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Talsohle im Chipsektor erreicht ? - 500 Beiträge pro Seite



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New York, 1. Aug (Reuters) - Die Prognose der US-Investmentbank Merrill Lynch über den weltweiten Chipsektor dürfte nach Einschätzung von Experten die Kurse an der Wall Street am Mittwoch beflügeln. Merrill Lynch hatte zwölf Aktien des Sektors höher bewertet, weil die Branche die schlimmsten Zeiten nach Angaben der Bank hinter sich haben dürfte. "Merrill hat den gesamten Halbleiterbereich höher bewertet, und das sind gute Neuigkeiten", sagte Art Hogan, Chefmarktanalyst bei Jefferies & Co.

Ist denn nun die Talsohle auch bei den Aktienkursen von Chipunternehmen erreicht ? Es war ja schon öfter die Rede von Talsohlen ...
Schöngerechnete Ergebnisse

Ein Kommentar von w:o-Redakteur Björn Junker

Es ist nichts Neues, dass die Gewinne der US-Unternehmen dieses Jahr bislang überaus schwach ausgefallen sind. Überraschend dürfte allerdings sein, dass es in Wirklichkeit noch düsterer aussieht, als es bislang den Anschein hat.

Das zeigt sich an den unterschiedlichen Ergebnissen der zwei Firmen, die die Gewinnentwicklung in den Vereinigten Staaten verfolgen. So hat der Marktforscher Thomson Financial/First Call für das erste Quartal 2001 einen durchschnittlichen Gewinnrückgang der im S&P 500-Index notierten Firmen von 9,5% errechnet. Standard & Poor’s hingegen kommt auf rund 23%.

Das ist kein Wunder, bezieht sich First Call doch auf die Ergebnisbeobachtungen der Analysten-Gemeinde, die mit so genannten Pro-forma-Zahlen arbeiten, während Standard & Poor’s eine wesentlich engere Definition des Begriffs operativer Gewinn benutzt.

In der aktuellen Börsenlage ist es verständlich, dass sich die Unternehmen so positiv wie möglich präsentieren wollen wie irgend möglich. Bereits ein Ergebnis, das minimal schwächer ausfällt als die Erwartungen, kann Millionen Dollar an Marktkapitalisierung vernichten. Also werden alle möglichen Kosten als außergewöhnliche Einmalkosten deklariert, die nicht auf den operativen Gewinn angerechnet werden, und schon steht man wieder gut da.

Und wie die Zahlen von First Call zeigen, machen viele Analysten dieses Spielchen mit. Nun rechnet aber S&P einen Großteil dieser Posten wieder hinein – und hoppla, das sieht doch gleich ganz anders aus. Offenbar liegt auch in den USA, deren Börsenregeln häufig als positives Beispiel für die deutschen Märkte herangezogen werden, einiges im Argen. Hoffentlich aber nicht mehr lange. Die mächtige US-Börsenaufsicht SEC hat sich dieses Problems bereits angenommen.

Autor: Björn Junker, 18:46 19.07.01
US-Investmentbanken – böser Verdacht

Dass auch Analysten nur Menschen sind und sich hinsichtlich ihrer Empfehlungen ebenso irren können/dürfen wie private Investoren, sollte jedem Anleger klar sein. Nicht zu tolerieren sind hingegen solche Finanzprofis, die das Gegenteil von dem tun, was sie zuvor den Anlegern empfohlen haben.

Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC ermittelt in drei Einzelfällen gegen Analysten, die gegen ihre eigenen Empfehlungen gehandelt und damit Gewinne zwischen 100.000 und 3,5 Millionen Dollar erzielt haben sollen. Entsprechende Untersuchungen bestätigte die Leiterin der Behörde, Laura Unger, am Dienstag während einer Kongressanhörung zu den Praktiken der Analysten an der Wall Street.

So soll ein Analyst Aktien leerverkauft haben, in der Hoffnung, die Papiere zu einem späteren Zeitpunkt billiger zurückkaufen zu können. Der Leerverkauf von Aktien erfolgt in der Erwartung fallender Kurse. Gleichzeitig hätte der Experte aber seine Kaufempfehlung ("Buy") für den Titel aufrechterhalten.

Objektivität: Fehlanzeige

Auch ansonsten zeigt sich die SEC-Chefin alles andere als zufrieden mit dem Gebaren der amerikanischen Investmentbanken. Vor-Ort-Ermittlungen hätten ergeben, dass ein signifikanter Teil der Neuemissionen im Internet und Hightech-Sektor von neun Investmentbanken durchgeführt worden seien.

Von den in diesem Zusammenhang untersuchten 57 Analysten, hätte sich rund ein Viertel im Vorfeld von Börsengängen an Firmen beteiligt, über die sie später Studien verfasst hätten.

Von 317 Neuemissionen seien zudem 308 nach dem Börsengang auch von solchen Investmentbanken weiter begleitet worden, die schon die Emission betreut hätten.

Bedenklich sei auch der Umstand, dass Analysten ihren Investmentabteilungen im Vorfeld von Bewertungsänderungen entsprechende Tipps geben.

Das Schlimmste an den Untersuchen sei die Erkenntnis, dass keine der neun Investmentbanken in der Lage sei, Mitarbeiter festzunageln, die sich vor einem Börsengang engagiert hätten – obwohl dies sowohl gegen die Bestimmungen der National Association of Securities Dealers (NASD) als auch der New York Stock Exchange (NYSE) verstoße.

Trotz der jüngsten Ergebnisse plant die Wertpapieraufsichtsbehörde keine Änderungen ihres Regelwerks. Viel lieber würde sie es sehen, wenn die NASD und die NYSE ihre eigenen Bestimmungen verschärfen würden.

© 01.08.2001 www.stock-world.de [1]
.der Joe Osha von Merill lag schon letztes Jahr bei den Chips falsch, bullish bis zum bitteren Ende, denke mal die haben einfach die Depots noch voll mit diesem Chip Zeugs..
Ich für meinen teil werde auf derart schöngemeinete nachrichten nicht wieder hereinfallen. Tatsache ist, dass der chipsektor noch eine weile brauchen wird, ergo werden die einstiegskurse ganz sicher noch günstiger. Ich habe in der vergangenheit nicht nur ordentlich viel geld versenkt, ich habe insbesondere dazugelernt, lehrgeld quasi. Dazu gehört explizit das privileg der alleinentscheidung. Analysten haben zunächst ein immens eigenes interesse bestimmte papiere hoch zu loben. Sehr anschaulich präsentierte sich dieser primäreffekt in den vergangenen monaten. Die weltwirtschaft ist ein wenig flügenlahm geworden und wird deshalb mit dem durchstarten noch warten müssen. Persönlich werden günstigere kurse abgewartet, punkt.
Egal die Halbleiterwerte springen an! zumindest meine!

Mania,SZ Testsysteme,Valor+40%

Kastor
Na ja, es kann natürlich auch sein, daß das jetzt nur wieder so ein Push-Versuch von Merrill ist.

Immer wenn die Kurse ganz unten sind, wird von Talsohle geredet um die dann folgende technische Erholung zum Ausstieg zu nutzen. Die Schweine !


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