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Der doppelte Raubzug der Amerikaner - 500 Beiträge pro Seite



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@alle,


bisher habe ich mich geweigert zu glauben, dass hinter der Finanzkrise nur das zufällige Zusammentreffen mehrer voneinander unabhängiger Ereignisse steckt. Jetzt erhärtet sich
für mich der Verdacht, dass nämlich mit zielgerichteter krimineller Energie die Generation
der Babyboomer um die für Ihre Altersvorsorge zurückgelegten Ersparnisse gebracht werden sollten. Und dass die Europäer, allen voran die Deutschen, ausgenommen wurden wie Weihnachtsgänse. Dass die amerikanische Regierung die Welt mit Unmengen wertloser US Dollar überschwemmt und damit ihre maßlose Verschwendung finanziert hat, ist allgemein bekannt, aber das was dieser nachfolgende Artikel aus Spiegel online beschreibt ist so unglaublich, dass einem der Atem stockt:

Wie deutsche Senioren in der Lehman-Falle landeten
Von Udo Ludwig
Zehntausende deutsche Anleger verloren mit der Pleite von Lehman Brothers ihr Erspartes. Ein Netz aus Detektiven und Anwälten recherchiert jetzt, wie es dazu kommen konnte und wie die Kunden womöglich ihr Geld zurückerhalten - und stoßen dabei auf erstaunliche Details.
Hamburg - Medard Fuchsgruber hat eine Wirtschaftsdetektei in Ottweiler bei Saabrücken. Sein Fachgebiet sind Aufträge von Deutschen, die sich von Anlageberatern betrogen fühlen. Und er hat viel zu tun: Er hat mit seinen Ermittlungen geholfen, dass Opfer von Schrottimmobilien ihr Geld wiederbekamen. Er hat Geschädigte der Bausparkasse Badenia und der Göttinger Gruppe unterstützt. Als Vorstand des Bundes der Kapitalanleger bündelt Fuchsgruber zudem die Interessen von Betrogenen.Schon seit einigen Jahren arbeitet Fuchsgruber mit einem Netzwerk von rund einem Dutzend Anwälten zusammen, die auf der Seite der Betrogenen sind. Dazu zählt etwa der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, der nun einer Kanzlei in Düsseldorf angehört.
Die Arbeitsteilung sieht so aus: Der Detektiv besorgt die Dokumente, die Anwälte bekämpfen mit ihren Schriftsätzen Finanzdienstleister, Banken, Versicherungen oder Bausparkassen, die ihre Kunden ausgenommen haben.
Jetzt hat Fuchsgruber wahrscheinlich den Fall seines Lebens übernommen: Er betrifft Aufstieg und Niedergang der Bank Lehman Brothers. Wichtige Informationen über die Geschäfte der amerikanischen Bank und ihrer europäischen Verbündeten hat sein Netzwerk bereits zusammengetragen - und jetzt hat der Bund der Kapitalanleger die erste Strafanzeige in Deutschland auf den Weg gebracht.
Als Fuchsgruber im September 2008 vom Konkurs der Lehman Brothers Holding in New York erfuhr, wusste der Fachmann für Kapitalgeschädigte sofort, was das bedeutete: Hunderte, womöglich Tausende oder Zehntausende Anleger werden ihr Geld verlieren, viele davon leben auch in Deutschland.


ZERTIFIKATE gehören zur Anlageklasse der strukturierten Finanzprodukte. Rechtlich gesehen ähneln sie Schuldverschreibungen. Geht der Emittent pleite, droht dem Anleger der Totalverlust, so geschehen im Falle der US- Bank Lehman Brothers. Mit dem Zusammenbruch des Geldhauses sind Zertifikate der Bank für Tausende Anleger in Deutschland wertlos geworden. Die über mehrere Institute in Deutschland vertriebenen Lehman- Zertifikate sind nicht von der hiesigen Einlagensicherung geschützt. Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen ist auch aus Insolvenzverfahren gegen die Lehman- Mutter oder Tochterfirmen nicht mit nennenswerten Rückzahlungen zu rechnen.
Fuchsgruber rief Klaus Bröker an. Der Professor für Wirtschaftsrecht gehört zu dem Anwaltsnetzwerk. Und er hat einen großen Vorteil: Er arbeitet in einer Anwaltskanzlei in Göttingen, lebt aber zwischendurch in Kalifornien - er kennt sich also aus in der US-Finanzwelt und weiß aus eigenem Erleben, wie dort der Immobilienmarkt in sich zusammengefallen ist. Fuchsgruber und Bröker verabredeten eine Strategie: Der Detektiv wollte versuchen herauszufinden, welche Geschäfte Lehman in Deutschland betrieben hat. Der Anwalt bemühte sich um Lehman-Informationen in den USA.
Fuchsgruber wurde bald überall fündig. Er recherchierte, dass Lehman Brothers allein für den deutschsprachigen Raum etwa 170 unterschiedliche Zertifikate herausgegeben hatte. Das Volumen dieser Papiere addierte sich zusammen auf rund 300 Milliarden Dollar. Die Finanzprodukte hatten Namen wie "Airbag Outperformance", "Twin Win", "Step Up Express" oder "Absolute Performer" - und sie versprachen hohe Gewinne. Die dazu gehörigen Flyer zeigten farbige Bilder mit Serpentinen, die nach oben führten, oder schnelle Züge, die vorbeirauschten. Fuchsgruber fand zudem heraus, dass die Citibank mit großem Abstand die meisten Zertifikate an deutsche Kunden verkauft hatte.
Bröker nahm sich unter anderem die Insolvenzakte 08-13555 vor, eine Art Abschlussbilanz der Lehman Brothers Holding. Zwei Fakten elektrisierten ihn sofort: Die Citigroup aus New York war nach seinen Recherchen mit 4,5 Prozent der Anteile einer der größten Einzelaktionäre von Lehman Brothers. Gleichzeitig wies der Konkursbericht allein 138 Milliarden Dollar unbesicherte Forderungen gegen die Bank aus, die die Citigroup treuhänderisch für ihre Kunden verwaltete. Es waren sogenannte Inhaberschuldverschreibungen - also Kredite, die Lehman-Kunden gegeben hatten. Fuchsgruber und Bröker arbeiteten sich weiter in die Verästelungen der internationalen Finanzwelt vor. Gleichzeitig meldeten sich bei dem Netzwerk immer mehr Deutsche, die Lehman-Zertifikate gekauft hatten. Die Rechercheure fanden heraus, wie Lehman und die Citibank vorgegangen waren, um eine gigantische Summe von Geldern einzufahren. Bereits im März 1995 hatte Lehman eine Tochtergesellschaft in Holland gegründet. Diese "Lehman Brothers Treasury Co. B.V." war, so konnten sie in den Testaten nachlesen, eine reine Briefkastenfirma: Sie hatte weder Angestellte, noch ein laufendes Geschäft. Einziger Zweck dieser Firma war es, Geld zu akquirieren, um den Bedarf an Betriebskapital verschiedener Tochtergesellschaften von Lehman zu decken. Fast zehn Jahre dümpelte diese Firma vor sich hin. Offenbar hatte Lehman zu dieser Zeit kein Interesse am europäischen Markt.
Wetten auf alles und jedes
Das änderte sich schlagartig 2005, als Lehman das "Euro Medium Term Note Program" massiv hochfuhr. Die Bank gab Zertifikate heraus und bot ihren Kunden Wetten über die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte an. Gewettet wurde auf den Kurs des Ölpreises, auf den Kurs von Währungen, auf den Kurs deutscher oder europäischer Aktienunternehmen oder das Verhältnis verschiedener Kursentwicklungen untereinander. Gingen die Voraussagen in Erfüllung, sollte der Kunde gute Renditen bekommen. Verlor er die Wette, gab es meist überhaupt keinen Gewinn. Deutschland war das Hauptziel der Spekulationspapiere, weil Zertifikate dieser Art hier im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wie Frankreich oder den USA erlaubt sind. Gleichzeitig ist die staatliche Aufsicht über solche
Risikogeschäfte nicht mehr als ein "Papiertiger".
Der Phantasie der amerikanischen Investmentjongleure, die stets die Bedingungen der Wetten vorgaben, waren offenbar grenzenlos - und das Vertrauen in die US-Bank ebenso. Dabei gab es überhaupt keinen Anlass zur Zuversicht. Denn Lehman war nicht nur Schuldnerin für die Zertifikate, sondern sie war gleichzeitig auch Garantin für das Kreditrisiko. "Das ist so, als wenn jemand, der Schulden macht, verspricht, das geliehene Geld auch ganz sicher zurückzugeben", sagt Bröker. In Wahrheit, so vermutet der Finanzfachmann, wurden die Euros aus Deutschland nicht angelegt, sondern landeten stets im großen Schoß der Lehman-Mutter in den USA.
Aber das störte die deutschen Banken, die diese Zertifikate herausgaben, offensichtlich wenig. Im Gegenteil: 2005 gab allein die Holland-Tochter von Lehman Schuldverschreibungen im Nominalwert von 45 Milliarden Dollar heraus - und in den Folgejahren immer mehr. Mit einem Lehman-Papier vom 24. Juli 2007 wurden im folgenden Geschäftsjahr gar Zertifikate im Wert von über 100 Milliarden Dollar angeboten. Und während das Volumen immer weiter wuchs, wurden die Lehman-Wetten immer komplizierter.
Nachdem er die Geschäftsberichte durchgearbeitet hatte, drängte sich Bröker ein Verdacht auf: Hatte es Lehman bewusst auf das Ersparte der Deutschen abgesehen, um Verluste auf dem US-Markt abzufedern?
Und war die Citibank deshalb so eifrig beim Verkauf der Zertifikate, weil ihre US-Mutter - die Citigroup - als große Anteilseignerin um den Zustand von Lehman wusste und deshalb um ihr dort angelegtes Kapital fürchten musste? Das Ersparte der Deutschen wäre somit letzter Rettungsanker einer strauchelnden Bank gewesen. Oder ist es nur Zufall, dass die Citibank und Lehman in den letzten Monaten ihres Bestehens besonders viel Geld aus Deutschland herausgesogen haben?
Die Saarbrückerin Ingrid Deutsch hatte noch im Januar 2008 die angeblich sicheren Papiere gekauft. Die Berlinerin Angela Rogalla, 66, wollte Geld für einen Platz im Seniorenheim mit Pflegestation beiseitelegen und erwarb von der Citibank am 5. Februar 2008 Lehman-Zertifikate. Wenige Tage später wurde Lehman in den USA bereits als Pleitekandidat beschrieben. Es gab sogar Deutsche, denen Banken noch freitags Lehman-Papiere andrehten, bevor Lehman montags Insolvenz anmeldete. Die deutschen Anwälte berieten nun viele Lehman-Anleger und unterstützten Stammtische Betroffener, die sich etwa in Köln, Frankfurt, Hamburg oder Berlin gebildet haben. Bröker hält die Deutschland-Geschäfte von Lehman und der Citibank inzwischen für "kriminell".
Freibrief vom Wirtschaftsprüfer
Erst recht glaubte Bröker nicht mehr an Zufall, als er den letzten Jahresabschluss der niederländischen Lehman-Tochter gelesen hatte. Das Geschäftsjahr endete im November 2007. Am 30. Mai 2008 legten die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young ihren Abschlussbericht vor. "Die Gesellschaft ist keinem materiellen Risiko ausgesetzt", heißt es zur "Risk Management Policy" des Unternehmens. Und unter dem Punkt "Geschäftsjahr und Perspektiven steht: "Der wirtschaftliche Ausblick für das gesamte Unternehmen ist positiv. Die Märkte unterstützen die gesamte Gesellschaft vollständig, da ständig neue Emissionen gezeichnet werden."
Im Auftrag des Bundes der Kapitalanleger stellte Bröker am 12. Februar 2009 Strafanzeige gegen die holländische Niederlassung von Ernst & Young. Die Wirtschaftsprüfer hätten sehen müssen, so Bröker, dass sich die holländische Lehman-Tochter "allein über Schulden finanziert" und "nichts, aber auch gar nichts" darauf schließen lasse, dass "dieses Geld jemals zurückgezahlt werden kann". Ernst & Young hätte auffallen müssen, dass es sich bei den europäischen Ablegern von Lehman um ein "gigantisches Schneeballsystem" gehandelt habe. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich Ernst & Young nicht äußern, das sei Sache des Kunden Lehman. Der Untergang von Lehman sei eine Folge der dramatischen Vorgänge auf den internationalen Finanzmärkten.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612195,00.html


Gruß Windei
die Frage sollte ja wohl lauten:

wie lange braucht der Deutschmichel eigentlich noch, um endlich mal zu realisieren, dass die Amis nicht die Guten sind?

Egal wo sich diese Schmeissfliegen auf diesem Globus festsetzen, wird intrigiert, korrumpiert und sabotiert was das Zeug hält, letztlich immer mit dem Ziel, eigene Interessen zu wahren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.732.336 von Cashlover am 09.03.09 20:54:14genau!da hilft auch kein saubermann; die amis sind wie skorpione, man sehe sich doch nur die geheimdienste an und die subtilen machenschaften kotz; und nichgt von ungefähr ist madame clinton rechtzeitig raus.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.732.336 von Cashlover am 09.03.09 20:54:14
@ Cashlover,
wohl noch Ewigkeiten. Und solange die amerikanische Marionettenregierung Merkel das Sagen hat, werden wir die Besatzungstruppen auch nicht los!
Im übrigen möchte ich hier nochmals auf zwei Links hinweisen, die
Maraho bereits dankenswerter Weise in seinem Thread eingestellt hat und die klar und deutlich machen, welche menschenverachtende Denkweise die politischen Eliten in Amerika an den Tag legen.
Und,dass sich unter Obama nichts aber auch gar nichts ändern wird!
Besonders der zweite Link ist sehr empfehlenswert!!
Gruß Windei


China und die USA
Absonderlichkeiten im strategischen Verhältnis zwischen der Weltmacht Nr. 1 und dem chinesischen Drachen
Quelle: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/China/usa.html

Die Welt als Schachbrett - Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski
http://hintergrund.de/index.php?option=com_content&task=view…
ja, ja, die armen amis wurden "bedrängt"......:laugh:

sollen doch mal verraten, welche Aufgabe die "Impeccable" in diesem Seegebiet hatte?

Das Schiff verfügt über hochmoderne Sonaranlagen (aktives und passives Sonar).

Da haben die Chinesen nur massive Aufklärung nahe ihres Hoheitsgebietes unterbunden.
Es gab weit und breit keinen us-amerikanischen Flottenverband, den die "Impeccable" hätte durch ihre Sonaraktivitäten schützen müssen, reine Spionagetätigkeit.
meine Meinung.
im Februar hatte es ja eine Kollision zwischen einem amerikanischen und einem russischen Satelliten gegeben.

Angeblich war der amerikanische Satellit für das Iridium-Netz zuständig.......:laugh:

Frage:
Was hatte der dann bitte über Nordsibirien zu suchen?

Es gibt im Netz massiv Gerüchte, dass es sich eigentlich um einen amerikanischen Aufklärungssatelliten gehandelt haben könnte, den die Ruskies ganz gezielt weggekickt haben.
Für diese Theorie spricht, dass Satellitenzusammenstösse eh sehr unwahrscheinlich sind und Kommunikationssatelliten normalerweise auf einer geostationären Bahn arbeiten.

Will keine Panik verbreiten, habe aber den Eindruck, dass im Hintergrund der Wirtschaftskrise die Militärs der Grossmächte merkwürdige Aktivitäten zeigen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.733.690 von Cashlover am 10.03.09 06:15:26
@ Cashlover,

"Will keine Panik verbreiten, habe aber den Eindruck, dass im Hintergrund der Wirtschaftskrise die Militärs der Grossmächte merkwürdige Aktivitäten zeigen."

Für die Amerikaner ist die Logik doch ganz simpel:
Wollen sie dieses gigantische Konjunkturprogramm finanzieren,
müssen sie dafür sorgen, dass trotz des Junk-Status des US $
weiterhin ausl. Kapital ins Land fließt. Also müssen sie gegenüber
der Weltöffentlichkeit dokumentieren, dass sie weiterhin die stärkste
Militärmacht der Welt sind.
Ähnliche Überlegungen hat Krugman bereits angestellt.
Maraho hat einen Artikel dazu- vielen Dank dafür- in seinem Thread
bereits heute Morgen um sechs!! in seinem Thread veröffentlicht, den ich einfach hier auch noch einmal mit einstelle.
Gruß Windei
In Bezug ...

Konjunkturprogramm Weltkrieg?
von Thomas Strobl

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge", heißt es bei Heraklit. Und Nietzsche schreibt gar davon, dass der Krieg unentbehrlich sei, und von einer eitel dahin schwärmenden Menschheit nicht mehr viel zu erwarten, wenn sie es verlernt hätte, Kriege zu führen. Nichts anderes als der Krieg wäre geeignet, ermattete Völker wieder zu revitalisieren, so der deutsche Moralkritiker, der um direkte Worte bekanntlich nie verlegen war.

Woher kommt diese Begeisterung für die ultimative menschliche Konfrontation, für die Zerstörung und das Leid, das die Meisterdenker aller Epochen offenbar immer mit der Geburt des Neuen, des Stärkeren, des Besseren verbanden? - Und waren es Gedanken wie diese, die Max Weber dazu bewegten, den Kapitalismus als Spezifikum des europäischen Nationalstaates zu deuten, und seine Hochs und Tiefs, Booms und Busts, Inflationen und Deflationen daher als Ursache wie auch Ergebnis der wechselvollen, militärischen Geschichte des alten Kontinents? - Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, ist er dann auch der Vater aller Wirtschaftswunder? - Und müsste man daraus gar den Schluss ziehen, dass der Clausewitzsche Begriff vom Krieg als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln", auch Anwendung auf die Konjunktur- und Beschäftigungspolitik findet? - Oder wäre das des Zynismus bereits das berühmte Quentchen zuviel?

Ganz und gar nicht zynisch, wenn auch von einer brutalen Ästhetik ist es, wenn man darauf hinweist, dass der Krieg zu allen Zeiten ausgesprochen konjunkturbelebende Wirkungen hatte; und nicht nur das, so mancher Kanonendonner kam - bei rein ökonomischer Betrachtung - zu einem ausnehmend günstigen Zeitpunkt. Ja, fast schon unglaublichen Sinn für lukratives Timing bewies der Weltgeist, als er der größten wirtschaftlichen Katastrophe der Neuzeit unmittelbar die Übertragödie des 2. Weltkrieges hinterherschickte, und dadurch - nach einer mehrjährigen Leistungsschau der menschlichen Ekelhaftigkeit - den Albtraum der Great Depression in eine Epoche der wirtschaftlichen Blüte verwandelte. Diese Kausalität mag einen vor den Kopf stoßen, aber die schlichte Wahrheit lautet: sie ist mittlerweile in etwas leichtfüßigerer Umschreibung zu einem verbalen Allgemeinplatz geworden; und das keineswegs an einem wie immer gearteten „Rand" der Debatte, sondern inmitten des mit hohen und höchsten Weihen der Konformität versehenen Mainstreams: Paul Krugman zum Beispiel, der diesjährige Ökonomie-Nobelpreisträger, hatte keinerlei Bedenken, in seiner Kolumne in der honorigen „New York Times" zu schreiben:

„Wenn Sie einmal sehen wollen, welcher Anstrengungen es tatsächlich bedarf, um die Wirtschaft aus einer Schuldenfalle zu befreien, dann betrachten Sie das massive, öffentliche Beschäftigungsprogramm, das die Große Depression beendete, besser bekannt unter dem Begriff„2. Weltkrieg". Der Krieg führte nicht nur zur Vollbeschäftigung, er bewirkte darüber hinaus rapide ansteigende Einkommen und substantielle Inflation; und das alles praktisch ohne größere Verschuldung des Privatsektors. Bis 1945 stiegen die öffentlichen Schulden der USA rasant, aber das Verhältnis der privaten Schulden zum Bruttoinlandsprodukt war nur noch halb so hoch wie 1940. Und dieses niedrige Schuldenniveau bildete die Basis für den großen Nachkriegsboom."

Was Krugman natürlich postwendend die bösesten Kommentare in den Foren und Blogs des Landes bescherte, etwa diesen hier:

"Wie werden die Leute das wohl verstehen? - ‘Sogar Krugman meint, wir brauchen einen neuen Krieg. Lasst uns also gleich einen anfangen!'"

Aber war das seine Intention? - Natürlich nicht!

Krugman ist als keynesianischer Ökonom vielmehr davon überzeugt, dass die Zentralbankpolitik ihr Pulver verschossen hat, und daher die US Wirtschaft vor dem Absturz in die Depression nicht bewahren wird können; der Staat muss daher ran und nicht nur das: er muss sein ganzes fiskalisches Gewicht in die Waagschale werfen, großangelegtes Deficit Spending betreiben, massiv in Bildung und Infrastruktur investieren. „Fiscal is the only game in town", so Krugmans Credo, und was die neue Regierung Obama an Plänen und Projekten bisher auf den Tisch gelegt hat, reicht ihm nicht aus; ja, reicht ihm sogar bei weitem nicht aus: das Paket, obwohl in absoluten Zahlen beeindruckend, wäre unfokussiert, setze zu sehr auf Steuersenkungen statt Regierungsausgaben, und wäre in den Verhandlungen mit den Republikanern auch noch verwässert worden: in Krugmans Augen ein Riesenfehler, der die USA und mit ihnen die Weltwirtschaft ins Desaster führen kann. Präsident Obama laufe Gefahr, in dieser Schicksalsfrage ähnlich zu irren, wie seinerzeit Franklin D. Roosevelt: der war selbst 1938 noch davon überzeugt, dass ein ausgeglichener Staatshaushalt das höchste der politischen Gefühle wäre; und lies sich von dieser Meinung noch nicht mal von Keynes selbst abbringen, der ihm in einem Brief im Februar 1938 schrieb:

„Zwar werden die bereits beschlossenen Maßnahmen verhindern, dass der Einbruch wieder so desaströse Ausmaße annimmt, wie letztes mal. Aber sie werden nicht ausreichen, und zwar noch nicht mal annähernd ausreichen, um ohne ein großangelegtes, zusätzliches Maßnahmenpaket die Wohlstandsentwicklung auf einem annehmbaren Niveau zu halten."

Zu dieser Zeit lag die Arbeitslosenquote in den USA noch immer bei deprimierenden 17%, aber vor allem begann die amerikanische Bevölkerung angesichts der Krise zunehmend zu resignieren. In Amity Shlaes' exzellenter New-Deal-Chronik „The Forgotten Man" lesen wir zur bedrückenden Gemütslage Anfang 1938:

„Das Land befand sich nun in einer seltsamen Stimmung. Eine neuartige Sicht der Depression als Dauerzustand setzte ein. Arm zu sein war nicht mehr länger ein vorübergehender Zustand - sondern sah zunehmend aus wie ein Lebensstil."

Somit hatte Roosevelt eigentlich allen Grund, sich Sorgen zu machen; und nicht nur er: auch sein nächster Intimus, Finanzminister Morgenthau, war angesichts der Zwischenbilanz des „New Deal" konsterniert; bei einem Mittagessen mit Roosevelt erzählt er ihm vom unbeholfenen Versuch, seinem in Princeton studierenden Sohn Henry näherzubringen, wie die Erfolgsbilanz des „New Deal" aussähe:

„So erzählte Morgenthau also Roosevelt wie er, der Finanzminister, versucht hatte, seinem Sohn Henry den New Deal näher zu bringen. Und damit tat er sich ein wenig schwer. Was genau hatte der New Deal dem daniederliegenden Land als Antwort zu bieten? Und was hatte der New Deal eigentlich bis dahin erreicht?"

Halten wir daher an dieser Stelle mal fest: anno 1938 war die Bilanz des New Deal alles andere als berauschend, selbst aus der Sicht seiner Protagonisten. Die übrige Welt hingegen steckte zu diesem Zeitpunkt bereits mitten drin in Krugmans „öffentlichem Beschäftigungsprogramm namens 2. Weltkrieg": die großen europäischen Nationen rüsteten auf, allen voran natürlich die Deutschen und die Italiener, und auf der anderen Seite der Kugel die Japaner ebenso. Zudem kam es ab 1935 bereits zu den ersten Geburtswehen des 2. Weltkriegs, mit dem italienischen Einfall in Abessinien, dem japanischen Angriff auf China, dem spanischen Bürgerkrieg und natürlich der deutschen Besetzung des Rheinlands 1936. England machte sich daraufhin energisch an die Aufrüstung des Landes. Die Franzosen hingegen begannen damit erst nach dem Münchner Abkommen 1938, was sich später bekanntlich bitter rächen sollte. Die Japaner wiederum erreichten dank ihrer militärischen Anstrengungen ab Mitte 1938 Vollbeschäftigung; aber das alles war natürlich nichts im Vergleich zu den Nazis, die ab 1936 ihre Kriegsmaschinerie auf größtmögliche Zerstörungskraft trimmten, die Ausgaben dafür vervierfachten, und bis 1939 insgesamt 40Mrd Reichsmark in ihr Erstschlagspotenzial investierten. In der Entwicklung der Industrieproduktion lag das Deutsche Reich deshalb ab 1937 auch konkurrenzlos in Führung, gefolgt von Japan und Italien sowie - mit deutlichem Abstand - Schweden und Großbritannien.

Hat Krugman also recht? Ist es der entfesselte Hund des Krieges, dessen grauenvolles Bellen die wirtschaftliche Wiederauferstehung ankündigt? - Folgt man Max Weber, dann war die symbiotische Verquickung der merkantilen Interessen des europäischen Bürgertums mit denen der kriegführenden europäischen Nationalstaaten, wie sie 1694 in der Gründung der Bank of England gipfelten, eine notwendige Bedingung für die Entwicklung des modernen Kapitalismus. Und Harvard-Historiker Niall Ferguson schreibt kurzerhand in das Vorwort seines neuesten Buches „The Ascent of Money": „Die Finanzgeschichte bildet den essentiellen Hintergrund jeglicher Geschichte", und lässt hernach mehrere Jahrhunderte europäischen Blutvergießens durch die Brille der Hochfinanz ablaufen. Am Ende des Buches ist man geneigt Jean Jaurès zuzustimmen, der meinte:

„Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke das Gewitter"

Aus unserem modernen Blickwinkel sind das natürlich alles alte Geschichten; „water under the bridge", wie die Engländer zu sagen pflegen. Aber dennoch: wo stehen wir in unserer Entwicklung wirklich, im Jahr 2009 nach Christi Geburt? - Laufen wir abermals Gefahr, die schlimmste Krise seit der Großen Depression in einer militärischen Apokalypse aufzulösen? Oder sind wir weiter? Reifer? Klüger? - Begreifen wir die globalisierte Welt als ein integriertes System, dessen Probleme unmöglich in nationalen Alleingängen gelöst werden können? - Sind die Regierungen und ihre Wähler bereits so weit, einzusehen, dass das Prinzip des „schwächsten Glieds" nun im Weltmaßstab gilt, und das Schicksal Irlands, Litauens, Polens oder irgendeines anderes x-beliebigen Staates damit zu „unserem Problem" geworden ist, ob wir das nun wollen oder nicht? - Einige der größten Denker unseres Zeitalters, exemplarisch sei Samuel Huntington und sein „Clash of Civilisations" herausgehoben, sahen die Welt der Jahrtausendwende in monströsen Konflikten versinken, und das wegen deutlich geringfügigerer Anlässe als einer globalen Depression epochalen Ausmaßes. Fügen wir den immensen Spannungen, die die Welt auch ohne Wirtschaftskrise seit Jahren und Jahrzehnten in Atem halten, die politischen Zwänge hinzu, die sich aus nationalen Notlagen ergeben könnten, dann dauert es womöglich nicht lange, bis wieder irgendwo ein „Führer" auf der Bildfläche erscheint, und für "sein" Volk „Lebensraum", Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen, oder was auch immer einfordert, koste es, was es wolle.

Krugmans implizite Botschaft an die Politik lautet daher: habt die Einsicht, dass ihr JETZT handeln müsst. Und zwar gemeinsam. Stimmt euch untereinander ab und agiert entschlossen. Überwindet eure Eigensinnigkeiten und eure kleinlichen Budgetdifferenzen, und wartet nicht auf den „opportunen" Moment; denn die Gefahr ist groß, dass dieser mit einer wesentlich größeren Katastrophe einhergeht, als es zusätzliche Staatsdefizite von 2 oder 3% des BIP je sein könnten, die man vielleicht riskiert, zu viel auszugeben. Gebt stattdessen Geld aus, als wäre Krieg; und sei es, um einen solchen zu verhindern!

Nietzsche bezeichnete den Krieg, wie eingangs erwähnt, als „unentbehrlich" für die nationale Revitalisierung - Ich bin zwar ein großer Fan von Nietzsche, aber in diesem Punkt halte ich es dann doch lieber mit Krugman.

Quelle: http://faz-community.faz.net/blogs/chaos/archive/2009/03/08/…
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.732.072 von windei am 09.03.09 20:23:13was dieser nachfolgende Artikel aus Spiegel online beschreibt

ist so unglaublich, dass einem der Atem stockt:

unglaublich ist, dass einem bei dem Artikel der Atem stockt;

der Autor ist wohl aus einem bald zehnjährigen Tiefschlaf aufgewacht
Was das Lehmann gemacht hat war, da ihnen eigentlich bekannt war, dass sie in die Pleite rutschen, ein Verbrechen.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, das die deutschen Senioren ihre Lehmann-Papiere nicht bei Lehmann, sondern bei deutschen Profis gekauft haben, die, zumindest die Leute in den Vorständen, genug Wissen hätten haben müssen, um zu wissen, dass die Sache eine Schneeballsystem ist.

Die Amis waren in diesme Fall der Dieb. Abe die deutschen Banker waren die Hehler, die das Diebesgut weiter verschachert haben. Augen zu und durch. Wird schon gut gehen.
Vestehe ich das richtig, die USA Regierung ist zu schwach
verschuldet um einen Aufschwung zu ermöglichen?
Das mit dem amerikanischen Sonar Boot ist mir auch gleich aufgefallen. Im Rahmen der Sicherheit (die Phrase passt immer)
wird dort rumgeschippert, natürlich nur mit lauteren Absichten.
Wers glaubt...
Die Chinesen haben nämlich ein neues Atom-UBoot und da will man mal horchen, wie sich das so macht.
Leider ist das schief gegangen und schon drückt man auf den Tibet Knopf, heute morgen schon in den Propaganda-Medien zu hören.

Nein, die Amis sind feine Kerle, ganz ehrlich ! :D

Btw: ich kenne einige Amis und das sind wirklich nette Menschen.
Die üble Brut sitzt oben am Drücker, genau wie bei uns.
Die Amerikanische Bevölkerung ist eigentlich noch etwas dümmer (gehalten), als die Deutsche. Das ist der eigentliche Vorwurf, den
man tätigen könnte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.732.072 von windei am 09.03.09 20:23:13In diesem Zusammenhang beschäftigt mich die Frage, wer von der jetzigen Krise profitiert. Im Finanzsektor sitzen sicherlich die gleichen, die das Finanzsystem an den Rand des Kollapses gebracht haben, schon wieder vor ihren Rechnern :

Mit shorts und Bullenfallen werden die Märkte geprügelt bis es nicht mehr geht, bis eine neue Generation von unerfahrenenen Kapitalanlegern ausgeblutet ist.

Dann steigt man langsam ein, die Nachrichten werden besser und irgendwann ist mit steigenden Kursen eine neue Anlegergeneration herangewachsen, die die Aktien abnimmt, und dann geht das ganze von vorne los.

Der Unterschied ist nur, dass die letzten Abzocker in London und New York saßen, die sitzen jetzt in Singapur, Shanghai und in den Emiraten.

Also, die alles entscheidende Frage ist : Wer zockt uns jetzt ab, wann kommt die Wende. Eine Antwort darauf erhalten wir nicht, aber die Charts werden uns die Wahrheit sagen !

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Krise
netbil
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.735.460 von netbil.one am 10.03.09 11:41:21@ netbil.one,

"In diesem Zusammenhang beschäftigt mich die Frage, wer von der jetzigen Krise profitiert."

Unter anderen ehemalige Manager von Countrywide. Einer davon
betreut einen Fond, der speziell dazu aufgelegt wurde, um Grundschuld
und Hypothekenkredite aufzukaufen, die von den Schuldnern nicht mehr
bedient werden können. Im Rahmen der Säuberungsaktionen der Bilanzen
werden die nach mir vorliegenden Informationen zu einem Wert erworben, die nur noch 5% des Nominalwertes ausmachen.
Dann vereinbart dieser Fond mit den Schuldnern eine Reduzierung der Zinsverpflichtungen, diese müssen mit ihren Häusern nicht in die Zwangsversteigerung, weil nun ja wieder ein Zins-und Tilgungsdienst geleistet wird. Also eine Win-Win Situation für den Fond und die Hauseigentümer nicht aber für den amerikanischen Steuerzahler, der mit Milliardensummen jene Banken und deren
Manager \" am kacken hält \", die eigentlich auf die Galeeren gehörten, aber die gibt es ja (leider) Gott sei Dank nicht mehr!
Gruß Windei
@ alle Interessierten
Der folgende Link zeigt mit Hilfe einer sehr schönen Grafik
wie dieses Schneeballsystem des Hypothekenbetruges funktioniert hat!
de.indymedia.org/2007/08/190860.shtml
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.736.191 von windei am 10.03.09 12:47:22@ windei :

Die meinte ich nicht mit meinem Beitrag. Das ist eine Art "good bank" als "bad bank" oder "bad bank" als "good bank". Ich denke, die machen das Geschäft ihres Lebens, wenn man sich vorstellt, um ein wievielfaches die bilanziell erzwungenen Wertberichtigungen in solchen Fällen die langfristig eintretenden tatsächlichen Verluste übersteigen. Ist das ein Fonds für Instis oder liegt der zur Zeichnung offen ? ISIN ? WKN ?

Ich meinte mehr die, die für den Crash verantwortlich zeichneten und jetzt die weltweiten Depressionen bei den Anlegern und Fondsmanagern ausnutzen, um die Kurse weiter ins Bodenlose drücken, dabei selbst verdienen, um sich in der tiefsten Depression einzudecken und dann mit ihrer Marktmacht und entsprechender PR unbemerkt den Börsenaufschwung einleiten, um ihre Stücke an nach und nach aufspringende Junganleger an den Mann zu bringen.

Ich wette, diese Jungs sitzen schon als Hedge Fonds Manager in Singapur und an den Rechnern einiger Staatsfonds und trinken morgens ab 9 Uhr Sekt. Es sei ihnen gegönnt.

Gruß zurück netbil
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.732.336 von Cashlover am 09.03.09 20:54:14Wenn die Amerikaner nicht die Guten sind, wer sind denn dann die Guten für Euch??

Nennt doch mal ein paar Namen, damit der Thread ein wenig Farbe bekommt und wir was zu lachen haben.

;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.737.526 von long rider am 10.03.09 15:04:58:Dscholl latour
schramm
sodann
:)
@ alle Interessierten,

hier eine Buchbesprechung der FTD. Der Buchtitel ist ziemlich reißerisch!

Buchkritik
Größter Bankraub aller Zeiten
von Jeanne Diesteldorf

René Zeyer hat ihn gefunden, den Schuldigen der Finanzkrise: Alan Greenspan. Der Ex-Chef der US-Notenbank habe mit seiner Niedrigzinspolitik die Welt mit billigen Krediten geflutet und ein Roulettespiel mit zigfach verpackten, hochriskanten Finanzprodukten angestoßen, schreibt der Schweizer Autor.

"Das Ganze ist ein gigantischer, unverschämter, aber wohlorchestrierter Raub von ein paar Bankern am Vermögen von Millionen von Sparern." Über die Räuber in diesem Spiel hat Zeyer ein böses Buch geschrieben: "Bank, Banker, Bankrott - Storys aus der Welt der Abzocker" führt die Machenschaften Schweizer Banker vor, die das Vermögen reicher Kunden verwalten - und üppige Boni kassieren.

In 88 Episoden entlarvt Zeyer das erstaunliche fachliche Unwissen der Private Banker, ihre Gier und ihren Realitätsverlust. Er erzählt von Finanzberatern, die mit schnellen Autos und wuchtigen Antiquitäten bei ihrer verwöhnten russischen Kundschaft Eindruck schinden. Die durch die Welt der Schönen und Reichen jetten, in Luxusrestaurants speisen und in Tophotels residieren. Die ihre Nächte in Züricher Edelklubs verbringen, um die Kundschaft mit Trinkgelagen bei Laune zu halten. Die Unsummen am Fiskus vorbeimogeln und sich tagelang mit der Frage beschäftigen, ob sie sich als nächstes einen BMW oder Mercedes kaufen.
Zeyers literarische Schilderungen bedienen alle gängigen Vorurteile, die derzeit über den Beruf der Banker kursieren. Seine Protagonisten sind skrupel- und charakterlos, kennen weder Moral noch Maß. Sie erscheinen karikaturhaft überzeichnet, doch alle Storys, so beteuert der Autor, stammen aus dem wahren Leben der Schweizer Finanzdienstleister. Er habe bloß Namen und Örtlichkeiten verfremdet.
René Zeyer, 53, ist promovierter Germanist und ehemaliger Kuba-Korrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung". Acht Jahre lang hat er als Kommunikationsberater für Schweizer Banken gearbeitet: "Ich war mittendrin, und es war ein lukratives Geschäft für mich", sagt Zeyer. "Was ich da erfuhr, hat mich befremdet und zugleich belustigt." Mit seinem Buch verfolgt er nun die aufklärerische Absicht, "die Dunkelkammer hinter den schönen Holztüren auszuleuchten". Über das Gebaren angloamerikanischer Investmentbanker berichteten bereits Bücher wie "Monkey Business" oder "Cityboy" - wie das berühmte Schweizer Private Banking in der Praxis funktioniert, hat bisher noch niemand geschrieben.

Zeyers Buch war schon vor der Pleite der US-Bank Lehman Brothers fertig. Er wollte es ursprünglich unter Pseudonym veröffentlichen. Doch im Herbst 2008 überlegte er es sich anders - als Sprecher der Schutzgemeinschaft Schweizer Lehman-Anlageopfer konnte er ein wenig Publicity ganz gut gebrauchen. Am Ende seines Buches entlässt Zeyer die Leser mit einer düsteren Prognose: "Wenn sich die Weltwirtschaft vom größten Bankraub aller Zeiten erholen wird, werden die Banker genauso weitermachen wie hier beschrieben." Ein ernüchterndes Fazit - aber wer könnte widersprechen?
@ alle Interessierten,

das ist doch endlich einmal ein vernünftiger Vorschlag

Betrugsskandal
Hilfe für Madoffs Opfer
von Rolf Benders

Eine Allianz von Anwaltskanzleien aus den USA und Europa fordert einen internationalen Finanzgerichtshof als Konsequenz aus dem Madoff-Skandal, bei dem ein Schaden von rund 50 Milliarden Dollar entstanden ist. Ein solches Gericht sei nötig, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.
Bernard Madoff wird beschuldigt, für den größten Anlegerskandal der US-Geschichte verantwortlich zu sein. Q

NEW YORK. Eine Gruppe von Anwaltskanzleien aus den USA und Europa fordert als Konsequenz aus dem Madoff-Skandal die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs für Finanzdienstleister. "Angesichts der globalen Dimension brauchen wir eine globale Antwort, um das Vertrauen der Anleger dauerhaft wiederherzustellen", sagte Gaytri Kachroo, Vizechefin eines internationalen Kanzleibündnisses zur Aufarbeitung des Madoff-Skandals, dem Handelsblatt. Kachroo repräsentiert eine Gruppe von 45 Kanzleien aus 25 Ländern, die sich in der "Global Law Firm Alliance: Madoff Case" zusammengefunden haben, um die Schätzung zufolge mehr als drei Millionen Opfer des Wall-Street-Schwindlers zu unterstützen. Ein solcher Gerichtshof könne über die Grenzen von nationalen Gesetzen hinweg global agierende Betrüger verfolgen, fügte die Anwältin hinzu. Kachroo ist Partner bei der angesehenen Bostoner Kanzlei McCarter & English. Sie berät den Finanzdetektiv Harry Markopolos, der die Aufsichtsbehörden über fast ein Jahrzehnt vergeblich auf die Machenschaften Madoffs hingewiesen hatte.

Der Madoff-Skandal ist mit Anlegerverlusten von 50 Mrd. Dollar wohl der größte Anlegerskandal der US-Geschichte. Bernard Madoff, ein Wall-Street-Veteran mit gutem Ruf, hatte wohlhabende Anleger aus der ganzen Welt jahrzehntelang mit einem Schneeballsystem betrogen, bevor er im Dezember 2008 aufflog. Er hatte den Investoren über die Jahre konstant hohe Renditen ausgezahlt, die nicht wie behauptet aus Anlagegeschäften stammten. Stattdessen hatte er Altinvestoren vor allem mit dem Geld neuer Opfer bedient. Er wäre vermutlich unentdeckt geblieben, wenn die Finanzkrise nicht plötzlich viele Anleger dazu veranlasst hätte, Geld abzuziehen. Das System kollabierte. Madoff stellte sich deshalb im Dezember selbst den Behörden. Er gestand, einen Schaden von 50 Mrd. Dollar angerichtet zu haben. Eine genaue Summe gibt es angesichts der Vielzahl der Opfer bislang nicht.

Am Donnerstag wird Madoff erstmals öffentlich vor Gericht aussagen. Erwartet wird, dass er sich schuldig bekennt, um für sich bessere Startbedingungen aushandeln zu können. Der heute 70-Jährige könnte nach einem Schuldspruch mit 20 bis 40 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden.
Der von der Allianz der Anwälte erarbeitete Vorschlag eines internationalen Gerichtshofs steckt noch in den Kinderschuhen. So ist nach den Worten von Kachroo unklar, wo er angesiedelt sein könnte. "Aber die Vereinten Nationen wären sicher ein guter Ort". Man habe bereits mit dem Leiter der UN-Kommission für internationales Handelsrecht, Rafael Illescas gesprochen, der das Projekt befürworte. Bei den weiteren Details des Vorschlages blieb sie ebenso wage wie der Präsident der Allianz Javier Cremades. "Dieses Gericht kann nationales Recht nicht ersetzen, soll aber mehr als nur eine Schiedsstelle sein. Es muss Entscheidungen auch durchsetzen können", sagte Cremades. Nun wolle man zunächst mit US-Politikern und Finanzmarktaufsehern reden. In der nächsten Woche solle dann ein konkreter Vorschlag erarbeitet sein, den man dem am 2. April in London tagenden G20-Gipfel vorlegen wolle.

