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Eric Clapton - keiner kann es besser - 500 Beiträge pro Seite



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Eric Clapton
Der Gottgleiche
Von Edo Reents




30. März 2005 Während viele Rockmusiker ihre runden Geburtstage feiern, wird immer deutlicher, daß an die Stelle von Können und Interessantheit längst ein anderer Maßstab zu deren Beurteilung getreten ist - das Überleben.


Dieses war im Grunde nicht vorgesehen in einer Kunstform, die mehr als jede andere auf Schnelligkeit und Selbstverzehrung aus ist. Wer sich darauf verstand, ohne dabei sein Leben zu lassen, sah sich irgendwann vor die Notwendigkeit gestellt, den einmal erworbenen Ruhm zu verwalten, ohne dabei seine Würde zu verlieren oder einfach bloß langweilig zu werden.

Der Ruhm der frühen Tage

Für den britischen Gitarristen Eric Clapton stellte sich diese Frage besonders dringlich, aber der Ruhm seiner frühen Tage war auch besonders groß. Er gründete sich auf etwas, das für die Rockmusik und deren Wirkung nur in Ausnahmefällen eine Rolle spielt: Virtuosentum. In der berühmten Zeile, die einst auf Londoner Hauswände geschmiert wurde - „Clapton is God” -, verdichtete sich eine fast hysterische Wertschätzung, die vom Lebenswandel des Geehrten absah und sich ausschließlich auf seinen musikalischen Rang bezog.

Tatsächlich war Clapton einer der wenigen, die das Ideal des Gitarrenhelden restlos ausfüllten; nach dem Tod seiner Kollegen Jimi Hendrix und Duane Allman war er der einzige. Unter den Briten war der ehemalige Kunststudent seit der legendären Platte mit John Mayalls „Bluesbreakers” von 1965 ohnehin der Beste. Jimmy Page, Jeff Beck und Peter Green traten, bei den „Yardbirds” oder eben bei den „Bluesbreakers”, ja erst in seine Fußstapfen, während er, dem die klassische Rock-`n`-Roll-Band rasch zu eng wurde, sich schon in anderen Sphären bewegte.

Unbestrittene Meisterschaft

Vielleicht hat nichts so sehr zu seiner Ausnahmestellung beigetragen wie die Zeit bei „Cream” mit Jack Bruce und Ginger Baker. Wie keine andere Gruppe erhob dieses Trio die von taktischen und kommerziellen Erwägungen freie Improvisation zum Musizierprinzip und wurde gerade damit so erfolgreich. Erst hier, von 1966 bis 1968, spielte Clapton sich auf der Grundlage der bei den „Bluesbreakers” erworbenen, maßgeblich von B.B. King inspirierten und seither von niemandem mehr bestrittenen Meisterschaft frei.

Fortan konnte er machen, was er wollte - jeder wollte ihn haben: Die „Beatles” holten ihn ins Studio für ein Sologitarrenspiel auf „While My Guitar Gently Weeps”, das so intensiv war, daß es aus dem gemäßigt temperierten Musikantentum der anderen eklatant herausstach. Man merkte sofort, daß hier jemand am Werk war, der ein paar PS mehr unter der Haube hatte. Die „Beatles” hätten Clapton wohl auch ganz bei sich aufgenommen, wenn Harrison damals das Handtuch geworfen hätte.

Er wäre zu gut gewesen

Von den „Rolling Stones” lag nach dem Tod von Brian Jones ebenfalls ein Angebot vor. Jeder andere hätte sich dafür die Hand abgehackt; aber „Slowhand”, wie er seit seiner Jugend genannt wird, wäre vermutlich zu gut für solche Gruppen gewesen und hätte deren Rahmen gesprengt. Er empfand seine Attraktivität als Zumutung und reagierte verstört auf die Verheißungen, die sie mit sich brachte. Er schien für den Status des absoluten Solisten wie geschaffen, war ihm aber psychisch nicht gewachsen.

Die Personalien um ihn, denen weitere prominente Engagements bei der Kunstrockgruppe „Blind Faith” und dem Großensemble „Delany and Bonnie” folgten, signalisierten eine grundsätzliche Unsicherheit, mit der dieser fast schon zu selbstkritische Musiker zu kämpfen hatte. Statt sich mit seinem zündenden Spiel in den Mittelpunkt zu schieben, verhielt er sich, zur Enttäuschung seiner Anhängerschaft, oft rein assistierend. Ihm ging es um die richtige Art des Musizierens, das er, immer auf der Suche nach der einen, richtigen Note, die den Hörer ins Herz trifft, eher in Schüben als kontinuierlich weiterentwickelte.

Sein fruchtbarstes Jahr

Clapton hatte 1970 sein fruchtbarstes Jahr, in dem er seine Vielseitigkeit und Vorliebe für amerikanische Spielarten unter Beweis stellte. Auf der ersten Soloplatte verblüffte er mit Gospelrock; das unter dem Namen „Derek and the Dominos” gemeinsam mit Duane Allman eingespielte Doppelalbum „Layla” ist bis heute eines der erregendsten Gitarrenalben der Rockgeschichte, dessen Titelsong mit dem unglaublich flüssigen Intro gewissermaßen Claptons Brandzeichen wurde.

Danach tauchte er unter und meldete sich erst 1974 mit der Platte „461 Ocean Boulevard” zurück. Der Reggaesong „I Shot The Sheriff” brachte ihn sofort auf Platz eins und machte den Komponisten Bob Marley weltberühmt, wie überhaupt manche Fremdkompositionen durch ihn bekannter wurden als die Originale. Die unaufdringliche, ökonomische Spielweise und das Vertrauen, das er endlich zu seinem rauhkehligen, unterschätzten Gesang gefunden hatte, deuteten eine Gesundung an, die ihn in der Folgezeit mit seinem Eklektizismus wieder sehr gut dastehen ließ.

Älterer Rockstaatsmann

Seine Musik war aber, mit Ausnahme der wuchtigen, 1979 in Tokio produzierten Live-Platte „Just One Night” und gelegentlicher, sehr entspannter Meisterminiaturen wie „Lay Down Sally”, „Wonderful Tonight” oder „I`ve Got A Rock`n`Roll Heart”, nicht mehr so zwingend. Sie war gediegen, erregte aber kaum noch Aufsehen. Clapton wurde eigentlich schon zu dieser Zeit der „ältere Rockstaatsmann in Übereinstimmung mit den Zeitläuften, aber ohne großen Einfluß auf sie”, den die Kritiker Hardy und Laing erst später in ihm sahen.

Als solcher tritt er bis heute zuverlässig in Erscheinung, und das ist, wenn man das sagen darf, das Problem des Eric Clapton. Die Fraglosigkeit, mit der seine Könnerschaft akzeptiert wird, gibt ihm selber wohl am meisten zu denken.

Die Ehrungen, mit denen er seit fünfzehn Jahren überhäuft wird, haben weniger mit seinen historischen Leistungen zu tun als mit einer Lebensgeschichte, in die viel persönliches Leid hineinspielt: die schwierige Kindheit des elternlos in der englischen Grafschaft Surrey Aufgewachsenen; die schwere Heroin- und Alkoholsucht; das Beziehungsdrama mit George Harrisons Ehefrau Patti Boyd, für die er „Layla” schrieb; der Flugzeugabsturz im August 1990, dem er durch Zufall entging und der sechs Freunde das Leben kostete, darunter den texanischen Gitarristen Stevie Ray Vaughn; schließlich, im Jahr darauf, der Unfalltod seines kleinen Sohnes Conor. Aus all diesem ist er äußerlich einigermaßen unbeschädigt hervorgegangen. Man würde ihn eher für einen Bibliotheksangestellten halten, zumal seine jüngeren Platten mit enzyklopädischem Eifer die Bluesvergangenheit aufbereiten.

Das groteske späte Image

Für seinen toten Sohn schrieb er „Tears in Heaven”, eine menschlich anrührende, aber musikalisch inferiore Trauerarbeit, für die er sechs Grammys bekam. Seine trendsetzende „Unplugged”-Platte, die „Layla” in einer völlig verhunzten Version enthält und ansonsten nichts von dem, was seine Kunst ausmacht, wurde zu seiner erfolgreichsten überhaupt. Jeder, der das Genie von einst kennt, muß zugeben, wie grotesk Claptons spätes Image ist. Aber wie die Tage erst dann am heißesten sind, wenn sie wieder kürzer werden, so verhält es sich mit der Karriere dieses Musikers, der reichste Ernte einfährt, obwohl seine Intensität nachgelassen hat.

Eine Legende besagt, daß Robert Johnson, Claptons ganz großes Idol noch vor B.B. King, an einer Straßenkreuzung in Mississippi dem Teufel seine Seele verkauft hat. Clapton fühlte sich diesem rastlosen Blues-Pionier, der ein fatales Ende nahm, immer besonders verbunden. Im Lichte dessen, was er durchgemacht hat, muß man inzwischen sagen, daß er auch Grund dazu hatte.

Auf eine sehr mittelbare Weise wurden ihm, dessen Bluesexistentialismus gelegentlich akademisch-aufgesetzt wirkt, Leben und Kunst doch noch eins. Die crossroad, dieser mythische Ort, den Robert Johnson beschwor, ist das Sinnbild auch seiner wechselvollen und einzigartigen Karriere, die an diesem Mittwoch, wenn Eric Patrick Clapp sechzig Jahre alt wird, sicherlich noch lange nicht zu Ende ist.

Text: F.A.Z., 30.03.2005, Nr. 73 / Seite 35
Bildmaterial: AP, picture-alliance/ dpa/dpaweb, picture-alliance / dpa
Großbritannien
Ein Orden von der Queen für „Musikgenie” Eric Clapton


31. Dezember 2003 Der 58 Jahre alte Rockgitarrist Eric Clapton bekommt einen Orden von der Queen. Der achtfache Grammy-Gewinner wird als „Musikgenie” auf der traditionellen Neujahrs-Ehrungsliste von Königin Elizabeth II. geführt, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Unter den dort genannten knapp 1000 Personen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die sich um das Vereinigte Königreich verdient gemacht haben, finden sich auch Tennisprofi Tim Henman und Ray Davies, Mitbegründer und Songwriter der Band „The Kinks”.


Die Auszeichnung „Commander of the British Empire” (CBE) für Clapton ist die Vorstufe zur Erhebung in den Ritterstand. Der stark vom Blues beeinflußte Gitarrist („After Midnight”) kann auf eine 40 Jahre währende Karriere zurückblicken und schrieb Musikgeschichte.

Polizisten, Milchmänner, ehrenamtliche Helfer

Mit der höchsten Auszeichnung, dem Ritterschlag, wurde der Trainer der englischen Rugby-Nationalmannschaft, Clive Woodward, bedacht. Für den Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 wird er sich künftig „Sir” nennen dürfen. Orden bekommen darüber hinaus alle Mitglieder seiner Mannschaft. Für den Bereich Wissenschaft wird Tim Berners-Lee, maßgeblicher Erfinder des Internets, zum Ritter geschlagen.

Der britische Tennisstar Tim Henman wird in Zukunft die offizielle Abkürzung OBE („Officer of the British Empire”) tragen. Nach Angaben von Downing Street wird der Sportler für den Erfolg geehrt, „einer der besten Spieler zu sein, die Großbritannien seit vielen Jahren hervorgebracht hat”.

Die weitaus meisten Namen auf der Ehrungsliste, die von der Regierung vorgeschlagen werden, kennt niemand. Denn neben Musikern, Sportlern oder Entertainern werden auch Polizisten, Milchmänner oder ehrenamtliche Helfer für ihren Einsatz ausgezeichnet. Die eigentlichen Ehrungszeremonien, die meistens im Buckingham Palast vonstatten gehen, folgen zu einem späteren Zeitpunkt.
...das Überleben....

im wahrsten sinn des wortes.
sonst hätte er starke konkurrenz wie:
Rory Gallagher
(one of the World`s Most Influential Blues Rock Guitarists)
Stevie Ray Vaughan
(One of the greatest blues musicians who ever picked up a guitar. —John Lee Hooker)
ab sofort wird hier mein neues Zuhause sein, etwas fernab der teilweise gestressten user im Board.

Nach meiner Ansicht nach lesenswertes aus der Presse und dem Net werde ich hier einstellen.

:look:
Frankreichs "Non" belastet den Euro
Währung fällt auf tiefsten Stand des Jahres - Experten streiten über langfristige Folgen
von Anja Struve


Gemeinschaftswährung in der Sackgasse
Foto: dpa
Frankfurt/Main - Der politische Schock über das Nein der Franzosen zur EU-Verfassung hat den Euro in Mitleidenschaft gezogen. Die Gemeinschaftswährung verlor zu Wochenbeginn zeitweise über einen Cent an Wert und sank mit 1,2466 Dollar auf den tiefsten Stand des Jahres. Auch gegenüber dem britischen Pfund und dem japanischen Yen notierte der Euro schwächer. Händler führten einen Teil der Verluste allerdings auf die extrem dünnen Umsätze an den Devisenmärkten zurück, nachdem die Börsen in New York und London wegen eines Feiertags geschlossen blieben.


Am europäischen Rentenmarkt gaben die Kurse ebenfalls leicht nach. Der Bund-Future verlor zeitweise 22 Ticks auf 121,61 Punkte, gleichzeitig stieg die von der Bundesbank errechnete Umlaufrendite 3,09 Prozent. Am Aktienmarkt spielte das Veto der Franzosen indes kaum eine Rolle. Der Dax stieg im Tagesverlauf mit 4471 Punkten so hoch wie seit Mitte 2002 nicht mehr, der wichtigste französische Börsenindex CAC-40 ging nur leicht zurück. "Die ablehnende Haltung der französischen Wähler war keine Überraschung. Die Märkte haben damit gerechnet, daß das Referendum so ausgeht und das entsprechend in den Kursen vorweggenommen", erklärte Ökonom Ralph Solveen von der Commerzbank die verhaltenen Marktreaktionen.


Ursprünglich sollte die neue Verfassung, die die erweiterte EU handlungsfähiger machen soll, im November 2006 in Kraft treten. Vor Frankreich haben bereits zehn der 25 EU-Länder, darunter Deutschland, das Regelwerk ratifiziert. Die Niederlande entscheiden am Mittwoch. Eine Ablehnung gilt nach dem Nein der Franzosen als wahrscheinlich.


Uneins sind sich die Strategen allerdings über die weiteren Folgen, die die politische Entscheidung für die europäischen Finanzmärkte haben wird. "Für die Märkte sind solche Referenden tendenziell ein Nicht-Ereignis", meinen die einen und verweisen darauf, daß die EU dank des Vertrags von Nizza auch ohne das neue Regelwerk handlungsfähig ist. "Das gestrige Nein bedeutet doch nicht, daß davon gleich die EU untergeht", sagt Solveen. "Und für einen US-Investor, der in Europa investieren will, spielt die Frage, ob die EU eine neue Verfassung hat oder nicht, keine Rolle."


Deutlich skeptischer sehen die Ökonomen von Morgan Stanley die Folgen: "Größere politische Unsicherheiten und vermehrte Spekulationen über ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Zone werden den Euro schwächen, und das nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegenüber anderen Währungen wie Pfund, Franken und Yen", warnt Cheföknom Eric Chaney. Auch bei den Staatsanleihen werde die gestiegene Unsicherheit über die Zukunft Spuren hinterlassen: "Die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der EU ist gestiegen, gleichzeitig wächst die Sorge vor ausufernden Staatsfinanzen. Beides dürfte sich in höheren Risikoprämien für hochverschuldete Länder wie Italien niederschlagen."


Bereits jetzt hinterlassen die wachsenden wirtschaftlichen Unterschiede zunehmend Spuren in den Kursen der Staatspapiere. In den vergangenen Wochen weitete sich die Renditedifferenz zwischen südeuropäischen und deutschen Staatsanleihen bereits deutlich aus. Die wachsende Schere zwischen Wachstums- und Inflationsraten macht es auch für die Europäische Zentralbank (EZB) immer schwieriger, eine für alle angemessene Zinspolitik zu verfolgen. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Zinsdiskussion. Während immer mehr deutsche Ökonomen Zinssenkungen fordern und vor wachsenden Deflationsgefahren warnen, halten die Währungshüter bisher mit Blick auf die hohe Überschußliquidität an den europäischen Finanzmärkten an ihrer abwartenden Haltung fest. "Eine weitere Abwertung des Euro und die Aussicht auf eine noch expansivere Fiskalpolitik könnte den Zeitplan der EZB, die Zinsen zu erhöhen, sogar noch beschleunigen", sagt Chaney.



Bis die längerfristigen Auswirkungen des Neins zur EU-Verfassung auf die Wirtschaft deutlich werden, kann es aus Sicht vieler Experten aber noch Monate dauern. Dazu zählen die Ökonomen zum Beispiel die Gefahr, daß viele europäische Regierungen die Ängste der Bevölkerung vor einer zu raschen Erweiterung und Liberalisierung künftig mit protektionistischen Strategien besänftigen könnten. "Das Nein ist kein gutes Signal für Reformen", schreiben die Ökonomen von Goldman Sachs. "Für die Zukunft bleiben viele Fragezeichen."


Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Schwarzes Gold peilt neue Rekorde an
Mit dem Beginn der "Driving Season" in den USA steigt der Öl-Preis wieder
von Daniel Eckert

Berlin - Alljährlich Ende Mai steigen Millionen Amerikaner in ihre SUVs, Pickups und sonstigen Gefährte und machen sich mit Volldampf auf den Weg in den Urlaub. Das zurückliegende, durch den "Memorial Day" verlängerte Wochenende, markiert den Beginn der Driving Season. Doch nicht nur für die Bürger von God`s own country ist der Start der Driving Season ein Großereignis, sondern auch für die Rohstoffanalysten, wissen sie doch, daß die saisonal bedingte Frühjahrsschwäche der Ölpreise mit diesem Datum meist zu Ende geht. Tatsächlich konnte sich der Preis für US-Öl der Sorte WTI seit Mitte Mai schon von rund 46 Dollar auf 52 Dollar erholen.


"In den Wochen vor dem Memorial Day erreicht die Öl-Nachfrage traditionell ihren jährlichen Tiefpunkt. Entsprechend sacken die Preise im Frühjahr oft ab, um sich zum Sommer hin wieder zu erholen", erläutert Douglas Terreson, Öl-Analyst bei der Investmentbank Morgan Stanley in Houston. Interessant für die Experten ist dabei, zu beobachten, wie robust sich die Notierungen trotz des Nachfragetiefs im Mai zeigen. Ergebnis: Da Öl der Sorte WTI dieses Jahr trotzt der saisonbedingten Schwäche nie weniger als 46 Dollar gekostet hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß Erzeuger und Konsumenten für den Rest des Jahres mit hohen Notierungen rechnen müssen: "In den kommenden Monaten wird der Preis für amerikanisches WTI-Öl wahrscheinlich eher bei 50 als bei 40 Dollar je Barrel liegen", so Terreson. (Da Nordseeöl in der Regel zwei Dollar niedriger notiert als das US-Öl, liefe das für Brent auf einen Durchschnittspreis bei 48 Dollar hinaus.) Seine Kollegin Sandra Ebner, Öl-Analystin bei der DekaBank in Frankfurt sekundiert: "Auch wenn besser als erwartete Lagerbestandsdaten immer wieder zu vorübergehenden Preisrückgängen führen können, rechnen wir über die Sommermonate hinweg mit deutlich steigenden Notierungen." Im Spätsommer seien sogar neue Rekordkurse, also Preise von mehr als 56 Dollar je Faß Brent denkbar.


Das sind keine guten Nachrichten für die Verbraucher, die sich die Hoffnung auf niedrigere Spritpreisen wohl aus dem Kopf schlagen können, aber gute Nachrichten für die Besitzer von Energieaktien. Denn wenn die Öl-Analysten recht behalten, haben die Anteilscheine der Branche dieses Jahr noch einiges an Kurspotential. "Im Verhältnis mit dem breiten Markt sind Ölwerte unterbewertet", konstatiert Terreson. Unter den großen amerikanischen Erzeugern favorisiert er Conoco-Philips mit einem Kursziel von 127 Dollar und als Langfrist-Investment Exxon-Mobil (Kursziel 70 Dollar).


Auch Mark Iannotti, Energie-Analyst bei Merrill Lynch in London, sieht bei den Ölgiganten dieses Jahr gute Chancen: Trotz des zuletzt wieder steigenden Ölpreises sei der Sektor im Vergleich zum Gesamtmarkt mehr als zehn Prozent niedriger bewertet als im historischen Schnitt (siehe Grafik). "Für dieses Jahr haben die europäischen Förderer nur einen Ölpreis von 39 Dollar je Barrel eingepreist - ein Viertel weniger, als wir am Ende wahrscheinlich verzeichnen werden." Dadurch könnten die Gesellschaften bei der Vorlage der nächsten Quartalszahlen deutlich überraschen. Neben den US-Werten Chevron-Texaco und Occidental stehen die europäischen Werte Total, Royal Dutch, Statoil, BG Group, Norsk Hydro und OMV auf der Merrill-Lynch-Kaufliste.

Bis die längerfristigen Auswirkungen des Neins zur EU-Verfassung auf die Wirtschaft deutlich werden, kann es aus Sicht vieler Experten aber noch Monate dauern. Dazu zählen die Ökonomen zum Beispiel die Gefahr, daß viele europäische Regierungen die Ängste der Bevölkerung vor einer zu raschen Erweiterung und Liberalisierung künftig mit protektionistischen Strategien besänftigen könnten. "Das Nein ist kein gutes Signal für Reformen", schreiben die Ökonomen von Goldman Sachs. "Für die Zukunft bleiben viele Fragezeichen."


Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Aktien des Herstellers von Solarzellen unter Druck
Solarworld - Verlierer
Die Aktien von Solarworld standen am Montag bei den Anlegern auf der Verkaufsliste. Einen konkreten Anlaß für das Minus von gut zwei Prozent bis zum späten Nachmittag konnten die Händler jedoch nicht ausmachen. Seit der Ankündigung von möglichen Neuwahlen in diesem Herbst fürchtet die Analystenriege, daß die Subventionen für Solarstrom unter einer schwarz-gelben Regierung reduziert werden. Einige Strategen wie etwa MM Warburg haben das Kursziel für den Solarzellen-Hersteller daher in der vergangenen Woche nach unten auf 103 Euro angepaßt. Hinzu kommt, daß bei Solarworld nach einer Verdreißigfachung der Notierung die Risiken von Gewinnmitnahmen entsprechend hoch sind. bbr




Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Investoren halten wieder Ausschau nach Biotech-Aktien
GPC Biotech - Gewinner
Europäische Biotechnologie-Titel geraten wieder in den Fokus von Investoren. Am Montag verzeichneten etwa die Aktien von GPC Biotech einen Kurssprung von satten sieben Prozent. Ein Grund für das Kursplus könnte die Nachricht der europäischen Zulassungsbehörde EMEA sein, den Zulassungsprozeß für Medikamente zu vereinfachen. Hinzu kommt, daß die GPC-Aktien derzeit deutlich unterbewertet sind und einige Anleger die günstige Einstiegsmöglichkeit nutzen. GPC Biotech hat sich auf die Entwicklung des Krebsmittels Satraplatin konzentriert, das 2007 auf den Markt kommen soll. Zudem verfügt GPC über ein für Biotech-Firmen komfortables Finanzpolster von gut 130 Mio. Euro. bbr




Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Deutschland bleibt das Land der Fondsmuffel
Frankfurt/Main - Deutsche Anleger können sich für Investmentfonds nicht so recht erwärmen. Während die Amerikaner pro Kopf durchschnittlich 20 365 Euro ihrer Ersparnisse in Fonds investiert haben, kommen die Deutschen lediglich auf 4518 Euro. Damit liegen sie auch im europäischen Vergleich weit zurück. In Frankreich liegt das Pro-Kopf-Fondsvermögen bei 16 719 Euro, in Italien bei 8810 Euro, in Großbritannien bei 6365 Euro und in Spanien bei 5086 Euro. Das ist das Ergebnis einer Analyse der internationalen Fondsmärkte 2004 durch die Investmentgesellschaft DWS. "Diese signifikanten Unterschiede unterstreichen das vorhandene Potential der Fondsindustrie, gerade auch im Hinblick auf die private Altersvorsorge", kommentierte die Deutsche-Bank-Tochter die Zahlen.


Insgesamt ist der weltweite Fondsmarkt im vergangenen Jahr erneut gewachsen. Das Fondsvermögen rund um den Globus stieg um 5,2 Prozent auf 11,7 Billionen Euro. Die größten Zuwächse auf Euro-Basis verzeichnete die Region Asien-Pazifik ohne Japan. Hier erhöhte sich das verwaltete Fondsvolumen um 17 Prozent. Kanada liegt mit einem Plus von 12,5 Prozent an zweiter Stelle vor Europa mit 10,5 Prozent - das Fondsvermögen in Deutschland stieg dabei allerdings lediglich um 6,3 Prozent. Japan (plus 3,6 Prozent) und die USA (plus 0,2 Prozent) verbesserten sich dagegen - auch aufgrund des schwachen Dollar - im vergangenen Jahr nur geringfügig.


Der Anstieg des weltweiten Fondsvermögens geht zum Teil auf die freundlichere Verfassung der Aktienmärkte zurück, zum Teil auf anhaltende Mittelzuflüsse. In Europa sammelten die Fondsgesellschaften mit 90 Mrd. Euro rund 40 Prozent weniger Geld ein als ein Jahr zuvor. Das war aber immer noch doppelt so viel wie in der Fonds-Supermacht USA.


Die rasanteste Entwicklung in Europa ist in Frankreich zu beobachten. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist dort das Volumen der Publikumsfonds um 54 Prozent gestiegen. In Großbritannien waren es 27 Prozent, in der Schweiz zehn Prozent und in Deutschland neun Prozent. Italien und Spanien wuchsen um acht und drei Prozent, der Fondsmarkt USA um 18 Prozent. sei




Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Hypo Real Estate gilt als Nachrücker für die HVB im Dax
Frankfurt/Main - Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate würde nach Einschätzung von Experten im Fall einer Übernahme der Hypo-Vereinsbank (HVB) durch Unicredito in den Dax aufsteigen. "Hypo Real Estate ist wohl derzeit der Kandidat der Wahl", sagt Matthias Joerss, Indexspezialist beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Der lange als Dax-Nachrücker gehandelte Sportartikelhersteller Puma dürfte nach Einschätzung der Experten wegen der zuletzt aufgestockten Beteiligung der ehemaligen Tchibo-Eigner Herz keine Chance mehr haben.


Ein Platz im deutschen Eliteindex könnte frei werden, wenn die Fusionsgespräche zwischen der HVB und der deutlich größeren Unicredito tatsächlich zur Übernahme der zweitgrößten deutschen Kreditinstituts führten. Die Hypo Real Estate ist aus einer Abspaltung des Finanzierungsgeschäftes für gewerbliche Immobilien der HypoVereinsbank entstanden und seit 2003 an der Börse notiert.


Nach den Regeln der Deutschen Börse könnte die HVB aus dem Dax herausfallen, wenn durch eine Übernahme der Anteil frei handelbarer Aktien (Streubesitz) unter fünf Prozent fällt oder Unicredito die HVB aus dem Aktienmarktsegment Prime Standard herausnähme. Dann würde die Deutsche Börse innerhalb weniger Tage einen Nachrücker bestimmen, der nach Börsenwert des Streubesitzes und nach Börsenumsatz zu den 35 größten deutschen Unternehmen gehören muß. Nach der April-Statistik belegt Hypo-Real Estate nach Marktkapitalisierung Platz 26 und nach Börsenumsatz Position 37. Puma befindet sich auf den Rängen 31 und 25.


Das fränkische Traditionsunternehmen könnte beim Börsenwert des Streubesitzes jedoch weiter zurückfallen, weil der Anteil frei handelbarer Aktien zuletzt geschrumpft ist. Sollte die Deutsche Börse bei der aktuell laufenden Prüfung zu dem Schluß kommen, daß es sich dabei um Fest- und nicht Streubesitz handelt, würde Puma nach diesem Kriterium deutlich zurückfallen. rtr




Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Textilstreit mit China steuert auf Handelskrieg zu
Peking hebt einige Ausfuhrzölle auf
von Johnny Erling

Peking - Im Handelsstreit mit der EU und den USA läßt China jetzt die Muskeln spielen. Peking droht mit "eskalierenden Gegenmaßnamen", wenn beide Handelspartner Chinas Textilausfuhren mit weiteren "unfairen und ungerechten" Einfuhrquoten belegten. Seine Regierung werde keine doppelten Standards im freien Welthandel hinnehmen, sagte Handelsminister Bo Xilai. China senkte die Exportzölle auf ausgewählte Waren. Am Mittwoch hätte das Land sie anheben sollen, um der EU und USA entgegenzukommen.


Zum 1. Januar waren die Quoten für Textilhandel weltweit gefallen. Seitdem haben die Importe chinesischer Textilien in den USA und in der EU drastisch zugenommen. Um gegenzusteuern, verhängten die USA Einfuhrbeschränkungen auf sieben chinesische Textilprodukte wie etwa Jeanshosen. Auch die EU kündigte Mengenbeschränkungen für die Einfuhr von T-Shirts und Flachsgarn an. Beide Wirtschaftsräume wollen nur noch ein Plus von jährlich 7,5 Prozent zulassen.


Der chinesische Handelsminister warf den USA und der EU den Rückfall in Protektionismus vor. Peking befreite die neun betroffenen Produkte ab sofort von allen Ausfuhrabgaben, um die Nachteile auszugleichen. Bo warnte die USA und die EU: "Wenn Ihr unsere Produkte weiter unter Quoten stellt, werden wir unsere Politik entsprechend verändern. Wenn Ihr auf Eurer Seite der Waagschale ein halbes Pfund Druck hinzufügt, werden wir auf unserer Seite den Unternehmen 400 Gramm an Belastungen abnehmen."


Auf harte Konfrontation ist China offenbar aber nicht aus. Denn der Handelminister erklärte deutlich, das Peking derzeit keinen Handelskrieg wegen der Quoten anzetteln wolle. Er werde Chinas Textilverbänden, die nach Vergeltung für die EU- und US-Quoten riefen, nicht folgen. Peking plane derzeit auch nicht, die Welthandelsorganisation WTO anzurufen, behalte sich aber entsprechende Schritte vor. Die Tür zu Verhandlungen mit der EU und den USA bleibe offen. Der neue US-Handelsminister Carlos Gutierrez kommt diese Woche nach Peking.


Bo beschuldigte die USA und die EU, "ohne Not, ohne Berechtigung und, falsch und vorschnell" mit der Verhängung von Quoten reagiert zu haben. Chinas Exporte in die USA seien bei den betroffenen Textilien um 250 Prozent von Januar bis April gestiegen. In die EU seien sie um 82 Prozent gestiegen. Bo nannte den Zuwachs ein "Übergangsphänomen", das nur einige wenige Textilgruppen betreffe. Auch der Vorwurf von Dumpingpreisen ließe sich nicht halten. Bei T-Shirts seien in Europa die Preise für das Dutzend von 97 Euro im Januar auf 101 Euro im April gestiegen. Flachsgarn habe sich um drei Prozent verteuert.


Peking hebe nun die Zölle für solche Textiliengruppen auf, die von den USA und der EU unter Einfuhrquoten gestellt wurden. "Jede verhängte Quote wirkt sich bei uns auf 1000, 2000 manchmal sogar auf 6000 Unternehmen aus", sagte Bo. Chinas Textilindustrie sei extrem arbeitsintensiv. Obwohl der Textilhandel mit der Welt nur zehn Prozent des chinesischen Gesamthandels ausmache, finden in den Textilindustrien des Landes 19 Millionen Beschäftigte Arbeit.


Nach Berechnungen seines Ministeriums kosteten die neuen Quoten der USA China dieses Jahr zwei Mrd. Dollar und 160 000 Arbeitsplätze. Die EU-Beschränkungen würden mit 300 Mio. Dollar zu Buche schlagen.


Peking werde von sich aus, seinen Textilunternehmen keine Mengenbeschränkungen auferlegen. "Wir haben 15 Jahre lang verhandelt, um in die WTO zu kommen. Dafür haben wir viele Pflichten übernommen. Aber wir haben auch legitime Rechte auf den Freihandel erworben. Diese sind eine Belohung für unsere Teilnahme."


Artikel erschienen am Di, 31. Mai 2005
Gasprom und RWE erwägen Bau von Gaskraftwerken in Deutschland

Moskau (dpa) - Der weltweit größte Gaskonzern Gasprom und das Versorgungsunternehmen RWE erwägen den Bau und Betrieb von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung in Deutschland. Das teilte der russische Konzern nach einem Treffen des Gasprom-Chefs Alexej Miller mit RWE-Konzernchef Harry Roels in Moskau mit. Im Gasgeschäft sei von der Förderung in Russland bis zum Verkauf an den Endverbraucher eine Zusammenarbeit zwischen Gasprom und RWE möglich, hieß es. RWE-Chef Roels hatte bereits Gespräche mit Gasprom bestätigt.



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erschienen am 30.05.2005 um 20:46 Uhr
© WELT.de
Anpfiff in der Allianz Arena

München (dpa) - 374 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball- Weltmeisterschaft in Deutschland ist das neue Münchner Stadion am Abend offiziell eröffnet worden. Um genau 20.19 Uhr pfiff der Schiedsrichter vor 66 000 Zuschauern das bayerische Derby zwischen Hausherr TSV 1860 München und dem 1. FC Nürnberg an. Morgen weiht der FC Bayern München im Spiel gegen das deutsche Nationalteam seinerseits das neue Stadion ein. Am 19. Mai hatte es in der 340 Millionen Euro teuren Allianz Arena einen Probelauf gegeben.
Merkel will schnelle Steuersenkung nach der Wahl

Berlin (dpa) - Angela Merkel führt die Union in die vorgezogene Bundestagswahl. Die Spitzen von CDU und CSU einigten sich einstimmig, dass die CDU-Chefin Kanzler Gerhard Schröder herausfordern soll. Am Ziel einer schnellen Steuersenkung nach der Bundestagswahl hält Merkel fest. «Unser Konzept 21 mit der ersten Stufe liegt ja auf dem Tisch», sagte Merkel in den ARD-«Tagesthemen». Das Konzept sieht vor, in einem ersten Schritt den Eingangssteuersatz von 15 auf 12 Prozent und den Spitzensatz von 42 auf 39 Prozent zu senken.



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erschienen am 30.05.2005 um 19:55 Uhr
Wie bei Hitchcock: Angriffslustige Krähen attackieren Fußgänger

Kiel (dpa/lno) - Fast wie bei Hitchcock: Angriffslustige Krähen haben in Kiel Fußgänger attackiert und auch einen Polizisten am Kopf gestreift. Nach Angaben der Polizei vom Montag hatte eine Krähenfamilie auf einem Baum in der Innenstadt ein Nest gebaut. Am Sonntag sei ein Jungvogel aus dem Nest gefallen, den Passanten mitnahmen. Seitdem hätten sich die Krähen auf jeden gestürzt, der sich unterhalb des Nistplatzes aufhielt. Nachdem am Montag erneut eine Frau attackiert wurde, sollen Warnschilder aufgestellt werden.



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erschienen am 30.05.2005 um 17:02 Uhr
Klonen

Stammzellforscher sehen schwarz

Käme die CDU an die Macht, gerieten die Wissenschaftler noch mehr in Schwierigkeiten. Bereits jetzt hinkt Deutschland hinterher. Der Aufbruch findet in Südkorea statt

Von Ulrich Bahnsen und Urs Willmann




Foto [M]: AP/Seoul National University
Als am vergangenen Sonntag die Resultate der Landtagswahl in NRW verlesen wurden, saß Hans Robert Schöler, Experte für embryonale Stammzellen, mit zwiespältigen Gefühlen vor dem Fernseher. Denn der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster ist einer der wichtigsten wissenschaftlichen Berater der Union in Sachen Biotechnik. In dieser Funktion hätte er das Ergebnis gutheißen können.

Aber zugleich bedeutet der Sieg seiner christdemokratischen Mandantschaft, der Wahlerfolg von Jürgen Rüttgers, ein Debakel für seine Wissenschaft. Das Bundesland wird fortan schwarz regiert. Und anders als der abgewählte Peer Steinbrück hat der neue Ministerpräsident in der Vergangenheit des Öfteren öffentlich klargemacht, was er von der Stammzellforschung, dem therapeutischen Klonen und von Schölers Zunft hält: nicht viel.

Seit Tagen muss Schöler zudem Reportern gegenüber die Forschungserfolge seiner ausländischen Kollegen kommentieren. Südkoreanische Wissenschaftler hatten am Freitag im Wissenschaftsmagazin Science vermeldet, ihnen sei das Klonen von menschlichen Embryonen gelungen, mit denen sie dann elf embryonale Zelllinien (ES-Zellen) gewinnen konnten. Diese sind genetisch identisch mit elf schwer kranken Patienten. Zum ersten Mal war damit bewiesen, dass patientenspezifisches therapeutisches Klonen prinzipiell möglich ist. Bei Schöler stand das Telefon nicht mehr still. Als spätabends die Anrufe endlich abebbten, sei er »praktisch hirntot gewesen«.

Der Freitag wird in die Annalen der biotechnischen Forschung eingehen. Denn der Meldung aus Südkorea folgt eine zweite aus Großbritannien. Auch dort sind an der Universität von Newcastle, unter Beteiligung des deutschen Staatsbürgers Miodrag Stojkovic, erstmals in Europa mehrere menschliche Embryonen geklont worden. Sie waren jedoch nicht gesund. Bevor die Forscher Stammzellen aus ihnen gewinnen konnten, starben sie – der letzte fünf Tage nach der Laborzeugung.

Obendrein machte auch noch der Bundeskanzler Schlagzeilen. Mehrere Zeitungen berichteten am Samstag, Gerhard Schröder hege »konkretere Pläne für einen biopolitischen Kurswechsel«. Im Falle einer Wiederwahl – die Rede war da noch vom Jahr 2006 – solle die Forschung an embryonalen Stammzellen weitgehend freigegeben werden. Damit wäre Schröder einig mit den zuständigen Fachministern. Auch Müntefering sei hinsichtlich der Klonforschung offen, »weiterzugehen«. Kirchenvertreter und die Opposition äußerten umgehend ihr Entsetzen über die Kunde aus dem Kanzleramt. Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats hingegen, Spiros Simitis, stimmte dem Ansinnen zu, die Debatte neu aufzurollen: »Entwicklungen wie in Südkorea zwingen dazu, das Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen.«

Doch nun sieht alles anders aus. Von September an könnte die CDU auch im Bund regieren. Damit würden sich allerdings die Aussichten auf eine Lockerung der bestehenden Gesetze verschlechtern: In Deutschland darf zwar an Stammzellen geforscht werden, aber nur an veralteten »Restposten«, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt worden sind. Diese Zellen sind für Grundlagenforschung zwar begrenzt tauglich, für medizinische Zwecke aber gänzlich ungeeignet.

