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Aus der "Welt":

Der Internet-Anschluss wird zum Bürgerrecht

In der 27000-Seelen-Gemeinde La Grange im Südwesten der USA erhalten alle Einwohner kostenlosen Zugang zum World Wide Web

Von Martin Halusa

La Grange/Georgia - Die Statistik ist beeindruckend: Nahezu die Hälfte aller amerikanischen Haushalte verfügt über einen Computer und Zugang zum Internet - ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr. Der Makel: Die Rechner mit Internet-Verbindung sind in der Bevölkerung höchst unterschiedlich verteilt. Bei Haushalten mit einem Jahreseinkommen zwischen 50 000 und 75 000 Dollar liegt der Verbreitungsgrad bei rund 60 Prozent. Bei Familien jedoch, die mit weniger als 15 000 Dollar im Jahr auskommen müssen, beträgt die Nutzung des Internets nur rund zehn Prozent.
Soziologen warnen: Durch die Digital Divide, die digitale Kluft, wird der Abstand zwischen Arm und Reich, ausgebildet und weniger gut ausgebildet, zwischen haves und have-nots immer größer. Je weniger es den unteren Einkommensgruppen gelingt, an der digitalen Revolution teilzunehmen und vom vereinfachten Zugang zu Wissen und Können zu profitieren, desto mehr geraten sie weiter ins gesellschaftliche und ökonomische Abseits. Wer jetzt nicht zu den Plugged-Ins gehört, könnte schon bald für immer den Anschluss an die Zukunft verpasst haben. Um es Firmen zu versüßen, ihre Angestellten mit Computer und Internet-Zugang auszurüsten - wie dies Ford, Intel und viele andere bereits tun - hat Präsident Bill Clinton kürzlich Steuererleichterungen von insgesamt zwei Mrd. Dollar in Aussicht gestellt.

Bis jedoch all diese Anreize von Regierungen, Unternehmen und Organisationen greifen, wollte die Stadt La Grange, eine Autostunde südwestlich von Atlanta/Georgia, nicht warten: Schon vor Jahren hat die 27 000-Einwohner-Gemeinde mit dem Ausbau ihres Kabelnetzes begonnen. Das Netz gilt heute als eines der modernsten in den USA. Doch Jeff Lukken (44), der Bürgermeister von La Grange, bietet seinen Bürgern zusätzlich noch einen Service ganz besonderer Art: Schon in Kürze werden alle Haushalte der Südstaaten-Stadt mit einem Internet-Zugang ausgestattet. Der Clou: Sowohl der Decoder als auch die drahtlose Tastatur und der Online-Dienst sind vollkommen gratis. Die einzige Voraussetzung für den Mausklick in den Cyberspace ist ein Fernsehgerät - für den Rest der Kosten kommt die Gemeinde auf. Weder der Bundesstaat noch die Bundesregierung in Washington zahlen einen Dollar. Durch diese Aktion wollen wir unsere lokale digitale Kluft überbrücken, sagt Lukken. Wir machen unsere Bürger,
vom Junior bis zum Senior, fit für die technischen Herausforderungen.

Das Web aus dem TV-Kabel in La Grange ist heute drei Mal so schnell wie ein Modem. Der Zugang zur großen weiten Welt des Internets scheitert nicht mehr an finanzieller Not. Vor 30 Jahren standen die Arbeiter mit ihren Nachbarn in der Gemeinde im Wettbewerb um die Jobs, sagt Lukken. Heute konkurrierten die Jugendlichen mit Gleichaltrigen aus Deutschland, Singapur oder Japan. Für diejenigen Kinder, die ihre Fähigkeiten auf das Informationszeitalter ausrichten, ist die Zukunft grenzenlos und sicher. Für jene, die diese Fähigkeiten nicht erwerben, sind die Jobs der Zukunft die Arbeitsplätze der Vergangenheit, sagt der Bürgermeister.
Aber auch die ältere Generation geht online: Im Troup County Senior Center, einem Freizeitclub für Rentner, geht es zu wie in einer Volkshochschule. Freilich, ein paar ältere Mitbürger singen im Gemeinschaftssaal ein inbrünstiges Glory Halleluja, doch im Nebenzimmer sitzen die Cyber-Senioren. Sie sitzen vor ihren PCs und surfen von einer Web-Site zur nächsten. Es ist eine anregende Erfahrung für die Leute hier im Seniorenzentrum, E-Mails zu senden oder zu empfangen, sagt Manager Dan Wooten. Die meisten hätten schon davon gehört, aber es nie selbst gemacht. Der Zugang zum Web gibt den älteren Mitbürgern ein Gefühl von Stärke. Fünf Mal in der Woche steht PC-Weiterbildung auf dem Programm - die Kurse sind stets ausgebucht.
Eine kleine Einschränkung hat das Free-Web von La Grange allerdings: Da es aus dem TV kommt, gibt es keine Speichermöglichkeiten, Drucker und Ton fehlen. Unser Angebot soll die Bürger möglichst einfach an das Internet heranführen. Wer Gefallen daran hat, wird sich früher oder später ohnehin einen Computer kaufen. Derzeit wird La Grange technisch auf Vordermann gebracht, insgesamt kostet das Projekt rund 300 000 Dollar. Schon Ende dieses Sommers sollen alle 9100 Haushalte das Web auf den Fernseher im Wohnzimmer gespielt bekommen. Pro Familie gibt es sechs E-Mail-Adressen.