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.737.526 von long rider am 10.03.09 15:04:58"Wenn die Amerikaner nicht die Guten sind, wer sind denn dann die Guten für Euch??

Nennt doch mal ein paar Namen, damit der Thread ein wenig Farbe bekommt und wir was zu lachen haben."


Das Kommunistenpack kennt nur einen Feind.
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.739.994 von Wilbi am 10.03.09 19:08:47@ Wilbi,

"Das Kommunistenpack kennt nur einen Feind.
wilbi"
Typisch für Sie! Größere Denkleistungen als Pöbeln überforden
Sie geistig schon!
Aber vielleicht hilft ja Ovomaltine bei der Steigerung Ihres Denk-
vermögens!

Windei
@ alle Interessierten:

Diese windige E-mail eines US- Bankers sorgt für einen
Anstieg des Daxes um 5%. Sollte die Spiegel-Meldung so
stimmen wie sie da steht, dann stellt sich die Frage
wie hoch sind denn die Sonderfaktoren und die zu zahlenden Steuern?
Das erinnert an den EbIT - Unfug der neuen Markt-Blase 2001
Gruß Windei

Citigroup zieht Dax und Dow Jones nach oben

Der Rettungsschirm der US-Regierung für die Banken zeigt erste Wirkung: Trotz der Finanzkrise macht die einst weltgrößte Bank Citigroup wieder Gewinne. Die Anleger reagierten geradezu euphorisch - Dax und Dow Jones verzeichnen ein sattes Kursplus von über fünf Prozent.

London - Citigroup-Chef Vikram Pandit ließ es sich nicht nehmen, die positive Nachricht in einem Brief an alle Mitarbeiter zu verbreiten. Das einst größte Institut der Welt, das vom Staat mit Milliardenbeträgen gerettet werden musste, hat nach eigenen Angaben in den ersten zwei Monaten 2009 einen operativen Gewinn vor Steuern und Sonderfaktoren von 8,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Dies sei das beste Ergebnis seit dem dritten Quartal 2007. Im vierten Quartal 2008 hatte Citigroup noch einen Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar verbucht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.740.116 von windei am 10.03.09 19:20:12"Aber vielleicht hilft ja Ovomaltine bei der Steigerung Ihres Denk-
vermögens!"


Das Denken überlasse ich lieber den Kommunisten. Die haben in der Vergangenheit bewiesen, daß sie das gut können, ganze Länder abzuwirtschaften.:laugh::laugh::laugh:
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.740.116 von windei am 10.03.09 19:20:12Wilbi meint ja immer noch, Hitler hätte den 2. Wetkrieg entfesselt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.741.751 von Waldsperling am 10.03.09 22:37:40Du bist sicher der Meinung, daß die Amis den 2. Weltkrieg entfesselt haben. Auf den Gewerkschafsseminaren wirst du das sicherlich gelernt haben, vermute ich .
Oder bist du ein Brauner, die leugnen, daß ja auch, daß Hitler den 2. Weltkrieg verschuldet und begonnen hat, nach dem Motto: ab 5,30 Uhr wird zurückgeschossen.
wilbi
@wilbi,

erfahrungsgemäss ist die Diskussion mit Leuten, die festgefahrene Denkmuster haben, niemals zielführend und ich bin auch nicht in einer entsprechenden Mission unterwegs.

Und wer angesichts der Entwicklung der letzten Monate immer noch hinter jeder Kritik an den us-Amerikanern sofort bolschewistische Propaganda wittert, dessen Denkmuster sind wohl nicht nur festgefahren, sondern in Stahlbeton gegossen.

Es sind doch vielmehr gerade diejenigen, die in der Vergangenheit schon immer (fälschlicherweise) die stars&stripes als Hort von Frieden, Freiheit und Demokratie angesehen haben, welche jetzt allmählich in gewisse Erklärungsnot geraten, angesichts der massiven Kollateralschäden, die das so innig verehrte Platoon in Nordamerika da so angerichtet hat.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.740.559 von windei am 10.03.09 20:03:33Diesen Kommentar hatte ich gestern eingestellt:

"Diese windige E-mail eines US- Bankers sorgt für einen
Anstieg des Daxes um 5%. Sollte die Spiegel-Meldung so
stimmen wie sie da steht, dann stellt sich die Frage
wie hoch sind denn die Sonderfaktoren und die zu zahlenden Steuern?
Das erinnert an den EbIT - Unfug der neuen Markt-Blase 2001"

dazu passt wie "die Faust auf´s Auge" der heutige Kommentar der
FTD:

"Banken spielen weiter verrückt

Einige Banker arbeiten weiter hartnäckig daran, für nicht mehr ganz voll genommen zu werden. Manche Anleger auch.
Die tollen Tage der Finanzgilde gehen weiter. Immer wenn man glaubt die Jungs, die uns diesen ganzen Mist hier beschert haben, müssten endlich Ruhe geben, in Sack und Asche gehen und tunlichst darauf bedacht sein, auf der Straße möglichst nicht als Banker erkannt zu werden, setzen sie noch einen drauf.
In einer Woche, in der das dominierende Medienthema schon nicht mehr der Untergang, die (un-)vermeintliche Zukunft und die Gestaltung des Bankwesens sind, sondern gleich die Systemfrage unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells gestellt wird, überbieten sich die Bankiers wieder mit ihren Tollereien: Bei Merrill Lynch - Jahresverlust 2008 27,6 Mrd. $ - wird angeblich die misslungene Wette eines Mitarbeiters in Höhe von 400 Mio. $ so lange von seinem Vorgesetzten vertuscht, bis dieser seinen Bonus in Höhe von 10 Mio. $ in der Tasche hat.

Deutsche-Bank-Chef Joseph Ackermann wiederum faselt schon wieder irgendwas von einer mittelfristig erreichbaren Eigenkapitalrendite von 25 Prozent im Bankensektor.
Und am Dienstag schließlich krönt der Verwahrer der Citigroup, Vikram Pandit, die erst junge Woche mit der Aussage, sein quasiverstaatlichtes Institut, für das die US-Regierung aktuell wieder einmal ein Rettungspaket schnürt, habe das stärkste Quartal seit September 2007 aufs Parkett gelegt - man sei 2009 bis dato profitabel.

Kleine Zwischenfrage, Herr Pandit: profitabel nach US-GAAP-Rechnungslegung oder profitabel nach der von US-Firmen so beliebten Pro-formaRechnungslegung? In der der Gewinn geschönt vor sogenannten Certain Items ausgewiesen wird? Diese Certain Items umfassen Restrukturierungskosten, Übernahmekosten, Gerichtskosten und überhaupt jede Art unliebsamer Kosten, die das rosa Bild stören. Dazu gehören dann bestimmt bald auch jene Kosten, die dadurch verursacht wurden, dass man durch den Staat gerettet wurde. Dass der US-GAAP-Gewinn durch Certain Items nach unten revidiert wird, passiert übrigens seltener, als dass ein Banker Entschuldigung sagt.

Doch den größten Vogel haben die Anleger abgeschossen, die aufgrund von Pandits Aussagen die Finanztitel in die Höhe trieben. Arme Irre. Die Branche, von der behauptet wird, sie bräuchte weitere 1000 Mrd. $ zur vollständigen Rekapitalisierung, macht samt Versicherern und sonstigen Finanzdienstleistern immer noch 16,5 Prozent vom Stoxx aus. Immerhin runter von 30,7 Prozent vor zwei Jahren, aber immer noch zu viel. In den USA ist das Gewicht des Sektors am S&P 500 von 21,8 auf 9,7 Prozent runter. Die Richtung stimmt.
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.400 von Cashlover am 11.03.09 06:06:05Hier ist es Wilbi aber sehr einfach geworden. Ich denke nur an einen der ersten Beiträge, wo von Amerikanern als "Schmeißfliegen" die Rede war. Woher kennt man eine solche Sprache, die Menschen mit Ungeziefer gleichsetzt?

Ansonsten gären ja mal wieder die Verschwörungstheorien durch alle Beiträge des Threads. Die US-Regierung braucht nichts damit zu tun zu haben, wenn Angestellte im Streben nach hohen Provisionen anfangen, Kunden zu bescheißen, und die Eigentümer beide Augen zudrücken oder das gar fördern, so lange die Kasse stimmt. Das kennen wir im kleinen Rahmen doch schon von Handwerkerbetrieben, die für einen schnellen Euro mal Arbeiten als beste Facharbeit abrechnen, die vom Lehrling hingeschlunzt wurde, oder sogar gar nicht gemacht wurde. Wenn mit der gleichen Einstellung nicht Leitungen verlegt werden, sondern für mehrere Milliarden Zertifikate vergeben werden, hinter denen gar keine Werte stehen, ist das die gleiche schludrige Haltung gegenüber den Kunden, nur ist der Kreis der Betroffenen und der Schaden ein ganz anderer.

Schlichte Geldgier und Kriminalität wären als Erklärung zu einfach. Gleich muß die US-Regierung wieder zur Besatzungsmacht werden, den 3. Weltkrieg anstreben und ihre Banken in den neuen Morgenthau-Plan für Deutschland lenken. Und daß zum Jahrestag der Niederschlagung des Aufstands in Tibet 1959 der Dalai Lama gegen 50 Jahre Besetzung protestiert, kann in so einer Verfassung anscheinend auch nur eine amerikanische Verschwörung sein. Daß die chinesischen Kriegsschiffe vielleicht genau deshalb, weil die in den Kalender geschaut hatten, gerade jetzt ein amerikanisches Kriegsschiff bedrängen (was die genauso auch die Woche vorher oder letztes Jahr hätten tun können), und dabei zugleich mal austesten, wie denn der neue Präsident in den USA auf solche Provokationen reagiert, ist anscheinend zu weit hergeholt.

Davon abgesehen, man muß ja die USA nicht mögen und kann sich ruhig darüber ärgern, was sich im Finanzsektor getan hat. Aber so lange die Alternative zu den USA und einem indiviualistischen Menschenbild, Demokratie und Marktwirtschaft auf der anderen Seite Rußland und China heißt, wo der Mensch sich gefälligst dem Staat unterzuordnen hat, und nur der Grad der Diktatur und der gelenkten Wirtschaft mit Brachialkapitalismuselementen variiert wird, kann ich über manches hinwegsehen, was mir an den USA nicht gefällt.
in der letzten Woche hat man genau gesehen das da was passiert mit der Citigroup, ungewöhnkiche hohe Umsätze, bin daraufhin eingestiegen und gestern nach 38 % plus wieder raus, weil - es ist überhaupt nicht normal das ein Chef per mail seinen Mitarbeitern über den Zustand der Bank mitteilt, das war eine schön geziehlte und geplante Aktion wer das nicht erklennt ist blöde,
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.614 von for4zim am 11.03.09 08:21:10@ for4zim und alle Interessierten



"Ansonsten gären ja mal wieder die Verschwörungstheorien durch alle Beiträge des Threads. Die US-Regierung braucht nichts damit zu tun zu haben, wenn Angestellte im Streben nach hohen Provisionen anfangen, Kunden zu bescheißen, und die Eigentümer beide Augen zudrücken oder das gar fördern, so lange die Kasse stimmt."

bis vor wenigen Minuten hätte man Ihrer Aussage noch kaum ein starkes Argument entgegensetzen können, nun aber liegt die folgende Meldung vor:

USA erwägen neue Bilanzregeln

"Dass Beteiligungen zum Marktpreis in den Bilanzen stehen, hat vielen Konzernen herbe Verluste beschert - und erschwert die Erholung der US-Wirtschaft. Washington diskutiert, ob die Regel geändert oder ausgesetzt wird, und ob Leerverkäufe untersagt werden.
Angesichts der andauernden Turbulenzen an den Finanzmärkten erwägen die USA offenbar Änderungen bei Bilanzierungsvorschriften und Regelungen zu Leerverkäufen. Die Börsenaufsicht SEC teilte am Dienstagabend (Ortszeit) mit, dass sie sich möglicherweise bei einem Treffen im April mit der Wiedereinführung einer Regelung ("uptick rule") beschäftigen werde, Leerverkäufe - also Wetten auf fallende Kurse - einzuschränken.

Händler machten die Nachrichten mitverantwortlich für das Kursfeuerwerk an der Wall Street. "Das wäre eine weitere sehr gute Nachricht für Finanzbranche", sagte Händler Michael James.

Positiv aufgenommen wurden auch Forderungen von Notenbank-Chef Ben Bernanke nach "Verbesserungen" der Bilanzierungsregeln. Er wolle den Marktbewertungsansatz (Mark To Market) nicht abschaffen, aber einige schwache Punkte überarbeiten, sagte Bernanke.Diese Regel, nach der Unternehmen Anteile zum aktuellen Marktpreis in der Bilanz führen müssen, hat bei vielen Finanzkonzernen zu milliardenschweren Abschreibungen geführt. Der Rekordverlust des Versicherungskonzerns AIG von rund 62 Mrd. Euro im vierten Quartal war beispielsweise zu großen Teilen auf Abschreibungen zurückzuführen und nicht zahlungswirksam.


Am Donnerstag befasst sich ein Ausschuss des Repräsentantenhauses mit dem Thema. Dessen Vorsitzender Barney Frank von den regierenden Demokraten forderte eine Änderung der Bilanzierungsmethode. Die Regel Mark-to-Market müsse verbessert und flexibler gestaltet werden, sagte er. Zuletzt warben auch Wirtschaftsverbände und Immobilienbanken dafür, diese Bilanzierung vorübergehend außer Kraft zu setzen oder zu ändern. Sie untergrabe Bemühungen der Regierung, den Finanzsektor durch das 700 Mrd. $ schwere Banken-Rettungspaket zu stabilisieren.

Die Börsenaufsicht hat auf entsprechende Forderungen bisher jedoch zurückhaltend reagiert. Die SEC plane entgegen kursierender Marktgerüchte keine Aussetzung dieser Regel, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Die SEC wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Kommentar: Bilanzfälschungen noch leichter gemacht!!

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.670 von windei am 11.03.09 08:34:22Ich verstehe nicht, inwieweit diese Meldung eine Antwort auf meinen Beitrag sein soll.

Ich verstehe auch nicht, warum mögliche Änderungen von Bilanzierungsregeln Bilanzbetrug erleichtern soll. Bisher war es möglich und auch in Zukunft wird die Versuchung immer da sein - in jedem Land, bei verschiedensten Regeln. Lustig ist eher, daß die amerikanischen Bilanzierungsregeln sich stärker deutschen Mustern annähern könnte, gerade nachdem deutsche Unternehmen ihre Regelungen an amerikanische angepaßt haben. Das ist aber auch nichts Neues: das Gras ist immer grüner jenseits des Zauns.

Und noch ein Tip: es ist zumindest ein Akt der Höflichkeit, bei Zitaten eine Quellenangabe zu machen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.614 von for4zim am 11.03.09 08:21:10"Ansonsten gären ja mal wieder die Verschwörungstheorien durch alle Beiträge des Threads

Möchte nur klarstellen, dass meine Beiträge nicht antiamerikanisch gemeint sind. Sie beziehen sich auf Marktteilnehmer aller Nationen, von wo aus auch immer sie agieren. Dass allerdings der Großteil der Verursacher und Profiteure in den USA residieren, ist wohl zu recht herrschende Meinung.

Und was Verschwörungstheorien angeht, so glaube ich weder an ein Handeln der plunge protection group, der Illuminati oder des Weldjudentums, wenn Du das meintest. Viele parallele Einzelentscheidungen werden es sein, die zu dem führen, was ich erwarte. Inwieweit Teile davon vernetzt sind, werden wir mit unseren Mitteln sowieso nie herausfinden. Wenn Du diese Grauzone betreffend das Wort Verschwörungstheorie angewandt hast, stimmt Dein Einwand vielleicht sogar ein wenig.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.400 von Cashlover am 11.03.09 06:06:05"Es sind doch vielmehr gerade diejenigen, die in der Vergangenheit schon immer (fälschlicherweise) die stars&stripes als Hort von Frieden, Freiheit und Demokratie angesehen haben, welche jetzt allmählich in gewisse Erklärungsnot geraten, angesichts der massiven Kollateralschäden, die das so innig verehrte Platoon in Nordamerika da so angerichtet hat. "

Ja gut, unter Bush sind natürlich einige Dinge passiert, die mir auch nicht gefallen an Bush, weniger an den Amerikanern.
In meinem Gedächtnis stehen andere Dinge höher, nämlich daß uns die Amis von einem Tyrannen befreit haben. Ich erinnere mich auch noch gut an die 60er Jahre, als die Russen Westberlin abschneiden wollten vom Westen und die US-Panzer am Checkpointcharlie aufgefahren sind, und für uns das Risiko einer Ost/Westkonfrontation auf sich genommen haben.Naja, die Jungen werden es nicht verstehen.
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.743.805 von Wilbi am 11.03.09 11:10:17@" Ich erinnere mich auch noch gut an die 60er Jahre, als die Russen Westberlin abschneiden wollten vom Westen und die US-Panzer am Checkpointcharlie aufgefahren sind, und für uns das Risiko einer Ost/Westkonfrontation auf sich genommen haben.Naja, die Jungen werden es nicht verstehen.wilbi"

Daran erinnere ich mich auch! Dass nämlich die Amis
hosenschisserich an der Demarkationslinie stehen blieben, obwohl ihre Panzer nach dem Potsdamer Abkommen das Recht hatten, quer durch Ostberlin zu rauschen. Genau seit diesem Zeitpunkt halte ich nicht mehr sehr viel von unseren sog. Freunden!!
Aber dieser Thread soll sich nicht mit der Historie, sondern mit der aktuellen wirtschaftlichen Sachlage befassen!!

Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.743.796 von netbil.one am 11.03.09 11:09:40@ netbil.one

"Viele parallele Einzelentscheidungen werden es sein, die zu dem führen, was ich erwarte. Inwieweit Teile davon vernetzt sind, werden wir mit unseren Mitteln sowieso nie herausfinden."

Dieser Ihrer Aussage stimme ich nicht mehr uneingeschränkt zu.
Ich zitiere jetzt mal den Klappentext von E.Griffin Die Kreatur von
Jekyll Island:

" Im Jahre 1913 geschah in den USA das Unglaubliche. Einem Bankenkartell, bestehend aus den weltweit führenden Bankhäusern Morgan, Rockefeller, Rothschild, Warburg und Kuhn-Loeb gelang es in einem konspirativ vorbereiteten Handstreich, das amerikanische Parlament zu überlisten und das Federal Reserve System(FED) ins Leben
zu rufen... Doch diese Bank ist weder staatlich(federal) noch hat sie wirkliche Reserven. Ihr offizieller Zweck ist es, für die Stabilität des Dollars zu sorgen...."
An diesem Buch ist vieles zu kritisieren, weil ungenau oder sogar falsch!
Aber die Fakten des Klappentextes lassen sich nicht widerlegen.
Und unsere aktuelle Situation beweißt dies!!
Seit Beginn des Vietnam-Krieges ist die Handelsbilanz der USA stark defizitär. Dies konnte immer nur durch massivste Kapitalimporte ausgeglichen werden. Dazu hat die Wall-Street gesteuerte Finanzindustrie erfogreichst beigetragen.
Das ist das, was ich als ersten Raubzug bezeichne!
Ich erinnere mich noch lebhaft an die 80ger Jahre unter Reagan, speziell 1984-1986 damals stieg der Wert des US$ bis auf 3,47 DM
um dann binnen zweier Jahre auf 1,36 DM zurück zu fallen!
So etwas nenne ich legalisierten Diebstahl, dagegen sind Bakräuber
Waisenknaben!!

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.745.580 von windei am 11.03.09 14:31:01Hallo Windei ( irgendwie geht mir diese Anrede nicht so richtig über die Maus ),

schöne Diskussion mit Dir, ich möchte es ja auch glauben, dass z.B. diese Truppe dahinter steckt :



Amerikanische Finanzmärkte
Manipuliert das Plunge Protection Team die Kurse?
Von Caroline Baum, Kolumnistin für Bloomberg News

Vielleicht haben Sie schon vom Plunge Protection Team (PPT) gehört. Falls nicht, lassen Sie mich Ihnen diese illustere Gruppe vorstellen.

Sie kennen doch all diese Kurseinbrüche im Standard & Poor's 500, die einem Bauchschmerzen bereiten, sich auf mysteriöse Weise stabilisieren und sich dann in eine enorme Kurserholung umkehren? Falls Sie ein Anhänger der Verschwörungstheorie sind, dann lässt sich das PPT als eine auserwählte Gruppe von Regierungsvertretern und Bankern beschreiben, die von Zeit zu Zeit eingreifen, um den Aktienmarkt zu stützen. Nach Angaben einiger Händler, Experten und einer cleveren Gruppe von Anhängern der Verschwörungstheorie, ist die Federal Reserve - die gleiche Zentralbank, die am Tage offiziell Staatspapiere kauft und verkauft - im Geheimen auf dem Aktienmarkt tätig.

Wie die Fed gegen das Gesetz verstößt

Dabei ist es unerheblich, dass Aktien aller Art nicht zu der Palette an Titeln gehören, die die Federal Reserve kaufen darf. Gemäß Federal Reserve Act von 1913, der über die Jahre immer wieder geändert wurde, darf die Fed US-Treasuries und staatliche Schuldtitel, ausländische Staatsanleihen, Bankakzepte, Wechsel, bestimmte Gemeindeschuldtitel, ausländische Währungen und Gold kaufen. Versuchen Sie doch einmal, einen Anhänger der Verschwörungstheorie in eine Diskussion über dieses Thema zu verwickeln; das Gespräch wird an dieser Stelle enden.

Sprechen Sie die Reservewirkung an - wenn die Fed Aktien kauft, führt sie dem Bankensystem Reserven zu, die sich negativ auf die Federal Funds Rate für Tagesgeld auswirken würden. Es sei denn, die Fed würde die Reserven durch Offenmarktgeschäfte reduzieren - und die Anhänger der Verschwörungstheorie sagen Ihnen, dass die Mittel aus Bestechungsgeldern des US-Schatzamtes stammen, die offiziell als Exchange Stabilization Fund bekannt sind.

Die „Washington Post“ wusste Bescheid, oder doch nicht?

Diese Gruppe vergisst jedoch die technischen Ungereimtheiten. Wenn die Verschwörungstheoretiker Recht haben und die Fed S&P-Terminkontrakte kauft, dann gibt es irgendwo jemanden, der diese Transaktionen durchführt, sie abrechnet und das Konto überwacht. Das bedeutet, dass irgendwo ein Mensch existiert, der für sein Stillschweigen eine Menge Geld von der Fed erpressen oder von einem Verlag einen riesigen Vorschuss für das Schreiben eines Enthüllungsbuches verlangen könnte.

Zum Thema

„Kursgewinne sind eine Chance zum Ausstieg“
Die Autoren von Artikeln über das Plunge Protection Team, die nachweisen wollen, dass ihre Behauptungen berechtigt sind („Vertrauen Sie mir, es existiert!“), verweisen auf einen Artikel in der „Washington Post“ vom 23. Februar 1997. Kurios ist allerdings, dass dieser Artikel den Kauf von Aktien mit keinem Wort erwähnt. Brett Fromson, ein Reporter der „Post“, stellt die Bildung der Arbeitsgruppe Finanzmärkte durch den Präsidenten nach dem Börsencrash vom 19. Oktober 1987 dar. Die Gruppe, der auch der Finanzminister, der Chairman der Fed, der Chairman der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Chairman der Commodity Futures Trading Commission angehören, wurde ins Leben gerufen, um ein reibungsloses Funktionieren der Finanzmärkte sicherzustellen.

Schutz vor einem Marktzusammenbruch wird zum Komplott

„Hauptaufgabe der Arbeitsgruppe sei Regierungsvertretern zufolge, die Aufrechterhaltung der Marktfunktionen im Falle eines plötzlichen Einbruchs der Aktienkurse, bei dem es einem den Magen umdreht - und die Vermeidung eines panikartigen Ansturms auf Banken, Broker und Investmentfonds“, heißt es in dem Artikel von 1997. Der Tenor des Artikels ist das Bemühen der Regierungsvertreter um die Abwendung einer Liquiditätskrise, was genau das ist, was die Fed getan hat, als sie das Bankensystem nach dem Absturz des Dow Jones Industrial Average um 508 Punkte am 19. Oktober 1987 mit Reserven überschüttet hat. Wie aus dem eigentlichen Bemühen um die Sicherstellung eines angemessenen Zugangs zu Krediten zur Vermeidung eines Dominoeffekts im Falle eines Marktzusammenbruchs ein Komplott zur Stützung des Aktienmarktes wurde, wissen die Götter.

Um einen Einblick in die Tiefen der Verschwörungstheorie zu erhalten, geben Sie „Plunge Protection Team“ in die Google-Suchmaschine ein. Aufmerksame Leser bemerken die Sachkunde, mit der die Autoren schreiben. „Am 24. November 2000, nur Minuten nach der gemeinsamen Intervention von Fed und Goldman Sachs, schnellte der Nasdaq in die Höhe und schloss an diesem Tag deutlich über 3.100 Punkten, was einem Tagesplus von 5,7 Prozent entspricht“, schrieb ein anonymer Internet-Experte. „Hätten die Fed und das Plunge Protection Team nicht eingegriffen, so gut informierte Marktinsider, hätte es eine richtiggehende systemische Finanzkrise gegeben, die sich bald zu einer Dollar-Krise ausgewachsen hätte“. Und außerdem bedient man sich laut den Darstellungen dieser Website der Goldman-Strategin Abby Joseph Cohen, die seit dem Börsencrash im Oktober 1987 „jedes Mal, wenn die Märkte bedroht sind, eine Erholung `prognostiziert`“.

Hinter dem Handelsvolumen bei 3M steckt ebenfalls die Regierung

Werfen wir einen Blick auf all die Leute, die über diese Sache Bescheid wissen. Will denn keiner von ihnen aus diesen Insiderinformationen Kapital schlagen und einen Spitzenbestseller schreiben? Laut einem Pressebericht hat die Fed das Geschäft mit den Aktienindizes zugunsten der Auswahl einzelner Aktien aufgegeben. In der Erkenntnis, dass der Dow Jones Industrial Average mit seinen 30 Aktien „weitaus einfacher zu manipulieren“ sei, folgerte Londons „Evening Standard“ am 19. März, dass das „riesige Handelsvolumen der letzten Tage“ bei 3M ein deutlicher Hinweis darauf sei, dass die US-Börse im Hinblick auf den Krieg im Irak von der Regierung manipuliert worden wäre.

Gibt es keine Garantie dafür, dass die angebliche Intervention des PPT Erfolg hat? Wirtschaftswissenschaftler versuchen noch immer, herauszufinden, ob Interventionen am Devisenmarkt mehr als nur transitorischen Effekt haben. Wenn diese Gruppe so geschickt ist, warum erleben die Aktienmärkte dann das vierte Jahr in Folge eine Börsenbaisse? Mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen an der New York Stock Exchange von 1,43 Milliarden Aktien im vergangenen Jahr wären beträchtliche Käufe nötig, um eine Marktbewegung umzukehren. Vielleicht hat sich das PPT die Strategic Petroleum Reserve angeeignet, verkauft heimlich Öl zu überhöhten Preisen am Markt und verwendet die Erlöse zum Kauf von Aktien. Und wenn man es sich recht überlegt, war bisher auch keiner in der Lage auszumachen, wo jene erfundenen Mondlandungen ihren Ursprung haben.



Text: @thwi



Manchmal aber glaube ich, dass man zu schnell Verschwörungstheorien in Diskussionen einführt. Gleichgeschaltete Interessen Gleichgesinnter, die untereinander nicht vernetzt sind, erzeugen manchmal nach außen ein Erscheinungsbild, das von dem einer Verschwörung nicht zu unterscheiden ist.

Zumal sich eingeleitete Trends durch technische Analysten häufig selbst tragen.

Insofern bin ich sicher, dass die PPG z.B. für die manipulierten Devisenmärkte rund um den Dollar voll verantwortlich waren
( sind ? ).

Aber die zur Krise führende Abzocke wirklich im kleinen Kreis geplant und initiiert worden ist und die jetzt sicherlich laufende zweite Abzockkette ebenso, da bin ich mir nicht sicher. Da meine ich, dass sich das Ganze wie ein Schneeballsystem selbst aufgebaut hat, solange es lief und die Boni flossen, hat man es laufen lassen, dann hat`s halt gecrasht mit ein wenig Kollateralschäden und jetzt geht das Spiel unter veränderten Vorzeichen weiter.

Schön wäre es, wenn das heute veröffentliche Verbot des short selling Wirklichkeit würde, dann müssten die Jungs wenigstens ihre Spikes ablegen und sich in normaler Schrittgeschwindigkeit im Markt bewegen.

Schön wäre es, wenn meine Annahmen widerlegt werden könnten ( in Form von Beweisen, nicht von Thesen a la Illuminati ), wenn Du dazu beitragen könntest, komme ich sofort in Deinen Club !

Schönen Nachmittag
netbil
@ alle Interessierten

wenn man dieses Interview liest, sträuben sich einem die Nackenhaare:

"Da bekam die Finanzbranche einen Herzinfarkt"

Er liquidiert die Pleitebank: Seit Anfang des Jahres ist Bryan Marsal der Abwickler von Lehman Brothers. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht er über die Gründe für den Milliarden-Crash des Instituts, die Fehler der US-Regierung und die Lehren der Finanzkrise.

SPIEGEL ONLINE: Wie sind Sie an den Job als neuer Lehman-Chef gekommen?

Marsal: Ich schaute mir gerade ein Football-Spiel im Fernsehen an, als ich einen Anruf vom Aufsichtsrat von Lehman Brothers erhielt. Das war am 14. September, abends um halb elf. Die fragten mich, ob ich die Verantwortung für das Abwickeln der Bank übernehmen könnte.

SPIEGEL ONLINE: Und wie haben Sie reagiert?

Marsal: Ich habe ja gesagt. Und dann habe ich gefragt: Wie habt ihr euch auf den Konkursantrag vorbereitet? Die Antwort: Dieser Anruf ist unsere erste Vorbereitung.

SPIEGEL ONLINE: Das muss ein Schock gewesen sein. Schließlich musste der Konkursantrag am nächsten Morgen vor Börsenbeginn vorliegen.

Marsal: Wenn man bedenkt, dass die Bilanzsumme 651 Milliarden Dollar betrug, hätte man erwartet, dass es intensive Planungen dafür gegeben hätte.

SPIEGEL ONLINE: Die Lehman-Leute waren wohl überzeugt, dass man sie nicht sterben lässt.

Marsal: Wir waren ja nicht dabei. Aber ich glaube, sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass die Federal Reserve dies zulassen würde - wegen der Komplexität, Interdependenz und fragilen Natur des globalen Finanzsystems. Unter großem Druck, denke ich, traf die Fed dann die Entscheidung, Lehman nicht zu stützen, anders als zuvor Bear Stearns ...

SPIEGEL ONLINE: ... jene konkursreife New Yorker Investmentbank, die im März mit Hilfe der US-Regierung und Zentralbank von JP Morgan übernommen wurde. Warum halfen sie dagegen Lehman nicht?

Marsal: Das müssen Sie die Fed fragen. Jedenfalls zeigte die Entscheidung dem Rest der Branche, dass es keinen Freifahrschein gibt und man nicht erwarten darf, dass die Regierung einen automatisch rettet. Gleichzeitig stand damals der Versicherungskonzern AIG am Rande des Zusammenbruchs. Als dann der Beschluss gefallen war, Lehman untergehen zu lassen, bekam die globale Finanzbranche leider einen Herzinfarkt. Dann sprang die Federal Reserve ein, rettete AIG, half Bank of America bei der Übernahme von Merrill Lynch, unterstützte Wachovia, und so weiter und so weiter.


SPIEGEL ONLINE: Lehman scheitern zu lassen, war also eine politische Entscheidung mit unbedachten Folgen?

Marsal: Ich bin kein Politiker und will darüber nicht spekulieren. Wenn du zu gierig bist und Risiken verdrängst, kann dein Geschäft verlorengehen. Man braucht Angst, um die Gier zu zähmen - ich glaube, das war die Botschaft des Finanzministeriums.

SPIEGEL ONLINE: Doch dann brach weltweit Panik aus.

Marsal: Lehman war zu groß, um sie einfach fallenzulassen. Die gegenseitige Abhängigkeit der Banken ließ es nicht zu, sie einfach im Regen stehenzulassen. Vielleicht gibt's hier ja eine Lektion zu lernen: Finanzhäusern sollte gar nicht erst erlaubt werden, so groß zu werden.

SPIEGEL ONLINE: Was wäre an der Wall Street die Alternative gewesen?

Marsal: Wenn man statt fünf Banken 15 hätte und diese deutlich kleiner wären, könnte man mit einer Pleite wohl besser umgehen.

SPIEGEL ONLINE: Hatte Lehman überhaupt eine echte Überlebenschance?

Marsal: Ich sage nicht, dass Lehman hätte überleben müssen. Das kann ich nicht beurteilen. Man hätte die Bank aber so abwickeln sollen wie Bear Stearns. Als Bear Stearns von JP Morgan übernommen wurde, wechselten auch alle Derivate zum neuen Eigentümer, und die Federal Reserve half mit einem milliardenschweren Notfallkredit. JP Morgan konnte Bear Stearns so sicher unter seinem Dach liquidieren. Und so haben sie es auch beim Deal von Merrill Lynch mit Bank of America gemacht. Als die britische Bank Barclays Lehman übernehmen wollte, entschied sich die Fed dagegen - aus welchem Grund auch immer.

SPIEGEL ONLINE: Mit Lehmans Pleite hingen plötzlich auch 900.000 Derivate in der Luft. Verträge mit Handelspartnern weltweit platzten deshalb. Was lief falsch?

Marsal: Diese Kontrakte hätten auf eine dritte, kreditwürdige Partei übertragen werden müssen. Sämtliche guten Vermögenswerte hätten, mit Unterstützung der Fed, an einen kreditwürdigen Käufer übertragen werden sollen. Die schlechten, giftigen Anlagen wären in der Holding verblieben, und dann hätte man einen Insolvenzantrag gestellt. Dieser Fehler allein kostet die Gläubiger etwa 50 bis 75 Milliarden Dollar.

SPIEGEL ONLINE: Unterscheidet sich Lehman von Ihren Kunden in anderen Branchen, oder sind im Untergang alle gleich?

Marsal: Die Finanzbranche ist anders. Geld hat einen schnelleren und direkteren Effekt auf die Menschen. Der Zerfall von Lehman geschah in einem Wimpernschlag. Finanzinstitutionen können sehr sehr schnell in eine schlechte Lage und dann eine Vertrauenskrise geraten - nicht weil ihnen das Vermögen abhandenkommt, sondern Bargeld.

SPIEGEL ONLINE: Wäre uns die Weltkrise ohne die Lehman-Pleite erspart geblieben?
Marsal: Im Fall von Bear Stearns haben die Märkte einen Stoßseufzer der Erleichterung losgelassen. Dort wurde rational gehandelt - so wie es auch die Briten und die Deutschen mit ihren Problemfällen taten. Ein konsistenter Führungsstil, konsequente Entscheidungen sind von zentraler Bedeutung. Es würde uns heute besser gehen, wenn man Barclays die Übernahme ermöglicht und entsprechenden Schutz angeboten hätte.

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass Sie immer noch mit Richard Fuld, Lehmans Ex-Chef, zusammenarbeiten?

Marsal: Finanziell erhält er nichts mehr von uns. Freundlicherweise hat er sich aber, im Austausch für ein Büro, bereiterklärt, uns für Fragen zur Verfügung zu stehen; zum Beispiel wenn es um bestimmte Hedgefonds- oder Private-Equity-Investitionen von Lehman geht.

SPIEGEL ONLINE: Wie viel Geld schulden Sie Lehmans Gläubigern?

Marsal: Die Ansprüche belaufen sich auf etwa 200 Milliarden Dollar.

SPIEGEL ONLINE: Und wie wollen Sie dieses Geld beschaffen?

Marsal: Wir haben liquide und illiquide Werte. Schwierig ist es vor allem mit letzteren. Das Immobilienportfolio war 40 Milliarden Dollar wert, Investitionen in Hedge- oder Private-Equity-Fonds betrugen 12 Milliarden Dollar.

SPIEGEL ONLINE: So viel werden Sie heute nicht mehr dafür bekommen.

Marsal: Lehman hat derzeit etwa neun Milliarden Dollar in Cash, wir haben keine Liquiditätskrise und sind deshalb nicht gezwungen, unter Druck irgendwas zu verkaufen. Wir verkaufen entweder zu einem fairen Preis, oder wir halten unsere Beteiligungen, bis wir einen guten Preis bekommen.

Das Interview führte Frank Hornig
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.745.367 von windei am 11.03.09 14:07:19"Daran erinnere ich mich auch! Dass nämlich die Amis
hosenschisserich an der Demarkationslinie stehen blieben, obwohl ihre Panzer nach dem Potsdamer Abkommen das Recht hatten, quer durch Ostberlin zu rauschen. Genau seit diesem Zeitpunkt halte ich nicht mehr sehr viel von unseren sog. Freunden!!"


Natürlich hätten die gleich auf die gegenüberstehenden Panzer der Russen schießen müssen.:D

Und so "Freunde" wie dich hätten die sicherlich auch nicht verteidigen brauchen, da konnten sie gut drauf verzichten.
Ein solches Argument disqualifiziert dich doch total.
wilbi
@ netbil.one,

Manchmal aber glaube ich, dass man zu schnell Verschwörungstheorien in Diskussionen einführt. Gleichgeschaltete Interessen Gleichgesinnter, die untereinander nicht vernetzt sind, erzeugen manchmal nach außen ein Erscheinungsbild, das von dem einer Verschwörung nicht zu unterscheiden ist.

Zumal sich eingeleitete Trends durch technische Analysten häufig selbst tragen. d´accord insbsondere durch die computergestützten
Kauf- und Verkaufprogramme!


Insofern bin ich sicher, dass die PPG z.B. für die manipulierten Devisenmärkte rund um den Dollar voll verantwortlich waren
( sind ? ).
Würde ich auch mit einem Fragezeichen versehen!!

Aber die zur Krise führende Abzocke wirklich im kleinen Kreis geplant und initiiert worden ist und die jetzt sicherlich laufende zweite Abzockkette ebenso, da bin ich mir nicht sicher. Da meine ich, dass sich das Ganze wie ein Schneeballsystem selbst aufgebaut hat, solange es lief und die Boni flossen, hat man es laufen lassen, dann hat`s halt gecrasht mit ein wenig Kollateralschäden und jetzt geht das Spiel unter veränderten Vorzeichen weiter.
Das Bild des Schneeballsystems ist sehr anschaulich, aber ich bekomme es nicht in Übereinstimmung mit einer Sache, die mich schon seit 20 Jahren beschäftigt. Seit etwa Mitte der 80ger begann man, von den USA ausgehend, die staatlichen Rentensysteme in Europa zu diffamieren (maßgebend: Miegel und Raffelbüschen). Die Kapitalgedeckte Altersvorsorge war das große Modewort.Dabei
war von Anfang an klar, dass die Generation der Babyboomer, auf die das abzielte, der große Angearschte sein würde, wegen der
immer weiter ansteigenden Lebenserwartung und der Tatsache, dass
von hundert $ bis zu 20 $ in den Taschen der Initiatoren bleiben sollten!! Und jetzt ist das ganze wieder auf Null gestellt, mit
dem angenehmen Nebeneffekt, dass die erfahrenen Alten als billige
Arbeitskräfte die Reservearmee einer Marktwirtschaft bilden, die
sich gut verdienende Dinks nicht mehr leisten will! Ich weiß: zu
viel Spekulation und zu wenig Beweise!! Aber vielleicht kann der/
die eine oder andere mit mehr Insiderwissen Licht ins Dunkel bringen!!


Schön wäre es, wenn das heute veröffentliche Verbot des short selling Wirklichkeit würde, dann müssten die Jungs wenigstens ihre Spikes ablegen und sich in normaler Schrittgeschwindigkeit im Markt bewegen.
Ja das gab´ es als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise alles schon einmal, wurde mit der Deregulierungswelle über Bord gespült!

Schön wäre es, wenn meine Annahmen widerlegt werden könnten ( in Form von Beweisen, nicht von Thesen a la Illuminati )
Wenn ich das könnte wäre das perfekt, aber ich habe als typischer Kleinaktionär ein zu geringes Insiderwissen, besitze
nur meine Studienkenntnisse, meine Berufserfahrung und das
Bücherwissen/ Internetwissen, sonst nichts!!



Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.746.873 von windei am 11.03.09 16:43:57@netbil.one,

in Ergänzung meines Postings folgender Ausschnitt aus einem Kommentar der FTD.de:
Thomas Klau - G2 statt G20
von Thomas Klau

Amerika und China brauchen einander wie nie zuvor. Europa muss schauen, dass es nicht an den Rand gedrängt wird. Wenn die Europäer ihr Gewicht nicht bündeln, wird es ihnen wie den Briten ergehen.
Aus der Finanzkrise wurde eine Wirtschaftskrise, die jetzt in eine Sozialkrise mündet, wie sie der reichere Teil der Welt seit den Nachkriegsjahren nicht mehr erlebt hat. In den meisten Ländern Europas wird Armut vom Sozialstaat abgefedert, auch wenn dessen Leistungen wie in Deutschland eingeschränkt wurden und nicht mehr garantiert ist, dass der Mensch mehr zum Leben hat als schlechte Nahrung und ein geheiztes Zimmer.