Damit droht Deutschland endgültig ins Hintertreffen zu geraten. Die Erfolge der asiatischen Klonlabors verdeutlichen den Wissenschaftlern, dass sie nicht nur den Aufstieg in die Champions League der Biotechnik verpasst haben, sondern Gefahr laufen, gleichsam in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Die Schuldigen orten sie, nicht zu Unrecht, in der Politik. Denn bei Experimenten, wie sie der Koreaner Hwang Woo Suk nun präsentierte, drohen ihnen nach dem vom Bundestag Anfang 2002 verabschiedeten Stammzellgesetz mehrjährige Haftstrafen.

Mittlerweile ist zudem offensichtlich, dass die von biopolitischen Hardlinern im Bundestag verordnete Schwerpunktbildung bei der Erforschung ethisch unbedenklicher adulter Stammzellen eine Fehlentscheidung war. So war die deutsche Forschung niemals führend im Bereich der adulten, also auch in erwachsenen Organen vorhandenen Stammzellen. Vor allem aber ist die Heilkraft dieser Zellen entgegen den Warnungen vieler Experten massiv überschätzt worden.

Zwar werden zum Beispiel Knochenmarkstammzellen, aus denen alle Arten von Blutzellen hervorgehen, schon seit Jahrzehnten erfolgreich in der Medizin verwendet – aber eben nur zur Therapie von Erkrankungen im Blut, etwa bei Leukämie. Berichte, durch die »Transdifferenzierung« solcher Zellen etwa Hirnzellen für Parkinson-Kranke und Schlaganfallpatienten oder Herzzellen für Infarktopfer züchten zu können, sind höchst umstritten. Viele überzogene Erwartungen beruhen offenbar auf Laborartefakten oder Fehlinterpretationen.

Allerdings werden auch ES-Zellen den Ärzten und Patienten kaum die Lösung aller medizinischen Probleme bescheren. Gleichwohl hat die Embryonenforschung enorme Fortschritte erzielt, seit der Amerikaner Jamie Thomson 1997 als Erster eine ES-Zellkultur aus einem Embryo gewann, der bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) übrig geblieben war. Tierversuche belegen inzwischen, dass solche Zellen im Prinzip zur Behandlung eingesetzt werden können. Erst im Januar behandelten japanische Forscher Parkinson-kranke Affen mit Neuronen, die sie aus ES-Zellen gewonnen hatten.

Der südostasiatische Höhenflug der Biotechnik hat gerade erst begonnen. Zielstrebig arbeiten die Tigerstaaten daran, auf vielversprechenden Forschungsfeldern an die Weltspitze vorzustoßen. In Südkorea und Singapur, aber auch in China investieren die Regierungen riesige Summen, um die Klonforschung voranzutreiben. Als in Südkorea das Gerücht kursierte, eine nordamerikanische Universität wolle Hwang Woo Suk abwerben mit mehr als 800 Millionen Dollar, da machte Staatspräsident Roh die Personalie sofort zur Chefsache. Seine Order lautete: Um den populären Starforscher im Land zu halten, seien alle erforderlichen Finanzmittel unverzüglich bereitzustellen.

Der »König des Klonens«, wie Hwang in Südkorea genannt wird, versucht sich trotzdem in Bescheidenheit. Zwar lacht er von Sonderbriefmarken, aber sein Büro ist laut Zeitungsberichten nicht größer als ein Kinderzimmer. Schon im vergangenen Jahr hatte Hwang weltweit Aufsehen erregt. Da war ihm der Versuch geglückt, aus einem menschlichen Klonembryo Stammzellen zu züchten – eine Weltpremiere. Dafür hatten die Forscher allerdings einen gewaltigen, für viele Kritiker sogar unvertretbar hohen Aufwand getrieben: Rund 240 gespendete Eizellen mussten ihres Kerns beraubt und mit Kernen von Hautzellen der Eispenderin bestückt werden, um nur eine Zelllinie zu erhalten.

Nun hat Hwangs 40-köpfiges Team seine Effizienz gewaltig gesteigert. Mit 185 Eizellen brachte es elf Zelllinien hervor. Diese enthalten die Erbinformation unheilbar kranker Patienten, die zwischen 2 und 56 Jahre alt sind. Neun sind querschnittgelähmt, ein Kind ist Diabetiker, eines leidet an einer angeborenen Immunschwäche.

Trotz des Erfolgs bei der Reproduktion warnt Hwang vor übertriebenen Hoffnungen. Frühestens in zehn Jahren werde das therapeutische Klonen dem ersten Patienten zugute kommen. Viele halten geklonte Stammzellen als am ehesten dazu geeignet, dereinst Organersatz zu züchten. Denn der identische Gencode der Zellen verspricht eine Abstoßungsreaktion des Körpers zu verhindern.

Kritiker allerdings weisen darauf hin, dass es kaum möglich sein wird, den jugendlichen Zellen in komplexen Organen die entsprechenden Aufgaben zuzuteilen. Zellen sind mit einer Vielzahl anderer Zellen verknüpft und reagieren in Abstimmung mit der Umgebung. Wie diese erfolgt, darüber weiß man bislang noch fast nichts. Aber die Kritik kommt auch von grundsätzlicher Seite. Zwar hat Hwang mehrfach betont, dass »das reproduktive Klonen von Menschen gesetzlich verboten werden« muss. Letztlich kann jedoch niemand sagen, ob das in seinem Labor generierte Wissen nicht dereinst dazu missbraucht wird, einen Menschen als Ganzes zu reproduzieren. Allerdings scheint es bei Primaten, somit wohl auch bei Menschen, ungewöhnlich schwierig zu sein, ein Klonbaby auf die Welt zu bringen.

Der Amerikaner Gerald Schatten, der mit Hwang zusammenarbeitet, scheiterte jedenfalls bei dem Versuch auf ganzer Linie. Er konnte zwar geklonte Affenembryonen erzeugen und ES-Zellen aus ihnen gewinnen. Doch als er einem Dutzend Weibchen geklonte Embryonen in den Uterus einpflanzte, geschah nichts. Keines wurde schwanger. Noch nie ist ein Primatenbaby geklont worden.

Dennoch ist zu befürchten, dass es prinzipiell möglich ist. Die Methode ist dieselbe, mit der vor neun Jahren ein britisches Forscherteam um Ian Wilmut das Schaf Dolly aus einer adulten Euterzelle erzeugt hat. Inzwischen wurden bereits zehn verschiedene Säugetierarten geklont.

Während heute differenzierte ethische Vorbehalte gegen reproduktives Klonen ins Feld geführt werden, regierte damals, nach Wilmuts Pioniertat, in den Medien das blanke Entsetzen. Der Aufmarsch geklonter Diktatoren im Stechschritt wurde heraufbeschworen. Doch die ursprünglichen Szenarien sind so unwahrscheinlich, dass sie längst ihren Schrecken verloren haben. Mit dem südkoreanischen Coup ist die Technik, mittels Klonen zelluläre Verwandlungskünstler für den Menschen zu schaffen, zur effizienten Methode geworden. In Kalifornien und in der Schweiz haben Ende des vergangenen Jahres jeweils über 60 Prozent der Stimmbürger für die Forschung an Stammzellen gestimmt. Auch hierzulande bröckelt die Front gegen die Biotechnik. Insbesondere Jüngere können der Bedenkenträgerei der Älteren immer weniger abgewinnen.

Was also wird geschehen, wenn im September 2005 eine neue Regierung das Land lenkt? Der vom Spiegel am Montag beschworene »Weckruf aus Fernost« hat die Hoffnung hiesiger Stammzellforscher kaum beflügelt und ist bereits wieder verstummt. Freiheit in der Forschung, die auch auf therapeutisches Klonen setzt, wäre nach einem Regierungswechsel allenfalls mit einer sehr starken FDP zu realisieren. In der Union hingegen dominieren die Blockierer. Therapeutisches Klonen, so verkündete CDU-Generalsekretär Volker Kauder erst vor wenigen Tagen, »das wird es mit uns nicht geben«.

Derweil preschen die Asiaten davon. Noch vor kurzem galt Südkorea den Bio-Tech- und Wirtschaftsexperten als unbeschriebenes Blatt. Das hat sich gründlich geändert. Zielstrebig arbeitet sich das Land an die Weltspitze vor und investiert drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Wissenschaft. Bereits das sichert Korea im internationalen Vergleich eine Spitzenposition.

Die Lorbeeren für all die Anstrengungen sollen bald folgen. In einem (für Deutschland wohl unvorstellbaren) Schulterschluss der beiden größten Parteien haben südkoreanische Politiker ein Komitee gegründet. Dessen Ziel: der Nobelpreis für Hwang Woo Suk. Das Komitee will umgehend Unterlagen nach Schweden schicken.

Grafik: Gewinnung von Stammzellkulturen

(c) DIE ZEIT 25.05.2005 Nr.22
Trading-Newsletter 30.05.05



Quelle: www.tradecentre.de | Autor: Volker Glaser (Aktienresearch TradeCentre)


Drillisch bietet 5% Dividendenrendite

Ein solides Zahlenwerk präsentierte der Mobilfunk Serviceprovider für die ersten drei Monate des laufenden Jahres. Bei einem Umsatz von knapp 80 Millionen Euro wurde ein EBITDA von 5,6 Millionen Euro gezogen. Das EBIT erreichte fünf Millionen Euro. Unterm Strich resultierte ein Periodenüberschuss von drei Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr prognostiziert Vorstandssprecher Paschalis Choulidis im Hinter-grundgespräch einen Umsatz knapp unter Niveau des Vorjahres von 350 Millionen Euro. Das EBITDA soll sich auf 24 Millionen Euro belaufen. Vor dem Zugriff des Fiskus wird ein Überschuss von 21 Millionen Euro erwartet. Unterstellen wir eine Steuerquote von 35 bis 40 Prozent errechnet sich ein Konzerngewinn für 2005 zwischen 12,5 und 13,5 Millionen Euro.

Erstmalig in der Geschichte des Unternehmens will das Unternehmen sogar eine Dividende ausschütten. ?Wir werden der Hauptversammlung im nächsten Jahr eine Dividende von 20 Cent je Aktie vorschlagen?, sagt Choulidis. Zum Ende des ersten Quartals hortete der Konzern Barmittel von mehr als 15 Millionen Euro. Das sind rund vier Millionen Euro weniger als zum Jahresende.

Keine Sorge, Drillisch (DE0005545503) hat kein Geld durch den Schornstein gejagt. Der Barbestand verringerte sich aufgrund einer veränderten Anlagestrategie im Finanzmanagement. Im Gegenzug reduzierten sich nämlich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um satte acht Millionen Euro. Ohne den Effekt würden zum Stichtag 31. März über 23 Millionen Euro in der Kasse schlummern. Nach eigenen Angaben generiert die Gesellschaft monatlich mehr als eine Million Euro Cash.

Nach der Umsatzdelle in 2005 strebt Choulidis für das kommende Geschäftsjahr wieder Wachstum an. ?Unsere Perspektiven für organisches Wachstum sind sehr gut?. So sollte zum Beispiel das Geschäft durch die breite Einführung von UMTS profitieren. ?Ab dem vierten Quartal 2006 rechne ich mit dem Durchbruch von UMTS in Deutschland?. Vor kurzem meldete Drillisch den Abschluss eines Service-Provider-Vertrages mit dem Mobilfunknetzbetreiber o2. ?Der Markstart ist im Herbst 2005 und erfolgt rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft?. Das Abkommen umfasst 02-Mobilfunkangebote im GSM- und UMTS-Bereich und ist ein zusätzlicher Treiber um zu wachsen.

Die WM 2006 wird ebenfalls für steigende Erlöse sorgen, sagt der Vorstand. Die zahlreichen ausländische Gäste werden Vouchers für das Wiederaufladen Prepaid-Karten benötigen und auch der Content-Absatz wird deutlich anziehen.

Unser Musterdepot ist noch im Winterschlaf. In den letzten Wochen dümpelte das Papier bei Kursen unter vier Euro vor sich hin. Die günstige Bewertung inklusive einer grundsoliden Bilanz, eine mögliche Aufnahme in den TecDAX und die Dividendenrendite von über fünf Prozent sind Stoff für steigende Kurse. Choulidis ist ebenfalls nicht sonderlich erfreut über den traurigen Kursverlauf. Er wollte nicht ausschließen, dass früher oder später ein Aktienrückkaufprogramm gestartet wird, wenn der Kurs auf aktuellem Niveau weiter verharrt.
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Chemie
Lanxess-Aktie fehlen ausreichende Impulse


31. Mai 2005 Mit guten Zahlen für das erste Quartal überraschte das aus dem Bayer-Konzern im vergangenen Jahr herausgelöste Chemieunternehmen Lanxess am Dienstag. Der Betriebsgewinn (Ebitda) vor Sonderposten stieg um 9,7 Prozent auf 181 Millionen Euro. Analysten hatten mit 126 Millionen gerechnet. Das Konzernergebnis verdreifachte sich fast von 26 auf 70 Millionen Euro. Analysten hatten mit 57 Millionen gerechnet.


Für die guten Zahlen ist indes fast ausschließlich der Kautschuk-Bereich verantwortlich, dessen Umsatzanteil im ersten Quartal knapp 23 Prozent betrug. Hier konnte Lanxess Preiserhöhungen durchsetzen, so daß die Umsätze um über 20 Prozent auf 392 Millionen Euro kletterten. Die Ergebnisse der anderen Bereiche vwaren dagegen eher mager.

Probleme weiter akut

Im Kunststoffsegment (Umsatzanteil: 24 Prozent) stieg der Umsatz lediglich um 1,7 Prozent. Wenngleich sich die Vorsteuermarge um 3,5 Prozent verbesserte, so ist dieses Ergebniss jedoch nur auf den Unterbereich halbkristalline Kunststoffe zurückzuführen. Das Problemkind Harze (Styrenic Resins) zeigte sich dagegen mit einem Umsatzrückgang weiter von seiner eher schlechten Seite. Zudem stand der Faserbereich weiter Preisdruck. Das gesamte Segment liefere nach wie vor die geringsten Ergebnisbeiträge, es gebe weiter Restrukturierungsbedarf, teilte Lanxess mit.

Ganz ähnlich das Bild im anderen Lanxess-Problembereich, der Feinchemie. Das Segment chemische Zwischenprodukte weist zwar einen Umsatzanstieg von 6,3 Prozent auf 389 Millionen Euro aus. Doch die beruhen allein auf dem Grundstoffbereich. Die Umsätze in der Feinchemie sind weiter rückläufig, so daß sich unter dem Strich die operative Marge des Segments weiter verschlechterte.

Was sich unter dem Strich zeigt, ist, warum Bayer Lanxess aus dem Konzern ausgegliedert hat. Nämlich sicher nicht, weil die Bereiche so erfolgreich sind. Die Nachfrage nach Kautschuk auf dem Weltmarkt ist hervorragend. Das konnte Lanxess nutzen. Doch Geld auf boomenden Märkten zu verdienen, ist nicht die Kunst des Unternehmertums. Die heißt, Problemen zum Trotz Geld zu verdienen.

Restrukturierung weiter in der Schwebe

Das ist Lanxess im ersten Quartal nicht gelungen. Wie auch? Nach wie vor verhandeln Geschäftsführung und Betriebsrat hart um die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen. Mit einem Ergebnis rechnet Vorstandschef Axel Heitmann bis Ende Juni. Was dagegen aus verhandlungsnahen Kreisen zu hören ist, macht weniger optimistisch. So seien Verhandlungen am vergangenen Wochenende ohne Ergebnis geblieben.

Auch ist offen, ob die Ergebnisse Lanxess wirklich nach vorne bringen werden. Ganz schlecht kamen am Freitag Meldungen an, nach denen nur 800 statt der ursprünglich vorgesehenen 1.200 Stellen gestrichen werden sollen und außerdem sowohl das Kunststoffwerk in Dormagen, als auch im spanischen Tarragona erhalten bleiben soll. Ursprünglich war eine Schließung vorgesehen. Für die Analysten von M.M. Warburg etwa war dies Grund genug, Lanxess weiter als Verkaufsposition mit einemn Kursziel von 11 Euro einzustufen. Am Montag schloß die Aktie bei 17,28 Euro.

Ohne Impulse

Impulse kommen auch vom Ausblick nicht unbedingt. Lanxess erwartet für das Gesamtjahr einer Steigerung des Vorsteuerergebnisses um zehn Prozent und nur moderat wachsende Umsätze im zweiten Halbjahr. Das sind keine schlechten Vorsätze, aber andererseits ist es auch nichts, was die Phantasie der Börsianer überschießen läßt.

Fundamental ist Lanxess mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,5 bewertet - vorausgesetzt die Restrukturierungsmaßnahmen werden in ausreichendem Umfang umgesetzt und die Prognosen erfüllt. Selbst die Bewertung mit 14,5 läßt aber Börsianer-Herzen nicht gerade höher schlagen. Zum Vergleich: BASF sind mit 11,5 bewertet, die niederländische DSM ebenso, Akzo Nobel mit 12 und Solvay mit 13.

Auch charttechnisch gibt die Aktie keine positiven Signale. Nach Börseneinführung im Februar rasch auf ihr derzeit immer noch gültiges Hoch von 17,73 Euro geklettert, zeigt sie seitdem keinen klaren Trend. In Erwartung guter Ergebnisse hat das Papier seit Donnerstag rund fünf Prozent zugelegt. Am Dienstag könnte noch ein Schnaps dazukommen. Ob das aber reicht, um ein neues Hoch aufzustellen und einen Aufwärtstrend zu etablieren, ist eher fraglich. Denn dazu reichen die Impulse eigentlich nicht aus.
Interview
„Euro kurzfristig schwächer - mittelfristig stärker”


31. Mai 2005 In Frankreich hat am Wochenende eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten gegen die europäische Verfassung gestimmt. In den Niederlanden scheint ein ähnliches Resultat wahrscheinlich zu sein; dort wird am Mittwoch abgestimmt.


Für diesen Fall hatten manche Experten prognostiziert, am Devisenmarkt werde der Euro unter Druck geraten. Im frühen, wenn auch dünnen Handel schien er sich am Montag noch vergleichsweise gut halten zu können. Aber schließlich verlor er gegen den Dollar doch an Terrain. Mit einem Minus von 106 Stellen auf 1,2480 Dollar je Euro knabbert er am tiefsten Stand seit etwa siebeneinhalb Monaten.

Die Frage ist, wie es weitergehen wird. Das folgende Gespräch mit Hans-Günter Redeker könnte darüber Aufschluß geben. Er ist Chefstratege für den Währungsbereich bei der französischen Großbank BNP Paribas.

Vor dem Referendum in Frankreich wurden teilweise Krisenszenarien herumgereicht, die einen schwachen Euro im Falle eines „Non” prognostizierten. Nun passierte zunächst recht wenig. Wie läßt sich das erklären?

Wir rechneten im Fall eines knappen Scheiterns der Referendums mit einer kurzfristigen Erholung des Euros. Denn der Markt hatte das Ergebnis schon weitgehend vorweggenommen, so daß eine technische Gegenreaktion nur normal gewesen wäre - nach dem Motto: Sell the rumour, buy the fact. Das deutliche „Nein” macht nun klar, daß ein Plan B, also das Weiterführen des Ratifizierungsprozesses, kaum noch durchführbar sein wird. Vor allem dann nicht, wenn die EU-Verfassung auch in den Niederlanden noch abgelehnt werden sollte, was sehr wahrscheinlich ist.

Wie geht es weiter?

Die weitere Entwicklung muß nicht unbedingt negativ sein für den Euro, denn es gibt auch positive Szenarien. Ich denke, Präsident Jacques Chirac hat einen strategischen Fehler gemacht, indem er am sogenannten „Französischen Modell” festhielt. Denn es war unglaubwürdig, da die Leute am schwachen Wachstum und an den Arbeitslosenzahlen ablesen können, daß es nicht mehr funktioniert. Sollte nun die Regierung umgebildet werden und „Reformer” Nicolas Sarkozy Premimierminister werden, könnte das sogar positiv werden für den Euro.

Das heißt, der Markt hätte Hoffnung auf deutlichere Reformen in Frankreich und gleichzeitig in Deutschland?

Ja, die Situation in beiden Staaten ist ähnlich, in Deutschland sogar noch fortgeschrittener. Denn hier stehen bald Wahlen an, und ein Regierungswechsel ist wahrscheinlich. Dann hätte die Regierung die Mehrheit im Parlament und im Bundesrat. Sie muß dann einfach deutliche Reformen bringen, denn sie hat keine Ausreden mehr. In Frankreich dürfte Chirac gleichzeitig zu einem Ausgleich mit Sarkozy gezwungen sein. Auf diese Weise könnten auch dort reformerische Kräfte nach vorne gespielt werden. Das ist die Chance Frankreichs.

Ist in Frankreich die Mehrheit der Wähler weiter, als es die Politiker sind?

Es gibt in Frankreich eine breite Mehrheit für Sarkozy, auf ihm liegen die Hoffnungen. Ich glaube, es gäbe in Frankreich einen gewaltigen mentalen Schub, wenn dieser Mann das Sagen hätte.

Wie sieht das negative Szenario aus?

Das tritt dann ein, wenn Chirac gewissermaßen den Kopf in den Sand steckt. Dann ernennt er den bisherigen Innenminister zum Premierminister, der „weiterwurstelt”. Er selbst tritt im Jahr 2007 noch einmal zur Präsidentschaftswahl an und verliert gegen den Sozialisten Laurent Fabius. Dann hätten wir das absolute Chaos, da Fabius auch noch für den linken Flügel der Sozialisten steht. In diesem Sinne stehen wir vor eklatanten Entscheidungen in Europa in den kommenden Monaten.

Was müßte denn passieren, daß das positive Szenario zum Tragen kommen kann?

Wenn Sie sich in Europa die Volkswirtschaften anschauen, die laufen und die nicht laufen, so haben alle, die nicht laufen, einen regulierten Arbeitsmarkt. Die, die laufen, haben einen deregulierten Arbeitsmarkt. Also müssen sie da ansetzen. Die Opposition muß ein schlüssiges Konzept vorlegen und es unmittelbar nach der Wahl radikal umsetzen.

Sie halten also nicht viel von keynesianischen Ideen? Immerhin wird recht gerne auf den „Erfolg” der expansiven Politik Amerikas verwiesen.

Amerika ist noch lange nicht so stark verschuldet wie die europäischen Staaten. Solche Modelle sind langfristig nicht finanzierbar. Wenn es nur darum ginge, Geld in die Hand zunehmen und es auszugeben, dann müßte Japan richtiggehend boomen. Das tut es aber nicht, weil auch dort die notwendigen Reformen nicht umgesetzt wurden.

Das sind die Szenarien, die die Währungsentwicklung mittel- und langfristig bestimmen. Wie „spielt man” die aktuelle Situation kurzfristig?

Kurzfristig dürfte der Euro noch unter Druck stehen bleiben. Wir haben eine Quartalsendprognose von 1,21 Dollar je Euro. Für das Jahresende jedoch von gegen 1,40 Dollar je Euro.

Wie läßt sie sich erklären?

Mit der zunehmenden Zinsdifferenz zwischen Amerika und Europa. Sie verleitet spekulative Anleger dazu, kurzfristig darauf und auf einen weiter steigenden Dollar zu spekulieren. Sie haben soviel Kapital zur Verfügung, daß sie das amerikanische Leistungsbilanzdefizit locker finanzieren können. Das Problem ist, daß dieses Geld in Amerika nicht investiert, sondern nur kurzfristig angelegt wird. Sollte sich das amerikanische Wirtschaftswachstum abschwächen, dann haben Sie das amerikanische Defizit, das amerikanische Handelsbilanzdefizit, und sie haben diese „heißen Gelder”, die wieder herauswollen. In dem Moment wird Bewegung in den Devisenmarkt kommen.

Wie kommen solche spekulativen Trends zustande?

Im Hedge Fonds-Bereich gibt es große und „kleine Ratten”. Die großen „Alphatiere” setzen die Impulse - und die kleineren springen auf. Waren die Hedge Fonds ursprünglich „short” in Dollar, so haben sie die Positionen inzwischen gedreht. Gleichzeitig sind die Volatilitäten extrem tief. Sollten sie ihre Meinung wieder ändern, kann es schnell und explosiv gehen.

Sie glauben also nicht an eine langfristige Trendwende des Dollars gegen den Euro?

Wir handeln nicht eine langfristige Trendumkehr. Das geben die Flußdaten mit Blick auf Amerika und die Grundprobleme des Landes nicht her. Es gibt nur eine Chance dafür. Nämlich dann, wenn in Europa wirklich alles schief läuft: Wenn Silvio Berlusconi in Italien wiedergewählt werden sollte, wenn Laurent Fabius in 2007 Präsident in Frankreich werden und wenn es zu einer Wiederauflage der rot-grünen Koalition in Deutschland kommen sollte.

Es gibt Stimmen, die sagen, die Grundprobleme Amerikas seien nicht gelöst, und sie ließen sich über die Währung auch gar nicht lösen.

Trotz der Dollarabwertung hat das Leistungsbilanzdefizit von vier auf 6,1 Prozent des Inlandsproduktes zugenommen. Eine Anpassung muß nach meiner Meinung über eine Kombination zwischen einer Dollarabwertung und über Wachstumsdifferentiale ausgelöst werden. Das heißt, Europa und Asien müssen schneller wachsen und Amerika muß langsamer wachsen. Das werden natürlich auch die Anleger ins Kalkül ziehen. Wollen Sie dort investieren, wo die Wirtschaft künftig langsamer wachsen muß, um wieder ins Gleichgewicht kommen oder wollen sie dort investieren, wo die Strukturen an sich in Ordnung sind?

Was heißt das?

Sie haben in Europa kerngesunde Unternehmen und sehr hohe Ersparnisse. Wären die Reformen der Arbeitsmärkte in Europa erfolgreich, würde der Kontinent in zehn Jahren deutlich besser dastehen als Amerika.

Ist es auch realistisch, daß die asiatischen Staaten den Konsum im Inland ankurbeln?

China zum Beispiel hat Maßnahmen ergriffen, die die Investitionen bremsen und den Konsum fördern. Das ist auch die Voraussetzung dafür, die Währungen flexibler machen zu können. Auf diese Weise können die Kapazitäten bei fallenden Exporten ausgelastet bleiben. Ich warte auf die Zahlen des zweiten Quartals. Sollten sie bestätigen, daß die Investitionen zurückgehen und der Konsum zunimmt, dann flexibilisieren sie ihre Währung im dritten, vierten Quartal.

Und der ganze asiatische Währungsraum geht mit?

Ja. Die Chinesen werden den Renminbi an einen Währungskorb binden. Langfristig werden die asiatischen Währungen in der Folge stark im Wert steigen. Ich sehe den Renminbi in fünf Jahren 50 bis 60 Prozent höher als heute. Dafür spricht alleine schon die Historie. Der Yen hat sich zum Beispiel in den siebziger Jahren verdreifacht. Die Aufwertung ist die logische Folge der bisherigen Handelsungleichgewichte.

Aus diesem Grund sind auch asiatische Aktien für europäische Anleger ein Muß?

Ja, nicht nur auf Grund der Währungsperspektive. Sondern die Unternehmen der Region sind günstiger bewertet als europäische oder amerikanische, sie haben niedrigere Produktionskosten, sie haben die kommenden Märkte direkt vor der Haustür liegen und sie profitieren zumindest noch in den kommenden zehn Jahren von den deutlich besseren demographischen Verhältnissen.


Das Gespräch führte Christof Leisinger
Bob Geldof kündigt fünf Live-8-Konzerte an



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London (dpa) - 20 Jahre nach dem legendären Live-Aid-Konzert hat der Popsänger Bob Geldof (50) am Dienstag ein neues Popereignis der Superlative angekündigt.

Fünf Konzerte am 2. Juli in London, Berlin, Paris, Rom und Philadelphia unter dem Motto Live 8 sollen die Regierungschefs der G8-Staaten unter Druck setzen. Bei ihrem Gipfel in Schottland in der darauf folgenden Woche sollen sie einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt und eine Anhebung der Entwicklungshilfe beschließen.

«Dieses Mal geht es nicht um eine wohltätige Gabe, sondern um politische Gerechtigkeit», sagte Geldof, ehemaliger Sänger der Boomtown Rats und Organisator des Live-Aid-Konzerts von 1985. Er rief dazu auf, während des Gipfels in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu demonstrieren.

Bei dem Konzert in Berlin vor dem Brandenburger Tor werden unter anderem BAP, a-ha, die Toten Hosen, Peter Maffay und Brian Wilson auftreten. Nach London in den Hyde Park kommen Mariah Carey, Elton John, Madonna, Paul McCartney, Sting, Robbie Williams und U2. Zu den widersprüchlichen Berichten über einen möglichen Auftritt der Spice Girls sagte Geldof: «Ich habe heute morgen mit ihnen gesprochen. Es sieht gut aus.» In den USA sind Bon Jovi, Stevie Wonder und Puff Daddy mit dabei. Sogar den neuen Papst Benedikt XVI. will Geldof für seine Sache gewinnen: «Ratzingers Leben war durch die Theologie der Armen geprägt», sagte er.

Bis vor einigen Wochen hatte Geldof noch bestritten, dass es ein Live-Aid-Nachfolgekonzert geben würde. Live Aid sei nicht wiederholbar, sagte er immer wieder. Doch mittlerweile haben ihn Bono und andere Popstars, die sich für die Dritte Welt engagieren, vom Gegenteil überzeugt. Allerdings geht es diesmal anders als 1985 nicht darum, Geld zu sammeln. Die Konzerte dienen dazu, den Druck auf die G8-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Russland zu erhöhen. Für Deutschland wird Bundeskanzler Gerhard Schröder an dem Gipfel teilnehmen.

Das Live-Aid-Konzert von 1985 war weltweit von etwa 1,5 Milliarden Fernsehzuschauern verfolgt worden. Damals standen Stars wie Phil Collins, Bryan Adams, Queen oder David Bowie auf der Bühne. Der Erlös von 120 Millionen Dollar kam Hungernden in Äthiopien zugute.



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erschienen am 31.05.2005 um 17:29 Uhr
© WELT.de
Anleger nehmen Dax-Gewinne mit
Versorger- und Finanztitel drücken Index ins Minus - Bund-Future notiert auf Allzeithoch
Frankfurt/Main - Nach dem freundlichen Wochenauftakt mit neuen Index-Höchstständen sorgten einsetzende Gewinnmitnahmen und der schlechter als erwartet ausgefallene US-Einkaufsmanagerindex am Dienstag für eine leichtere Tendenz am deutschen Aktienmarkt. Zum Ende des Xetra-Handels verzeichnete der Dax einen Abschlag von 0,4 Prozent auf 4460 Punkte. Weiter auf Rekordniveau bewegte sich dagegen der MDax, der im Handelsverlauf bei 5998 Punkten ein Allzeithoch markierte, bis zum Nachmittag jedoch wieder leicht zurückfiel und bei 5974 Zählern unverändert notierte. Der TecDax gab geringfügig um 0,2 Prozent auf 531 Punkte nach.


Nach einem schwachen Handelsauftakt bauten festverzinsliche Papiere ihre Kursgewinne kontinuierlich aus. Während die Euro-Schwäche Händlern zufolge den Rentenmarkt zunächst belastet hatte, sorgten schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone für den Stimmungsumschwung. Der Bund-Future, der zunächst bis auf 121,50 Punkte nachgegeben hatte, lag später 59 Ticks fester bei 122,33 Zählern. Dadurch notierte er über seinem in der Vorwoche markierten Höchststands von 122,30 Punkten - und damit auf Allzeithoch. Die Ablehnung der EU-Verfassung durch Frankreich belastete die europäische Gemeinschaftswährung auch am Dienstag. Der Euro verlor zeitweise fast 1,5 Cent auf 1,2312 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Mitte Oktober nicht mehr. Zuletzt notierte die Einheitswährung bei 1,2347 Dollar, nachdem die EZB den Referenzkurs zuvor auf 1,2331 (1,2472) Dollar festgesetzt hatte.


Mit einem Abschlag von 2,1 Prozent auf 20,03 Euro führten die Aktien der von der italienischen Großbank Unicredito umworbenen Hypo-Vereinsbank die Verliererliste im Dax an. Zur Begründung nannten Händler den Zeitraum, den Unicredito für ein Ergebnis der Fusionsgespräche genannt hatte. "In der Euphorie der jüngsten Zeit wurde vielleicht übersehen, daß so etwas dauern kann". Zu den größten Verlierern gehörten auch die Versorger, die gestützt auf Hoffnungen auf einen Regierungswechsel in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt hatten. So büßten die Papiere von RWE 1,6 Prozent auf 49,65 Euro ein, Eon gaben um 1,4 Prozent auf 70,37 Euro nach.


Auf der Gewinnerseite standen dagegen die exportorientierten Autowerte, die vom schwächeren Euro profitierten. Daimler-Chrysler rückten um 0,5 Prozent auf 32,61 Euro vor, die Titel von VW verbesserten sich um 0,2 Prozent auf 35,74 Euro, BMW verbuchten einen Aufschlag von 0,3 Prozent auf 35,20 Euro. Ein Plus von 0,6 Prozent auf 59,75 Euro verzeichneten die Titel der Deutschen Börse, nachdem der Börsenbetreiber die Fortsetzung seines Aktienrückkaufprogramms bestätigt hatte.


Bei den Nebenwerten sprangen Heidelberg Cement um 3,7 Prozent auf 52,07 Euro an. Der größte deutsche Zementhersteller hatte zuvor angekündigt, seinen Anteil an der indonesischen Tochter Indocement auf fast zwei Drittel aufzustocken. Damit will das Unternehmen verstärkt vom asiatischen Wachstumsmarkt profitieren. Die Titel des Autozulieferers Leoni legten vor dem für heute angekündigten Aktiensplit im Verhältnis 1:3 um 1,8 Prozent auf 62,03 Euro zu. Zudem hatten die Analysten des Bankhauses Metzler die Leoni-Papiere von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Nach der Vorlage der Quartalszahlen gewannen die Titel des MDax-Anwärters Lanxess 0,4 Prozent auf 17,35 Euro. Der Chemiekonzern ist nach Analysteneinschätzungen "gut ins Jahr gestartet". Zudem sei der Ausblick konkreter und weniger zögerlich ausgefallen als zuvor, auch wenn der Umsatz etwas enttäusche. Die Aktien von Plambeck gaben um 1,4 Prozent auf 0,73 Euro nach. Grund für das Minus: Der Windpark-Betreiber hat im vergangenen Jahr nach endgültigen Zahlen seine Gesamtleistung von 92,7 auf 96,0 Mio. Euro gesteigert. Beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei ein Verlust von 162,7 Mio. Euro entstanden, hieß es. wej./rtr




Artikel erschienen am Mi, 1. Juni 2005
+++ DEUTSCHE TELEKOM vor KUNDENSCHWUND?
Die Deutsche Telekom (555750) AG könnte nach Einschätzung der Telekom-Regulierungsbehörde durch niedrigere Nutzungsgebühren seiner Leitungen für Konkurrenten verstärkt Kunden verlieren.

Die RegTP rechnet damit, dass im Laufes des Jahres mehr als eine Million Telekom-Kunden mit dem Anschluss zur Konkurrenz abwandern.

Die RegTP hatte den Preis für die Nutzung der Zugangsleitungen zu den Haushalten auf 10,65 Euro von 11,80 Euro gesenkt und war damit erneut nicht dem Antrag der Deutschen Telekom auf Erhöhung der Gebühr gefolgt.
01.06.2005 - 00:15

EUR/USD - Jetzt wird es gefährlich!

(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)


EUR/USD - Euro gegenüber US-Dollar: 1,2303 USD - Aktueller Wochenchart (log) (1 Kerze = 1 Woche).

Diagnose: EUR/USD durchbrach gestern eine wichtige charttechnische Kreuzunterstützung bei 1,2462 USD. Es handelt sich hierbei nicht um irgendeine Unterstützung, sondern um die Unterkante einer potenziellen großen bullischen Flaggenkorrektur seit Anfang 2005. Durch den Bruch ist das Scenario eines bullischen Korrekturmusters mit einem Schlag zunichte gemacht. Der Kursverlauf auf der exp. GDL 50 (EMA50/blaue Linie) muß ab jetzt als untypisches fallendes, bärisches Dreieck gewertet werden. Bei 1,1933 und 1,1717 USD liegen die nächsten übergeordneten charttechnischen Unterstützungsniveaus.

Prognose: Charttechnisch hat sich das Bild von EUR/USD mit dem Kursabschlag des gestrigen Tages drastisch verschlechtert. Ein Wochenschlußkurs unter 1,2462 USD generiert ein solides Verkaufssignal mit charttechnischen Kurszielen von 1,1933 und 1,1717 USD. Erstes Ziel läßt sich von einer horizontalen Unterstützung herleiten, das zweite Ziel von einem wichtigen übergeordneten Fibonacci-Retracementlevel sowie aus dem beschriebenen untypischen fallenden Dreieck. Nur ein schnelles "Rebreak" über die Marke von 1,2462 USD kann die Chartlage wieder entschärfen und ein zunächst moderates Kaufsignal bis in den 1,2700er USD Bereich einleiten.

Die große übergeordnete Aufwärtsbewegung von EUR/USD ist solange intakt, wie das Währungsverhältnis über 1,1700 USD notiert. Ein nachhaltiges Unterschreiten der 1,1700er USD Marke würde die EURO-Hausse beenden. Anders formuliert: der US Dollar wäre dann wieder zurück.


01.06.2005 08:23:00 (FINANZEN.NET) < zurück versenden drucken > vor
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Technischer Morgenkommentar vom 01. Juni 2005



Allgemeine Beurteilung
(Bund Future)

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Die wohl mit Abstand beeindruckendste Tagesbewegung sahen wir im gestrigen Handelsverlauf im Bund Future, der noch innerhalb der ersten dreißig Minuten nach Handelsstart zunächst den jüngsten Korrekturimpuls fortsetzte, hierbei die Trendbegrenzungslinie deutlich unterschritt und im Anschluss auf ein neues Allzeit- und Bewegungshoch durchstartete. In der Spitze erreichte der Rentenkontrakt die 122.40 und setzte damit (im Sinne der Regelwerke der klassischen Dow Theorie) seinen übergeordneten Aufwärtstrend weiter fort. In der Konsequenz passen wir die somit noch gültige untere Trendbegrenzungslinie auf das jüngste Reaktionstief bei 121.50 an.
Aus charttechnischer Sicht heraus bleiben alle bisher getroffenen Aussagen weitestgehend unverändert. Das heißt konkret:

- der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt uns vorerst erhalten, sowohl unter einfachen charttechnischen Kriterien (Trendbegrenzungslinie wurde angepasst, verläuft per heute im Bereich um 121.58), als auch aus Sicht der Dow-Theorie.

- als derzeit gültigen, jedoch bisher unbestätigten Widerstandsbereich definierten wir das Kursniveau um 122.30, abgeleitet aus dem Tageshoch vom 25. Mai. Dieses Kursniveau wurde per gestern intraday leicht überschritten, per Schlusskurs fast punktgenau bestätigt. Kann der Bund Future in der heutigen Handelssitzung den gestrigen Anstieg nicht fortsetzen, läge uns praktisch eine Bestätigung des erwarteten Widerstandes vor. Oberhalb der 122.30 / 122.40 eröffnet sich praktisch erneut widerstandsfreier Raum.