Das Web hat die Art und Weise verändert, wie ich meine Schüler unterrichte, erklärt die Lehrerin Deborah Jackson. Schüler werden künftig ihre Hausaufgaben per E-Mail an die Schule schicken. Im Gegenverkehr erhalten Eltern, die sich selten in den Klassenräumen blicken lassen, vertrauliche Berichte über die schulischen Leistungen ihrer Zöglinge. Das Web ist wie eine globale Bücherei in der Fingerspitze, sagt Jackson. Das Internet soll in La Grange auch dabei helfen, den Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung zu verbessern. Schon heute können sich die Einwohner an Chats beteiligen, die örtlichen Kirchen veröffentlichen neben den Zeiten für die Gottesdienste ihre Predigten im Internet, Protokolle der Gemeinderatssitzungen werden auch ins Netz gespeist. Schon in wenigen Jahren soll die gesamte Strom-, Gas- und Wasserversorgung online abgewickelt werden. Statt des Gasmanns, der einmal im Monat den Verbrauch abliest, werden alle Vorgänge computerisiert.
Bürgermeister Lukken: Eine virtuelle Shopping-Mall ist gerade im Entstehen: Nahezu jedes kommunale Geschäft bietet seine Leistungen und Produkte online an.


It´s so easy, schwärmt Pam Wisniewski. Früher habe sie ihr Mann nie an seinen Computer gelassen, sagt die Friseurin. Doch nun surfe sie jeden Tag mindestens ein Stunde im Netz. Am besten findet sie all die Kochrezepte. Die Geschmäcker sind verschieden: Die Rentnerin Jo Byce klickt sich morgens erst einmal in eine Rätselgeschichte ein, die Ende der Woche von den Usern gelöst sein soll - in dieser Woche geht es um eine Frau, die ihren Mann mit Himbeeren vergiftet hat. Doch noch wichtiger als die Online-Krimis ist für Jo ihre Chatgruppe der Lymphdrüsen-Krebs-Überlebenden. Seit ich im Internet unterwegs bin, habe ich viele Leidensgenossen gefunden. Man merkt einfach, dass man mit der Krankheit nicht alleine ist.


Sollte man vielleicht an S.Domeyer schicken... Wär doch super PR sowas zur Verfügung zu stellen...
Gruss, Elkhead
@ Elkhead

Send Do einfach den Artikel als mail, freut sich bestimmt.

u21 Die Entwicklungsländer warten auf Metabox. Riesenpotential
Afrika wird von MBX schon beackert.
Einer, dem ich zutraue, daß er eine solche Werbemöglichkeit beim Schopfe packen würde, ist: Gerhard Schmid, MOBILCOM
Komisch, komisch...
schon knapp 300mal gelesen und noch keiner schreibt was in Richtung:
"Ich habs ja schon immer gesagt: Die arbeiten bald mit Metaboxen"
oder
"Ich weiß aber TROTZDEM noch nicht, warum man so ne Box brauchen könnte!"

Sind denn die Dauerposter ausgestorben? Oder habt ihr Euch alle aufgehängt, weils die letzten Tage nicht so doll gelaufen ist?

;)
Elkhead
Im NMI-Rundbrief heute wieder eine positive Stellungnahme zu MBX.
Der Wert ist im dortigen Musterdepot.
@Elkhead,

ja, es gibt sehr viele Forschungen dieser Art, auch in Europa. MBX wird sicherlich
auch daran teilnehmen.

Die statistische Ergebnisse aus solche "Feld tests" sind sehr verwertbar, weil es meisten geschlossene Gesellschaften sind.

Ein Community mit 30,000 Haushalten kann man als repräsentativ sehen.

Warum nicht, Marketing spart dabei viel Geld.

MFG
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