In den USA aber führt die Implosion des Finanzsektors zu sozialen Folgen, die sich in das Gedächtnis einer Generation einprägen werden. Ein Freund von mir, der in Washington als Journalist arbeitet, recherchierte kürzlich in Ohio eine Reportage über Amerikaner, die älter als 75 Jahre sind und wegen des Zusammenschmelzens ihrer staatlich geförderten, aber finanzmarktgestützten Altersversorgung Arbeit suchen müssen. Da ist die 78-jährige frühere Sozialarbeiterin, die bereit ist, für 5 $ pro Stunde an der Supermarktkasse Lebensmittel einzutüten. Oder der bald 80-Jährige, der auf sein Durchhaltevermögen und seine Managerqualitäten verweist.

Es ist großartig, wenn alte Menschen weiterarbeiten können, wenn sie fit genug sind und es wollen. Es ist grausam und war in unseren Gesellschaften bisher fast unvorstellbar, wenn gut ausgebildete Menschen in hohem bis sehr hohem Alter miserabel bezahlte Jobs annehmen, um ihre Kalorien nicht von der Suppenküche beziehen zu müssen. Hier ist mehr eingestürzt als eine realitätsblind gewordene, materiellen und spekulativen Exzessen fröhnende Finanzwelt. Es ist ein Wirtschafts- und fast ein gesamtes Zivilisationsmodell, das zu versagen droht, sollte es den Regierungen nicht gelingen, die Krise im kommenden Jahr einzudämmen.
Gruß Windei
@ netbil.one undalle Interessierten,

hier einige Stellen aus einem Artikel, den Maraho bereits veröffentlicht hat und der Ihre Auffassung netbil.one
stützt

USA
Wie 400 Mann den US-Versicherer AIG zu Fall brachten
Andreas Henry (New York), Stefani Hergert, Wilfried Eckl-Dorna

AIG war einmal der weltgrößte Versicherer. Nun ist das Unternehmen eine Riesenlast für die US-Steuerzahler. Wie eine 400-Mann-Abteilung AIG in den Untergang reißen konnte – und warum der Staat ihn am Leben hält.


Einst war AIG der größte und mächtigste Versicherer der Welt, vergangene Woche verkündete er den höchsten Jahresverlust, den je ein Unternehmen in den Büchern hatte. Eine kleine interne Abteilung fällte den Konzern mit weltweit 116.000 Mitarbeitern fast im Alleingang. ... Wie konnte ein Versicherer mit Prämieneinnahmen von mehr als 80 Milliarden Dollar ein Minus von fast 100 Milliarden Dollar einfahren? Offenbar kein Problem, wenn man konservative Geschäftsstrategien komplett ignoriert.

Mit mehr als 40 Milliarden Dollar fiel ein Großteil der Verluste aus dem vergangenen Jahr bei AIG Financial Products (AIGFP) an. Die Spezialisten in London schlossen Wetten darauf ab, dass Kredite nicht ausfallen. Die kleine Truppe mit zuletzt weniger als 400 Leuten häufte Berge von Risiken mit Derivaten auf, hauptsächlich mit sogenannten Credit Default Swaps (CDS). Bei diesen Absicherungen zahlte etwa eine Bank der AIG eine regelmäßige Prämie. Im Gegenzug stand die Versicherung für Verluste der Bank aus einem bestimmten Bündel an Krediten gerade oder auch aus Finanzinstrumenten, die aus verschiedenen Krediten zusammengebastelt wurden.

In normalen Zeiten lassen sich die Ausfallquoten für solche Kredite relativ gut berechnen, und das Risiko für den Garantiegeber ist begrenzt. In einer Finanz- und Kreditkrise von der Dimension, wie sie durch die Ausfälle bei schlecht besicherten Hypotheken-Darlehen ausgelöst wurde, schossen die Verluste jedoch durchs Dach.

In den letzten Monaten 2008 verloren Kreditportfolios von Banken weltweit nochmals dramatisch an Wert. Mit 493 Milliarden Dollar steckte die AIGFP noch Ende September bis über beide Ohren in Kreditderivaten. Bis Ende Dezember wurde diese immer noch kritische Position unter heftigen Verlusten auf 390 Milliarden Dollar reduziert.

Verluste von 44,3 Milliarden Dollar realisierte auch die Lebensversicherung. Milliarden an Kundengeldern legt sie an den Finanzmärkten an, in Aktien, Staatsanleihen – und auch in Derivaten. Die Fehleinschätzungen der Spezialtruppe AIGFP im Hinblick auf die Entwicklung der Kredit- und Immobilienmärkte infizierte offenbar auch diese Sparte. Auf viele Anlagen musste sie 2008 hohe Summen abschreiben.


Neun Milliarden Miese musste die Vermögensverwaltung beichten. AIG hat offenbar nicht nur Kreditbündel oder aus Krediten gebastelte Papiere abgesichert, sondern auch mit ihnen gehandelt. Die Vermögensverwalter haben mit ihrer Anlagestrategie Milliarden verbrannt.


Verluste potenzierten sich mit hohem Tempo

Aber AIG war vor allem ein Geschäftspartner und signifikanter Garantiegeber für einige der wichtigsten Finanzinstitute der USA, die ihre Bilanzen mit Kreditvergaben gigantisch aufgeblasen hatten. Dort dachte man, das Risiko im Griff zu haben. Denn es gab da ja die kleine und praktisch unter keiner staatlichen Aufsicht stehende AIGFP. Die versicherte immer größere und riskantere Kreditpakete. Mit dem Platzen der Immobilienblase potenzierten sich dort die Verluste mit hohem Tempo.

Banken wurden von AIG-Kollaps überrascht

Banken konnten sich bei AIG zwar Schutz vor Verlusten kaufen. Dass sich der Konzern dabei jedoch gewaltig übernahm, die Risiken total unterschätzte und sich so an den Rand des Kollaps manövrierte, kam auch für sie überraschend. Plötzlich mussten sie fürchten, dass sich der Schutz gegen Kreditmarktverluste bei einem AIG-Konkurs als wertlos herausstellen würde. Sie hätten die Verluste dann schultern müssen. Selbst Edward Liddy, der den Posten des AIG-Chefs nach der ersten Rettungsrunde im Herbst übernommen hat, räumt ein, dass viel von den Staatshilfen an AIG wie ein durchlaufender Posten an andere Finanzinstitutionen weitergereicht wurde. Nun werden Forderungen drängender, die Namen der Banken zu veröffentlichen.

Ein AIG-Zusammenbruch hätte besonders für europäische Banken dramatische Folgen. Eine Fußnote im Jahresbericht zeigt das Risiko. Danach haben „Finanzinstitute, hauptsächlich in Europa“, Garantien im Wert von 234 Milliarden Dollar von AIG bekommen.

Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/wie-400-mann-den-us-v…
Gruß Windei
Renten und Devisen
Franken stürzt nach Intervention ab
von Doris Grass (Frankfurt)

Die Schweizer Nationalbank hat mit Interventionen am Devisenmarkt den Kurs des Franken massiv gedrückt. Zugleich beflügelte sie die Rentenmärkte, indem sie neben einer weiteren Leitzinssenkung den Ankauf von Anleihen ankündigte.
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Anders als die Bank of England wird sie jedoch keine Staatspapiere, sondern voraussichtlich Bankanleihen oder Pfandbriefe erwerben, wie ein Sprecher der Schweizer Notenbank mitteilte. Dies beflügelte Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig ebenfalls gezwungen sein könnte, die geldpolitischen Zügel weiter zu lockern.

Die Interventionen überraschten Marktteilnehmer völlig. Der Franken fiel zum Euro so stark wie nie zuvor an einem Tag. In der Spitze mussten für einen Euro bis zu 1,5304 Franken gezahlt werden. Der Dollar kletterte zeitweise um 3,2 Prozent auf 1,1905 Franken. Die Schweizer Notenbank sei sofort nach der Ankündigung unter eigenem Namen am Markt aufgetreten und habe Franken verkauft, sagte Antje Praefcke, Analystin bei der Commerzbank. "Ein solcher Alleingang ist außergewöhnlich. Das hat den Abwertungseffekt verstärkt."

Die Commerzbank hob ihre Prognose für die Schweizer Währung für Juni auf 1,55 Franken von zuvor 1,49 Franken je Euro an. Zum Jahresende erwartet sie ein Niveau von 1,59 Franken je Euro. Die Analysten vom Bankhaus Metzler zeigten sich vom Ausmaß der Kursreaktion überrascht. "Das war großes Kino heute", sagte Devisenexperte Eugen Keller. Er sieht als nächstes Kursziel die Marke von 1,5565 Franken je Euro. Andere Devisenhändler rechnen gar bald mit Kursen von 1,60 Franken. Von der Franken-Schwäche profitierten auch die osteuropäischen Währungen, vor allem der Forint und der Zloty."...
FTD.de

Besteht da ein Zusammenhang zu dem enormen Druck den die USA und
die EU in Sachen Bankgeheimnis ausüben. Sollen Flucht-und Schwarzgelder abgeschreckt werden?

Gruß
Windei
@ alle Interessierten

beginnt jetzt die nächste Runde dieses Raubzuges?

Finanzkrise
Bankengläubiger bangen um ihr Geld
von Andrea Cünnen, Hans G. Nagl und Peter Köhler

Die Unsicherheit an den Kreditmärkten erreicht neue Dimensionen. Auslöser dafür sind Diskussionen, wonach die Besitzer herkömmlicher Bankenanleihen zur Kasse gebeten werden könnten, wenn die Banken erhebliche staatliche Kapitalspritzen bekommen. Politiker und Wissenschaftler sind alarmiert, sie fürchten "unabsehbare Folgen" für das System.

Der Anleihemarkt reagiert nervös auf die aktuellen Diskussionen.

FRANKFURT. Dafür müsste geltendes Recht geändert werden, wonach vorrangige Gläubiger Anspruch auf Zinsen und Tilgungen haben. "Dies würde grundlegende Spielregeln der Marktwirtschaft aushebeln", warnt Professor Andreas Hackethal von der Goethe Business School.

In den USA gibt es bereits Bestrebungen von Politikern, Anleihebesitzer an Verlusten der Banken zu beteiligen. Dafür sei es an der Zeit, sagt etwa Brad Sherman, der für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt. Die Analysten der US-Bank JP Morgan raten Investoren explizit, Bankenanleihen zu meiden: Schlimmstenfalls könnten nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Bondbesitzer in die Pflicht genommen werden. Konkret könnte dies zum Beispiel bedeuten, dass die eigentlich 100-prozentigen Rückzahlungswerte der Anleihen herabgesetzt werden.

Selbst Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke beruhigten die Investoren nicht. Bernanke hat sich diese Woche indirekt in die Diskussion eingeschaltet, indem er betonte, dass keine systemisch wichtige Bank ausfallen dürfte. Trotzdem sind die Risikoprämien für Instrumente, mit denen sich Investoren vor einem Zahlungsausfall von Banken schützen können, auf Rekordhochs gestiegen. Anleger werten die Gefahr, dass Banken insolvent werden, höher als die Ausfallgefahr von Unternehmen mit vergleichbarer Bonität. Und das, obwohl Regierungen rund um die Welt nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers zugesichert haben, keine systemisch wichtige Bank mehr fallenzulassen.

"Dann kippt das ganze System"

In Europa sind Investoren vor allem mit Blick auf Großbritannien verunsichert. Das Finanzministerium hatte vor drei Wochen entschieden, dass die verstaatlichte Hypothekenbank Bradford & Bingley keine Zinsen auf bestimmte Anleihen zahlen muss. Dabei handelt es sich zwar um nachrangiges Kapital, aber um solches, bei dem Zinsen nicht beschnitten werden dürfen. Die Kreditstrategen der französischen Großbank BNP Paribas empfehlen seither, auch europäische Bankenanleihen unterzugewichten. So gebe das britische Gesetz, das die Bankenrettungen regelt, der Regierung unter Einschränkungen Befugnisse, auch die vorrangigen Bankengläubiger zu belasten.


Und die Kurse der Bankaktien steigen den dritten Tag in Folge!!

Gruß Windei
@ alle Interessierten die USA können noch nicht einmal den Kapitalstock aus eigener Tasche finanzieren. Wie lange soll das noch so weitergehen?
Aus der FTD.de:

"Also doch nicht pleite?

Nichts gegen eine kleine Aktienrally in Ehren. Aber ein flüchtiger Blick in die Finanzierungsrechnung der Fed genügt, und man hat keine Lust mehr.
Kaum geht man mal für eine einzige Woche in Urlaub, werden die Anleger keck - und sorgen vor allem bei den Finanzwerten für den einen oder anderen Verdoppler. Ist der Finanzsektor also vielleicht gar nicht pleite, wie es ein paar - ehemalige - Großbanken in den USA angedeutet haben? Nun ja, dazu müsste man unterstellen, dass die USA nicht pleite seien. Und das fällt spätestens seit Donnerstagabend, als die Fed ihre gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (Flow of Funds) veröffentlicht hat, noch schwerer.

Auf den ersten Blick scheinen die Daten für das vierte Quartal nicht viel Neues zu ergeben: Der Kredit an die Verbraucher schrumpft leicht, jener an die nichtfinanziellen Firmen steigt kaum noch, jener an den US-Bund legt mit einer Jahresrate von 37 Prozent oder 2155 Mrd. $ zu - wobei sich neben dem belämmerten Ausland witzigerweise die nunmehr von der Fed umsorgten (früheren) Broker als Finanziers besonders hervortun; der Kurs 30-jähriger US-Bonds ist seit Ende 2008 übrigens um 17 Prozent runter. Auch der amtlich umhätschelte Finanzsektor weitet seine Verschuldung weiter munter aus, sodass die Schulden aller US-Sektoren - Verbraucher, Firmen, Finanzwesen, Staat - auf 409 Prozent des Nationaleinkommens springen - nach 399,5 Prozent im dritten Quartal. Unterdessen sparen die Verbraucher, deren Netto-Vermögen vom dritten aufs vierte Quartal von 529 auf 483 Prozent des verfügbaren Einkommens gepurzelt ist und die sage und schreibe 57 Prozent des gesamten (!) Wohnungsbestands beliehen haben, wieder etwas mehr. Und die Firmen treten in Sachen Investitionen mächtig auf die Bremse.


Noch ein quälend langer Weg
Nur ist das Ganze bei näherer Betrachtung noch viel schlimmer, als es zunächst anmutet. Die Verbraucher weisen mittlerweile zwar wieder einen Finanzierungsüberschuss - Bruttoersparnis minus Bruttoinvestition - von 1,3 Prozent des verfügbaren Einkommens auf. Aber dazu mussten die Investitionen der Verbraucher, zu denen in der Abgrenzung der Fed neben dem Wohnungsbau auch Ausgaben für Gebrauchsgüter wie Autos zählen, im vierten Quartal ja auf ein ganz erbärmliches Niveau fallen. Mit 12,8 Prozent des Einkommens sind diese auf den bei Weitem niedrigsten Stand seit 1952 gesunken - und liegen damit ganze 4,3 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Dennoch ist der Finanzierungsüberschuss der Verbraucher weit von jenen vier Prozent des Einkommens entfernt, die in den 50er- bis 80er-Jahren üblich waren (von den Spitzenwerten von 9,8 Prozent in den frühen 80ern einmal ganz zu schweigen).

Derweil haben die nichtfinanziellen Firmen trotz der einbrechenden Investitionen sogar im vierten Quartal noch ein kleines Finanzierungsdefizit verzeichnet. Insgesamt ist die gesamtwirtschaftliche Nettoersparnis - Bruttoersparnis abzüglich Abschreibungen - der USA seit vier Quartalen negativ. Aus eigener Kraft könnten sie also nicht mal ihren Kapitalstock erhalten.
Für das bisschen Wachstum über die vergangenen zehn Jahre haben sie allerdings durchschnittlich fast sieben Prozent des BIP netto investieren müssen.
Anpassung erledigt, billige Aktien?

Die privatwirtschaftliche Anpassung respektive die finanzielle Genesung ist also noch nicht mal ansatzweise erfolgt.
Dazu müsste vor allem die private Sparquote noch um mehrere Prozentpunkte steigen, was sie auch tun wird, sei es aus Vorsicht oder aus Kreditknappheit. Damit aber droht sich der Teufelskreislauf aus Nachfrageschwäche und Arbeitslosigkeit ungehemmt fortzusetzen. Das ist der Grund, warum etliche Ökonomen bereits ein zusätzliches Stimulierungsprogramm fordern. Und weil sie das vermutlich auch bekommen werden, wird der US-Finanzsektor mit jenem Geld, das die Fed ihm freundlicherweise überweist, noch etliche Staatsanleihen aufkaufen (müssen). Zwar ist es denkbar, dass die USA dabei wie Japan immer etwas zu spät und verhalten vorgehen, doch ist es wahrscheinlicher, dass sie die gewünschte Inflation am Ende erreichen. Wer sich angesichts des mickrigen Zinsniveaus nicht daran stört, dass die nichtfinanziellen US-Kapitalgesellschaften am Nettovermögenswert gemessen laut Fed-Daten immer noch doppelt so teuer sind wie in den frühen 80ern, soll also ruhig weiterzocken. Mit Blick auf die ungewöhnlich starken Unwägbarkeiten warten die anderen, bis Aktien wirklich billig geworden sind. In Anbetracht des zu erwartenden heftigen Aufs und Abs kann das noch eine ganze Weile dauern. Doch es wird sich lohnen.

Gruß Windei
@ alle Interessierten,

die Überschrift des nachfolgenden Artikels charakterisiert das
Wesen der amerikanischen Finanzindustrie absolut treffend:

" AIG-Pleite
Der Herr über das englische Casino
von Michael Maisch

Von London aus stürzte der Händler Joseph Cassano den US-Versicherer AIG in den Ruin. Ehemalige Kollegen beschreiben ihn als hochintelligenten aber auch extrem ehrgeizigen Aufsteiger. Inzwischen untersucht das Betrugsdezernat, was Cassano und seine Leute getrieben haben.

LONDON. Das Haus mit der Nummer eins in der vornehmen Curzon Street zählt sicherlich zu den besten Geschäftsadressen in der Finanzmetropole London, schließlich gehört der Büroblock auch der Königsfamilie des Scheichtums Abu Dhabi. Doch hinter der elegant geschwungenen Fassade aus weißem Stein vermutet der amerikanische Fernsehsender ABC nichts weniger als "das Epizentrum" der weltweiten Finanzkrise.

Von hier aus machte Joseph Cassano seine Geschäfte, und von hier aus soll der Amerikaner den einst weltgrößten Versicherungskonzern AIG in den Abgrund gestürzt haben. Der Sohn eines New Yorker Polizisten war der Herr über eine 225 Mann starke Händlertruppe, die für AIG an den internationalen Derivate-Märkten ein riesiges Rad drehte und dabei am Ende, als die Blase platzte, enorme Verluste aufhäufte, die sich nach Schätzung des Senders ABC auf den unglaublichen Betrag von 500 Mrd. Dollar summiert haben könnten. "Im Prinzip hatten wir es mit einem Hedge-Fonds zu tun, der an eine solide Versicherung angekoppelt war", so erklärte es der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke den Abgeordneten des US-Kongresses.

Die Geschichte von Cassano und seinen Londoner Händlern beginnt Ende der achtziger Jahre, als dem damaligen AIG-Boss Maurice Greenberg das klassische Versicherungsgeschäft zu langweilig wurde. Das war der Beginn des Derivatehandels von AIG, der unter dem harmlosen Namen "AIG Financial Products" firmierte, doch intern bei dem Versicherer unter dem Spitznamen "das Londoner Casino" lief.

Unter der Regie Cassanos, den Ex-Kollegen als hochintelligenten aber auch extrem ehrgeizigen Aufsteiger aus einfachen Verhältnissen beschreiben, stieg AIG in großem Stil in den Handel mit modernen Finanzinstrumenten ein, sogenannten Credit Default Swaps, einer Art Kreditausfallversicherung. Es schien, als hätte Cassano eine Maschine zum Gelddrucken entdeckt. Zwischen 1987 und 2005 warf seine Abteilung fünf Mrd. Dollar Profit ab. Cassano verdiente dabei in nur acht Jahren rund 280 Millionen Dollar. Noch 2007 brüstete sich der Chefhändler mit dem inzwischen berüchtigten Satz: "Es fällt uns schwer, uns auch nur ein einziges Szenario vorzustellen, in dem wir auch nur einen Dollar mit solchen Transaktionen verlieren könnten."

Doch kurz darauf platzte die große Kreditblase. Immer mehr Schuldner konnten ihre Hypotheken und Darlehen nicht mehr tilgen, die darauf basierenden Finanzderivate implodierten. Ratingagenturen stuften AIG herab, Vertragspartner des Konzerns verlangten mehr Sicherheiten, die AIG nicht hatte.

Schließlich musste Cassano seinen Posten als Chef-Investmentbanker aufgeben. Doch weil der Versicherer ihn für die Aufräumarbeiten bei dem Desaster brauchte, blieb er als Berater an Bord - gegen ein Honorar von einer Mio. Dollar monatlich und eine Abfindung von 34 Mio. Dollar. Erst im Oktober 2008 stellte Cassano seine Tätigkeit für AIG ganz ein.

Das Ende der Geschichte ist bekannt. AIG hat allein im vierten Quartal 2008 einen gigantischen Verlust von mehr als 60 Mrd. Dollar angehäuft und musste vom Staat mit bislang 150 Mrd. Dollar gestützt werden. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Ungarn. Noch nie hat eine Regierung so viel Geld eingesetzt, um ein privates Unternehmen zu retten. In London untersucht mittlerweile das Betrugsdezernat, was Cassano und seine Leute im fünften Stock der Curzon Street No. 1 getrieben haben.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/der-herr-uebe…

Und am Ende werden die Finanzbetrüger mit einem Honorar von 1Mio $
pro Monat belohnt.

Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.777.372 von ViccoB. am 16.03.09 19:13:51Sorry, ich weiß nicht, was ich jetzt falsch mache - das Einfügen in die url funktioniert nicht wie sonst.


Also - man nehme den untenstehenden link und lasse das Leerzeichen zwischen dem Doppelpunkt und dem D weg (ohne Leerzeichen entsteht sonst das Grinse-Silie), dann geht's:

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/: Das-Kapital-Also-doch-nicht-pleite/487750.html
@ alle Interessierten,

ich stelle hier nochmals eine Information hinein, die Maraho bereits
veröffentlicht hat, die aber in meinen Augen so wichtig ist, dass
der entscheidende Satz am Ende nicht oft genug veröffentlicht werden kann:


"Finanzkrise


AIG-Milliarden an die Deutsche Bank: Nur eine Anzahlung?
Wilfried Eckl-Dorna

Der schwer angeschlagene US-Versicherer AIG hat in einer Liste aufgeschlüsselt, an wen sie ihre Staatsmilliarden gezahlt hat. Einer der großen Profiteure war die Deutsche Bank: Sie hat 11,8 Milliarden Dollar aus den USA erhalten. Die Liste lässt für Europas Banken beunruhigende Schlüsse zu.


Monatelang hat sich die Führungsspitze der American International Group (AIG) gegen die Herausgabe dieser Namensliste gewehrt. Vor zehn Tagen weigerte sich Fed-Vizechef Donald Kohn vor dem US-Senat noch mit einer Reihe von Argumenten dagegen, die Namen zu beschaffen. Doch am Ende ist der politische Druck wohl zu stark geworden. Am Wochenendes stand AIG erneut im Kreuzfeuer, weil der Konzern seinen Managern trotz der Beinahe-Pleite 165 Millionen Dollar Boni zahlt. Gestern veröffentlichte AIG endlich die Liste jener Geschäftspartner, an die der Versicherer einen Gutteil seiner bisher erhaltenen Staatshilfen von 160 Milliarden Dollar ausschütten musste.

„Wir erkennen die Notwendigkeit, bei der Verwendung von öffentlichen Geldern einen hohen Grad an Transparenz zu bewahren“, heißt es fast schon entschuldigend im ersten Satz der insgesamt sechsseitigen Presseaussendung. Deshalb legt AIG nun „bestimmte Gegenparteien“ bei Kreditausfallsderivaten (Credit Default Swaps), der Verleihung von Wertpapieren und bei Geschäften mit Kommunen offen.

90 Milliarden Dollar gingen direkt an Banken und Kommunen

Und diese Liste hat’s in sich: Von September bis Dezember 2008 hat AIG mehr als 90 Milliarden Dollar an Banken und Kommunen gezahlt – darunter auch einige große US-Banken, die selbst am Staatstropf hängen. Zu den größten Nutznießern der AIG-Zahlungen zählt die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs, die insgesamt 12,9 Milliarden Dollar erhielt. Gleich dahinter folgt die französische Societé Générale mit 11,9 Milliarden, die Deutsche Bank liegt mit 11,8 Milliarden erhaltener Zahlungen auf Platz drei. Stadtverwaltungen in US-Staaten zahlte AIG insgesamt 12,1 Milliarden Dollar aus.

Benötigt hat AIG diese Unsummen, weil seine 400-Mann-Einheit AIG Financial Products (AIGFP) mit Kreditausfallsderivaten riesige Schulden aufgehäuft hat. Im Kern hatte AIGFP die einstmals ausgezeichnete Bonität der Mutter benutzt, um Banken Versicherungen gegen Kreditausfälle anzubieten. Als sich jedoch das Marktumfeld änderte, stand AIG durch die Hebelwirkung dieser Kreditderivate plötzlich vor einem hunderte Milliarden schweren Schuldenberg. Insgesamt drei Mal musste die US-Regierung bislang dem Versicherer unter die Arme greifen, rund 160 Milliarden Dollar hat die AIG-Rettung bislang verschlungen.

22 Milliarden Dollar Cash für CDS-Gegenparteien
AIGs Liste zeigt nun genauer, wofür AIG diese Riesen-Summen benötigte:

22,4 Milliarden Dollar musste AIG den Gegenparteien seiner Kreditausfallsderivate überweisen. Denn AIGs Derivate hatten für den Versicherer einen furchtbaren Haken: Bei einer Verschlechterung des Marktumfelds und der Herabstufung von Bonitätsnoten können Gegenparteien zusätzliche Sicherheiten verlangen – in bar, wohlgemerkt. Das haben sie auch getan: Die Société Générale hat 4,1 Milliarden Dollar erhalten, die Deutsche Bank 2,6 Milliarden, Goldman Sachs strich 2,5 Milliarden Dollar ein.

12,1 Milliarden Dollar zahlte AIG an Kommunen, ein Großteil davon in US-Bundesstaaten. Sie hatten bei AIG eine Art festverzinsliche Wertpapiere, so genannte Guaranteed Investment Agreements (GIA), gezeichnet. Diese Wertpapiere bestehen aus strukturierten Investments, die einen festen Zins garantieren.

12,5 Milliarden Dollar benötigte AIG, um fällig werdende Verbindlichkeiten zu bedienen.

43,7 Milliarden Dollar wurden für Verbindlichkeiten verwendet, die AIG aus dem Verleih von Wertpapieren entstanden waren. Auch hier war die Deutsche Bank ganz vorne dabei: Sie erhielt 6,4 Milliarden Dollar von AIG – nur die britische Barclays Bank bekam noch mehr, nämlich sieben Milliarden. Bei diesen Geschäften hat AIG Wertpapiere verliehen – großteils an Hedgefonds, die diese Papiere leerverkauft hatten. Eigentlich ein sicheres Geschäft, doch auch hier hatte AIG mit dem Feuer gespielt. Denn AIG investierte das Einkommen aus diesem Verleih wiederum in Subprime-Papiere, um höhere Renditen zu erzielen. Doch der Wert der Subprime-Papiere ist seither stark gefallen.

Knapp fünf Milliarden Dollar gab AIG als Eigenkapital an seine Finanzeinheit mit dem unauffälligen Namen Maiden Lane III weiter. Diese wurde von der US-Notenbank und AIG ins Leben gerufen, um AIG aus den toxischen CDS-Geschäften herauszukaufen.

Der letzte Posten der Liste ist eigentlich der spannendste: Denn wie eine weitere Tabelle der Pressemitteilung zeigt, hat die US-Notenbank Fed für Maiden Lane III nochmals Geld bereitgestellt. Insgesamt 27,5 Milliarden Dollar hat das AIG-Finanzvehikel für den Rückkauf von CDS-Kontrakten ausgegeben. Die Liste zeigt auch, mit wem die Verträge rückabgewickelt wurden: An vorderster Stelle steht die Sociéte Générale, der AIG für 6,9 Milliarden Dollar CDS-Verträge zurückkaufte. Danach folgen Goldman Sachs (5,6 Milliarden), Merrill Lynch (3,1 Milliarden) und die Deutsche Bank (2,8 Milliarden).

Rückkäufe sind erst am Anfang

Knapp 30 Milliarden Dollar für Rückkäufe – das klingt eigentlich viel. Doch in Wirklichkeit ist das erst der Anfang. In der Bilanz für 2008 gibt AIG zu, dass Ende 2008 noch immer ein CDS-Portfolio in Höhe von 234 Milliarden Dollar in den Büchern stand. Im Jahr zuvor waren es noch 379 Milliarden Dollar gewesen, AIG hat also schon ein wenig bei den toxischen Wertpapieren abgespeckt.

Für Europas Banken steht da noch einiges auf dem Spiel. Denn das CDS-Portfolio stammt laut Bilanz von Finanzinstitutionen “vor allem aus Europa“. Die nun offengelegten Zahlungen zeigen, dass ein ziemlich großer Teil davon an amerikanische Banken floss. Wie Michael Mandel im Blog Economics Unbound vorrechnet, gingen insgesamt 44 Milliarden der Gelder an US-Banken. Rund 58 Milliarden Dollar flossen an Banken außerhalb der USA, davon ein Großteil an französische und deutsche Banken.

Deutsche Bank hängt offenbar tief im AIG-Schlamassel

Die Deutsche Bank erhielt hierzulande bei weitem die meisten Gelder. Das zeigt deutlich, dass sie im AIG-Schlamassel tiefer drinsteckt als bislang zugegeben. Ganz deutlich sieht man das an der Rangliste der CDS-Rückkäufe. Sie ist ein guter Gradmesser, wie tief die europäischen Banken im AIG-Morast versinken. Denn vermutlich werden die AIG-Mannen zuerst bei jenen angeklopft haben, die am meisten CDS-Verträge eingegangen sind.

Bei den Rückkäufen liegt die Deutsche Bank an vierter Stelle. Doch die Liste täuscht ein wenig, denn US-Banken scheinen bei den Rückkäufen überrepräsentiert. Denn AIGs CDS-Portfolio besteht großteils aus Kontrakten mit europäischen Banken. Damit dürfte die Deutsche Bank nach der Société Generale eigentlich an zweiter Stelle liegen.

USA spielen möglicherweise böses Spiel

Josef Ackermann kann sich nun natürlich drüber freuen, dass er statt deutscher Staatshilfen nun indirekt amerikanische Gelder erhält. Doch dieses Spiel ist brandgefährlich.

[u]Das Rückkauf-Verhalten von AIG gibt einem Gerücht Nahrung, das sich seit Wochen in Finanzkreisen hält. Demnach sollen die Amerikaner angeblich versuchen, ihre eigenen Banken so rasch als möglich aus dem CDS-Schlamassel zu befreien. Sobald sie das erreicht haben, wollen sie AIG angeblich endgültig in die Pleite schicken.

Für Europas Banken wäre das ein Schlag, den sie nur schwer verkraften könnten. Denn wenn AIG Pleite geht, müssten sie ihre gesamten CDS-Kontrakte abschreiben. Das würde die Deutsche Bank in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen.

[/u]

Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/aig-milliarden-an-die…
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.742.038 von Wilbi am 10.03.09 23:33:48>>>Oder bist du ein Brauner, die leugnen, daß ja auch, daß Hitler den 2. Weltkrieg verschuldet und begonnen hat, nach dem Motto: ab 5,30 Uhr wird zurückgeschossen.<<<


Na Wilbi, was gibt es da zu leugnen? Der Führer hat definitiv ab 5,30 Uhr nicht zurück schießen lassen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.776.308 von windei am 16.03.09 17:22:21"Von London aus stürzte der Händler Joseph Cassano den US-Versicherer AIG in den Ruin."

Die wahren Schuldigen sind die Regierungen, die sich so asozial hoch verschulden und immer weitere Schulden zu Lasten der Steuerzahler anhäufen. Alles Andere soll nur ablenken.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.779.444 von Waldsperling am 16.03.09 23:33:43"Na Wilbi, was gibt es da zu leugnen? Der Führer hat definitiv ab 5,30 Uhr nicht zurück schießen lassen."

Natürlich hat er mit diesem Spruch das Deutsche Volk verarscht und belogen.
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.779.569 von heuschrecker am 17.03.09 00:10:54@ heuschrecker,
"Die wahren Schuldigen sind die Regierungen, die sich so asozial hoch verschulden und immer weitere Schulden zu Lasten der Steuerzahler anhäufen. Alles Andere soll nur ablenken."

Selten so einen Blödsinn gelesen.
Wer versucht denn, sich jeden Euro Steuerzahlung zu drücken
und sich mit Steuertricks oder sogar Steuerhinterziehung um
seine Staatsbürgerpflichten zu drücken?
Doch diejenigen, die Parteigänger der Partei der Besserverdiener sind!
Die Folgen: Deutschland nimmt jedes Jahr zig Milliarden (gerüchteweise ist von 16 Mrd. € die Rede)weniger ein als möglich wären!
Gruß Windei
@ alle Interessierten,

das Spielchen: Betrüge deinen Nächsten wie dich selbst, geht in die
nächste Runde, dazu der folgende Auszug aus einem Artikel von
Handelsblatt- 0nline:

Was nun, Mr. Bernanke?

"...Wegen dieser zaghaften Hoffnungsschimmer und weil ihm angesichts eines Leitzinses bei null Prozent kaum etwas anderes übrigbleibt, wird Bernanke weiter Geld in die Banken pumpen. Bis zu 200 Mrd. Dollar sollen ab dieser Woche in das "Term Asset Relief Program" (Talf) fließen. Damit soll der Ankauf von Konsumentenkrediten, Autofinanzierungen und Kleingewerbedarlehen durch private Investoren finanziert werden. Autofinanzierer etwa sollen mit diesem Geld in den nächsten Monaten mit diesen Krediten besicherte Anleihen im Volumen erwerben und so den sogenannten Verbriefungsmarkt wieder in Gang bringen. Darunter versteht man die Verpackung von Krediten in Anleihen, die dann weiterverkauft werden. Vor der Krise stellte dieses System die wichtigste Fremdkapitalquelle der US-Wirtschaft dar. 2008 brach der Verbriefungsmarkt aber um 82 Prozent ein. Die Hoffnung der Fed: Mehr Verbriefungen werden zu bis zu einer Billion Dollar günstigen Krediten führen. Finanzexperten bewerten die Erfolgsaussichten von Talf positiv, aber es gibt auch skeptische Stimmen. Jeremy Anwyl, Chef von der führenden Internetseite für den Autohandel Edmunds.com, befürchtet, dass den Käufern das für den Konsum nötige Vertrauen in die Zukunft fehlt: "Das Problem Nummer eins ist die fehlende Nachfrage, nicht die Kreditversorgung."...
http://www.handelsblatt.com/politik/international/was-nun-mr…

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.781.940 von Wilbi am 17.03.09 12:09:21Der Führer hat definitiv ab 5,30 Uhr nicht zurück schießen lassen."

Ich meine auch, es war 4.30 wg. der Sommerzeit. Kann mich aber irren :laugh::laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.782.051 von windei am 17.03.09 12:21:08da siehst du doch wie bescheiden das system ist.

gesetzte / steuergesetze sind doch ausschließlich für das kleine gemeine volk gemacht.
wenn man jetzt erst merkt, dass da riesige lücken klaffen, so muß ich mich doch arg wundern.
was war denn mit den parteispendenaffäre, mit flick und konsorten
was ist denn mit der großen in frankfurt ansässigen steuerfahndungsbehörde ? na sind doch zig mitarbeiter geschasst worden, weil sie zu gut waren !!!
wer rührt denn da im hintergrund ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.789.808 von Looe am 18.03.09 10:18:10>>>Ich meine auch, es war 4.30 wg. der Sommerzeit. Kann mich aber irren<<< :laugh::laugh::laugh:

1939 gab es in Deutschland keine Sommerzeit.

Vielleicht hat Wilbi um 5,30 Uhr geschossen.

Oder polnische Soldaten.

Zuerst geschossen hat Deutschland um die Zeit auch nicht.

Auch nicht die deutsche Wehrmacht.

Zuerst geschossen hat Schleswig Holstein. Um 4:47 Uhr auf die Westernplatte.

Einfach mal "Fall Weiß" lesen.

Alles klar?
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.797.376 von Waldsperling am 18.03.09 22:18:251939 gab es in Deutschland keine Sommerzeit.


Das wußte ich noch gar nicht. Und ich dachte immer, die hätten wir auch dem Führer zu verdanken. Von dem kam ja doch sonst immer nur Blödsinn. :laugh::laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.797.376 von Waldsperling am 18.03.09 22:18:25Vielleicht hat Wilbi um 5,30 Uhr geschossen. :laugh::laugh::laugh:


Das wußte ich natürlich auch nicht. Aber zuzutrauen wäre es ihm schon. :laugh::laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.739.600 von windei am 10.03.09 18:22:23Buchkritik
Größter Bankraub aller Zeiten
von Jeanne Diesteldorf

René Zeyer hat ihn gefunden, den Schuldigen der Finanzkrise: Alan Greenspan. Der Ex-Chef der US-Notenbank habe mit seiner Niedrigzinspolitik die Welt mit billigen Krediten geflutet und ein Roulettespiel mit zigfach verpackten, hochriskanten Finanzprodukten angestoßen, schreibt der Schweizer Autor.


»Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?«
Bertold Brecht


...und erst gegen die Gründung eines Bankensystems, der FED. Kein Wunder, daß "man" die Abstimmung über die "Kreatur von Jekyl Island" so einzurichten wußte, daß die Mehrheit der Abgeordneten bei der Abstimmung im Kongreß am 23.12.1913 schon in die Weihnachtsferien abgereist war.
@ alle Interessierten,
Die Lage der amerikanischen Wirtschaft scheint dramatisch zu sein.
Ohne Rücksicht auf Verluste versucht die FED eine Implosion des
amrikanischen Wirtschafts- und Finanzsystems zu verhindern. Dazu
der Artikel aus der FTD von heute

"Alle Hemmungen verloren

Um Äußerlichkeiten braucht sich die Fed nicht mehr zu scheren, wenn sie immer mehr private Ramschpapiere als Sicherheit gegen Zentralbankgeld akzeptiert und damit die unverblümte Botschaft sendet, ein neues Subprime-Fass zu öffnen.
Die Fed muss höllisch aufpassen. Nicht nur, dass der Aufkauf von Staatsanleihen schon für sich genommen ein höchst peinliches Signal ist. Das Dilemma besteht vor allem darin, dass die US-Notenbank schnell die Kontrolle verlieren kann. Denn um einen spürbaren Effekt zu erzielen, muss sie ja beträchtliche Summen aufwenden, zunächst 300 Mrd. $ über sechs Monate. Je weiter die Zinsen aber fallen, desto unattraktiver werden die ohnehin erbärmlichen Renditen von US-Staatsanleihen für den Privatsektor - und desto reizvoller wird es für diesen, die erzielten Kursgewinne mitzunehmen.

Sobald der Privatsektor aber auf der Verkäuferseite steht, muss die Fed noch mehr US-Bonds aufkaufen. Das ist zumindest dann der Fall, wenn sie einen Kursrückgang verhindern will, da ein solcher den Privatsektor erst recht in Panik versetzen könnte. Wer Mitte Dezember auf 30-jährige Treasuries gesetzt hat und daher zwischenzeitlich Kursverluste von gut 20 Prozent hinnehmen musste, weiß, was das heißt. Je mehr Anleihen die US-Notenbank aber erwirbt, desto brenzliger wird es für den Dollar - und desto höher wird die Wahrscheinlichkeit einer Flucht aus der inflationierten Leitwährung, die wegen einhergehender Treasury-Verkäufe nur noch mehr Fed-Interventionen erforderlich machte.

Ohnehin wird es für die Fed schwer werden, zu gegebener Zeit aus dieser Nummer wieder herauszukommen - ohne dabei ein Gemetzel am Rentenmarkt auszulösen. Ähnliches gilt für den Ankauf von Hypotheken, den die Fed nun auf 1250 Mrd. $ verdoppelt - und die anderen Liquiditätsprogramme.

Von zwei Seiten in der Zange

Die US-Notenbank wäre daher gut beraten gewesen, den Umweg über das Geschäftsbankensystem zu wählen: dieses weiterhin mit zinslosen Reserven vollzupumpen, auf dass es den US-Staat gleichsam im Auftrag der Fed mit Kredit versorgt. Das hätte den Vorteil, dass diese Politik gleichzeitig zur Genesung der unter sinkenden Zinsspannen und heftig steigenden Kreditausfällen leidenden Geschäftsbanken beitragen würde, die außer im Emissionsgeschäft derzeit ja nicht allzu viel zu tun haben dürften.

Dazu hätte die Fed eine glaubwürdige Drohgebärde aufrechterhalten müssen, in Notfall doch selbst auf dem Bondmarkt einzuspringen, um den Geschäftsbanken die Gewissheit zu vermitteln, vor Kursverlusten geschützt zu werden. Ökonomisch betrachtet ist das zwar auch Gelddrucken, mit entsprechenden Risiken für Dollar, Inflation und die längerfristigen Geschicke des US-Anleihenmarkts. Aber wenigstens wäre es nicht ganz so offensichtlich. Darum indes braucht sich der Emittent der Weltreservewährung nicht mehr zu scheren, wenn er immer mehr private Ramschpapiere als Sicherheit gegen Zentralbankgeld akzeptiert und damit die unverblümte Botschaft sendet, ein neues Subprime-Fass zu öffnen."
as-Kapital-Alle-Hemmungen-verloren/489272.html" target="_blank" rel="nofollow">http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Alle-Hemmungen-verloren/489272.html

Und China und Deutschland sollen dann den immer wertloser werdenden Dollar stützen!
Dreister geht´s nimmer!
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.797.911 von U_47 am 19.03.09 00:17:17@ U_47,
"..und erst gegen die Gründung eines Bankensystems, der FED. Kein Wunder, daß "man" die Abstimmung über die "Kreatur von Jekyl Island" so einzurichten wußte, daß die Mehrheit der Abgeordneten bei der Abstimmung im Kongreß am 23.12.1913 schon in die Weihnachtsferien abgereist war."