- die zurzeit herleitbaren Unterstützungsniveaus definieren sich in den Bereichen um 121.50, 121.15 / 121.06 und darunter um 120.24.

Markttechnisch gesehen, liegt uns dagegen ein eher differenziertes Bild vor:

- eine, als Richtungsfilter unterlegte Kombination aus trendfolgenden Indikatoren unterschiedlicher Zeitfenster, weist dem Kursverlauf ein gültiges long-set-up aus. Damit wird von diesem Standpunkt her der Aufwärtstrend ebenfalls bestätigt.

- auffällig ist unverändert die noch immer gültige, leicht negative Divergenz zwischen dem Kursverlauf und der sich entfaltenden Schwungkraft. Somit bleibt ein nicht unerhebliches Reaktionsrisiko unverändert gültig. Wichtig hierbei ist jedoch, dass uns keine auffälligen Verkaufssignale vorliegen, die eine Handlung in deren Sinne rechtfertigen würde.

Daraus lässt sich nun folgende Konsequenz ziehen:

(1) wir bleiben long positioniert, lediglich eine erneute Stop-Kursanpassung sollte überdacht werden. Hier bietet sich mittlerweile eine Teilung des Stop-Kurses an: zum einen lösen wir die eine Hälfte des noch bestehenden Restbestandes unserer Long-Position bei Unterschreiten der 121.50 auf, eine abschließende Glattstellung erfolgt unterhalb der 121.15.

(2) der Aufbau von Short-Beständen steht aktuell noch nicht auf der Agenda.

(EURO / USD)

Im Sinne unserer Erwartungshaltung entwickelt sich auch das Wechselkursverhältnis EURO / USD. Bereits vor einigen Wochen wiesen wir mit Blick auf die Entwicklung im Wochenchart, der auffällig rückläufigen Schwungkraft und der abnehmenden Trendhochs (EURO gegen USD), auf einen kommenden Trendbruch hin und formulierten ein Kurs-Ziel im Bereich um 1.2000 USD. Im gestrigen Tief rutsche der EURO auf 1.2292 USD und setzte damit seinen Abschwung fort.

Markt- wie charttechnisch wird der Abschwung aktuell bestätigt, somit gibt es aus diesem Blickwinkel heraus derzeit kein Argument für einen Wechsel in unserer Erwartungshaltung. Wir bleiben vorerst bearish für den EURO gegen die US-Währung.

(Aktien-Indizes)

Auf der Aktienseite dominieren noch immer intakte sekundäre Aufwärtstrends unterschiedlicher Ausprägung. Besonders auffällig bleibt der Kursverlauf des DAX, der am Montag ein neues Bewegungs- und Jahreshoch markierte. Ähnlich ausgeprägt, doch noch immer "hinterher hinkend", entwickeln sich der französische CAC 40, sowie der EURO STOXX 50. In den übrigen international wichtigen Börsen-Indizes liegen uns ebenfalls zum Teil recht ausgeprägte, aufwärts ausgerichtete Trendverläufe vor, der Abstand zu den aktuell gültigen Jahreshochs ist dagegen noch ziemlich erheblich.

Per gestern sahen wir wieder leichte Reaktionsansätze, die sich bis in die Entwicklung der US-Indizes fortsetzten. Lediglich im FDAX und FESX sahen wir zum Handelsende hin erneute Käufe, welche die Tagesverluste in der Konsequenz nachhaltig reduzierten.

Somit gilt in letzter Konsequenz: die Beibehaltung eventuell bestehender Long-Positionen gilt aus unserer Sicht heraus unverändert als gerechtfertigt. Dennoch, wir halten auch ein kurzfristiges Korrekturverhalten für sehr wahrscheinlich, wir wiesen am Montag im Morgenkommentar darauf hin. Somit stehen Short-Positionen zwar nicht auf der Agenda (ließe sich derzeit technisch kaum rechtfertigen), bestehende Long-Positionen sollten jedoch engmaschig abgesichert werden.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag!

Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: FINANZEN.NET
01.06.2005 08:12:52 (dpa-AFX) < zurück versenden drucken > vor
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Aktien Frankfurt Ausblick: Höher trotz schwachem Dow - Euro stützt



FRANKFURT (dpa-AFX) - Händler rechnen am Mittwoch mit einem höheren Handelsauftakt an der Frankfurter Börse. Die Deutsche Bank und Lang & Schwarz sahen den DAX vorbörslich bei 4.473 Punkten und die Citigroup bei 4.474 Punkten. Unterstützend auf den Gesamtmarkt und vor allem auf Export-Titel dürfte sich der sinkende Euro auswirken. Die Gemeinschaftswährung war am Vorabend erstmals seit Oktober 2004 unter die Marke von 1,23 Dollar gesunken. Der Leitindex DAX hatte am Vortag 0,44 Prozent auf 4.460,63 Punkte eingebüßt. Dagegen kletterte der MDAX der mittelgroßen Werte um 0,02 Prozent auf 5.974,90 Zähler. Der Technologie-Index TecDAX sank um 0,25 Prozent auf 531,46 Zähler. Die US-Börsen hatten am Dienstag nach einem verlängerten Wochenende etwas schwächer geschlossen. Belastet habe einerseits die unerwartet deutliche Abschwächung der Geschäftsentwicklung in der Region Chicago im Mai sowie negative Unternehmensnachrichten von AIG und Alcoa, hieß es. Händler rechnen in Frankfurt mit einem insgesamt zurückhaltenden Handel. Die politische Lage in Deutschland und Europa sorge für Unsicherheit und Zurückhaltung am Markt, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Im Tagesverlauf stünden noch etliche Konjunkturdaten an, die nochmal für Bewegung sorgen könnten. Unter anderem werden die BIP-Zahlen in der Eurozone veröffentlicht. Im Blick der Anleger werden E.ON-Aktien stehen. Das Unternehmen strebt nach einem Pressebericht als erster deutscher Energieversorger den Einstieg in das Gasgeschäft mit Iran an. Damit wolle der Konzern unabhängiger von Lieferungen aus Russland werden, berichtet das `Handelsblatt` (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Von Intersesse könnten am Tage der Hauptversammlung auch Titel der Fraport AG sein. comdirect-Titel dürften ebenfalls in Bewegung kommen. Der Online-Broker schließt die Übernahme einer Bank nicht aus. `Wenn sich eine Gelegenheit bietet, neue Girokonten zu gewinnen, werden wir sie nutzen`, sagte comdirect-Vorstandschef Andre Carls im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung `Die Welt` (Mittwochausgabe). Wahrscheinlicher sei für die Commerzbank-Tochter jedoch ein Zukauf im Bereich des Wertpapierhandels. Derzeit gebe es aber keinerlei Übernahmegespräche. Von Interesse dürften auch MorphoSys sein. Das Biotechnologieunternehmen hat an den amerikanischen Konkurrenten ImmunoGen eine Lizenz für eine Antikörpersammlung verkauft. Im Gegenzug erhalte MorphoSys von ImmunoGen Lizenzzahlungen über die einjährige Laufzeit des neuen Vertrages, teilte MorphoSys mit. Weitere finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben./mw/mnr

Quelle: dpa-AFX
Hugin-News: MorphoSys AG



MorphoSys erteilt ImmunoGen Zugang zur HuCAL GOLD® Antikörperbibliothek Corporate news- Mitteilung verarbeitet und übermittelt durch Hugin. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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Die MorphoSys AG (Frankfurt: MOR; Prime Standard Segment, TecDAX) gab heute bekannt, dass das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen ImmunoGen Inc. eine Lizenz für den Einsatz der HuCAL GOLD® Antikörpersammlung von MorphoSys in den internen Zielmolekül-Forschungsprogrammen von ImmunoGen erworben hat. Im Gegenzug erhält MorphoSys von ImmunoGen Lizenzzahlungen über die 1-jährige Laufzeit des neuen Vertrages. Weitere finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben. ImmunoGen und MorphoSys unterzeichneten im Juni 2001 eine Vereinbarung über die Nutzung der Vorgängerversion von MorphoSys Antikörperbibliothek HuCAL® (Human Combinatorial Antibody Library) in ImmunoGens interner Zielmolekülforschung. Die Laufzeit dieses Vier-Jahres Vertrages endete im Mai 2005. Beide Unternehmen verfolgen darüber hinaus seit dem September 2000 die Entwicklung eines vollständig menschlichen Antikörpers gegen ein Zelloberflächen-Antigen aus dem Besitz von ImmunoGen, das mit verschiedenen Krebsformen in Zusammenhang gebracht wird. `Wir sind sehr erfreut, dass ImmunoGen unsere HuCAL® Antikörper-Technologie weiterhin als nachhaltige Bereicherung seiner Zielmolekülforschung ansieht und jetzt auf die fortschrittlichste Version HuCAL GOLD® wechselt`, kommentiert Dr. Simon Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG. MorphoSys in Kürze: MorphoSys beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung von Technologien zur Herstellung synthetischer Antikörper, die die Entdeckung neuer Medikamente bzw. krankheitsassoziierter Zielmoleküle beschleunigen. Das Unternehmen wurde 1992 gegründet und verfügt über eine Reihe innovativer Technologien, allen voran HuCAL®, die Humane Kombinatorische Antikörper-Bibliothek, die weltweit von Wissenschaftlern zur Herstellung von menschlichen Antikörpern genutzt wird. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit internationalen pharmazeutischen Unternehmen wie Bayer (Berkeley, Kalifornien/USA), Boehringer Ingelheim (Ingelheim, Deutschland), Bristol-Myers Squibb (Wilmington, Delaware/USA), Centocor Inc. (Malvern, Pennsylvania/USA), GPC Biotech AG (Martinsried/Deutschland), Hoffmann-La Roche AG (Basel/Schweiz), ImmunoGen Inc. (Cambridge, Massachusetts/USA), Novartis AG (Basel, Schweiz), Novoplant GmbH (Gatersleben, Deutschland), Pfizer Inc. (Delaware/USA), ProChon Biotech Ltd. (Rehovot/Israel), Schering AG (Berlin/Deutschland) und Xoma Ltd. (Berkeley, Kalifornien/USA). MorphoSys ist im Markt der Forschungsantikörper durch seine Geschäftseinheit Antibodies by Design tätig. Antibodies by Design wurde im Jahr 2003 gegründet, um den nicht-therapeutischen Markt für MorphoSys zu erschließen. Die Aktivitäten in diesem Bereich wurden durch die Akquisition der Biogenesis-Gruppe in Großbritannien und in den USA im Januar 2005 nachhaltig gestärkt. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.morphosys.com/." target="_blank" rel="nofollow">http://www.morphosys.com/. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Dr. Claudia Gutjahr-Löser, Director Corporate Communications, Tel: +49 (0) 89 / 899 27-122, gutjahr-loeser@morphosys.com oder Mario Brkulj, PR Specialist, Tel: +49 (0) 89 / 899 27-454, brkulj@morphosys.com --- Ende der Mitteilung --- WKN: 663200; ISIN: DE0006632003; Index: CDAX, HDAX, Prime All Share, TECH All Share, TecDAX, MIDCAP; Notiert: Prime Standard in Frankfurter Wertpapierbörse, Geregelter Markt in Frankfurter Wertpapierbörse, Freiverkehr in Börse Berlin Bremen, Freiverkehr in Börse Düsseldorf, Freiverkehr in Hanseatische Wertpapierbörse zu Hamburg, Freiverkehr in Niedersächsische Börse zu Hannover, Freiverkehr in Bayerische Börse München, Freiverkehr in Börse Stuttgart; http://www.morphosys.com Copyright © Hugin ASA 2005. All rights reserved.

Quelle: dpa-AFX
Devisenmarkt
Zum Euro gibt es keine Alternative


01. Juni 2005 Nach dem Scheitern der EU-Verfassung in Frankreich und der voraussichtlichen Ablehnung in den Niederlanden am Mittwoch, werden in Deutschland nun Gerüchte kolportiert, daß in Regierungs- und Finanzkreisen über ein mögliches Scheitern der Währungsunion diskutiert werde.


Bezug genommen wird dabei auf interne Vorlagen des Bundesfinanzministeriums, nach denen Deutschland durch den Euro seinen Realzins-Vorteil verloren habe und daher Wachstumseinbußen erleide.

„Da wird jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf getrieben”, schimpft Hans Günter Redeker, Chefstratege für den Währungsbereich bei der französischen Großbank BNP Paribas. Österreich sitze im selben Boot und sei in einer weit besseren Situation als Deutschland.

Lächerlich absurder Müll

Ein Hineintragen der Diskussion um den (Un-)Nutzen des Euro in die politische Landschaft Deutschlands ist vor allem Wasser auf die Mühlen der reformretardierenden Kräfte, die unter immer neuen Verweisen auf externe Ursachen die schmerzlichen Einschnitte in den Wohlstand der Wahlbürger vermeiden wollen. Trotz der Dementi aus dem Finanzministerium fragt sich, wie solche Papiere in die Hände des „Stern” gelangen konnten. Es liegt nahe, eine gezielte, wahlkampftaktische Indiskretion zu vermuten.

Dabei wird keine Rücksicht auf die mittelfristigen wirtschaftlichen Folgen genommen, die Perspektive geht bis zum Herbst. Denn was nützt ein Sündenbock, wenn man ihn am Ende nicht kreuzigt? Die Reaktionen auf die Diskussion sind jedenfalls geharnischt. Bundesbankpräsident Weber ließ durch einen Sprecher mitteilen, er beteilige sich nicht an einer derart absurden Diskussion. Eine Sprecherin von EU-Währungskommissar Joaquín Almunia ließ verlauten, der Bericht erschiene der Kommission „lächerlich”. Von der EZB hieß es, man sei nicht beteiligt gewesen und geben keinen Kommentar dazu. Sogar Finanzministert Hans Eichel ließ mitteilen, er dürfe sich nicht an einer solch absurden Diskussion beteiligen.

Ähnlich entsetzt reagieren Volkswirte. Die Debatte gehe an die Grenze der Seriosität, eine Auflösung der Wirtschafts- und Währungsunion sei „vollkommen unrealistisch". Händler wurden noch lauter: „Das ist absoluter Müll, den Euro wieder abschaffen zu wollen", heißt es laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters.

Historisch ohne Beispiel

Das Entsetzen hat seinen Grund. Denn die Folgen einer solchen Auflösung sind schwer abzuschätzen. Die meisten Ökonomen weigern sich sogar, darüber auch nur zu spekulieren. Vor allem aber, weil sie ein solches Ansinnen für Irrsinn halten. Historisch wäre es jedenfalls ohne Vergleich. Zwar gab es in Osteuropa in den letzten Jahrzehnten Auflösungen von Währungsverbünden in der Sowjetunion und Jugoslawien. Aber Rubel und Dinar einerseits und der der Euro andererseits sind in ihrer Bedeutung und vor allem im Grad ihrer Konvertibilität einfach nicht zu vergleichen. Ältere Vergleiche wie die Auflösung des Habsburgerreiches nach dem I. Weltkrieg halten ebensowenig auch nur annähernd Stand.

Es führt kein Weg daran vorbei, daß der Euro an den Kapitalmärkten eine Erfolgsgeschichte und heute mindestens die zweitwichtigste Währung der Welt ist. Die Konsequenzen einer Abschaffung würden die Welt, vor allem aber Europa erschüttern. Dem könnte sich ein wirtschaftlich starkes Deutschland schon nicht entziehen, noch viel weniger eine angeschlagene Nation.

Die D-Mark ist Vergangenheit

Nützen könnte der Ersatz des Euro durch eine nationale Währung letztlich nur einem Sektor wie der italienischen Exportindustrie, die sich den Herausforderungen der Globalisierung nicht gestellt hat, meint Redeker. In den früheren Hochinflationsländern wie Italien sei dabei im Fall der unwahrscheinlichen Fälle gleichzeitig mit einer Rückkehr der Inflation und einem enormen Anstieg der Refinanzierungskosten zu rechnen.

Die Relation zum Ausland könnte sich leicht auf frühere Werte verzehnfachen. Diejenigen Sektoren der Volkswirtschaft, die Inflationseffekte nicht durch den Wechselkurs abfangen können, würden mit dieser Last zu kämpfen haben. Die Folgen: chronische Inflation, chronischer Wechselkursverfall und steigende Arbeitslosigkeit.

Aber dieser Prozeß könnte nicht auf die früheren Hochinflationsländer beschränkt sein. Denn die Rückschau auf die D-Mark ist nostalgisch. Die D-Mark war nicht von Anfang an hart. Ihre Erfolgsgeschichte ist untrennbar verknüpft mit dem Wirtschaftswunder, von dem Deutschland heute so weit entfernt ist wie zuletzt in den 30er Jahren. Das Vertrauen in die alte D-Mark war erkämpft worden. Eine neue D-Mark als Resultat einer politischen Entscheidung gegen den offenen Welthandel und ein wirtschaftlich geeintes Europa, müßte mit der Hypothek eines denkbar geringen Vertrauens der internationalen Finanzmärkte fertig werden. Und 2005 (oder 2010) ist einfach nicht 1948. Konvertibel wurde die D-Mark erst 1952, als sie dafür reif war. Das war seinerzeit auch kein Problem, da der internationale Devisenverkehr viel stärker beschränkt war. Heute käme eine nicht konvertible Währung einer internationalen Bankrotterklärung gleich. Eine konvertible Währung würde dagegen unter heftigen Druck geraten, weil sie keinerlei Vertrauen an den Finanzmärkten besäße. Und gerade deswegen wäre es schwer dieses herzustellen.

Die Märkte glauben an den Euro

Eine Auflösung des Euro käme für Europa einer Katastrophe gleich. Das sehen die Devisenmärkte auch so. Die Ursache der Schwäche des Euro ist nicht darin zu sehen, daß die Devisenmärkte das Vertrauen in die Union verloren hätten. Das läßt sich nicht zuletzt daran ablesen, daß eine Reaktion auf das Referendum am Montag tendenziell ausblieb. Viele bedeutender für die Euroschwäche ist derzeit das Agieren der Hedge Fonds („Euro: Kurzfristig schwächer - mittelfristig stärker”), die bemüht sind, die Zinsdifferenz zwischen den Vereinigten Staaten und Europa auszunutzen.

Kurzfristig könnte sich die Situation weiter verschärfen. Denn in Amerika werden weitere Zinserhöhungen erwartet. Dagegen hat am Mittwoch hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstumsprognose für die Eurozone von 1,6 auf 1,4 Prozent gesenkt, gleichzeitig aber ihre Inflationsprognose für 2005 auf 1,9 bis 2,1 Prozent heraufgesetzt. Daher ist eine Zinserhöhung in Europa nicht zu erwarten. Für 2006 und 2007 wurde die Inflationsprognose dagegen gesenkt. Es könnte also just dann zu Zinssenkungen in Europa kommen, wenn die amerikanische Notenbank auf eine Politik der Zinsstabilität einschwenkt. Das Zinsdifferential und der Druck auf den Euro bliebe so erhalten. Ob sich diese Situation verändert, hängt aber wesentlich von der amerikanischen und nicht der europäischen Wirtschaft und Politik ab.
Selbst der schwache Dollar kann das US-Handelsbilanzdefizit nicht reduzieren
Experten sind überrascht, daß der Fehlbetrag weiter steigt - Seit 2002 ist das monatliche Minus um 70 Prozent gewachsen - Für 2005 wird ein Defizit von 667 Milliarden Dollar erwartet
Washington - Als vor drei Jahren die Abwärtsbewegung beim US-Dollar begann, rechneten viele Ökonomen damit, daß sich bald eine Reduzierung beim wachsenden US-Handelsbilanzdefizit einstellen werde. Aber das erwies sich als Irrtum. "Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt", sagt Peter Kretzmer, Ökonom bei Bank of America in New York. Zwar hat der Greenback gegenüber einem Währungskorb 26 Prozent an Wert eingebüßt. Aber das monatliche Minus in der Handelsbilanz ist um zwei Drittel auf 55 Mrd. Dollar im März angeschwollen, verglichen mit 33 Mrd. Dollar Anfang 2002. Kretzmer und sein Kollege Mickey Levy haben ihre Prognose für das Defizit in diesem Jahr auf 667 Mrd. Dollar nach oben korrigiert. Im Januar waren sie noch von einem Minus von 585 Mrd. Dollar ausgegangen. Die beiden Volkswirte der Bank of America gehen davon aus, daß der Fehlbetrag, der sich gegenwärtig auf sechs Prozent vom Bruttoinlandsprodukt beläuft, noch bis weit in das Jahr 2006 zunehmen wird.


Viele Ökonomen sind überrascht, daß das Handelsbilanzdefizit nicht sinkt, berichtet Gabriel de Kock, internationaler Volkswirt bei Citigroup Global Markets in New York. Ein schwächerer Dollar macht in der Regel Importe im US-Binnenmarkt teurer und US-Exporte im Ausland wettbewerbsfähiger. "Allgemein wäre zu erwarten gewesen, daß das Minus in der Handelsbilanz um ein Prozent vom BIP zurückgeht", erläutert de Citigroup-Ökonom Kock. "Das ist aber nicht passiert."


Der Hauptgrund, weshalb der US-Handelsbilanzsaldo weniger sensibel auf die Währungsentwicklung reagiert, liege in der Wachstumsschwäche von Europa und Japan, erklärt Catherine L. Mann vom Institute for International Economics in Washington. Dadurch sei die Nachfrage nach den billigeren US-Exporten geringer. Die US-Wirtschaft ist im vergangenen Jahr 4,4 Prozent gewachsen. Hingegen kommt der Euroraum nur auf ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und Japan von 2,6 Prozent für 2004.


Infolgedessen ist das Importvolumen in den Vereinigten Staaten auf einen Rekordwert gestiegen, aber die US-Exporte haben nicht Schritt halten können. "Nur weil der Preis stimmt, heben die Exporte nicht automatisch ab", erläutert Mann. Das Wachstum im Ausland muß ebenfalls anziehen, damit ausländische Unternehmen Investitionsgüter, die lukrativsten US-Exportwaren, kaufen. Mann und andere Ökonomen schätzen, daß die US-Exporte doppelt so stark wie die Importe steigen müßten, um eine Ausweitung des Defizits zu verhindern. Allerdings: In den zwölf Monaten bis März legten die Exporte 7,4 Prozent zu, die Importe aber 9,8 Prozent.


Auch der härtere internationale Wettbewerb trägt dazu bei, daß ein niedriger Dollarkurs nicht entsprechend auf die Handelsbilanzzahlen durchschlägt. Notenbankchef Alan Greenspan sagte am 4. Februar in einer Rede, daß Produzenten aus Europa und Japan eher die Auswirkungen ihrer stärkeren Währungen absorbieren würden, als in den USA die Preise zu erhöhen und Marktanteilsverluste zu riskieren. Außerdem haben General Electric, Alcoa und andere multinationale Konzerne Produktionsstätten im Ausland. Das bedeutet, daß der Umsatz dieser Auslandsbetriebsstätten nicht als US-Export zählt. Ferner haben die US-Exporteure dieses Jahr einen Teil ihres Wettbewerbsvorteils auf Grund des niedrigeren Dollars eingebüßt. Seit dem Tief vom 30. Dezember hat der Greenback sechs Prozent zugelegt.


Und einige Währungen wie beispielsweise der chinesische Yuan, der fest an den Dollar gebunden ist, sind überhaupt nicht vom Rückgang der US-Währung betroffen. Auch war die Abwärtsbewegung des Greenback geringer als in früheren Phasen. Seit Januar 2002 ist die US-Währung 26 Prozent gesunken, während sie in den 39 Monaten ab September 1985 etwa 33 Prozent abgegeben hat. Bloomberg




Artikel erschienen am Do, 2. Juni 2005
Dax-Investoren kehren zurück
Gewinntrend der Firmen intakt - Warnung vor übertriebenen Erwartungen an Neuwahlen
von Jens Wiegmann

Berlin - Anleger, die die alte Börsenregel "Sell in May and go away" wörtlich genommen und sich von ihren Aktien getrennt haben, werden sich ärgern. Denn im Mai hat sich der Deutsche Aktienindex mit einem Plus von 6,6 Prozent gut entwickelt, vom Tiefstand Ende April bis zum neuen Jahreshoch am Mittwoch waren es sogar 7,5 Prozent - der Leitindex durchbrach gestern im Handelsverlauf die Marek von 4500 Punkten. Marktbeobachter geben sich vorsichtig optimistisch, daß sich das Börsenbarometer in den folgenden Quartalen ebenfalls positiv entwickelt. "Es besteht die Chance einer leichten Erholung", sagt Gerhard Schwarz, Aktienstratege bei der Hypo-Vereinsbank (HVB).


Am Mittwoch profitierten die deutschen Aktien von dem weiter nachgebenden Euro, der bis auf 1,22 Dollar fiel. Dieser Trend erfreut vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Zum anderen schichteten viele Anleger von Renten in Aktien um: Der Bund Future stieg gestern zeitweise auf neues Allzeithoch, die hohen Kurse und damit spiegelbildlich die niedrigen Renditen machen Staatsanleihen weniger attraktiv.


Dabei gibt es durchaus andere Faktoren, die für deutsche Aktien sprechen. So ist die Berichtssaison für das erste Quartal, die am Dienstag endete, deutlich besser gelaufen als erwartet. Die operativen Gewinne stiegen im Vergleich zum Vorjahresniveau um elf Prozent, die Nettogewinne um 21 Prozent, rechnen die Strategen der DZ Bank vor. "Die gute Gewinnentwicklung kann als Indiz dafür gesehen werden, daß gerade die großen deutschen Börsenwerte stärker von der expansiven Weltwirtschaft abhängig sind als vom heimischen Konjunkturumfeld." Für eine gewisse Ernüchterung sorgt allerdings ein Blick auf die Umsätze. Denn sie sind nicht im gleichen Maß gestiegen: Der Umsatzzuwachs betrug im ersten Quartal nur enttäuschende 1,7 Prozent. "Triebfeder der gestiegenen Gewinne waren daher im zurückliegenden Quartal erneut unterproportionale Kostensteigerungen", so die DZ-Bank-Strategen.


Einige Experten verweisen zudem auf die Aussicht auf mögliche Neuwahlen in Deutschland, um den Anstieg des Dax zu erklären. Andrea Schruff, Leiterin Portfoliomanagement bei der Weberbank, hält dies jedoch für wenig hilfreich. Zum einen hätten sich die Aktienmärkte weltweit positiv entwickelt. Außerdem sollten die Auswirkungen möglicher Neuwahlen nicht überbewertet werden, denn es sei ein langer Weg, bis sich dies an den Aktienmärkten bemerkbar machen könnte. "Vorschußlorbeeren sind nicht angebracht", sagt Schruff.


Ein Problem sind die schwachen fundamentalen Rahmendaten - die letzten Ifo- und die ZEW-Zahlen sowie der Reuters-Einkaufsmanagerindex vom Mittwoch sind schlecht ausgefallen. Die Frage sei jetzt in der Tat, wie sich der positive Gewinntrend mit den schwachen Frühindikatoren vertrage, sagt HVB-Stratege Schwarz. Dies sollte man jedoch nicht überbewerten, im Verarbeitenden Gewerbe sei es in erster Linie ein Lagerhaltungsproblem: Vor allem Unternehmen der Branchen Auto und Informationstechnologie/Chips wiesen in den vergangenen Monaten hohe Lagerbestände aus. Das Verarbeitende Gewerbe werde mit einer Anpassung der Produktion an die Nachfrage reagieren, so Schwarz: "Das wird voraussichtlich über die nächsten ein bis zwei Quartale erfolgen, ist aber nicht beunruhigend."



Für den Gesamtmarkt sei entscheidend, wie sich der Absatz entwickle. "Das Momentum wird sich in den folgenden Quartalen im Vergleich zum ersten Quartal verlangsamen", glaubt Schwarz. "Wir erwarten in diesem und im nächsten Jahr jeweils ein Gewinnwachstum für den Dax im hohen einstelligen Bereich." Insgesamt sei das Umfeld für das Wachstum zwar nicht berauschend. "Aber der Gewinntrend ist solide." Im zweiten Halbjahr sei zudem eine Aufhellung bei den Frühindikatoren möglich, was die Gewinnaussichten noch verbessern würde. Und letztlich spricht die niedrige Bewertung für die Aktien im Dax: Sie ist sowohl im historischen Durchschnitt als auch im Vergleich zu Renten sehr attraktiv.


Artikel erschienen am Do, 2. Juni 2005
Während die amerikanische Notenbank ihren Leitzins seit Mitte 2004 zum achten Mal auf nun drei Prozent erhöht hat, wird von der Europäischen Zentralbank gefordert, ihre Zinslatte noch tiefer zu legen. Nach der OECD und der IWF hat das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) zur Leitzinssenkung aufgerufen.




Anders als in den USA sei die Inflationsgefahr im Euro-Raum wegen der unausgelasteten Kapazitäten sehr gering, lautet die Begründung. Am Donnerstag wird die EZB darüber beraten.

Konjunktur:
EU: Erzeugerpreise April (11.00 Uhr)
EU: EZB: Ergebnis der Ratssitzung (13.45 Uhr); Pressekonferenz (14.30 Uhr)
Schweiz: BIP 1. Quartal (07.45 Uhr)
USA: Produktivität ex Agrar Q1 (2. Veröffentlichung; 14.30 Uhr)
USA: wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (14.30 Uhr)
USA: Auftragseingang Industrie April (16.00 Uhr)
USA: DoE: Rohöllagerbestände (16.30 Uhr)

Während die amerikanische Notenbank ihren Leitzins seit Mitte 2004 zum achten Mal auf nun drei Prozent erhöht hat, wird von der Europäischen Zentralbank gefordert, ihre Zinslatte noch tiefer zu legen. Nach der OECD und der IWF hat das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) zur Leitzinssenkung aufgerufen.
NON" und "NEE" ziehen den Euro in die Tiefe und hieven gleichzeitig den DAX auf Rekordhoch. Der Deutsche Aktienindex steht auf einem Niveau, wie schon seit drei Jahren nicht mehr. Zu Handelsende notierte der Leitindex bei 4527 Punkten. Kurstreiber war in erster Linie der fallende Euro. Vor zuviel Euphorie wird jedoch gewarnt. Der starke Anstieg in dieser Woche war zuerst politisch-, dann fusions- und ist jetzt währungsbedingt, - NRW-Wahl, HVB und NON/NEE sind schuld. Die Vorgaben aus New York und Asien für den heutigen Handelstag klingen vielversprechend.




Gefragt waren angesichts der anhaltenden Talfahrt des Euro vor allem Aktien der vom Export abhängigen Automobilbauer. Sie profitierten deutlich vom neuen Jahrestief des Euro. Und das obwohl die US-Verkaufszahlen nicht allzu rosig ausfielen. Bis auf Porsche gingen die Absatzzahlen bei allen deutschen Autobauern zurück, - bei VW brachen sie geradezu ein.

Zur Hauptversammlung haben heute ce Consumer Electronic (508220), Loewe (649410) und Gerry Weber (776150) sowie syzygy (510480) und W.O.M. World of Medicine (663739) geladen.

Zahlen gibt es von AXA (855705), der französischen Credit Agricole (982285) und in den USA von Telekomausrüster Ciena (905348).


Die Hoffnung, dass die FED wegen eines geringeren Konjunkturoptimismus bald ihre Zinsanhebungen stoppen wird, sorgt auch in Japan für Kursgewinne. Canon (853055), der weltgrößte Kopiererhersteller, gewinnt 1,4 % auf 6.000 Yen. Hitachi (853219) verteuert sich um 1,4 % auf 659 Yen.

Nissan Motor (853686) konnte den Absatz in den USA im Mai um 16 % steigern, die Aktie gewinnt 0,6 % auf 1.083 Yen. Toyotas Auto verkauften sich um 7,8 % besser, Hondas um 7,6 %. Die Toyota Motor (853510)-Titel legen 0,8 % zu, Honda Motor (853226) hingegen verliert 0,2 % auf 5.380 Yen.

Softbank (891624), Japans größter Anbieter von Breitband-Internetanschlüssen, gewinnt 4,3 % auf 4.090 Yen. Konkurrent eAccess schraubt sich um 6,2 % auf 4.200 Yen nach oben. Die japansiche Regierung hat einem Bericht von Nihon Keizai beschossen, neue Wettbewerber im Mobilfunkbereich zuzulassen, - das erste Mal seit 12 Jahren.

+++ BILANZ der VORWOCHE - DAX, DOW & Co auf Erholungstrip

+ Der DAX gewann 1,93 %* auf 4.444 Pt (+ 4,39%)**
+ Der TecDAX legte 1,77 % auf 528 Pt zu (+1,68%)
+ Der ATX Österreichs kletterte um 3,08 % auf 2.760 Pt (+13,55%)

+ Der Dow Jones erholte sich um 0,67 % auf 10.542 Pt (-2,23%)
+ Die NASDAQ gewann 1,43 % auf 2.075 (-4,58%)

+ Der NIKKEI erholte sich um 1,40% auf 11.192 Pt. (- 2,58%)
- Der SETI Thailands gab 1,07 % auf 663 Pt ab (-0,69%)

+ Der Euro verteuerte sich um 0,23 % auf 1,258 Dollar (-7,68%)
+ Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 6,01 % auf 49,71Dollar je Barrel (159 l). (+26,84%)

* Wochenperformance
** In Klammern die Performance seit dem 1.1.2005


+++ VW im Rückwärtsgang, PORSCHE auf der Überholspur
VW (766400)muss im Mai in den USA einen Absatzrückgang von fast 42 Prozent verkraften. Von den deutschen Herstellern schaffte lediglich Porsche (693773) ein Absatz-Plus im Mai . Porsche steigerte dagegen seine Verkäufe in den USA und Kanada um 25 Prozent auf 3567 Fahrzeuge und erzielte damit nach eigenen Angaben einen historischen Verkaufsrekord. Vor allem der Boxster verzeichnete mit einem Plus von 142 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen starken Wachstumsschub.

Auch für BMW (519000) war der Mai kein guter Monat. Der Gruppen-Absatz sank um 3,1 Prozent auf 26.926 Stück. Dabei rettete ein 16-prozentiges Verkaufsplus des Mini die Bilanz. Fahrzeuge der Marke BMW wurden 23.048 Stück und damit 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr verkauft.

Bei DaimlerChrysler (710000) gingen die Absätze um 2 Prozent auf 232.386 Fahrzeuge zurück. Die Marke Mercedes-Benz verzeichnete ein Minus von 2 Prozent auf 17.811 Fahrzeuge. Trotz des Absatzrückgangs rechnet Mercedes in den USA dank Neueinführungen wie etwa der M-Klasse und der R-Klasse mit einem Rekordjahr.
Geldanlage
Unternehmen zahlen deutlich mehr Dividende


03. Juni 2005 Die börsennotierten deutschen Unternehmen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich höhere Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet als noch im Vorjahr. Rechnerisch wurden pro Aktie mit Nennwert von einem Euro 28 Cent ausgeschüttet, wie eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergab. Das sind 46 Prozent oder 7 Cent mehr als noch im Vorjahr. Die Kleinaktionärsvereinigung DSW fordert eine höhere Beteiligung der Anteilseigner am Gewinn.


Die Zahlungen seien zwar gestiegen, aber die Dividendenquote habe sich angesichts der teilweise deutlichen Gewinnzuwächse der Firmen nur wenig verbessert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, bei der Vorstellung einer Untersuchung zu Dividenden am Freitag in Frankfurt. „Angemessen ist grundsätzlich eine Ausschüttung von 50 Prozent", sagte Hocker. Die Ausschüttungsquote für 2004 stieg bei den 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) der Studie zufolge auf 36 Prozent des operativen Gewinns nach 34 Prozent im Vorjahr. Für 2002 hatten die Unternehmen sogar noch 39 Prozent ihres Gewinns den Aktionären überwiesen.

20,3 Milliarden Euro ausgeschüttet



Das Gros der ausgeschütteten Gewinne entfiel traditionsgemäß auf die 30 im DAX notierten Unternehmen: Sie schütten mit 15,1 Milliarden etwa drei Viertel der gesamten Dividendensumme von 20,3 Milliarden Euro aus, wie DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen erläuterte. Einen relativ großen Anteil an dieser Summe hat der DSW zufolge die Deutsche Telekom, die ihre Anteilseigner allein mit 2,6 Milliarden Euro bedachte.

In der Rangliste weit oben liegen der Energieversorger Eon mit 1,6 Milliarden und der Autohersteller DaimlerChrysler mit 1,5 Milliarden Euro. In der Kritik der Aktionärsschützer steht vor allem die hohe Zahl von Firmen, die ihre Anteilseigner überhaupt nicht an ihrem Gewinn beteiligt. „Auf der einen Seite gibt es Lichtblicke, vor allem wenn man sich den Dax ansieht. Aber es gibt auch Schatten, wie etwa die große Zahl von Unternehmen, die keine Dividende zahlen", sagte DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen. Von den fast tausend börsennotierten Firmen, die die Schutzvereinigung untersuchte, gingen die Aktionäre bei zwei Dritteln für 2004 leer aus.


Text: AP, Reuters
Bildmaterial: FAZ.NET, F.A.Z.
EU-Krise beschädigt den Euro
Goldman und Lehman senken Prognosen - Status als Reservewährung rückt in weite Ferne
von Holger Zschäpitz

Berlin - Euroland scheint abgebrannt. Dieses Eindruckes kann man sich nach den beiden gescheiterten Referenden zur EU-Verfassung kaum entziehen. Auch an den Devisenmärkten haben die Pessimisten inzwischen die Oberhand gewonnen. Einige Währungsstrategen sehen sogar ein Ende der erst 1999 eingeführten Gemeinschaftswährung heraufdämmern. Mittlerweile ist ein regelrechter Wettbewerb der Schwarzseher entbrannt.


Mit der UBS, Dresdner Kleinwort Wasserstein und ING heischten zu Wochenschluß gleich drei namhafte Investmentbanken mit Szenariostudien für den Fall eines Euro-Scheiterns um Aufmerksamkeit. "Ist Europa noch zu retten?" fragte auch Carsten Klude, Stratege bei MM Warburg. Und Goldman Sachs, Lehman Brothers und die HVB Group senkten flugs ihre Prognosen für den Wert des Euro. Goldman sieht den Euro auf Dreimonatssicht nun nicht mehr bei 1,35 Dollar, sondern nur noch bei 1,20 Dollar. Bis Jahresende trauen die Experten der Gemeinschaftswährung nur noch eine kleine Erholung auf 1,25 Dollar zu. Auch bei Lehman Brothers hat ein Umdenken stattgefunden. Deren Währungsstrategen rufen ein Ende des dreijährigen scharfen Abwärtstrends der US-Devise aus. Waren sie bisher noch von einem Anstieg des Euro bis auf 1,40 Dollar ausgegangen, halten sie nun bis zum Jahresende höchstens noch 1,30 Dollar für möglich.


