General Zia ul Haq gestürzt und ins Gefängnis gesperrt. Seine Söhne Murtaza und Shahnawaz müssen das Land verlassen, seine Frau Nusrat und seine Tochter Benazir verbringen mehrere Jahre im Gefängnis und unter Hausarrest. 1979 lässt der General den Ex-Premierminister hängen.

Shahnawaz und Murtaza leben im Exil in Kabul und Damaskus. Dort werden sie beschuldigt, eine terroristische Organisation gegründet zu haben. 1985 wird Shahnawaz tot in seiner Wohnung im südfranzösischen Cannes aufgefunden. Die Familie vermutet, dass er von seiner afghanischen Frau vergiftet wurde, deren Schwester Murtaza geheiratet hat. Dies wird jedoch niemals bewiesen. ZUM THEMA

1986 kehrt Benazir Bhutto, die in Harvard und Oxford studierte, aus London nach Pakistan zurück. Dort entgeht sie im Januar 1987 einem Anschlag. Nach dem Tod von General Zia gewinnt sie für die PPP 1988 die Parlamentswahl und wird im Alter von 35 Jahren als erste Frau in einem muslimischen Land zur Premierministerin gewählt. Sie untersagt ihrem Bruder Murtaza die Rückkehr aus dem Exil. 1990 verliert Benazir die Macht, kehrt aber 1993 an die Regierungsspitze zurück.

Murtaza tritt bei der Wahl gegen die PPP an und erringt einen Parlamentssitz. Bei seiner Rückkehr aus dem Exil nach 16 Jahren wird er jedoch festgenommen und wegen terroristischer Aktivitäten beschuldigt. Die Familie ist tief gespalten. Im September 1996 wird Murtaza in Karachi zusammen mit sieben Anhängern von Polizisten getötet. Die inzwischen wieder entmachtete Benazir Bhutto geht 1999 ins Londoner Exil, um Korruptionsvorwürfen zu entgehen. Gut zwei Monate nach ihrer Rückkehr nach Pakistan fällt sie am 27. Dezember 2007 einem Anschlag zum Opfer. http://www.focus.de/politik/ausland/bhutto-attentat_aid_2308…
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27.12.07 23:10:57
Das Gute wird getötet und das Böse lebt weiter. So wird nie die Liebe Überhand gewinnen, sondern immer mehr der Hass die Welt regieren.

So ist wohl das Gesetz des Lebens ! :(
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27.12.07 23:22:24
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.884.072 von StockFactory am 27.12.07 23:10:57:eek: So wird es bleiben :eek:

:rolleyes::rolleyes: Bis Jesus der Messias kommt :rolleyes::rolleyes:
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28.12.07 03:09:38
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.884.182 von GueldnerG45S am 27.12.07 23:22:24nö!!
bis man endlich anfängt sämtliche Clanmitglieder des attentäters zu eliminieren!!! ist ja einer der hauptgründe für selbstmörder dass die familie "geadelt wird". wenn sie aber von der weltkugel verschwindet - so ne scheisse aber auch!!!der tot ist umsonst der nutzen verpufft!!!!!

theak
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28.12.07 07:41:44
Vermutlich sind die letzten 5000 Jahre die meisten Menschen im Namen irgendeines Gottes oder einer Religion umgebracht worden. Das ist schon tragisch.
Oder wurden die Menschen nur im Namen Gottes für allzu weltliche Machtansprüche missbraucht ?:confused:
Vielleicht sollten wir statt Waffen lieber PISA exportieren !
Aber gut ; wenn ich mir manche Diskussionen über Afghanistan usw. durchlese , ist`s bei uns mit politischer Bildung auch net soweit her.:laugh:
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28.12.07 10:50:28
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28.12.07 10:57:20
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.884.182 von GueldnerG45S am 27.12.07 23:22:24Bis Jesus der Messias kommt

Jau, lass' ihn nur kommen! Holz und Nägel sind noch reichlich vorhanden. :D

;););)
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28.12.07 23:52:04





Pakistans ermordete Oppositionsführerin beerdigt
Er tötete Benazir Bhutto

Islamabad – Ein abgerissener Kopf mit dunklem, lockigen Haar, verkrustetem Blut am Kinn. Dieses Schock-Foto präsentierte Pakistans Innenministerium gestern der Öffentlichkeit.

Der abgerissene Kopf des mutmaßlichen Selbstmord-Attentäters
ES IST DER MÖRDER VON BENAZIR BHUTTO!