Und wenn man bedenkt, dass das EK der Privatinstitution FED nur
54 Mrd. Dollar betragen soll, dann wird deutlich
welch´ genialer Raubzug seit 1913 die Taschen der Wallstreet Banker
(oder besser Banditen?) füllt.
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.798.558 von windei am 19.03.09 08:52:00Weihnachtenfeiern gehört bei denen von der FED ohnehin nicht zur Tradition.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.798.506 von windei am 19.03.09 08:44:15Ohnehin wird es für die Fed schwer werden, zu gegebener Zeit aus dieser Nummer wieder herauszukommen - ohne dabei ein Gemetzel am Rentenmarkt auszulösen. Ähnliches gilt für den Ankauf von Hypotheken, den die Fed nun auf 1250 Mrd. $ verdoppelt - und die anderen Liquiditätsprogramme.

Ach iwo, das ist gar kein Problem. Irgendwann geht der Bernanke mit seinem "Hut" durch`s Land und sammelt das alles wieder ein, das Geld meine ich, die Billionen. das klappt schon, mach dir da keine Sorgen. :laugh::laugh: Hat er doch schon versprochen, der Ben.
@Looe,
"Ach iwo, das ist gar kein Problem. Irgendwann geht der Bernanke mit seinem "Hut" durch`s Land und sammelt das alles wieder ein, das Geld meine ich, die Billionen. das klappt schon, mach dir da keine Sorgen. lachen lachen Hat er doch schon versprochen, der Ben."

Das Spielchen läuft ein bißchen anders: " Über die Inflationierung des Dollar wird jeder Einwohner dieser Welt
an der Schadensbeseitigung zwangsweise beteiligt"

Zentralbanken
Geld drucken, bis der Aufschwung kommt

Von Arvid Kaiser

Die Fed hat ihr altes Pulver mit den Zinssenkungen auf null verschossen. Den Knall braucht sie aber weiter. Mit Billioneneinsatz erfindet die amerikanische Notenbank die Geldpolitik neu. Sie will um jeden Preis eine Deflation verhindern. Doch ob sie viel dazu beitragen kann, ist fraglich.

Hamburg - Es ist ein Ritual, das an absurdes Theater erinnert. "Warten auf Bernanke" titeln Presseagenturen, Nachrichtensender und Wirtschaftsseiten (auch manager-magazin.de) regelmäßig, wenn sich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve unter seinem Vorsitzenden Ben Bernanke trifft. Anders als Godot pflegt Bernanke allmonatlich zu erscheinen. Und dann gibt es auch immer einen Zinsentscheid. Enttäuschung oder Erleichterung lässt sich danach an den Kursen der Aktien und Anleihen ebenso wie an den Mienen auf dem Börsenparkett ablesen.

Absurd ist das Schauspiel seit dem 16. Dezember 2008, als die Fed ihren Leitzins auf null senkte. "Mit dieser Aktion hat die Fed ihr konventionelles Pulver aufgebraucht", heißt es in einem Kommentar von Goldman Sachs Chart zeigen. Tiefer als null können die Zinsen nicht sinken. Die Zentralbank könnte zwar den Geschäftsbanken beim Ausleihen noch Zinsen drauflegen - doch die würden das geschenkte Geld bloß horten.

Bernanke hat klar gemacht, dass er die Nullzinspolitik über lange Zeit durchhalten will, so lange bis der Aufschwung da ist. In dieser Situation müsste eine Sitzung, die als "Zinsentscheid" im Kalender steht, eigentlich ein Nicht-Ereignis darstellen. Null bleibt null, was soll da schon passieren?

Trotzdem löste das Treffen vom Mittwochabend wieder die alten Reflexe aus: Aktienkurse, Goldpreis Chart zeigen und Euro-Wechselkurs Chart zeigen schießen in die Höhe, Anleihenrenditen brechen ein. Analysten feiern einen "historischen" Schritt, gar vom "Rambo-Bernanke" ist die Rede. Grund ist die "unkonventionelle Lockerung", die Bernanke nun betreibt. Die Fed wirft beträchtliche Summen auf den Markt:


2. Teil: Geldbasis der USA wächst um mehr als die Hälfte

Wenn die Programme voll ausgereizt werden, wächst die Bilanz der Fed um weitere 1,15 Billionen Dollar - mehr als die Hälfte des bisherigen Bestands. Im selben Maß wächst zugleich die Geldbasis der Volkswirtschaft. Die Aktion kommt einem Anwerfen der Notenpresse gleich, weil die Fed ihre Käufe mit neu geschaffenem Geld bezahlt. Das schmälert den Wert des Dollars, doch gerade darauf hat es Bernankes Mannschaft abgesehen.
Von Inflationsgefahr will sie nichts wissen, im Gegenteil: Der Ausschuss sehe "einiges Risiko", dass die Inflationsrate auf Jahre zu niedrig bleibe, um Wachstum anzuregen, begründet er seinen Schritt. Der Kampf gegen die Gefahr einer Deflation ist also das Gebot der Stunde. Doch ist der Billioneneinsatz auch wirksam?
Die Ökonomen von Goldman Sachs haben in einer neuen Studie versucht, die Schritte der unkonventionellen Geldpolitik in herkömmliche Zinsschritte zu übersetzen. Demnach bewirkt die jetzige Entscheidung ungefähr so viel am Kapitalmarkt, als wäre der Leitzins um einen Prozentpunkt gesenkt worden. Sehr viel Geld für wenig Effekt also.
"Es braucht eine massive Ausweitung der Bilanz, um die finanziellen Bedingungen spürbar zu erleichtern", heißt es in der Goldman-Studie. Die Experten erklären das mit einem Größenvergleich: Eine Billion Dollar sind viel Geld gemessen an den bisherigen Mitteln der Fed, aber wenig, um den Kreditmarkt zu bewegen, der mehr als 50 Billionen Dollar an ausstehenden Schulden umfasst.
Seit dem Herbst 2008 hat sich die Fed-Bilanz wegen der allmählich begonnenen unkonventionellen Politik bereits um mehr als eine Billion Dollar verdoppelt, eine weitere Billion ist schon eingeplant. Rechnerisch wäre der Leitzins in Amerika jetzt also bei minus 3 Prozent angekommen, wenn die Formel von Goldman Sachs stimmt. Nötig hätte die US-Wirtschaft aber einen Satz von minus 6 Prozent, um wieder auf die Beine zu kommen, schätzen die Forscher der Bank um Chefökonom Jan Hatzius.

Stimmt die Prognose, dann muss die Zentralbank ihren unkonventionellen Einsatz im Lauf der Krise nochmals verdoppeln. Inner- wie außerhalb der Zentralbank wächst die Sorge, dass diese Aktionen nicht nur zu staatlich diktierten Preisen am Kapitalmarkt führen, sondern die Fed auch mit ihren Käufen selbst voll ins Risiko geht, das bisher die Geschäftsbanken überforderte.

3. Teil: Fed kauft "alles außer Ketchup"

Zu den neuen Aktiva der Zentralbank zählen Anteile an Not leidenden Finanzkonzernen wie AIG Chart zeigen, ebenso wie deren Anleihen, inzwischen auch Schuldverschreibungen von Unternehmen (Commercial Papers) und demnächst verschiedene forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset-Backed Securities), die neben Ansprüchen aus Immobilienhypotheken auch solche aus Auto-, Studenten- oder sonstigen Konsumentenkrediten enthalten können. Die Fed kauft den Banken ihre Sorgen ab, um sie zur Kreditvergabe zu ermuntern.

Dieses bereits im November beschlossene, aber erst jetzt anlaufende Billionen-Dollar-Programm namens Term Asset-Backed Securities Loan Facility (TALF) wurde nun noch deutlich ausgeweitet. Die Fed kaufe "alles außer Ketchup", lästert Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.

Mehr noch als diese Hilfsaktionen für gestörte Kreditmärkte war der Kauf der langfristigen Staatsanleihen in der Fed umstritten, Bernanke hatte sich bis zuletzt skeptisch gezeigt. Denn die Treasury Bonds leiden nicht gerade an mangelnder Nachfrage. Seit Beginn der Krise flüchten die Anleger in diesen vermeintlich sicheren Hafen und haben die Rendite kurzfristiger Staatsanleihen - traditionell das wichtigste Investment der Fed - zeitweise bis auf null gedrückt. Von hohen Risikoprämien wie bei vielen Unternehmensanleihen oder im Interbankenhandel fehlt hier jede Spur.

Die Maßnahme, die offiziell "die Bedingungen am privaten Kreditmarkt verbessern" soll, ist nur indirekt zu verstehen: Sie soll den Kauf von Staatsanleihen für Investoren noch unattraktiver machen und sie so in andere Märkte vertreiben, um auch dort das Zinsniveau nach unten zu drücken. Möglicherweise hat Bernanke überzeugt, dass die Bank von England mit dem gleichen Schritt bereits etwas Erfolg erzielt hat. "Dabei könnte auch eine Rolle spielen, dass die übrigen unkonventionellen Maßnahmen zur Stimulierung der Kreditvergabe mehr Zeit erfordern als ursprünglich angenommen", vermutet Kristian Tödtmann von der Dekabank.

Die Kombination aus Nullzinspolitik und Ausweitung der Geldmenge ist längst nicht mehr die Spezialität der Federal Reserve. Die Bank von England, die Bank von Japan und die Schweizerische Nationalbank tun es ihr gleich und werfen munter neue Pfund, Yen und Franken auf den Markt. Nur eine große Institution fehlt noch im Klub der Inflationisten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) konnte sich bislang nur zu einer Zinssenkung auf 1,5 Prozent durchringen, und auch das nur unter lautem Murren der "Falken" im Haus. "Die Fed hat das Staffelholz jetzt an die EZB weiter gegeben. Nun stellt sich die Frage, wann die lossprintet", so Eugen Keller, Analyst beim Bankhaus Metzler.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,614…
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.808.874 von windei am 20.03.09 09:16:27Das Spielchen läuft ein bißchen anders: " Über die Inflationierung des Dollar wird jeder Einwohner dieser Welt
an der Schadensbeseitigung zwangsweise beteiligt"



Das weiß die Welt. Aber sie hat nicht genügend Atomwaffen, um das zu verhindern, um es mal auf den Punkt zu bringen . Wir können den US-EP ( meine Abk. für US-Eliten-Pack)ja nicht den Krieg erklären.:cry: So einfach ist das. Also, was soll`s . Drucken wir halt weiter. Noch 10 Billionen oder 20, 30 40 ist doch völlig legal, illegal-scheißegal. Wird bald keinen mehr interessieren, fürchte ich. Gottseidank müssen die Brüder die Suppe in ihrem Land diesmal selbst mitauslöffeln, ist mein einziger Trost.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.809.148 von Looe am 20.03.09 09:43:47@ Looe,

" Das weiß die Welt. Aber sie hat nicht genügend Atomwaffen, um das zu verhindern, um es mal auf den Punkt zu bringen ."

Viel schlimmer: Über das Weltwährungssystem sind die übrigen
Währungen auf Gedeih´und Verderb´ an den Dollar
gekettet, der sie wie ein Mühlstein ersäufen wird.
Dazu stelle ich auch noch mal einen Artikel hinein, den Dorfrichter bereits heute veröffentlicht hat, danke dafür, denn er ist so extrem wichtig, dass man ihn gar nicht oft genug lesen kann:

"So aktuell wie nie und doch ein "ALTER SCHINKEN" (Dez. 2004)

Veröffentlicht von Prof. Dr. Eberhard Hamer am 02.12.2004 um 9:41 Uhr
Der Welt-Geldbetrug

Der grösste und weitreichendste Wirtschaftsskandal unserer Tage findet zurzeit durch die Manipulationen an den Geld- und Währungssystemen statt. Der Geldbetrug hat erstmalig eine globale Dimension, weil er sich weltumspannend abspielt, von keiner nationalen Regierung deshalb mehr kontrolliert, gestoppt oder verhindert werden kann, und weil er sogar nach den veralteten nationalen Gesetzen formell legal stattfindet. Sicher ist aber, dass der Geldbetrug wie jeder andere Betrug auch nicht langfristig zur Bereicherung der Täter durch Entreicherung der Opfer führen kann, weil kein freies Geldsystem auf Dauer missbraucht werden kann.

Nach der Finanztheorie ist Geld ein legalisiertes Tauschmittel, welches auch zur Wertaufbewahrung dienen soll. Die Ausgabe von Geld war deshalb früher staatliches Privileg (Münzhoheit). Die als Geld umlaufenden Gold-, Silber- und Kupfermünzen hatten staatliche Prägung. Der Staat garantierte also die Reinheit des Metalls und das Gewicht der Münzen, so dass man nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland jederzeit wusste, wieviel jedes Geldstück wert war. So waren die Metallmünzen zugleich Tauschmittel und Dauerwert.

Der Staat musste aber, um Geld ausgeben zu können, Gold und Silber haben. Deshalb war es wichtig, dass zum Beispiel Silberbergwerke in staatlicher Hand waren (Rammelsberg bei Goslar) und auf diese Weise der Staat das Silber für zusätzliche Prägemünzen einsetzen konnte. Umgekehrt wussten die Bürger, dass der Staat nur soviel Geld ausgeben konnte, wie er über Edelmetall verfügte. Der Edelmetallvorrat war also die Basis für das in Edelmetall umlaufende Naturalgeld (Goldumlaufwährung).


Vom Realgeld zum Nominalgeld

Immer wieder haben Fürsten allerdings versucht, sich mehr Geld zu verschaffen, als sie Edelmetall hatten, indem sie den Anteil des Edelmetalls bei den Münzlegierungen verminderten («kippen und wippen»). Das Ergebnis war jeweils, dass die Kaufleute und Bürger das schlechte Geld weitergaben, das gute aber behielten, bis alle Bescheid wussten und das schlechte Geld wieder eingeschmolzen werden musste. Goldumlaufwährungen gab es noch bis zum Ersten Weltkrieg.

Jede Goldumlaufwährung hat allerdings den Nachteil, dass Gold nicht so stark vermehrbar ist, wie die Wirtschaft wächst, dass also eine gewisse deflatorische Geldknappheit stärkeres Wirtschaftswachstum behindern könnte. Deshalb gingen viele Staaten zu einer indirekten Goldwährung über: Sie hatten einen bestimmten Goldschatz und gaben auf dieser Basis staatliche Zentralbanknoten aus, die im täglichen Gebrauch leichter zu transportieren, zu zählen und auch in höheren Summen aufzubewahren waren. Ihr Wert beruhte darauf, dass man die Geldscheine jederzeit bei der Zentralbank vorlegen und in entsprechendes Gold oder Silber umtauschen konnte (Goldkernwährung). Auf diese Weise konnte der Staat sogar mehr Nominalgeld ausgeben, als er an Edelmetall verfügbar hatte, denn üblicherweise bestanden nur wenige Geldscheininhaber auf dem Umtausch ihrer Scheine in Gold. Normalerweise reichte also ein Volumen von weniger als 10% Gold für ein Währungsvolumen einer um 90% höheren Geldscheinmenge.

Das System funktionierte weltweit, weil auch Länder, die selbst keinen Goldschatz hatten, den Inhabern ihrer nationalen Geldscheine einen festen Umtauschkurs zu anderen Währungen garantierten, die ihrerseits wieder einen Goldkern hatten. Solange diese Umtauschgarantie bestand, konnten die Bürger darauf vertrauen, dass sie - wenn auch über doppelten Umtausch - die Geldschein-Nominalwerte in Münzrealwerte umtauschen konnten (Golddevisenwährung), hatten also eine zumindest indirekte Geldwertgarantie.


Vom staatlichen zum privaten Geld

Der entscheidende Schritt weg vom Staatsgeld war 1913 die Gründung des Federal Reserve System in den USA. Obwohl nach der amerikanischen Verfassung eigentlich nur Gold und Silber gesetzliches Geld sein dürfen, hat sich ein von privaten Banken gegründetes Kartell unter Führung der beiden Grossfinanzgruppen Rothschild und Rockefeller eine private Zentralbank geschaffen mit dem Recht, eigenes Geld auszugeben, welches gesetzliches Zahlungsmittel wurde und für welches anfangs noch die amerikanische Zentralregierung garantierte. In dieser privaten Bank wurden nach dem Ersten Weltkrieg die Goldreserven der Welt zusammengekauft, mit der Folge, dass viele andere Währungen ihren Goldstandard nicht mehr halten konnten und in der Deflation zusammenbrachen (erste Weltwirtschaftskrise).

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde deshalb 1944 in Bretton Woods wieder die Einführung eines neuen Golddollarstandards beschlossen. Während des Weltkrieges verlangten die USA für die Bezahlung von Rüstungsgütern Gold von den kriegführenden Nationen. Auch das Gold Deutschlands musste als Kriegsbeute abgegeben werden. So sammelten sich über 30000 Tonnen Gold der Welt allein in den USA - mehr als alle anderen zusammen hatten. Dieses Gold diente als Deckung für die Dollars. Da aber ein grösserer Teil der Dollars in den Zentralbanken der Welt als Reservewährung gehalten wurde, konnten die USA mehr Dollars ausgeben als sie an Goldbasis hatten. Die Länder der Welt brauchten nämlich Dollars, um die Rohstoffe dafür zu kaufen, die nur auf Dollarbasis gehandelt wurden. Neben dem Gold wurde deshalb der Dollar immer stärker in den anderen Zentralbanken zur Hauptwährungsreserve. Die Dollarherrschaft über die Welt hatte begonnen.

1971 kündigte US-Präsident Nixon die Einlösungspflicht des Dollars in Gold (Golddollarstandard) und zugleich die Haftung des Staates für den Dollar auf. Seitdem sind die Dollarnoten weder real durch Gold noch durch Staatshaftung gedeckt, also eine freie private Währung der Federal-Reserve-Bank (FED). Der Dollar und alles andere Geld der Welt sind seitdem nicht mehr werthaltig, sondern nur noch gedrucktes, legalisiertes Zahlungspapier.

Eine durch nichts gedeckte Währung kann zwar durch Gesetz zum amtlichen Tauschmittel erzwungen werden, nicht jedoch zum Mittel der Wertaufbewahrung. Hierzu bedarf es des Vertrauens der Geldinhaber, dass sie ihr Geld langfristig wertgesichert sehen. Der langfristige Kurswert - das Vertrauen - einer freien Quantitätswährung hängt wiederum allein von der Knappheit des Geldes bzw. der Geldmenge ab. Das Problem: Während sich in den letzten 30 Jahren die Gütermenge der Welt nur vervierfachte, hat sich die Geldmenge vervierzigfacht.

Geldmengenvermehrung bedeutet nämlich immer Inflation. Und Inflation bedeutet Geldentwertung. Für dieses Problem wurden drei Lösungswege beschritten:

# Die deutsche Finanzwissenschaft hatte schon bei der Bundesbankgründung eine staatsunabhängige neutrale «vierte Gewalt» für die Bundesbank gefordert, damit diese den politischen Pressionen zum Geldmengenmissbrauch widerstehen könne, damit der Bürger sich also auf die Werthaltigkeit des Geldes verlassen könne. Tatsächlich ist die Bundesbank gesetzlich zur Werthaltigkeit der D-Mark verpflichtet gewesen (Neutralgeldtheorem) und war weitgehend staatsunabhängig. Dies hat dazu geführt, dass die D-Mark als stabilste Währung der Welt immer mehr auch Währungsreserve und bevorzugte Wertanlage wurde.

# Die meisten anderen Staaten haben eine "orientierte Quantitätswährung" bevorzugt. Sie verpflichteten ihre Zentralbanken, die Geldmenge an bestimmten Zielen zu orientieren, wie zum Beispiel Wachstum, Vollbeschäftigung oder anderen. Dies gab der nationalen Politik ausreichend Einflussmöglichkeiten auf die Zentralbank und auf das Geld und hat regelmässig dazu geführt, dass der politische Missbrauch zu entsprechender Inflationierung der Währungen geführt hat. (Beispiel: Frankreich, Italien, Spanien usw.)

# Die meisten Diktaturen der unterentwickelten Länder und das private Federal-Reserve-System dagegen bevorzugten eine «freie Quantitätswährung», also eine Währung, deren Missbrauch durch die Politik oder durch die privaten Zentralbankeigentümer nicht gesetzlich beschränkt wurde. «Freie Quantitätswährung» hat immer «Freiheit zum Missbrauch der Währung» bedeutet und nie langfristig funktioniert.


Vor allem führt ein Nebeneinander von Währungen, die teils von einer unabhängigen Staatsbank in ihrem Wert gehalten werden - wie die D-Mark - oder andererseits von abhängigen Staatsbanken oder sogar von Privatbanken nach deren jeweiligen Zwecken frei manipuliert werden, zu erheblichen Kursspannungen: Weil die Deutsche Mark durch die Bundesbank relativ wertstabil gehalten wurde, andere wichtige Währungen sich dagegen durch Geldmengenvermehrung und Inflation immer stärker wertminderten (Abwertung), versuchen die Geldwertbesitzer naturgemäss, mit ihren längerfristigen Dispositionen in harte Währungen zu gehen und weiche zu meiden.

So wurde die Deutsche Mark in Konkurrenz zum Dollar immer stärker auch Währungsreserve von Wirtschaft und Zentralbanken in der Welt. Vor allem aber wurde an der "harten" Währung deutlich, wie weich eine ständige Geldmengenvermehrung die inflationierten Privat- oder Staatswährungen gemacht hatte. Die der Geldwertstabilität verpflichtete Bundesbank wurde so zum gemeinsamen Störer im Chor der Geldmengenvermehrer und Inflationisten des Weltwährungssystems - kein Wunder, dass dieser Störer durch Abschaffung der Deutschen Mark und Einbindung in eine wieder mehr von der Politik gesteuerte, nicht mehr souveräne Europäische Zentralbank ausgeschaltet werden musste. Kohl hat dafür gesorgt, dass dies «im kleinen Kreise» entschieden wurde, dass die deutsche Bevölkerung über den Verlust ihrer werthaltigen Währung nicht abstimmen durfte ("Wo kommen wir hin, wenn die Bevölkerung über so wichtige Dinge selbst entscheiden sollte?"). Die Bevölkerung hätte nie freiwillig die solide D-Mark geopfert.

Inzwischen hat also keine Währung der Welt noch irgendeine reale Wertgrundlage, hat sich das Geld der Welt von jedem zugrundeliegenden Sachwert gelöst, wird es als Papier hemmungslos neu gedruckt und durch ständige Vermehrung ständig entwertet. Dass die Leute immer noch glauben, das Geldpapier, welches sie in der Hand haben, habe einen festen Wert, liegt daran, dass durch geschickte Manipulation der Devisenkurse ein scheinbares Wertverhältnis vorgespiegelt wird. Diese Devisenkurse werden nämlich von genau den gleichen Gruppen manipuliert, die auch die Geldmengenvermehrung produzieren.

Praktisch hat inzwischen das von der US-Grossfinanz gesteuerte und ihnen gehörende private Federal-Reserve-System Welt-Geldbedeutung erlangt:

# Das FED-Privatgeld Dollar ist schon von der Geldmenge her in der Welt dominierend. Mehr als 75% aller Geldquantitäten sind Dollars.

# Die US-Grossfinanz hat auch die von ihnen kontrollierten Rohstoffmärkte gezwungen, nur in Dollars zu verkaufen. Wer sein Öl nicht gegen wertlose Dollars, sondern gegen Euro verkaufen will, wird zum Terroristen erklärt (Saddam).

# Auch die Zentralbanken der übrigen Länder werden gezwungen, die Dollars in immer stärkerem Masse (Euro-Bank über 90%) als Währungsreserven anzunehmen. Die übrigen Währungen, wie zum Beispiel der Euro, beruhen also in ihrem Wert zu über 90% auf wertlosen, nur durch die Macht und den Willen der US-Grossfinanz gehaltenen Dollar-Papieren.

# Inzwischen wurden sogar die Nationalbanken sanft oder hart (Schweiz) gedrängt, ihre Goldvorräte gegen Dollars abzugeben oder «auszuleihen». Das Gold der Welt hat sich dadurch wiederum wie vor der ersten Weltwirtschaftskrise bei den Eigentümern des Federal-Reserve-Systems konzentriert, so dass ein neuer Goldstandard nur mit deren Willen und nach deren Diktat wieder einzuführen wäre und die FED-Eigentümer mit einer Neufestsetzung des Goldpreises (Greenspan: "Möglicherweise bis 6000 Dollar.") allein dadurch im Falle einer Währungsreform ein Jahrhundert-geschäft machen würden.


Die US-Grossfinanz steuert also über die ihr gehörende FED letztlich das Geld und die Währungen der ganzen Welt. Der Dollar ist privates Geld dieser US-Grossfinanz, von niemandem ausser von ihr garantiert, aber nach Kräften missbraucht, vermehrt und zum Instrument ihrer Weltherrschaft und zum Hilfsmittel für den Raub aller wichtigen Rohstoffe und Sachwerte der Welt missbraucht.

Durch ungehemmte Vermehrung des Dollars hat natürlich die ausgebende US-Gross-finanz unbegrenzte liquide Mittel, mit denen sie die ganze Welt kaufen kann. Aber auch der amerikanische Staat kann durch die Dollarvermehrung mehr ausgeben, als er einnimmt (Schuldenreiterei). Missbrauch des Dollars durch Geldmengenvermehrung ist also sowohl für die herrschende US-Finanz als auch für die von ihr beherrschte US-Administration einseitiger Vorteil. Deshalb hat sich das Dollarvolumen in den letzten 10 Jahren immer schneller vermehrt.

Ebenso haben sich die Schulden des amerikanischen Staates gegenüber dem Ausland drastisch vermehrt. Der US-Staat lässt sich also in immer grösserem Ausmass von der Welt Sachgüter gegen wertlose Scheinchen liefern - die moderne Form der Tribute.

Dass diese ungehemmte Dollarvermehrung nicht längst den Dollarabsturz und zur Zurückweisung des Dollars durch die Kunden geführt hat, ist kluger Regie und Erpressung zu verdanken: Die US-Grossfinanz und die US-Administration zwingen seit Jahren wirtschaftlich und politisch die wichtigen Zentralbanken der Welt (Eurobank, Japan, China und andere), die bei ihnen sich für Exporterlöse oder als Kaufpreise für den Aufkauf von Sachgütern ansammelnden wertlosen Dollars zu behalten und als angeblich werthaltige Devisenreserve zu halten. Praktisch heisst das: Die Zentralbanken in China, Japan und Europa sammeln die für die Sachwertlieferungen ihrer Bürger einkommenden wertlosen Dollars in immer grösseren Beständen als angeblich werthaltige Währungsreserve an. Die Währung der Satellitenstaaten wird also und ist bereits mit immer wertloseren Dollars unterlegt - also praktisch ebenso wertlos geworden. Somit sind alle im gleichen Geldentwertungsboot:
Die Urheber der Geldmengenvermehrung in New York und Washington ebenso wie die Helfer der Geldmengenvermehrung in den Zentralbanken der Satellitenstaaten.

Damit aber hat es der Schuldner USA selbst in der Hand, wie stark er durch offizielle Abwertung des Dollars schliesslich seine Gläubiger entreichern - betrügen - und sich auf deren Kosten wieder entschulden will. Jede Abwertung des Dollars wird vor allem das 80% aller Dollars haltende Ausland entreichern. Dem Schuldner steht es frei, wie stark er seine Schulden abwerten und damit seine Gläubiger betrügen will.

Dem Publikum wird inzwischen allerdings mit manipulierten Kursen und Kurspflege suggeriert, die missbrauchten Währungen und das hemmungslos vermehrte Geld hätten immer noch einen soliden Kurswert.

Würden die Geldbesitzer wissen, dass sie eigentlich nur Papierwert in den Händen haben, alles andere aber von den Manipulationen, den Missbräuchen, der Macht und den Zwecken der US-Grossfinanz abhängt,

# würde die Geldumlaufsgeschwindigkeit wegen Zurückweisung des Geldes stärker steigen,

# würde eine Flucht in die Sachwerte einsetzen,

# und damit eine dramatisch steigende bis galoppierende Inflation beginnen,

# würde die längst geschehene Entwertung der Geldwertanlagen der Bürger (Geldpapiere, Renten, Fonds und andere) sich in einem zweiten Börsencrash auflösen und zusammenbrechen

# und würden ganze Branchen der Finanzindustrie und Finanzdienstleistung unter Haftungsprozessen wegen der Entwertung zusammenbrechen,

# so dass eine Währungsreform unvermeidlich wird.


Noch wird die Illusion des Geldwertes trotz dramatischer Entwertung durch den Zwang eines gesetzlichen Zahlungsmittels künstlich aufrechterhalten. Nutzniesser dieses Systems sind nicht nur die US-Grossfinanz, welche durch ihre FED immer hemmungsloser Dollarmengen in die Welt jagt, sondern auch die dieses Spiel mitbetreibenden Zentralbanken, wie zum Beispiel die Eurobank, die Banque of Japan und andere. Die Vorstände dieser Banken wissen genau, wie wertlos der Dollar inzwischen ist, stützen aber immer noch die gesetzliche Illusion der Zahlungsmittelfunktion des Dollars, haben sogar aus politischen Gründen geschwiegen und die eigene Währung nahezu ausschliesslich mit wertlosen Dollars in ihrer Währungsreserve unterlegt, also ihre Währung praktisch ebenso wertlos gemacht. Würde eine Währungsreform kommen, stünde zum Beispiel die Eurobank ohne Werte da. Das Gold - auch das deutsche Gold - ist mutmasslich nur noch als blosser schuldrechtlicher Rückgabeanspruch vorhanden, nicht mehr aber als Realgold. Es ist zumeist angeblich naturaliter an die private Federal Reserve Bank und von dieser weiter verliehen, also im Zusammenbruch nicht mehr greifbar. Das System lebt davon, dass ein Missbrauch nicht diskutiert und nicht veröffentlicht wird.

Tatsache 1: Die wichtigsten Währungen der Welt sind so hemmungslos vermehrt worden und stehen auf so tönernen Füssen, dass ihre Währungen (Dollar, Euro, Yen und andere) keine echte Wertaufbewahrungsfunktion für die Bürger mehr haben.

Tatsache 2: Auch die Tauschfunktion der Währungen wird nur durch Manipulation und Täuschung über einen angeblichen - aber nicht vorhandenen - Kurswert künstlich aufrechterhalten und ist längst nicht mehr echt.

Tatsache 3: Das Privatgeld (Dollar) der US-Grossfinanz ist längst von allen Bindungen an Sachwerte (Gold) oder einer Geldmengenbindung befreit, hat also nicht nur seine Wertaufbewahrungsfunktion verloren, sondern täuscht auch die Welt nur noch durch weltweite Kursmanipulation über einen scheinbaren Tauschwert des durch hemmungslose Vermehrung entwerteten Privatgeldes. Nur durch diese Täuschung und die Macht der US-Grossfinanz wird noch künstlich "Vertrauen" der Welt in den Dollar suggeriert. Wüssten die Marktteilnehmer dagegen, dass sie mit dem Nominalwert des Geldscheins nur ein wertloses Wertversprechen von Privatleuten in den Händen haben, denen längst nicht mehr zu trauen ist, die ständig ihre Macht, den Geldwert zu manipulieren, missbrauchen, so würde auch das Vertrauen in diese Privatwährung Dollar zusammenbrechen.

Mit dem Geld ist es so wie mit den Aktien. Auch die meisten Aktien sind keine Substanzwerte, sondern nur Hoffnungswerte. Wer in der grossen Aktienhausse glaubte, viel gewonnen zu haben, wurde beim Aktiencrash darüber belehrt, dass die Aktie ausser dem Papierwert nur noch Hoffnung trägt, diese aber leicht schwinden kann. Gewinn oder Verlust im Börsenspiel sind reine Hoffnungswerte, keine Sachwerte. Ebenso ist es mit dem Geld. Einziger Sachwert ist der Wert des Papiers. Alles andere ist Hoffnungswert im Vertrauen auf die korrupten, aber stärksten Finanzmächte der Welt.


Mit Scheingeld zu Sachwerten

Würden die Marktteilnehmer wissen, dass unser Geldsystem letztlich am Privatgeld Dollar und dieses Geld ohne jeden Wertbezug allein an den Manipulations- und Missbrauchswünschen der grossen Finanzoligarchie hängt, dann würden die Menschen ihr Währungsvertrauen verlieren, ihr Geld nicht mehr als Wertaufbewahrungsmittel betrachten, sondern der laufenden Geldentwertung durch Flucht in die Sachwerte zu entgehen versuchen.

Genau dies tun die hinter der FED stehenden Täter der grössten Geldvermehrung aller Zeiten: Sie kaufen mit dem immer wertloser werdenden Geld seit Jahrzehnten alle Sachwerte auf, die sie noch erwischen können: Rohstofflager, Industriekomplexe, Immobilien und jede einigermassen intakte ausländische Kapitalgesellschaft in freundlicher oder feindlicher Übernahme zu fast jedem Preis. Und nicht nur die US-Grossfinanz sammelt die Sachwerte der Welt ein, sondern auch der amerikanische Staat importiert für Fiat-Money (gedrucktes, eigentlich wertloses Geld) seit Jahren mehr Sachgüter aus der Welt, als er bezahlen kann, und verschuldet sich dafür hemmungslos im Ausland - solange die ausländischen Gläubiger noch an den Wert des Dollars glauben oder mit politischer Erpressung gezwungen werden können, die faulen Dollars in ihre Währungsreserven anzunehmen.


Mit Sachwerten zu Monopolen

Die hinter der FED stehende Grossfinanz hat auf diese Weise durch gezielte Sachwert-politik ganze Marktsegmente mit ihren faulen Dollars aufgekauft und zu Marktmonopolen bzw. -oligopolen entwickelt: Diamanten, Gold, Kupfer, Zink, Uran, Telekommunikation, Gasfaserleitungsnetze, Print- und Fernsehmedien, Nahrungsmittel (Nestlé, Coca-Cola), grosse Teile der Rüstungsindustrie und der Luftfahrt usw.

Zurzeit läuft ein Monopolisierungsversuch mit Hilfe der Gen-Manipulation. Genmanipulierte Tiere und Pflanzen sind selbst unfruchtbar. Wenn man also die Genmanipulation flächendeckend durchsetzen kann, müssen alle Bauern einer Firma mit einem Patentmonopol das Gen-Saatgut zu dem von ihr festgesetzten Monopolpreis abkaufen, können sie nicht mehr ihr selbst geerntetes Getreide zur Saat verwenden.

Ein anderes Monopolisierungsspiel läuft zurzeit auf dem Zuckermarkt: Die EU hat ihren Zuckermarkt durch eigene Marktordnung geregelt, um den Bauern die Rübenzuckerproduktion zu erhalten, die für viele von ihnen existenznotwendig ist. Der Rübenzucker ist aber teurer als der in den Tropen wachsende Rohrzucker des US-Kartells. Die der US-Grossfinanzgruppe gehörenden Firmen Nestlé und Coca-Cola verlangen nun gemeinsam mit von ihr abhängigen Wissenschaftern und Politikern eine "Liberalisierung des Zuckermarktes" und betreiben dies über die internationalen Gremien (GATT, Mercosur). Sobald diese Liberalisierung durchgesetzt ist, kann sich der teurere Rübenzucker gegen den billigeren Rohrzucker nicht mehr halten, bricht die europäische Zuckerproduktion endgültig zusammen und wird der Zuckermarkt - anfangs billiger, nachher aber teurer - durch das von der US-Grossfinanz beherrschte Rohrzuckerkartell überschwemmt.

Mit welchen kriminellen Methoden die US-Grossfinanz dabei ganze Branchen in ihre Hand bekommt, zeigt der Fall Primacom: Dieser Kabelnetzbetreiber operiert höchst lukrativ, steht aber schon länger im Visier der US-Grossfinanz (Telekommunikations-Monopolisierung). Diese hat deshalb erst den Vorstand von Primacom unterwandert und dann diesem Vorstand ein Darlehen mit mehr als 30% Jahreszinsen oktroyiert, so dass die eigentlich gut operierende Firma wegen der Zinslasten in Schwierigkeiten geriet und nach Ansicht der US-Bank "jetzt billigst übernahmereif" wurde. Das Spiel geht gerade in die letzte Runde.

Ein ähnliches Spiel hat der Abgesandte der US-Grossfinanz Ron Sommer mit der Deutschen Telekom versucht. Die US-Grossfinanz sammelt alle Telekommunikations-Gesellschaften, um sie weltweit zu monopolisieren. Der Abgesandte Sommer hat dazu eine kleine US-Firma der Telekom zum dreissigfachen Preis (30 Mia. US-Dollar) von der US-Grossfinanz gekauft, damit diese aus eigenem Vermögen der Telekom diese aufkaufen konnte. Der zweite Schritt war, die Telekom-Aktien billig zu machen, damit der US-Investor sie billig bekam. In diesem Spiel ist allerdings Ron Sommer über seine Grenzen gegangen und gescheitert. Dies wird aber die US-Grossfinanz in ihren Übernahmeplanungen nur zurückwerfen, nicht hindern. Privatisierung und Aufkauf der Telecom gehen planmässig weiter.

Ein gleiches Spiel vollzieht sich auch auf dem Welt-Energiemarkt, in Deutschland offensichtlich mit EON und RWE, wobei die US-Grossfinanz bereits eigene Vertrauensleute in die für die Übernahmekandidaten entscheidenden Banken und Vorstände entsandt hat. In 20 Jahren will die US-Grossfinanz auch das Wasser der Welt - nach Aussage ihres Vertreters Brzezinski - monopolisiert haben.


Mit Sachwerten zur Währungsreform

Deutet man den Fahrplan der Welt-Grossfinanz richtig, so soll die Geldmenge so lange vermehrt und entwertet werden, bis damit alle wichtigen Sachwerte der Welt aufgekauft und monopolisiert worden sind. Die Grossfinanz ist klug genug zu wissen, dass ihre Geldmengenvermehrung nicht unerkannt bleibt und irgendwann das Vertrauen in den inflationierten Dollar schwindet. Ein Ausbruch der Vertrauenskrise wird die jetzt noch beherrschte, schleichende Inflation zur galoppierenden offenen Inflation machen, die zwangsläufig in eine Währungsreform einmünden muss.

Dies aber ist genau der Vorteil sowohl der Grossfinanz als auch der USA:
# Die Grossfinanz hat mit den faulen Dollars vorher ausreichend Sachwerte gekauft, wird also von der Währungsreform mit ihren Sachwerten nicht mehr betroffen, hat sich rechtzeitig aus dem faulen Geld in werthaltiges Vermögen verlagert. Da sie in vielen Bereichen inzwischen Weltmonopolstellungen erreicht hat, kann sie sogar die Welt jederzeit mit Monopolpreisen zu Sonderabgaben heranziehen. Nicht mehr Steuern sind dann das Einkommen der Welt-Herrscher, sondern Monopolerträge. Niemand kann die Grossfinanz hindern, die Preise für Gold, Diamanten, Kupfer, Zink, Eisenerz, Wasser, Saatgut oder Energie um 10, 20 oder 30% anzuheben und auf diese Weise die gesamte Weltbevölkerung zu Sonderabgaben heranzuziehen. Noch nie hat es eine solche Finanzmacht der Welt gegeben, noch nie war sie für die Gesamtbevölkerung der Welt so gefährlich.

# Listigerweise hat die US-Grossfinanz die faulen Dollars überwiegend ins Ausland gebracht. Mehr als Dreiviertel der gesamten Dollarbestände sind nicht mehr in den USA, sondern sind bei den Gläubigerstaaten der USA. Die USA haben sich nämlich in den vergangenen Jahren immer kräftiger gegenüber dem Ausland verschuldet. Das Ausland hat Güter geliefert (Sachwerte), dafür aber wertlose Dollars bekommen. Alle Zentralbanken sind voll mit faulen Dollars. Werden diese nun plötzlich entwertet, trifft der Schaden zu mehr als Dreiviertel die Zentralbanken, Banken, Staaten und Marktteilnehmer ausserhalb der USA. Dann rächt sich, dass die Europäischen Zentralbanken ihr Gold gegen faule Dollars abgegeben und dafür immer ausschliesslicher Fiat-Money als Basis (Währungsreserve) für die eigene Währung, zum Beispiel Yen oder Euro, eingesetzt haben. Bricht also die Leitwährung Dollar zusammen, werden zwangsläufig auch die Satellitenwährungen mit zusammenbrechen, deren einzige Basis ein Bestand an faulen Dollars ist. Mit anderen Worten: Die sich abzeichnende Währungsreform des Dollars zieht zwangsläufig eine Weltwährungsreform aller Währungen nach sich, für welche der faule Dollar jetzt noch Hauptwährungsreserve darstellt.


Dass aber jede pausenlose Vermehrung eines Privatgeldes - des Dollars - durch die der US-Grossfinanz gehörende Federal Reserve Bank zur Aufweichung der Dollar-Währung zu immer stärkerer Inflation und schliesslich zur Währungsreform führen muss, ist finanzwissenschaftliches Grundwissen und dürfte nicht einmal Greenspan und seinen Mittätern zweifelhaft sein.