Kein Wunder, wenn zum Wochenschluß der Euro trotz schwacher US-Arbeitsmarktdaten wieder in Richtung 1,22 Dollar fiel. Dabei wurden in der größten Ökonomie der Welt im Mai nur noch 78 000 Stellen nach 274 000 im Vormonat geschaffen. Volkswirte hatten mit einem Anstieg der Jobs um 175 000 Beschäftigte gerechnet. Eine solche Enttäuschung hätte vor wenigen Wochen noch eine Euro-Hausse ausgelöst. Seit sich aber abzeichnet, daß die Franzosen im EU-Referendum mit Nein votieren, hat der Euro fast zehn Prozent an Wert verloren.


Nach dem plebiszitären Debakel für Europa haben viele Strategen das Vertrauen in die politische Integration der Alten Welt und damit den Euro verloren. "Die Währung ohne Land blüht mit den gemeinsamen Interessen und der Koordination der Mitgliedsstaaten", faßt Christophe Duval Kiefer, Währungsstratege bei der Credit Suisse First Boston zusammen. Noch deutlicher wird Anthony Thomas, Stratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein: "Bisher war ein Zerbrechen der Währungsunion immer ausgeschlossen. Jetzt kann man das so nicht mehr sagen." Denkbar für die Profis ist, daß sich einzelne Länder von der Währungsunion lossagen, wie dies der italienische Arbeitsminister zum Wochenschluß ins Spiel brachte, oder aber eine kollektive Auflösung. Letzteres ist nach Ansicht der UBS-Strategen die bessere Lösung.


Steve Barrow, Chefstratege von Bear Stearns, beziffert auf Sicht von zehn Jahren die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Währungsunion auf 20 bis 25 Prozent. Doch auch kurzfristig sieht er Gefahren für den Status der Gemeinschaftswährung. "Der Euro war auf dem besten Wege, neben dem Dollar eine der weltweiten Reservewährungen zu werden", so Barrow. "Sollte nach dem Scheitern des EU-Referendums nicht schnell eine Lösung gefunden werden, wie es mit der EU weitergeht, wird der Euro nie international eine größere Rolle spielen. Schließlich wird keine asiatische Notenbank jemals ihre Reserven in Euro umschichten, wenn sie nicht davon ausgehen kann, daß es ihn auch noch in zehn oder 20 Jahren gibt." Barrow sieht wenig Aufwärtspotential für den Euro. "Zwar ist wegen des immensen US-Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizits auch der Dollar schwach. Aber der Euro ist einfach noch schwächer."

In der Tat hat sich die Stimmung an den Devisenmärkten durch die EU-Krise gedreht. Waren zu Jahresbeginn die meisten Währungsstrategen noch optimistisch für den Euro, lassen sich jetzt nur noch wenige Anhänger finden. Keiner spricht mehr vom hohen US-Doppeldefizit, das auf dem Dollar lastet. Alle reden statt dessen von Dollar-positiven Faktoren wie dem im Vergleich zu Euroland kräftigeren US-Wirtschaftswachstum und den höheren amerikanischen Leitzinsen.


Interessanterweise haben die Aktienmärkte die rasante Entwicklung an den Devisenmärkten noch nicht vollständig nachvollzogen. Erst allmählich streichen die Strategen die positiven Effekte für exportabhängige EU-Konzerne heraus. Am Freitag veröffentlichten die Experten der Citigroup eine Liste mit potentiellen Gewinnern. Mit Infineon, Daimler-Chrysler, Lufthansa, Siemens, Altana, Puma oder der Deutschen Bank finden sich jene Unternehmen, die einen Großteil des Geschäfts in den USA machen, deren Aktien jedoch zuletzt zurückgeblieben sind. Nach Ansicht des Citigroup-Strategen Darren Brooks dürften die Titel aufholen. Schließlich erwartet auch er eine längere Euro-Schwächephase.


Artikel erschienen am Sa, 4. Juni 2005
Anlegerverhalten
Anleger geteilter Ansicht zu Dividenden-Indexfonds


03. Juni 2005 Innerhalb weniger Wochen ist die Familie der kostengünstigen Exchange Traded Funds des Anbieters Indexchange um drei Produkte gewachsen, die auf Indizes mit dividendenstarken Aktien gemünzt sind. Nach einem Fonds auf den DivDax gibt es nun Produkte auf den EuroStoxx Selected Dividend 30 und den Stoxx Selected Dividend 30.


Beide Indizes haben sich wie der DivDax in den vergangenen Jahren besser entwickelt als der jeweils zu Grunde liegende Index. Beim Stoxx Selected Dividend 30 habe die sogenannte Outperformance gegenüber dem Stoxx 50 fast 19 Prozent betragen, beim entsprechenden EuroStoxx-Abkömmling annähernd 16 Prozent - wobei alle Indizes noch deutlich unter ihren Höchstständen vom Jahr 2000 rangieren. Und seit Auflegung haben sie leicht besser abgeschnitten als der EuroStoxx 50 und der Stoxx 50.

Aus Sicht von Anlegern sind sie aber nicht in jeden Fall ein klarer Kauf - obwohl sie ohne Ausgabeaufschlag zu haben sind, minütlich gereist werden und auch gehandelt werden können und zudem kostengünstig sind. Zumindest bei einer Abstimmung auf FAZ.NET ist eine kleine Mehrheit für die gezielte Auswahl von Dividendenpapieren anstelle eines Kaufs von Indexfonds zustande gekommen. 53,6 Prozent der Stimmen entfielen unter der Musterantwort „Nein, denn ich picke mir lieber gezielt einzelne Aktien heraus” auf diese Sicht der Dinge. 46,4 Prozent der Stimmen gingen bei der Musterantwort „Ja, denn die Dividenden-Strategie macht die kostengünstigen Fonds doppelt attraktiv” ein.


Geldmarkt

Dem Euro geht es an den Kragen

Spekulanten nutzen »Non« und »Nee« für Wetten auf den Dollar. Bricht die Währungsunion auseinander?

Von Robert von Heusinger für ZEIT.de




© dpa
Der Devisenmarkt, an dem Euro, Dollar und Schweizer Franken gehandelt werden, ist der dankbarste Markt für Analysten und Journalisten. Die Kursbewegungen dort haben meist wenig mit der Realität gemein, sind fast immer von Spekulation getrieben. So kann jeder fast alles behaupten: Warum die Kurse gerade nach oben springen, auf der Stelle treten oder fallen.


Ernst genommen werden in der Regel nur die Geschichten, die den aktuellen Trend unterstützen. Kognitive Dissonanz heißt dieses Phänomen in der Fachsprache der Verhaltensökonomen. Hat sich die Mehrzahl der Spekulanten gegen den Euro positioniert, fallen alle Interpretationen auf äußerst fruchtbaren Boden, die einen weiteren Kursrutsch vorhersagen. So werden sie schließlich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung - bis der Trend wieder dreht; oder Panik ausbricht.



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Zurzeit geht es dem Euro an den Kragen. Seit seinem Rekordhoch gegenüber dem Dollar zum Jahreswechsel (der Euro lag damals bei rund 1,36 Dollar), kennt Europas Währung nur noch eine Richtung: nach unten. Und seit dem klaren "Non" der Franzosen zur europäischen Verfassung fällt er noch ein bisschen schneller. Mittwochabend rutschte der dann nach dem holländischen "Nein" weiter unter 1,21 Dollar je Euro. Nun liegt er so tief wie zuletzt vor acht Monaten.


Na und? Selbst mit diesem Stand ist die europäische Währung immer noch viel zu teuer. Irgendwo um 1,10 Dollar taxieren die üblichen Modelle den fairen Wert des Euro. Dem Wirtschaftswachstum Eurolands täte es gut, wenn er weiter fiele.


Besorgniserregend sind da schon eher die Kommentare von Beobachtern, die das französische Nein für den Kursrutsch verantwortlich machen und eine Vertrauenskrise heraufbeschwören. Fast bekommt man den Eindruck, als stünde die Zukunft der Gemeinschaftswährung auf dem Spiel, als habe die Kapitalflucht aus der Währung ohne Nation schon eingesetzt.


"Rette sich wer kann - in den Dollar." Dieser Schlachtruf passt all jenen ins Konzept, die zur Zeit gegen den Euro und auf den Dollar wetten. Das sind nicht wenige. Nach Händleraussagen liegt die Anzahl der Wetten an den Terminmärkten, die auf weitere Kursgewinne des Dollar setzen, auf Rekordniveau. Die Herde rennt.


Aber das gilt fast ausschließlich für das Währungspaar Euro/Dollar. Die Aktien und Anleihen Eurolands gehen dagegen ihrerseits auf Rekordjagd. Der Deutsche Aktienindex Dax hat mit 4.500 Punkten den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Die Anleihen Eurolands notieren fast jeden Tag auf absoluten Rekordhöhen.


Beides passt nicht zu der These der Kapitalflucht, des Vertrauensverlustes in den Währungsraum. Auch die osteuropäischen Währungen, die eines Tages im Euro aufgehen sollen, haben noch nicht viel vom Vertrauensverlust gespürt. Die große Gefahr an Finanzmärkten ist stets Panik. Je länger der Euro fällt, je mehr die Beobachter vom Ende des Euro schwätzen, desto eher kann es zu Panikattacken kommen.


Ein absurdes Beispiel gab am Mittwoch eine Exklusiv-Meldung des Stern: Finanzminister Hans Eichel und Bundesbankpräsident Axel Weber hätten vergangene Woche im kleinen Kreis mit Volkswirten internationaler Banken über das Scheitern der Währungsunion diskutiert. Das kostete den Euro fast einen Cent, wenngleich die Meldung umgehend dementiert wurde.


An der Nachricht ist tatsächlich so gut wie nichts dran. Es gab das Treffen mit Volkswirten wie jedes Jahr. Es wurde über vieles gesprochen, auch über Wachstums- und Inflationsdivergenzen innerhalb des Euroraums. Ein einziger geladener Volkswirt, Joachim Fels von Morgan Stanley, stellte seine These vor: An den Finanzmärkten werde die Gefahr eines Scheiterns der Währungsunion ignoriert. Dass dieses Szenario eintrete, sei aber kaum wahrscheinlich. Niemand stieg in die Diskussion ein. Eichel nicht und Weber nicht, wie mehrere Teilnehmer des Treffens glaubhaft versichern.


Hinzu kommt: Die These ist alt, die These ist bekannt. Im vergangenen Jahr schaltete Morgan Stanley für Fels` Studie sogar Anzeigen im britischen Economist, der Bibel der globalen Volkswirte. Die These hat nie sonderlich interessiert. Jetzt passt sie den Spekulanten plötzlich wunderbar in den Kram.


Der Euro kann noch ein bisschen weiter fallen. Aber die hohen Wetteinsätze sollten alle Dollar-Optimisten vorsichtig werden lassen. Ohne richtige Panik dürfte die Party bald zu Ende sein. Dann drängt sich wieder ein anderes Thema in den Vordergrund, das bis Januar in keinem Devisenkommentar fehlen durfte: das unhaltbare amerikanische Leistungsbilanzdefizit. Es marschiert in Richtung sieben Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt.


Das sind Dimensionen, wie sie nur Entwicklungsländer kennen, die kurz vor einer Währungskrise stehen. Amerika braucht jeden Tag mehrere Milliarden Dollar Kredit aus dem Ausland, weil seine Bürger zu viel konsumieren und zu wenig sparen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.


Irgendwann werden die ausländischen Anleger nicht mehr bereit sein, das Defizit klaglos zu finanzieren, warnte letztes Jahr sogar Alan Greenspan, der legendäre amerikanische Notenbankchef. Dann werden sie höhere Zinsen verlangen und einen niedrigen Dollar. Darauf lohnt es sich heute eher zu spekulieren als auf weitere Kursgewinne des Dollar. Wetten?



(c) ZEIT.de, 2.6.2005
Konjunktur

Die Betonfraktion im Eurotower

Beharrlich weigert sich Europas Zentralbank, die Zinsen zu senken – und würgt die Konjunktur ab

Von Robert von Heusinger




ZEIT-Grafik
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist auf gutem Weg, sich ins ökonomische Abseits zu manövrieren. Wo sie Inflationsgefahren wittert, drohen in Wirklichkeit fallende Preise. Wo sie Wachstum prognostiziert, herrscht Stillstand. Und wo sie spekulative Blasen ortet, wie etwa an den Rentenmärkten, haben die Anleger längst ihr Urteil gefällt: Mit dieser Geld- und Finanzpolitik ist eine neue, tiefe Rezession in Euroland ungleich wahrscheinlicher als jedes noch so schwache Wachstum. Kein Wunder, dass die Ignoranz der Notenbanker im Frankfurter Eurotower – ihr Mantra heißt: »Der nächste Zinsschritt geht nach oben« – immer heftigere Kritik provoziert.

In ungewöhnlich scharfem Ton griff zuletzt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Zinspolitik der EZB an. Ihre Volkswirte verlangen eine Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent. Nur so könne das Wachstum in Euroland stimuliert werden. Damit schließt sich die OECD den Forderungen anderer renommierter Adressen an; unter anderem hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) angesichts der schwachen wirtschaftlichen Verfassung Europas nach der Hilfe der Zentralbank gerufen.

Natürlich muss Jean-Claude Trichet, der Präsident der EZB, nicht auf den IWF hören. Er ist schließlich für die Geldpolitik verantwortlich und beschäftigt Hunderte von Volkswirten. Das Problem ist nur, dass die EZB in ihren Analysen nicht mehr ergebnisoffen zu sein scheint und keine überzeugenden Argumente für ihre Position vortragen kann. Sie hat sich in die Ecke treiben lassen.


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Seit Monaten diskutiert der EZB-Rat nur noch die Frage, wann er endlich die Zinsen erhöhen kann – unverständlich angesichts immer schwächerer Wirtschaftsdaten. Die OECD schätzt das Wachstum in Euroland für dieses Jahr nur noch auf magere 1,2 Prozent, und auch die EZB dürfte ihre Wachstumserwartungen wieder einmal reduzieren. Und Inflationsgefahren sind beim besten Willen nicht zu erkennen. Die Kerninflationsrate für Euroland, also ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel, liegt nur noch bei 1,4 Prozent. Selbst diese Zahl ist durch staatlich verordnete Preissteigerungen wie bei der Tabaksteuer nach oben verzerrt.

Wie lautet der Auftrag der EZB? Sie hat für Preisstabilität zu sorgen. Ist diese gewährleistet, muss sie die Wirtschaftspolitik unterstützen. Nähme die Bank ihren Auftrag ernst, käme sie um eine Senkung daher gar nicht herum. Stattdessen zieht die EZB drei Verteidigungslinien ein, die bei näherem Hinsehen schwach und widersprüchlich sind.

Erstens fürchtet sie, dass sinkende Notenbankzinsen die Geldmenge weiter aufblähen und damit spekulative Blasen an den Finanzmärkten befördern. Die Anleihekurse würden dann steigen, die Marktzinsen fallen. Zweitens glaubt Notenbankchef Trichet, dass noch niedrigere Notenbankzinsen das Vertrauen in die EZB schwächen könnten. In diesem Fall würden die Zinsen der länger laufenden Anleihen steigen, was die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen verschlechtern würde und damit dem Wachstum im Wege stünde.

Das Problem: Letzteres Argument ist weder durch die Reaktion der Finanzmärkte auf EZB-Entscheidungen gedeckt, wie unlängst die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs nachgewiesen hat. Noch passt sie zur ersten Sorge spekulativer Blasen. Denn die Marktzinsen können als Reaktion auf niedrigere Notenbankzinsen entweder fallen oder steigen, aber nicht beides auf einmal.

Und die dritte Verteidigung? Die Notenbankzinsen seien historisch auf einem Rekordtief, damit könnten sie dem Wachstum gar nicht im Wege stehen, heißt es in Frankfurt. Doch wie die amerikanische Notenbank gezeigt hat, kann man den Zinssatz auch auf ein Prozent senken, um die Wirtschaft zu befeuern (siehe Grafik). Oder man muss ihn auf null Prozent senken, wenn die falsche Geld- und Finanzpolitik ein Land wirtschaftlich ruiniert – wie in Japan geschehen.

Die EZB aber ist mit ihrem Latein am Ende. Sie kann mit ihrer von der Bundesbank geerbten Sicht die Wirklichkeit nicht mehr beschreiben. Nach Lesart der Bundesbank gibt es in einer Volkswirtschaft nie ein Nachfrageproblem; wenn es klemmt, liegt das Problem auf der Angebotsseite. Deshalb ist Konjunkturstimulierung ein Fremdwort. Man kann demnach die Zinsen schwächerer Inflation anpassen, aber nicht die Wirtschaft anschieben – weder durch eine lockere Geldpolitik noch durch Konjunkturprogramme.

Mehr und mehr Volkswirte zweifeln inzwischen an dieser Sichtweise. Sie merken, dass es in Europa Strukturreformen gegeben hat, in deren Folge die Lohnkosten, gemessen an der Produktion, fielen. Sie sehen, dass die Steuern gesenkt wurden und die Unternehmen für ihre Beschäftigten weniger Sozialabgaben leisten müssen. Sie messen eine steigende Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Unternehmen und höhere Gewinne. Die Kehrseite: Die inländische Nachfrage bricht weg. Ganz deutlich ist das in Deutschland, aber auch in Italien, das in der Rezession steckt, oder in Frankreich.

Daher rührt die Kritik. So schreibt die OECD: »Ein besseres volkswirtschaftliches Nachfragemanagement wird eine zentrale Priorität für den Euro-Raum sein.« Die Volkswirte von Goldman Sachs widmen eine ganze Studie dem Thema »Auch auf die Nachfrage kommt es an«. Strukturreformen sind notwendig, aber sie müssen durch eine expansive Geld- und Fiskalpolitik flankiert werden – auch wenn das kurzfristig zu höherer Staatsverschuldung führt. Sowohl die Notenbanker als auch die Finanzminister tragen sonst die Verantwortung für das schwache Wachstum in Euroland.

Vor genau zwei Jahren hat die EZB letztmals die Zinsen gesenkt. Die Frühindikatoren fallen schon wieder auf die niedrigen Niveaus von August 2003 (ifo-Index in Deutschland) und Oktober 2003 (INSEE-Index in Frankreich). Zwar wuchs die Weltwirtschaft 2004 so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr. Euroland aber profitierte davon nur unterdurchschnittlich. Jetzt kühlt sich das Weltwirtschaftswachstum ab, es könnte gar zu einer neuen Rezession kommen. Und im Frankfurter Eurotower diskutiert man weiter über höhere Zinsen.


Zum Thema:


Die Deutsche Presseagentur meldet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in der Euro-Zone auf ihrem historischen Tiefstand belässt. Der EZB-Rat entschied am Donnerstag in Frankfurt, den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bei 2 Prozent zu halten. Angesichts der langsamen Erholung der Konjunktur hatten Volkswirte diese Entscheidung erwartet, weil niedrige Zinsen die Wirtschaft ankurbeln sollen. Die Mehrheit der Ökonomen rechnet inzwischen erst im kommenden Jahr mit einem Zinsschritt der EZB. Zuletzt hatte die Notenbank im Juni 2003 die Zinsen angehoben.


Gleichzeitig senkte die EZB wegen der schwachen Konjunkturerholung zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2005 voraussichtlich nur um 1,4 statt 1,6 Prozent wachsen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Für 2006 rechnen die Notenbanker nur noch mit 2 statt 2,1 Prozent Wachstum. Die jährliche Teuerungsrate werde in diesem Jahr mit 2 Prozent die entscheidende Schwelle nicht überschreiten.

(c) DIE ZEIT 02.06.2005 Nr.23
EU steht für Europäisches Unbehagen
Die Verfassung ist vorerst gescheitert, die Stimmung auf dem Nullpunkt. Doch Europa hat schon viele Krisen überstanden. Mit einer Lösung ihres Streits um die Finanzen wollen die Staats- und Regierungschefs nun den Anfang dazu machen
von Miriam Hollstein, Berlin und Katja Ridderbusch, Brüssel


Was wird aus Europa nach dem Nein?
Foto: rtr
Gerhard Schröder und Jacques Chirac essen gern zusammen. Der Bundeskanzler und Staatspräsident schätzen gutes Essen und auch einen guten Tropfen. Gestern aber mußte Schröder seinem Gast aus Paris schwere Kost servieren. Denn beim Tête-à-tête im Bundeskanzleramt ging es um einen Ausweg aus der Krise Europas und eine Inspektion seines deutsch-französischen Motors.


Nicht nur in den Hauptstädten Berlin und Paris herrscht Ratlosigkeit. Das doppelte Nein der Bürger Frankreichs und der Niederlande zur EU-Verfassung hat eines deutlich gemacht: Zwischen dem Europa der Institutionen und seinen Bürgern tut sich eine tiefe Kluft auf. Das Kürzel EU steht für "Europäisches Unbehagen".


Die Folge ist eine Krise, die mehr und mehr die gesamte EU erfaßt. Diskutiert werden längst nicht mehr nur die alten Streitfragen Verfassungsvertrag und Türkei-Beitritt. Unter Beschuß stehen auch die EU-Finanzen und sogar der Euro. Die Gemeinschaftswährung, so tönt es im Vorwahlkampf, sei schuld am wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands.


"Absurd" finden viele Europa-Befürworter diese Debatte. Die Ministeriellen im Hause Hans Eichels sehen sie dennoch mit Sorge. Weder Finanzministerium noch Bundesbank denken ernsthaft über ein Ende des Euro oder einen Ausstieg aus der Währungsunion nach. In einer internen Aufstellung haben Beamte der Europa-Abteilung sich zwar mit der Währungsunion beschäftigt, die Vorteile (keine Wechselkurs-Schwankungen) und die Nachteile (höhere Realzinsen) notiert, eine Schlußfolgerung lassen sie aber offen.


Während der Sturm um den Euro vorbeigehen wird, ist die Ursache der Krise Europas nicht so leicht zu beheben. Europas Spitzenpolitiker haben es versäumt, die wichtigste Lehre aus dem Streit um den Vertrag von Nizza zu ziehen, einen der Vorläufer der EU-Verfassung: Die EU kann nur dann funktionieren, wenn die Bürger von ihrem Sinn überzeugt sind. Die Vorteile der EU aber wollen angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und wachsender Inflation immer weniger Menschen einleuchten. Weil sie Europa nicht abwählen können, nutzten nun viele die Gelegenheit der Volksabstimmungen für einen Denkzettel.


In die Bredouille geraten auch Regierungen, die die EU-Verfassung bereits ratifiziert haben. So schwächt das lädierte Image Chiracs auch Bundeskanzler Schröder. Hatte dieser doch versucht, im Team mit Frankreich die Europäische Union zu dominieren.


Gemeinsam mit Rußlands Präsident Wladimir Putin schmiedeten sie eine Achse Paris-Berlin-Moskau, versuchten während des Irak-Konflikts erfolglos, die EU zu einer Gegenmacht zu den USA aufzubauen oder machten Front gegen die Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte.


Mit der Krise in Frankreich und den bevorstehenden Neuwahlen in Deutschland verliert der deutsch-französische Motor nun seine Zugkraft. Vor diesem Hintergrund wirkt die Vorstellung, eine Kerngruppe besonders europafreundlicher Länder könne die angeschlagene EU retten, abwegig. "Wie soll das funktionieren, wenn die Schwäche im Kern selbst zu verorten ist?" fragt Europakenner Werner Weidenfeld, Leiter des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) in München.


Eine Wunderheilung versprechen sich die Regierungschefs nun ausgerechnet vom schwierigsten Feld der europäischen Politik, der Finanzplanung für die Jahre 2007 bis 2013. Bislang gab es zwei unversöhnliche Forderungen: Die Kommission verlangt für die erweiterte Union eine Erhöhung ihres Budgets von einem auf 1,14 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung. Dagegen wollen die sechs Nettozahler der EU, allen voran Deutschland, die Zahlungen bei ein Prozent einfrieren.



Knapp zwei Wochen vor dem EU-Gipfel am 16. und 17. Juni in Brüssel hat Ratspräsident Jean-Claude Juncker einen neuen Vorschlag vorgelegt: Auf 1,06 Prozent sollen die Ausgaben begrenzt werden - das sind rund 875 Milliarden Euro. Damit kommt er den Nettozahlern entgegen. Schröder ist verhandlungsbereit, auch wenn Deutschland dann immer noch 60 Millionen Euro mehr zahlen müßte als bei der alten Obergrenze von ein Prozent. Um fast jeden Preis, so scheint es, wollen Europas Führer jetzt ihre Handlungsfähigkeit beweisen.


Eine Schlüsselrolle soll dabei der britische Premier Tony Blair spielen: Von ihm wird das größte Zugeständnis erwartet, der Verzicht auf einen Teil des "Briten-Rabatts". Seit Margaret Thatcher ihre berühmte Forderung "I want my money back" durchsetzte, erhält das Land zwei Drittel seiner Zahlungen an den EU-Haushalt zurück, jährlich rund 4,6 Milliarden Euro. Juncker schlägt nun vor, den Rabatt zunächst auf vier Milliarden Euro zu senken. Die Regierungschefs der großen Länder wollen Blair auf dem EU-Gipfel in die Zange nehmen.


Keine Frage, Europa steckt in der Krise. Aber die Union hat schon viele Krisen überlebt. Das Scheitern großer Initiativen löste oft sogar neue Dynamik aus. So führte der mißlungene Versuch, 1954 eine Verteidigungsgemeinschaft zu schaffen, dazu, daß nur drei Jahre später mit den Römischen Verträgen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft entstand.


Sorgen müssen sich sehr wohl aber die Politiker machen. Am Ende könnte die Verfassungskrise zu einem Austausch des Spitzenpersonals führen: Das Ansehen Chiracs ist im freiem Fall, Schröder nur noch geschäftsführend im Amt. Blair könnte zwischen nationalen und europäischen Interessen zerrieben werden. Und selbst Super-Europäer Juncker ist müde: Stimmen die Luxemburger am 10. Juli mit Nein, will er als Ministerpräsident zurücktreten.


Artikel erschienen am 5. Juni 2005
Der Euro gerät unter Beschuß
Das Nein der Niederländer und Franzosen zur EU-Verfassung setzt den Euro unter Druck. Sein Kurs fällt, und Politiker entdecken ihn als Sündenbock für das schwache Wachstum. Dabei ist die Währung eine Erfolgsgeschichte
von Sonja Banze


Geht der Euro nur kurz nach unten?
Foto: dpa
Hin und wieder lädt Bundesbankpräsident Axel Weber Ökonomen aus Unternehmen, Verbänden, Banken und Instituten zum freien Meinungsaustausch nach Frankfurt. Es gibt kein besonderes Thema, keinen besonderen Anlaß. Einfach nur reden. In dem illustren Kreis wird dann kein Blatt vor den Mund genommen.


So war es auch bei dem jüngsten Treffen in der vergangenen Woche. Ökonomen von Investmentbanken zogen dabei sogar die ganz große Karte: Kann Deutschland aus der Währungsunion und damit aus dem Euro aussteigen?


Ein Gedankenspiel mit Brisanz. Denn auch Hans Eichel (SPD) war an dem Abend zugegen. Und durch gezielte Indiskretion wurde aus der offenen Gesprächsrunde ein "Geheimtreffen" des Finanzministers mit dem Chef der Bundesbank, bei dem sie über einen Ausstieg Deutschlands aus dem Euro beraten haben sollen.


Die beiden Beteiligten dementierten sofort, nannten den Euro unisono eine "Erfolgsgeschichte", doch das Gerücht fand fruchtbaren Boden. Denn gleichzeitig sagten die Franzosen "Non" zur EU-Verfassung und die Niederländer "Nee". Und am Freitag schließlich forderte Italiens Arbeitsminister die Wiedereinführung der Lira.


Das bisher Undenkbare, ein Scheitern des Euro, rückt plötzlich auf die Agenda. Angesichts einer hartnäckigen Wachstumsschwäche, starken Kostendrucks und der über den Stabilitätspakt aufgezwungenen Budgetdisziplin hadern viele Europäer mit Europa - und seiner noch jungen Währung.


Während Bundeskanzler Gerhard Schröder seit Donnerstag in europäischer Mission versucht, die Scherben zu kitten, klagt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement öffentlich, Deutschland sei ein "Stabilitätsopfer". In Umfragen wünscht die Hälfte der Deutschen die D-Mark zurück. Das Unbehagen ist spürbar. Gut begründet ist es nicht, denn besonders Deutschland profitiert vom Euro.


"Die deutsche Wirtschaft ist ganz klar ein Euro-Gewinner", sagt Außenhandelspräsident Anton Börner. Die Debatte sei "blanker Unsinn" und der "krampfhafte Versuch, einen Sündenbock" zu finden. "Deutschland hat ein Strukturproblem, kein Währungsproblem", schimpft Börner. Ohne Euro ginge es Deutschland auch nicht besser, im Gegenteil: "Der Euro ist der einzige Wachstumsmotor, den wir zur Zeit haben", sagt auch Bundesbank-Vorstand Franz-Christoph Zeitler, er habe "den Export gekräftigt".


Ganz oben auf der Habenseite der deutschen Euro-Bilanz steht der Wegfall der Wechselkursschwankungen innerhalb des Euro-Raums. Die Stabilität der Wechselkurse schafft Sicherheit für Investoren und Händler. Ein für Deutschland besonders wichtiger Punkt, weil 45 Prozent der Exporte in den Euro-Raum gehen.


Ohne das Währungsrisiko entfallen für Unternehmen hohe Kosten, etwa für Umtausch oder die Absicherung von Kursschwankungen. Das Einsparpotential daraus beziffert der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) auf gut zehn Milliarden Euro im Jahr.


Zudem litt die D-Mark darunter, daß andere Länder in Europa ihre Währung abwerteten und ihre eigenen Waren damit im Ausland billiger machten. BDI-Konjunkturexperte Reinhard Kudiß bucht einen Großteil des seit 1990 aufgelaufenen Lohnstückkostennachteils auf das Konto dieser "permanenten" D-Mark-Aufwertung.


Geblieben sind zwar Schwankungen gegenüber dem Dollar, doch auch hier ist "der Euro stabiler und schwankt gegenüber dem Dollar in seinem Wert sehr viel weniger als die D-Mark", erklärt Werner Becker, Euro-Experte bei DB Research.



Weniger eindeutig sind die Folgen der Zinsentwicklung. Seit der Währungsunion sind die Zinsen europaweit auf Tiefstände gefallen. Allerdings haben ehemalige Hochzinsländer weitaus stärker davon profitiert. Das verschafft diesen Staaten zum einen größere Finanzierungsvorteile, zum anderen liegen die Realzinsen dort inzwischen unter den deutschen, weil viele Länder noch höhere Inflationsraten haben.


Das Problem besteht darin, daß die Europäische Zentralbank aufgrund höherer Inflationsraten die Zinsen nicht so weit senkt, wie es der deutsche Wirtschaft angemessen wäre. Deutschland, so die Klage, gerate ins Hintertreffen.


Doch das Zinsargument lassen nicht alle Ökonomen so gelten. "Es liegt bestimmt nicht an den Zinsen, wenn die Investitionen in Deutschland schwach sind", sagt BDI-Mann Kudiß. Die Unternehmen könnten auch hier so günstig finanzieren "wie noch nie". Nach einer aktuellen Umfrage des Verbandes sind die beiden wichtigsten Faktoren für Investitionsentscheidungen die Erschließung und Entwicklung der Märkte sowie die Produktionskosten.


Einige Volkswirte sehen auch in dem Zinseffekt überwiegend Vorteile für Deutschland: "Der deutliche Zinsrückgang in vielen Ländern hat die Konjunktur dort angekurbelt und zu einem Nachfrageschub nach deutschen Produkten geführt", sagt Michael Heise, Chef-Ökonom der Allianz und Dresdner Bank. Die deutschen Exporte in den Euro-Raum sind kräftig gestiegen. Laut Bundesbank haben deutsche Firmen ihren Marktanteil im Euro-Gebiet seit dem Start der Währungsunion um zwei Prozentpunkte auf 41,5 Prozent ausgeweitet, nachdem die Wettbewerbsfähigkeit in den Jahren davor spürbar gesunken war.


Banken-Ökonom Heise spricht bei dem Euro für Deutschland von einer "Doppel-Dividende" und führt hier neben den Vorteilen für den Export die Preisstabilität an. Durch mehr Preistransparenz und Wettbewerb hätten sich die Preise - der Teuro-Debatte zum Trotz - deutlich zum Vorteil der Konsumenten entwickelt, so Heise.


"Der Euro ist so gut wie die D-Mark", sagt auch Bundesbank-Vorstand Hans Reckers. Und DB-Research-Ökonom Becker beurteilt die Preisstabilität in Deutschland besser als zu D-Mark-Zeiten. Nach seinen Berechnungen lag die Inflationsrate vor der Einführung des Euro als Zahlungsmittel 2002, im Schnitt bei 2,8 Prozent, danach bei nur noch zwei Prozent.


Nicht zuletzt hat der Euro laut Bundesbank auch Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit gut getan. Weil das Ventil Wechselkurs weggefallen sei, sei der Druck zur Kostendisziplin gestiegen. Die relativen Lohnstückkosten, so die Bundesbank, seien zwischen 1998 und 2004 um sieben Prozent gefallen.


Der Euro rettet viel, aber nicht alles. "Daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland hoch und das Wachstum schwach ist", sagt Eckhard Wurzel, Leiter des Deutschland-Referates der OECD, erfordert Anpassungen im deutschen Wirtschaftssystem. "Darüber", so Wurze, "hilft der Euro nicht hinweg."


Artikel erschienen am 5. Juni 2005
TecDax auf dem Prüfstand
Independent Research hat für "Welt am Sonntag" die 30 Aktien des deutschen Technologie-Index getestet
von Michael Höfling

Technologieaktien gelangen wieder in das Blickfeld der Investoren. Die Bestenliste des EuroStoxx 50 für den Monat Mai wird vom Handyhersteller Nokia und dem Software-Unternehmen SAP angeführt, die US-amerikanische Wachstumsbörse Nasdaq legte im gleichen Zeitraum mit 13 Prozent so stark zu wie zuletzt im Oktober 2003. Mit dem Anstieg verbessert sich zudem die technische Verfassung der entsprechenden Indizes und Einzelaktien, was die Chance auf weitere Kursgewinne noch mal erhöht. "Substanzwerte sind lange gut gelaufen, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wieder in Wachstum umzuschichten", sagt Marc Pinto, der bei der Portfoliogesellschaft Janus Capital den US Large Cap Fonds betreut.


Von einem möglichen Trendwechsel profitieren könnte auch der TecDax, von der Deutschen Börse vor gut zwei Jahren als Nachfolge-Index des ehemaligen Wachstumssegments Neuer Markt eingeführt. Das unabhängige Analysehaus Independent Research hat in einer umfangreichen Studie für die "Welt am Sonntag" alle 30 Aktien des Technologie-Indexes getestet und spricht für jeden der Werte eine Handlungsempfehlung aus (siehe Tabelle). Das Ergebnis: Für sechs Aktien geben die Frankfurter Analysten das Urteil "kaufen" ab. Diese Titel können ihrer Einschätzung nach auf Sicht von sechs Monaten einen Gewinn von mindestens 20 Prozent aufweisen.


Um an einem möglichen neuen Aufschwung der High-Techs zu partizipieren, genügt es längst nicht mehr, irgendeine Technologie-Aktie ins Depot zu legen und zu hoffen, daß sie im Fahrwasser anderer Werte mitschwimmt. "Die Märkte für Informationstechnologie sind inzwischen viel selektiver als noch vor wenigen Jahren", sagt Analyst Norbert Kretlow, der die TecDax-Studie federführend betreute. Bestes internationales Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Während der Computerhersteller IBM die Märkte mit seinen Geschäftszahlen Ende April schwer enttäuschte, überraschte Chip-Gigant Intel die Börsen mit einem Gewinnsprung. Entsprechend besser als IBM entwickelte sich die Intel-Aktie denn auch in den darauffolgenden Wochen. Daraus folgt für Kretlow: "Am Stock-Picking, also dem gezielten Herausfiltern attraktiver Aktien aus der Masse, führt in Zukunft kein Weg mehr vorbei." Zumal der TecDax auch nicht mehr unbedingt billig ist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), eine wichtige Maßzahl, die angibt, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum Ertrag ist, liegt für 2006 bei über 20. "Da sind vielfach schon recht große Hoffnungen eingepreist", sagt Norbert Kretlow.


Hinzu kommt noch, daß der Tec-Dax längst nicht mit einer Wachstumsbörse wie dem US-Vorbild Nasdaq vergleichbar ist. Den Unternehmen mangelt es an Internationalität, und auch die Liquidität der Aktien ist deutlich geringer. "Dem Tec-Dax fehlen weithin echte Flaggschiffe, Unternehmen von internationalem Zuschnitt", sagt Kretlow. Einzige Ausnahmen seien T-Online und das Biotech-Unternehmen Qiagen. T-Online allerdings wird mit dem Mutterkonzern Telekom verschmolzen und damit voraussichtlich im Herbst aus dem Index verschwinden. Ein Verlust für den Index, der aber auch Chancen birgt. "Da die Gewichtung der Aktie auf die übrigen Unternehmen verteilt wird, steigt die Möglichkeit kleinerer Indexmitglieder, in das Blickfeld auch größerer Institutioneller Investoren zu gelangen", sagt der Analyst.

Innerhalb des Index könnten dazu auch die Aktien zählen, die Independent Research mit Blick auf die kommenden sechs Monate als aussichtsreich ausgemacht hat. Eine davon ist Bechtle. Das IT-Systemhaus, erst im Herbst 2004 in den Index aufgestiegen, ist in den vergangenen Jahren sowohl organisch als auch durch Akquisitionen gewachsen. "Die Margen im hart umkämpften Markt für Computersysteme sind niedrig", sagt Kretlow, "Bechtle arbeitet aber mit niedrigen Kosten und erreicht die kritische Masse, um in diesem Geschäft nachhaltig erfolgreich zu sein." Das Kursziel liegt bei 25 Euro, aktuell notiert die Aktie bei 19,75 Euro.


Ein weiterer Kandidat mit Potential ist für Independent Research Kontron. Das Münchner Unternehmen liegt gemessen an der Marktkapitalisierung im Mittelfeld des Index und ist auf die Produktion von Steuerungssystemen fokussiert. "Kontron hat mit der Übernahme des US-Unternehmens Dolch einen strategisch wichtigen Schritt in Richtung Internationalisierung getan", sagt Kretlow. Bei Kontron sieht er ausgehend vom aktuellen Kurs ein Potential von mehr als 20 Prozent.


Für interessant hält Kretlow auch die Internet-Aktien innerhalb des Tec-Dax. Sowohl Teles als auch Web.de und United Internet billigt der Analyst große Kurschancen zu. "Für United Internet spricht neben einer weiterhin attraktiven Bewertung die excellente Marktposition", sagt Kretlow. Durch den Kauf des Geschäftsbereichs Internet-Portal von Web.de wird United zum in Reichweite und Werbeplatzvolumen größten deutschen Anbieter im Internetdienste- und -portalmarkt. Web.de als Verkäufer wiederum besticht nun durch einen Kurs, der durch die gewonnene Liquidität voll abgesichert ist. Zudem ist die Ausschüttung einer entsprechend hohen Sonderdividende denkbar. Ähnlich ist die Lage bei Teles. Der Internet-Dienstleister hatte seine Tochter für die Webseiten-Betreuung Strato 2004 an Freenet verkauft, verfügt nun ebenfalls über hohe Liquidität, die möglicherweise als Sonderausschüttung den Aktionären zufließen wird.