Weitere Bilder zeigten den blutverschmierten Wagen, die Schuhe der pakistanischen Oppositionspolitikerin im Fond. Das Innenministerium widersprach bei der aufsehenerregenden Pressekonferenz Berichten, dass Bhutto an Schussverletzungen gestorben sei. Vermutlich sei sie mit dem Kopf an einen Hebel des offen stehenden Dachs ihres Geländewagens geschlagen, als die Schüsse fielen und sie sich ins Innere des Wagens habe fallenlassen. Eine Autopsie, mit der dies belegt werden könnte, habe auf Wunsch der Familie Bhutto aber nicht stattgefunden.

Hunderttausende Trauernde begleiteten Benazir Bhutto zu ihrer letzten Ruhestätte – dem Familiengrab in Garhi Khuda Bakhsh, 200 Kilometer nördlich der Hafenmetropole Karachi. Sie schrien und weinten. Sie schlugen sich aus Trauer vor Brust und Stirn. Und immer wieder riefen sie: „Benazir lebt.“

Bhuttos schlichter Holzsarg war in die grün-rot-schwarz gestreifte Flagge ihrer Volkspartei gehüllt, ein islamischer Geistlicher sprach Gebete.

http://www.bild.t-online.de/BILD/news/politik/2007/12/29/bhu…
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28.12.07 23:58:22
Der Asien-Experte klärt die wichtigsten Fragen
nach dem Mord an Benazir Bhutto

Was geht uns Pakistan an, Herr Scholl-Latour?
Von Ralf KLOSTERMANN
Versinkt Pakistan jetzt in einen blutigen Bürgerkrieg?


Peter Scholl-Latour: Auf lange Sicht droht dem Land die Anarchie. Der verlässlichste Mann, den es jetzt dort noch gibt, ist Präsident Pervez Musharraf. Der Staat ruhte in Pakistan immer auf der Armee. Nur ein starkes Militär kann das Land stabil halten. Deshalb besteht die größte Gefahr darin, dass die Armee gespalten wird. Es gibt unter den Offizieren bereits starke islamistische

Was gehen uns die Vorgänge in Pakistan überhaupt an?

Peter Scholl-Latour: Sehr viel! Wenn das Land in die Anarchie fällt, ist das Nachbarland Afghanistan kaum noch zu halten. Dann stellt sich die Frage, wie unsere 3000 Bundeswehr-Soldaten dort heil herauskommen. Jetzt zeigt sich, dass Afghanistan nur ein Nebenkriegsschauplatz ist. Das wichtigste Land mit 170 Millionen Einwohnern und der Atombombe ist Pakistan. Von dort geht die größte Gefahr aus.

Was hat al-Qaida vom Tode Bhuttos?

Scholl-Latour: Frau Bhutto war mit dem Segen der USA ins Land zurückgekehrt, sollte es zu einem Mehrparteiensystem führen. Deshalb war sie ein Todfeind der Islamisten. Ihre Ermordung ist gleichzeitig ein Schlag gegen Washington.

Ist das Leben des Präsidenten ebenfalls in Gefahr?

Scholl-Latour: Ja! Es ist bereits zweimal versucht worden, ihn in die Luft zu sprengen, und zwar mit allergrößter Präzision. Musharraf hat nur um ein Haar überlebt. Der Westen sollte ihn unterstützen.

Wie sicher sind die Atomwaffen in Pakistan?

Scholl-Latour: Nach amerikanischen Angaben sind die Atomwaffen auseinandergebaut, so dass nicht jeder sie verwenden kann. Aber das glaube ich nicht! Al-Qaida hat zwar keine logistische Basis für den Einsatz von Atomwaffen, aber es reicht schon, wenn Terroristen an radioaktives Material herankommen.

Warum reagieren die Weltmärkte so stark?

Scholl-Latour: Man sollte die hysterischen und rein spekulativen Reaktionen der Weltbörse nicht überbewerten.
http://www.bild.t-online.de/BILD/news/politik/2007/12/29/bhu…
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30.12.07 11:40:06
:cry::cry:Die vom Spiegel traun sich was--mit solch einem realistischen Bericht--nur wollen es viele nicht hören--das unser Europäisches Haus längst mit Dynamit gefüllt ist und nur noch der zündende Funke fehlt:cry::cry:



29. Dezember 2007

DER WESTEN UND DER ISLAMISMUS
Selbstmord aus Angst vor dem Tode
Von Henryk M. Broder

Dutzende Menschen sind bei Unruhen gestorben, seit das Attentat auf Benazir Bhutto Pakistan erschütterte. Die Welt blickt ratlos auf das Chaos im Atomstaat - und merkt nicht, wie die Welle eines todessüchtigen, islamischen Fundamentalismus sie zu überrollen droht.
Zwei Tage nach der Ermordung von Benazir Bhutto breitet sich in Pakistan das Chaos aus, und der Rest der Welt ist entsetzt und ratlos. Wie konnte es nur soweit kommen? Wusste Frau Bhutto nicht, welche Gefahr ihr drohte? Warum wurde sie nicht besser geschützt?