Durch Währungsreform zur Weltwährung

Greenspan hat in einer Rede unvorsichtigerweise geäussert, dass "wohl bis 2007 eine grundsätzliche Dollar-Korrektur anstehe und dass man dann zweckmässigerweise den Dollar und den Euro zum `Euro-Dollar` einer neuen Welt-Währung vereinigen könnte". Das macht aus Sicht der US-Grossfinanz Sinn, denn längstens bis 2007 sind die Dollar-Missbräuche noch durchzuhalten, bis dahin dürfte längstens das Vertrauen der Welt in diese hemmungslos vermehrte, immer wertloser gewordene und nur noch künstlich aufrechterhaltene Privatwährung der US-Grossfinanz halten. Irgend etwas wird also in nächster Zeit mit dem Dollar geschehen. Würde dann der Dollar mit dem Euro zur Welteinheitswährung, würden damit für die US-Grossfinanz wichtige Ziele erreicht:
# Eine neue Währung bietet die Möglichkeit, die alten Währungsschulden abzuwerten und damit die Gläubiger, die noch alte Währung haben, entsprechend zu entreichern. Wenn eben ein neuer Euro-Dollar 20 alte Dollar oder 15 Euro wert ist, sind die alten Währungen entsprechend abgewertet, sind die Gläubiger in alter Währung entreichert, hat sich das Spiel für die privaten Geldausgeber gelohnt.

# Vor allem würde damit der US-Staat ebenfalls entschuldet: Seine jetzige Auslandsverschuldung von 5200 Mia. Dollar würde bei 50%er Abwertung nur noch 2600 Mia. Euro-Dollar betragen.

# Geschädigt werden alle Inhaber von Alt-Dollars, deren Bestände um 50% oder sogar 90% abgewertet werden. Dies gilt insbesondere für die Zentralbanken von China, Japan und Europa mit ihren hohen Dollar-Währungsreserven.

# Das Hauptziel der US-Grossfinanz ist aber, auf diese Weise eine Weltwährung zu erreichen, über die sie wiederum selbst herrschen. In einem Euro-Dollar-System würde zwangsläufig das der US-Grossfinanz gehörende Federal Reserve System eine Mehrheit haben, also die US-Grossfinanz dann auch mehrheitlich das neue Währungssystem beherrschen. Dazu auserwählt ist die BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich), eine private Organisation, deren Anteile mehrheitlich bereits von der US-Grossfinanz heimlich aufgekauft worden sind. Würde also die BIZ neue Zentralbank der Euro-Dollar-Währung, sind zufälligerweise wieder die gleichen Privateigentümer Haupteigentümer dieser neuen Zentralbank, die vorher auch Eigentümer der FED waren. Sie könnten dann das gleiche Spiel freier Geldausgabe nach eigenem Belieben, das sie mit dem Federal Reserve System bisher machen, wieder auf höherer Ebene - und dazu auch noch durch Währungsreform entschuldet - erneut -betreiben. Die bisherige Welt-Geldmengenvermehrung, der grosse Geldbetrug gehen dann in der Währungsreform unter. Ein neues System würde den alten Tätern wieder eine neue Währung in die Hände spielen und ihnen damit das neue Spiel mit der Weltwährung Euro-Dollar 20 bis 30 weitere Jahre erlauben.


Die US-Grossfinanz hätte also auf diesem Wege durch Geldbetrug nicht nur die Sachwerte der Welt bei sich monopolisiert - darunter so existenzwichtige Bereiche wie Saatgut, Nahrungsmittel, Wasser, Energie und Metalle, sondern darüber hinaus wiederum ein Währungsmonopol zur eigenen Bedienung, nach eigenem Belieben geschaffen - eine Geldvermehrungsmaschine wie den Dukatenesel im Märchen.

Auch mit Veröffentlichung dieses Geldbetrugssystems wird kein Aufschrei durch die Welt gehen. Man wird dies als "Verschwörungstheorie" oder als "Antiamerikanismus" oder sogar als "Antisemitismus" (Rothschild) abtun oder solche Veröffentlichungen ganz zu verhindern versuchen, denn immerhin gehören der US-Grossfinanz auch wesentliche Teile der Print- und Bildschirmmedien überall in der Welt.

Das Spiel zu durchschauen ist aber wichtig für Menschen, die durch dieses Spiel Verluste erleiden könnten. Wer also Finanzvermögen hat, sollte zuhören bzw. lesen.

Verlierer bei dem grossen Spiel der Finanz-oligarchie sind solche Marktteilnehmer in der Welt, welche dem Geld zuviel Vertrauen entgegenbringen, welche immer noch glauben, dass Geld über seine blosse Tauschfunktion hinaus auch noch Wertaufbewahrungsmittel sei. Die laufende Geldentwertung der vergangenen 40 Jahre hat offenbar die Menschen nicht klug gemacht. Sie wird in den nächsten Jahren galoppieren bis zum bitteren Ende, weil sie nämlich ein einseitiger Vorteil der Täter ist. Wer also auf langfristige Wert-erhaltung seines Vermögens Wert legt, kann nicht in Geldwerten, nicht in Versicherungsverträgen, nicht in Renten und nicht in Bargeld bleiben, er muss in Sachwerte gehen, wie dies die Grossfinanz selbst vorgemacht hat.


Strategieziel des Welt-Geldbetruges

Soweit von aussen her erkennbar, hat die US-Grossfinanz ursprünglich nur das Ziel gehabt, die US-Währung zu beherrschen und damit den US-Markt nach eigenem Willen manipulieren zu können. Diesem Ziel diente das private Zentralbanksystem FED. Als US-Präsident Kennedy ein Gesetz eingebracht hatte, dieses Privatfinanzsystem zu verstaatlichen, starb er eines plötzlichen Todes. Wer immer an diese Privatgeldmöglichkeiten der US-Grossfinanz rührte, verlor dabei Vermögen oder Leben.

Inzwischen aber sind die strategischen Ziele der US-Grossfinanz über die nationale Dimension weit hinausgewachsen. Ihr Ziel ist das globale private Geldsystem, welches sie mit der Vorherrschaft ihres Privatdollars und seiner Durchsetzung als Hauptwährungsreserve überall in der Welt weitgehend erreicht haben und nur noch mit einer Weltwährung - Euro-Dollar - formalisieren müssen.

Wenn wir also einen zweiten Missbrauch des Welt-Geldsystems zugunsten privater Grossfinanzgruppen und überhaupt den Missbrauch der Geldmengenwährungen verhindern wollen, muss jede Währung vor jedem öffentlichen oder privaten Missbrauch, vor jeder Deflations- und Inflationsmanipulation gesichert werden.

Das ist sicher nicht erreichbar, wenn man die Währung der privaten Grossfinanz überlässt. Sie wird die Missbrauchsmöglichkeit wieder nutzen und wieder zum eigenen Vorteil mit Geldmengenvermehrung die Welt betrügen und ausbeuten.

Die Erfahrungen haben aber auch gezeigt, dass die meisten Regierungen ihre Währungen ebenso missbrauchen, wenn sie die Möglichkeiten dazu haben, wenn sie also Einflussmöglichkeiten auf die Zentralbank und ihre Geldmengenpolitik haben.

Es gilt also, aus den Missbräuchen der öffentlichen Hände und der privaten Gross-finanz die Währungen so unabhängig zu machen, dass privater und öffentlicher Missbrauch ausgeschlossen werden.

Sicher ist eine auf Gold basierende Währung nicht so leicht zu manipulieren wie eine blosse Quantitätswährung. Die Probleme jeder auf Gold basierenden Währung liegen aber in der Verfügbarkeit von Gold, nachdem die US-Grossfinanz den grössten Teil des Weltgoldvorrates in ihre Hände bekommen hat. Sie würde also mit jeder Art einer auf Gold basierenden Währung wiederum Gewinner und Ausbeuter werden können.

Bleibt also nur die Lösung einer Quantitätswährung. Diese Quantitätswährung darf aber nicht frei, willkürlich bestimmbar bleiben, sondern muss an dem Neutralgeldziel orientiert werden. Die Geldmenge darf also nicht stärker wachsen als die Gütermenge. Aus dem monetären Sektor dürfen nicht wieder inflatorische oder deflatorische Effekte auf die Währungen und die Weltwirtschaft ausgehen.

Dies ist nur mit streng neutralen und so unabhängigen Zentralbanken erreichbar, dass sie gleichsam die "vierte Gewalt" darstellen, nicht in privater Hand liegen und nicht durch Regierungen beeinflusst werden können. Das Urmodell der Deutschen Bundesbank vor ihrer Kastration in die Euro-Bank kam dieser Unabhängigkeit sehr nahe.

Die kommende Währungsreform bietet eine einmalige Chance, die Täter, ihre Währungsmanipulationen und ihre Missbräuche zu brandmarken und damit eine allgemeine öffentliche Zustimmung zu einem weder von der privaten Grossfinanz noch von den Regierungen mehr beeinflussbares Zentralbankensystem zu schaffen. Dies wäre eine Jahrhundertchance.

Verhindert werden könnte ein unabhängiges Zentralbankensystem vor allem von der Grossfinanz, welche über die ihr schon gehörende BIZ bereits die Weichen für eine neue Übernahme des nächsten Zentralbanken- und Währungssystems gestellt hat. Deshalb tut Aufklärung not, um der Bevölkerung, Wirtschaft und Politik die Gefahr des Monopolkapitalismus nicht nur für die derzeitige Währung, sondern auch für ein neues Währungssystem aufzuzeigen.


© Prof. Dr. Eberhard Hamer
@ alle Interessierten,
also nun werden wir langsam publizistisch auf ein neues Währungssystem vorbereitet:

"Renaissance für Bretton Woods?
Uno-Ökonomen für neues Währungssystem
von Ulrike Heike Müller (Berlin)

Die Die Uno-Entwicklungsorganisation Unctad favorisiert die Rückkehr zu festen Wechselkursen. Sie gibt dem Chaos an den Devisenmärkten eine Mitschuld an der Krise.


"Mehrseitige oder sogar weltweite Wechselkursvereinbarungen sind nötig, um zu globaler Stabilität zurückzufinden", schreiben die Unctad-Volkswirte in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Neben der laxen Regulierung des Finanzsektors sei das Fehlen fester Regeln zum Gegensteuern bei Währungsschwankungen verantwortlich für die derzeitige Krise rund um den Globus.

Damit knüpft die Unctad an eine Forderung des britischen Premiers Gordon Brown, von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und Jean-Claude Trichet, dem Chef der Europäischen Zentralbank, an. Sie plädierten für ein neues "Bretton Woods", damit Finanzkrisen gar nicht erst entstehen, zumindest aber glimpflicher ablaufen als die aktuelle. Seit vergangenem Oktober hat die Troika ihre Forderung allerdings nicht wiederholt.

Im Abkommen von Bretton Woods aus dem Jahr 1944 verpflichteten sich 29 Länder unter anderem, ihre Währungen zu einem festen Kurs an den Dollar zu binden. Wichen die Kurse am Markt zu stark von den Vorgaben ab, mussten die Staaten mit Devisenkäufen oder -verkäufen intervenieren. Das System brach 1973 zusammen, weil die USA seit Mitte der 60er-Jahre den Vietnamkrieg zunehmend mit der Notenpresse finanziert hatten. Der Dollar geriet unter Abwertungsdruck, was die anderen Staaten wegen ihrer Interventionspflicht in die Bredouille brachte. Seitdem dominieren weltweit freie Wechselkurse. Der Unctad-Studie zufolge haben freie Kurse "ungezügelte Spekulationen" ermöglicht. Seit Sommer 2007 hat zum Beispiel der japanische Yen gegen die isländische Krone um 60 Prozent aufgewertet. Eine Aufwertung verteuert Ausfuhren und drückt die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen.
Die Ökonomen kommen zu dem Schluss, die meisten Versuche einzelner Länder, ihre Wechselkurse einseitig zu stabilisieren, seien gescheitert. Immer mehr Entwicklungsländer versuchten, ihre Währungen auf relativ niedrigem Niveau zu stabilisieren. Das führe zu beträchtlichen Überschüssen in der Leistungsbilanz sowie zum Anhäufen riesiger Dollar-Reserven. "Diese Praxis wird weitgehend als suboptimal angesehen." Ein Ausweg ist der Unctad zufolge ein "regelbasiertes globales Finanzsystem, das gleiche Bedingungen für alle Beteiligten schafft". Die Voraussetzung dafür seien feste Wechselkurse. "Ein fester Wechselkurs auf einem angemessenen Niveau ist entscheidend für einen erfolgreichen Außenhandel, Wachstum, Beschäftigung und den Aufholprozess der Entwicklungsländer", heißt es in der Studie, die Unctad-Chefvolkswirt Heiner Flassbeck leitete. Er war Staatssekretär unter Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine (SPD). Das ist nach Meinung von Flassbecks Team auch bei einer "relativ freien Bewegung" von Kapital möglich. Eine globale Institution müsse die Führungsrolle übernehmen. Das könnte der Internationale Währungsfonds sein - der dann allerdings grundlegend umgebaut werden müsste. Oder eine neu zu schaffende globale Organisation. Zudem müsste sich die Staatengemeinschaft auf Leitwährungen verständigen. Gegen diese Währungen seien die Wechselkurse der andockenden Länder stabil.

Die führende Organisation in diesem System ist den Unctad-Ökonomen zufolge für die Festlegung der Regeln bei notwendig werdenden Anpassungen der nominalen Wechselkurse in den Mitgliedstaaten verantwortlich. Solche Interventionen sollten von den Betroffenen zu gleichen Teilen übernommen werden, wobei die Kosten oder Erlöse dieser Aktionen unter allen Beteiligten geteilt würden. Im Krisenfall wäre die führende Organisation auch für die Versorgung der betroffenen Mitglieder mit Liquidität verantwortlich. Den Genfern ist klar, dass ihr Vorschlag in den aktuellen Wirren auf der politischen Bühne keine Priorität genießt. Aber sie appellieren: "Wenn jedes Land und jede Regierung einräumt, dass die weltweite Krise vor allem eine systemische ist, dann ist eine globale Lösung weniger utopisch, als sie klingt."

http://www.ftd.de/politik/international/:Renaissance-f%FCr-B…
"]Eine globale Institution müsse die Führungsrolle übernehmen. Das könnte der Internationale Währungsfonds sein - der dann allerdings grundlegend umgebaut werden müsste. Oder eine neu zu schaffende globale Organisation."
Und Amerikaner und Juden haben darin wieder das Sagen.
Nach diesem Desaster keinen Bock mehr drauf!!

Gruß Windei
@ alle Interessierten,
Raubzüge in kleinerem Maßstab halten die amerikanischen Behörden
auf Trab

Nach dem Madoff-Skandal
US-Aufsicht sieht "Schneeballitis"

Ein Betrüger kommt selten allein: Nachdem Bernard Madoff mit seinem Milliardenschneeballsystem Schlagzeilen machte, fliegt in den USA eine ähnliche Betrügerei nach der anderen auf. Die zuständige Aufsicht ist schon genervt.


Bernard Madoff hat nach Ansicht von Bart Chilton, Commissioner bei der amerikanischen Terminmarktaufsicht CFTC, viele Nachahmer: Der mutmaßliche Jahrhundertbetrüger, der Anleger im Rahmen eines gigantischen Schneeballsystems um 68 Mrd. $ geprellt haben soll, finde sich in vielen Orten der Vereinigten Staaten in kleinerem Maßstab wieder.

"Es grassiert eine zügellose 'Schneeballitis'. Allein im vergangenen Monat jagten wir Betrüger in Pennsylvania, New York, North Carolina, Iowa, Idaho, Texas und auf Hawaii", sagte Chilton am Freitag. Auf Englisch sprach Chilton von "Ponzimonium" - in Anspielung auf Charles Ponzi, einen der Urväter des Schneeballsystems.
Fast jeden Tag ein neuer Ponzi

Fast täglich verhängt die CFTC neue Strafen. Das lässt sich aus den veröffentlichten Mitteilungen der Behörde ablesen. In den meisten Fällen handelt es sich um zweistellige Millionenbeträge. Ein paar Beispiele aus dem laufenden Monat: Am 18. März klagte die Aufsicht den Devisenhändler Barki LLC für ein Schneeballsystem im Umfang von 40 Mio. $ an. Am 12. März fror sie die Vermögenswerte von Centurion Asset Management in Las Vegas ein. Hier soll es um 20 Mio. $ gehen. Am 5. März ging die Behörde gegen CRW Management aus Texas vor. Der Vorwurf: Der Vermögensverwalter Ray M. White soll 250 Investoren um mindestens 10,9 Mio. $ gebracht haben. Ebenfalls in Form eines Ponzi-Tricks.

Manchmal nehmen die Betrügereien auch Madoffsche Dimensionen an - zumindest annähernd. Im Fall von Stephen Walsh und Paul Greenwood stehen insgesamt 1,3 Mrd. $ auf dem Spiel. Über zahlreiche Firmen wie Westridge Capital, WG Trading Investors oder WGIA sollen die beiden selbsterklärten Finanzexperten 553 Mio. $ in die eigene Tasche abgezweigt haben. Beim Verwendungszweck würde selbst Madoff staunen: Walsh und Greenwood sollen unter anderem Steiff-Teddybären für 80.000 $ gekauft haben.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Nach-dem-…

Gruß Windei
@ alle Interessierten,

die durch die Exzesse der Bankster ausgelöste Finanzkrise scheint
sich noch einmal verschärft zu haben. Darauf deuten Äußerungen
des Bundesbankpräsidenten Weber hin.
Hierzu der Handelsblatt-Artikel:

"Der Bundesbankchef und die Trümmerfrauen
von Thomas Hanke

Kein "Weiter so" auf den Finanzmärkten: Mit scharfen Worten hat sich Bundesbankpräsident Axel Weber gegen die Meinung gewandt, die derzeitige Finanzkrise sei mit einigen kleineren Korrekturen zu bewältigen. In der Hertie School of Governance in Berlin dominierte Weber eine in dieser Form seltene Debatte.
Fand klare Worte: Bundesbankpräsident Axel Weber.

BERLIN. Bundesbankpräsident Axel Weber hat sich am Freitag bei einer Diskussion über die Finanzkrise in Berlin mit scharfen Worten gegen die Illusion gewandt, "es könne ein munteres 'Weiter so' an den Finanzmärkten geben." Die Entwicklung sei so dramatisch, dass es mit einigen kleineren Korrekturen nicht getan sei. Alles, was derzeit zur Verbesserung der Regulierung und der Aufsicht laufe, falle noch in eine erste Phase des Aufräumens und des Nachsteuerns. Es sei kein Zufall, dass deshalb "der Begriff der Trümmerfrauen fällt".

Daran müsse sich aber eine viel umfassendere Reorientierung anschließen: "Die Exzesse waren so stark, das wir viel grundsätzlicher rangehen müssen. Die Finanzmärkte der Zukunft werden nicht mehr allzuviel mit denen der Vergangenheit zu tun haben". International werde man eine neue Balance zwischen Regulierung und Freiheit der Märkte finden müssen. Der G20-Gipfel in London Anfang April werde dazu weitreichende Beschlüsse fassen.

Weber diskutierte in der Hertie School of Governance mit Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, der Professorin Beatrice Weder di Mauro vom Sachverständigenrat, HRW-Aufsichtsratschef Michael Endres und Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf. Weber dominierte die in dieser Form seltene Debatte. Sowohl was die Erklärung der Krise angeht als auch im Hinblick auf die notwendigen weiteren Schritte kamen die wichtigsten Beiträge von ihm. Ungewöhnlich locker und selbstironisch für einen Bundesbankchef verwies er darauf, dass Geldpolitik selten mit Beifall begleitet werde, deshalb brauche man "eine Statur wie meine, um den Job machen zu können" - ein Hinweis auf seine beachtliche Größe und sein stabiles Aussehen.

Bei den Zinsen in der Eurozone sieht Weber noch Spielraum nach unten. "Ich schließe nicht aus, dass wir die Zinsen weiter senken werden", sagte er. Es sei auch möglich, dass die Europäische Zentralbank, deren Rat er angehört, neue Refinanzierungsoperationen starte mit dem Ziel, die Refinanzierungsbedingungen am Interbankenmarkt zu normalisieren. Es sei eine "unabdingbare Nebenbedingung unserer Geldpolitik", dass die Banken Zinssenkungen an die Wirtschaft und an die Haushalte weitergäben. "Es ist jetzt fünf vor zwölf, wenn die Banken es nicht machen, müssten die Notenbanken notfalls selber die Kreditversorgung sicherstellen", warnte Weber. Allerdings sei dieser Punkt noch ein gutes Stück entfernt, die Kreditversorgung der Wirtschaft nicht gefährdet.

Weber verlangte von der Politik, den Notenbanken ein neues Instrumentarium für Eingriffe zur Verfügung zu stellen. Es sei nicht damit getan, die Notenbanken zu mehr und besserer Frühwarnung aufzufordern: "Wir müssen wirkungsvoll eingreifen können, da darf man politisch nicht zu kurz springen."

Den deutschen Banken warf er vor, "auf jedes Risiko draufgesprungen" zu sein, "das global unterwegs war". Weil der heimische Kreditmarkt nur schwach wuchs, hätten sie sich international auf übermäßig riskante Produkte eingelassen. Enders sekundierte an dieser Stelle: Die Banker hätten ihre ureigenste Aufgabe vernachlässigt, Risiken zu bewerten und sich blind auf das Urteil der Ratingagentruen verlassen, und das "bei Produkten, die sie nicht verstanden haben."

Mit einem Seitenhieb auf Weder di Mauro, die in einem Zeitungsartikel die staatliche Rettungsaktion für die Hypo Real Estate (HRE) und die Systemrelevanz der Bank infrage gestellt hatte, sagte Weber: "Niemandem, der bei gesundem Menschenverstand ist, würde ich raten, die HRE in Insolvenz gehen zu lassen. Das würde einen neuen Flächenbrand in Deutschland und auf den internationalen Märkten auslösen". Asmussen bezeichnete den G20-Gipfel in London als "Zwischenschritt", danach müsse die Arbeit weitergehen auf der Ebene unterhalb von Staatschefs und Ministern: "Die eigentliche Kärrnerarbeit beginnt dann erst."

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/d…

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.816.176 von windei am 20.03.09 22:46:09@ alle Interessierten,
Die Lage der amerikanischen Wirtschaft scheint dramatisch zu sein.
Ohne Rücksicht auf Verluste versucht die FED eine Implosion des
amrikanischen Wirtschafts- und Finanzsystems zu verhindern. Dazu
der Artikel aus der FTD von heute


Hallo windei,

diese Konkursverschlepper sind schlichtweg Pleite:

hier der Link:

http://www.marketskeptics.com/2009/03/fed-is-planning-15-fo… - mal ein paar Auszüge:
The fed is planning moves that would more than double its balance-sheet assets by September to $4.5 trillion from $1.9 trillion. Whether expressing approval or concern over the fed’s intentions, most commentators fail to understand the real magnitude of the projected expansion of the US monetary base because they don’t take into account the amount of dollars circulating abroad.

At least 70 percent of all US currency is held outside the country, and this means the US monetary base is considerably smaller than the fed’s overall balance sheet. Take, for example, the true US domestic money supply at the beginning of September 2008, before the fed started its quantitative easing. From the Federal Reserve’s website, we know that currency in circulation was 833 Billion. This translates as 583 Billion dollars circulating abroad (70 percent), and 250 Billion dollars circulating domestically (30 percent). Since the bank reserve balances held with Federal Reserve Banks were 12 billion, that gives us a 262 Billion domestic monetary base as of September 2008. Now compare that to the projected US domestic monetary base for September 2009 which is 3,818 billion (4,500 billion – 583 billion (dollars circulating abroad) – 99 billion (other fed liabilities not part of the money supply)). The fed’s planned balance sheet expansion results in a 15-fold increase in the base money supply.

262 Billion = US monetary base as of September 2008 (minus dollars held abroad)
3,818 Billion = projected US monetary base in September 2009 (minus dollars held abroad)

3,818 Billion / 262 Billion = 15-Fold Increase in US monetary base
This is a staggering devaluation of the US currency! It means that for every dollar in America in September 2008, the fed is going to created fourteen more of them! Below is a rough sketch of what this Increase in US monetary base would look like:

This 15-Fold Increase will be impossible to reverse
Next September, when the fed realizes it has gone too far and tries to reverse its balance sheet expansion, it will be unable to do so. The realities which will hinder the fed’s control of the money supply are: und so weiter, lies mal den Original-Text-einfach erschütternd ! Wer mit denen im Boot sitzt, wird wohl mit untergehen.

"]Eine globale Institution müsse die Führungsrolle übernehmen. Das könnte der Internationale Währungsfonds sein - der dann allerdings grundlegend umgebaut werden müsste. Oder eine neu zu schaffende globale Organisation."
Und Amerikaner und Juden haben darin wieder das Sagen.
Nach diesem Desaster keinen Bock mehr drauf!!


Ich habe die Schnauze auch gestrichen voll, ist zwar politisch nicht korekt, entspricht aber der Wahrheit.
:cry:
Dir eine gute Nacht Gruß Looe
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.818.889 von Looe am 21.03.09 22:29:25Die gleichen Geister, die die amerikanischen Banken gegen die Wand gefahren haben, fahren nun auch die FED und die USA gegen die Wand: Die machtgeilen, verantwortlungslosen Wirtschafts- und Finanzkriminellen. Die Basis deren Handelns ist immer, daß wenn es nicht mehr weiter geht, von irgendwoher ein Bailout kommt.

Im Falle der bankrotten Fed und USA erwarten die den Bailout natürlich vom IWF bzw. von Europa & China.

Antwort auf Beitrag Nr.: 36.818.931 von heuschrecker am 21.03.09 22:45:56
@ heuschrecker und andere Interessierte,

"Die machtgeilen, verantwortlungslosen Wirtschafts- und Finanzkriminellen."

Die wir als willige und extrem gut bezahlte Handlanger,
hier im eigenen Land sitzen haben. Der angerichtete Schaden
wird jetzt erst nach und nach sichtbar, wie der folgende
Artikel zeigt:

"Angst vor der Nullrendite
von Berrit Gräber

Millionen Riester-Sparer sind desillusioniert: Die Finanzkrise verhagelt ihnen im Alter den Gewinn. "Es kann sein, dass ein Großteil der Verträge bis zum Laufzeitende nicht wieder geheilt werden kann."

Reißleine und kein Zurück mehr

Riestern über die Börse hat sich bisher nicht rentiert
Riestern über die Börse hat sich bisher nicht rentiert

Auch bei "Finanztest" ist man ins Grübeln gekommen. "Der Anleger trägt das Risiko, dass er mit der Null-Rendite leben muss", sagt der Finanzexperte der Zeitschrift, Rainer Zuppe.

Die meisten der bislang über zwölf Millionen Riester-Kunden haben eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die als solide, aber sehr teuer gilt. Etwa ein Drittel davon wurde als fondsgebundene Variante verkauft. Über zwei Millionen Verbraucher stiegen seit Einführung der privaten Altersvorsorge im Jahr 2002 in Aktienfondssparpläne ein, die langfristig - je nach Aktienquote - vergleichsweise hohe Renditen bringen sollen. Die übrigen Kunden riestern über Banksparpläne, bei denen Sicherheit vor Rendite geht.

Zigtausende Fondskunden jenseits der 45 Jahre machen sich momentan nicht allein über die fallenden Kurse Sorgen. Sie sind vor allem enttäuscht über die Sicherungskonzepte ihrer Fondsgesellschaft, die in den vergangen Wochen aus Buchverlusten echte Einbußen gemacht haben - ausgerechnet in einer Phase, als die Aktienkurse so richtig im Keller waren. Ein führender Anbieter zog beispielsweise bei 360.000 Verträgen die Reißleine und schichtete deren Aktienfondsanteile aus Sicherheitsgründen in Rentenfondsanteile um. Und zwar auf Dauer.

Was als Notbremse gegen weitere Verluste und zur Absicherung der Beitragsgarantie gedacht ist, hat erhebliche finanzielle Konsequenzen für die Kundschaft: Weil der umgewandelte Bestand bis zur Rente "aktienfrei" bleibt und nur die neuen Beiträge wieder an der Börse angelegt werden, hat es der Depotbesitzer schwer, von einer Aufwärtsbewegung der Kurse so richtig zu profitieren und die Verluste wettzumachen.

Je länger ein Vertrag schon bespart wurde, desto stärker drückt eine Umschichtung die Rendite, hat Zuppe nachgerechnet. Und je älter der Kunde ist, desto weniger Zeit bleibt, Einbußen wieder aufzuholen. Die vom Gesetzgeber gut gemeinte Werterhaltungsgarantie habe sich als Nachteil für den Anleger entpuppt, meint Dorothea Mohn, Altersvorsorgespezialistin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Das müsse diskutiert werden.

Kleiner Trost: Nicht alle Fondssparer sitzen auf echten Verlusten und längst nicht jede Fondsgesellschaft fuhr die Aktienquote schlagartig und dauerhaft auf null herunter.

Wer nicht mehr zufrieden sei mit seinem Riester-Aktiensparvertrag solle ihn dennoch nicht kündigen, rät Zuppe. Besser sei, ihn beitragsfrei zu stellen und bis zum Ende weiterlaufen zu lassen. Dann gehen eingezahlte Gelder wie Zulagen nicht verloren.

Zugleich kann grundsätzlich weiter geriestert werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, solle über einen Wechsel zum Riester-Banksparplan nachdenken, so Verbraucherschützer Larisch. Da sei man von Anfang an im Plus und am Ende deutlich über null. Wer unter 40 Jahre alt ist, nach wie vor an die Chance der Aktienmärkte glaubt, aber sein Risiko künftig minimieren will, könne auch auf einen Fondsvertrag mit geringerer Aktienquote und niedrigen Gebühren umsteigen.

Keine empfehlenswerte Alternative sei der Wechsel zum Riester-Rentenvertrag, winkt Finanzexperte Nauhauser ab: "Viel zu teuer erkauft, bei den hohen Gebühren ist man erst nach circa zehn Jahren im Plus."

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Riester-Fondsp…

Und die Allgemeinheit muss dann den Schaden ausbaden, den
diese Riester-Anbieter angerichtet haben.
Da werden dann Milliarden-Summen für Sozialhilfe und Wohngeld fällig, damit die Riester- Geschädigten im Alter ein halbwegs
menschenwürdiges Dasein Fristen können.

Gruß
Windei" target="_blank" rel="nofollow">Die Verbraucherzentralen warnen bereits vor persönlichen Fonds-Verträgen. Nun stellt sich für viele die Frage: Dabei bleiben oder umsatteln?[/ur


Das Aktiendebakel im Sog der Finanzkrise hat Millionen Riester-Sparer desillusioniert. Wer mit einem Aktienfondssparplan oder einer fondsgebundenen Rentenversicherung fürs Alter vorsorgen wollte, sitzt größtenteils im Minus. Wegen der Kursstürze, oft radikaler Umschichtungen sowie teurer Gebühren hat sich das Riestern über die Börse bislang alles andere als rentiert.

Die eingezahlten Beiträge sowie die staatlichen Zulagen bekommt man zwar im Alter garantiert wieder heraus, Börsenturbulenzen hin oder her. Das gehört zum Grundprinzip beim Riestern, dafür müssen die Anbieter geradestehen. Ob aber für jeden Fondssparer wie erhofft am Ende noch ein ansehnlicher Gewinn abfällt, ist fraglich. Was tun? Dabei bleiben oder umsatteln?

"Für so manchen kann es sinnvoll sein, das Aktiensparen mit Riester ganz bleiben zu lassen", rät Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zur schonungslosen Analyse. Der persönliche Fonds-Vertrag gehöre auf den Prüfstand, sagt auch Kollege Merten Larisch aus München: "Es kann sein, dass ein Großteil der Verträge bis zum Laufzeitende nicht wieder geheilt werden kann."

Reißleine und kein Zurück mehr

Riestern über die Börse hat sich bisher nicht rentiert
Riestern über die Börse hat sich bisher nicht rentiert

Auch bei "Finanztest" ist man ins Grübeln gekommen. "Der Anleger trägt das Risiko, dass er mit der Null-Rendite leben muss", sagt der Finanzexperte der Zeitschrift, Rainer Zuppe.

Die meisten der bislang über zwölf Millionen Riester-Kunden haben eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die als solide, aber sehr teuer gilt. Etwa ein Drittel davon wurde als fondsgebundene Variante verkauft. Über zwei Millionen Verbraucher stiegen seit Einführung der privaten Altersvorsorge im Jahr 2002 in Aktienfondssparpläne ein, die langfristig - je nach Aktienquote - vergleichsweise hohe Renditen bringen sollen. Die übrigen Kunden riestern über Banksparpläne, bei denen Sicherheit vor Rendite geht.

Zigtausende Fondskunden jenseits der 45 Jahre machen sich momentan nicht allein über die fallenden Kurse Sorgen. Sie sind vor allem enttäuscht über die Sicherungskonzepte ihrer Fondsgesellschaft, die in den vergangen Wochen aus Buchverlusten echte Einbußen gemacht haben - ausgerechnet in einer Phase, als die Aktienkurse so richtig im Keller waren. Ein führender Anbieter zog beispielsweise bei 360.000 Verträgen die Reißleine und schichtete deren Aktienfondsanteile aus Sicherheitsgründen in Rentenfondsanteile um. Und zwar auf Dauer.

Was als Notbremse gegen weitere Verluste und zur Absicherung der Beitragsgarantie gedacht ist, hat erhebliche finanzielle Konsequenzen für die Kundschaft: Weil der umgewandelte Bestand bis zur Rente "aktienfrei" bleibt und nur die neuen Beiträge wieder an der Börse angelegt werden, hat es der Depotbesitzer schwer, von einer Aufwärtsbewegung der Kurse so richtig zu profitieren und die Verluste wettzumachen.

Je länger ein Vertrag schon bespart wurde, desto stärker drückt eine Umschichtung die Rendite, hat Zuppe nachgerechnet. Und je älter der Kunde ist, desto weniger Zeit bleibt, Einbußen wieder aufzuholen. Die vom Gesetzgeber gut gemeinte Werterhaltungsgarantie habe sich als Nachteil für den Anleger entpuppt, meint Dorothea Mohn, Altersvorsorgespezialistin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Das müsse diskutiert werden.

Kleiner Trost: Nicht alle Fondssparer sitzen auf echten Verlusten und längst nicht jede Fondsgesellschaft fuhr die Aktienquote schlagartig und dauerhaft auf null herunter.

Wer nicht mehr zufrieden sei mit seinem Riester-Aktiensparvertrag solle ihn dennoch nicht kündigen, rät Zuppe. Besser sei, ihn beitragsfrei zu stellen und bis zum Ende weiterlaufen zu lassen. Dann gehen eingezahlte Gelder wie Zulagen nicht verloren.

Zugleich kann grundsätzlich weiter geriestert werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, solle über einen Wechsel zum Riester-Banksparplan nachdenken, so Verbraucherschützer Larisch. Da sei man von Anfang an im Plus und am Ende deutlich über null. Wer unter 40 Jahre alt ist, nach wie vor an die Chance der Aktienmärkte glaubt, aber sein Risiko künftig minimieren will, könne auch auf einen Fondsvertrag mit geringerer Aktienquote und niedrigen Gebühren umsteigen.

Keine empfehlenswerte Alternative sei der Wechsel zum Riester-Rentenvertrag, winkt Finanzexperte Nauhauser ab: "Viel zu teuer erkauft, bei den hohen Gebühren ist man erst nach circa zehn Jahren im Plus."

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Riester-Fondsp…

Und die Allgemeinheit muss dann den Schaden ausbaden, den
diese Riester-Anbieter angerichtet haben.
Da werden dann Milliarden-Summen für Sozialhilfe und Wohngeld fällig, damit die Riester- Geschädigten im Alter ein halbwegs
menschenwürdiges Dasein Fristen können.

Gruß
Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.816.176 von windei am 20.03.09 22:46:09Asmussen bezeichnete den G20-Gipfel in London als "Zwischenschritt",
danach müsse die Arbeit weitergehen auf der
Ebene unterhalb von Staatschefs und Ministern:

Also auf der sagenumwobenen Ebene, wo uns Deutschen
ein gewisser Herr Asmussen als Staatssekretär unter Eichel
den ganzen Mist erst richtig eingebrockt hat!

;)

http://www.readers-edition.de/2008/10/15/verbriefen-und-verg…


Das Ergebnis von G20 steht doch schon fest:

Der Patient liegt zwar bereits seit einiger Zeit im Koma mit weiter stark fallender Lebenskraft,
aber jeder Staat wurstelt erst einmal für sich alleine weiter und
zur Beruhigung der Öffentlichkeit bekommt der IWF-Doktor einfach mehr Geld -
das ist quasi der Ulla-Schmidt-Ansatz für das deutsche Gesundheitswesen übertragen auf die globalen Finanzmärkte/-krise.
Jede Krise hat ihre Gesichter.



Jörg Asmussen, der Staatssekretär Steinbrücks, spielte auch eine traurige Rolle bei der Kontrolle der IKB.
Er war bei der 10-Milliardensubvention für die IKB und der letztendlich erfolgten Verschleuderung der IKB für 150 Millionen an den Hedgefonds Lonestar maßgeblich beteiligt.

Außerdem ist Asmussen von seiner Funktion her verantwortlich dafür, dass die Bundesregierung die Schieflage der HRE zu spät erkannt und sich die Zig-Milliarden tranchenweise aus der Nase ziehen ließ.

Der zuständige Staatssekretär und frühere Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium Asmussen musste spätestens seit Jahresanfang 2003 von faulen Forderungen in den Bankbilanzen wissen, als der damalige Bundesfinanzminister und frühere Chef von Asmussen, Hans Eichel, sich mit Schröder und Clement mit den Spitzen der Banken traf, um über die Gründung einer Bad Bank zu sprechen.

Ausserdem war Asmussen wie oben schon erwähnt emsig bemüht den Weg frei zu machen für neue Finanzprodukte auf dem „Finanzplatz Deutschland.

Für weitwere Infos zu Asmussen sh.
http://nachdenkseiten.de/
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.821.628 von infilTRADER am 22.03.09 21:30:15@infilTRADER und andere Interessierte,

und jetzt werden publizistisch die Vorbereitungen getroffen,
um Gläubiger und Öffentlichkeit ein weiteres Mal massiv zu
täuschen. Die wichtigsten Teile dieser geradezu dümmlichen
Argumentationskette habe ich mal fett hervorgehoben:

Leitartikel
Schrott ist nicht gleich Schrott


Auf den ersten Blick wirkt die Idee wie ein schlechter Witz: In den Bilanzen der Banken hat sich wertloser Schrott angesammelt, und nun sollen die Institute von der Pflicht entbunden werden, diesen Müll auch so zu benennen - also zum aktuellen Marktpreis auszuweisen.

Auf diese Weise, so scheint es, kehrt die Krise an ihren Ursprung zurück, an dem überbewertete Hypotheken eine Blase verursacht hatten. Doch der aus den USA stammende Vorschlag, die Bilanzregeln zu lockern und damit den Banken mehr Spielraum zu geben, hat etwas für sich - und das nicht nur deshalb, weil den Europäern kaum etwas anderes übrig bleibt, als mit den Amerikanern gleichzuziehen.

Die Bilanzierung zu Marktpreisen hatte in der panischen Atmosphäre zu Beginn der Finanzkrise eine Welle von Abschreibungen erzwungen. Viele Institute gerieten dadurch in Schieflage und traten bei der Kreditvergabe auf die Bremse. Seit Monaten versuchen die Regierungen in Europa und den USA alles, um diesen Abwärtsmechanismus aufzuhalten - und neue Bilanzregeln sind ein denkbarer Weg.

Natürlich ist klar, dass wirklich toxische Papiere auch durch eine solche Regelung nicht gerettet werden. Für sie gibt es keinen Markt mehr, und sie können auch im raffiniertesten Computermodell nicht mehr sinnvoll bewertet werden.

Darüber hinaus aber liegen in den Bilanzen der Banken andere Wertpapiere, deren derzeitiger niedriger Preis nicht den tatsächlichen wirtschaftlichen Grundlagen entspricht - zum Beispiel, weil durchaus noch ein Zinsertrag fließt. Wenn die Möglichkeit bestünde, in diesen Fällen zu einer weniger strengen Bewertung zu kommen, würde dies die Banken entlasten und die Gefahr einer Kreditklemme verringern. Zudem könnte auf diese Weise im günstigsten Fall klar werden, welche Papiere von einer etwaigen Bad Bank übernommen werden müssten und welche nicht.

Allerdings hängt viel davon ab, wie das europäische Bilanzgremium IASB eine Änderung der Regeln gestalten würde. Zum einen wäre es fatal, wenn die Banken künftig nach Gusto und ohne einheitliche Vorgabe ihre Bilanzen aufhübschen dürften. Eine gemeinsame Leitlinie muss sein.

Zum anderen aber sollte das IASB eine Bremse einbauen, sodass klar ist, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt wieder nach altem Muster bewertet wird. Denn der Marktpreis bleibt das beste Signal für Investoren.
http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Leitartikel-Schrott-is…

Fazit: Wir sollen uns wieder dem Unfug des amerikanischen Denkens
anschließen und wie Lemminge so weitermachen wie gehabt.
Ich erinnere mich noch sehr genau an den Beginn der neunziger
Jahre des letzten Jahrhunderts, als man in Deutschland begann die am HGB orientierten Bilanzierungsprinzipien aufzuweichen und sie den angloamerikansichen Vorstellungen anzupassen.
Während in Deutschland bei der Rechnungslegung immer der Grundsatz
existiert hatte, den Gläubiger mit seinen Forderungen in den Mittelpunkt der Rechnungslegungsvorschriften zu stellen (strenges Niederstwertprinzip, beizulegender Stichtagswert etc.)
war das angloamerikanische Denken immer am Shareholder-Value orientiert, mit der Folge, das im Extemfall in der G+V Rechnung
schon Gewinne ausgewiesen werden konnten, die noch gar nicht realisiert waren, weil der Geschäftsgang noch gar nicht vollständig abgeschlossen war. Wohin wir damit gekommen sind, erleben wir hautnah heute.
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.819.830 von windei am 22.03.09 12:58:05

"Die machtgeilen, verantwortlungslosen Wirtschafts- und Finanzkriminellen."

Das Beispiel der Übernahme der Koelner Rück zeigt mögliche künftige Strategien auf.

Die K.Rück wurde ca. am 18.2. von Buffet übernommen,bis heute warten die Anteilseigner der vinkulierten Namensaktien auf die Abfindungszahlung.

