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Der Wind bläst! Wohin mit dem Strom??? - 500 Beiträge pro Seite



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Für heute nacht ist starker Wind angekündigt. Da heute Feiertag ist, haben die
meisten Industriebetriebe ihre Produktion über dieses Wochenende eingestellt.
Der von den vielen Windmühlen erzeugte Strom darf aber laut EEG für viel Geld ins Netz eingespeist werden,
unabhängig vom Bedarf.

Deshalb haben die Stromkonzerne ein grosses Problem:

Wohin mit dem Strom?

Irgendjemand verdient sich deshalb heute nacht eine goldene Nase, weil er gnädigerweise diesen Strom verbraucht! :eek:

An der Strombörse EEX wurden nämlich für heute Nacht sensationelle Preise festgestellt:

http://www.eex.com/de/Marktdaten/Handelsdaten/Strom/Stundenk…

Für kommende Nacht zwischen 2 und 3 Uhr wurde ein sensationeller Preis von Minus(!) 500.02 Euro/MWh festgestellt. Zu diesem Preis wurden 18.042,7 MWh gehandelt. Allein in dieser einen Stunde verdient da also jemand ca. 9 Millionen Euro dafür, dass er gnädigerweise diesen Strom abnimmt, den niemand braucht, und den die Windmühlen ins Netz einspeisen dürfen ca. 80 Euro/MWh!

:rolleyes:
Wenn wir einen einheitlichen staatlichen Stromversorger mit dynamischen Strompreisen und intelligenten Stromzählern hätten, dann wäre das kein Problem, denn dann könnte man in den Nachrichten die Empfehlung geben, über Nacht Wäsche zu waschen oder Geschirr zu spülen (wer das per Maschine macht). Ganz ideal ist natürlich die Aufladung von Elektrofahrzeugen während solchen Zeiten.

Was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.635 von flitztass am 03.10.09 16:41:51befürchte nur, dass es nichts bringen wird, wenn ich bis 3 Uhr aufbleibe und Wäsche wasche, koche und bügle, außer, dass mich vielleicht einige Nach(t)barn für verrückt erklären würden.
Geschirrspüler, Waschmaschinen und Wäschetrockner arbeiten alleine und etwas bessere/neuere Geräte haben einen Timer. Viele leben in einem eigenen Haus (d.h. das Schlafzimmer ist nicht unbedingt neben der Küche und die Waschmaschine ist vielleicht im Keller). Es sollen zudem nicht 10 Millionen gleichzeitig nachts waschen.
Um den Strom der gehandelten 18 000 MWh in der genannten Stunde zu verbrauchen, müssten aber tatsächlich 10 Millionen Waschmaschinen laufen.

Und es haben schon mehrere Energieversorger versucht, dynamische Stromtarife anzubieten mit moderner Steuerung durch den Energieversorger, aber das wollen die Verbraucher nicht. Ist auch verständlich, dass die Verbraucher einen Vertrag haben wollen, bei dem sie wissen, was der Strom sie kostet.
Es gibt kaum jemand, der Lust hat, jeden Tag im Internet seinen aktuellen Strompreis für den nächsten Tag nachschauen zu wollen, und noch weniger will jemand seinen Stromversorger entscheiden lassen, wann in der Nacht die Waschmaschine startet.

Die Aufladung von Elektroautos könnte in der Tat irgendwann eine Lösung sein, aber das wird leider wohl noch Jahrzehnte dauern, weil kein geeignetes Stromspeichermedium in Sicht ist.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.818 von HeWhoEnjoysGravity am 03.10.09 18:21:06Okay, die Waschmaschine läuft von alleine aber wie sieht das aus, wenn meine Frau um 4 Uhr Früh auf dem Balkon Wäsche aufhängt?
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.110.273 von gold_nase am 03.10.09 21:44:12Ist doch egal wie das aussieht. Sieht doch im Dunkeln keiner.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.110.273 von gold_nase am 03.10.09 21:44:12aber wie sieht das aus, wenn meine Frau um 4 Uhr Früh auf dem Balkon Wäsche aufhängt?

wasndas ? :eek::eek::eek:

beweg du gefälligst deinen feisten Arsch, du fauler Säckel.....:p
.....und lass die holde Angebetete ihre wohlverdiente Nachtruhe geniessen :cool:
Jetzt haben wir den Salat, weil wir die Energie nicht mehr beherrschen müssen wir Nachts arbeiten.
Man könnte mit dem Strom große Ventilatoren antreiben und Wind machen.
„Smart Meter revolutionieren die Beziehung zwischen Verbrauchern und Energieversorgern. Erstmals können Haushaltskunden von ihrem Versorger tagesaktuelle Preissignale erhalten, die sie auf Gelegenheiten hinweisen, in denen Strom besonders günstig ist“, erläutert Haag.