Bei lediglich fünf Werten raten die Analysten von Independent Research, die Positionen zu reduzieren. Es sind die stark vom Halbleitergeschäft abhängigen Aixtron (zu teuer), Epcos (hoher Wettbewerbsdruck) und Micronas (problematisches zweites Halbjahr) sowie Drägerwerke (operative Dynamik läßt nach) und der Spezialmaschinenbauer Singulus, der als stark zyklischer Wert in einem schwierigen Umfeld agiert.


"Insgesamt ist der Markt an einem spannenden Punkt angekommen", sagt Norbert Kretlow, "der Zyklus von M- und S-Dax dürfte sich seinem Ende nähern. Nun ist die Frage, ob die neuen Gewinner eher bei den Blue Chips des Dax oder aber bei den klein bis mittel kapitalisierten Technologiewerten zu finden sind."


Mitarbeit: Christiane Büchsel
http://www.wams.de/data/2005/06/05/727744.html


"Einige von ihnen töten gern"
Der Reporter Evan Wright hat eine Elitetruppe der US-Armee im Irak-Krieg begeleitet. Er traf zynische Killer und Männer die in Tränen ausbrechen
Funktechnik bringt Internet an jeden Ort
Das Wimax-Verfahren ist zum Jahresende verfügbar. Es soll kabellose Netzwerke ergänzen und könnte DSL ersetzen
Der breitbandige Zugang zum Internet soll bald von jedem Ort aus möglich sein und wesentlich schneller werden. Techniker beschleunigen sowohl den Mobilfunk UMTS als auch das DSL-Kabel, dazu kommen Webanschlüsse über Fernsehkabel und Satellitenverbindungen mit Rückkanal.


Und bis Jahresende wollen Hersteller die Funktechnik Wimax (Wireless Interoperability for Microwave Access) installiert haben, die schnelles und kabelloses Websurfen ermöglicht. Entsprechende Mikrochips liefern Intel und Fujitsu jetzt aus, erste Endgeräte wollen diverse Hersteller zum Jahresende damit ausgestattet haben. Wimax kann die kabellosen Netzwerke (W-LAN), die nur über geringe Entfernungen elektronische Geräte mit dem Internet verbinden, zumindest ergänzen.


Der Netzbetreiber Kabel-Deutschland hat unterdessen angekündigt, in einigen Münchner Stadtteilen flächendeckend W-LAN-Netze aufzubauen. Die Zugangspunkte dafür sitzen in den Fernsehverteilerkästen vor privaten Grundstücken und erreichen funkfähige Computer und Notebooks im Umkreis von 500 Metern. Die Netze sollen Daten mit etwa zwei Megabit pro Sekunde übertragen können.


Bei W-LAN ist die Weiterentwicklung allerdings gestoppt, mehr Reichweite und schnellere Datenübertragungen wird es vorerst nicht geben. In dem dafür zuständigen Gremium, das letzte Woche über den neuen Standard mit der Bezeichnung 802.11n zu entscheiden hatte, konnten sich die Teilnehmer nicht auf ein Verfahren einigen. Die geplante n-Version des Funknetzwerks wäre fünfmal schneller als heutige Übertragungen, die bei einer Reichweite von 30 Metern auf 20 Megabit pro Sekunde kommen.


Dabei stehen sich die Task-Group n-Synchronization (TgnSync), zu der unter anderem Intel, Samsung, Sony, Philips und Panasonic gehören, und die Worldwide Spectrum Efficiency (WwiSE), angeführt von Motorola, Nokia, Texas-Instruments, France-Telecom und der japanischen NTT, gegenüber. Grundsätzlich wollen beide Gruppen die gleiche Technik nutzen, aber unterschiedliche Kanalbreiten und Datenraten.


Dagegen stehen die bereits dokumentierten Standards für Wimax. Intel hat jetzt die erste Wimax-Funkzelle mit fünf Kilometer Reichweite auf dem Stratosphere-Tower in Las Vegas in Betrieb genommen. Der Konzern will weitere Stadtnetze in den USA mit dem Telekommunikationsunternehmen Sprint installieren.


In Europa bereiten Deutsche Telekom, British-Telecom sowie Colt-Telecom Tests vor. Intel-Vizepräsident Gerald Holzhammer sagte auf der Messe Interop 2005: "Video auf dem Laptop wird bald kein Problem mehr sein, denn wir rüsten sie mit Wimax aus." Derzeit stecken dagegen in vielen Notebooks Centrino-Chips, die automatisch eine W-LAN-Verbindung aufbauen und unterstützen. Auch Fujitsu will noch in diesem Jahr Wimax-Chips ausliefern, die circa 45 US-Dollar pro Stück kosten.


Anfangs werden Nutzer noch große Dachantennen benötigen, erst Ende 2005 kommen Funk-Modems auf den Markt, die Anwender im Innern der Wohnung anbringen können. Transportable Modems, die im Notebook integriert sind, wird es wahrscheinlich 2006 geben. Damit soll es möglich sein, Daten mit einer Geschwindigkeit von 75 Megabit pro Sekunde zu übertragen. Die Netzausrüstungen liefert unter anderem der chinesische Hersteller Huawei.


An Wimax-Endgeräten arbeiten zum Beispiel Siemens und Alcatel. Einsatzbereite Produkte hat schon der Hersteller Proxim gezeigt. Die Modellreihe läuft unter der Bezeichnung "Tsunami MP.16". Ähnliche Geräte bietet auch Airspan mit Easy-ST an. Anfang Mai hat die Firma eine Vereinbarung mit Fujitsu-Telecommunication geschlossen, um Wimax-Produkte in Europa zu vertreiben. Die Systeme sind vor allem für den Einsatz in Räumen konzipiert und installieren sich automatisch.



Mit den hohen Leistungswerten ist Wimax nicht nur als Ergänzung zu kabellosen Netzwerken interessant, sondern auch als Alternative zu DSL. Wegen der großen Entfernung zu Sendestationen können vor allem Anwender in ländlichen Gebieten schnelles DSL nicht nutzen, das zwischen drei und sechs Megabit pro Sekunde erreicht.


Mit Wimax liegt die Reichweite bei fast 50 Kilometern. Die Funktechnik könnte also auch die zehn Prozent der deutschen Bevölkerung erreichen, die über keine DSL-Anschlußmöglichkeit verfügen. Die Managementberatung Solon rechnet für 2013 trotzdem mit mehr als 1,5 Millionen deutscher DSL-Kunden. Derzeit ist es knapp eine halbe Million.


Die Telekom will das erfolgreiche DSL weiter beschleunigen. In drei Großstädten, unter anderem in Hannover, bietet T-Com demnächst Breitbandanschlüsse mit VDSL (Very High Datarate Digital-Subscriber Line) an. Diese verbesserte Technik schafft eine Übertragungsgeschwindigkeit von 25 Megabit pro Sekunde. Die hohen Datenraten sind allerdings nur bis 500 Meter zu erreichen, ab vier Kilometern sind es nur noch vier Megabit pro Sekunde.


Noch streiten Experten darüber, ob Wimax sogar die Mobilfunktechnik UMTS überflüssig macht. Alcatel hat in einer Studie ermittelt, daß in den nächsten Jahren die Wimax-Infrastruktur stärker nachgefragt werde als die für UMTS-Mobilfunknetze, zumindest in Lateinamerika, Rußland und Indien. In Westeuropa wird danach UMTS wichtiger sein, obwohl die Technik bislang nur etwa 0,4 Megabit pro Sekunde erreicht.


Wimax ist jedoch grundsätzlich für Daten-, nicht für Sprachübertragung konzipiert. Die Technik kann keine Bandbreiten garantieren, da die Übertragungsgeschwindigkeit mit höheren Nutzerzahlen abnimmt. Außerdem gibt es keinen vollautomatischen Zellwechsel: Wenn ein Wimax-Anwender seinen Standort verläßt, muß er sich unter Umständen neu bei dem Dienst anmelden.


Doch 2007 wollen die Hersteller Handys mit Wimax-Chips ausgerüstet haben. Dann könnten Nutzer drahtlos und kostengünstig über Internet telefonieren. Anbieter Skype schließt Verträge mit Handyproduzenten, damit diese ihre Geräte mit entsprechender Software ausstatten. Und im Herbst will Nextweb in den USA einen Telefonservice starten, der auf dem Wimax-Verfahren basiert. Thomas Jüngling
Quote soll China stoppen
EU und USA machen Druck im Textilstreit
Der Countdown läuft. Bis zum nächsten Wochenende hat China Zeit, seine stark steigenden Exporte von T-Shirts und Flachsgarn nach Europa zu drosseln, um Importquoten der EU zu vermeiden. Brüssel hatte am vorigen Freitag ein Verfahren bei der Welthandelsorganisation WTO eingeleitet, das nach 15 Tagen Chinas Einfuhrzuwächse für beide Produkte deckelt - wenn Peking nicht rasch etwas dagegen unternimmt.


Fünf Monate sind vergangen, seit das globale Textilquotensystem, das Ausfuhren Chinas und anderer Staaten von Stoffen, Kleidung und Garnen in die Industrieländer beschränkt hatte, beendet wurde. Seitdem wächst der Druck auf die Europäische Union und die USA. Heimische Textilproduzenten fürchten um ihre Marktanteile und erwarten große Jobverluste. In der EU forderten sieben Länder, darunter Frankreich, Italien und Portugal, EU-Handelskommissar Peter Mandelson zu einer harten Linie auf.


Doch einknicken vor den westlichen Industriestaaten will China nicht. Der Textilboom sei gutes Recht des Landes, sagt Handelsminister Bo Xilai. "Wir selbst haben für den WTO-Beitritt auch große Kompromisse bei der Marktöffnung gemacht."


Der Textilstreit sei ein Beispiel für das, was noch kommen könne, meint Yiping Huang Citibank-Ökonom in Hongkong. Solange China den Yuan an den Dollar kopple, könnte dies bei jeder Gelegenheit zum Sündenbock für große Handelsüberschüsse Chinas und damit zum Vorwand für Strafzölle gemacht werden.


Chinas Politiker dagegen müssen demonstrieren, daß sie sich um das Los der 19 Millionen Textil-Beschäftigten sorgen. Manche Betriebe expandierten schnell nach dem Ende der Quoten und müssen nun möglicherweise Fabriken wieder schließen. Die Ausfuhrzölle, die erst im Januar eingeführt wurden und nun eigentlich steigen sollten, hatten die ohnehin sehr knappen Margen des Sektors belastet. Zudem sind Textil und Bekleidung arbeitsintensive Branchen, deren Wachstum China braucht, um Jobs zu schaffen für das wachsende Heer entlassener Arbeiter der Staatsindustrie.


Ein Gang Chinas vors WTO-Schiedsgericht wäre allerdings knifflig. Denn China mußte für sein WTO-Beitrittsabkommen die Schutzmaßnahmen akzeptieren. Demnach dürfen Staaten den Anstieg der Textilimporte aus China bis 2008 jeweils jährlich auf 7,5 Prozent deckeln, wenn der heimische Markt "gestört" wird.


Doch was ist eine Marktstörung? Nach Angaben der EU landeten im ersten Quartal 187 Prozent mehr T-Shirts und 56 Prozent mehr Leinengarn aus China auf dem europäischen Markt als ein Jahr zuvor. Chinas Textilexporte in die USA wuchsen nach einer Citibank-Studie um 89 Prozent, in die EU um immer noch 48 Prozent.


Doch Chinas Vorteile wie günstige Arbeitskräfte und riesige Kapazitäten für Kleidung und sämtliche Vorprodukte sind schon lange bekannt. EU und USA seien selbst schuld, wenn sie sich nicht ausreichend auf den Wegfall der Quoten vorbereitet hätten, sagt Handelsminister Bo Xilai.


Trotzdem wird China um weitere Schutz-Quoten wohl nicht herumkommen. Bringen werden diese der EU und den USA jedoch nichts, glaubt Andy Xie, Chefökonom bei Morgan Stanley in Hongkong. Sie erhöhten nur die Preise für Konsumenten, ohne die Produzenten zu schützen, "Handel ist nicht mehr bilateral. Die USA können Importe von Hosen und Hemden aus China begrenzen, aber andere Entwicklungsländer haben immer noch freien Zugang zum US-Markt." Diese Staaten würden die Stoffe dafür wahrscheinlich aus China importieren.


Einige chinesische Firmen verlagern bereits Produktionsteile in Länder wie Kambodscha, um die Quoten zu umgehen. 2008 enden die Schutzklauseln und damit die Schonfrist so oder so. Christiane Kühl




Artikel erschienen am 5. Juni 2005
Warum die Mehrwertsteuer steigen muß
Deutschland hat die Wahl: Entweder baut das Sozial- und Steuersystem radikal um - oder die Wirtschaft wird weiter stagnieren
Der Aufschrei bleibt dieses Mal aus. Sowohl in der Union als auch bei SPD und Grünen wird offen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer diskutiert. Wer immer im Herbst die Wahl gewinnt, die höhere Steuer gilt bereits als sicher. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern nur noch wie stark die Mehrwertsteuer steigt. Von zwei bis vier Prozentpunkten ist die Rede. Aber der beim Wort Steuererhöhung übliche Abwehrreflex von Ökonomen und Arbeitgebern bleibt bisher aus. Statt dessen gibt es Zustimmung - wenn mit den Einnahmen nicht Haushaltslöcher gestopft, sondern die Lohnnebenkosten oder die Einkommensteuersätze gesenkt werden.


"Wir brauchen eine Initialzündung und zwar schnell", sagt Klaus Zimmermann, Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). "Wenn die große Steuerreform à la Merz, Kirchhoff und Wiegard kommt, dann kann sie meinetwegen durch eine Mehrwertsteuer gegenfinanziert werden", sagt, wenn auch widerstrebend, Hans-Werner Sinn, Direktor des Münchner Ifo-Instituts und sonst nach wie vor erklärter Gegner jeglicher Steuererhöhungen. Und selbst Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt meint, "das Thema darf kein Tabu sein".


Die höhere Steuer ist plötzlich salonfähig, das Kalkül einfach. Die Mehreinnahmen sollen entweder für eine weitere Senkung der Einkommensteuer genutzt werden oder zur Mitfinanzierung der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Damit könnten die Beiträge sinken, die trotz aller bisherigen Reformen nach wie vor auf dem Rekord von 42,3 Prozent verharren und weiter zu steigen drohen. Die Arbeitskosten würden niedriger, das Angebot an Arbeitsplätzen, so die Hoffnung, höher.


Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) entstehen 150 000 neue Jobs, wenn die Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt sinken. Bei drei Prozentpunkten rechnet die EU-Kommission mit einem Prozentpunkt weniger Arbeitslosigkeit, in Deutschland wären das gut 500 000 Arbeitslose weniger.


Wenig spricht dagegen. In Sachen Mehrwertsteuer liegt Deutschland mit einem Satz von 16 Prozent in Europa am unteren Rand (s. Grafik). Jeder Prozentpunkt mehr würde dem Fiskus rund acht Milliarden Euro bringen. Bei einer Erhöhung auf 20 Prozent kämen gut 30 Milliarden Euro zusammen. In Sozialabgaben umgerechnet bedeutet dies immerhin mehr als drei Prozentpunkte.


"Eine intelligente Maßnahme", sagt Winfried Fuest, Steuerexperte beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Das Argument, eine Mehrwertsteuererhöhung sei unsozial, weil sie die unteren Einkommen überproportional belaste, nennt er ein "Vorurteil" und "schlichtweg falsch". Nach einer laufenden Studie des Instituts sei es "ganz klar, daß die Hauptlast von den mittleren und höheren Einkommen getragen wird". Denn bei den Niedrigverdienern sei der Anteil der Ausgaben für Miete und Konsum zwar höher, aber für Lebensmittel gilt nur ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, Miete ist gleich ganz steuerfrei.


Zu dieser Einschätzung kommt auch das DIW. Instituts-Direktor Zimmermann läßt zudem das Argument nicht gelten, eine höhere Konsumsteuer dämpfe die ohnehin schwache Binnennachfrage: "Der Konsum kann wohl kaum noch schwächer werden, als er es derzeit schon ist", sagt der Ökonom. Deutlich mehr Nachfrage gebe es nur bei mehr Arbeit. Zimmermann plädiert aus diesem Grund für einen entschlossenen Steuerschritt: "Wenn, dann richtig. Bis zu fünf Prozent mehr sind sinnvoll, und zwar auf einen Schlag, nicht kleckerweise."

Wie weit man allerdings mit den derzeit in den Parteien durchgerechneten 16 bis 30 Milliarden Euro kommt und ob diese wirklich in die Sozialversicherung fließen werden, ist keineswegs sicher. Zum einen steht den selbst klammen Bundesländern eigentlich die Hälfte der Mehrwertsteuereinnahmen zu, auf die sie sicher nicht einfach so verzichten werden. Zum anderen ist die Lage in den Sozialhaushalten selbst so prekär, daß schon die jetzigen Beiträge nur mit Finanzspritzen zu halten sind. "Wer auch immer im Herbst die Regierung übernimmt, steht vor einer ganz problematischen Kassenlage", sagt Jochen Pimpertz, Sozialversicherungsexperte des IW. Am deutlichsten ist das bei der Rente. 2005 klafft dort ein Loch von 1,5 bis zwei Milliarden Euro, 2006 dürften bis zu drei Milliarden Euro fehlen.


Der Beitragssatz von derzeit 19,5 wäre damit nach Einschätzung des IW-Ökonomen nicht mehr zu halten, er rechnet damit, daß im Januar 2006 eine Erhöhung auf 19,8, womöglich sogar 20 Prozent notwendig sein wird. Mit den zusätzlichen Mehrwertsteuermilliarden ließe sich dieser Schritt verhindern. Um den Rentensatz gar um einen Prozentpunkt zu senken, wären weitere zehn Milliarden Euro nötig.


Genauso teuer ist auch ein Prozentpunkt beim Beitrag zur Krankenversicherung. Doch auch hier ist die Lage trotz der jüngsten Gesundheitsreform wenig erfreulich. Nicht nur, daß die Kassen sich der erhofften Beitragssatzsenkung hartnäckig verweigern, derzeit wird schon wieder über höhere Beiträge geredet. Die vier Milliarden Euro Überschuß in 2004 haben gerade gereicht, die Schulden der Kassen zu halbieren. 2005 und 2006 sind keine Überschüsse mehr zu erwarten, im Gegenteil.


Vergleichsweise billig wäre das Steuerkonzept der CDU/CSU. Acht Milliarden Euro wären nötig, um den Eingangssteuersatz auf 36 und den Spitzensatz auf zwölf Prozent zu senken. Den Großteil der Reform will die Union über Subventionsabbau finanzieren.


Nach der Ökosteuer wäre das Mehrwertsteuermodell der zweite Schritt in Richtung Steuerfinanzierung der Sozialabgaben und Entkoppelung von den Löhnen. Kritiker wie der DIHK-Steuerchef Alfons Kühn warnen jedoch, das sei "ein riskantes Spiel, denn es nimmt den Druck von einer ursachengerechten Therapie der Sozialsysteme". Deren Kosten ließen sich auch anders senken, etwa durch mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem, Sparen bei Arbeits-marktausgaben oder eine Anhebung des Rentenalters.


Aber: Das braucht Zeit. Zudem sind es allesamt Maßnahmen, bei denen der Aufschrei garantiert nicht ausbleiben wird. Sonja Banze




Artikel erschienen am 5. Juni 2005
03. Juni 2005 Druckversion | Versenden | Leserbrief


BLAMAGE

Microsoft-Seite in Korea wurde gehackt

Die südkoreanische Ausgabe der Seite des Microsoft-Webdienstes MSN ist einer Hackerattacke zum Opfer gefallen. Passwörter von Nutzern wurden bei dem Angriff gestohlen.



MSN Südkorea: Passwörter geklaut
Microsoft gab zu, dass Hacker in die MSN-Seite in Südkorea eingedrungen waren und dort ein Stück Software platziert hatten, um Passwörter auszuspähen. Wie viele Nutzer davon tatsächlich betroffen sind, sei noch unklar. Inzwischen sei die Seite www.msn.co.kr aber gesäubert worden. Nach Angaben von Microsoft sind die englischsprachigen Seiten des Unternehmens nicht für die gleiche Art von Angriff anfällig.

Die südkoreanische MSN-Seite, die Nachrichten und andere Informationen sowie Links zum eigenen E-Mail- und Suchservice bietet, werde aber nicht von Microsoft selbst betrieben. Welches Unternehmen für die Seite verantwortlich ist, wurde nicht mitgeteilt. Bei Microsoft vermutet man, die lokalen Betreiber hätten notwendige Sicherheitsupdates nicht installiert.

Der Hack war bereits am Dienstag bemerkt und die Betreiberfirma benachrichtigt worden. Die betroffenen Rechner seien innerhalb von Stunden vom Netz genommen worden. Wie lang die von den Eindringlingen platzierte Malware allerdings am Werk war, sei noch unklar. Bei Microsoft denkt man noch darüber nach, eine öffentliche Warnung herauszugeben, um Besucher der Seite auf das Risiko hinzuweisen, dass ihre Passwörter erfasst worden sein könnten.
04. Juni 2005 Druckversion | Versenden | Leserbrief


Razzia bei Klinik-Großunternehmer Marseille wegen Verdachts der Bilanzfälschung

Unerwarteten Besuch eines Polizeiaufgebots hat letzten Mittwoch der umstrittene Klinik-Großunternehmer Ulrich Marseille erhalten. Unter Leitung des Berliner Landeskriminalamts durchsuchten Fahnder morgens vier Privatwohnungen des Ehepaares Marseille, die Zentralen der Marseille-Kliniken AG in Berlin und Hamburg sowie zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Hintergrund der Razzia ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts der Bilanzfälschung. Es geht um den schweren Vorwurf, die Marseille-Kliniken AG (Eigenwerbung: "Mit dieser Aktie können Sie alt werden") habe ein Tochterunterunternehmen falsch bilanziert: Die insolvente und inzwischen aufgelöste TD Trump Deutschland AG war einst als Joint Venture zwischen den Marseille-Kliniken und dem New Yorker Immobilien-Tycoon Donald Trump gefeiert worden und sollte in Stuttgart einen 180 Meter hohen Luxusturm errichten. Die Zwei-Millionen-Euro-Beteiligung des US-Investors war von Trump aber offenbar nie bezahlt worden - das Projekt scheiterte und trieb die TD in den Ruin. Marseille bestreitet den Vorwurf der Bilanzfälschung als "völlig aus der Luft gegriffen"; Hintergrund der Ermittlungen sei eine Intrige eines früheren Mitarbeiters. Überdies seien die Durchsuchungen rechtswidrig, denn er sei zum angeblichen Tatzeitpunkt nicht Vorstandsvorsitzender der Marseille-Kliniken gewesen.
03. Juni 2005 Druckversion | Versenden | Leserbrief


DIVIDENDEN

Goldenes Jahr für Aktionäre

Aktiendepots waren im abgelaufenen Geschäftsjahr so lukrativ wie seit langem nicht mehr. Die börsennotierten deutschen Unternehmen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich höhere Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet als noch im Vorjahr. Gut drei Viertel entfielen auf Dax-Werte



DPA
Aktionäre auf der Hauptversammlung von DaimlerChrysler: Unternehmen müssen umdenken
Frankfurt am Main - Rechnerisch wurden pro Aktie mit Nennwert von einem Euro 28 Cent ausgeschüttet, wie eine heute veröffentlichte Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergab. Das sind 46 Prozent oder sieben Cent mehr als noch im Vorjahr.

Das Gros der ausgeschütteten Gewinne entfiel dabei traditionsgemäß auf die 30 im Dax notierten Unternehmen: Sie schütten mit 15,1 Milliarden etwa drei Viertel der gesamten Dividendensumme von 20,3 Milliarden Euro aus, wie DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen erläuterte. Pro Ein-Euro-Aktie zahlten die großen 30 durchschnittlich 38 Cent Dividende - und damit 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut DSW schütteten die DAX-Werte damit insgesamt fünf Milliarden Euro mehr aus als im Vorjahr.

Allerdings waren die Ausschüttungen nicht sehr gleichmäßig verteilt. Den Angaben zufolge entfielen allein auf die Deutsche Telekom, die in den Jahren davor keine Dividende ausgeschüttet hatte, rund 2,6 Milliarden Euro. Platz zwei belegte der Energiekonzern E.on mit 1,6 Milliarden, gefolgt von DaimlerChrysler mit 1,5 Milliarden. Zwei Dax-Unternehmen, nämlich Infineon und die HypoVereinsbank, zahlten ihren Aktionären den Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr überhaupt keine Dividende. Im MDax blieben laut DSW neun, im SDax 19 und im TecDax 17 Unternehmen den Aktionären eine Dividende schuldig.

Nach Ansicht der DSW fallen die Ausschüttungen der Unternehmen aber noch immer deutlich zu niedrig aus. "Angemessen ist grundsätzlich eine Ausschüttung in Höhe von 50 Prozent", erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. "In diesem Punkt spricht das Aktiengesetz eine klare Sprache." Hier stehe geschrieben, dass die Hauptversammlung über 50 Prozent des operativen Gewinns entscheiden solle.

In diesem Zusammenhang forderte Hocker ein grundsätzliches Umdenken der Unternehmen und verwies dabei auf das Beispiel der Deutschen Börse. So könne es nach dem Rückzug der Deutschland AG für die Unternehmen fatal sein, Geld unnötig zu bunkern, statt es an die Aktionäre auszuschütten, betonte er. Und fügte hinzu: Viel Zeit bleibe den Vorständen für ein Umdenken nicht mehr.
03. Juni 2005 Druckversion | Versenden | Leserbrief


PKW-MARKT

Starker Mai für deutsche Autobauer

Der deutsche Automarkt ist im Mai deutlich in Schwung gekommen. Die heimischen Hersteller konnten beim Absatz gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen.



DDP
Autohändler: Sechs Prozent mehr Zulassungen
Frankfurt am Main - Mit rund 300.000 Pkw-Neuzulassungen wurden sechs Prozent mehr Autos abgesetzt als 2004, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Damit habe sich der Absatz den zweiten Monat in Folge positiv entwickelt.

Bis einschließlich Mai wurden trotz des schwachen Jahresauftakts mit 1,36 Millionen Personenwagen rund ein Prozent mehr zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Dabei schnitten die deutschen Hersteller laut VDA besser ab als die Importeure und steigerten ihren Marktanteil auf 70 Prozent. Die VDA-Jahresprognose liegt unverändert bei 3,25 Millionen Pkw.

Dies sei noch immer kein Absatzniveau, das zum Jubeln Anlass gebe, lasse aber erstmals eine etwas länger anhaltende Verfestigung des Aufwärtstrends erkennen, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk: "Noch immer bildet die private Nachfrage die Achillesferse und spiegelt die weit verbreitete Verunsicherung wider."

Nach dem hohen Ausfuhrvolumen im April mit einem Zuwachs von elf Prozent unterschritt der Pkw-Export der deutschen Hersteller im Mai das Vorjahresergebnis allerdings um sechs Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf lag die Ausfuhr insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Abschwächung des Euro sollte laut VDA den Export jedoch wieder beflügeln.
03.06.2005
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Heft 5/2005


IT-INDUSTRIE

Der Softwarekrieg

Von Eva Müller


Zwischen den vier Branchengiganten IBM, Microsoft, SAP und Oracle ist ein Softwarekrieg entbrannt. Wer jetzt den Kampf um die Unternehmenskunden gewinnt, wird das Geschäft künftig dominieren.


Es waren einmal vier Könige. Jeder regierte ein großes Reich, kassierte von seinen Bürgern reichlich Zehnt und lebte halbwegs in Frieden mit seinen Nachbarn. Dann aber entdeckten die vier Herrscher ein neues lukratives Terrain - und es entbrannte ein erbitterter Kampf um das junge Land.



© Markus Spang


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Heerführer: Die Firmenchefs Larry Ellison, Henning Kagermann, Sam Palmisano und Bill Gates (von links)



Die Saga von der großen Schlacht spielt hier und heute. Im Multimilliardengeschäft mit Informationstechnologie (IT) für Unternehmen entsteht derzeit der nächste Megamarkt. Der Verkauf von so genannten Softwareplattformen boomt laut der Marktforschungsfirma Gartner Group mit zweistelligen Raten. Das restliche Business legt nur um 2 bis 3 Prozent zu.

Um das Wachstum der Zukunft schlagen sich die Giganten der Hightech-Branche: IBM-Chef Sam Palmisano, Microsoft-Gründer Bill Gates, SAP-Vorsteher Henning Kagermann und Oracle-CEO Larry Ellison. Mit ungeheurer Wucht werfen sie ihre Marketingmacht ins Feld, liefern sich Übernahmegefechte um Marktanteile, investieren Milliarden in die Produktentwicklung und befehden sich mit starken Worten.

"Mit Freude würden wir einen Technologiekrieg mit SAP beginnen", stürmt Heißsporn Ellison voran. "Wir sind der klare Anführer", schießt Gates` General, Microsoft-CEO Steve Ballmer, zurück. Und selbst der stets freundlich zurückhaltende Kagermann konzediert: "Wir liefern uns in diesem Segment im Moment einen harten Wettbewerb."

Wer hat die besten Chancen, das größte Stück der attraktiven Beute zu erobern? IBM , der omnipotente Computerkonzern, stark bei Hardware und Software, Weltmarktführer bei Services und irgendwie in allen Firmen präsent? SAP , der Spitzenreiter bei betriebswirtschaftlichen Programmen, ohne die kein großes Unternehmen existieren kann? Oracle , der global wichtigste Anbieter von Datenbanken, dessen Produkte ebenfalls die meisten Betriebe nutzen? Oder Microsoft , Monopolist bei PC-Betriebssystemen und unermesslich reich?

Es geht ums ganz große Geschäft. In der Unternehmens-IT vollzieht sich derzeit ein technischer Paradigmenwandel, der sich nur mit dem Wechsel vom Großrechner zum PC in den 80er Jahren vergleichen lässt.
Aids-Kongress

„Die Epidemie wird uns schlagen“

Aids wird zunehmend unterschätzt, die Zahl der Infektionen steigt dramatisch. Politiker und Wissenschaftler fordern ein entschiedenes Handeln im Kampf gegen die Seuche




Aidsinfektionen nehmen wieder dramatisch zu. In Europa seien die Neuinfektionen mit dem Aidserreger HIV unter Heterosexuellen in den vergangenen Jahren um 122 Prozent in die Höhe geschnellt, warnten Wissenschaftler am Mittwoch zu Beginn des deutsch-österreichischen Aids-Kongresses in Wien. 40 Prozent der Infizierten seien inzwischen Frauen, außerdem würden die Betroffenen immer jünger. Dabei ignorierten immer mehr Menschen die jahrelang gepredigten Regeln des „Safer Sex“.

“In Sachen HIV-Infektion ist heute alles andere als Entwarnung angesagt“, warnte die Kongresspräsidentin Brigitte Schmied (Wien) zur Eröffnung der Tagung. Weltweit infizierten sich täglich 14.000 Menschen neu, etwa 100 davon in Europa. Zwischen 1997 und 2002 sei die Zahl der neu diagnostizierten Fälle in Europa um durchschnittlich 46 Prozent pro Jahr gestiegen. Während die Neuinfektionen unter Heterosexuellen besonders stark (122 Prozent) zugenommen hätten, seien sie bei Drogenabhängigen sogar um 16 Prozent gefallen. Nach jahrelangem Rückgang sei zwischen 2001 und 2002 auch die Zahl der neu infizierten Homosexuellen wieder um 22 Prozent gestiegen.

Sorgen bereitet den Wissenschaftlern das nachlassende Schutzverhalten der Bevölkerung. Der „Therapie-Optimismus“ verleite viele Menschen dazu, das Aidsvirus nicht mehr als gefährlich einzuschätzen und stattdessen auf die modernen Behandlungsmöglichkeiten zu setzen. Dabei werden die Betroffenen immer jünger. In Westeuropa liegt das Durchschnittsalter Neuinfizierter bei 40 Jahren. In Osteuropa seien dagegen bereits 80 Prozent der Infizierten unter 30 Jahren, sagte Schmied.

Der Präsident der deutschen Aids-Gesellschaft, Norbert Brockmeyer (Universität Bochum) wies vor den rund 2000 Kongressteilnehmern darauf hin, dass Aidsviren in Deutschland durch fehlerhafte Therapien oder falsche Einnahme von Medikamenten immer häufiger resistent würden. 16 Prozent der Erreger wiesen bereits solche Tendenzen auf. Angesichts dieser Entwicklung sei es zwingend notwenidg, dass die Krankenkassen künftig die Kosten eines Resistenztests zu Beginn einer HIV-Behandlung übernähmen, forderte Brockmeyer. Dies sei auch dann erforderlich, wenn ein Patient bisher nicht behandelt worden sei. Bisher gehören die Tests vor der Erstbehandlung nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen.

Nach Angaben der Aidsforscher sprechen in Deutschland bereits 16 Prozent aller unbehandelten HIV-Infizierten auf eine der drei verwendeten Medikamentenklassen nicht mehr an, bei 13 Prozent der HIV-Patienten seien die Erreger bereits gegen zwei Wirkstoffklassen immun, und bei einem Prozent der Patienten reagiere das Virus auf keines der drei meist verbreiteten Medikamente.

Im Rahmen des Kongresses verlieh die deutsche Aids-Stiftung ihren mit 15.000 Euro dotierten Medienpreis. Unter anderem bekam der Auslands-Korrespondent der ZEIT, Bartholomäus Grill, einen Sonderpreis für seine kontinuierliche und engagierte Arbeit zum Thema Aids in Afrika verliehen. Mit dem Medienpreis (bis 1996 Journalistenpreis) zeichnet die Deutsche Aids-Stiftung seit 1987 Medienschaffende aus, die sachkundig über HIV/AIDS berichten und damit zur Solidarität mit Betroffenen beitragen.

Die beunruhigende Ausbreitung des Virus war auch Gegenstand einer UN-Sondersitzung am 1. Juni in New York. Ohne einen „Quantensprung“ im Einsatz aller Länder ist der Kampf gegen Aids nach Überzeugung der Vereinten Nationen nicht zu gewinnen. „Die Epidemie wird uns schlagen, wenn die Politiker und die Öffentlichkeit nicht entschiedener reagieren“, warnte der Direktor von UNAIDS, Peter Piot. Zwar lassen die Maßnahmen vergangener Jahre in sechs Ländern Afrikas, des am stärksten betroffenen Kontinents, erste Erfolge erkennen. Global gesehen sei der Kampf gegen Aids aber noch lange nicht ausreichend, bekräftigte UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Annan richtete bei einem Folgetreffen der UN-Sondersitzung gegen Aids im Jahr 2001 den eindringlichen Appell an Gesundheitsminister und -experten aus 127 Ländern, weitaus mehr Kräfte gegen Aids zu mobilisieren. Um dem tödlichen Virus weltweit Einhalt zu bieten, sind laut Piot derzeit wenigstens 14 bis 16 Milliarden Dollar (11,4 bis 13 Milliarden Euro) pro Jahr erforderlich - das Doppelte der tatsächlich verfügbaren Mittel.

Jüngste Beispiele wie Kamerun, Kenia, Sambia und die Bahamas bewiesen, dass die Zahl der Aidserkrankungen bei entsprechendem Einsatz gesenkt werden können. „Wir wissen, was hilft. Wir wissen, wie wir den Zyklus der Infektionen unterbrechen können“, bekräftigte Annan. Es sei höchste Zeit, diese Kenntnis global einzusetzen. Denn das tödliche Virus habe an Schlagkraft gewonnen . 2004 infizierten sich 4,9 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV und 3,1 Millionen starben an der Krankheit - mehr denn je zuvor.

Obwohl inzwischen vier Mal so viel Geld zur Verfügung steht wie 2001 konnten Ende 2004 nach dem jüngsten Bericht des Generalsekretärs nur zwölf Prozent der sechs Millionen HIV-Infizierten weltweit angemessen behandelt werden. Auch vorbeugende Maßnahmen blieben mit 20 Prozent weit hinter dem Ziel zurück. Noch trauriger ist das Bild für Gruppen mit hohem Risiko: Nur 16 Prozent aller Prostituierten, elf Prozent homosexuelle Männer und fünf Prozent der 13 Millionen Drogenspritzer weltweit wurden durch Präventivmaßnahmen von der Weiterverbreitung des Virus abgehalten.


(c) ZEIT.de, dpa
asien

Verborgene Ambitionen

Russland, China und Indien prüfen eine strategische Allianz für das 21. Jahrhundert, deren Einfluss weit über Asien hinaus reichen soll. Dabei geht es auch um Öl und Waffen



Bei der Begegnung an der russischen Pazifikküste mussten sich die drei asiatischen Großmächte erst aneinander gewöhnen. Minutenlang ließen Sicherheitskräfte den indischen Außenminister Natwar Singh nicht zu Gesprächen mit den Amtskollegen aus Russland und China. Man habe den Inder nicht erkannt, hieß es. Solche Pannen soll es in Zukunft nicht mehr geben. Moskau, Peking und Neu Delhi prüfen eine strategische Allianz für das 21. Jahrhundert, deren Einfluss weit über Asien hinaus reichen soll.

Bei ihrem Treffen in der Stadt Wladiwostok verbargen der Russe Sergej Lawrow, der Chinese Li Zhaoxing und der Inder Natwar Singh ihre Ambitionen vorerst hinter Floskeln. Man strebe gemeinsam nach Weltfrieden und der Demokratisierung der internationalen Beziehungen, betonten die Vertreter der Atommächte. Bei den Dreiergesprächen ging es nach Einschätzung von Beobachtern aber auch um Öl und Waffen.


Alle drei Staaten müssen der Gefahr des islamischen Fundamentalismus innerhalb und außerhalb ihrer Grenzen begegnen. Moskau und Peking lobten unisono das Vorgehen der Militärs Mitte Mai in Usbekistan. Soldaten hatten nach Angaben von Menschenrechtlern bis zu 800 Demonstranten in der Stadt Andischan erschossen.

Einige russische Experten erhoffen sich von der asiatischen Begegnung eine deutliches Signal an die USA. »Niemand braucht die Vorherrschaft eines einzelnen Staates«, betont der Politologe Michail Schinkowski. Der Wissenschaftler aus Wladiwostok, 9000 Kilometer östlich von Moskau, erwartet keine schnellen Erfolge. »Je häufiger sich Russland, Indien und China in diesem Format treffen, desto zügiger lässt sich ein »strategisches Dreieck« in den kommenden 20, 30 Jahren aufbauen«, sagt Schinkowski.

Die Führung in Moskau setzt auf eine europäische Ausrichtung, will aber nicht auf die asiatische Option verzichten. Zwei Drittel des russischen Territoriums liegen in Asien. Erste Bemühungen um eine asiatische Troika waren Ende der 1990er Jahre am damals noch angespannten Verhältnis zwischen Peking und Neu Delhi gescheitert.