Unruhen in Pakistan nach dem Bhutto-Mord: Die Welt ist entsetzt - und ratlos

Und vor allem: Wird es in Pakistan im Januar demokratische Wahlen geben?

Es ist, als würde irgendwo ein Haus in Flammen stehen und die Nachbarn überlegen sich, ob sie das geplante Straßenfest absagen oder durchziehen, ja, vielleicht sogar die Brandstifter zu der Fete einladen sollen. Als Zeichen des guten Willens und um zu demonstrieren, dass sie sich in ihrem Alltag von nichts und niemandem stören lassen.

Dass die islamischen Fundamentalisten, die nicht nur Frau Bhutto ermordet, sondern auch Tausende ihrer Landsleute vom Leben zum Tode befördert haben, nur noch eine Armlänge von der Verfügungsgewalt über Atomwaffen entfernt sind, bereitet den Kommentatoren nur leichte Kopfschmerzen. Denn wenn Indien die A-Bombe hat, dann kann man es den Pakistanern nicht übelnehmen, dass sie mit dem großen Nachbarn auf gleicher Augenhöhe kommunizieren wollen.

Die Gefahr eines globalen Krieges, der eigentlich in und wegen "Palästina" ausbrechen sollte, ist so oft herbeigeredet worden, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Aber nun wird es ernst. Die Ermordung von Benazir Bhutto, schreibt Gabriel Schoenfeld im Commentary-Blog, sei nicht nur eine Tragödie, sondern auch "ein strategischer Alptraum für die USA und einen großen Teil der Welt".

PAKISTAN: ATOMMACHT UND HOCHBURG DER ISLAMISTEN

Pakistan, seine Eckdaten und seine Unruhegebiete: Vor allem die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten seit Jahren als Hochburgen der Islamisten - die Gegend ...



ist bergig, voller Rückzugsräume.



Atommacht Pakistan: Das einzige islamische Land, dass die Bombe hat - und sein Wissen ...



... an andere Staaten weiterverkauft hat.



Terrorzentrale Pakistan: Bei zahlreichen islamistischen Anschlägen der vergangenen Jahre führten die Spuren in das Land.

Freilich: der Alptraum hat nicht vor zwei Tagen angefangen. Die Europäer träumen ihn mit offenen Augen, als würden sie sich einen Horrorfilm im Kino ansehen, der nichts mit dem wirklichen Leben zu tun hat. Und während sie sich voller Lustangst auf das Ende der Welt durch den Anstieg der Weltmeere vorbereiten und derweil über den Anstieg der Benzinpreise aufregen, merken sie nicht, was für eine Tsunami-Welle auf sie zurollt.

Der islamische Fundamentalismus verwirklicht sich in der Verbindung von Barbarei und Hightech. Sein Ziel ist nicht die Befreiung Palästinas von der zionistischen Besatzung, die Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban oder die Wiederherstellung des Kalifats, sondern die Apokalypse. Dabei ist es müßig, darüber zu streiten, ob es sich um eine religiöse oder eine politische Bewegung handelt, ob die Religion "instrumentalisiert" oder die Politik von Gotteskriegern als Mittel zum Zweck benutzt wird.

Es geht darum, die Welt das Fürchten zu lehren. Die Anschläge vom 11. September 2001 waren nur ein Vorgeschmack auf das, was Menschen zu leisten vermögen, die den Tod mehr als das Leben lieben und alle verachten, für die das Leben das höchste aller Güter ist.

Über diese Asymmetrie in der Auseinandersetzung hilft kein taktisches Konzept hinweg. Und deswegen ist es auch egal, ob die Bundeswehr in Afghanistan den Amis zuarbeitet oder beim "zivilen Aufbau" des Landes hilft, ob sie die Stellungen der Taliban auskundschaftet oder die "Herzen der Menschen" erobert. So rum oder so rum, sie steht den Fundamentalisten im Wege und muss deswegen aus dem Land gejagt werden.

Die Fundamentalisten mögen brutal, grausam und todessüchtig sein, dumm sind sie nicht. Sie bekommen mit, wie die Welt auf ihre Taten und Untaten reagiert und wissen, dass sie am längeren Hebel sitzen. Der Anschlag von Madrid führte zu einem Abzug des spanischen Kontingents aus dem Irak, die Ermordung zweier koreanischer Geiseln bedeutete das Ende des koreanischen Engagements. Die Spanier und die Koreaner reagierten wie Menschen, denen es vor allem darauf ankommt, Leben zu retten, unabhängig von den politischen Konsequenzen.