Verbraucher sind so zum Beispiel in der Lage, ihre Waschmaschine entsprechend zu programmieren. Smart Meter können zudem auch mit sogenannten „Home Automation“-Technologien verbunden werden, wobei Smart Meter und Haushaltsgeräte, Heizung, Sicherheitseinrichtungen zu einem intelligenten Netz verbunden werden. Haushaltsgeräte können dann entsprechend der Energiepreissignale des Energieversorgers zentral ferngesteuert werden.

Denkbar ist in der Zukunft auch die Verbindung mit einem sogenannten „Least Cost-Router“, der automatisch und tagesaktuell den günstigsten Energietarif auf einer Internetplattform aus mehreren Energieversorgern auswählt - ähnliche Technologien sind bereits in der Telekommunikation erfolgreich eingeführt worden.

Bis 2015 Marktdurchdringung von 50 Prozent erwartet

Allerdings ist die flächendeckende Einführung der intelligenten Stromzähler gesetzlich noch nicht umfassend geregelt. Der A.T. Kearney-Studie zufolge ist eine zügige komplette Marktdurchdringung mit Smart Metern nur bei einer Einführungspflicht für alle Zähler möglich, diese ist derzeit jedoch unwahrscheinlich. „Ohne eine gesetzliche Pflicht wird sich die Einführung von Smart Metering verzögern. Wir erwarten jedoch, dass bis 2015 mindestens 50 Prozent der Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sind“, so Christian von Tschirschky, Principal bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie.

Diese Entwicklung wird unter anderem durch die politischen Rahmenbedingungen getrieben. So sind Smart Meter ein wesentliches Element, die Energieeffizienz- und CO2-Ziele zu erreichen. Energieversorger müssen ab 2010 Smart Meter und ab 2011 lastvariable Tarife anbieten - soweit dies technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist."

Ich hätte sehr gern so ein "Smart Meter"! :cool:

(Quelle: Auszug http://www.atkearney.de/content/presse/pressemitteilungen_pr…

Man muss übrigens nicht im Internet nach günstigen Tarifen suchen.
Daten können auch direkt über das Stromnetz übertragen werden.
Negative Strompreise sind aus wirtschaftlichen Gründen durchaus sinnvoll, wie der folgende Artikel zeigt. Es ist allerdings nicht nur die Windenergie, die dafür verantwortlich ist. Aber für solche wirtschaftlichen Einsichten reichen die Kenntnisse des Thread-Eröffners wohl nicht aus.


14.04.2008 EEX führt negative Preise ein

Die Leipziger Energiebörse EEX führt negative Strompreise ein. Das bedeutet, in Zeiten mit hohem Stromaufkommen werden Händler ihren Käufern Geld zahlen können, damit diese Strom abnehmen. Wie die tageszeitung (taz) berichtet, wird das neue System ab dem 28. April gelten.

Bereits heute sind negative Preise im außerbörslichen Stromhandel üblich, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE der taz. "Es kann für einen Kraftwerksbetreiber billiger sein, dem Abnehmer des Stroms noch Geld zu bezahlen, als ein Kraftwerk kurzfristig herunterzufahren", begründete er diese Praxis. Vor allem in Zeiten hoher Windstromerzeugung kann der Strompreis an der EEX kurzfristig auf Null sinken, wenn das Angebot größer ist als die Nachfrage. Dass ein Käufer noch Geld dafür bekommt, dass er Strom kauft, ist bisher technisch nicht möglich. Die EEX führt als erste Strombörse in Europa negative Preise ein.