Im Falle einer Inflation wäre die Abfindungszahlung nach einem Monat wohl weitgehend wertlos.
Die Inflation bietet eine Gelegenheit, in der die Bevölkerung weitgehend und problemlos entkapitalisiert und enteignet werden kann.
Das sollte Grund zu echter Sorge sein:

http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2009/0323/in…

Daraus:

"Die Dreistigkeit und Skrupellosigkeit der chinesischen Hacker hat im vergangenen Jahr ein so großes Ausmaß erreicht, dass inzwischen auch die staatlichen deutschen Agentenjäger jede diplomatische Zurückhaltung aufgeben. Erstmals äußert sich im Film der für Spionageabwehr in Deutschland zuständige Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes Hans Elmar Remberg. Es habe sich nicht um Aktivitäten irgendwelcher chinesischer Computer-Kids gehandelt, sagt er, sondern "um eine von der Regierung in Peking gelenkte Spionage-Operation"."
@ alle Interessierten,

wie gesagt wir werden peu á peu auf eine Währungsreform vorbereitet!!

Ein „Papiergoldstandard“ als Weg aus der Krise?
von John Foley (breakingviews.com)

Die Welt hat den Goldstandard schon seit Jahrzehnten hinter sich gelassen. Aber ein "Papiergoldstandard" könnte einen Weg aus der globalen Finanzkrise bieten. Zhou Xiaochuan, der Gouverneur der chinesischen Zentralbank, hat vorgeschlagen, die Welt von ihrer Abhängigkeit vom Dollar zu lösen und sie an einer neuen Leitwährung, die vom Internationalen Währungsfond (IWF) gesteuert werden soll, auszurichten. Die Idee ist gut - wenn China nur auch wirklich dahinter stehen würde.

Der Greenback war seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die beherrschende Reservewährung der Welt. Alle Länder horten ihn massenweise, um ihre eigene Währung abzusichern. Der IWF geht davon aus, dass zwei Drittel der weltweiten Fremdwährungsbestände über insgesamt sieben Bill. Dollar auf US-Dollar lauten. Auf den Euro, der bei den am meisten gehaltenen Währungen Platz zwei einnimmt, entfallen nur ein Viertel.

Würde der internationale Handel jetzt stattdessen auf eine vom IWF gesteuerte Währung umgestellt - Zhou schlägt dazu das wenig genutzte Instrument der Sonderziehungsrechte (SZR) vor - stünde Uncle Sam vor einem echten Problem. Die Kosten für die Mittelaufnahme und den Handel Amerikas würden in die Höhe schießen. Schließlich sparen sich die USA einiges, da sie so gut wie nie ihr eigenes Geld umwandeln müssen - eine Vergünstigung, die man "Seigniorage" oder Münzgewinn nennt.

Aber langfristig würden die USA von einer Umstellung profitieren. Da es die Währung der Wahl besitzt, ist es für das Land unnatürlich billig, Ausleihungen vorzunehmen und die verschwenderischen Angewohnheiten seiner Verbraucher zu finanzieren. Außerdem wäre da auch noch das Triffin-Paradox zu beachten, auf das Zhou mit gelehrtem Schwung verweist. Dieses besagt, dass Amerika, solange das Land einwilligt, die Welt mit Dollar zu versorgen, nicht mit Erfolg seine eigene Währung kontrollieren kann.

Eine zentrale Währung zu haben - nennen wir sie die Zhou Triffin-Dublone (ZTD) -, die von einer supranationalen Organisation verwaltet wird, würde es den einzelnen Staaten erschweren, sich gegenseitig zu stark zu verschulden. Wenn das Angebot an herausgegebenen ZTD angemessen kontrolliert werden würde - sagen wir, indem es im Einklang mit dem globalen Bruttoinlandsprodukt erweitert wird - würde sie als stabile Wertanlage fungieren und ein geringes Abwertungsrisiko aufweisen.

Darüber hinaus würde eine verlässliche ZTD viele der Vorteile aufbieten, die der aufgegebene Goldstandard einmal besaß. Das Angebot wäre streng beschnitten und die ZTD würde überall akzeptiert. Ja, die Dublone wäre dem gelben Edelmetall sogar noch überlegen, das schließlich für eine moderne Wirtschaft doch zu umständlich in der Handhabung und zu rar ist, um als Maßstab für den internationalen Handel zu dienen.

Alles in allem würde die ZTD dem internationalen Finanzwesen den stark benötigten Ballast verleihen. Und China steht beim Propagieren einer Einheitswährung auch nicht alleine da - russische Behörden haben sich ebenfalls in ähnlichen Gedankenspielen versucht.

Also, warum krempeln nicht alle die Ärmel hoch? Da gibt es so einige Hindernisse. Zuallererst müsste man den IWF dazu bringen, die Aufgabe zu übernehmen. Zudem ist China überhaupt nicht in der Lage, sich schnell zu bewegen. Eine wirklich globale Leitwährung müsste auf einem Korb von Weltwährungen basieren, der auch den Renminbi umfassen würde. China müsste seine streng kontrollierte Währung frei geben - wozu es nicht den geringsten Wunsch zu verspüren scheint.

Vielleicht hat China aber eigentlich etwas ganz anderes im Sinn als die finanzielle Stabilität - nämlich seinen Einfluss in der Finanzwelt auszubauen. Derzeit verfügt das Reich der Mitte über ein Stimmrecht von nur drei Prozent beim IWF, nicht mehr als Belgien, da die Stimmrechte an die Beiträge jedes Landes zum Fonds gebunden sind. Könnte China seine ungeheuren Devisenreserven geltend machen, könnte es den Platz der USA am oberen Ende des Tisches einnehmen.

Im besten Fall dient der chinesische Vorschlag den Eigeninteressen des Landes. Im schlimmsten Fall manifestiert sich in ihm möglicherweise ein weiteres Mal seine wachsende Feindseligkeit gegenüber den USA - abzuheften neben den jüngsten protektionistischen Vorstößen, neben den Zwischenfällen auf hoher See und der chinesischen Kritik an der amerikanischen Ausgabenpraxis. Schade, dass dieser politische Unterton mitschwingt. Denn das Papiergold sieht wie eine der besten Ideen aus, die die Finanzkrise bisher hervorgebracht hat.
For further commentary see:
breakingviews.com
http://www.handelsblatt.com/finanzen/breakingviews/ein-papie…

Und den Münzgewinn, den die Amis eingestrichen haben,
sehen wir nie wieder!!


Gruß windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.822.173 von windei am 23.03.09 07:16:49Bilanzregeln zu lockern und damit den Banken mehr Spielraum zu geben, hat etwas für sich


Hallo windei,

Das bestätigt wieder meine alte Grundregel.
In den USA ist : jede Statistik ein fake
jede Bilanz eine Fälschung
(fast)jeder CEO ein Krimineller
jede politische Aussage eine Lüge.

War nie anders, wird nie anders sein. Damit liegst Du immer richtig.

Gute Nacht Looe
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.839.438 von Looe am 24.03.09 22:48:20@ Looe,

der Gerechtigkeit halber muss man sagen, dass das nicht nur auf die USA zutrifft. Aber durch diese MBA-Ausbildung in den USA, die zum
falschen Vorbild für die betriebswirtschaftliche Ausbildung in der ganzen Welt wurde, hat sich diese Denkweise, einem Virus gleich
ausgebreitet. Insbesondere die Orientierung an Fallstudien ist sehr
kritisch zu sehen. Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass viele
der sogenannten " Wirtschaftsführer " so hilf-und kopflos in der
aktuellen Krise reagieren. Denn so einen Fall hatten sie in ihrer
Ausbildung auch nicht, weil das Ausmaß und die Komplexität dieser Krise jedes Vorstellungsvermögen übersteigt.

Gute Nacht und Gruß

Windei
Endlich wissen wir wo die ganzen Mrd $ hingekommen sind.
In welchen Taschen sie geflossen sind


Goldman Sachs wurden die TARP Milliarden aufgezwungen !
Sie könnten diese ohne weiteres zurückzahlen !
Das Managment kann sich dann wieder richtig belohnen !!


Funny: Goldman Pays :keks: Back TARP 24-Mar-09 05:01 pm Very funny to read how Goldman plans to pay back TARP. With what money? It's easy with the cash they stole from AIG :cry::cry::cry::cry: . GS gets $15 billion from AIG and then pays back $10 billion from TARP. They're still left with $5 billion in profit from the AIG loot. Brilliant business.


und

I'm not sure about your numbers but I'll just use them for illustrative purposes.

Your math is wrong. Assuming GS got $10B in direct TARP funds and another $15B in AIG funnelled funds. That is $25B total to GS and paying back $10B leaves them with $15B profit not $5B. And as someone else posted when working with these slimy weasels in government, you must make sure that you are very precise in the questions you ask. For instance, most of the AIG bailout money was outside of TARP so if you were to use the phrase "TARP Money" in a question, you would be given an answer that only relates to the TARP $700B and all other government assistance given to AIG would be excluded from their answer. The meaning behind the phrase, "the truth, the whole truth and nothing but the truth" seems to have been lost in translation from English to Communist.
@ alle Interessierten:
und wieder grüßt das Murmeltier: fleißig gespart und dann verarscht. Um so mehr freuen sich Aktionäre/Mitarbeiter von
Goldman Sachs.
So müssen sich Kunden dieses Instituts fühlen:

"Problemfall Altersvorsorge
Japanische Krankheit erfasst Postbank
von Christian Kirchner und Brigitte Watermann (Frankfurt)


Die Deutsche Postbank muss ihr "Altersvorsorgekonto" aufgrund der widrigen Marktumstände am Aktien- und Anleihenmarkt modifizieren.

Betroffen von der Umstellung sind die rund 41.000 Kunden, die seit dem Vertriebsstart im August 2005 ein sogenanntes Altersvorsorgekonto eröffnet haben, das von der Postbank exklusiv vertrieben und mit Aktien- und Anleihenzertifikaten von Goldman Sachs bestückt ist.

Das Altersvorsorgekonto gibt es in sieben Tranchen mit Laufzeiten von 2010 bis 2040. Das Konto erlaubt flexible Ein- und Auszahlungen sowie regelmäßige Sparbeiträge und stellt Anlegern eine Partizipation an den Aktienmärkten - genauer: dem Euro Stoxx 50 - in Aussicht. Zudem greift zum jeweiligen Laufzeitende 2010 bis 2040 eine Kapitalgarantie für alle Einzahlungen - die den Anbietern nun aber große Schwierigkeiten bereitet: Die Postbank geriet mit dem Altersvorsorgekonto - ähnlich den Anbietern von Riester-Fondssparplänen - in die Zange zwischen gefallenen Aktienkursen und stark rückläufigen Kapitalmarktzinsen. So sank die durchschnittliche Verzinsung aller Bundesanleihen von 4,8 Prozent pro Jahr im August 2008 auf zuletzt nur noch 2,9 Prozent. Sinken aber die Zinsen derart stark, benötigen Anbieter kapitalgarantierter Produkte einen höheren Anteil festverzinslicher Wertpapiere, um mit dem Laufzeitende alle geleisteten Zahlungen zurückzahlen zu können. Zugleich brachen aber auch die Kurse der Aktienmärkte ein.

Auf Ebene der Postbank-Altersvorsorgekonten führte dies dazu, dass seit Ende Januar alle noch in die Aktienkomponente investierten Mittel in die Anleihenkomponente des Vorsorgekontos umgeschichtet wurden. Allerdings haben Anleger mit dem Konto bislang mehrheitlich Verluste erzielt, da die Kapitalgarantie nur zum Laufzeitende greift. Verluste wurden gewissermaßen "eingefroren". Hat ein Kunde etwa im August 2005 eine Einmalanlage geleistet und bis heute nichts entnommen, beträgt der Verlust auf dem Konto mit Laufzeit 2020 bis heute rund zwölf Prozent, in dem Produkt mit Laufzeit 2040 rund 33 Prozent.

Die Postbank gibt daher nun an, dass sie sich im Interesse der Kunden entschlossen habe, das Produkt zu modifizieren. Ziel sei es, auch künftig wieder schneller Einzahlungen in die Aktienkomponente leisten zu können. Da die Änderung erst von der Finanzaufsicht BaFin genehmigt werden musste und dieser Prozess einige Wochen dauerte, zog die Bank im Februar nicht die vereinbarten Sparraten für die Konten ein.

Verbraucherschützer kritisieren, dass ein Altersvorsorgeprodukt auf Zertifikatebasis aufgebaut ist. "Das Produkt ist teuer und undurchsichtig", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Hinblick auf die jährlichen Gebühren von 1,55 Prozent.

Bestückt ist das Konto mit Zertifikaten, die die Goldman Sachs Finanzprodukte GmbH begeben hat. Diese 2008 mit einem Stammkapital von 25.000 Euro gegründete GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stichting Signum Investments, einer Stiftung nach dem Recht der Niederlande mit Sitz in Amsterdam. Zertifikate beinhalten als Inhaberschuldverschreibung ein Emittentenrisiko. Die Postbank hält die Anlagen für sicher: "Die von den Kunden eingezahlten Gelder werden innerhalb eines nach dem Investmentgesetz aufgelegten Spezialfonds-Sondervermögens verwaltet, das heißt, dass die Anlagebeträge auch im Fall der Insolvenz des Emittenten gesichert sind."

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Problemfall-Al…

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.839.669 von windei am 24.03.09 23:55:11selbst schuld
wer einer bank vertraut könnte auch einem wolf im schafrudel trauen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.839.978 von clelia am 25.03.09 07:41:05Du hat eine lächerliche Argumentation.:O

Woher soll der einfache Postler diese Kenntnisse haben????:confused::confused::confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.841.019 von hasi22 am 25.03.09 09:58:20ganz einfach:
man sollte nur in dem geld anlegen, was man auch versteht.
zu hause unter dem kissen
und jetzt komm mir nicht mit inflationsrate... so viel zinsen kriegst du nirgendwo, damit du wenigstens diese deckst, und da kommt es nicht drauf an, ob 0 % oder 3 %
@ alle Interessierten,
so einfach lassen sich eben doch nicht genügend Dumme finden,
die englische guilts zeichnen:

Auktions-Flop lässt Anleihen-Renditen steigen

Am US-Anleihemarkt sind die Renditen angezogen, während sie im Euro-Raum fielen. Für höhere Renditen und niedrigere Bondkurse sorgten diverse Anleiheemissionen. Grund ist ein Auktions-Flop in Großbritannien.

HB FRANKFURT. In Großbritannien enttäuschte eine Auktion von fünfjährigen Gilts im Volumen von 1,75 Mrd. Pfund, die Nachfrage war geringer als das Angebot. Das lastete insbesondere auf den US-Treasuries, wo am Abend eine Auktion von fünfjährigen Papieren über 34 Mrd. Dollar anstand. Zehnjährige Treasuries rentierten bei 2,73 Prozent drei Basispunkte höher.

Im Euro-Raum pendelten die Renditen hingegen zwischen Plus und Minus. Gedrückt wurden sie durch den Rückgang beim Ifo-Geschäftsklima und Ifo-Geschäftsvertrauen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen war am Nachmittag einen Basispunkt niedriger bei 3,13 Prozent. Der Bund-Future gewann neun Basispunkte auf 123,15 Prozent.

Am Primärmarkt beschaffte Deutschland sieben Milliarden Euro über eine fünfjährige Bundesanleihe. Emissionspläne hegen auch verschiedene Unternehmen. BHP Billiton will 2,25 Mrd. Euro über eine Anleiheemission in zwei Tranchen einsammeln. Volkswagen plant ein zweijähriges auf Euro lautendes Papier. Eine fünfjährige Anleihe über eine Milliarde Euro kam vom Bierbrauer Heineken. Auch Bacardi und John Deere wollen an den Anleihemarkt gehen.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/anleihen/auktions-flop-laesst-anleihen-renditen-steigen;2214714

Gruß Windei
@ alle Interessierten,

und so geht nun dieser gigantische Raub in die entscheidende Phase, und für die ärmsten der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika wird es noch schwieriger, sich die Schale Reis, Bohnen oder Hirse zu leisten.


Die Kehrseite der Schuldenentwertung

Die Fed inflationiert nicht nur die Schulden weg, sondern natürlich auch die Vermögen. Darunter werden auch Realwerte wie Aktien leiden.
Was goutieren die Aktienanleger derzeit eigentlich? Ist es die Stabilisierung einiger Wirtschaftsindikatoren wie der Einzelhandelsumsätze, der Hausverkäufe und der Gebrauchsgüteraufträge in den USA oder des Ifo in Deutschland? Wohl kaum, denn von einem stabilen Gleichgewicht - einem, bei dem die Arbeitslosenquote nicht weiter steigt - kann angesichts des erbärmlichen Niveaus dieser Indikatoren keine Rede sein.

Ist es die Bankenrettung Timothy Geithners? Mitnichten, denn von der aus Sicht der Steuerzahler dämlichen Konstruktion seines Planes und unzähligen Umsetzungsproblemen abgesehen, wird die Ursache der Krise ja nicht mal ansatzweise angegangen: dass die Kunden der Banken pleite sind und daher auch von kerngesunden Instituten nicht mit dem Lebenselixier der US-Wirtschaft versorgt werden würden - neuem Kredit.

Aktien als Inflationsschutz

Bleibt der Paukenschlag der Fed: die Ankündigung, ihre ohnehin schon verdoppelte Bilanzsumme mindestens noch mal zu verdoppeln. Bingo. Denn das verspricht nicht nur die ersehnte Stabilisierung von Konjunktur und Gewinnen, sondern auch die erforderliche Entwertung der US-Schulden.

Das Dumme ist, dass eine Entwertung der Schulden auch eine Entwertung der Vermögen der Kreditgeber bedingt, weshalb sich etwa US-Staatsanleihen (auch inflationsgekoppelte, da die Inflationsraten noch stärker getürkt werden dürften) oder US-Hypotheken (auf 30 Jahre gibt's rund fünf Prozent) als fürchterliches Verlustgeschäft erweisen dürfen. Realwerte wie Aktien werden vorübergehend nette Gewinne bringen, und wer ein Gespür für die Märkte hat, soll darauf wetten. Aber wann der Konjunkturaufschwung gelingt und wie viele Schreckensnachrichten bis dahin noch auf uns zukommen, vermag keiner zu sagen. Gemessen daran scheint die Risikoprämie nach wie vor deutlich zu gering. Wer das Anfang der inflationären 1970er ignorierte, wurde bis 1982 in Deutschland und Amerika mit realen Kursverlusten von mehr als 50 Prozent bestraft. Schon vergessen?

as-Kapital-Die-Kehrseite-der-Schuldenentwertung/492302.html" target="_blank" rel="nofollow">http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Die-Kehrseite-der-Schuldenentwertung/492302.html
@ alle Interessierten,

Was macht man als Journalist, wenn man die Wahrheit nicht aussprechen darf? Man eiert um die Sache herum( s.rot markierte
Sätze).
Dabei weiß jeder halbwegs Informierte:
Geithner ist Handlanger jenes privaten Kartells, dass sich FED nennt. Also muss er als Abgesandter des Kartells und Finanzminister in Personalunion, seinen Plan so gestalten, dass die negativen Folgen für die Kartellmitglieder möglichst gering sind.Das geht aber nur, wenn der amerikanische Steuerzahler von diesen finanzpolitischen Trickdieben so erleichtert werden kann, dass er das gar nicht merkt.

Gruß Windei

"

"RIECKES RÜCKFRAGE
Staatliche Umleitung
von Torsten Riecke

Plan A liegt vor. Jetzt brauchen wir Plan B. Mit ihrem Vorhaben, die Bilanzen der amerikanischen Banken von illiquiden Papieren im Wert von rund einer Billion Dollar zu säubern, hat die US-Regierung endlich Bewegung in das festgefahrene Krisenmanagement gebracht. Dabei ist der Gedanke gar nicht neu, sondern stand bereits Pate für den sogenannten Paulson-Plan vom vergangenen Jahr.

Auch der damalige US-Finanzminister hatte bereits begriffen, dass die Krise ohne ein Großreinemachen bei den Banken nicht in den Griff zu kriegen ist. Sein Nachfolger Geithner fängt die Sache nur geschickter an und nimmt private Investoren mit ins Boot.

Damit wir uns aber nicht permanent im Kreis drehen, muss der Geithner-Plan dringend ergänzt werden. Und jetzt wird die Sache nicht nur schwierig, sondern politisch heikel. Es ist nämlich absehbar, dass die Banken ihre momentan unverkäuflichen Kreditprodukte nur mit weiteren hohen Abschlägen loswerden.

Reinen Tisch haben bislang nur wenige Brokerhäuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley gemacht. Bei den meisten anderen Banken stehen die Altlasten noch zu überhöhten Buchwerten in der Bilanz. Der Grund dafür ist leicht auszumachen: einen weiteren Abschreibungsschock würden viele Kreditinstitute nicht überleben. Ihre Kapitalbasis ist bereits so ausgedünnt, dass sie mit einem Bein im Grab stehen.

So besteht die Gefahr, dass die Banken beim Geithner-Plan entweder nicht mitziehen oder aber Konkurs anmelden müssen. Die US-Regierung wird deshalb nicht umhinkommen, die Banken zum Verkauf ihrer Altlasten zu zwingen und ihnen gleichzeitig weitere Kapitalhilfen gegen Aktienanteile anzubieten. Die Folge könnte sein, dass der Staat bei einer Reihe von Instituten die Mehrheit übernimmt.

Kritiker des Geithner-Plans fragen deshalb zu Recht, ob man mit einer direkten Verstaatlichung nicht schneller, einfacher und vor allem billiger zum gleichen Ergebnis kommen würde. Übernimmt der Staat sofort die Regie bei den nicht mehr lebensfähigen Finanzhäusern, kann er die Altlasten auf null abschreiben und neue, gesunde Banken unbelastet wieder in die Freiheit des Marktes entlassen. Dass die US-Regierung vor diesem radikalen Schritt zurückschreckt, hat politische Gründe. Die staatliche Umleitung ist ausgeschildert. Aber sollten wir nicht besser geradeaus fahren?
http://www.handelsblatt.com/finanzen/finanzmarktprofis/staatliche-umleitung;2216223
@ alle Interessierten:

Einhundert Jahre ist sie nun her, die große amerikanische Bankenkrise 1907. Und doch glaubt man sich in die Gegenwart ver-
setzt. Als sei das Desaster des Jahres 2008 nur ein billiger
Reprint der Zeit von damals. Die Methoden, die Leute um ihre Er-
sparnisse zu bringen, unliebsame Konkurrenten auszuschalten sind
noch immer die selben. Hierzu eine kurze Beschreibung der Krise
von 1907:

Nach einer mehrjährigen Hausse hatte sich der Aktienmarkt im Jahr 1906 heißgelaufen. Doch mehrere Faktoren führten dazu, dass sich die Hausse schließlich noch einige Monate verlängerte und erst im Oktober 1907 mit einem bis dato nicht gekannten Kurssturz in New York ein Ende nahm.

Im Jahr 1903 begann eine kräftige Hausse in Amerika. Insbesondere die Aktien des noch jungen Dow Jones Industrial Average, der vor allem Eisenbahnaktien sowie einige weitere Industrieaktien zu einem Index verband, kletterte stetig nach oben. Am 12. Januar 1906 konnte der Dow erstmals in seiner Geschichte die Marke von 100 Punkten überschreiten (beim Start am 26. Mai 1896 lag der Index bei 40,74 Zählern). Doch damit waren die Höchstkurse erreicht, die Aufwärtsbewegung kam zum Stillstand und tendierte bis zum Frühjahr sogar leicht bergab. Aber dann wurden die Aktienmärkte durch die Ereignisse des 18. April 1906 überrascht.

Am frühen Morgen des 18. April, gegen fünf Uhr, schreckte ein heftiger Erdstoß von 40 Sekunden die Bewohner der kalifornischen Stadt San Francisco aus dem Schlaf. Es folgten zehn Sekunden trügerischer Ruhe ehe ein weiteres Erdbeben, mit 8,3 auf der Richterskala noch stärker als der erste Erdstoß, die Region 25 Sekunden lang erzittern ließ. Zunächst schien es als ob die Stadt die beiden Erdstöße und ein folgendes kleines Nachbeben relativ gut überstanden hatte. Dies lag daran, dass die Region um San Francisco seit langem als eines der erdbebengefährdetsten Gebiete der Welt bekannt und die Bewohnen deswegen entsprechend vorgewarnt waren. Viele der neuen Hochhäuser im Stadtzentrum sowie die meisten viktorianischen Holzhäuser in den Außenbezirken überstanden das Beben ohne größere Schäden, die zahlreichen Backsteinhäuser waren jedoch wie Kartenhäuser in sich zusammengesunken. Doch bald lösten Kurzschlüsse an beschädigten Stromleitungen und geborstene Gasrohre kleine Brände aus, die sich rasch ausweiteten, da das Beben das gesamte Wasserleitungsnetz der Stadt zerstört hatte. Machtlos mußten die Bewohner der Stadt zusehen, wie sich die kleinen Brände zu einer Feuersbrunst ausweiteten. Erst drei Tage später erlosch das Feuer und hinterließ ein glühendes Ruinenfeld mit 30.000 zerstörten Häusern. Fast 500 Menschen fanden bei dieser Katastrophe den Tod. Der Gesamtschaden wurde später auf 600 Mio. Dollar beziffert.

Ganz Amerika und auch die Aktienmärkte zeigten sich zunächst wie gelähmt, ehe Ende April eine Panikwelle die Börse erfasste. Die zwanzig Eisenbahnwerte, die am 22. Januar 1906 noch bei 138,36 Punkten notiert hatten, büßten bis zum 3. Mai mehr als 18 Zähler ein; die damals zwölf bekanntesten Industriewerte fielen von 103 Punkten am 19. Januar auf 86,45 Punkte am 3. Mai. Besonders schlimm traf es die Versicherungsgesellschaften, die die ernorme Schadenssumme aufbringen mussten. Die Rückstellungen bei vielen Finanzinstituten schrumpften bedenklich. So meldete die Aetna Fire Insurance Company, die damals größte Brandversicherungsgesellschaft der Vereinigten Staaten, dass die Feuersbrunst in San Francisco die Ersparnisse von 40 Jahren aufgezehrt habe. Trotz des massiven Kursrutsches konnten sich die Kurse bald erholen. Am 6. Juli 1906 kündigte beispielsweise das Wall Street Journal eine breite, allgemeine Erholung der Werte des Dow Jones an. Die Aktienkurse lebten erneut auf und konnten bis Jahresende wieder deutlich Boden gut machen.

Erst Ende 1906 kam die Aufwärtsbewegung erneut zum Stillstand. Im Januar 1907 sorgten größere Aktienverkäufe an der Börse für Mißstimmung. Immerhin boomte die Industrie immer noch und die Bruttoerlöse und Gewinne der Eisenbahngesellschaften erreichten neue Rekordhöhen. Lediglich der Aktienmarkt schwächelte etwas nach drei Haussejahren.

Ohne die erwartete Abwärtsbewegung einzuläuten, erschütterten in den folgenden Monaten weitere Ereignisse die Börsen. So kam es im März 1907 zur sogenannten "Panik der Reichen" als die Aktien der Union Pacific, die vielfach als Sicherheit für Finanzierungswechsel genutzt wurden, in kurzer Zeit um 50 Punkte fielen. Am 14. März 1907 verbuchte der Dow Jones einen Einbruch um fast 8,3 Prozent auf 76,23 Punkte, doch war dies nur der Beginn der folgenden Panik. Die Börse verkraftete sogar noch einige weitere Schläge ehe es im Oktober zur allgemeinen Panik kam: Im Juni 1907 scheiterte die Begebung einer Anleihe der Stadt New York. Die Emission der 4-prozentigen Anleihe im Wert von 29 Millionen US-Dollar erreichte damals lediglich eine Zeichnung von 2 Millionen Dollar. Im Juli 1907 kollabierte der Kupfermarkt. Doch auch dieses Ereignis belastete die Börse nur kurzzeitig. Auch die Verurteilung Rockefellers Standard Oil Company zu einer Geldstrafe von 29 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen das Antitrustgesetz im August 1907, verhallte ohne große Auswirkung auf die Kurse.

Ende Oktober zeigte sich der Markt nervös. Am Montag den 21. Oktober 1907 gab die National Bank of Commerce am späten Nachmittag bekannt, dass sie die Einlösung von Wechseln der Knickerbocker Trust Company, der damals drittgrößten Bank New Yorks, ab sofort verweigerte. Am selben Abend organisierte J.P. Morgan ein Treffen unter den Vorsitzenden der New Yorker Banken, um die drohenden Panik abwenden zu können. Nachdem Morgan aber wegen zurückgehaltener Informationen kurz darauf eine Hilfe ablehnte, entschlossen sich auch die anderen Banken nichts zur Rettung zu unternehmen. Am 22. Oktober begann der Ansturm auf Knickerbocker, die innerhalb von drei Stunden 8 Millionen Dollar in Bargeld ausgeben musste, ehe sie kurz nach Mittag die Arbeit einstellte. Am Mittwoch, 23. Oktober, geriet die zweitgrößte Bank New Yorks, die Trust Company of America, in den Strudel. In einem Artikel der New York Times wurde die Bank als "wunder Punkt" der Panik bezeichnet. Das Finanzhaus, das bereits am 22. Oktober rund 1,5 Millionen an Bargeld ausgeben musste, wurde nun zum neuen Ziel der verschreckten Anleger. Allein am Mittwoch flossen 13 Millionen Dollar aus den noch vorhandenen rund 60 Millionen Dollar-Reserven. Am Donnerstag gab es nochmal einen Abfluss in Höhe von 8 bis 9 Millionen Dollar. Insgesamt verlor die Bank während der Panik 47,5 Millionen Dollar. Auch die Lincoln Trust geriet durch Presseartikel in Bedrängnis.

Am 24. Oktober 1907 erreichte die Manie schließlich auch die New Yorker Börse. Die Panik zeigte sich zunächst vor allem bei den sogenannten Call Loans. Darunter wurden damals zeitlich begrenzte, jederzeit kündbare Kredite verstanden, die Banken den Maklerhäusern zur Verfügung stellten. Mit den Mitteln aus diesen Krediten wurden Margin-Konten finanziert, die Makler von ihren Kunden forderten. Die Call Loans wurden an der Börse am sogenannten Money Post täglich zwischen 12:00 und 14:15 Uhr abgewickelt, wenn sich die Banker an der Börse einfanden um Kredite an die Broker weiterzuleiten. Am 24. Oktober 1907 gab es aber nicht genügend Mittel, um die Nachschussforderungen der Makler zu befriedigen. Geld war - wenn überhaupt - nur noch gegen Zinsforderungen von 100 bis 150 Prozent zu bekommen. Trotzdem weigerten sich die meisten Banken selbst zu solchen horrenden Zinsen Kredite zu gewähren. Dementsprechend breitete sich bald Panik aus.
Sehr gut gibt ein Abschnitt aus dem Buch Jesse Livermore "Das Spiel der Spiele" aus dem TM Börsenverlag die Geschehnisse jenes Tages wieder: "...(ein befreundeter Broker sagte an jenem Tag zu ihm:) Hast Du jemals von dem im Unterricht durchgeführten Experiment gehört, bei dem eine Maus in der Glasglocke sitzt, aus der die Luft herausgepumpt wird. Man kann sehen, wie die arme Maus immer schneller atmet, ihre Lunge arbeitet wie ein überlasteter Blasebalg, über den sie versucht genügend Sauerstoff aus dem schwindenden Volumnen in der Glocke zu bekommen. Man sieht wie sie erstickt, ihre Augen treten aus dem Kopf hervor, sie schnappt nach Luft und ist schließlich hinüber. Daran musste ich denken, als ich die Menschenmenge am Money Post sah! Nirgendwo Geld; man kann seine Aktien nicht verkaufen, denn es gibt niemanden der sie kaufen könnte. Wall Street ist bankrott, wenn Du mich fragst!" Seine Worte gaben mir zu denken. Ich hatte zwar einen plötzlichen Kursverfall kommen sehen - nicht jedoch die schlimmste Panik in der Geschichte der Vereinigten Staaten...."

Erst das Eingreifen des Bankers J.P. Morgan konnte die Situation an der New York Stock Exchange entspannen. Durch einen schnell verfügbaren Kredit von 10 Millionen Dollar, der durch verschiedene Banken getragen wurde, sorgte Morgan dafür, dass sich die prekäre Situation an der New York Stock Exchange entspannte. Die Liquidität am Aktienmarkt konnte dadurch aufrecht erhalten werden und der Verkaufsdruck der Kunden ließ langsam nach. Auch die Bankenszene in New York kam durch ein Zusammenarbeiten verschiedener großer Banken (darunter u.a. Morgan, Baker, Stillman) und anderer Quellen (wie J.D. Rockefeller), die dringend benötige Finanzmittel zur Verfügung stellten, wieder unter Kontrolle. Dennoch ging das Jahr 1907 als eines der schlimmsten der amerikanischen Börsengeschichte in die Analen ein. Am Jahresende notierte der Dow Jones nur noch bei 58,75 Punkten - ein Minus von 37,73 Prozent im Jahresvergleich.

Eine in diesem Zusammenhang interessante Theorie des Schweizer Freiwirtschaftlers Fritz Schwarz beschuldigt übrigens die beiden Wirtschaftsgiganten Morgan und Rockefeller, die Panik des Jahres 1907 absichtlich inszeniert zu haben. Bereits im Juni 1906 sollen sich Morgan und Rockefeller demnach darauf verständigt haben, die Konkurrenz und die Regierung durch eine Deflationskrise in die Knie zu zwingen. Morgan hatte so die Möglichkeit die Konkurrenten \"billig\" zu übernehmen und Rockefeller hätte den Staat unter Druck gesetzt, der seine Standard Oil Company wegen des Verstoßes gegen das Antitrust-Gesetz* verklagen wollte. Ob diese Theorie wahr ist, kann nicht genau bewiesen werden, fest steht aber, dass beide Unternehmer sicher die nötige Finanzmacht besäßen. Zudem sollen Morgans Bedienstete wirklich nach dem Crash eine große Anzahl von Aktien aufgekauft haben - nachweisbar an einem Tag bis zu 100.000 Stück. Kurz nach der Panik im November 1907 wurde das Eigentum der Konkurrenzbank Heinze-Morse-Thomas konfisziert und der Eigentümer zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch wenn die Theorie wahr sein sollte, so zog Rockefeller selber keinen erkennbaren Nutzen aus dieser Zusammenarbeit, da sein Unternehmen im August 1907 zu einer Strafe von 29 Mio. US-Dollar wegen des Verstoßes gegen das Anti-Trust-Gesetz verurteilt wurde. 1911 wurde sein Imperium schließlich per Gerichtsbeschluß in 34 Gesellschaften zerschlagen.

*Das Antitrust-Gesetz geht auf das Jahr 1890 zurück, als Präsident Harrison den Sherman Antitrust Act unterzeichnete, der Kartellen (=Trusts) und Konzernen, die den freien Wettbewerb einschränkten, für ungesetzlich erklärte und Strafen von bis zu 5.000 Dollar oder ein Jahr Gefängnis oder beides vorsah. Am 18. November 1906 klagte die Regierung der Vereinigten Staaten in Missouri auf Zerschlagung von Standard Oil entsprechend dem Sherman Anitrust Act. Angeklagt waren neben dem den Unternehmen Standard Oil of New Jersey sowie 65 der von Standard Oil kontrollierten Unternehmen auch die gesamte Führungsebene u.a. mit John und William Rockefeller, Henry Flager oder Oliver Payne. Der sich über mehrere Jahre hinziehender Prozeß endete schließlich am 5. Mai 1911 in der Zerschlagung der Standard Oil Company.
Gruß Windei
@ alle Interessierten


Surreal, anders läßt sich die aktuelle Lage an den Finanzmärkten nicht beschreiben:

Der Schuldner USA sitzt am längeren Hebel und läßt den Gläubiger

China nach seiner Pfeife tanzen.

Internationale Presseschau vom 30.3.2009
China und das Dollar-Dilemma
von Peggy Pfaff


Ein Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

In einem Interview mit dem Magazin Newsweek unterstützt Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz die Forderung der Poeple?s Bank of China, statt des Dollars die Special Drawing Rights (SDRs) des Internationalen Währungsfonds zur Reservewährung zu machen. "Eine Reservewährung muss stabil sein, und das ist der Dollar nun mal seit geraumer Zeit nicht: Die Bilanz der US-Notenbank ist surreal, die Fed hat sich auf unerforschtes Terrain begeben, wir müssen uns ernsthaft Sorgen machen um die Inflation und ihre Folgen für den Dollar." Die Bedenken Chinas seien somit nachvollziehbar, und letztlich sei das ganze System ungerecht: "Arme Länder leihen den USA Geld zu niedrigsten Zinssätzen." Ein neues, auf den SDRs basierendes System könne funktionieren: "Man müsste das SDR-Volumen verdoppeln und den Ländern anbieten. Statt ihr Geld in Dollarreserven zu pumpen, die nicht dazu beitragen, den Konsum anzukurbeln, könnten sie sich bei einem SDR-Fonds in Höhe von 42,8 Milliarden Dollar bedienen, ihre Einnahmen also ausgeben, statt sie irgendwo zu horten." China bezüglich der Infragestellung des Dollar aggressives Auftreten vorzuwerfen, sei nicht richtig: "China nimmt einfach eine aktivere Rolle ein. Immerhin ist das Land äußerst wettbewerbsfähig, und es hilft den weniger entwickelten Staaten."

Keine großen Erfolgschancen räumt dagegen der Economist dem Vorschlag der People?s Bank of China ein, die SDRs als internationale Reservewährung zu nutzen. Zwar werde der Vorschlag Unterstützung vor allem aus den Schwellenländern erhalten, doch er sei in nicht in naher Zukunft realisierbar. "Es würde Jahre dauern, bis SDRs weithin akzeptiert würden." Derzeit betrage der Wert der SDR-Reserven 32 Milliarden Dollar, weniger als zwei Prozent der chinesischen Devisenreserven - im Vergleich zu elf Billionen Dollar, die China in Form von Wertpapieren des US-Finanzministeriums halte. "Doch es gibt auch politische Hürden: Die USA würden sich dagegen wehren, weil der Verlust des Reservewährungsstatus des Dollars die Kosten für die Finanzierung des Haushalts und des aktuellen Defizits hochtreiben würde." Schließlich habe der Chef der People´s Bank of China selbst John Maynard Keynes´ Vorschlag für eine internationale Währung aus 1940 zitiert. "Dieser beinhaltet auch, dass Länder, die große Devisenreserven anhäufen, mit einer Steuer belegt werden, um die Binnennachfrage anzukurbeln."

Der Business Standard aus Indien wirft China vor, das "Dollar-Dilemma" selbst mit verursacht zu haben: "Asien ist ein Negativbeispiel dafür, wie Reichtum vernichtet wird. Die China Investment Corporation (CIC), die massiv in Anleihen des US-Finanzministeriums investiert hat, wird zurecht kritisiert, hat sie doch große Verluste gemacht." Doch nicht der Wert des Dollars sei das eigentliche Problem, sondern die Sicherheit der erworbenen Wertpapiere. "Chinas Exportindustrie hat bereits 20 Millionen Arbeitsplätze verloren, und das Land kann keine weitere Aufwertung des Yuan verkraften. Klar, dass sich China Sorgen macht wegen seiner Abhängigkeit von Dollar-Wertpapieren." Doch verkaufen komme nicht in Frage: Würde China seine Devisenreserven in Dollar ab- und in anderen Währungen wieder aufbauen, würde der Dollar abstürzen. "Außerdem brauchen die USA die Importe aus China und die Investitionen, um ihre Inflation und ihre Zinssätze niedrig zu halten." Die Lösung könne die Beseitigung des Ungleichgewichts beim Sparen bzw. Anlegen sein: "Die Amerikaner müssen mehr Geld sparen, und die Chinesen müssen mehr konsumieren. Nur so kann das globale Ungleichgewicht auf ein verträgliches Niveau gebracht werden. Alles andere wird unweigerlich dazu führen, dass China große Verluste bei seinen Devisenreserven macht."...

http://www.handelsblatt.com/journal/presseschau/china-und-da…
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.877.593 von windei am 30.03.09 10:20:54Der Schuldner USA sitzt am längeren Hebel und läßt den Gläubiger
China nach seiner Pfeife tanzen.


Tja, das war vorherzusehen. Wer an Finanz-Kriminelle Geld verleiht in so hohen Mengen, der sollte zumindestens über eine gleich starke Armee verfügen, um das "Inkasso" sicherzustellen. Daran wird`s wohl hapern, fürchte ich :cry: Die haben doch wohl nicht die USA mit Tibet verwechselt ? Wer sich in die Abhängigkeit eines einzigen Schuldners begibt, ist dumm. Wenn dieser Schuldner militärisch auch noch um ein Vielfaches stärker ist, dann ist man saudumm !
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.880.876 von Looe am 30.03.09 16:32:45@ Looe,

"Tja, das war vorherzusehen. Wer an Finanz-Kriminelle Geld verleiht in so hohen Mengen, der sollte zumindestens über eine gleich starke Armee verfügen, um das "Inkasso" sicherzustellen. Daran wird`s wohl hapern, fürchte ich weinen Die haben doch wohl nicht die USA mit Tibet verwechselt ? Wer sich in die Abhängigkeit eines einzigen Schuldners begibt, ist dumm. Wenn dieser Schuldner militärisch auch noch um ein Vielfaches stärker ist, dann ist man saudumm !