DER WESTEN UND DER ISLAMISMUS
Selbstmord aus Angst vor dem TodeVon Henryk M. Broder

2. Teil: Während die Europäer darüber nachdenken, wie man moderate Muslime von der Radikalisierung abhält, bestimmen die Fundamentalisten das Tempo

Eine solche Schwäche würden sich die islamischen Fundamentalisten nie erlauben, schon gar nicht gegenüber der eigenen Bevölkerung. In Algerien wurden im Laufe von zehn Jahren über 100.000 Moslems von islamischen Fundamentalisten ermordet. Warum? Wurde das Land von amerikanischen und britischen Truppen überfallen? Mussten sich algerische Freiheitskämpfer gegen eine Besatzung ihrer Heimat durch christliche Kreuzritter zur Wehr setzen?

Weder noch. Die "Front Islamique du Salut" hatte 1992 die Wahlen gewonnen, wurde aber daran gehindert, die Regierung zu übernehmen. Das reichte, um ein Blutbad nach dem anderen zu veranstalten und bei dieser Gelegenheit auch mit ein paar Minderheiten abzurechnen.

Während die europäischen Intellektuellen sich darüber die Köpfe zerbrechen, wie man den Islamismus bekämpfen könne, ohne die moderaten Moslems in die Arme der Extremisten zu treiben, bestimmen die Fundamentalisten den Gang und das Tempo der Auseinandersetzung. Ob es ein paar harmlose Mohammed-Karikaturen sind, die in einer dänischen Zeitung erschienen sind oder ein Teddybär, den eine im Sudan lebende Britin "Mohammed" genannt hat oder die Ernennung von Salman Rushdie zum Ritter - für die Fundamentalisten sind das alles Belege einer im Westen grassierenden Islamophobie.



Wenn sie dagegen Geiseln enthaupten, Ehebrecherinnen steinigen und Homosexuelle aufhängen, dann setzen sie nur ihren Glauben in die Tat um und verbitten sich jede Kritik, die sie natürlich auch als "islamophob" empfinden. Aller Rückständigkeit zum Trotz haben die Fundamentalisten eine Lektion gelernt: Schurkereien machen sich bezahlt, der Westen ist im Begriff, aus Angst vor dem Tode Selbstmord zu begehen.

:cry:Das atomare Programm Irans dient nur friedlichen Zwecken, in inzwischen 3000 Zentrifugen soll nicht Uran angereichert, sondern Softeis hergestellt werden;:cry: das Regime der Hamas im Gaza-Streifen, das mehr Palästinenser als Israelis das Leben gekostet hat, muss alimentiert werden, um eine "humanitäre Katastrophe" zu verhindern, damit nicht Gruppen an die Macht kommen, die noch radikaler sind; für seine Verdienste um die Menschenrechte wurde Libyen im Jahre 2003 mit dem Vorsitz der Kommission für Menschenrechte der Uno belohnt; der inoffizielle Staatschef der libysch-sozialistischen Volks-Dschamahirija von Tony Blair und Gerhard Schröder besucht und vor kurzem von Frankreichs Präsident Sarkozy mit allen Ehren empfangen, nicht obwohl, sondern weil er fünf unschuldig zum Tode verurteilte bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt nach nur acht Jahren Haft und Folter begnadigen und ausreisen ließ.



:cry:Auch diese humanitäre Großtat wurde umgehend großzügig belohnt, etwa mit der Lieferung eines französischen Atomkraftwerks. :cry:Nach der Entführung und Ermordung eines Deutschen in Afghanistan sagte Außenminister Steinmeier, dieses Verbrechen werde "nicht ungesühnt bleiben". Es blieb bei dem Versprechen.

Auch die Mörder von Benazir Bhutto wissen, das sie nichts zu befürchten haben. Das halbe Land ist bereits in der Hand der Extremisten, für Sanktionen ist es zu spät. Der atomare Alptraum geht weiter. Die einen sind noch nicht am Ziel, aber die anderen haben das Rennen bereits verloren.


http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,525846,00.html
http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,525846-2,00.htm…

:cry::cry:Die vom Spiegel traun sich was--mit solch einem realistischen Bericht--nur wollen es viele nicht hören--das unser Europäisches Haus längst mit Dynamit gefüllt ist und nur noch der zündende Funke fehlt:cry::cry:
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01.01.08 16:09:04
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