Doch letztlich macht nicht nur die Windenergie, sondern auch die fehlende Flexibilität klassischer Großkraftwerke die negativen Preise interessant. Atomkraftwerke sind nur sehr langsam regulierbar und keinesfalls in der Lage, schwankende Strommengen zu produzieren. Bei Kohlekraftwerken ist dies zwar prinzipiell möglich, aber auch teuer. Da kann es lohnender sein, das Kraftwerk einfach laufen zu lassen und den Strom zu verschenken als die Stromproduktion anzupassen.

Der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels erklärte deshalb, ohne negative Preise "kann die Kosteneffizienz der Stromerzeugung leiden oder die Markträumung erschwert werden" und kommt in seinem Gutachten zum Strommarktdesign der EEX zu den Schluss, negative Preise seien "aus ökonomischer Sicht zu begrüßen".

http://www.stromtip.de/News/21014/EEX-fuehrt-negative-Preise…

Die Einspeisung von Strom aus Windenergie führt zu einem generell niedrigerem Strompreis, und zwar auch am Tag, wenn die Preise positiv sind. Das ist ohne weiteres einsichtig und macht die negativen Effekte mehr als wett.

Strompreis

Einerseits geht aus mehreren Studien hervor, dass durch die Einspeisung von Windenergie der Strompreis an der Leipziger Strombörse deutlich sinkt (Merit-Order-Effekt). Wird viel aus Windenenergie erzeugter Strom eingespeist, sinkt der Großhandelspreis an der Strombörse. Ist wenig Windenergie vorhanden, steigt der Preis an der Strombörse. Die sinkende Wirkung der Stromkosten durch Windenergie entsteht durch die gesetzliche Abnahmepflicht für produzierten Windstrom. Ist viel Strom aus Windenergie verfügbar, wird der Einsatz teurer konventioneller Kraftwerke insbesondere Gaskraftwerke („Grenzkosten-Theorie“) vermindert, was zu einem Absinken der Preise an der Strombörse führt. [4][5][6][7] Ein weiterer Grund liegt in der Strompreisexplosion. Im 2. Quartal 2008 kostet Strom an der Leipziger Strombörse im Mittel 8,495 ct/kWh . Der Einspeistarif für Windkraft liegt bei 7,8 ct/kWh . [8]


aus Wiki: Windenergie
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.635 von flitztass am 03.10.09 16:41:51Die Atome werden gespalten - wohin mit dem Strom?

Während Windkraftwerke zwar Priorität vor Gaskraftwerken haben, aber bei zu starkem Windangebot einfach abgeschaltet werden können, ist bei AKWs eine Regelung kaum möglich: eine Abschaltung führt zu einem mehrtägigen Ausfall. AKWs haben deshalb höchste Priorität: Auch bei noch so großem Strom-Überangebot kann kein AKW heruntergefahren werden.

Ein Lehrbeispiel für die damit verbundenen Probleme ist das allnächtliche Überangebot von AKW-Strom in Frankreich, das beim Blackout in Italien am 28.9.03 fast zu einem Zusammenbruch des gesamten europäischen Stromnetzes geführt hatte.

Der negative Preis an der Strombörse kommt also nicht durch Windkraftwerke zu Stande, sondern durch AKWs. Bei einem weiteren Ausbau der Kernenergie würden sich diese Probleme noch verschärfen - es sei denn, die Speicherkapazitäten (Pumpwasser oder Druckluft) werden ausgebaut oder die Netzschwankungen durch intelligente Verbrauchssteuerung ausgeglichen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.113.528 von AdHick am 05.10.09 10:34:34Technisch ist das alles kein Problem, und wie ich schon sagte, gibt es das längst.
Von Yello z.B. kannst du dir einen Smart-Meter längst installieren lassen.

Die grosse Mehrheit der Kunden will das aber nicht, und Datenschützer laufen auch Sturm dagegen, nicht ganz zu unrecht. Dein Energieversorger könnte natürlich aus den Daten deines Smart-Meters leicht rekonstruieren, wann du aufstehst, wann du Kaffee kochst, wann du duschst, ....

