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Die Grab-Kränze für den Neuen Markt sind schon bestellt..... leider - 500 Beiträge pro Seite



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Habe bei vwd.de den im Folgenden hier zitierten Artikel gefunden, der ebenso hart wie wahr ist:



"Erfolgsstory" Neuer Markt - ein Nachruf
von vwd Korrespondent Michael Fuchs

Je tiefer der Neue Markt fällt, desto lauter werden die Worthülsen der Hoffnung verbreitet. "Der Neue Markt ist auf dem Weg, erwachsen zu werden", sagt etwa Volker Potthoff, Vorstand der Deutschen Börse, zum vierten Geburtstag des Neuen Marktes. Dass seitdem Milliarden von Anlegergeldern vernichtet wurden und enttäuschte Investoren von Absahnermentalität bei Banken und Altaktionären sprechen, ist kein Jubiläumswort wert. Auch die wachsende Zahl von Unternehmenspleiten ist kein Thema, denn "hier trennt sich ja bloß die Spreu vom Weizen", wie die so genannten Anlagestrategen der Großbanken dem Kleinaktionär weismachen wollen.

Und selbst der drastische Kurssturz des Nemax-50, der sich gegenüber seinem Höchststand viertelte und damit jeden noch so starken Rückgang der DAX-100-Werte in den vergangenen Jahrzehnten in den Schatten stellte, ist kein Grund zur Beunruhigung. "Wir können uns den Vorgaben der Nasdaq eben nicht entziehen", heißt es dann. Dass die US-Technologiebörse sich aber lediglich etwas mehr als halbiert hat und den Neuen Markt damit immer noch klar outperformt - ebenfalls kein Thema.


Tatsächlich muss sich der Anleger ernsthaft fragen, was der Neue Markt eigentlich gebracht hat. Sicher, nicht jedes der gelisteten Unternehmen hat versagt und Erfolgsstories wie die von Aixtron und Qiagen sorgen dafür, dass nicht auch noch das letzte Quentchen Vertrauen verloren geht. Aber im großen Rest gibt es nicht wenige Software- und Internetklitschen mit überfordertem Management und einem wenig überzeugenden Geschäftsmodell.

Wie hätten es sonst Unternehmen wie Artnet oder LetsBuyIt jemals an die Börse schaffen können? Dass Versagen keine Ausnahme ist, haben die jüngsten Quartalszahlen gezeigt. In keinem anderen Segment der deutschen Börse wurden wohl jemals so geballt und drastisch die Prognosen verfehlt wie am Neuen Markt. Und die Qualität der Neuemissionen gibt ebenfalls keinen Grund zur Hoffnung. Trotz der desaströsen Börsenlage hat bereits wieder eine größere Zahl von Technologieunternehmen mit blumigen Namen ihren Börsengang angekündigt - Stoff für neue Enttäuschungen?

Bei Betrachtung der Unternehmen fällt noch etwas anderes auf: Die großen Erfolgsstories am Neuen Markt kommen eigentlich gar nicht aus dem Hard- und Softwarebereich, der gemeinhin mit High-Tech assoziiert wird, sondern aus ganz anderen Gebieten. Solide Unternehmen wie Aixtron und Pfeiffer Vacuum sind im Maschinen- und Anlagenbau tätig und würden ohne weiteres auch in SMAX oder MDAX passen. Auch die so genannten Umweltaktien oder der Distributor Medion werden wahrscheinlich nicht sofort mit Hochtechologie in Verbindung gebracht und würden auch in anderen Börsensegmenten einen angemessenen Platz finden.

Sieht man von diesen wenigen Lichtblicke einmal ab, sieht es um den Neuen Markt trübe aus. Nachdem selbst einstige Hoffnungsträger wie Intershop versagt haben, herrscht im Software- und Internetsegment Ebbe. Weder potenzielle Weltmarktführer noch hoffnungsvolle Nischenplayer sind zu entdecken - kein Vergleich zur Nasdaq, wo sich trotz der Baisse an den Technologiemärkten immer noch die maßgeblichen Unternehmen befinden. Und welcher Neuer-Markt-Wert könnte sich schon ernsthaft mit Cisco, Oracle oder Sun Microsystems vergleichen. Selbst der Hoffnungsträger Biotechnologie liegt, von Qiagen einmal abgesehen, meilenweit abgeschlagen hinter der US-Konkurrenz zurück.

Daher bleibt die Frage, welche Daseinsberechtigung der Neue Markt eigentlich noch hat. Wäre es nicht das vernünftigste, die höher kapitalisierten Aktien in den MDAX zu integrieren und die übrigen Titel mit dem SMAX zu einem Nebenwerteindex zusammenzufassen? Überzogene Hoffnungsphantasien mit einem Neuer-Markt-Bonus, der offensichtlich noch immer drastische Überbewertungen rechtfertigt, entfielen dann, und die vermeintlichen Hoffnungsträger müssten künftig mit etablierten, vernünftig bewerteten Unternehmen um die Gunst der Anleger wetteifern. Mancher Exzess, der wahrscheinlich nur in der überhitzten Treibhausatmossphäre einer reinen Technologiebörse entstehen konnte, würde dann endgültig der Vergangenheit angehören.

12. März 2001, 17:37

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Der Mann hat Recht.
Mittlerweile kann man einen Nemax-10-Index aufstellen, in dem sämtliche soliden Titel bequem Platz finden könnten...

Gruß

D.T.
einfach den Österreichern nachmachen.
Die haben ihre Wachstumsbörse eingestellt!
Man kann auch noch vom kleinen Nachbarn lernen!
Falsch!
Der bizarr verbogene Körper des NM liegt aufgedunsen und mit aufgetriebenem Bauch auf der Prachtstrasse der Börse....
Alle halten sich die Nasen zu, keiner bringt ihn endlich unter die Erde...
Von den Emissionsbanken und Altaktionären.

Zu denen wurde das Geld ja durch unsere Dummheit umverteilt...

:D
Was wirklich schön ist, ist dieses:

TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER!

Gruß (Ich finde Bären übrigens possierlich, macht Spass, ihnen etwas zuzusehen)
Luckydog


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