Die indisch-chinesischen Gespräche in Neu Delhi vor zwei Monaten brachten die Wende. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao bezeichnete die Inder nicht mehr als »Konkurrenten, sondern als Freunde«. Beide Seiten suchen nach Lösungen im Grenzstreit, der 1962 einen Krieg auslöste und seitdem das Verhältnis belastet. Indien bewirbt sich wie Deutschland um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und braucht dafür die Unterstützung Chinas und Russlands.




Die russische Industrie will auch in Zukunft am Machtdrang der Bevölkerungsriesen China und Indien verdienen. Die beiden Großkunden kaufen 80 Prozent der russischen Rüstungsexporte. China und Russland halten im Herbst erstmals ein Großmanöver im Reich der Mitte ab.

Auch ihren Energiehunger wollen Chinesen und Inder in Zukunft stärker mit russischer Hilfe stillen. Nach der Zerschlagung des einst größten russischen Ölkonzerns Yukos versuchten die Ausländer zum Zuge zu kommen. Nach Presseberichten buhlten sowohl die chinesische Ölgesellschaft CNPC als auch der indische Konzern ONGC um Anteile am zwangsversteigerten Hauptförderbetrieb von Yukos.

Stefan Voß, dpa, ZEIT.de, 2.6.2005
Energie
China will strategische Ölreserven aufbauen


05. Juni 2005 China will nach Angaben eines Beraters der Regierung strategische Ölreserven aufbauen, um damit die Auswirkung der internationalen Ölpreise auf die Wirtschaft des Landes zu verringern.


Die strategischen Reserven würden schrittweise aufgebaut, sagte der stellvertretende Direktor des staatlichen Energieforschungsinstituts, Dai Yande, am Sonntag in Peking am Rande einer Energiekonferenz. Der zweitgrößte Ölverbraucherland der Welt nach den Vereinigten Staaten könnte mit dem Aufbau der strategischen Reserven bereits im August starten, wenn in der östlichen Hafenstadt Ningbo ein Teil eines auf 150 Millionen Barrel Kapazität geplanten Öllagers fertiggestellt würden.

Diese Maßnahme der chinesischen Regierung könnte Experten zufolge die bereits hohen Ölpreise weiter nach oben drücken. Die boomende chinesische Wirtschaft steigerte 2004 den Ölbedarf des Landes um 16 Prozent und trug damit wesentlich zum Anstieg der Ölpreise auf ein Rekordhoch von über 58 Dollar je Barrel (Barrel = knapp 159 Liter) im April bei. Derzeit liegt der Ölpreis bei 55 Dollar. In diesem Jahr erwartet die Regierung einen Anstieg des Ölbedarfs um weitere 7,4 Prozent auf 6,85 Millionen Barrel je Tag.


Text: Reuters
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb
Internationaler Finanzmarktbericht
Kopfschütteln in der Londoner City
Von Bettina Schulz, London


05. Juni 2005 Die City in London war nie begeistert von der Europäischen Währungsunion, und viele Banker und Analysten haben sich jahrelang die Finger wundgeschrieben, warum das Experiment des Euro scheitern werde. Aber seit Einführung der Währung herrscht Ruhe in der City.


Um so größer war das Kopfschütteln in der Londoner Finanzbranche vergangene Woche über die Kommentare und Reaktionen, die nach dem „Non” der Franzosen und dem „Nee” der Holländer in Kontinentaleuropa zu hören waren.

„Desaster des Euro”

Daß die Franzosen und Holländer die EU-Verfassung ablehnen würden, war wochenlang vorhergesagt worden, und jeder weiß, daß die politische Krise um die weitere Integration der Europäischen Union nicht den Fortbestand der Währungsunion gefährdet. Daß es dennoch zu Volatilität an den Finanzmärkten und einer Euro-Abschwächung in den Tagen nach den Abstimmungen kommen würde, war ebenso erwartet worden.

Merkwürdig hingegen waren Berichte, Finanzminister Hans Eichel und Bundesbankpräsident Axel Weber hätten mit Volkswirten Gespräche geführt, in denen ernsthaft ein mögliches Scheitern der Währungsunion erwähnt worden sei. Noch bizarrer war der Vorschlag des - allerdings sehr euroskeptischen und populistischen - italienischen Ministers Roberto Maroni, Italien solle doch aus dem „Desaster des Euro” austreten. Maroni mag an frühere Zeiten gedacht haben, als eine Abwertung der Lira ein beliebtes Mittel war, der italienischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Aber heute? „Absurd” und „unglaublich” lauteten die Kommentare dazu nicht nur in Finanzkreisen.

Fehlendes Selbstverständnis

Leider wird man sich in diesen Wochen auf mehr politische Bemerkungen gefaßt machen müssen. Ende der Woche tagen die Finanzminister und Notenbankchefs der G8 in London. Am Rande der Tagung könnte deutlich werden, wie verzwickt die Situation in der EU ist: Frankreich tendiert zu einer protektionistischen Haltung in der EU. Deutschland befindet sich mit der Kanzlerkandidatin Angela Merkel und dem Reformwillen der CDU auf dem entgegengesetzten Kurs.

Und die Briten, die bald den EU-Vorsitz übernehmen und nach einer Lösung suchen sollen, halten nicht viel von der weiteren Integration in der EU. Solange aber ausländische Investoren nicht klar sehen können, welches Selbstverständnis sich innerhalb der EU entwickelt, lastet dies auf dem Euro.

Hilfe für den Export

Aber vielleicht kommt dies nicht ungelegen. Nichts ist derzeit bequemer als ein sinkender Euro, der es der Europäischen Zentralbank (EZB) ermöglicht, eine Zinssenkung auf absehbare Zeit zu vermeiden. Vergangene Woche sackte die Einheitswährung auf knapp 1,23 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand gegenüber dem Dollar seit acht Monaten.

Der niedrige Euro hilft dem Export und tut den Aktien gut, die trotz Kursverlusten am Freitag mit einem Plus von 2 Prozent im Dax die Woche abschlossen. Die Renditen an den Anleihemärkten fielen indessen auf ein Rekordtief: Am Freitag lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zeitweilig nur noch bei 3,21 Prozent.

EZB muß nicht handeln

Angesichts des schwächeren Euro scheint die EZB doch ihren Zinskurs leicht zu ändern. Auf der Pressekonferenz vergangene Woche wiederholte ihr Präsident Jean-Claude Trichet zumindest nicht, daß eine Zinssenkung ausgeschlossen sei, und er wiederholte auch nicht, daß der nächste Zinsschritt nur „nach oben” gehen könne. Dies haben mehrere Banken dahingehend interpretiert, daß die EZB einer Zinssenkung nicht mehr verschlossen gegenüberstehe, daß diese aber angesichts der Abwertung des Euro derzeit nicht notwendig sei.

Nach Schätzungen von CSFB entspricht die handelsgewichtete Abwertung des Euro seit März von mehr als vier Prozent in der Tat einem expansiven Zinsschritt von etwa 75 Basispunkten. Die EZB muß deshalb nicht handeln, sollten sich die wirtschaftlichen Daten nicht deutlich verschlechtern.

Ende der Zinserhöhungen?

Man fragt sich aber, ob nicht langsam alle negativen Daten, Abstimmungen und Emotionen im Wechselkurs des Euro verarbeitet sind und ob der Euro wieder drehen könnte. Bisher lag die Schwäche des Euro unter anderem an den amerikanischen Zinserhöhungen und dem immer höheren Renditeaufschlag für Anlagen am amerikanischen Markt.

Wenig Aufmerksamkeit wurde in der Aufregung um die EU-Abstimmung in der vergangenen Woche einer Rede des neuen Chefs der Notenbank von Dallas, Richard Fisher, geschenkt. Der betonte, daß nach der nächsten Zinserhöhung der Federal Reserve Ende Juni die Kette der Zinserhöhungen langsam auslaufen könnte.


Text: F.A.Z., 06.06.2005, Nr. 128 / Seite 22
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
Strategen erwarten Verschnaufpause beim Dax
Enttäuschende Konjunkturdaten sorgen kurzfristig für Eintrübung der Stimmung
von Thomas Exner

Mit beinahe schon unheimlicher Dynamik hat der Dax seinen Anstieg in den vergangenen Handelstagen fortgesetzt. Trotz der Turbulenzen um die Europäische Union und den Euro sowie teils enttäuschender Konjunkturzahlen, markierte der deutsche Leitindex scheinbar mühelos bei 4551 Punkten ein Drei-Jahres-Hoch. Doch allmählich sehen mehr und mehr Strategen die Zeit für eine Konsolidierung gekommen.


Grundsätzlich ist das für Aktien positive Umfeld zwar weiterhin intakt: Der niedrige Eurokurs eröffnet Chancen für Exporttitel, die niedrigen Renditen am Rentenmarkt erhöhen die Attraktivität der Dividendentitel und die geldpolitische Wende im Euro-Raum dürfte nach den jüngsten EZB-Äußerungen in weite Ferne gerückt sein. Mehr noch: In den USA keimen Spekulationen über ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus. Doch die Warnzeichen, die auf eine weitere Abschwächung der Konjunktur hindeuten, werden zunehmend unübersehbar. So wies der jüngste US-Arbeitsmarktbericht am Freitag nur 78 000 neue Stellen aus - selbst die Pessimisten unter den Volkswirten hatten mit 115 000 neuen Jobs gerechnet. Solche Nachrichten könnten die Wachstumsängste neu beleben und manchen Anleger in einem ohnehin überkauften Markt kurzfristig zu Gewinnmitnahmen verlocken, lautet das Kalkül vieler Beobachter. Und auch der zuletzt aus dem Blick geratene Ölpreis könnte wieder zum Belastungsfaktor werden. Denn durch den schwachen Euro ist ein neuerlicher Preisanstieg für die europäischen Märkte noch schwerer zu verdauen.


Kursrückschläge dürften sich dabei aber durchaus in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Denn in den kommenden Tagen wird es nur wenige richtungsweisende Konjunkturdaten geben. In Deutschland stehen lediglich die vorläufigen Zahlen zum Auftragseingang der Industrie und zur Industrieproduktion im April auf der Agenda (Montag beziehungsweise Dienstag); in den USA wird am Freitag die Handelsbilanz für den April präsentiert.


Mit einiger Spannung wird dagegen der Sprung aufs Parkett von MTU Aero Engines am Montag erwartet. Ein erfolgreicher Börsengang könne positiv auf andere Maschinenbau- und Exporttitel wirken, heißt es. Daneben gibt es aber auch eine ganze Reihe von Hauptversammlungen (unter anderem bei Jenoptik, MG Technologies, AWD, Linde und Freenet) und die Lufthansa legt am Donnerstag Verkehrszahlen für den Mai vor. Eine größere Ausstrahlungskraft wird allerdings den anstehenden Unternehmensberichten zur Quartalsmitte zugebilligt. In den nächsten Tagen warten unter anderem Motorola, Texas Instruments und Intel mit ersten Aussagen zur Geschäftsentwicklung auf. Sollte es zu Enttäuschungen kommen, dürfte dies den Technologiesektor insgesamt bewegen.


Artikel erschienen am Mo, 6. Juni 2005
Textilstreit: USA drohen mit politischen Konsequenzen
Peking - Die USA haben China im Handelsstreit um die Einfuhr billiger Textilien mit politischen Konsequenzen gedroht. Falls China in dem Konflikt nicht einlenke, könnten die gemeinsamen Beziehungen Schaden nehmen, sagte US-Handelsminister Carlos Gutierrez vor einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Bo Xilai in Peking. Er wolle Bo auch auffordern, schärfer gegen Produktpiraterie vorzugehen. Es ist Gutierrez` erster Besuch in China.


Die USA und die EU verhängten im Mai neue Einfuhrquoten für billige T-Shirts, Hosen und Unterwäsche aus Fernost. China widerrief daraufhin eigene Pläne für eine deutliche Anhebung der Exportzölle auf Textilien, mit denen EU und USA besänftigt werden sollten. Die EU hatte in dem Streit vor gut einer Woche die Welthandelsorganisation WTO angerufen. Sie will die Einfuhr dieser Produkte nur noch um 7,5 Prozent jährlich steigen lassen. Das weltweite Quotensystem, das den Textilhandel bisher geregelt hatte, war im Januar abgelaufen. Danach stiegen Chinas Exporte stark. AP




Artikel erschienen am Mo, 6. Juni 2005
Der billige EURO gibts, das teure ÖL nimmts - MTU-Börsengang, Siemens Handy-Sparte & HVB-Verkauf im Fokus [06.06.2005 - 06:47]


Nach den jüngsten Rekorden wichtiger Indizes rechnen viele Börsianer mit einer Verschnaufpause am deutschen Aktienmarkt. Das Doppel-Nein - "Non und Nee" - stürzte den Euro in die Tiefe und zog den DAX in die Höhe, den MDAX auf noch nie dagewesenes Niveau. Der Dollar bremst gleich zu Beginn der Woche mit einem Anstieg über die 55 Dollar-Marke die Aktienmärkte in Asien aus. Die Vorgaben von der Wall Street belasten ebenfalls.




Die Luft für die Euro- & Polit-Hausse ist dünn geworden. Schröders Coup mit den vorgezogenen Neuwahlen im September erspart weitere 18 Monate Reformstillstand. Ausländische Investoren greifen vermehrt bei deutschen Werten zu. Die Macht ausländischen Kapitals haben die Deutsche Börse und am Freitag IWKA zu spüren bekommen. Die jeweiligen Vorstandschefs mussten gehen.

Vom schwachen Euro profitierten vor allem exportorientierte Unternehmen wie VW, BMW, MAN und Bayer. Auch Linde (648300) machte einen starken Eindruck. Hier sorgen anhaltende Spekulationen um eine mögliche Zerschlagung des Unternehmens für Phantasie, - techn. Gase und Gabelstapler. MAN (593700) gehört ebenfalls zu den Kandidaten, denen eine Zerschlagung prophezeit wird.



Der gebeutelte Münchener Chiphersteller Infineon (623100) witterte Morgenluft. Infineon wird die Chips für die neuen deutschen Reisepässe mit biometrischen Daten liefern. Zudem beginnt Infineon früher als geplant mit der Serienfertigung von Speicherchips mit einer kleineren als bislang üblichen Chipstruktur. Beflügelt von diesen beiden Meldungen setzt sich das Infineon-Papier mit einem Wochenplus von 4,31 % auf 7,44 Euro an die Spitze der Wochengewinner.

Verlierer der Woche bei den DAX-Werten war Altana (760080). Analysten von Goldman Sachs befürchten, dass sich die Markteinführung wichtiger Medikamente verschieben wird. Folglich wurden die Gewinnschätzungen für 2005 nach unten revidiert.

Im Blickpunkt steht die Entwicklung des Euro, dessen jüngste Schwäche vor allem exportorientierte Werte beflügelt hatte. Eine Menge Gesprächsstoff wird es beim erste Treffen der EU-Finanzminister nach den gescheiterten Referenden geben.



Mit Spannung wird der für Montag geplante Börsengang von MTU Aero Engines (A0D9PT) erwartet. Finanzkreisen zufolge sind die Aktien des Triebwerksherstellers mehrfach überzeichnet. Ein erfolgreicher Börsengang könnte sich positiv auf die Titel von Maschinen- und Exportunternehmen auswirken. Der vierte Börsengang in diesem Jahr in Deutschland könnte die Papiere in den MDax führen. (Mehr zum Börsengang .........)

DaimlerChrysler (710000) wird gegen Mittag eine Pressekonferenz zur neuen Strategie der defizitären Kleinwagenmarke Smart abgeben.

Die Vodafone (875999)-Festnetztochter Arcor hält um 11 Uhr ihre Bilanz-Pressekonferenz ab, der Bekleidungsspezialist C&A um 10 Uhr in Düsseldorf.

Mitte April kündigte der US-Sportartikelhersteller Quicksilver (ZQK) die Übernahme des Skiproduzenten Rossignol an. Anleger erwarten einen Gewinn von 27 Cents je Aktie nach 47 Cents je Aktie vor einem Kahr. Net2Phone (924712) (NTOP) hat Analystenschätzungen zufolge den Verlust von letztjährigen 4 Cents auf 9 Cents je Aktie verdoppelt, bei Umsätzen von 21,4 Mio. Dollar.

Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Ergebnis der Internetholding CMGI (898138) (CMGI). Im letzten Jahr musste der einstige Highflyer ein Minus von 1 Cent je Aktie verkraften. Am Freitag gingen Anleger schon einmal in Deckung und sorgten für ein Minus von 7,11 % auf 2,22 Dollar.

Der Nikkei gibt nach, nachdem der Ölpreis wieder über die 55 Dollar je Barrell gestiegen ist. Zudem befindet sich in der Jobmaschine der USA Sand im Getriebe. Besonders Exportwerte wie Honda oder Sony geben nach.

Honda Motor (853226), die Nummer 3 unter den japanischen Autoherstellern, verliert 1,5 % auf 5.290 Yen, Nissan Motor (853686) 1,1 % auf 1.063 Yen.

Sony (853687) büßt 1 % auf 3.930 Yen ein, Chipausrüster Tokyo Electron (865510) 1,8 % auf 5.900 Yen. Advantest (868805) gibt 1,2 % auf 8.070 Yen ab.

Öl- und Rohstoffwerte können hingegen zulegen. Inpex, Japans größter Ölförderfirma, steigt um 1,1 % auf 558.000 Yen, Japan Petroleum um 2,4 % auf 4.340 Yen. AOC Holdings um 2,2 % auf 1.551 Yen. Nippon Mining & Metals verteuert sich um 1,8 % auf 625 Yen, Sumitomo Metal Mining (859470) um 2,1 % auf 735 Yen.

Mit 2,2 % auf 512.000 Yen kann KDDI (887603), Japans zweitgrößter Mobilfunkprovider, deutlich zulegen. Die Analysten von Mizuho Securities haben den Wert von "reduce" auf "buy" hoch gestuft.

Die Kosmetikfirma Fancl klettert um 5,5 % auf 4.210 Yen, nachdem die Analysten von Nomura Securities den Salbenhersteller von "neutral" auf "buy" hoch gestuft haben.

++++ Termine ++++ Hauptversammlungen ++++ Konjunkturdaten ++++ weltweit ++++

+++ BILANZ der VORWOCHE- DAX auf 3-Jahres-Hoch - MDAX auf ALLZEITHOCH

+ Der DAX gewann 1,28 %* auf 4.499 Pt (+ 5,72%)**
+ Der MDAX stieg um 1,06 % auf 5.993 Pt (+11,50%)
+ Der TecDAX legte 0,97 % auf 533 Pt zu (+2,66%)

+ Der ATX Österreichs kletterte um 2,24 % auf 2.822 Pt (+16,09%)
+ Ostphantasie trieb den BUX Ungarns um 4,13 % auf 17.631 Pt. (+19,60%)

- Der Dow Jones verlor 0,77 % auf 10.460 Pt (-2,99%)
- Die NASDAQ gab 0,21 % auf 2.071Pt. ab (-4,78%)

+ Der NIKKEI erholte sich um 0,96% auf 11.300 Pt. (- 1,64%)
+ Der SETI Thailands legte 1,99 % auf 676 Pt zu (+1,29 %)

- Der Euro verbilligte sich um 2,89 % auf 1,22 Dollar (-10,34%)
+ Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 3,80 % auf 51,30 Dollar je Barrel (159 l). (+30,90%)



+++ LÖSUNG für HANDY-SPARTE von SIEMENS?
Was lange währt, wird endlich gut? Die Optionen hießen: Sanieren, liquidieren oder kooperieren. Nun kommt doch Letzteres zum Zuge. Denn Siemens hat nach langer und mühsamer Suche offenbar endlich einen Partner für seine verlustreiche Handysparte gefunden. Einem Zeitungsbericht zufolge soll mit einem asiatischen Hersteller - Name bisher unbekannt - ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Täglich macht die Handysparte mehr als eine Million Euro Miese. (Mehr dazu ...)

+++ APPLE mit INTEL inside?
Für eingefleischte Mac-Fans wäre es blanker Hohn. Aber nach US-Medienberichten will Apple Computer (865985) tatsächlich schon bald Intel (855681)-Prozessoren statt der bisherigen PowerPC-Chips von IBM in Mac-Rechner einbauen.Nach Informationen der amerikanischen IT-Newssite Cnet.com plant Apple tatsächlich den Umstieg auf Intel-Prozessoren.

Die PowerPC-Chips von IBM (851399), seit 1994 in Macs im Einsatz, sollen demnach schrittweise abgelöst werden. Angeblich sollen die Mac minis schon Mitte 2006 mit Intel-Prozessoren rechnen, High-End-Geräte wie der Power Mac folgen Mitte 2007.

Steve Jobs hatte bisher seine Rechner - Marktanteil 2% - auch damit beworben, dass PowerPC-Prozessoren schneller und leistungsfähiger seien als jene von Intel.

IBM würde mit Apple zwar einen wichtigen Kunden verlieren, könnte dies aber wahrscheinlich durch seine Verträge mit Sony, Microsoft und Nintendo mehr als kompensieren. IBM stattet die neuen Spielkonsolen mit Prozessoren aus.




+++ Siegeszug der PS II
IBM wird seine Chips u.a. für Sonys Playstation III liefern. Zuerst aber feiert Sony (853687) seinen Dauerbrenner PS II, der allerdings schon Staub angesetzt hat. Sony hat bis 2. Juni weltweit insgesamt 90 Mio. Exemplare seiner Playstation 2 ausgeliefert. Die Spielkonsole wurde erstmals am 4. März 2000 in Japan verkauft. Dort allein hat Sony die zweite Generation der Playstation 21 Mio. Mal ausgeliefert, in Nordamerika 36,5 Mio. und in Europa 32,5 Mio. Mal. Für die PS II gibt es mittlerweile mehr als 5000 Spieletitel. Von diesen seien 800 Mio. Exemplare unter die Leute gebracht worden.

+++ ePass - "Zu früh, zu teuer und zu unsicher!"
Am 1. November beginnt in Deutschland die Einführung von Pässen mit auf RFID-Chips gespeicherten biometrischen Merkmalen. Kritisiert wird daran, dass es bisher noch kein Sicherheitskonzept zum Schutz der in einem Funkchip gespeicherten Daten gebe. Biometrische Identifikationsverfahren würden immer noch hohe Falscherkennungsraten aufweisen und seien oft mit einfachsten Mitteln zu überwinden. Lieferant der Chips sind Infineon (623100) und Philips Electronics (922241).

Der Passchip wird zunächst nur ein digitales Passbild aufnehmen, für das bei der Antragstellung ein frontal aufgenommenes Foto vorgelegt werden muss. Später soll der Fingerabdruck hinzukommen, und als drittes Merkmal könnte der Iris-Scan auch noch in den Chip aufgenommen werden.

Die Gebühr von voraussichtlich 59 Euro ist mehr als doppelt so hoch wie derzeit mit 23 Euro. Dennoch: Deutschland bietet die Ausweise billiger an als beispielsweise Großbritannien. Dort verlangt man 103 Euro.







+++ JESUS CHRIST SUPERSTAR - Don´t Super Size Me .... Please!
Abspecken im Namen des Herrn; Gott als Weight Watcher! Nicht "Nordic Walking", sondern "Desert Walking" ist angesagt, beschwingt auf einem Stock durch die Wüste und nicht mit deren zwei durch den Englischen Garten! Die Urheberrechte für das Nordic Walking können Moses, Jesus und seine Stellvertreter Ratzinger & Co beanspruchen. In Begleitung von Diäten und Fitnessprogrammen, die sich auf die Bibel stützen, wandert der zu fette Christ 40 Tage durch die Wüste, Entschlackung inklusive, von Manna ernährt und gleichzeitig ein paar Heuschrecken verzehrt. (Mehr dazu ......)
WOCHENAUSBLICK - OEL, EURO & INTEL zerren am DAX
Erstmals seit drei Jahren stieg der Dax letzte Woche über die Marke von 4500 Punkten. Trotz Verluste am Freitag verteidigte der Leitindex diesen Stand. Der MDAX kletterte zum ersten Mal in seiner Geschichte über die 6.000er-Marke. Nach der Rekordfahrt der letzten Wochen erwarten die meisten Analysten für die kommende Woche eine Konsolidierung. Super-Optmisten sehen sogar schon die 5000er-Marke in greifbarer Nähe. Dagegen spricht die Ölpreis-Entwicklung: Für ein Fass des schwarzen Golds müssen am Montag Morgen in Asien bereits wieder etwas mehr als 55 Dollar je Barrell bezahlt werden.


Im Mittelpunkt steht erneut die Entwicklung des Euro, dessen jüngste Schwäche vor allem exportorientierte Werte beflügelt hatte. In der letzten Woche hatte die Gemeinschaftswährung rund drei Cents auf knapp 1,23 Dollar verloren und damit auf die Ablehnung des EU-Verfassungsentwurfs in Frankreich und den Niederlanden reagiert.

Unternehmensdaten sind dünn gesät, vor allem Hauptversammlungen stehen an. Von daher sind nur wenig Impulse zu erwarten. Das Mid-Quarter-Update des weltgrößten Chipherstellers Intel am Donnerstag wird Signale setzen.

Am Montag wird das erste Treffen der EU-Finanzminister nach den gescheiterten Referenden im Blick stehen. Am Dienstag das OPEC-Treffen und Freitag die US-Handelsbilanz.

Mit Spannung wird in der kommenden Handelswoche der für Montag geplante Börsengang von MTU Aero Engines (A0D9PT) erwartet. Finanzkreisen zufolge sind die Aktien des Triebwerksherstellers mehrfach überzeichnet und werden zu 21 Euro ins Depot eingebucht. Ein erfolgreicher Börsengang könnte sich positiv auf die Titel von Maschinen- und Exportunternehmen auswirken. Der vierte Börsengang in diesem Jahr in Deutschland könnte die Papiere in den MDax führen.

Mitte April kündigte der US-Sportartikelhersteller Quicksilver (ZQK) die Übernahme des Skiproduzenten Rossignol an. Anleger erwarten einen Gewinn von 27 Cents je Aktie nach 47 Cents je Aktie vor einem Kahr. Net2Phone (NTOP) hat Analystenschätzungen zufolge den Verlust von letztjährigen 4 Cents auf 9 Cents je Aktie verdoppelt, bei Umsätzen von 21,4 Mio. Dollar.

Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Ergebnis der Internetholding CMGI (898138) (CMGI). Im letzten Jahr musste der einstige Highflyer ein Minus von 1 Cent je Aktie verkraften. Am Freitag gingen Anleger schon einmal in Deckung und sorgten für ein Minus von 7,11 % auf 2,22 Dollar.


Am Dienstag haben Jenoptik (622910), mg technologies (660200) und Jungheinrich (621993) zur Hauptversammlung geladen. Der weltweit größte Automobilhersteller General Motors wird seinen Aktionäre auf der HV das vergangene Jahr erklären und einen Blick in die Zukunft wagen.

Bei Heidelberger Druckmaschinen (731400) steht die Bilanz für das vergangene Jahr auf dem Programm. Siemens wird Mediengerüchten zufolge das Geheimnis lüften, welcher asiatische Partner Interesse an der defizitären Handy-Sparte gefunden hat.

Albertson´s (ABS) und Dave & Buster´s (DAB) werden an der Wall Street mit ihren Zahlen für das abgelaufene Quartal um Aufmerksamkeit kämpfen.


Am Mittwoch stehen bei Linde (648300), AWD Holding (508590), GPC Biotech (585150) sowie Pfeiffer Vacuum (691660) die Hauptversammlungen an.

Von der US-Steuerberaterkette H&R Block (HRB) erwarten Anleger für das 4. Quartal einen Gewinn von 3,52 Dollar je Aktie nach 3,23 Dollar im letzten Jahr. Beim angeschlagenen Kofferhersteller Samsonite (898633) gibt es wahrscheinlich erneut Verluste in Höhe von 1 Cent je Aktie.

Lenovo, der chinesische Computerriese, der sich jüngst die PC-Sparte von IBM einverleibt hat, wird heute seine Zahlen für das 4. Quartal 2004 vorlegen.


Am Donnerstag erwarten die Anleger von WCM (780100) Neuigkeiten zur Fusionen und Re-Integration. Kuvertier-Spezialist Böwe Systec hat seine Aktionäre nach Augsburg zur HV geladen. Thomas Cook zieht Zwischenbilanz 2004/05, während die Deutsche Lufthansa Verkehrszahlen für Mai vorlegt.

Das Mid-Quarter-Update von Intel (855681) wird die Technologiebranche bewegen. Vielleicht gibt es Neuigkeiten zu Gerüchten, die von einerneuen Allianz zwischen Intel & Apple berichten.

Chiphersteller National Semiconductor (NSM) hat wahrscheinlich seinen Gewinn von letztjährigen 32 Cents je Aktie auf 22 Cents je Aktie reduziert, bei Umsätzen von 465 Mio. Dollar. Außerdem sind noch die Zahlen von und Toys R Us (TOY) (erw. minus 3 Cents EPS), Finisar (929098) (FNSR), Luby´s (LUB) und Shuffle Master (SHFL) in der Pipeline.


Am Freitag haben Medizin- und Sicherheitstechniker Drägerwerk (555063), Biotechwert MediGene (502090), Windanlagenbauer Nordex (A0D655) und Highlight Communications (920305) zur HV geladen.

An der Wall Street gibt es Zahlen von Polo Ralph Lauren (907113) (RL). Bei Umsätzen von 859 Mio. Dollar sollte das Unternehmen einen Gewinn von 80 Cents je Aktie eingefahren haben, einen Cent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres.



Entgegen der an dieser Stelle geäusserten Erwartung knackte der DAX in der Vorwoche sogar die Marke von 4500 Punkten und verteidigte diese bis zum Wochenschluss. Trotz der am Freitag einsetzenden Gewinnmitnahmen stand so ein Wochenplus von 65 Zählern bzw. 1,5 Prozent zu Buche.

Im Schaubild auf Wochenbasis notiert der Index nun sowohl oberhalb der Widerstandslinie bei 4500 als auch über dem oberen Bollinger Band. Während der Anstieg über 4500 Zähler positiv zu werten ist und weiteres Aufwärtspotenzial freisetzt, legen die Bollinger Bänder nun eher eine Korrektur nahe. Rutscht die Notierung dabei unter die Marke von 4500 Zählern zurück, steht einer Korrektur auch charttechnisch nichts mehr im Weg.





Auf einen Rücksetzer deutet auch die schwarze Kerze vom Freitag im unteren Tageschart hin. Nächste Unterstützung ist hier die horizontale Linie bei 4435 Zählern, die sich vom Märzhoch ableiten lässt. Sollte der DAX auch unter diesen Support fallen, müssten sogar schnell mehr als 100 weitere Punkte Rückgang einkalkuliert werden. Von Seite der Indikatoren geht jedoch noch immer kein Signal für fallende Notierungen aus, dies dürfte aber bei am Montag bröckelnden Kursen dann der Fall sein.

Mit dem Sprung über 4435 und sogar 4500 Zähler ist die Chartsituation beim DAX zunächst freundlich. Dieses Bild trübt sich aber bei einem Rückgang unter diese Marken schnell wieder ein, weshalb Vorsicht angesagt ist. Setzt sich die positive Tendenz in der neuen Woche fort, sollten die Kurse auch mittelfristig weiter steigen. Geben die Blue Chips dagegen nach, dürfte dies der Startschuss für die fast schon überfällige Korrektur sein.

Dow Jones/vwd
Aktien Hongkong mittags im Sog von US-Börsen knapp behauptet
Montag 6. Juni 2005, 07:25 Uhr

Aktienkurse
HSI Services Ltd




HONGKONG (Dow Jones-VWD)--Nach schwachen Vorgaben von Wall Street zeigt sich am Montagmittag (Ortszeit) die Börse in Hongkong knapp behauptet. Der HSI verliert 0,1% bzw 12 Punkte auf 13.806. Allerdings hat sich der Index wieder von seinen Tiefstständen gelöst. Beobachter machen einen kräftige Unterstützung bei 13.700 Punkten aus. China Mobile geben 0,7% auf 28,15 HKD nach. Hutchison verlieren 0,4% auf 68,50 HKD. HSBC reduzieren sich um 0,4% auf 123,50 HKD. (ENDE) Dow Jones Newswires/6.6.2005/ps
Internationaler Finanzmarktbericht
Kopfschütteln in der Londoner City
Von Bettina Schulz, London


05. Juni 2005 Die City in London war nie begeistert von der Europäischen Währungsunion, und viele Banker und Analysten haben sich jahrelang die Finger wundgeschrieben, warum das Experiment des Euro scheitern werde. Aber seit Einführung der Währung herrscht Ruhe in der City.


Um so größer war das Kopfschütteln in der Londoner Finanzbranche vergangene Woche über die Kommentare und Reaktionen, die nach dem „Non” der Franzosen und dem „Nee” der Holländer in Kontinentaleuropa zu hören waren.

„Desaster des Euro”

Daß die Franzosen und Holländer die EU-Verfassung ablehnen würden, war wochenlang vorhergesagt worden, und jeder weiß, daß die politische Krise um die weitere Integration der Europäischen Union nicht den Fortbestand der Währungsunion gefährdet. Daß es dennoch zu Volatilität an den Finanzmärkten und einer Euro-Abschwächung in den Tagen nach den Abstimmungen kommen würde, war ebenso erwartet worden.

Merkwürdig hingegen waren Berichte, Finanzminister Hans Eichel und Bundesbankpräsident Axel Weber hätten mit Volkswirten Gespräche geführt, in denen ernsthaft ein mögliches Scheitern der Währungsunion erwähnt worden sei. Noch bizarrer war der Vorschlag des - allerdings sehr euroskeptischen und populistischen - italienischen Ministers Roberto Maroni, Italien solle doch aus dem „Desaster des Euro” austreten. Maroni mag an frühere Zeiten gedacht haben, als eine Abwertung der Lira ein beliebtes Mittel war, der italienischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Aber heute? „Absurd” und „unglaublich” lauteten die Kommentare dazu nicht nur in Finanzkreisen.

Fehlendes Selbstverständnis

Leider wird man sich in diesen Wochen auf mehr politische Bemerkungen gefaßt machen müssen. Ende der Woche tagen die Finanzminister und Notenbankchefs der G8 in London. Am Rande der Tagung könnte deutlich werden, wie verzwickt die Situation in der EU ist: Frankreich tendiert zu einer protektionistischen Haltung in der EU. Deutschland befindet sich mit der Kanzlerkandidatin Angela Merkel und dem Reformwillen der CDU auf dem entgegengesetzten Kurs.

Und die Briten, die bald den EU-Vorsitz übernehmen und nach einer Lösung suchen sollen, halten nicht viel von der weiteren Integration in der EU. Solange aber ausländische Investoren nicht klar sehen können, welches Selbstverständnis sich innerhalb der EU entwickelt, lastet dies auf dem Euro.

Hilfe für den Export

Aber vielleicht kommt dies nicht ungelegen. Nichts ist derzeit bequemer als ein sinkender Euro, der es der Europäischen Zentralbank (EZB) ermöglicht, eine Zinssenkung auf absehbare Zeit zu vermeiden. Vergangene Woche sackte die Einheitswährung auf knapp 1,23 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand gegenüber dem Dollar seit acht Monaten.

Der niedrige Euro hilft dem Export und tut den Aktien gut, die trotz Kursverlusten am Freitag mit einem Plus von 2 Prozent im Dax die Woche abschlossen. Die Renditen an den Anleihemärkten fielen indessen auf ein Rekordtief: Am Freitag lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zeitweilig nur noch bei 3,21 Prozent.

EZB muß nicht handeln

Angesichts des schwächeren Euro scheint die EZB doch ihren Zinskurs leicht zu ändern. Auf der Pressekonferenz vergangene Woche wiederholte ihr Präsident Jean-Claude Trichet zumindest nicht, daß eine Zinssenkung ausgeschlossen sei, und er wiederholte auch nicht, daß der nächste Zinsschritt nur „nach oben” gehen könne. Dies haben mehrere Banken dahingehend interpretiert, daß die EZB einer Zinssenkung nicht mehr verschlossen gegenüberstehe, daß diese aber angesichts der Abwertung des Euro derzeit nicht notwendig sei.

Nach Schätzungen von CSFB entspricht die handelsgewichtete Abwertung des Euro seit März von mehr als vier Prozent in der Tat einem expansiven Zinsschritt von etwa 75 Basispunkten. Die EZB muß deshalb nicht handeln, sollten sich die wirtschaftlichen Daten nicht deutlich verschlechtern.

Ende der Zinserhöhungen?

Man fragt sich aber, ob nicht langsam alle negativen Daten, Abstimmungen und Emotionen im Wechselkurs des Euro verarbeitet sind und ob der Euro wieder drehen könnte. Bisher lag die Schwäche des Euro unter anderem an den amerikanischen Zinserhöhungen und dem immer höheren Renditeaufschlag für Anlagen am amerikanischen Markt.

Wenig Aufmerksamkeit wurde in der Aufregung um die EU-Abstimmung in der vergangenen Woche einer Rede des neuen Chefs der Notenbank von Dallas, Richard Fisher, geschenkt. Der betonte, daß nach der nächsten Zinserhöhung der Federal Reserve Ende Juni die Kette der Zinserhöhungen langsam auslaufen könnte.


Text: F.A.Z., 06.06.2005, Nr. 128 / Seite 22
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
finanzen.net
Ausblick: Die Märkte am Montag
Montag 6. Juni 2005, 08:25 Uhr




Der Deutsche Aktienindex musste am Freitag mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel gehen. Nach einem freundlichen Handelsbeginn gaben die Standardwerte im Tagesverlauf immer mehr nach. Besonders die schwachen US-Arbeitsmarktdaten sorgten für deutlich schlechtere Stimmung. Daneben wirkte sich aber auch die anhaltende Diskussion um den schwächelnden Euro negativ auf den Markt aus. Der DAX30 schloss mit einem Minus von 0,48 Prozent bei 4.510,39 Zählern (LDAX: 4.499,47 Punkte -0,72 Prozent). Der MDAX ANZEIGE

gewann 0,21 Prozent auf 5.993,75 Punkte.
Die DAX-Werte notierten am Abend weitgehend schwächer. An der Spitze des deutschen Leitindex notierten die Aktien von Deutsche Post (Xetra: 555200.DE - Nachrichten - Forum) , Continental und Infineon (Xetra: 623100.DE - Nachrichten - Forum) mit kräftigen Zugewinnen. Am Ende des Index standen die Papiere von Deutsche Bank (Xetra: 514000.DE - Nachrichten - Forum) , RWE (Xetra: 703712.DE - Nachrichten - Forum) , BMW (Xetra: 519000.DE - Nachrichten - Forum) , Münchener Rück und Commerzbank (Xetra: 803200.DE - Nachrichten - Forum) , die über 1 Prozent nachgaben.

Bei den Mid- und SmallCaps herrschte dagegen weitgehend freundliche Stimmung. Im MDAX dominierten am Freitag die Nachrichten bei IWKA (Xetra: 620440.DE - Nachrichten - Forum) das Geschehen. Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Fahr und den Querelen auf der Hauptversammlung legte die Aktie fast 2,3 Prozent zu. Der MidCap-Index notierte zwischenzeitlich auf einem neuen Allzeit-Hoch bei 6.002,46 Zählern.