Bist du sicher, dass du das willst?
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.116.691 von flitztass am 05.10.09 17:08:05Mir wärs zwar egal, ist aber sicherlich problematisch.
Lässt sich allerdings umgehen, indem der Versorger hardwaremäßig nur beschränkten Zugriff auf die (verschlüsselten) Daten hat.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.113.770 von rv_2011 am 05.10.09 11:10:43Während Windkraftwerke zwar Priorität vor Gaskraftwerken haben, aber bei zu starkem Windangebot einfach abgeschaltet werden können, ist bei AKWs eine Regelung kaum möglich

Man könnte Windkraftwerke einfach abschalten, aber dummerweise haben die Betreiber nicht das geringste Interesse daran, weil sie eben die Abnahme zu ca. 80 Euro/MWh garantiert bekommen durchs EEG.

Die Energieversorger müssen den abnehmen, und dann eben den Strom wieder loswerden, was Samstag Nacht dann eben noch einmal zusätzliche 500 Euro/MWh gekostet hat.

Das ist absurd, da es ja erheblich besser für alle gewesen wäre, den Betreibern sagen wir als Ersatz 100 Euro/MWh für nicht erzeugten Strom zu geben, wenn sie diese abgeschaltet hätten.

Das zeigt, dass ein EEG mit Zwangsabnahme von Strom, auch wenn den niemand braucht, Unsinn ist.

Auch der Rest, was du schreibst, ist ziemlicher Blödsinn. Das Problem beim Blackout in Italien war in der Tat, dass Italien seinen Strom nicht selbst produziert, sondern in Frankreich einkauft, unabhängig von der Tageszeit!

AKW's kann man nämlich durchaus nachts deutlich runterfahren, nur eben nicht ausschalten, und das wird in Frankreich gemacht. Wenn das stimmen würde, was du schreibst, müsste der Spread zwischen Tag und Nacht beim Strompreis in Frankreich deutlich höher sein als in Deutschland. Ist er aber nicht! Im Moment ist er sogar in Frankreich kleiner als in Deutschland.

Wenn man die Stromproduktion durch AKW's nur bedingt dem Bedarf anpassen kann, und Wind überhaupt nicht, dann sind natürlich die AKW's an den deutlich negativen Strompreisen schuld, wenn der Wind kräftig bläst. :laugh:
Das Problem ist, dass der Strom der Grundlastkraftwerke (Atom und Kohle) quasi die Leitungen verstopft.

Deswegen muss, wie bereits der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung im Mai diesen Jahres feststellte, ein Systemwechsel stattfinden und der Grundstrom in einem zukunftsfähigem Energiesystem vor allem aus der Windkraft stammen. Dieser wird CO2-frei erzeugt und ist billig, schwankt jedoch. Um die Schwankungen zu kompensieren, bieten sich z.B. Gaskraftwerke an.

Wenn jedoch noch weitere Kohlegrosskraftwerke gebaut oder die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert werden, blockiert das nicht nur die Leitungen, sondern auch den Ausbau der erneuerbaren Energien und die deutschen Klimaziele werden nicht erreicht.

Übrigens werden in Brandenburg bereits mehr als ein Drittel des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen.
Sowas wird bei mir wohl in naher Zukunft im Keller stehen.


http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc…
Blockheizkraftwerke bieten den großen Vorteil, gleichzeitig Strom und Wärme zu erzeugen. Und dann werden die Teile noch landes- oder bundesweit intelligent vernetzt und beim Monopolisten der Strom-Liefervertrag gekündigt.
Hier sind die Vorschläge des SRU zur zukünftigen Stromversorgung. Eine Version in Deutscch habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.
http://www.umweltrat.de/cae/servlet/contentblob/731514/publi…


Zum SRU:
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen

Ideengeber für die deutsche und europäische Umweltpolitik

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) gehört zu den ersten Institutionen wissenschaftlicher Politikberatung für die deutsche Umweltpolitik. Er wurde im Jahr 1971 von der Bundesregierung eingerichtet.

Besondere Merkmale des SRU sind seine Interdisziplinarität und seine fachliche Unabhängigkeit. Er besteht aus sieben Universitätsprofessoren mit besonderer Umweltexpertise, die unterschiedliche Fachdisziplinen vertreten. Diese werden von der Bundesregierung für vier Jahre ernannt.