Damit ist die Lage, in der sich unser Land befindet, präzise beschrieben. Wir haben es in mehr als sechzig Jahren nicht
geschafft, die amerikanischen Besatzungstruppen los zu werden
und zahlen dafür auch noch Mrd. Unterhaltskosten.
Da waren die Ösis schlauer!
Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.882.478 von windei am 30.03.09 19:26:49Merkst du garnicht, wie auf deinen Sch... nur noch wenige Gleichgesinnte eingehen? Aber das reicht dir ja sicherlich.
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.883.196 von Wilbi am 30.03.09 20:49:58@ Wilbi,

auch wenn Sie noch so sehr schimpfen, rummosern, nörgeln,
an den Fakten ändert sich dadurch nichts. Nicht ein Jota!!
Und nur die Fakten werden hier in diesem Thread dargestellt!
Ob es Ihnen paßt oder nicht!
Aber vielleicht schafft Ihnen das Pöbeln, was man ja von Ihnen
auch in anderen Threads nachlesen kann, eine gewisse Erleichterung!
Dann wäre wenigstens ein positiver psychotherapeutischer
Effekt für Ihre Persönlichkeitsentwicklung damit verbunden!
Windei
@ alle Interessierten,

Die Diebe sitzen eben nicht nur in den USA. Jetzt haben auch die
österreichischen Nachbarn mit einem veritablen Finanzskandal zu
kämpfen:

"FINANZSKANDAL IN ÖSTERREICH
Aufsichtsratschef der Meinl Bank festgenommen

Ein veritabler Finanzskandal erschüttert Österreich: Julius Meinl, Aufsichtsratschef der Meinl Bank, wurde Mittwochnacht festgenommen. Laut einem Magazinbericht werfen Ermittler ihm unter anderem Anlegerbetrug und Untreue vor.

Wien - Schock für die österreichische Bankenbranche: Die Meinl Bank hat am Donnerstag die Festnahme von Julius Meinl bestätigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank sei Mittwochnacht im Anschluss an ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Wien festgenommen worden, teilte das Institut mit.

Zu den Hintergründen wollte die Bank keine Angaben machen. Das Geldhaus betonte, dass die Festnahme keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb habe. Die Lage des Instituts sei stabil und die Einlagen sicher, hieß es.

Das Magazin "Format" berichtet unter Berufung auf die Wiener Staatsanwaltschaft, Meinl werde Anlegerbetrug, "Provisionsschinderei" und Untreue im Zusammenhang mit der Affäre um das Immobilienunternehmen Meinl European Land (MEL) vorgeworfen. Grund für die Inhaftierung sei Fluchtgefahr gewesen. Meinls Anwalt Herbert Eichenseder war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Die MEL firmiert heute unter dem Namen Atrium European Real Estate und wird inzwischen von der Citigroup und der israelischen Gazit Globe kontrolliert. Der auf Osteuropa spezialisierte Immobilienentwickler kam wegen eines umstrittenen Aktienrückkaufprogramms in die Schlagzeilen. Meinl-Anwalt Eichenseder hatte bisher betont, stets in vollstem Umfang mit den Behörden zu kooperieren.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,616955,00.html


Gruß windei
@ alle Interessierten,
der Wirtschaftsnobelpreisträger Stiglitz klingt inzwischen fast wie ein Mitglied der Linkspartei. Zitat:

Stattdessen wird das Geld wahllos den Bankern hinterhergeworfen, und die zahlen sich dafür Milliarden an Boni und Dividenden aus. Wir Steuerzahler werden praktisch ausgeraubt, um die Verluste einiger sehr wohlhabender Leute zu verringern. Das muss sich dringend ändern.

Nachfolgend das vollständige Interview:

US-ÖKONOM STIGLITZ
"Deutschland muss mehr tun"

Die Industriestaaten geben Billionen aus, um die Krise zu bekämpfen. Zu wenig, kritisiert US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz: Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht er über Fehler bei der Bankenrettung, zaghafte Politiker - und erklärt, warum wir trotzdem glimpflicher davonkommen als in der Großen Depression.

SPIEGEL ONLINE: Herr Stiglitz, viele Ökonomen vergleichen die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Großen Depression. Wird es wirklich so schlimm?

Stiglitz: Es wird schlimm, sehr schlimm. Wir erleben den tiefsten Wirtschaftseinbruch nach dem Krieg, und wir haben die Talsohle noch nicht erreicht. Ich bin sehr pessimistisch. Zwar reagieren die Regierungen heute besser als während der Weltwirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert. Sie senken die Zinsen und kurbeln die Wirtschaft mit Konjunkturprogrammen an. Das geht in die richtige Richtung, aber es reicht nicht aus.

SPIEGEL ONLINE: Die US-Regierung hat mehr als eine Billion Dollar für die Bankenrettung und 789 Milliarden Dollar als Konjunkturspritze eingesetzt. Wollen Sie behaupten, das ist zu wenig?

Stiglitz: In der Tat. Mehr als 700 Milliarden klingt viel, ist es aber nicht. Zum einen wird ein Großteil des Geldes erst im kommenden Jahr ausgegeben und kommt damit zu spät. Zum anderen versickert ein Drittel in Steuersenkungen. Die bringen den Konsum nicht richtig in Schwung, weil die Leute einen Großteil des Geldes sparen. Ich befürchte, dass die Wirkung des US-Konjunkturprogramms nicht einmal halb so groß ausfallen wird wie erwartet.

SPIEGEL ONLINE: Immerhin stemmen sich die Regierungen weltweit der Rezession entgegen, anders als in der Weltwirtschaftskrise, in der sie mit ihrer Sparpolitik den Abschwung noch beschleunigten.

Stiglitz: Das stimmt, und deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass wir glimpflicher davonkommen als in der Großen Depression. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Entwicklungen, die mich sehr besorgt stimmen. Der Zustand unseres Finanzsystems zum Beispiel ist heute schlechter als vor knapp 80 Jahren.

SPIEGEL ONLINE: Damals sind in den USA Hunderte von Banken zusammengebrochen. Heute werden die großen von der Regierung gerettet. Was ist daran schlecht?

Stiglitz: Vor 80 Jahren haben die Banken, die überlebt haben, weiter Geld verliehen. Heute verleihen viele Banken kein Geld mehr, vor allem nicht die großen Häuser. Dadurch wird die Krise verschärft.

SPIEGEL ONLINE: Das soll der Rettungsschirm der US-Regierung doch verhindern. Die Banken erhalten Geld vom Staat, damit sie weiter Kredite vergeben.

Stiglitz: So ist es gedacht, aber so funktioniert es nicht. Stattdessen wird das Geld wahllos den Bankern hinterhergeworfen, und die zahlen sich dafür Milliarden an Boni und Dividenden aus. Wir Steuerzahler werden praktisch ausgeraubt, um die Verluste einiger sehr wohlhabender Leute zu verringern. Das muss sich dringend ändern.

SPIEGEL ONLINE: Was schlagen Sie vor?

Stiglitz: Wir müssen unser Rettungsprogramm für den Finanzsektor neu ausrichten. Zum einen sollten vor allem jene Banken Geld von Regierung bekommen, die es tatsächlich verleihen, also eher die kleinen und mittleren Geldhäuser aus der Provinz und weniger die großen Wall-Street-Institute. Zum anderen muss die Regierung die Konsequenzen ziehen, wenn Banken zahlungsunfähig werden...

SPIEGEL ONLINE: ...und sie pleitegehen lassen?

Stiglitz: Nein, sie muss sie retten, weil die Folgen für das Finanzsystem sonst unkalkulierbar wären. Aber im Gegenzug müssen diese Institute verstaatlicht werden, so wie es inzwischen sogar der ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan fordert. Dann kann die Regierung jene Geschäftsfelder schließen, die mit der Kreditvergabe nichts zu tun haben, und in den übrigen sicherstellen, dass die Banken keine esoterischen Wertpapier-Wetten mehr veranstalten, die sie selber nicht verstehen.

SPIEGEL ONLINE: Die Welt ist heute wirtschaftlich viel verflochtener als in den zwanziger oder dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Macht das den Kampf gegen die Wirtschaftskrise leichter?
Stiglitz: Im Gegenteil, er wird schwerer. Wenn ein Land heute ein Konjunkturprogramm auflegt, geht ein Großteil des konjunkturellen Impulses ins Ausland. Eine US-Firma beispielsweise, die einen Staatsauftrag zum Straßenbau erhält, kauft Maschinen in Deutschland, Betonteile in Mexiko oder Ingenieurleistungen in Großbritannien. Entsprechend groß ist der Anreiz, vom Konjunkturpaket des Nachbarn zu profitieren, aber möglichst wenig selbst zu tun. Dafür gibt es nur eine Lösung: Die Konjunkturpolitik muss international koordiniert werden, schon um die gefährlichen weltweiten Ungleichgewichte abzubauen.

SPIEGEL ONLINE: Wie meinen Sie das?

2. Teil: "Die Amerikaner sind total überschuldet"

Stiglitz: Die USA waren jahrelang die Konjunkturlokomotive der Welt. Sie haben mehr Güter aus dem Ausland importiert, als sie dorthin ausgeführt haben, zur Freude der Produzenten in Asien oder Europa. Doch dieses Modell funktioniert nicht mehr. Die Amerikaner sind total überschuldet, sie können ihren Verbrauch nicht steigern, sondern müssen sparen. Deshalb ist es erforderlich, dass nun andere das weltweite Wachstum stärken.

SPIEGEL ONLINE: So sieht das auch die Regierung in Washington. Sie fordert insbesondere von exportstarken Ländern wie Deutschland, weitere Konjunkturpakete zu schnüren. Halten Sie das für gerechtfertigt?

Stiglitz: Unbedingt. Exportüberschüsse sind in Zeiten der Wirtschaftskrise kontraproduktiv. Sie müssen abgebaut werden, zum Beispiel durch Konjunkturprogramme. Der Ökonom John Maynard Keynes war sogar der Auffassung, dass Überschuss-Länder in Krisenzeiten besteuert werden müssten.

SPIEGEL ONLINE: Die werden sich bedanken.
Stiglitz: Deshalb würde ich auch so weit nicht gehen. Mein Vorschlag lautet, dass Länder mit einem positiven Leistungsbilanz-Saldo einen Teil ihrer Überschüsse an den Weltwährungsfonds abführen sollten. Dieser kann dann damit die Konjunktur in Entwicklungsländern ankurbeln oder verhindern, dass in Osteuropa die Wirtschaft kollabiert.

SPIEGEL ONLINE: Die Weltwirtschaftskrise nach 1929 kam erst richtig in Fahrt, als die Regierungen ihre jeweiligen Länder vom internationalen Handel abgeschottet haben. Ist diese Gefahr gebannt?

Stiglitz: Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Länder wieder zu offenem Protektionismus übergehen. Was ich befürchte, sind indirekte Abschottungsmaßnahmen wie Kredithilfen oder Subventionen. Die Folgen wären allerdings nicht weniger gravierend. Es droht eine Welle heimlicher Handelshemmnisse, die den globalen Austausch ähnlich stark hemmen könnten wie Zollerhöhungen.

SPIEGEL ONLINE: Jetzt treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen in London, um über die Regulierung der Finanzmärkte zu sprechen. Wird das Treffen ein Erfolg?

Stiglitz: Ich bin skeptisch. Die amerikanische Regierung spricht zwar viel von stärkerer Regulierung der Finanzmärkte. Aber ich habe Zweifel, dass sie es ernst meint. Die USA waren schon immer Meister darin, eine vermeintliche Regulierungsmaßnahme in eine weitere Deregulierung umzumünzen.

SPIEGEL ONLINE: Erwarten Sie das auch von der neuen Regierung Barack Obamas?

Stiglitz: Obama selbst hat in vielen Reden deutlich gemacht, dass er die Casinogeschäfte der US-Finanzindustrie wirksam unterbinden will. Aber Obama steht unter dem Druck der Wall Street. Und auch in seinem eigenen Regierungsteam gibt es viele Beamte, die höchstens für kosmetische Korrekturen zu haben sind.

SPIEGEL ONLINE: Die USA wenden sich gegen zu viele Auflagen für die Finanzmärkte, Deutschland will möglichst keine weiteren Konjunkturpakete. Kann beim G-20-Gipfel überhaupt viel herauskommen?

Stiglitz: Die Regierungen werden Worte finden, um ihre Konferenz als Erfolg zu verkaufen. Wenn sie etwas können, dann das. Alle werden sagen, dass mehr Regulierung nötig sei und dass man eine Balance zwischen nationaler Souveränität und einem gemeinsamen Vorgehen in der globalisierten Welt benötige. Aber wie viel Substanz wird hinter den Worten stecken? Da bin ich skeptisch.

SPIEGEL ONLINE: Die Finanzkrise hat das Wirtschaftsmodell des finanzgetriebenen Turbokapitalismus schwer beschädigt. Wird es nun zu einer Renaissance der Staatswirtschaft kommen?

Stiglitz: Das glaube ich nicht. Der Fall der Berliner Mauer enthielt die klare Botschaft, dass der Kommunismus als ökonomisches System nicht funktioniert. Der Zusammenbruch der Lehman-Bank am 15. September 2008 wiederum hat gezeigt, dass der ungezügelte Kapitalismus ebenfalls nicht funktioniert.

SPIEGEL ONLINE: Gehört möglicherweise autoritären Systemen wie dem chinesischen die Zukunft?

Stiglitz: Neben den beiden Extremen Kommunismus und Kapitalismus gibt es noch Alternativen, zum Beispiel den skandinavischen oder den deutschen Weg. Das chinesische System hat der Bevölkerung durchaus Wohlstand gebracht, allerdings um den Preis grober Verstöße gegen die Menschenrechte. Das deutsche Sozialstaatsmodell hingegen hat sehr gut funktioniert. Es könnte auch ein Vorbild für die neue US-Regierung sein.

SPIEGEL ONLINE: Die Krise begann in Amerika, griff auf die anderen Industriestaaten über und bedroht jetzt massiv die Schwellen- und Entwicklungsländer. Ist das Ziel der Uno-Mitgliedstaaten, bis 2015 die Armut weltweit zu halbieren, noch erreichbar?

Stiglitz: Da wir nicht wissen, wie lange die Krise noch dauert, wird es sehr viel schwieriger werden, das Versprechen einzuhalten. Pessimistisch stimmt mich auch, dass zum Beispiel in den USA jetzt darüber diskutiert wird, ob wir uns in der Krise die Entwicklungshilfe noch leisten können. Aber es gibt auch Länder wie Japan und Deutschland, die ihre Zahlungen an IWF und Weltbank erhöhen, um der Dritten Welt zu helfen.

SPIEGEL OLINE: Wird Afrika der große Verlierer der Krise?

Stiglitz: Das befürchte ich, denn schon das hohe Wachstum von sechs Prozent in den vergangenen Jahren in Afrika hat nicht ausgereicht, um die Armut nachhaltig zu bekämpfen. Viele Länder des Kontinents, deren koloniales Erbe vor allem eine schlechte Infrastruktur und niedriger Bildungsstandard ist, haben einseitig auf steigende Rohstoffpreise gesetzt. Das war eine riskante Strategie. Zudem hat die Politik des IWF teilweise zur Deindustrialisierung beigetragen. Wir haben es nicht geschafft, eine tragfähige Basis für die afrikanischen Volkswirtschaften aufzubauen.

SPIEGEL ONLINE: Weltbankpräsident Robert Zoellick hat gefordert, die Industriestaaten sollten 0,7 Prozent ihrer Rettungsprogramme in die Entwicklungsländer lenken. Ein guter Vorschlag?

Stiglitz: Das ist viel zu wenig. Nehmen Sie das US-Beispiel: Vom 789-Milliarden-Dollar-Programm würden alle Länder rund 5,5 Milliarden Dollar erhalten. Das ist mehr als nichts, aber nur ein Tropfen verglichen mit dem, was die Länder brauchen, nämlich eine zusätzliche Finanzierung von bis zu 700 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr.

SPIEGEL ONLINE: In Deutschland beschwert sich die Opposition jetzt schon, dass die Regierung Konjunkturgelder für die Infrastruktur in Entwicklungsländern bereitstellt.

Stiglitz: Umso mehr müssen die Regierungen die Bevölkerung überzeugen, dass es in unserem eigenen Interesse liegt, dass alle Volkswirtschaften wachsen. Wenn im Osten Banken pleitegehen, schwächt das die westeuropäischen Banken und entsprechend US-Geldinstitute. Wenn wir etwas aus der Finanzkrise lernen können, dann dies: Die Globalisierung ist nicht zu stoppen, sie muss gemanagt werden, sonst funktioniert die Weltwirtschaft nicht.

Das Interview führte Michael Sauga


ZUR PERSON
REUTERS
Joseph Stiglitz, Jahrgang 1943, zählt zu den großen Ökonomen der Gegenwart. Er lehrt an der New Yorker Columbia- Universität. In den neunziger Jahren war er Wirtschaftsberater von US- Präsident Clinton. Von 1997 bis 2000 arbeitete Stiglitz als Chefökonom der Weltbank, die er im Streit um den richtigen Weg im Kampf gegen Armut verließ. Sein wissenschaftliches Spezialgebiet ist die Theorie des Marktversagens. Für die Analyse von Märkten mit ungleicher Verteilung von Informationen erhielt er im Jahr 2001 gemeinsam mit George Akerlof und Michael Spence den Wirtschaftsnobelpreis.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,616745-2,00.html


Das ist viel Stoff zum Nachdenken, insbesondere für die Marktradikalen!

Gruß Windei
@ alle Interessierten,

nun ist der G-20 Gipfel zu Ende und es wird Zeit, ein erstes Fazit zu
ziehen. Auch für uns, die wir uns in diesem und anderen Threads um eine seriöse Analyse der aktuellen Situation/Lage/Ursachen der aktuellen Wirtschaftskrise bemüht haben, sollte nun der Zeitpunkt
gekommen sein, einmal inne zu halten und den eigenen Standpunkt/die
eigenen Einschätzungen zu überprüfen. Dies kann immer nur eine subjektive Sichtweise sein, die sicher dem Einen oder der Anderen nicht gefallen wird, aber sei es drum, man kann es eh´niemals allen
Recht machen. Also hier meine persönliche Analyse:

Das Fazit vorne weg: Mit wohlfeilen Worten wurde die schwärende Wunde des quasi kollabierten Finanzsystems zugepflastert, die Pestbeule aber nicht aufgeschnitten, der Eiter nicht entfernt, die Ursachen dafür nicht ansatzweise beseitigt.
Dazu die Beispiele:

1. Leerverkäufe sind weiterhin erlaubt.(Nach der ersten
Weltwirtschaftskrise waren sie sogar in den USA zeitweise
verboten!!) Also dürfen die A. Merckles dieser Welt weiter
die Kurse auch solidester Aktien manipulieren!

2. Die finanzpolitischen Massenvernichtungswaffen, bleiben
weiterhin in der Hand der Spieler und Zocker. Über
Swap-Geschäfte können weiterhin Termine/Laufzeiten/Zinssätze
u.ä. getauscht und Wetten auf die Zukunft abgeschlossen werden.
Was soll´s, die Insolvenz der AIG trägt doch sowieso der
amerikanische und europäische Steuerzahler!!

3.Und dass die meisten Rechenmodelle der Hedgefonds nur bedingt
funktionieren, weil die Risokowahrscheinlichkeiten nur
unzureichend mathematisch beschrieben werden können, weil
das Herdenverhalten der Marktteilnehmer und ihr komplexes
Beziehungsgeflecht untereinander auch die besten IT-
Programme überfordern, ist überhaupt kein Grund, über ein
Verbot der Hedgefonds nachzudenken.

4.Dass Privat- Equity Firmen mit riesigem Fremdkapitaleinsatz
solide Firmen aufkaufen und sie aussaugen, indem sie mittels
völlig überhöhter Dividendenzahlungen die Eigenkapitalbasis
ruinieren(s. Boss), macht doch nichts. Die Sozialsyteme in
Deutschland und den anderen EU- Ländern mildern doch die Folgen
der notwendig werdenden Massenentlassungen!

5.Und die Ratingagenturen Moodys, Fitch u.a. die mit ihren
Gefälligkeitsratings maßgeblich zu diesem Finanzschlamassel
beigetragen haben. Verstaatlichen? Pfui Deibel, das ist
doch Kommunismus pur!! Kontrolle reicht doch völlig aus!!
Nur woher die dafür qualifizierten Experten nehmen?
Ach das wird schon irgendwie!

6.Ach ja, das riesige Leistungsbilanzdefizit der USA!
Unwichtig, bedarf keiner Diskussion, geschweige denn
einer gründlichen Beratung und Analyse der Lösungs-
möglichkeiten. Wir inflationieren den Dollar,
zwingen die solide wirtschaftenden Chinesen, Deutschen
Franzosen höhere Anteile an den IWF zu zahlen, dessen
Chef der Jude Dominic Straus- Kahn ist.
Das ganze erinnert wieder so frappierend an die Zeit der
römischen Kaiser Titus, Hadrian u.a. 70- ca. 130 n.Chr. Wenn die
Gold für ihre Bauprojekte in Rom brauchten, war mal wieder
ein Feldzug fällig. Die damals recht wohlhabenden Daker
wurden so tributpflichtig.
Ein lästernder Kaberettist würde formulieren:
Das war der Anfang für die Finanzprobleme der Bulgaren und
Rumänen.
Aber Spaß beiseite: heute müssen die Iraker und Afghanen daran
glauben, es geht nicht mehr um Gold, sondern Öl und Gas und
sichere Pipeline- Routen.

Nun aber genug der pessimistischen Worte. Habe mir selbst bis
Zum 20. des Monats eine Schreib-Lese- und Börsenpause verordnet.
Muss nach den Turbulenzen der letzten Monate meinen eigenen
Standpunkt überprüfen. Vor allem die Frage überprüfen, ob ich
in meinem Alter noch bereit bin, die notwendige Disziplin
aufzubringen, mich so intensiv wie bisher mit Politik und
Wirtschaft auseinander zu setzen. Denn ohne diese
Disziplin braucht man gegen die großen
Spieler an der Börse erst gar nicht anzutreten. Und die G-20
haben ja beschlossen, diesen Akteuren auch weiterhin keine Zügel
anzulegen.
Also werde ich mich intensiv meiner Familie widmen, die Osterzeit
genießen, in der Natur ein Stückchen des anbrechenden Frühlings
zu erleben.
Deswegen allen Mitlesern/-diskutanten eine schöne Osterzeit!

Gruß Windei
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.912.546 von windei am 03.04.09 10:17:02Danke windei, war immer sehr interessant von Dir zu lesen.

Bin gschpannt wie lange Deine selbstauferlegte Disziplin hält,
gegenwärtig überschlagen sich die Ereignisse,
es will kommentiert werden,
sonst wird der Hals zu voll,
und das kann drücken.:kiss:
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.912.774 von Goldwalla am 03.04.09 10:42:45Danke windei, war immer sehr interessant von Dir zu lesen.

Schließe mich dem Dank an.

Gruß Looe
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.918.103 von Looe am 03.04.09 20:44:35@ Looe, Goldwalla und die vielen anderen Mitleser und Mitdiskutanten

Zunächst einmal herzlichen Dank für Eure aufmunternden Worte.

Wenn ich dass so sehe, dann hat sich außer steigender Börsenkurse
nicht viel geändert!
Wobei es mich natürlich sehr freut, dass sich die Verluste in den Depots vieler Anleger erheblich verringert haben, sofern sie nicht
vor Wochen panikartig verkauft haben.
Aber die Schweinereien und Betrügereien bleiben die selben. Und
die Vertreter der Obama- Regierung mittendrin und nicht nur dabei!
Und damit stellt sich die folgende Frage: Hat Obama ein so schlechtes Urteilsvermögen oder ist er gar nicht Herr seiner Entscheidungen?
Da er viel zu intelligent ist, vermute ich letzteres!


Dazu das folgende Beispiel:

"INVESTMENTSKANDAL
Ermittler jagen New Yorks Rentenfonds-Trickser
Von Marc Pitzke, New York
Ein weiterer Betrugsskandal erschüttert die Wall Street: Investmentfirmen sollen sich durch Bestechung Zugriff auf Pensionsgelder des Staates New York gesichert haben. Zwei Ex-Angestellte der Landesregierung wurden bereits angeklagt - auch ein Top-Berater von Barack Obama gerät ins Visier.
New York - Die Geschichte ist mittlerweile so verworren, dass die "New York Times" sich genötigt sah, sie mit einer bunten Pfeilgrafik zu illustrieren. Trotzdem haben die meisten Amerikaner, der Wall-Street-Skandale längst müde, bis heute keine Ahnung, worum es in der aktuellen Finanzaffäre geht. Und das, obwohl dies sicher eine der größten vermeintlichen Schiebereien am wichtigsten US-Finanzplatz ist, die es hier in jüngster Zeit gegeben hat.

Finanzplatz New York: "Weit verzweigtes Netz" aus Korruption
Es geht um einen Fall, der eigentlich schon seit einigen Jahren vor sich hinköchelt, bisher jedoch als ein eher stilles Ermittlungsverfahren, das sich lange nur auf Albany beschränkte, die Hauptstadt des US-Bundesstaats New York. Jetzt aber zieht die Affäre plötzlich weite Kreise.
So weite Kreise, dass sich inzwischen auch ein Top-Berater von Präsident Barack Obama darin verstrickt sieht. Er teilt diese fragwürdige Ehre mit einem der bekanntesten Private-Equity-Unternehmen der USA und mit den glücklosen Produzenten einer Filmklamotte, die bei Publikum wie Kritikern gnadenlos durchfiel.
Geldschieber im Provinzparlament
Die Sache begann als eher unspektakuläre Kungelei eines Politikers, die mit der Wall Street wenig zu tun zu haben schien: Alan Hevesi, damals Chef-Rechnungsprüfer New Yorks und ein aufstrebende Star der Landes-Demokraten, trat Ende 2006 von seinem Amt zurück. Er hatte seine kranke Frau auf Kosten der Steuerzahler herumchauffieren lassen und das als "Sicherheitsmaßnahmen" gerechtfertigt.
Hevesi zahlte mehr als 200.000 Dollar Strafe und Rückerstattung. Damit schien die Sache erledigt. Doch die Staatsanwaltschaft war alarmiert: Sie setzte ihre Ermittlungen im Umfeld Hevesis fort - diskret, ohne Aufsehen, und doch beharrlich.
Was die Fahnder seither glauben aufgedeckt zu haben, beschreiben sie als ein "weit verzweigtes Netz" aus Korruption, bei der Investmentkonzerne, "Heuschrecken" und Politiker sich einander in die Hände spielten und offenbar Millionen zuschacherten. Dutzende Wall-Street-Firmen sind bereits in die Ermittlungen hineingesogen worden. Betroffen sind einige der Top-Namen aus der New Yorker Polit- und Finanzszene.
"Dies trifft ins Herz der öffentlichen Integrität", sagte der von der Wall Street gefürchtete New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo, der die Ermittlungen übernommen hat. "Je länger die Intrige andauert, umso dreister wird sie."
Im Zentrum stehen zwei ehemalige Top-Mitarbeiter Hevesis: Hank Morris und David Loglisci. Morris war einst ein prominenter Polit-Berater der Demokraten, der unter anderem die erfolgreichen Wahlkämpfe des US-Senators Charles Schumer 1998 und 2004 mit inszeniert hatte. Loglisci war - als Hevesis Vize - von Amt her der Chef-Investmentmanager der New Yorker Pensionskasse, über die die jetzt aufgedeckten Betrügereien abgewickelt worden sein sollen.
Schon 2007 fand die "New York Post" eine treffliche Schlagzeile für den Fall: "Pensions-Stinker."
Die beiden Herren fungierten als finanzielle Schaltstelle in Hevesis Büro: Sie bestimmten, in welche Wall-Street-Investmentfonds die Pensionskasse ihre Gelder investierte - nach jüngster Rechnung rund 122 Milliarden Dollar, immerhin aus einem der größten Landes-Rentenpools der USA. Die Fonds zahlten im Gegenzug eine Gebühr.
Das allein ist weder unüblich noch unkoscher. Morris und Loglisci sollen ihre Machtposition aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft zur eigenen Bereicherung ausgenutzt haben, indem sie den Zugang zu den Pensionsgeldern bei interessierten Finanzfirmen meistbietend verscherbelt hätten. Die Anklageschrift gegen die beiden enthält 123 einzelne Anklagepunkte - ein "Netz aus korrupten Aktionen, sowohl für politischen wie persönlichen Gewinn".
Morris' Anwalt erklärte, sein Mandant habe sich bei den Investments stets an die Gesetze gehalten. Logliscis Advokat sagte, die Anklage beruhe auf falschen und irreführenden Behauptungen.

Parallel hat die US-Börsenaufsicht SEC Morris und Loglisci wegen Anlagebetrugs angezeigt. Und das soll erst der Anfang sein: "Wir rechnen mit weiteren Anklagen", sagte Cuomo vorige Woche. "Wir sind dabei, andere Fälle aufzuarbeiten."
Es ist ein Monopoly mit Rentengeldern: Cuomos Anklage nennt mehr als ein Dutzend Wall-Street-Unternehmen - ohne sie aber bisher einer Mittäterschaft zu beschuldigen. Der Staatsanwalt droht indes mit weiteren Enthüllungen: "In vielen dieser Fälle haben die Investment-Manager der Firmen Bescheid gewusst."
Einige Namen identifizierten die US-Medien schon jetzt in den Akten der SEC. Ganz oben auf der Liste: die in Washington politisch bestens verdrahtete Carlyle Group - eine der größten Privatbeteiligungsgesellschaften der Welt.
MEHR ÜBER...
Die Carlyle Group - die derzeit rund 90 Milliarden Dollar verwaltet, davon rund 1,5 Milliarden Dollar aus dem New Yorker Pensionsfonds - zieht seit langem die Polit-Prominenz an. Unter ihren einstigen bezahlten Top-Beratern: Ex-Präsident George Bush senior, Ex-Außenminister James Baker und der britische Ex-Premierminister John Major. Carlyle ist schon oft in die Kritik geraten, unter anderem wegen früherer Verbindungen zu Angehörigen des Qaida-Chefs Osama Bin Laden.
Cuomos jetziger Vorwurf hat juristisch freilich etwa mehr Sprengkraft: Gemeinsam mit einer weiteren kleineren Investmentgruppe soll Carlyle insgesamt zehn Millionen Dollar an die Brokerfirma Searle & Co. gezahlt haben, als Gegenleistung für den Rentenauftrag der Regierung, den Searle an Carlyle/Riverstone vermittelt habe. Searle wiederum habe die Hälfte dieser Summe an Hevesis Berater Morris weitergereicht - als "Kommission".
Obamas Berater gerät ins Visier der Ermittler
Die Carlyle Group streitet jedes kriminelle Verhalten ab und hat versichert, sie "kooperiere voll" mit Cuomos Fahndern. "Wir verstehen dies als branchenweite Ermittlungen, bei denen wir nicht im Mittelpunkt stehen", erklärte Firmensprecher Christopher Ullman. Searle erklärte der US-Presse, man habe keine Kenntnisse über ein mögliches Fehlverhalten.
Noch ein prominenter Name spukt in diesem Zusammenhang durch die US-Presse: der des Finanzjongleurs Steve Rattner. Besonders brisant: Rattner steuert als zentraler Mann des Weißen Hauses die Sanierung der Autoindustrie. Unter anderem soll er die angeschlagenen Hersteller General Motors und Chrysler vor dem Untergang retten.
Die von Rattner mitgegründete Private-Equity-Firma Quadrangle soll der "New York Times" und anderen Medien zufolge ebenfalls über Searle mehr als eine Million Dollar gezahlt haben, um sich einen Batzen Geld aus der Rentenkasse zu sichern. Das Weiße Haus nahm ihn in Schutz: "Ihm wird kein Fehlverhalten vorgeworfen", beharrte Regierungssprecher Robert Gibbs. "Und es ist auch unwahrscheinlich, dass er angeklagt wird." Rattner, so Gibbs, habe Obama schon vor längerer Zeit über die Ermittlungen informiert.
Quadrangle ist in der Anklage gegen die beiden Hevesi-Partner auch noch in einem anderen Zusammenhang genannt. Und zwar geht es da um "Chooch", einen erfolglosen, weithin verrissenen B-Movie über einen Tolpatsch aus Queens. Produzenten des Streifens: Loglisci und seine Brüder, die dazu den Ermittlungen zufolge auch indirekte Quadrangle-Gelder investiert hatten. Der Film fiel in den Kinos durch, die Produzenten verdienten aber durch den Verkauf der DVD-Vertriebsrechte an eine Quadrangle-Tochter rund 90.000 Dollar.
Der Fall dürfte weitere Konsequenzen haben. Er offenbart eine Praxis, die nicht nur in New York, sondern auch in anderen US-Staaten gang und gäbe ist: Hedgefonds und Private-Equity-Gruppen heuern im Wettbewerb um die Pensionsgelder der Landesregierungen Mittelsmänner, Zwischenfirmen und Broker an, die ihrerseits lukrative Gebühren kassieren. Interessenkonflikte liegen da nahe. In Connecticut etwa wurde bereits vor zehn Jahren der Ex-Schatzmeister in einem ähnlichen Fall unter anderem wegen Bestechung verurteilt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619919-2,00.html
Gruß Windei
@ alle Interessierten,

ob die nachfolgende Warnung noch rechtzeitig kommt?:D

Kritik an Bankenhilfen
US-Rettungspaket lockt Betrüger

Mit Milliardensummen stützt Washington das Bankensystem. Der Chefprüfer wittert allerdings die Gefahr, dass der Staat über den Tisch gezogen wird. Im Fall der Citigroup verlor die öffentliche Hand schon viel Geld.

Der Chefprüfer des 700-Mrd.-$-Rettungspakets der US-Regierung für die Finanzbranche (Troubled Assets Relief Program, Tarp) hat vor einem Missbrauch des Hilfstopfs gewarnt. Das Programm sei anfällig für Betrügereien und benötige wegen möglicher Interessenskonflikte strenge Regeln, forderte Neil Barofsky am Dienstag in seinem zweiten Quartalsbericht.

Insbesondere das Programm zur Auslagerung belasteter Wertpapiere mit staatlicher und privater Hilfe (Public-Private Investment Program for Legacy Assets, PPIP) laufe Gefahr, ausgenutzt zu werden. Derzeit werde in rund 20 Fällen ermittelt. Die Bandbreite der Vorwürfe reiche vom Verdacht des Betrugs bis hin zum Insiderhandel, hieß es weiter. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die US-Regierung will mit dem Rettungspaket ins Trudeln geratenen Finanzinstituten unter die Arme greifen. Dem Bericht zufolge wurden bis zum 31. März 590,4 Mrd. $ aus dem Topf vergeben. Besonders groß fiel die Unterstützung für die Citigroup, den Versicherungskonzern American International Group (AIG) und die Bank of America aus. Im Fall der Citigroup garantiert der Staat 301 Mrd. $ an Problempapieren. Die Verluste beliefen sich bisher auf 900 Mio. $, schrieb Barofsky.

Die Rettungshilfen für die Wall Street werden von Experten schon seit längerem kritisch gesehen. Viele Beobachter bemängeln die fehlende Transparenz und die laxe Kontrolle des Finanzministeriums über die Vergabe staatlicher Gelder. Ein vom US-Kongress eingesetzes Expertengremium - das "Congressional Oversight Panel" unter dem Vorsitz von Harvard-Professorin Elizabeth Warren - mahnte die Regierung vor kurzem, das Top-Management von staatlich gestützten Banken häufiger auszuwechseln und auch Schließungen von Geldhäusern nicht kategorisch abzulehnen.

US-Finanzminister Geithner will den Banken das Rückzahlen des Staatsgelds erschweren

Die Wall Street selbst ist ebenfalls über die staatlichen Hilfen nicht glücklich. Sie ärgert sich über die aus ihrer Sicht zu harten Auflagen. Goldman Sachs und JP Morgan kündigten bereits an, das Kapital vorzeitig zurückzahlen zu wollen. US-Finanzminister Timothy Geithner ist darüber aber nicht begeistert.

Gegenüber dem "Wall Street Journal" stellte er klar, dass die finanzielle Stabilität einer Bank nicht das einzige Kriterium sei, das für eine vorzeitige Rückzahlung erfüllt sein müsse: "Wir wollen sicherstellen, dass das Finanzsystem nicht nur stabil ist, sondern auch nicht zu einer Verschärfung des wirtschaftlichen Abschwungs beiträgt", sagte Geithner. Das Problem für die Behörde: Die Stresstests sind noch nicht abgeschlossen. Zahlen nun einige Banken das Staatsgeld zurück, wird das auch von den restlichen Instituten erwartet - was eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang setzen könnte.
http://www.ftd.de/politik/international/:Kritik-an-Bankenhil…
@ alle Interessierten,
die Gehirne von Juristen scheinen in der Tat
anders strukturiert zu sein als die von uns normal
Sterblichen. Denn anders lässt sich nicht erklären,
wie „honorige“ Professoren in ihren Gutachten zu
dem Ergebnis kommen können, dass das FMStBG
Gesetz des Bundes verstoße gegen das GG.
Haben diese so genannten Akademiker denn nicht
gemerkt, dass der Markt Herrn Flowers bereits ent-
eignet hat? Der Bund ihn also gar nicht mehr enteignen
kann!! Denn gäbe es dieses Angebot des Bundes und das
FMStBG nicht, gäbe es gar keine HRE mehr. Der Wert der An-
teilsscheine des Herrn Flowers läge bei dem der Gontard
und Metallbank die Insolvenz anmelden mußte, also bei 0,013 Euro, einem reinen Spekulationswert. Was also faktisch den Wert Null hat,kann gar nicht mehr enteignet werden. Es war ja auch
vergnüglich mit anzusehen, wie sich die Herren Brüderle und
Westerwelle von dieser Fang den Pimmel Partei in der
Bundestagsdebatte mit geradezu rührender Inbrunst für die
Interessen des Großspekulanten Flowers ins Zeug legten,
der als typische Heuschrecke nur dem Deutschen Volk weitere
Millionen aus der Tasche ziehen will.Auch das Handelsblatt
faselt nur etwas von Sanierungsfall, während es richtigerweise
Insolvenzfall heißen müßte. Deutsche Arbeiter,
die ihre Arbeitsplätze, Betriebsrenten und Rentenersparnisse
durch die Finanzkrise verloren haben, würden sich wünschen,
dass die beiden Juristen Brüderle und Westerwelle mit der
gleichen Leidenschaft für ihre Interessen kämpften.
Gruß Windei

HRE-Aktionär Flowers wappnet sich für Klage,

Der Finanzinvestor Christopher Flowers rüstet sich mit zwei Rechtsgutachten für eine Klage gegen seine drohende Enteignung bei der angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE). „Die Ergebnisse sind eindeutig“, hieß es im Umfeld des Investors.
Der Immobilienfinanzierer HRE ist ein Sanierungsfall.

Sowohl das Rettungsübernahmegesetz (RettungsG) als auch das Finanzmarktstabilisierungsbeschleunigungsgesetz (FMStBG) des Bundes verstießen klar gegen das Grundgesetz. Hinzu kämen Verstöße gegen das Europarecht. Dies sei das Fazit der Jura-Professoren Matthias Rossi und Ivo Appel von der Universität Augsburg sowie Gregor Bachmann aus Trier.
Ob Flowers tatsächlich Klage einreicht, ist weiter offen – mit den Gutachten dürfte die Wahrscheinlichkeit aber gestiegen sein. „Es wird weiter geprüft“, sagte ein Sprecher von Flowers. „Die Präferenz ist, an Bord zu bleiben.“
Die Bundesregierung sieht möglichen Klagen gelassen entgegen. „Wir gehen davon aus, dass die Regeln, die wir beschlossen haben, wasserdicht sind“, sagte ein Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Die Regierung habe das Gesetz ebenfalls juristisch und verfassungsrechtlich prüfen lassen.
Der Immobilienfinanzierer HRE ist nach Liquiditätsproblemen seiner Tochter Depfa ein Sanierungsfall und wird mit überwiegend staatlichen Hilfen von 102 Mrd. Euro am Leben gehalten. Der Bund will nun die komplette Kontrolle – und so die investierten Steuergelder schützen. Bis 4. Mai läuft ein Übernahmeangebot, das die Aktien mit je 1,36 Euro bewertet.
Flowers, der zusammen mit befreundeten Anlegern rund 22 Prozent an der HRE hält und über eine Mrd. Euro verloren hat, lehnt es ab – er will im Falle einer Sanierung der Bank von einer Wertaufholung profitieren. Auch die Inhaber der Aktien, die sich im Streubesitz befinden, sind skeptisch – am Donnerstagabend hatten nur rund 1,3 Prozent des Grundkapitals die Offerte angenommen. Profi-Anleger warten aber häufig bis zuletzt ab. Der Bund will möglichst viele Aktien einsammeln. Zusätzlich sollen bei einer Hauptversammlung am 2. Juni per Kapitalerhöhung und unter Ausschluss der übrigen Aktionäre bis zu 90 Prozent der Anteile erworben werden – im Maximalfall könnten hierfür bis zu 5,64 Mrd. Euro Steuermittel fällig werden. Dies wäre aber immer noch weniger als zunächst kolportiert. Dann könnte der Bund gemäß dem FMStBG die Minderheitseigner aus der Gesellschaft drängen. Sollte dieser Plan scheitern, käme es zur Enteignung.
Die Gutachten von Flowers machen jedoch bereits zuvor zahlreiche Grundgesetzverstöße aus. So monieren die Juristen, dass die Rechte der Aktionäre über Gebühr beschnitten werden. Im Gesetz ist eine Schadensersatzpflicht für Anteilseigner vorgesehen, die gegen notwendige Kapitalmaßnahmen stimmen oder hiergegen vor Gericht ziehen. Im Umfeld von Flowers wird dies als Nötigung interpretiert: „Der Aktionär ist im Ergebnis wehrlos.“ Auch verstoße es gegen das Gesetz, dass der Bund ausschließlich für seine eigenen Interessen die Schwelle für das Herausdrängen der Aktionäre auf 90 Prozent der Anteile herabgesetzt habe.
Noch drastischer ist das Urteil der Gutachter für den Fall der Enteignung. So seien unter anderem der Bund gar nicht zuständig, die Gründe für den Eingriff nicht konkret genug und die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt. „Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns vor Gericht ist sehr groß“, hieß es im Umfeld von Flowers.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/hre-aktionaer-flowers-wappnet-sich-fuer-klage;2253978
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.044.531 von windei am 27.04.09 09:36:43"Warmes" Brüderle und "Schw"esterwelle:

Bei dieser FDP-"Doppelspitz"e
ist der Name Programm hoch 2
;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.044.829 von infilTRADER am 27.04.09 10:19:54Ob Guido unter Angela Popp-Beauftragter wird mit
Brüderle als stellvertretendem Poppohinhalter?!
:laugh:

Könnte hinkommen, wenn die SPD derartig abschlafft,
dass es zu einer grossen Koalition nicht reicht,
dann zieht Merckle die sogenannte Belgische Option:

schwarz-rot-gelb
;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.044.953 von infilTRADER am 27.04.09 10:35:10@ infilTrader,
das fürchte ich auch, dass die nächste Regierung im Herbst 2009
sich in ernsthaften Schwulitäten befinden wird.:laugh:
Evtl. sind Ole und Wowi auch noch Minister!
Gruß Windei
@ alle Interessierten,
„den seinen gibt’s der Herr im Schlaf",
dieses Motto wird nicht ausreichen, um
den von den Wallstreet- Bankstern verursach-
ten Schlamassel zu beheben! Auch wenn auf
den Banknoten dieses V… Kartells steht:
in God we trust. Zumal die Skrupellosigkeit
der Banken weiter anhält!!
Gruß Windei

BRUTALE STRAFZINSEN
USA fürchten Kreditkarten-Crash
Von Marc Pitzke, New York
Wer nur eine einzige Rate verpasst, wird oft mit Zinsen von 30 Prozent bestraft: Millionen US-Bürger ächzen unter zu hohen Kreditkartenschulden - das wird zur Gefahr für das gesamte Bankensystem. Präsident Obama ist alarmiert und will Visa, MasterCard und Co. nun zu fairen Konditionen zwingen.
New York - Larry Summers ist offensichtlich überarbeitet. Der Top-Wirtschaftsberater vo US-Präsident Barack Obama verheddert sich derzeit in allerlei Mega-Projekten: Hinter den Kulissen koordiniert er gleichzeitig die staatlichen Konjunkturpakete, die Rettung der Banken, die Abwicklung der Autobranche. Da kann es schon mal passieren, dass er einschläft - vor versammeltem Publikum.