Der Markt heute:

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit einem Minus in den Handel starten. Die Deutsche Bank erwartet eine DAX (Xetra: Nachrichten) -Eröffnung bei 4.506 Punkten, Lang & Schwarz rechnet zu Handelsbeginn mit 4.510 Punkten und HSBC Trinkaus & Burkhardt (Xetra: 811510.DE - Nachrichten) sieht den DAX bei 4.505 Zählern.

Konjunktur- und Wirtschaftstermine:

In Deutschland wird heute der Auftragseingang für April bekannt gegeben. In Kanada werden die Baugenehmigungen für April veröffentlicht.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen bei der CMGI Inc (NASDAQ: CMGI - Nachrichten) . und der Net2Phone Inc (NASDAQ: NTOP - Nachrichten) . an.

Die US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag im Minus. Während der Dow Jones (Nachrichten) um 0,88 Prozent auf 10.460 Punkte zurückging, fiel die NASDAQ (NASDAQ: Nachrichten) um 1,26 Prozent auf 2.071 Zähler. Die Futures notieren aktuell unverändert. Gegen 08:15 Uhr tendiert der NASDAQ-Future (London: FUTR.L - Nachrichten) bei 1.551 Punkten (0,00 Prozent) und der S&P Future bei 1.198 Zählern (0,00 Prozent).

Devisen und Rohstoffe:

Gold: 423,55 Dollar; Brent Oil: 52,14 Dollar; Euro: 1,2265 Dollar

Wichtige Meldungen:

Das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, veröffentlichte in Washington einen Rückgang der Geschäftsaktivitäten des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes im Mai 2005. Der ISM-Service-Index verringerte sich demnach auf 58,5 Zähler, nach 61,7 Zähler im Vormonat. Volkswirte hatten durchschnittlich nur mit einem Rückgang auf 60,0 Punkte gerechnet.

Der Automobilkonzern DaimlerChrysler AG erwägt Presseangaben zufolge einen Verkauf seines nicht zum Kerngeschäft gehörenden Immobilienbesitzes. Wie das "manager magazin" bereits am Donnerstag berichtete, äußerte sich diesbezüglich der Vorstand Rüdiger Grube auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt: "Unser gesamter Immobilien-Besitz wird überprüft", wird Grube zitiert. In der Bilanz wird der Wert des gesamten Immobilienbestands von DaimlerChrysler (Xetra: 710000.DE - Nachrichten - Forum) mit 20,99 Mrd. Euro angegeben.

Der weltgrößte Automobilhersteller General Motors Corp. wird 291.652 Fahrzeuge der Marke Saturn in den USA wegen defekter Rückleuchten zurückrufen. Dies teilte die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) am Freitag mit. Bei den Fahrzeugen handelt es sich laut der Verkehrsbehörde um Limousinen und Touring-Modelle der Serie L, die von 2000 bis 2004 gebaut wurden. Es könnte demnach bei passieren, dass sich das Plastikgehäuse um die Bremsleuchte verform, was wiederum zum Ausfall der Leuchte führen kann.

Die Fluglinie British Airways plc verbuchte im Mai einen leichten Anstieg der Passagierzahlen. Wie die Fluggesellschaft am Freitag bekannt gab, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 3,023 Millionen Fluggäste befördert, nachdem die Zahl der Passagiere in der Vorjahresperiode bei 3,021 Millionen lag. Die angebotenen Sitzkilometer erhöhten sich von 12,226 Milliarden auf 12,344 Milliarden, während die Zahl der verkauften Sitzkilometer von 8,758 Milliarden auf 9,037 Milliarden gesteigert werden konnte. Daraus resultiert eine Verbesserung des Sitzladefaktors von 71,6 Prozent auf 73,2 Prozent.

Delta Air Lines Inc (NYSE: DAL - Nachrichten) ., die drittgrößte amerikanische Fluggesellschaft, veröffentlichte am Freitag ihre Verkehrszahlen für den Monat Mai 2005. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg die Zahl der Revenue Passenger Miles um 9,4 Prozent auf 10,53 Milliarden. Die Sitzauslastung (Load Factor) verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozentpunkte auf 76,3 Prozent.
finanzen.net
Teva warnt vor geringerem Gewinn im zweiten Quartal
Montag 6. Juni 2005, 09:36 Uhr


Aktienkurse
Teva Pharmaceutical ...
TEVA
33.14
0.00


NASDAQ Stock Exchang...




Die israelische Teva Pharmaceutical Industries Ltd (NASDAQ: TEVA - Nachrichten) ., der weltgrößte Hersteller von Generika-Produkten, teilte am Sonntag mit, dass ihr EPS-Ergebnis im zweiten Quartal voraussichtlich um rund 4 Cents geringer ausfallen wird. Dem voraus ging eine gerichtliche Entscheidung, welche die Markteinführung eines generischen Antibiotikums verzögern wird.
Im Februar hatte ANZEIGE

der Konzern bekannt gegeben, dass er für die ersten drei Quartale des Jahres 2005 einen Gewinn pro Aktie von je 36-41 Cents erwartet, wobei das EPS-Ergebnis im letzten Quartal 2005 noch höher ausfallen sollte. Analysten gingen für das laufende zweite Quartal zuletzt von einem EPS-Ergebnis von 39 Cents aus.

Wie Teva-CFO Dan Suesskind mitteilte, hält der Konzern trotz der jüngsten Warnung an seiner Jahresprognose fest, die einen Gewinn von 1,56-1,63 Dollar pro Aktie vorsieht.

Die Aktie von Teva Pharmaceutical Industries schloss am Freitag an der NASDAQ (NASDAQ: Nachrichten) bei 33,14 Dollar (-1,87 Prozent).
06.06.2005 - 14:10
Aareal Bank verkauft notleidende Kredite



Die Aareal Bank AG hat ein Portfolio von leistungsgestörten Krediten (Non Performing Loans) im Gesamtvolumen von rund 690 Mio. Euro an Lone Star verkauft. Dies teilte der Immobilienfinanzierer heute mit. Darin sind 107 Mio. Euro Zinsen und Gebühren enthalten. Die Aareal Bank reduziert durch die Transaktion das Volumen ihrer Non Performing Loans um mehr als 20 %.

Bei dem Portfolioverkauf handelt es sich um einen so genannten "True Sale". Demnach hat die Bank die bereits gekündigten Kreditforderungen mitsamt den dazugehörigen Sicherheiten an den Investor verkauft. Es verbleiben somit keine Restrisiken bei der Bank. Die Transaktion soll bis Ende Juli 2005 abgeschlossen sein.

Lone Star übernimmt im Rahmen der Transaktion rund 578 Darlehen für 261 Objekte. Dabei handelt es sich ausschließlich um Not leidende Engagements in Deutschland. Das Portfolio besteht zur Hälfte aus gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Finanzierungen.

Durch die Transaktion entsteht nach Angaben der Aareal Bank keine Belastung des Jahresergebnisses.
06.06.2005 - 09:50
Tor für Zinssenkungen offen?



EZB Ratsmitglied Otmar Issing hat ggü. dem Handelsblatt eingeräumt, daß die derzeitige geldpolitische Strategie eine weitere Zinssenkung nicht ausschließt. Die EZB schätze die Inflationssorgen jetzt geringer und die Wachstumsaussichten schlechter ein als noch im November. Für uns kommt diese Äußerung nicht überraschend. Sollte die EZB ihr derzeitiges Szenario einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr nicht mehr aufrecht erhalten können, dann dürfte eine Zinssenkung die Konsequenz sein, um das Wachstum zu stimulieren. Mit einem solchen Schritt ist u. E. erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen.

Mehr Schwung im Dienstleistungsbereich: Unerwartet hat sich der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe im Mai befestigen können. Er stieg von 52,8 auf 53,5 Punkte und deutet damit auf eine Belebung der Wirtschaftstätigkeit außerhalb des verarbeitendes Gewerbes hin. Das Wachstum reicht aber gerade aus, die Beschäftigung aufrecht zu erhalten. Aus den rückläufigen Verkaufspreisen schließen wir, daß die Marktverhältnisse weiterhin recht schwierig sind, aber andererseits keine Gefahren für die Preisstabilität bestehen. Auch die Geschäftsaussichten werden wieder optimistischer eingeschätzt. In Deutschland fiel der Anstieg des Index mit 1,3 Punkten auf 52,6 deutlicher aus als in der Eurozone, die Dynamik hinkt aber noch leicht hinter dem Durchschnitt her. Enttäuschend ist auch, daß weiterhin Druck auf die Beschäftigung besteht.

Enttäuschende US Arbeitsmarktdaten: Deutlich weniger Stellen als erwartet konnte die US Wirtschaft im Mai schaffen. Nach 274.000 im April lag der Zuwachs bei 78.000. In den ersten fünf Monaten wurden 898.000 Stellen geschaffen ggü. 1,118 Mio im entsprechenden Zeitraum 2004. Die unerwartet schwachen Daten stärken die Ansicht, daß die US Notenbank schon bald eine Zinspause einlegen könnte. Auch die über Erwarten deutliche Abschwächung des ISM Non Manufacturing von 61,7 auf 58,5 Punkte deutet in diese Richtung. Am Donnerstag wird sich Fed Chef Greenspan zur Wirtschaftslage in den USA äußern. Vielleicht wird man hier mehr Klarheit bekommen.

Ungeliebter Euro: Auch die jüngsten US Arbeitsmarktdaten konnten kein Gegengewicht zu dem negativen Euro Sentiment bilden. Wenig hilfreich waren auch die Äußerungen aus Italien, wonach die Rückkehr zur Lira eine Alternative wäre. Dies ist nicht ausgedacht und wäre ökonomischer Selbstmord für das Land. Der aufgebaute Euro Pessimismus dürfte in naher Zukunft das bestimmende Element für die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung bleiben. Erst wenn eine neue tragfähige Basis ausgebildet ist, werden andere Themen wieder kursbeeinflussend werden können.

Quelle: SEB
06.06.2005 - 17:59

HVB stuft Aareal Bank hoch

(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)


Die Analysten der HypoVereinsbank stufen die Aktien der Aareal Bank von "Neutral" auf "Outperform" hoch.
Das Kursziel wurde von 28,20 Euro auf 31,30 Euro erhöht
Pfizer hat am Montag die FDA-Zulassung für ein neues Präparat gegen eine seltene Blutgefäßkrankheit erhalten. Revatio, so der Name des Mittels, basiert dabei auf dem Blockbuster Viagra.Revatio ist erst die zweite zugelassene Pille gegen die sog. PAH (pulmonary arterial hypertension) Krankheit. PAH ist ein lebensbedrohlicher Bluthochdruck, der sich in den Arterien zwischen Herz und Lunge aufbaut. Die Krankheit kann ohne Behandlung innerhalb von drei Jahren tödlich sein, wie Pfizer berichtete. Revatio soll Mitte Juli in den Vertrieb gehen und unterstreiche das Engagement des Unternehmens auch bei seltenen Krankheitsbildern, deren Behandlungsfähigkeit keinen besonderen kommerziellen Erfolg verspreche, so ein Unternmehmenssprecher. Die Aktie notiert aktuell bei 28,03 US$ (+0,25 %). 
Vodafone greift Festnetz der Deutschen Telekom mit Paketangebot an
Düsseldorf - Mit einem festen Paketpreis und ohne Grundgebühr will Vodafone D2 der Deutschen Telekom im Festnetz stärker Konkurrenz machen. Ab 13. Juni biete das Unternehmen seinen Kunden mit dem Tarif "Zuhause" eine Alternative zum Festnetz an, erklärte Vodafone. Das Paket ist bereits für 20 Euro monatlich zu haben und enthält 1000 Inklusivminuten oder mehr als 16 Stunden für Standardgespräche ins deutsche Festnetz. Wer damit nicht auskomme, zahle pro Minute vier Cent.


Telefonate in ein deutsches Mobilfunknetz kosten den Angaben zufolge 25 Cent je Minute. Der Zuhause-Bereich kann je nach geographischer Lage einen Radius von bis zu zwei Kilometern erreichen. Ab 13. Juni erhielten die Vodafone-Zuhause-Kunden zudem eine eigene Festnetznummer.


Vodafone sieht in diesem Marktsegment große Wachstumschancen. Noch immer würden 90 Prozent aller Gesprächsminuten über das Festnetz geführt. "Von diesem Kuchen wollen wir uns ein Stück abschneiden", erklärte Friedrich Joussen aus der Vodafone-Geschäftsleitung. Ähnlich günstige Tarife bieten bereits der Münchner Anbieter 02 mit seinem Genion-Tarif sowie der Konkurrent E-Plus. dpa




Artikel erschienen am Di, 7. Juni 2005
Bei DSL setzen sich auf Dauer die Anbieter mit eigenem Netz durch
Marktplatz
von Lutz Frühbrodt

Arcor hat ein glänzendes Geschäftsjahr hinter sich. Damit ragt das Unternehmen indes nicht allzu sehr gegenüber anderen Anbietern schneller DSL-Internetanschlüsse wie Freenet oder United Internet ("GMX"/"1 & 1") heraus. Denn derzeit profitieren fast alle Festnetzgesellschaften vom Breitband-Boom in Deutschland.


Die Welle dürfte sie mindestens noch fünf, wenn nicht gar acht weitere Jahre tragen. Fraglich ist jedoch, ob bei wirklich allen Anbietern der Erfolg so lange und vor allem in diesem Maße anhalten wird. Derzeit dominieren noch die "Weiterverkäufer" wie United Internet den Markt, die Telekom-Produkte zu Großhandelspreisen einkaufen und an die Privatverbraucher weitervermarkten. Diese Anbieter dürften in den nächsten Wochen zwar höhere Rabatte erhalten. Doch ihre sehr knappen Gewinnmargen verbessern sich dadurch nur geringfügig - ein gravierender Nachteil in einem Markt, in dem eine Preisschlacht nach der anderen ausgefochten wird.


Auf längere Sicht werden sich deshalb die Anbieter durchsetzen, die wie Arcor über ein eigenes Netz verfügen und dieses ausbauen. Denn je mehr Kunden die Infrastruktur nutzen, desto stärker lassen sich Größenvorteile ausspielen und Kosten für den einzelnen Kunden reduzieren. Die hohen Netzinvestitionen dürften sich bei Arcor deshalb in zwei bis drei Jahren endlich rechnen und in einem Nettogewinn niederschlagen.


Artikel erschienen am Die, 7. Juni 2005
Premiere und Lanxess profitieren von bevorstehender Aufnahme in MDax
Frankfurt/Main - Die Aktien des Bezahlsenders Premiere und des Chemieunternehmens Lanxess haben am gestrigen Montag von der bevorstehenden Aufnahme in den Nebenwerteindex MDax profitiert. Die Premiere-Titel legten um rund drei Prozent zu, Lanxess setzte seinen Kursaufschwung der vergangenen Tage mit einem Plus von erneut rund 0,5 Prozent fort. Die Mitgliedschaft in einem Indix ist für Firmen deshalb so wichtig, weil sie so stärker ins Blickfeld von Fondsmanager rücken. Viele internationale Vermögensverwalter orientieren sich bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios an den wichtigen Indizes.


Die beiden neuen MDax-Mitglieder zählten bei den für eine Mitgliedschaft entscheidenden Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den 40 größten Werten im Nebenwerteindex und erhielten deshalb das Privileg einer beschleunigten Aufnahme (Fast Entry). Am 20. Juni werden sie in den Index rücken.


Für Premiere und Lanxess verlassen WCM und Thiel Logistik den 50-Werte-Index. Die beiden Unternehmen mußten im Handelsverlauf entsprechende Abschläge hinnehmen. Der Kurs der WCM-Aktie fiel um zwei Prozent, der von Thiel sogar um fünf Prozent.


Auch der Wechsel im Technologieindex TecDax wirkte sich auf die Kursentwicklung der betroffenen Aktien am ersten Handelstag nach Bekanntgabe der neuen Indexzusammensetzung aus. Die Aktie des Solarenergie-Spezialisten Conergy gewann rund vier Prozent an Wert. Dafür fallen die Titel des Münchener Chip-Ausrüsters Süss Microtec heraus, deren Kurs um fünf Prozent nachgab. Durch die Absteiger aus dem MDax kommt auch in das Kleinwertesegment SDax Bewegung. Die Titel von WCM und Thiel Logistik ersetzen dort CE Consumer Electronic (minus sechs Prozent) und TAG Tegernsee (minus 0,5 Prozent). Auch hier werden die Umstellungen zum 20. Juni wirksam. Der nächste Termin für die Überprüfung der Aktienindizes ist der 5. September 2005. DW




Artikel erschienen am Di, 7. Juni 2005
Mehrwertsteuerdebatte läßt Börsianer noch kalt
Konsumtiteln drohen aber Kursverluste - Potentielle Verlierer sind Karstadt-Quelle, Medion und Henkel
von Holger Zschäpitz

Berlin - Börsianer leiden oft unter selektiver Wahrnehmung. Gern wird nur die eine Seite der Medaille betrachtet. Dies ist auch jetzt der Fall, da die Marktakteure von der Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen verzückt sind. Jeder Stratege, der etwas auf sich hält, hat die positiven Aspekte eines wahrscheinlichen Machtwechsels herausgestrichen, den Anlegern dabei insbesondere Versorger ans Herz gelegt und das Dax-Kursziel nach oben genommen. Stellvertretend für die Zunft stehen die Profis von HVB und UBS, die dem deutschen Leitindex bis zum Jahresende nun einen Anstieg auf 4800 Punkte zutrauen.


Dagegen blieben die möglichen Negativeffekte eines frühen Urnenganges bislang auf Kursverluste bei einigen Anbietern von alternativen Energien beschränkt. Und das trotz der Steuerpläne der mutmaßlichen neuen Bundesregierung. So rechnen die meisten politischen Beobachter damit, daß die erste Amtshandlung eines schwarz-gelben Bündnisses die Anhebung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2006 ist - mit entsprechend negativen Auswirkungen für Konsumwerte.


"Während die Aktienkurse der potentiellen Gewinner eines Regierungswechsels wie RWE und Eon bisher schon kräftig geklettert sind, haben die Notierungen der möglichen Leidtragenden einer Mehrwertsteuererhöhung bislang noch gar nicht reagiert", warnt Mark Josefson, Analyst bei Kepler Equities. Der Profi hält eine Anhebung für beschlossen. Fraglich sei eigentlich nur noch, ob eine neue Regierung den Satz gleich um vier Punkte auf 20 Prozent oder lediglich auf 18 Prozent anhebt. "Das sind schlechte Aussichten für Konsumwerte."


Tatsächlich spricht vieles für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Schließlich haben innerhalb der EU lediglich Luxemburg und Zypern mit 15 Prozent einen niedrigeren Satz. Im Schnitt müssen Verbraucher zwischen Portugal und dem Baltikum auf Waren und Dienstleistungen eine Abgabe von knapp 20 Prozent berappen. Und auch die reine Arithmetik zeigt die fiskalische Effektivität einer solchen Maßnahme. Mit jedem Prozentpunkt, den die Mehrwertsteuer steigt, wachsen die Einnahmen der öffentlichen Hände um 8,5 Mrd. Euro.


Für die Konsumbranche, die bereits seit zehn Jahren nicht mehr wächst und seit 2002 sogar mit schrumpfenden Umsätzen zu kämpfen hat, wäre dies Gift. Denn eine Anhebung des Satzes von 16 auf 20 Prozent würde rund 34 Mrd. Euro, die jetzt noch in die Taschen der Einzelhändler fließen, in die Staatskasse umverteilen. Da aufgrund des harten Wettbewerbs nur die wenigsten Firmen die höhere Last auf die Verbraucher umwälzen können, geraten damit die Gewinne in Gefahr.


Leidtragende sind vor allem jene Konzerne, die einen Großteil ihrer Umsätze in Deutschland erwirtschaften. Denn diese Gesellschaften haben keine Chancen, geringere Erträge im Inland durch Geschäfte jenseits der hiesigen Grenzen auszugleichen. Doch die Umsatzverteilung darf nach Ansicht von Josefson nicht das einzige Kriterium für Anleger sein, um mögliche Verlierer zu separieren. So seien Lebensmitteleinzelhändler tendenziell weniger stark betroffen, da hier der halbe Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt. Auch die Anleger von deutschen Luxusgüteraktien können entspannt den Bundestagswahlen entgegensehen. "Verbraucher, die für 1000 Euro ein Escada-Kleid erwerben, interessieren ein paar Euro mehr nicht wirklich." Auch H&M oder Bijou Brigitte dürften ungeschoren davonkommen. Diese Firmen hätten eine junge Käuferschaft, die nach Imagegesichtspunkten konsumiert und weniger auf jeden einzelnen Cent schaut.

Dagegen drohen Gefahren für Markenartikelproduzenten. Unternehmen wie der Waschmittelhersteller Henkel oder der Elektronikschrauber Medion leiden schon jetzt unter der harten Konkurrenz von Handelsmarken und anderen Billiganbietern. "Bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer werden noch mehr Verbraucher auf die billigeren Produkte umsteigen", sagt Josefson. Unter dem Strich sieht er daher in Medion, Henkel sowie Karstadt-Quelle die größten potentiellen Verlierer, wohingegen Anleger von Escada, Metro und H&M am wenigsten zu fürchten haben.


Artikel erschienen am Di, 7. Juni 2005
Nach den deutlichen Kursverlusten zum Wochenschluss ist die Wall Street am Montag bei dünnem Geschäft mit leichten Pluszeichen aus dem Handel gegangen. Der Ölpreis ist wieder etwas zurückgefallen und hat den Markt gestützt. Der Dow Jones gewann 0,06 Prozent auf 10.467,03 Punkte, die NASDAQ legte 0,21 Prozent auf 2.075,76 Zähler zu. Der NASDAQ 100 After Hours Indicator gibt leicht 0,01 % auf 1.545 Punkte ab.



CMGI (898138) (CMGI)gab für das abgelaufene Quartal einen Verlust im operativen Geschäft von 1,9 Mio. Dollar bekannt, nach einem Verlust von 6,5 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang von 71 % beim operativen Verlust ist Resultat der Modus Media-Übernahme vom August 2004. Modus Media war auch wesentlich zuständig für das Umsatzwachstum von 151 %.

Im Gewinn von 19,6 Mio. Dollar oder 4 Cents je Aktie ist eine nicht liquididätswirksame Steuergutschrift in Höhe von 24,7 Mio. Dollar enthalten. Im Vergleich dazu lag der Gewinn im Vergleichsquartal bei 69,4 Mio. Dollar oder 17 Cents je Aktie. Hierin enthalten ist ebenfalls eine Steuergutschrift von rund 76,4 Mio. Dollar. Das Papier verlor nachbörslich 7,49 % auf 2,10 Dollar.

Net2Phone (924712) (NTOP) gab einen Quartalsverlust von 9,8 Mio. Dollar oder -13 Cent je Aktie bekannt, nach einem Verlust von 0,46 Mio. Dollar oder einem Cent je Aktie vor einem Jahr. Der Umsatz des VoIP-Anbieters ging von 21,5 Mio. auf 19,7 Mio. Dollar zurück. Die Aktie knickte nachbörslich um 11,12 % auf 1,59 Dollar ein.


Die Restaurant-Kette Bob Evans Farms (868529) (BOBE) verzeichnete in den letzten drei Monaten erneut einen Gewinnrückgang um 71 % . Dennoch lagen die Zahlen innerhalb der Analystenerwartungen.

Das Unternehmen konnte nur einen Gewinn von 16 Cents je Aktie erzielen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 54 Cents erwirtschaftet. Die Umsätze konnten von 313,9 Mio. auf 382,6 Mio. Dollar gesteigert werden.

Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 16 Cents je Aktie und einem Umsatz von 385 Mio. Dollar ausgegangen. Der Gewinnrückgang war den Aktionären zu viel, das Papier verlor nachbörslich 6,42 % auf 22,30 Dollar.

Source Interlink (SORC), der Medienvertrieb für Musik, Filme und Magazine, avancierte nach Bekanntgabe seiner Quartalszahlen zum Überflieger des Abends und legte nachbörslich 13,35 % auf 11,38 Dollar zu.

Konsumgütergigant Procter & Gamble (852062) (PG) - von Pampers bis Oil of Olaz - bestätigte nachbörslich seine Gewinn-Prognose für das vierte Quartal, die zwischen 54 und 55 Cents liegt. Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von 2,64 bis 2,65 Dollar erwartet. Die Aktie pendelte nachbörslich relativ lustlos um den Schlusskurs bei 55,31 Dollar.

Der Computerhersteller Apple Computer (865985) (AAPL) hat mit dem weltgrößten Chiphersteller Intel eine Partnerschaft geschlossen und damit einen historischen Wechsel vollzogen. Im kommenden Jahr will Apple beginnen, seine Macintosh-Computer mit Prozessoren von Intel auszustatten.

Das gab Apple-Chef Steve Jobs in San Francisco bekannt. "Unser Ziel ist es, den Kunden die besten Personal Computer der Welt anzubieten", sagte Jobs. Und Intel habe derzeit den leistungsstärksten Entwicklungsplan für seine Computer-Chips.

Das Intel (855681)-Papier kann von dem neuen Kunden nicht profitieren und verliert 0,59 % auf 27,17 Dollar (nb: -0,22 % oder 6 Cents), Anleger haben den Seitenwechsel von Apple Computer (865985) mit einem Minus von 0,92 % auf 37,89 Dollar (nb: -0,13 % oder 5 Cents) honoriert. Die Aktie von IBM (851399) (IBM) büßte lediglich 1,04 % auf 75,00 Dollar ein (nb: unverändert).


Nach den jüngsten Rekorden wichtiger Indizes hat der DAX gestern eine kleine Verschnaufpaus eingelegt. Im späten Handel auf dem Frankfurter Parkett legten die Aktien wieder etwas zu. Der L-Dax übersprang dabei wieder die wichtige Marke von 4.500 Punkten. Geholfen hat dabei der Dow mit einem Plus von 0,06 % und die NASDAQ mit + 0,21 %. In Japan stehen jedoch bereits den zweiten Tag in Folge die Vorzeichen auf rot. Der Nikkei verliert 0,41 % auf 11.223 Punkte. Merrill Lynch hat den Daumen bei Chipaktien gesenkt.




Heute haben Jenoptik (622910) und Evotec OAI (566480) sowie mg technologies (660200) und Jungheinrich (621993) zur Hauptversammlung geladen.

Kurz vor der Hauptversammlung von Jenoptik ist Aufsichtsratschef Lothar Späth, das "Cleverle", in die Kritik geraten. Der Grund ist ein möglicher Interessenkonflikt von Späth bei der Beteiligung des zu Jenoptik gehörenden Chipanlagenbauers M+W Zander am sanierungsreifen Softwareanbieter Caatoosee. Späth besitzt 124.700 caatoosee (617835)-Anteile. Die Diskussion um Späth belastet den Plan seines Nachfolgers Alexander von Witzleben, der sich heute in Weimar die Abspaltung von M+W Zander innerhalb der kommenden zwei Jahre genehmigen lassen will. Der Konzern soll sich auf das renditeträchtigere Optikgeschäft konzentrieren. Letzte Woche gab es einen schweren Rückschlag, als Jenoptik den Börsengang der in Stuttgart ansässigen M+W Zander Facility Engineering in Singapur wegen des geringen Investoreninteresses auf unbestimmte Zeit verschieben musste.


Bei Heidelberger Druckmaschinen (731400) steht die Bilanz für das vergangene Jahr auf dem Programm. Nach einem Verlust von 695 Mio. Euro im Vorjahr hat das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder 61 Mio. Euro Überschuss verdient. Anleger wird vor allem der Ausblick interessieren.

Siemens (723610) wird bestätigen, was die Spatzen bereits von den Dächern pfeifen: dass der taiwanesische Tech-Konzern BenQ Interesse an der defizitären Handy-Sparte gefunden hat.

Albertson´s (ABS) und Dave & Buster´s (DAB) werden an der Wall Street mit ihren Zahlen für das abgelaufene Quartal um Aufmerksamkeit zu kämpfen haben. Zudem wird Texas Instruments (852654), der weltgrößte Chiphersteller für Handys, sein Mid-Quarter-Update abgeben. Zahlen kommen zudem vom Spielzeughändler Toys R Us (851422). Der weltweit größte Automobilhersteller General Motors (850000) wird seinen Aktionäre auf der HV die rosa Brille aufsetzen wollen und einen Blick in die Zukunft wagen.


Japans Nikkei fällt erneut in die Grütze, angeführt von Elpida und Tokyo Electron, nachdem Merrill Lynch seinen Anlegern geraten hat, Chiphersteller wie Micron Technology zu verkaufen. Fallende Chippreise schmälerte n die Gewinne.

Elpida, Japans größter Hersteller von Speicherchips, verliert 3,6 % auf 3.680 Yen, Tokyo Electron (865510), der weltweit zweitgrößte Chipausrüster, büßt 1,8 % auf 5.980 Yen und NEC Electronics (812960) 1,5 % auf 5.120 Yen. Toshiba (853676), Japans zweitgrößter Chiphersteller, verliert 2 % auf 441 Yen.

Honda Motor (853226), Japans zweitgrößter Autohersteller, verliert 1,1 % auf 5.280 Yen. Honda Motor (853226) verkauft mehr als 75 % seiner Autos in Nordamerika. Bridgestone (857226), der weltgrößte Reifenhersteller, gibt 0,5 % auf 2.140 Yen ab.

++++ Termine ++++ Hauptversammlungen ++++ Konjunkturdaten ++++ weltweit

+++ BILANZ der VORWOCHE- DAX auf 3-Jahres-Hoch - MDAX auf ALLZEITHOCH

+ Der DAX gewann 1,28 %* auf 4.499 Pt (+ 5,72%)**
+ Der MDAX stieg um 1,06 % auf 5.993 Pt (+11,50%)
+ Der TecDAX legte 0,97 % auf 533 Pt zu (+2,66%)

+ Der ATX Österreichs kletterte um 2,24 % auf 2.822 Pt (+16,09%)
+ Ostphantasie trieb den BUX Ungarns um 4,13 % auf 17.631 Pt. (+19,60%)

- Der Dow Jones verlor 0,77 % auf 10.460 Pt (-2,99%)
- Die NASDAQ gab 0,21 % auf 2.071Pt. ab (-4,78%)

+ Der NIKKEI erholte sich um 0,96% auf 11.300 Pt. (- 1,64%)
+ Der SETI Thailands legte 1,99 % auf 676 Pt zu (+1,29 %)

- Der Euro verbilligte sich um 2,89 % auf 1,22 Dollar (-10,34%)
+ Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 3,80 % auf 51,30 Dollar je Barrel (159 l). (+30,90%)

* Wochenperformance
** In Klammern die Performance seit dem 1.1.2005

+++ BenQ - die LÖSUNG für die SIEMENS Handy-Sparte?
Und schon ist es kein Geheimnis mehr. BenQ, ein taiwanesischer High-Tech-Konzern, soll Siemens aus der Handy-Patsche helfen. Seit Monaten kocht die Gerüchteküche über, wer als möglicher Partner von Siemens in Frage kommen könnte. Die Sekulationen reichten von Samsung Electronics über Motorola bis hin zu Nortel und Microsoft. Wie befreit setzte sich gestern die Siemens-Aktie mit 1,22 % an die Spitze der DAX-Gewinner.

+++ VW schnallt den Gürtel noch enger
VW (766400)-Chef Bernd Pischetsrieder hat ein neues Kostensenkungsprogramm angekündigt. Bis 2008 sind nochmals mehr als 4 Mrd. Euro Ergebnisverbesserungsmaßnahmen nötig. Das Effizienzsteigerungsprogramm "For Motion", mit dem bereits bis Ende dieses Jahres 3,1 Mrd. Euro eingespart werden sollen, wird fortgesetzt. Im nächsten Jahr sollen mehr als eine Milliarde Euro Materialkosten eingespart werden und eine weitere Milliarde Euro bei den Personalkosten. Um die Auslastung im Stammwerk Wolfsburg zu verbessern, will Pischetsrieder laut "FAZ" dort ein neues Auto bauen lassen. Der geplante Kompakt-Geländewagen nach dem kostengünstigen "5.000 mal 5.000"-Tarif könne dort gefertigt werden.

+++ FREENET und mobilcom kommen sich näher
Bislang hatte freenet.de (579200)-Chef Spoerr wenig Begeisterung für eine Fusion mit mobilcom (662240) gezeigt. Dennoch einigten sich beide Unternehmen nun auf die Spanne, in der die Aktien getauscht werden sollen. Bis Ende August soll Freenet wieder komplett im Besitz der Mutter Mobilcom sein. Mobilcom hat nun auf dem Weg zur Verschmelzung eine wichtige Hürde überwunden. Wie beide Unternehmen am Montagabend mitteilten, haben sich die Vorstände auf die Spanne geeinigt, in der das Wertverhältnis bei dem geplanten Zusammenschluss liegen wird. Eine freenet-Aktie entspreche voraussichtlich zwischen 1,14 und 1,19 Mobilcom-Papiere, hieß es in der Mitteilung. Diese Spanne sei auf Basis der Unternehmensbewertungen ermittelt worden, die von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und Ernst & Young erstellt werden.

+++ ePass - "Zu früh, zu teuer und zu unsicher!"
Am 1. November beginnt in Deutschland die Einführung von Pässen mit auf RFID-Chips gespeicherten biometrischen Merkmalen. Kritisiert wird daran, dass es bisher noch kein Sicherheitskonzept zum Schutz der in einem Funkchip gespeicherten Daten gebe. Biometrische Identifikationsverfahren würden immer noch hohe Falscherkennungsraten aufweisen und seien oft mit einfachsten Mitteln zu überwinden. Lieferant der Chips sind Infineon (623100) und Philips Electronics (922241).

Der Passchip wird zunächst nur ein digitales Passbild aufnehmen, für das bei der Antragstellung ein frontal aufgenommenes Foto vorgelegt werden muss. Später soll der Fingerabdruck hinzukommen, und als drittes Merkmal könnte der Iris-Scan auch noch in den Chip aufgenommen werden.

Die Gebühr von voraussichtlich 59 Euro ist mehr als doppelt so hoch wie derzeit mit 23 Euro. Dennoch: Deutschland bietet die Ausweise billiger an als beispielsweise Großbritannien. Dort verlangt man 103 Euro.


+++ JESUS CHRIST SUPERSTAR - Please ... Don´t Super Size Me!
Abspecken im Namen des Herrn; Gott als Weight Watcher! Nicht "Nordic Walking", sondern "Desert Walking" ist angesagt, beschwingt auf einem Stock durch die Wüste und nicht mit deren zwei durch den Englischen Garten! Die Urheberrechte für das Nordic Walking können Moses, Jesus und seine Stellvertreter Ratzinger & Co beanspruchen. In Begleitung von Diäten und Fitnessprogrammen, die sich auf die Bibel stützen, wandert der zu fette Christ 40 Tage durch die Wüste, Entschlackung inklusive, von Manna ernährt und gleichzeitig ein paar Heuschrecken verzehrt. (Mehr dazu ......)
Qualität ist Trumpf. BMW hat im deutschen Automarkt Mercedes von der Pole-Position verdrängt. Das ist das Ergebnis des aktuellen ADAC-AutoMarxX. Punktgleich mit Mercedes landete Audi auf Rang 2 (vorher Rang 5). Damit machte Audi in der Spitzengruppe der für Deutschland bedeutenden Automarken den größten Sprung nach vorne. Auf Rang 4 folgt Porsche (693773). Toyota rutschte vom zweiten auf den fünften Platz ab. Die Tabelle hat zudem ein neues Schlusslicht.




In dem von der Branche viel beachteten Automarkenindex "AutoMarxX" des Autoclubs ADAC rutschte Toyota auf Position fünf von zwei ab. Ausschlaggebend dafür sei eine schlechtere Bewertung in der Pannenstatistik. An die Spitze der Bewertung setzte sich der Münchener Autobauer BMW (519000), der den mit Qualitätsmängeln kämpfenden Erzrivalen aus Stuttgart, die DaimlerChrysler (710000)-Nobelmarke Mercedes-Benz von Rang eins verdrängte. Den größten Sprung nach vorne - von Platz fünf auf zwei - machte der Ingolstädter Autobauer Audi, der sich diese Position jetzt mit Mercedes teilt.

Die international anerkannte jährliche Untersuchung der Unternehmensberatung J.D. Power hatte unlängst bereits deutliche Fortschritte der deutschen Autobauer beim Qualitätsimage bei US-Kunden festgestellt. Das Gelsenkirchener CAR-Institut bewertet die Qualität der Autohersteller und ihre Markenstärke im Rahmen des vom Automobilclub ADAC zwei Mal im Jahr veröffentlichten Automarkenindexes unter sechs Gesichtspunkten. Dabei fließen Angaben zu Marken-Image, Markt-Stärke, Kundenzufriedenheit, Fahrzeugqualität bis hin zur Trendstärke der Marke und wirtschaftliche Daten der Unternehmen in die Statistik ein. Außerdem wurden 300.000 Pannen ausgewertet.


Die Mittelwerte der Pannenstatistik zeigen, dass die Mehrheit der Autobauer die Qualität ihrer Fahrzeuge gegenüber der letzten Untersuchung im Dezember verbessert hat. Toyota verschlechterte sich leicht, wodurch der Qualitätsvorsprung zu den anderen Herstellern schmolz. Bei neuen Autos sei Toyota Motor (853510) längst nicht mehr das Maß aller Dinge. Dabei sei die jüngste Rückrufaktion von Toyota von 880.000 Geländewagen weltweit noch gar nicht in der Untersuchung enthalten.

Auch Mercedes-Benz verringerte die Pannenhäufigkeit seiner Fahrzeuge. Allerdings habe die große Rückrufaktion von 1,3 Millionen Mercedes-Fahrzeugen sowie eine bessere Verkaufsleistung des Konkurrenten BMW in den letzten sechs Monaten und dessen höhere Werbewirkung zum Wechsel an der Tabellenspitze geführt.



Schritt um Schritt verbesserte sich die GM-Tochter Opel, die in der aktuellen Untersuchung Rang acht einnimmt. "Bei Fortsetzung des erfolgreichen Opel-Kurses hat die Marke gute Chancen, im nächsten ADAC-AutoMarxX Honda von Platz sieben zu verdrängen und wieder an Volkswagen heranzurücken", meint Dudenhöffer. Die Marke VW lag unverändert auf Position sechs. Ford rutschte trotz des neuen Kompaktmodells Fokus auf Rang 15 ab.

Im unteren Drittel der Tabelle lag die angeschlagene italienische Marke Fiat erstmals hinter Chevrolet (ehemals Daewoo). Fiat (860007) besitze inzwischen die schlechtesten Restwerte im deutschen Markt. Der Wertverlust bei einem vier Jahre alten Durchschnitts-Modell von Fiat mit 60.000 Kilometern Laufleistung betrage 54,4 Prozent. Im Kriterium Marktstärke, das die Verkaufsergebnisse der letzten sechs Monate misst, liege Fiat knapp vor Alfa Romeo und der im Konkurs befindlichen britischen Marke Rover auf dem drittletzten Platz.
06.06.2005 - 23:17

Details zu CMGI-Zahlen

(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)


CMGI berichtete einen Verlust im operativen Geschäft von 1,9 Mill US$ gegenüber einem Verlust von 6,5 Mill US$ im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang von 71 % beim operativen Verlust ist Resultat der Modus Media-Übernahme vom August 2004. Modus Media war auch wesentlich zuständig für das gewaltige Umsatzwachstum von 151 %.