Der SRU bestimmt selbst die Themen seiner Gutachten und Stellungnahmen, ist in seinen Aussagen nicht an Weisungen oder Aufträge gebunden, vertritt keine wirtschaftlichen Interessen und genießt damit eine überparteiliche Autorität als Stimme des „gesunden Fachverstandes“ und prinzipiengeleiteter wissenschaftlicher Analysen und Empfehlungen
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.116.934 von flitztass am 05.10.09 17:34:58Man könnte Windkraftwerke einfach abschalten, aber dummerweise haben die Betreiber nicht das geringste Interesse daran, weil sie eben die Abnahme zu ca. 80 Euro/MWh garantiert bekommen durchs EEG.

Die Energieversorger müssen den abnehmen, und dann eben den Strom wieder loswerden, was Samstag Nacht dann eben noch einmal zusätzliche 500 Euro/MWh gekostet hat.


Das stimmt nicht so ganz. Im EEG ist das geregelt:

§ 11 Einspeisemanagement
(1) Netzbetreiber sind unbeschadet ihrer Pflicht nach § 9 ausnahmsweise berechtigt, an ihr Netz angeschlossene Anlagen mit einer Leistung über 100 Kilowatt zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung oder Grubengas zu regeln, soweit

1.
andernfalls die Netzkapazität im jeweiligen Netzbereich durch diesen Strom überlastet wäre,
2.
sie sichergestellt haben, dass insgesamt die größtmögliche Strommenge aus Erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplung abgenommen wird, und
3.
sie die Daten über die Ist-Einspeisung in der jeweiligen Netzregion abgerufen haben.


Mit Anderen Worten: Erneuerbare Energien haben zwar Priorität vor allen anderen Energiearten - mit Ausnahme von Atomenergie, die sich schlecht regeln lässt. Aus technischen Gründen hat Atomenergie höchste Priorität.

In Spanien werden in letzter Zeit Windräder häufig bei Stromüberangebot abgeschaltet, weil diese sehr viel schneller geregelt werden können als konventionelle Kraftwerke und AKWs: [urlVor allem in der Nacht werden Windparks vom Netz getrennt, wenn die Nachfrage gering ist. Somit wird ausgerechnet der Windstrom zum Opfer von veralteten Dinosaurier-Techniken, weil das Herunterfahren eines Kohlekraft- oder eines Atomkraftwerks zu aufwändig ist. "Wenn der Wind weht, werden die Windanlagen zuerst abgeschaltet, weil die Atomkraftwerke stets 24 Stunden täglich am Netz sind und sich nicht an das Stromnetz anpassen lassen"]http://www.heise.de/tp/blogs/2/138387[/url].

Bei AKWs ist eine Regelung unter 50% der Nennleistung gar nicht möglich (bei den meisten AKWs liegt die Grenze noch weit höher) - und im Bereich zwischen 50% und 100% ist sie langsam.

Frankreich muss nachts große Mengen Strom exportieren. Der wird vor allem von Italien abgenommen - vor allem nachts (tagsüber produziert Italien einen großen Teil des Bedarfs selber). Der Ausfall einer großen Fernleitung und Überlastung der beiden anderen führte 2003 zu dem Black Out in Italien. Wenn damals nicht in einer Notaktion vor allem Deutschland große Mengen französischen Stroms abgenommen hätte (ein Glück, dass bei uns der Atomstromanteil nicht so hoch liegt wie in Frankreich - sonst wäre das nicht möglich gewesen), wäre das gesamte europäische Netz zusammengebrochen: Die dann notwendige Abschaltung vieler AKWs hätte wohl zu einem mehrtägigen Black Out in großen Teilen Europas geführt.
Man braucht ganz einfach ein robustes europaweites Konzept für eine sichere Stromversorgung. Dazu gehört u.a. eine Priorisierung der Stromverbraucher (wenn zu wenig Strom vorhanden ist, werden unwichtige Stromverbraucher deaktiviert) und Maßnahmen zur Beherrschung von Überkapazitäten (z.B. genügend Stromspeicher wie Pumpspeicherwerke aber auch die Möglichkeit ein Generator im AKW abzuschalten und Überschußenergie in Form von Wärme an die Umwelt abzuleiten).