So geschehen am Donnerstag voriger Woche im Roosevelt Room des Weißen Hauses. Da saß Summers müde am Kopfende eines langen Tisches, das Haupt auf die rechte Faust gestützt. Außerdem anwesend waren: Finanzminister Timothy Geithner, Stabschef Rahm Emanuel, ein Dutzend Wirtschaftsbosse - und Obama selbst. Kurz nachdem der Präsident das Wort ergriffen hatte, fielen Summers die Augen zu. Schließlich rutschte sein Kopf aus der Stützhaltung, und Summers schreckte peinlich berührt empor. Zu spät, Fotografen dokumentierten jeden Moment.
An der mangelnden Brisanz der Tagesordnung konnte es kaum gelegen haben. Denn besagte, halbstündige Sitzung galt der nächsten großen Krise der US-Wirtschaft: Die versammelten Bosse waren Vorstandschefs und Top-Manager der wichtigsten Kreditkartenfirmen des Landes. Darunter: MasterCard, Visa, American Express , Capital One , HSBC , Citigroup , Wells Fargo und Bank of America .
Obama hatte die Herren zur präsidialen Standpauke einbestellt. Er selbst erinnere sich "aus erster Hand" noch bestens daran, "von Kreditkarten abhängig" gewesen zu sein, sagte er, in Anspielung auf die Jahre vor seinen Bucherfolgen, die ihn zum Millionär machten.
Kreditkarten seien zwar unverzichtbar für den Konsum. Und doch: "Die Zeiten, in denen Zinsen und Säumnisgebühren jederzeit, aus jedem Grund erhöht werden können, müssen ein Ende haben." Dies gelte vor allem für die windigen Tricks der Firmen: "Kein Kleingedrucktes mehr, keine verwirrenden Geschäftsbedingungen mehr", forderte Obama.
US-Bürger in der Kreditfalle
Damit stürzte sich der oberste Krisenmanager der USA auf das nächste Milliardenproblem - die eskalierenden Kreditkartenschulden. 78 Prozent aller Amerikaner besitzen mindestens eine Kreditkarte. Zum Vergleich: In Deutschland haben nach Angaben des Allensbach-Instituts nur rund 35 Prozent der 14- bis 64-Jährigen eine persönliche Karte.
Mehr noch: Die explodierenden US-Kartenschulden drohen nun auch in der gesamten Finanzbranche eine neue, ähnlich fatale Kettenreaktion auszulösen wie vor einem Jahr die Hypothekenkrise. In beiden Fällen stützte sich das System auf die Garantie umlaufender Schuldenberge - eine Garantie, die auch bei den Karten jetzt wegbricht.
In den vergangenen zehn Jahren ist die Summe der offenen Kreditkartenschulden aller Amerikaner um 25 Prozent angestiegen. Im Februar 2009, dem bisher letzten gemeldeten Monat, ächzten die US-Bürger nach Angaben der Notenbank unter Kartenschulden in Höhe von insgesamt 956 Milliarden Dollar - 156 Milliarden Dollar mehr als 2004. Zwar hat sich diese Zahl seit ihrem historischen Höchststand von 977 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2008 wieder leicht abgeschwächt. Doch nur, weil vielen US-Bürger sich diese allerletzte Finanzoption nicht mehr leisten können.
Im Teufelskreis der Wirtschaftskrise
Ein Drittel der Kreditkartenschulden entfällt auf die wachsende Zahl der Schuldner mit schlechter Bonität - die ihrerseits zusehends Gefahr laufen, säumig oder zahlungsunfähig zu werden: Der Anteil der klammen Kunden hat sich seit Ende 2006 von 3,9 auf 5,6 Prozent erhöht.

Es ist ein Teufelskreis. Die Wirtschaftskrise und die steigende Arbeitslosigkeit nötigt immer mehr Amerikaner dazu, sich auf Kreditkarten zu verlassen, um ihre grundlegendsten - und steigenden - Lebenshaltungskosten zu decken: Miete, Hypotheken, Lebensmittel, Krankenkosten. Denn anders als "debit cards", die die Summen direkt vom Konto abbuchen, vertagen "credit cards" das Problem auf später.
Und machen es dann nur noch schlimmer: Die Zinsen dieser Kreditkarten sind in den vergangenen Monaten dramatisch angestiegen, oft als Strafe für verpasste Zahlungsfristen. Anfang April warnte die Citibank die Kartenkunden, dass der Zinssatz ab sofort automatisch auf 29,99 Prozent angehoben werde, sobald auch nur eine Rate zu spät komme. Aber auch liquide Kunden kämpfen mit steigenden Zinsen - nicht nur bei Citi (plus drei Prozent), sondern beispielsweise auch bei American Express (plus drei Prozent) und Capital One (sechs Prozent).
Bezeichnend für viele Amerikaner ist der Fall von John Velasquez: Der New Yorker hat unter anderem eine Visa-Karte, ausgestellt von der Bank of America. Darauf hatte er 6151 Dollar Schulden angehäuft. Die letzte Monatsrechnung betrug 633 Dollar - inklusive Finanzierungsgebühr (138 Dollar) und Säumnisgebühr (39 Dollar). Selbst nach Zahlung der monatlichen Mindestrate war die Gesamtschuld kaum niedriger geworden.
"Ich kann mir das nicht länger leisten", sagte Velasquez, der gerade seinen Job als PR-Manager verloren hat, zu SPIEGEL ONLINE. Ihm bleiben zwei Auswege: Alle seine Karten zu konsolidieren und per Schuldnerdienst abzustottern - was seine Bonität auf Jahre hinaus verschlechtern würde. Oder die Summe auf eine weitere, neu eröffnete Kreditkarte zu übertragen, zu leicht besseren Zinssätzen. Er entschied sich jetzt für die zweite Variante.
Mit solchen Dilemmata sind heute viele Amerikaner konfrontiert. An den Zivilgerichten häufen sich die Verfahren gegen klamme Kreditkartenbesitzer. In New York verbuchen die Behörden mehr als 1000 neue Fälle pro Tag. Die US-Notenbank hat die Banken kürzlich gezwungen, wenigstens die oft grotesken Geschäftsbedingungen transparenter zu gestalten. Alle weiteren Konzessionen lehnten die Unternehmen bisher jedoch ab. "Ich sehe ein, dass Sie alles, was über die Aktionen der Fed hinausgeht, als Overkill sehen", räumte auch Obama bei dem Treffen im Weißen Haus ein. Doch fügte er hinzu: "Ich bin anderer Meinung."

Die Banken haben indes ihr eigenes Problem mit dem Plastikgeld. Wie einst die Ramsch-Hypotheken haben sie auch die Kreditkartenschulden zu "kreativen" Spekulationsvehikeln gebündelt und an institutionelle Investoren weiterverkauft, etwa an Pensions- und Hedgefonds. Damit ermöglichten die Kartenunternehmen ihren Kunden immer neue Kreditlinien - auch für die, die sich das eigentlich nicht leisten konnten.
Und wie bei der Subprime-Krise droht das System jetzt zu kollabieren, weil das schwächsten Glied in der Kette versagt: Werden die ursprünglichen Schuldner zahlungsunfähig, bricht irgendwann das ganze Kartenhaus zusammen. Um sich dagegen abzusichern, erhöhen die Banken nun die Zinsen - und beschleunigen den Zusammenbruch damit nur.
Republikaner lehnen Eingriffe ab

Nun greift der US-Kongress ein, mit Obamas Flankenschutz. Anfang dieser Woche will das Repräsentantenhaus einen Gesetzesentwurf billigen, der unter anderem die Gebühren - derzeit 15 Milliarden Dollar im Jahr - und Zinsen verringern soll. Obama mahnte weitere Eingriffe an: "Einfache Sprache" bei den Kreditkarten-Kontoauszügen, neue "unkomplizierte Kreditkarten" - und verstärkte staatliche Aufsicht der Kartenfirmen.
Solche Maßnahmen dürften allerdings im Senat auf scharfen Widerstand der Republikaner stoßen. Es zeichnen sich langwierige Verhandlungen ab, dessen Ergebnis den drangsalierten Kartenkunden frühestens im nächsten Jahr zu Gute kommt.
Zumal der Kongress unter der Führung der Konservativen einst selbst die Fundamente für die heutige Kreditkartenkrise gelegt hat. Vor vier Jahren verabschiedete die Versammlung mit republikanischer Mehrheit ein Gesetz, das es den Amerikanern erschwerte, aus der privaten Schuldenspirale zu entkommen, den Banken dagegen freiere Hand gab. Das Regelwerk glich einem Kotau vor der Bankbranche, die das Vorhaben mit Lobby-Arbeit und Wahlkampfspenden unterstützt hatte.
Doch die Zeiten haben sich geändert: Jetzt saßen die Chefs dieser Banken artig im Roosevelt Room des Weißen Hauses, um sich von Obama maßregeln zu lassen. Top-Berater Summers war dabei der einzige, der einnickte: "Alle anderen im Raum", berichtete der anwesende Pool-Reporter Keith Koffler vom Kongressdienst "Roll Call" hinterher, "schienen hellwach."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,621263-2,00.html
@ alle Interessierten,
und der Raubzug der Bankster geht weiter, jetzt trifft es die geschlossenen Immobilienfonds. Hier die wichtigsten Gründe:

1.Zusätzliche Sicherheitsleistungen für die finanzierenden Banken.
2.Ein Anteil der Darlehen wurde in zinsgünstigen Schweizer
Franken aufgenommen. Aber innerhalb kurzer Zeit hat das Pfund
aber im Vergleich zum Euro und zum Schweizer Franken extrem
eingebüßt.
3. Ertragswertverfahren scheinen bei der Wertermittlung einer
Immobilie für Banken keine Rolle mehr zu spielen!

Fazit: Das Risiko tragen allein die Fondszeichner. Die Bankster bleiben dabei außen vor.
Langsam stellt sich wirklich die Frage, welche Funktion privat organisierte Banken überhaupt noch haben.
Sie finanzieren praktisch nicht mehr, die Risiken haben eh
die Darlehensnehmer, weiterhin betreiben sie ein riesiges Spielkasino und für die Verluste daraus muss der Steuerzahler
einstehen. Selbst eine Bank wie Sal. Oppenheim fährt, wie heute
gemeldet, Verluste von 117 Mio. € ein!!
Eigentlich reichen, bei allen vorhandenen Mängeln, die KfW und die Bundesbank für die Kreditversorgung der Wirtschaft aus. Denn die privatrechtlich organisierten Kreditinstitute sind, bis auf wenige Ausnahmen, zu Bremsern und Zockern verkommen, die billige
Refinanzierung wird jedenfalls nicht an die Konsumenten und die
gewerbliche Wirtschaft weiter gegeben.
Gruß Windei
Miteigentümer der Londoner Gurke gehen leer aus
von Markus Gotzi
Der Preiseinbruch auf den internationalen Immobilienmärkten trifft nun auch die deutschen Anleger. IVG will für seinen geschlossenen Fonds Euroselect 14 in diesem und im nächsten Jahr keine Erträge auszahlen.
Grund dafür sind zusätzliche Sicherheitsleistungen für die finanzierenden Banken. Prognostiziert war eine Ausschüttung von jeweils 5,5 Prozent. Zugleich stellt IVG den Vertrieb seines Asienfonds Balanced Portfolio Asia wegen mangelnder Nachfrage ein.
Der Fonds Euroselect 14 hatte 2007 auf dem Höhepunkt der Immobilienblase die Hälfte des Londoner Gebäudes der Schweizer Versicherungsgesellschaft Swiss Re erworben, das wegen seiner markanten Form "The Gherkin" - die "Gurke" - genannt wird. Der Gesamtpreis lag inklusive der Nebenkosten bei rund 630 Mio. Pfund (950 Mio. Euro) . Der Fonds selbst investierte rund 508 Mio. Euro, etwa die Hälfte davon steuerten knapp 10.000 deutsche Privatanleger als Eigenkapital bei.
Die Verschuldung wurde für den Fonds nun zum Problem. Die Kreditgeber fordern in der Regel alle zwei Jahre ein neues Gutachten, das die allgemeine Situation auf den Immobilienmärkten berücksichtigt. Die Bewertung orientiert sich weniger an den Mieterträgen als vielmehr an den Verkaufspreisen für ähnliche Objekte. Und die sind in den Keller gerauscht. Nach einer Analyse des Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle sind die Werte in London binnen eines Jahres um bis zu 30 Prozent gesunken.
Auf ein ähnliches Ergebnis kommen die Gutachter der "Gurke". "Vor zwei Jahren hat die Immobilie 600 Mio. Pfund gekostet. Nun soll das Gebäude noch 470 Mio. Pfund wert sein", sagt Ferdinand von Sydow, Geschäftsführer bei IVG Private Funds. Das Resultat macht die Bank nervös, denn dadurch erhöht sich der Beleihungswert. "Ursprünglich lag er bei 60 Prozent. Nun sind wir bei 100 Prozent angekommen", so Sydow.
Als Reaktion darauf fordert die Bank - wie im Kreditvertrag vereinbart - eine höhere Marge und Liquidität als Sicherheit. Bis zum nächsten Gutachten in zwei Jahren fließen die eigentlichen Ausschüttungen in Höhe von jeweils rund 8 Mio. Pfund nicht an die Fondszeichner, sondern auf ein Treuhandkonto. Jeweils 1 bis 2 Mio. Pfund kassiert die Bank als Marge ein. Das geht zulasten der Einnahmen.
Ob und wann der Rest letztlich doch an die Fondszeichner überwiesen wird, ist von der Entwicklung des Londoner Büroimmobilienmarkts abhängig. Die Preise in der britischen Hauptstadt schwanken stark und reagieren schnell auf die Wirtschaftsentwicklung. Ob sie aber derart rapide wieder steigen, das bezweifeln Experten eher. Nicht auszuschließen ist, dass die Durststrecke der Anleger länger anhält.


Gesunkenen Preise in London sind nicht das einzige Problem >>

Denn die gesunkenen Preise in London sind nicht das einzige Problem für die Fondsanleger. IVG hatte einen Anteil der Darlehen in zinsgünstigen Schweizer Franken aufgenommen. So etwas machen Initiatoren geschlossener Immobilienfonds gern, um die laufenden Belastungen zu reduzieren und somit mehr Ertrag ausschütten zu können. Beim IVG-Fonds erschien das damit verbundene Währungsrisiko begrenzt, weil Swiss Re seine Miete in Franken zahlt. Innerhalb kurzer Zeit hat das Pfund aber im Vergleich zum Euro und zum Schweizer Franken extrem eingebüßt. Die britische Währung verlor seit Platzierung der "Gurke" knapp 30 Prozent. Auch dieser Kursverlust führte dazu, dass der Beleihungswert umgerechnet in Pfund in die Höhe schoss.
Die schwache britische Währung trifft auch die übrigen London-Beteiligungen von IVG. Obwohl alle Objekte zu 100 Prozent vermietet sind, schmelzen die in Euro ausgezahlten Ausschüttungen je nach Fonds um 50 bis 150 Basispunkte. Das kann ein Minus von bis zu 25 Prozent der Einnahmen bedeuten. Dennoch glaubt IVG mittelfristig weiterhin an die Chancen in Großbritannien. "In drei Jahren findet die Olympiade in London statt. Das haben offenbar viele Leute vergessen. Alleine dieses Großereignis wird den Immobilienmarkt stabilisieren", sagt Sydows Geschäftsführerkollege Jörn Heidrich.
Eine deutliche Erholung der Büromieten in London braucht es auch, um den kalkulierten Verkaufserlös für die "Gurke" zu erzielen. Der Fonds hat eine geplante Laufzeit bis 2019. Bis dahin, so die ursprüngliche Prognose, sollen die Mieten um 45 Prozent steigen. Derzeit liegen die Spitzenmieten jedoch rund ein Viertel unter dem Niveau von Anfang 2007. Die laufenden Einnahmen sind zwar durch langfristige Mieterträge abgesichert. Der erhoffte Verkaufspreis könnte sich jedoch als zu hoch erweisen, sollten die Mieten zum Laufzeitende nicht das erwartete Niveau erreichen.
Unter einen anderen Problemfonds zieht IVG bereits jetzt einen Schlussstrich. Knapp anderthalb Jahre nach Auflage stellt der Initiator den Fonds Balanced Portfolio Asia wieder ein. In dieser Zeit wurden nur 16 Mio. $ statt der geplanten 236 Mio. $ eingesammelt. Offenbar kam das Dachfondskonzept nicht an. Die Fondszeichner kommen aber ohne Verluste davon. Sie erhalten ihre Einlage zuzüglich des gezahlten Agios zurück sowie eine Verzinsung von 8,5 Prozent per anno. IVG will den Fonds nun konzeptionell verändern und hofft, damit den Nerv institutioneller Großinvestoren zu treffen.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/immobilien/:Portfolio-Mite…
@ alle Interessierten,

der alte Buchhalterspruch: " Der einzigen Bilanz, der ich glaube, ist die,die ich selber gefälscht habe", nie war er wahrer als heute.
Mit Verwunderung und ungläubigen Staunen vernahm das geneigte Börsenpublikum die Meldung von der 25% gen EK-Rendite der Deutschen Bank.

Täuschen, Tricksen und Schulden verschwinden lassen ist neben Golf
zum Lieblingsvergnügen der Bankster verkommen und wir dusseligen
Börsianer danken es ihnen mit steigenden Aktienkursen, denn schon
immer galt: Der Schein treibt die Kurse.
Hierzu ein wunderbarer Artikel aus dem Managermagazin:

"Bankbilanzen
Minus + Minus = Plus
Von Arvid Kaiser
Wie glaubwürdig sind die jüngsten Bilanzerfolge der internationalen Großbanken? Schummeln und Tricksen hat Hochkonjunktur - solange es legal bleibt, versteht sich. Besonders kurios sind Milliardengewinne, die manche Institute daraus schöpfen, dass ihre eigene Kreditwürdigkeit sinkt.
Hamburg - In Bankbilanzen können merkwürdige Dinge geschehen. Bei den US-Investmenthäusern Goldman Sachs und Morgan Stanley verschwand der Dezember mitsamt den in jenem Monat verbuchten Milliardenverlusten aus den Jahresabschlüssen - mit der Umfirmierung der beiden Konzerne zu Geschäftsbanken hat sich das Geschäftsjahr verschoben: Das alte endete im November 2008, das neue begann erst im Januar 2009.
Erbsenzähler am Werk: Je näher ich der Pleite bin, desto weniger sind meine Schulden wert, also steigt mein Gewinn

Allianz und Commerzbank ließen gar den 3,9 Milliarden Euro schweren Verlust der Dresdner Bank aus dem Schlussquartal 2008 unter den Tisch fallen. Die alte Eigentümerin Allianz konsolidierte die Dresdner als Tochtergesellschaft nur bis August in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung, die Commerzbank als neue Mutter erst seit Januar.
Noch merkwürdiger aber ist manches in der aktuellen Berichtssaison. Wir lernen: Je schlechter es einer Bank geht, desto besser geht es ihr, und umgekehrt. Der Grund liegt in der Bewertung zu Marktpreisen, deretwegen manche Banken nicht nur Vermögenswerte, sondern auch ihre eigenen Verbindlichkeiten abschreiben.
Wenn eine Pleite der Bank im Markt für wahrscheinlicher gehalten wird, sinken die Kurse ihrer Anleihen und steigen die Ausfallprämien für Kreditversicherungen wie CDS auf die Schulden der Bank. Damit sind die Schulden theoretisch weniger wert, auch wenn die Bank sie - sofern sie nicht tatsächlich pleitegeht - nach wie vor in voller Höhe zurückzahlen muss. Das Ergebnis ist ein positiver Gewinnbeitrag, wenn die Kreditwürdigkeit der Bank abnimmt.
Die Citigroup, als einer der größten Pleitekandidaten der Wall Street angesehen, überraschte so mit einem operativen Gewinn. "Unsere eigenen CDS-Ausfallprämien sind signifikant gewachsen, was netto einen Marktwertgewinn von 2,7 Milliarden Dollar auf unsere Verbindlichkeiten brachte", erklärte der neue Citi-Finanzchef Ned Kelly, der nur zufällig wie der berühmteste australische Straßenräuber des 19. Jahrhunderts heißt.
Doch damit nicht genug: Die Citigroup entschied sich, die Berechnungsmethode für einen großen Teil ihrer Schulden zu ändern. Zusätzlich zu den CDS-Prämien verwendete sie Cash-Spreads, die im ersten Quartal noch stärker gewachsen waren. Das brachte noch einmal 2,5 Milliarden Dollar plus. Dabei spielte die jüngste Lockerung der Bilanzregeln noch nicht einmal eine große Rolle. Die Zahlen derart zu frisieren, war schon vorher erlaubt.
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2. Teil: Deutsche Bank verzichtet auf sieben Milliarden Euro

Die größte Enttäuschung der Berichtssaison dagegen war bisher Morgan Stanley. Die Investmentbank litt unter genau dem umgekehrten Effekt. "Morgan Stanley wäre in diesem Quartal profitabel gewesen", teilte die Bank zu ihren roten Zahlen mit, "hätte sich nicht unser Kreditspread dramatisch verbessert".
Auch Bankmanager erkennen, dass dieser Effekt schwer zu vermitteln ist. "Die Theorie ist interessant, aber in der Praxis ist es absurd", schrieb Jamie Dimon, der Chef von J. P. Morgan Chase , jüngst in einem Brief an die Aktionäre. "Im Extremfall würde eine Gesellschaft auf dem Weg zum Bankrott hohe Profite auf ihre ausstehenden Schulden verbuchen, bis sie dann schließlich tatsächlich Insolvenz anmeldet - und dann spielt es keine Rolle mehr."
Diesen Extremfall hat es bereits gegeben. Die Investmentbank Lehman Brothers, der größte Pleitefall in der US-Geschichte, verbuchte noch wenige Tage vor dem Kollaps im September vergangenen Jahres 1,4 Milliarden Dollar Gewinn dank eines Wertverlusts ihrer Verbindlichkeiten.
Auch die schon im März 2008 gescheiterten Kollegen von Bear Stearns hatten regen Gebrauch der entsprechenden US-Bilanzregeln FAS 157 und FAS 159 gemacht.
Ähnliche Richtlinien gibt es auch im internationalen Regelwerk IFRS, das vor allem von europäischen Banken benutzt wird. Der Standard IAS 39 ermöglicht eine Bilanzierung von strukturierten Kreditderivaten wie CDS zum Zeitwert - ob auf der Aktiv- oder der Passivseite der Bilanz. Vor allem britische Banken wie Barclays oder HSBC verbuchten im vergangenen Jahr Milliardenerlöse aus dem Wertverlust eigener Schulden.
In Deutschland sind die Geldhäuser - ausgenommen die kollabierte Mittelstandsbank IKB - etwas zurückhaltender. Die Deutsche Bank hat zwar eine Fair-Value-Option auch für eigene Verbindlichkeiten gezogen, verzichtet aber nach eigenen Angaben auf Milliardenerlöse daraus. "Es hätte über sieben Milliarden Euro an Zusatzerlösen gebracht, wenn wir das gemacht hätten", erklärte Bankchef Josef Ackermann am Dienstag zu den neuen Quartalszahlen.
Aber wenn sich die Risikoaufschläge der Bank in Zukunft "normalisieren", würden die Buchgewinne zu einer Belastung in guten Zeiten. "Wir haben die Zukunft nicht belastet mit irgendwelchen Accounting-Sachen", sagte Ackermann (verschwieg dabei allerdings andere

3. Teil: Der feine Unterschied zwischen Bewertungsertrag und Gewinn

Wie kurzlebig solche Bekenntnisse sein können, zeigt die Bank of America . Noch im Juli 2008 erklärte Finanzchef Joe Price, die Regel sei zu sehr von der ökonomischen Realität entfernt. "Aus genau diesem Grund haben wir uns das nicht zunutze gemacht." Doch das war damals, und heute ist heute. Zum Jahreswechsel hat die Bank das Investmenthaus Merrill Lynch übernommen, den Weltmeister im Drechseln von Gewinn aus Schulden. Und siehe da: Von 4,2 Milliarden Dollar Quartalsgewinn verdankte sie 2,2 Milliarden den "Marktwertberichtigungen auf einige strukturierte Merrill-Lynch-Anleihen als Ergebnis wachsender Kreditspreads".

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Wir haben die Zukunft nicht belastet mit irgendwelchen Accounting-Sachen"

Doch die Tage dieses Bilanztricks dürften gezählt sein. Das für die IFRS-Standards, die auch die USA übernehmen wollen, zuständige Gremium IASB hat eine Überarbeitung von IAS 39 binnen sechs Monaten zugesagt. Selbst der IASB-Vorsitzende David Tweedie distanziert sich von dem Standard: "Wenn Sie IAS 39 verstehen, haben Sie es nicht richtig gelesen", sagte er dem Fachblatt "Financial Director". Das IASB übernehme keine Verantwortung für die IAS-Regeln, weil es diese nur von früheren Standardsetzern geerbt habe.
Da überrascht es fast, wenn noch jemand eine Lanze für die Buchung von Verbindlichkeiten zu Marktpreisen bricht. Andreas Barckow tut es trotzdem. "Das ist sachgerecht", sagt der Leiter des IFRS-Teams bei der Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte, der auch Mitglied des Deutschen Standardisierungsrats ist. "Der Kurs eines Wertpapiers sinkt für Gläubiger genauso wie für Schuldner." Wenn die Kreditwürdigkeit der Citigroup abnimmt, müssten also die Gläubiger der Citigroup ihre Ansprüche abschreiben, genauso aber die Bank auch ihre Verbindlichkeiten, um die Logik des Bilanzsystems zu erhalten. Sonst würde ein und dasselbe Papier in zwei verschiedenen Büchern mit unterschiedlichem Wert angesetzt. Die Regel folgt vielleicht nicht dem gesunden Menschenverstand, ist aber logisch.
Für Barckow ist die Kritik an IAS 39 und ähnlichen Regeln Teil eines Angriffs auf das Marktwertprinzip insgesamt. Und das müsse wegen seiner Verdienste verteidigt werden. "Fair Value hat gezeigt, dass vieles von dem Schrott, den die Banken eingekauft haben, eben das ist: Schrott." Positive Bilanzeffekte von sinkender Kreditwürdigkeit seien an sich kein Problem - wenn man die Bilanz richtig lese. "Man darf bloß nicht davon ausgehen, dass die Bank dann weniger Schulden hat", sagt Barckow. "Es gibt einen Unterschied zwischen einem Bewertungsertrag und einem Gewinn."
Unabhängig von den gewählten Buchungsmethoden dürfe man sich nicht auf eine Gewinn- und Verlustrechnung als einziges Maß der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens verlassen, meint Barckow: "Die Tatsache, dass ich einen Verlust nicht bilanziere, heißt nicht, dass er nicht da ist."

Buchungseffekte, die ebenfalls einen Milliardenbetrag zum Geschäftserfolg beitrugen).

4. Teil: Wie Anleger die Bilanzen lesen sollten

Das Problem gäbe es gar nicht, wenn die Fair-Value-Bewertung konsequent genutzt würde, wenden andere Verfechter ein. "Wenn die gesamte Bilanz zu Marktpreisen bewertet wird" und ein Unternehmen an Kreditwürdigkeit verliert, so Thomas Linsmeier von der US-Bilanzbehörde FASB, "dann gibt es einen viel größeren Verlust bei den Vermögenswerten, und nur einen kleinen Gewinn bei den Verbindlichkeiten."

Milliardengewinne bis zuletzt: Lehman-Brothers-Angestellter nach der Pleite
Mit anderen Worten: Eine Bank, die in einer solchen Situation Gewinne auf der Passivseite verbucht, aber keine größeren Probleme auf der Aktivseite der Bilanz aufweist, verschweigt etwas. "Das sollte den Anlegern ein Zeichen geben", sagt Linsmeier.
Von einer vollständigen Bilanzierung zu Marktpreisen sind jedoch alle Banken weit entfernt. In der Praxis haben sie zwischen Anschaffungs-, Modell- und Buchwert großen Spielraum, sich den jeweils günstigsten Bilanzeffekt herauszusuchen. "In den USA können die Banken die Fair-Value-Option nach Gusto ziehen", sagt Bilanzexperte Andreas Barckow.
In Europa sei das anders: "Unter IFRS gibt es dafür einschränkende Bedingungen." Zum Beispiel müsse man sich schon bei Erwerb eines Titels für die Art der Bilanzierung entscheiden und dürfe nicht nach Lust und Laune wechseln. Doch auch diese Bedingungen reichen nicht besonders weit. Bei strukturierten Kreditpapieren, die besonders von Wertverfall betroffen sind, haben auch europäische Banken nahezu unbegrenzte Freiheit.
Und was heißt das für die Erfolgszahlen der meisten internationalen Großbanken zum ersten Quartal? "Ich traue denen eigentlich nicht", sagt auch Barckow, obwohl er sich für die Bilanzierung zu Marktpreisen stark macht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die plötzlich alle reale Gewinne schreiben." Schließlich sei im klassischen Kreditgeschäft derzeit nicht viel zu verdienen, ebenso mit Aktien und nur wenig mit Anleihen. Bliebe als Quelle des Erfolgs vor allem die Bilanzierung. Doch "Bewertungserfolge sind Eintagsfliegen", warnt Barckow. "Davon werden die Banken auch nicht gesünder."
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,621705-4,0…

Gruß Windei
@ alle Interessierten,

Erst sich mit Derivaten verzocken und dann die Real-Wirtschaft
strangulieren. So langsam stellt sich die Frage wozu Banken
überhaupt noch taugen!


Bundesbank-Bericht
Kredit zu bekommen wird immer schwerer
von Norbert Häring

Seit Monaten sinken die Leitzinsen. Eigentlich soll das Kredite für Unternehmen billiger machen. Das das Prinzip funktioniert nicht. Trotz fallender Leitzinsen verschärfen die deutschen Banken die Bedingungen für Kredite und passen sich damit dem Trend in der Euro-Zone an. Die Schuldigen sind schon gefunden.
Vor allem die Banken in Frankfurt stören offenbar den Kreditfluss.
FRANKFURT. Die Kreditbedingungen in Deutschland haben sich in den letzten Monaten deutlich verschärft, weil die Banken mit härteren Standards auf den Konjunktureinbruch reagieren. Sie wollen damit vor allem vermeiden, dass die Kreditausfälle in die Höhe schießen. Das ist das Ergebnis der vierteljährlichen Umfrage der Bundesbank bei den Kreditverantwortlichen eines repräsentativen Bankenquerschnitts. Danach verschärfte die Hälfte der Banken im abgelaufenen Quartal nochmals die Standards für Unternehmenskredite, nachdem dies in den beiden vorangegangen Quartalen jeweils bereits gut ein Drittel der Banken getan hatten.

Selbst wenn Kredit gewährt wird, bekommen die Unternehmen immer häufiger nicht die ganze nachgefragte Kreditsumme, und sie müssen mehr Sicherheiten stellen als früher. Außerdem nutzte die große Mehrheit der Banken die sinkenden Leitzinsen, um ihre Zinsmargen weiter zu erhöhen. Somit kam die dreiprozentige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank seit Oktober nur teilweise bei den Bankkunden in Form einer Kreditverbilligung an.

Erstmals seit langem ist der Anteil der Banken, die ihre Kreditvergabe verschärfen, in Deutschland sogar größer als im übrigen EuroRaum. Da als Hauptgrund jeweils die Konjunkturentwicklung angegeben wurde, dürfte dies daran liegen, dass der Konjunktureinbruch in Deutschland deutlich stärker ist als in den meisten anderen Ländern.

Erstmals seit fünf Jahren drückten die deutschen Banken auch bei den Immobilienkrediten an private Haushalte merklich auf die Bremse. Knapp ein Viertel der Banken verschärften ihre Standards.

Obwohl die deutschen Banken mehrheitlich über leicht zunehmende Kreditnachfrage berichteten, sank das ausstehende Volumen an Unternehmenskrediten nach der von der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihrer Webseite veröffentlichten Kreditstatistik im März im zweiten Monat in Folge. Das heißt, die Banken erhielten mehr Tilgungszahlungen als sie neue Kredite ausreichten. Damit ist das Kreditvolumen im März unter den Stand von Dezember zurückgefallen.

Dafür, dass die Kreditnachfrage der deutschen Unternehmen trotz einbrechender Investitionen leicht anzog, machen die Banken in der Kreditumfrage der Bundesbank vor allem mangelnde Kreditvergabebereitschaft der jeweiligen Konkurrenten verantwortlich. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die scharf rückläufige Kreditvergabe auch mit Angebotsrestriktion der Banken zusammenhängt, und nicht nur mit fehlender Nachfrage.

Dass die Banken im Konjunkturabschwung bei der Kreditvergabe auf die Bremse treten und dadurch den Abschwung verstärken, ist typisch, sollte aber eigentlich nicht der Fall sein. Deshalb gibt es derzeit eine intensive Diskussion über Wege, wie die zyklenverschärfende Wirkung der gegenwärtigen Bankaufsichts- und Rechnungslegungsvorschriften abgemildert werden kann.

Die Ergebnisse einer Umfrage des Münchener Ifo-Instituts bei Unternehmen stützen den Befund, dass die Banken mit ihren Krediten knausern. 42 Prozent der befragten Unternehmen sagten im April, die Banken seinen restriktiv bei der Vergabe. Die größten Probleme mit ihren Banken hatten die großen Industrieunternehmen. Von diesen berichtete dem Ifo-Institut die Hälfte von schwierigen Kreditgesprächen. Das deckt sich damit, dass die Banken angaben, gerade bei Großkrediten besonders auf die Bremse zu treten.

Im Euro-Raum ist die Situation ähnlich wie in Deutschland. Auch hier sank das Kreditvolumen im Vergleich zum Vormonat und fiel auf das Niveau von Dezember zurück. Die Zunahme der Kredite an den privaten Sektor im Vergleich zum Vorjahr war im März mit nur noch 4,7 Prozent einen vollen Prozentpunkt niedriger als im Februar und so niedrig wie noch nie seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen im Jahr 1991. Bei den Unternehmenskrediten ging die Zuwachsrate sogar um 1,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zurück.

„Die Daten legen den Schluss nahe, dass die sich verschärfende Kreditklemme eine konjunkturelle Belebung in naher Zukunft verhindern“, kommentierte dies Jürgen Michels, Europa-Chefvolkswirt der Citigroup.

Die Förderbank KfW sorgt sich um die Auswirkung der Kreditverknappung auf die Innovationstätigkeit und damit Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft . „Finanzierungsschwierigkeiten sind mit Abstand das häufigste Hindernis, weshalb Mittelständler geplante Produkt- oder Prozessneuerungen nicht in die Tat umsetzen können“, ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bank. „Es droht die Gefahr einer Abwärtsspirale aus schlechter Geschäftslage, mangelnder Finanzierung und unterlassener Innovation", resümiert KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. "


http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherunge…
Gruß windei
@ alle Interessierten,

kackfrech und gierig, dieser „ Herr“ Flowers bestätigt mit seinen
abenteuerlichen Forderungen, dass alle Vorurteile, die in Deutschland gegenüber den angloamerikanischen Heuschrecken existieren berechtigt sind.
Realitätsfremd lässt er verlauten, dass die Hypo Real Estate unter dem neuen Management mittelfristig wieder ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen werden kann.
Nur den Tag wird Herr Flowers wohl nicht mehr erleben. Auch wenn ein Großteil der 102 Mrd. € ,die die Stützung der HRE verschlungen hat, Garantien und Bürgschaften des Bundes sind,
so wird es doch mindestens Jahrzehnte dauern, bis die Vorleistungen Deutschlands mit Zins-und Zinseszins zurückerstattet sind. Acht Euro für völlig wertlose Aktien vom
Steuerzahler zu fordern ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten!!
Vor 2 Tagen die 25% Trickserei von Ackermann, heute diese dummdreiste Forderung von Flowers, so langsam stellt sich die Frage, ob es nicht doch billiger gewesen wäre,
wenn die Staaten dieser Welt das ganze betrügerische Finanzsystem hätten in die Grütze gehen lassen, statt mit Billionen von Euros den Spielern an den Finanzmärkten das
Weiterzocken zu ermöglichen. Da ich noch nicht zusammengezählt habe und es auch noch keine seriösen Schätzungen über die Folgekosten einer solchen Entscheidung gibt, wage ich kein abschließendens Urteil!!
Einen schönen Tag der Arbeit wünscht
Windei
Steinbrück zeigt Flowers die kalte Schulter
Der Bundesfinanzminister bleibt cool: Sieben bis acht Euro fordert Finanzmagnat J.C. Flowers für seine Hypo-Real-Estate-Aktien, Steinbrück bietet weiter 1,39 Euro - und droht dem US-Investor mit Enteignung. "Soll er klagen, ist sein gutes Recht", meint der Minister salopp.

Berlin - Die Fronten verhärten sich, und eine Enteignung der Hypo-Real-Estate-Aktionäre wird immer wahrscheinlicher. Finanzminister Peer Steinbrück hat am Donnerstag auf die Absage des Anteilseigners J.C. Flowers demonstrativ kühl reagiert. Wenn dieser das Angebot des Bundes nicht annehme, werde es eine Enteignung geben, sagte der SPD-Mann. Die Preisvorstellungen des US-Investors seien zu hoch.


Der US-Großaktionär betrachtet - ebenso wie der Großteil der übrigen Aktionäre - die Offerte der Bundesregierung für die Aktien der Hypo Real Estate als zu niedrig - und lehnt sie ab. Er sei davon überzeugt, dass die Aktien mehr wert seien als die 1,39 Euro, die der Bund den Aktionären bietet. Wie viel sagt er indes nicht.
Flowers gab sich zuversichtlich, dass die Hypo Real Estate "unter dem neuen Management mittelfristig wieder ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen werden kann". Gegen eine mögliche Enteignung will er sich unter Umständen mit juristischen Schritten zur Wehr setzen.
Steinbrück sieht dieser Drohung "ganz gelassen" entgegen: "Soll er klagen, ist sein gutes Recht", sagte der Minister lapidar. Die Vorstellung von Flowers, er könne mit Preisen und Angeboten rechnen, die über das Angebot der Regierung hinausgehen, sei "schlicht ein Irrtum". Dass er das Angebot nicht annehme, sei "schade für ihn, nicht für mich". Flowers unterliege einer "völligen Fehleinschätzung".
Flowers' Forderungen seien "außerhalb jeden Tisches", so Steinbrück am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten in Berlin. Sollte er sich weiter weigern, dann müsse Flowers am Ende auf die Bedingungen zurückgreifen, die in der Enteignung der HRE für Aktien festgelegt worden seien. Der Preis des Bundes für das Übernahmeangebot von Flowers-Aktien liegt bei 1,26 Euro. "Das ist es dann", so Steinbrück.
Im Übrigen seien die HRE-Aktionäre durch die Krise längst enteignet - durch den Markt, so der Bundesfinanzminister. Wenn der Staat nicht mit 102 Milliarden Euro eingegriffen hätte, wäre die Aktie längst bei "null Cent".
Flowers und ihm verbundene Investoren hielten zuletzt rund 22 Prozent der Aktien an der HRE. Nur ein kleiner Teil der Anleger, mit weniger als einem Prozent der Papiere, würden das Angebot annehmen, hieß es. Mehr als 50 Prozent der Anteile befinden sich in Streubesitz. Die anderen hätten sich dagegen entschieden. "Als längerfristig orientierte Investoren wollen wir das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten", teilte Flowers mit.
Doch nicht nur diese Aktionäre zögern offenbar, dem Staat ihre Papiere zu verkaufen. Der Bund hat sich durch sein Übernahmeangebot für die Aktionäre des Immobilienkonzerns Hypo Real Estate (HRE) bislang erst 7,55 Prozent der Anteile gesichert. Zusammen mit den bereits früher erworbenen Aktien halte er nun 16,2 Prozent an der HRE, berichtete der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin am Donnerstag auf Grundlage der Annahmezahlen von Mittwochabend.
Aktionäre haben noch bis einschließlich 4. Mai Zeit, das Kaufangebot des Soffin über 1,39 Euro je Aktie anzunehmen. Auf die Frage, ob der Bund bei einem zu geringen Interesse der HRE-Aktionäre an dem Kaufangebot mehr Kapital für das Institut bereitstellen müsse, sagte Steinbrück nur: "Ich spekuliere darüber nicht."

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