Alles kein Problem, wenn es eine einheitliche staatliche Stromversorgung gäbe und nicht zig profitgierige Einzelunternehmen. Eine einheitliche Stromversorgung muss hinreichend sicher und redundant sein und darf nicht zu sehr zentralisiert sein (d.h. einzelne Kraftwerke müssen im Störfall selbstständig reagieren können).

Man sollte mal über eine möglichst ideale Stromversorgung nachdenken (lassen) und diese dann realisieren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.118.925 von bares@nobles am 05.10.09 21:23:46@bares

Daran denke ich auch. Nur wenn ich im Sommer Strom erzeuge, brauche ich die entstehende Wärme nicht. Um die für kalte Zeiten zu speichern müsste ich riesige Pufferspeicher vorhalten. Oder etwa nicht??:confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.818 von HeWhoEnjoysGravity am 03.10.09 18:21:06#4

Dazu gibt es noch die Möglichkeiten Gefrierschränke etc. nachts stärker runterzukühlen, um diese am Tage gar nicht mit Strom versorgen zu müssen. Das Ganze mal bezogen auf große Lebensmittelkühlhäuser...Da geht eine Menge.
Strompreise für Privatkunden um 5,8 Prozent gestiegen
Berlin — Trotz halbierter Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse EEX müssen private Haushalte in Deutschland für Strom 5,8 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Untersuchung des Verbraucherportals Verivox. Stromversorger hätten die günstigen Einkaufspreise nur an Sondervertragskunden wie zum Beispiel Konzerne weitergegeben. Hier seien die Preise dem Statistischem Bundesamt zufolge um 8,5 Prozent gesunken. ... http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5h27SlpJ_o…

Anstatt jetzt die Endverbraucherpreise zu senken (und Energieverschwendung zu fördern) sollte man das zusätzlich eingenommene Geld in eine Modernisierung der Energie-Infrastruktur (von neuen Stromzählern über neue Pumpspeicherwerken und Überlandleitungen für Windenergieparks bis hin zum Neubau von AKWs als Ersatz für unsichere Altmeiler) stecken.

Man sollte die derzeit zu hohen Endverbraucherpreise als Vorgriff auf zukünftig höhere Energiepreise aufgrund einer Ölkrise begreifen. Das Problem sind nicht etwas erhöhte Preise, sondern die Veruntreuung der Gewinne durch die Stromkonzerne (z.B. wenn sie nicht in den Ausbau der Infrastruktur Deutschlands gesteckt werden). (alles imho)
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.120.459 von HeWhoEnjoysGravity am 06.10.09 09:20:43Das Problem sind nicht etwas erhöhte Preise, sondern die Veruntreuung der Gewinne durch die Stromkonzerne (z.B. wenn sie nicht in den Ausbau der Infrastruktur Deutschlands gesteckt werden).

Das würde ja heißen die Konzerne müsste nachhaltig denken. Das tun sie aber nicht, sondern sind an kurzfristigen Gewinnen interessiert um ihre Ziel zu erreichen was wiederrum einen hohen Boni ergibt... So ist, und so wird es bleiben :cry:
Für mich stellt sich das vor allem als Problem des Kraftwerkmanagements dar.

siehe etwa hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerksmanagement

Der Wind weht bekanntlich wenn er will, ähnliches gilt für die Sonne. Wenn diese Naturkräfte vorhanden sind, dann muß man sie nutzen und in Strom umwandeln. Die Forderung, Windkraftwerke abzuschalten wenn der Wind weht ist völlig unsinnig, darauf kann nur ein filztaas kommen. Genauso unsinnig wie etwa die Forderung eine Solaranlage abzuschalten, wenn die Sonneneinstrahlung besonders hoch ist.

Strom aus natürlichen Energiene, dh. vor allem Wind, Sonne und Laufwasser müssen zur Grundlast unserer Stromversorgung gezählt werden obwohl sie sich die Produktion gut regulieren läßt. Aber regulieren heißt ja nur, auf das Angebot dar Natur zu verzichten. Außerdem sind diese Energiequellen umweltverträglich.
Üblicherweise zählt man Atomkraftwerke und Braunkohlenkraftwerke auch zur Grundlast. Sie lassen sich zwar auch regulieren, aber unter Verlust von Effizienz und außerdem viel schlechter. Die in den Kernbrennstäben vorhandene Strahlung tritt aus, egal ob man Strom daraus macht oder nicht. Braunkohlenkraftwerke können nur unter bestimmten Temperaturen effizient betrieben werden.

Das Problem entsteht offensichtlich dadurch - und das wurde ja schon verschiedentlich angesprochen - daß die Grundlast zu hoch ist. Die Grundlast muß so ausgelegt werden, daß Stromüberschüsse nicht entstehen bzw. wenn sie entstehen, sie effizient verbraucht werden können. (siehe den Wiki-Artikel).

Wenn die Grundlast also zu hoch ist, dh. wenn hier Überkapazitäten bestehen, dann muß man Braunkohle- und Kernkraftwerke teilweise der Mittellast zuordnen. Wenn sie dann zuviel Strom erzeugen, dann ist es das Problem dieser Betreiber und sie haben auch die Kosten zu tragen. Alternativ könnte man solche Kraftwerke auch dauerhaft abschalten, das ist aber eine wirtschaftliche Frage.

Die Strombörse mit negativen Preisen ist auf jeden Fall eine sinnvolle Einrichtung, die auf marktwirtschaftlicher Basis Stromüberschüsse aber natürlich auch zusätzlichen Bedarf ausgleicht. Wenn die marktwirtschaftlichen Prinzipien wirklich funktionieren, dann wird das Problem negativer Preise mittel- oder zumindest langfristig verschwinden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.635 von flitztass am 03.10.09 16:41:51#1

"..Für kommende Nacht zwischen 2 und 3 Uhr wurde ein sensationeller Preis von Minus(!) 500.02 Euro/MWh festgestellt. Zu diesem Preis wurden 18.042,7 MWh gehandelt. Allein in dieser einen Stunde verdient da also jemand ca. 9 Millionen Euro dafür, dass er gnädigerweise diesen Strom abnimmt, den niemand braucht, und den die Windmühlen ins Netz einspeisen dürfen ca. 80 Euro/MWh!
..."


Den Strom nehme ich denen gerne ab...

:laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.138.916 von Blue Max am 08.10.09 12:41:01Jetzt werden auch schon erstmals in der Geschichte unter der Woche deutlich negative Preise "bezahlt" für Strom. Morgen früh zwischen 3 und 4 Uhr kostet eine MWh Strom -149,94 Euro.

Wenn in den nächsten Jahren tatsächlich mal nennenswerte Mengen an Strom auch noch aus Off-Shore-Anlagen produziert werden, und die schwachsinnige gesetzliche Regelung der Zwangsabnahme des dadurch eingespeisten Stroms
zu überhöhten Preisen weiterbesteht, wird das wohl in den nächsten Jahren zu völligen Absurditäten führen.

Ich bin auch mal gespannt, wann es deswegen den ersten grösseren Stromausfall gibt, weil die dadurch völlig überlasteten Netze in Norddeutschland zusammenbrechen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.109.635 von flitztass am 03.10.09 16:41:51#1

"...Für kommende Nacht zwischen 2 und 3 Uhr wurde ein sensationeller Preis von Minus(!) 500.02 Euro/MWh festgestellt..."

Dann kaufe ich sofort 2.000 MWh und werde über Nacht zum Millionär...

;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.437.992 von Blue Max am 23.11.09 15:18:13Und warum hast du dich dann immer noch nicht angemeldet als Stromhändler an der EEX? Hättest du das in der Zwischenzeit gemacht, könntest du jetzt deine
Million einsacken.

Mich würde dann allerdings danach interessieren, was du mit dem ganzen Strom gemacht hast, den du da "kaufen" willst. :D
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.439.177 von flitztass am 23.11.09 17:05:31Na als Nacht-Solarstrom wieder einspeisen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.439.177 von flitztass am 23.11.09 17:05:31#32

"...Mich würde dann allerdings danach interessieren, was du mit dem ganzen Strom gemacht hast, den du da "kaufen" willst..."

Mit dem Strom könnte man zb das böse Klimagift CO2 spalten, Windmaschinen drehen lassen, den örtlichen Badesee auf angenehme 35 Grad hochheizen oder die Weihnachtsbeleuchtung im Garten komplett auf 10.000 Watt-Scheinwerfer umstellen...

;)


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