Im Gewinn von 19,6 Mill US$ oder 4 Cent pro Aktie ist eine nicht liquididätswirksame Steuergutschrift in Höhe von 24,7 Mill US$ enthalten. Im Vergleich dazu lag der Gewinn im Vergleichsquartal bei 69,4 Mill US$ oder 17 Cent pro Aktie. Hierin enthalten ist ebenfalls eine Steuergutschrift von rund 76,4 Mill US$.
DGAP-Ad hoc: Siemens AG deutsch
Dienstag 7. Juni 2005, 07:51 Uhr


Ad-hoc-Meldung nach §15 WpHG
Strategische Unternehmensentscheidung

Siemens AG: BenQ übernimmt Mobiltelefongeschäft

Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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Siemens AG: BenQ übernimmt Mobiltelefongeschäft Nachhaltige Perspektive gefunden - Auch künftig Mobiltelefone der Marke Siemens

Der taiwanesische Konzern BenQ, der neben anderen Consumer-Produkten ANZEIGE

wie Digitalkameras, Scannern und Flachbildschirmen auch Mobiltelefone herstellt, wird im Verlauf des vierten Quartals des Siemens Geschäftsjahres 2005 das Siemens Mobiltelefongeschäft übernehmen. Die Transaktion beinhaltet auch die entsprechenden Marken- und Namensrechte, die von BenQ für die Dauer von insgesamt fünf Jahren genutzt werden können. Zukünftiger Hauptsitz des Mobiltelefongeschäftes wird München sein.

Auf diese Eckpunkte haben sich beide Parteien geeinigt, dies jedoch noch vorbehaltlich der Genehmigung durch BenQ`s Hauptversammlung sowie relevanter Kartellbehörden.

BenQ`s und Siemens Mobiltelefongeschäfte ergänzen sich hervorragend hinsichtlich Technologie und regionaler Aufstellung.

Im Saldo ergibt sich aus dieser Transaktion für Siemens eine Ergebnisbelastung in Höhe von rund 350 Mio. EUR vor Steuern.

Im Zuge der Transaktion zeichnet Siemens neue Aktien von BenQ in Höhe von 50 Mio. EUR; dies entspricht bei aktueller Börsenbewertung von BenQ circa 2,5% des Grundkapitals.


Siemens AG Wittelsbacher Platz 2 80333 München Deutschland

ISIN: DE0007236101 (DAX) WKN: 723610 Notiert: Amtlicher Markt in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Frankfurt (Prime Standard), Hamburg, Hannover, München und Stuttgart; EUREX; Amsterdam; Brüssel; London; Paris; New York; Zürich

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 07.06.2005
LG Philips LCD erhält von Hewlett-Packard Auftrag über 5 Mrd Dollar
Dienstag 7. Juni 2005, 08:37 Uhr


SEOUL (dpa-AFX) - Der Flachbildschirm-Hersteller LG Philips hat von Hewlett-Packard (HP) einen Auftrag über fünf Milliarden Dollar erhalten. Dabei werde LG Philips HP über die nächsten drei Jahre mit Flachbildschirmen für Notebooks und Computerbildschirme versorgen, teilte das Gemeinschaftsunternehmen von LG Electronics und Philips (Amsterdam: PHG.AS - Nachrichten) am Dienstag in Seoul mit. Um die größere und stetige Nachfrage zu decken, wird LG Philips die Produktion hochfahren./fn/sb
Hintergrund: Die Marktführer auf dem Handymarkt



Großansicht
Hamburg (dpa) - Im ersten Quartal 2005 wurden weltweit mehr Handys verkauft als je zuvor. Trotz des Rekordabsatzes von über 180 Millionen Geräten ist der Marktanteil von Siemens in den ersten drei Monaten auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Damit rutschte Siemens auf Platz fünf, Marktführer blieb Nokia.

UNTERNEHMEN MARKTANTEIL 1. Quartal 2005 (2004): VERKAUFTE HANDYS
1. Nokia 30,4 Prozent (28,8) 54,94 Millionen
2. Motorola 16,8 Prozent (16,3) 30,29 Millionen
3. Samsung 13,3 Prozent (12,6) 24,10 Millionen
4. LG Electronics 6,2 Prozent (5,3) 11,14 Millionen
5. Siemens 5,5 Prozent (8,0) 9,94 Millionen
6. Sony Ericsson 5,5 Prozent (5,6) 9,90 Millionen


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erschienen am 07.06.2005 um 12:04 Uhr
© WELT.de
Schwarzenegger im Streit mit allen
Im Kampf gegen die Verschuldung verliert Kaliforniens Gouverneur rasant an Rückhalt in der Bevölkerung
von Uwe Schmitt


Arnold Schwarzenegger, Gouverneur in Kalifornien
Foto: rtr
Washington - Der Gast kam überraschend, die Begeisterung war gegenseitig, als Arnold Schwarzenegger am Wochenende bei einem Familienfest zu Ehren von 2000 Soldaten in Los Alamitos auf die Bühne stieg. "Ihr seid die Tapfersten, ihr seid die Stärksten, ihr seid die wahren Action-Helden", schmeichelte ihnen der einzige kalifornische Gouverneur, der je kompetent wirkte, wenn er mit Maschinengewehren aus der Hüfte feuert. Er liebe es, fuhr er fort, die Truppen zu besuchen. Peinlich werde es nur, wenn sie ihn in den Geräteraum komplimentierten: "Ich bin über 30 und schaffe es nicht mehr, 500 Pfund zu stemmen." Das Gejohle im muskelbepackten Publikum über ihren "Governator" (der Ende Juli 58 wird) erreichte die Phonstärke eines Heavy-Metal-Konzerts. Er hat die Betreuung durch die Front nötig. Nur unter Soldaten hat Arnold Schwarzenegger keine Gegendemonstranten zu erwarten.


Bei Kaliforniens zivilen Helden, Polizisten, Lehrern, Feuerwehrmännern, Krankenpflegern, Gefängnisaufsehern und ihren Gewerkschaften, hat das Ansehen des Gouverneurs schwer gelitten, seit er sie nach den Wahlen im November 2004 als geldgierige "Special interest"-Lobbys zu beschimpfen begann. Bei denen, die sich nicht ums Gemeinwohl scherten, sei er unbeliebt, rühmt er sich gern, weil er ihnen und dazu dem von Demokraten dominierten Parlament in Sacramento "in den Hintern trete". Der konfrontative Ton Arnold Schwarzeneggers, in der berüchtigten "Girlie men"-Rede vom 17. Juli 2004 an den in Haushaltsdebatten widerspenstigen Demokraten erprobt, gewann den Republikanern Kaliforniens im November keinen einzigen Sitz hinzu.


Arnold Schwarzenegger gewann mit dem am entzücktesten gefeierten Auftritt aller Stars, Rudy Giuliani eingeschlossen, im letzten August beim Parteitag der Republikaner in New York zwar nationale Statur - und empfahl sich vorsorglich für noch Höheres, falls die Ausländerklausel der Verfassung eines Tages fiele und den Weg ins Weiße Haus freimachte, beim rechten Flügel der Partei. Er setzte jedoch zugleich die stillschweigende Unterstützung von Liberalen und Demokraten in Kalifornien aufs Spiel, die ihn bei der Recall-Wahl im Herbst 2003 gegen Gray Davis eintauschten. Zum Jahresende 2004 war der Honeymoon vorbei, und die Umfragewerte begannen aus Himmelhöhen um 75 Prozent kontinuierlich zu fallen.


Statt sich um die Schuldenkrise zu kümmern wie im ersten Jahr, begann der Gouverneur einen Zweifrontenkrieg: gegen Angestellte des öffentlichen Dienstes, deren Pensionen er privatisieren und die er nach Leistung, nicht nach Dienstalter entlohnen will, und gegen die Demokraten im Unterhaus und Senat, denen er die Kompetenz, die Wahlkreise machtsichernd zuzuschneiden, nehmen will, um sie einem Gremium unabhängiger Richter zu geben.


Ohne Steuererhöhungen, die selbst seine republikanischen Amtsvorgänger Ronald Reagan und Pete Wilson den Wählern zumuteten, will er den Haushalt sanieren. "Wir haben kein Einnahmenproblem, wir haben ein Ausgabenproblem." Nicht zufällig erinnert seine Entgegnung auf Fragen nach einer Erhöhung der seit einem Volksentscheid 1978 auf künstlich niedrigem Niveau eingefrorenen Grundsteuer an Ronald Reagans "Der Staat ist das Problem, nicht die Lösung." Sein milliardenschwerer Berater Warren Buffett nennt die Anhebung der Steuer als Bedingung für die Haushaltssanierung. In der Bewertung des libertär-konservativen Cato-Instituts brachte es Schwarzenegger leicht unter die vier fiskalisch am meisten rühmenswerten US-Gouverneure. Beim Wahlvolk sackt seine Popularität in Richtung 40 Prozent.

Gerade die Bürger sollen dem Populisten Schwarzenegger ja wieder im November in eigens anberaumten Volksentscheiden ein Mandat geben, am Parlament vorbeizuregieren. Das gelang ihm noch einmal glänzend 2004, als die Wähler zehn von Schwarzenegger unterstützte "dispositions" annahmen, darunter die liberalste Förderung von Stammzellenforschung in den USA. In mehr republikanische Mandate in Sacramento ließ sich sein Erfolg nicht ummünzen. Das nahm er übel.


So mindestens versucht man sich auf beiden Seiten des Spektrums die an politischen Freitod grenzende Kühnheit zu erklären, mit welcher der Gouverneur seit einem halben Jahr Streit mit allen zugleich zu suchen scheint. Der Charme des überpolitischen Neulings und sein kluger Kompromißgeist des ersten Jahres bei Capuccino und kubanischen Zigarren scheinen erloschen. Nicht mehr Fortschritt, nur den Sieg akzeptiert der Gouverneur der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt und zieht sich den Vorwurf des ideologischen Starrsinns zu. Nicht selten kommt dieser Vorwurf von den Ideologen der Gegenseite, etwa der der Lehrergewerkschaft, die auch ehrabschneidende Kampagnen nicht scheut. Schwarzenegger pflegt daran zu erinnern, daß er steinreich, nicht käuflich, nicht auf die Politik angewiesen sei. Wenn er die Faxen der Profis in Politik und Verwaltung dicke hat, soll das heißen, könnte das "Jahr der Reform" sein letztes Jahr sein.


Es ist nicht so, daß "Ahhnold", dessen austriakischer Subdialekt zur Amtssprache der Late-Night-Komödianten aufstieg, keine Punkte mehr machte beim Publikum. Selbst bei den Liberalen in San Francisco. Noch vor Monaten lobte der Bürgermeister der Stadt, Gevin Newsom, "einen neuen Optimismus im Staat, eine neue Energie, die vom Gouverneur ausgeht". Und eine Umweltkonferenz in San Francisco wählte Schwarzenegger vor einigen Tagen, um seine Unterschrift unter ein Dekret zu setzen, mit dem der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat den Ausstoß von Treibgasen noch unter die Gebote des Kyoto-Protokolls senken will. Sicher, diese "klaren und ehrgeizigen Ziele" verpflichten zu nichts als gutem Willen. Aber das Signal eines Mannes, der zu den härtesten Geschäftsleuten in Hollywood und gewöhnlich nicht zu sentimentalen Bäume-Umarmern zählt, furchtlos gegen die Position der Regierung Bush zu handeln, wird verstanden. Daß seine Frontalsanierung so zu retten ist, darf man bezweifeln.


Zweimal im Monat hält der Stab des Gouverneurs in Telefonkonferenzen Kriegsrat mit ausgewählten Spendern, die 100 000 Dollar und mehr springen lassen. Manchmal ist Schwarzenegger dabei. Die Paßwörter und Nummern werden jedesmal neu vergeben. Doch die "Los Angeles Times" war auf Einladung eines Teilnehmers dabei, als Don Sipple, der Medienstratege des Gouverneurs, ankündigte, wie sie ein "Phänomen des Bürgerzorns" gegen die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst anstiften wollen. Aufklärung oder Aufhetzung, beides kostet Geld. Die Gegner Schwarzeneggers, so behauptet er, werden in diesem Jahr 200 Millionen Dollar ausgeben, "um mich auszuschalten und den Status quo zu erhalten". Er will mit mindestens 31 Millionen Dollar Spenden für Fernsehspots dagegenhalten.


In diesen Tagen erscheint Lawrence Leamers Biographie: "Fantastic", nach dem Lieblingswort und unverhohlenem Selbstbild des "Übernarziß", wie ihn mancher in Sacramento nennen soll. Es heißt, das Buch gehe manierlich und bewundernd mit Arnold Schwarzenegger um (weniger nett mit seiner Gattin Maria Shriver). Schuldig bleibt es nach Meinung mancher Kritiker nur die Hauptsache: was den Mann, jenseits seines Ehrgeizes, politisch eigentlich bewegt.


Artikel erschienen am Mi, 8. Juni 2005
Sommerrallye an der Börse in Sicht
Restrukturierungsphantasie und günstige Bewertungen locken Investoren an
von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

Berlin - Da verstehe einer die Börsianer. Sonst können sie nicht schnell genug eine Herbst-, Jahresend- oder Sommerrallye ausrufen. Nur in diesem Jahr kann der Dax eine schöne Hausse aufs Parkett legen, und niemand will das R-Wort in den Mund nehmen. Dabei fühlt sich eine Sommerrallye genau so an. Gestern eroberte das deutsche Kursbarometer nicht nur ein Jahreshoch, sondern den höchsten Stand seit dem 11. Juni 2002. Seit Ende April hat der Index neun Prozent zugelegt.


Die Auslöser für den aktuellen Boom kommen ausnahmsweise einmal nicht aus Übersee, sondern sind weitgehend hausgemacht. Am Dienstag sorgte der Traditionskonzern Siemens für Schlagzeilen. Der Technologieriese verkauft seine defizitäre Handysparte an die taiwanische Elektronikfirma BenQ und fokussiert sich damit stärker auf die profitablen Bereiche. Gleichzeitig kündigte Volkswagen-Vorstand Bernd Pischetsrieder an, den Autobauer einer Roßkur zu unterziehen.


Für die Investoren sind die beiden Beispiele ein Beleg dafür, daß Wirtschaftsdeutschland mit dem Thema Restrukturierung Ernst macht. Und als Katalysator sehen die Finanzmarktakteure die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen. Denn ein Machtwechsel würde den gesetzlichen Spielraum für weitere Umbauten in den Unternehmen erhöhen.


"Eine konservative Regierung käme den Konzernen zugute, weil sie den Arbeitsmarkt flexibilisieren und damit den Unternehmen erlauben würde, die Kostenbasis weiter zu reduzieren", schreibt Gunnar Hamann, Stratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt. Profitieren könnten davon insbesondere jene Unternehmen, bei denen ein großer Anteil der Lohnkosten in Deutschland anfällt. Nach Berechnungen von Hamann würde ein zweiprozentiger Rückgang bei den Lohnkosten die Gewinne von Infineon um 37 Prozent steigern. Lufthansa dürfte in dem Fall das Ergebnis um 14 Prozent erhöhen, VW um neun Prozent, MAN um sieben Prozent und Deutsche Post um fünf Prozent.


Insbesondere ausländische Investoren beginnen sich für die Restrukturierungsgeschichte Deutschlands zu interessieren. "Deutsche Aktien sind reif für ein Revival", sagt Alain Bokobza, Stratege bei der Société Générale in Paris. Ihn begeistert auch die niedrige Bewertung. "Gemessen an allen maßgeblichen Kriterien, ist der deutsche Markt der günstigste in der westlichen Welt." So belaufe sich das durchschnittliche Kurs-Buchwert-Verhältnis hiesiger Konzerne gerade einmal auf 1,5, während vergleichbare europäische Titel mit dem 2,2fachen und US-Papiere fast mit dem dreifachen ihres Substanzwertes bezahlt werden. Auch im Verhältnis zu den Einnahmen sind hiesige Gesellschaften ein Schnäppchen. Beträgt die Kurs-Cash-flow-Relation in den USA 12,2, ist sie hier nicht einmal halb so hoch.


Ein besonderes Augenmerk haben die Investoren auf Restrukturierungsgeschichten geworfen. Denn hier gibt es noch Nachholpotential. Sämtliche Strategen haben zuletzt auf ihre Kauflisten Siemens, VW, MAN und Daimler-Chrysler genommen. Beispiel Siemens. Die Aktie holt jetzt nach, was der Dax bereits seit Jahresbeginn geschafft hat. Die Analysten der Société Générale sehen Potential für den Siemens-Kurs bis 80 Euro. Das entspricht einem Plus von fast einem Drittel. Die Begründung: Das vom neuen Vorstand durchgesetzte klare Spartendenken führe dazu, daß Verluste in einzelnen Bereichen nicht mehr geduldet sind. Dadurch sei kein Konglomeratsabschlag mehr gerechtfertigt. Für VW sagen die Société-Profis eine Rallye bis 47 Euro voraus. Hier überzeuge das nach Plan laufende Kostensenkungsprogramm.

Als groben Anhaltspunkt dafür, bei welchen Werten die größten Kursgewinne winken, können Anleger die Gewinnanalyse nutzen. Der Anteil der im Inland erzielten Erträge gibt Auskunft darüber, wie groß das mögliche Umbaupotential ist. Nach Berechnungen der UBS verdienen die Konzerne Deutsche Telekom, Deutsche Post, Infineon, Eon, Henkel und MAN, Altana, BMW und Commerzbank besonders viel innerhalb deutscher Grenzen. Hier sei die Reformphantasie besonders groß.


Doch nicht der Hausputz der Unternehmen begünstigt steigende Kurse. Auch saisonale Effekte sprechen dafür. Im vergangenen Jahrzehnt gab es in den Monaten Juni bis September immerhin sechs Mal eine zweistellige Hausse. Nur 1992, 1996 und 2001 fiel die Sommerrallye ins Wasser, doch im darauffolgenden Jahr ging es jeweils an den Börsen besonders heiß zu. Danach könnte es auch in diesem Jahr zur Sache gehen. Im Schnitt erwarten die Börsianer bis zum Jahresende einen Dax-Anstieg auf 4750 bis 4800 Zähler.


Artikel erschienen am Mi, 8. Juni 2005
Dax steigt auf höchsten Stand des Jahres
Kräftiger Schub durch Siemens und Versorger Eon und RWE - MDax erreicht neues Allzeithoch
Frankfurt/Main - Kursgewinne der Schwergewichte Siemens, Eon und RWE haben dem Dax einen kräftigen Schub gegeben. Der Leitindex beendete den Xetra-Handel 1,5 Prozent höher auf 4566 Zähler und damit auf ein neues Jahreshoch. Börsianer waren von der Nachhaltigkeit der Kursgewinne aber nicht überzeugt. "Ich glaube nicht, daß wir genug Power haben, um da durchzulaufen", erklärte ein Händler. Der MDax legte um 0,5 Prozent auf 6007 Punkte zu und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der TecDax gewann 0,4 Prozent auf 533 Punkte. Im Abendhandel blieben die Indexstände praktisch unverändert.


Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,93 (Montag: 2,97) Prozent. Der Bund Future gewann 41 Ticks auf 123,32 Zähler. Der Kurs des Euro ist leicht gestiegen. Die EZB setzte den Referenzkurs der Gemeinschaftswährung auf 1,2285 (Montag: 1,2272) Dollar fest.


Im Mittelpunkt des Geschehens standen Siemens. Nach langwierigen Verhandlungen hatte der Industriekonzern seinen Ausstieg aus dem verlustbringenden Handy-Geschäft bestätigt. Für die Übertragung an den taiwanesischen Hersteller BenQ nimmt Siemens sogar eine Ergebnisbelastung von rund 350 Mio. Euro vor Steuern in Kauf. Analyst Thomas Hofmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz hält die Konditionen unter rein finanziellen Aspekten zwar nicht für optimal. "Aber dadurch, daß der Hauptsitz des Geschäfts München bleibt, hat Siemens Ärger mit den Gewerkschaften und der Politik vermieden." Der Kurs legte um 2,3 Prozent auf 62,60 Euro zu. Die Aktien der großen Versorger Eon (plus 2,1 Prozent auf 72,35 Euro) und RWE (plus 3,9 Prozent auf 52,52 Euro) profitierten von einer Empfehlung des Schweizer Bankhauses UBS, das die Kursziele für beide Konzerne anhob. Die Kursgewinne dieser drei Index-Schwergewichte allein hievten den Dax um mehrere Punkte in die Höhe.


Die Aktien der Hypo-Vereinsbank gewannen 1,9 Prozent auf 20,03 Euro. "Das hängt weiter mit den Spekulationen um eine Fusion mit der Unicredito zusammen", sagte ein Händler. Unter den Autowerten, die Händlern zufolge von dem relativ niedrigen Eurokurs profitierten, ragten BMW hervor. Der Anstieg des Autoabsatzes im Mai trieb den Aktienkurs um 1,7 Prozent auf 36,99 Euro in die Höhe. Die Aktien von VW verteuerten sich um 1,2 Prozent auf 36,68 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder, der in einem Zeitungsinterview ein weiteres Sparprogramm in Milliardenhöhe angekündigt hatte. Daimler-Chrysler verbesserten sich um 0,5 Prozent auf 33,05 Euro.


Auf der Verliererseite standen Continental. Die Titel des Reifenherstellers und Autozulieferers gaben wegen eines Zeitungsberichts über angebliche Verluste im US-Reifengeschäft in der Spitze um mehr als drei Prozent nach, zum Xetra-Schluß betrug der Abschlag 1,2 Prozent auf 57,67 Euro. Ein Conti-Sprecher beschrieb den Bericht als "hoch spekulativ". Zu den größten Verlierern zählten mit einem Minus von zeitweise drei Prozent die Aktien von Altana. Händler begründeten dies mit Gerüchten, bei der Markteinführung des Raucherlungen-Präparates Daxas gebe es Verzögerungen. Die Aussage des Pharmakonzerns, ihm sei nichts über eine Verzögerung bekannt, und ein Datum für eine erwartete Zulassung sei bisher gar nicht genannt worden, stützte den Kurs etwas, so daß die Aktien bei 47,03 Euro noch ein Prozent im Minus schlossen.


Auf der Jenoptik-Hauptversammlung stimmten die Aktionäre der Konzentration auf das profitable Optik-Geschäft zu. Der in der M+W Zander AG zusammengefaßte Konzernteil Anlagenbau und Gebäudedienstleistungen soll bis 2007 möglichst komplett verkauft werden. Aktionärsvertreter unterstützen den Plan. "Der Strategiewechsel ist richtig", sagte Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Der Verzicht auf das kapitalintensive und konjunkturanfällige Anlagenbaugeschäft könne den Konzern stabilisieren. Malte Disselhorst von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz nannte den Verkauf der milliardenschweren Sparte einen dramatischen Schritt. Er sei aber angesichts der Verschuldung von Jenoptik und der schwachen Rendite konsequent. Die im TecDax notierte Aktie gewann drei Prozent auf 8,14 Euro. rtr/dpa




Artikel erschienen am Mi, 8. Juni 2005
Börsensignale für "Aktie Gelb" schalten auf Rot
Technik-Tip
von Martin Siegert

Stuttgart - Als im November 2000 die Aktien der Deutschen Post an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt wurden, konnten sich die Papiere nur für kurze Zeit gegenüber der bereits eingesetzten Abschwungsphase deutscher Dividendentitel behaupten. Bereits im März 2001 unterschritt die "Aktie Gelb" den Emissionspreis bei 21 Euro und ging nachfolgend in eine dynamische Abwärtsbewegung über.


Diese Abschwungsphase wurde durch die Tiefbildung bei 7,62 Euro im Oktober 2002 besiegelt. Aus Sicht der markttechnischen Analyse wurde dieses Preistief sowohl unter Ausbildung einer "bullischen Divergenz" im RSI-Indikator und zugleich durch die Ausbildung eines "Wochenreversalsignals" bestätigt.


Die Folge war der Übergang in eine Aufwärtsbewegung, die im März 2004 zu einer Gipfelbildung bei 19,81 Euro führte. Erneut wurde dieser Preisdreh zum einen aus Sicht der Indikatorenanalyse und zum anderen durch ein Umkehrsignal auf Wochenbasis bestätigt. Die nachfolgende Korrektur vollzog sich idealtypisch in einer Flaggenformation und führte innerhalb von acht Monaten zum Test der 38,2prozentigen Korrekturmarke der gesamten Aufwärtsbewegung.


Als hilfreich zeigte sich erneut der Einbezug der Indikatorenanalyse, da das Korrekturtief bei 14,92 Euro innerhalb einer divergenten Phase gebildet wurde und erneut durch ein Umkehrsignal im Wochenchart bestätigt wurde. Innerhalb von 23 Wochen konnte die Post-Aktie deutlich zulegen und bei 19,77 Euro das bisherige Jahreshoch ausbilden. Auch zu diesem Zeitpunkt war der RSI-Indikator divergent, ein Wochenumkehrsignal bestätigte diese Gipfelbildung unmittelbar vor der deutlichen Preiswiderstandslinie im Bereich von 20 Euro.


Fazit: Ein Bruch der Trendunterstützungslinie bei 18,70 Euro läßt mittelfristig das Börsensignal für die Post auf Rot springen und zunächst den erneuten Test der Trendunterstützung bei 16,30 Euro und im weiteren das Erreichen der 15,30 Euro erwarten.


Artikel erschienen am Mi, 8. Juni 2005
EZB-Chef Trichet tritt Spekulationen über Zinssenkung entgegen
Peking - EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ist mit ungewöhnlich klaren Worten Spekulationen entgegengetreten, die Europäische Zentralbank (EZB) bereite die Finanzmärkte auf eine Zinssenkung vor. "Wir werden weiter sehr genau auf alle Daten schauen, die wir bekommen, aber ich bereite nicht eine Zinssenkung vor", sagte Trichet gegenüber Journalisten in Peking. Das Wachstum schwäche sich im Frühjahr etwas ab, dürfte danach aber wieder anziehen. "Es gibt Unsicherheiten und wir werden die Daten und Fakten sehr, sehr genau beobachten. Wir sind pragmatisch", ergänzte der Zentralbank-Chef. Jede Veränderung der historisch niedrigen Leitzinsen von zwei Prozent würde derzeit die Glaubwürdigkeit der EZB beschädigen und die Anleihe-Zinsen nach oben treiben.


Zuvor hatten andere Äußerungen Trichets an den Finanzmärkten die zuletzt aufgekommenen Zinssenkungsspekulationen angeheizt. "Wir wissen, daß wir ein Anker der Stabilität sind und wir werden alles tun, was wir können, um das Niveau des Vertrauens in allen Kreisen wirtschaftlicher Akteure zu bewahren und zu vergrößern", hatte Trichet bei einer Konferenz in Peking gesagt. An den Finanzmärkten wurde diese Aussage als Andeutung gewertet, die EZB sei auch zu einer Zinssenkung bereit. Bereits am Montag hatte EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing mit der Aussage, die Strategie der Zentralbank schließe eine Zinssenkung nicht aus, Spekulationen genährt, der nächste Schritt der Zentralbank könnte nicht wie lange angedeutet eine Zinserhöhung, sondern angesichts der Konjunkturschwäche doch eine Senkung sein. Mehrere Politiker und Wirtschaftsforscher haben zuletzt immer wieder eine Zinssenkung gefordert. Unterdessen betonte der Internationale Währungsfonds (IWF), eine weitere Zinssenkung könnte doch noch erforderlich werden. "Angesichts des Inflationsausblicks und der unsicheren Situation sind unveränderte Zinsen angebracht, aber die Notwendigkeit für eine Senkung könnte entstehen", hieß es im jüngsten IWF-Bericht. rtr




Artikel erschienen am Mi, 8. Juni 2005
TEXAS INSTRUMENTS erhöht PROGNOSE - IMCLONE up, ATARI down [08.06.2005 - 01:04]

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Belastet von gemischten Kommentaren der US-Notenbänker ist die Wall Street am Dienstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones rutschte im späten Handel wieder unter die Marke von 10.500 Punkten und ging mit plus von 0,15 Prozent bei 10.483 Punkten aus dem Handel. Die NASDAQ rutschte mit 0,41 Prozent auf 2.067 Zähler. Der NASDAQ 100 After Hours Indicator schaffte ein mageres Plus von 0,02 % auf 1.531 Punkte.




Börsianer erwarten beim weltgrößten Handy-Chiphersteller Texas Instruments (852654) (TXN) für das Juni-Quartal bei 3,14 Mrd. Dollar Umsatz einen Gewinn von 27 Cents je Aktie. Texas Instruments erwartet nun für das Quartal bis Ende Juni einen Gewinn je Aktie von 27 bis 30 Cents je Aktie. Zuvor lag die Prognose noch bei 25 bis 29 Cents jeAktie. Beim Umsatz rechnet Texas Instruments im zweiten Quartal mit 3,12 bis 3,24 Mrd. Dollar. Zuvor lag die eigene Schätzung bei 3,0 bis 3,24 Mrd. Nach anfänglichen Gewinnen gingen die Aktien mit minus 1,69 % bei 27,28 Dollar aus dem Handel. Nachbörslich legte die Aktie 1,98 % auf 27,82 Dollar zu.

Intel (855681) (INTC) wird am Donnerstagabend über den Quartalsverlauf berichten, und verlor heute 1,14 % auf 26,86 Dollar (nb: +0,71 % oder 19 Cents). Nach ersten Kursgewinnen fiel auch der Philadelphia-Semiconductor-Index (SOX) als Barometer der Chipbranchen mit 1,10 Prozent auf 427,52 Punkte ins Minus



ImClone Systems (883074) (IMCL) hat heute bekannt gegeben, eine Mitteilung des Großinvestors und Firmenaufkäufers Carl Icahn erhalten zu haben. Demnach werde dieser möglicherweise Titel des Biotech-Unternehmens im Wert von mehr als 100 Mio. Dollar zukaufen. Carl Icahn hat sich bereits vielfach als Großinvestor und Firmenkäufer einen Namen gemacht. Zuletzt war er in großem Stil bei Mylan Laboratories eingestiegen und hatte hier versucht, die Übernahme von King Pharmaceuticals zu vereiteln. Die ImClone-Aktie legt nachbörslich 5,50 % auf 31,82 Dollar zu.

Marteck Biosciences (MATK) gab nachbörslich einen Gewinn von 3,43 Mio. Dollar oder 11 Cents je Aktie bekannt, nach 3,4 Mio. Dollar oder 11 Cents je Aktie vor einem Jahr. Der Umsatz konnte um 33 % auf 55,8 Mio. Dollar gesteigert werden. Die Martek-Aktie verliert nachbörslich 3,39 % auf 34,15 Dollar.

"Game over!" Beim Spielesoftwarehersteller Atari (483323) (ATAR) ist mit sofortiger Wirkung Jim Caparro´s zurückgetreten. Die Gründe für den Rücktritt liegen im Dunkel, die Aktie büßte nachbörslich 18,37 % auf 2,40 Dollar ein. Interims-CEO wird Chairman Bruno Bonnell.



Für Aufregung sorgte die Meldung, dass der Europa-Chef von McDonald´s (856958) (MCD), Russ Smyth, auf eigenen Wunsch nach 21-jähriger Tätigkeit die Schnellimbiss-Kette verlassen hat. Smyth werde ab dem 1. Juli durch seinen Stellvertreter Denis Hennequin ersetzt, teilte McDonald&hk;s am Dienstag in San Francisco mit. Die Aktie ging mit einem Minus von 2,76 % auf 29,57 Dollar aus dem Handel, nachbörslich rührte sich die Aktie nicht von der Stelle.

General Motors (850000) (GM) gewann im Sog positiv aufgenommener Nachrichten zur Restrukturierung 1,02 % auf 30,73 Dollar. Der weltgrößte Autobauer baut bis 2008 rigoros mindestens 25.000 Arbeitsplätze ab und will jährlich 2,5 Mrd. Dollar sparen. (nb: minus 0,07 % auf 30,71 Dollar)
UNVERHOFFT kommt OFT - DAX auf REKORDHOCH - Hot-Stocks: SIEMENS, NANOSTART ... [07.06.2005 - 21:20]

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Angeführt von RWE und Siemens haben die deutschen Aktien haben am Dienstag deutlich zugelegt. Der Leitindex L-DAX gewann 1,36 Prozent auf 4.564 Punkte und schloss damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Der L-MDAX ging mit einem Rekordhoch von 6.004 Punkten aus dem Handel, ein Plus von 0,60 Prozent. Der L-TecDAX gewann 0,30 Prozent auf 532 Punkte. (5000-Punkte-Marke im Visier)




Die Gewinne in den USA am Nachmittag haben den deutschen Börsen weiter Auftrieb gegeben. Zudem hat der Markt von Schwergewichten wie Siemens und den Versorgern Unterstützung erhalten. Nach dem angekündigten Verkauf der defizitären Siemens (723610)-Handysparte an den taiwanischen BenQ (578008)-Konzern gewannen die Aktien des Münchener Unternehmens 2,17 % auf 62,71 Euro. Der Schritt kommt zwar nicht ganz billig, am Markt hatte man jedoch mit noch höheren Verlusten gerechnet. Um den Verlustbringer loszuwerden, schießt Siemens noch 350 Mio. Euro nach, die das Vorsteuerergebnis belasten



Die Aktien von E.ON (761440) und RWE (703700) profitierten von positiven Analystenkommentaren. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS hatten das Kursziel für beide Versorger-Titel hochgesetzt. Zudem teilte E.ON mit, seinen Anteil an einem norwegischen Öl- und Gasfeld für 75 Mio. Euro auf 30 Prozent verdoppelt zu haben. Damit wolle man schrittweise eine Gasposition aus eigener Förderung aufbauen. Für das Index-Schwergewicht E.ON ging es um 1,86 % Prozent auf 72,32 Euro nach oben. RWE waren mit einem Kursplus von 3,41 Prozent auf 52,43 Euro der größte Gewinner im DAX.

Sieger bei den DAX-Autowerten ist BMW (519000) mit einem Plus von 1,52 Prozent auf 36,90 Euro. Der Autobauer BMW hat in den ersten fünf Monaten mit kräftigem Rückenwind vom deutschen Markt einen Absatzrekord erzielt.



Von den 4 Verlierern - Conti, Thyssen, Altana & TUI - büßten die Aktien von von Europas zweitgrößtem Autozulieferer Continental (543900) am meisten ein. Sie verloren 1,58 % auf 57,58 Euro. Continental erwartet laut einem Pressebericht im US-Reifengeschäft einen höheren Verlust als im Vorjahr. Die Rede ist von 100 Mio. Euro, ­ nach 80 Mio. Euro im Vorjahr.

ThyssenKrupp (750000)-Aktien verloren 1,08 % auf 14,72 Euro. Die Analysten von CSFB-Studie haben eine kritische Studie zum Stahlsektor veröffentlicht. Auch die Experten von Goldman Sachs äußerten sich zur Branche kritisch.



Nach frühen Kursgewinnen gerieten die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen (731400) im weiteren Verlauf deutlich unter Druck und rutschten mit einem Minus von 2,50 % auf 24,16 Euro ans Ende der MDAX-Liste. Anleger waren von dem zurückhaltenden Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr wenig angetan. Die WestLB hatte die Papiere zudem heruntergestuft.

Im Vergleich zum Kurseinbruch bei FJH (513010) waren die Verluste bei den 4 DAX-Werten "Peanuts". Das Beratungs- und Softwarehaus kündigte am Morgen an, eine Wandelanleihe im Volumen von 7,86 Mio. Euro zu begeben. Das Bezugsangebot an die Altaktionäre solle noch in diesem Monat erfolgen; zuvor müsse aber noch der Aufsichtsrat der geplanten Kapitalmaßnahme zustimmen. Das FJH-Papier knickte um 21,91 % auf 2,78 Euro ein., Kursverlust seit Jahresbeginn 36,82 Euro.

Zum Schluss noch eine Kursrakete, die bereits den zweiten Tag in Folge für Furore sorgt. Ein kleines Unternehmen mit einem letztjährigen Umsatz von 190.000 Euro einen Gewinn von rund 5.100 Euro hat innerhalb von zwei Tagen seinen Börsenwert mehr als verdoppelt. Nanostart (A0B9VV) ging gestern zu 3,90 Euro an die Börse und kostete heute Abend bereits 8,50 Euro. Bei 4,5 Mio. Aktien zugelassenen Aktien ergibt sich ein Börsenwert von 38,25 Mio. Euro, - wahrlich ambitioniert!

* Kurse sind L-DAX-KURSE
HANDELSBLATT, Mittwoch, 08. Juni 2005, 11:16 Uhr

Marktforscher sagen das schlechteste Jahr seit vier Jahrzehnten voraus :rolleyes:

Konsumkrise trifft britische Händler

Die Konsumflaute in Großbritannien spitzt sich zu. Wie der nationale Einzelhandelsverband British Retailing Consortium (BRC) gestern mitteilte, erlebten die Ladenbesitzer auf der Insel das schlechteste Mai-Geschäft seit Anbeginn der statistischen Aufzeichnungen vor zehn Jahren.

HB/dih LONDON. Nicht nur die Umsätze des vergangenen Monats lagen um 2,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Schon im April hatte der Handel gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat 4,7 Prozent weniger umgesetzt. Die Flaute trifft insbesondere traditionelle Handelsketten in den Einkaufszonen, die das mittlere Marktsegment bedienen. Ähnlich wie in Deutschland bleibt dagegen der britische Lebensmittelhandel von der Konsumkrise weitgehend verschont. Supermarkt-Riese Tesco etwa, der in Großbritannien einen Marktanteil von fast 30 Prozent hält, wuchs im Heimatmarkt zuletzt um stattliche neun Prozent. Auch Sainsbury, Asda und Somerfield legten weiter zu.

Produkte des mittel- und langfristigen Bedarfs, etwa Möbel oder Teppiche oder Bekleidung, haben es dagegen beim britischen Konsumenten immer schwerer. „Die nun vorliegenden Zahlen sollten nun wohl jeden Zweifel beseitigen, dass wir uns in einer vom Konsum angeführten Rezession befinden" , sagte gestern BRC-Generaldirektor Kevin Hawkins. Unter Analysten hatte es zuletzt zwei Fraktionen gegeben: Die einen sahen die seit dem Weihnachtsgeschäft zu beobachtende Zurückhaltung der Konsumenten als vorübergehende Erscheinung, die anderen riefen schon seit März eine Trendwende nach mehr als zehnjährigem Konsumboom aus.

Nun scheinen die Pessimisten Recht zu behalten. Sie sehen das Ende des beispiellosen Hauspreis-Anstiegs als Hauptursache für die Zurückhaltung der britischen Kunden . Viele von ihnen sind seit Anfang der neunziger Jahre auf dem Papier wohlhabend geworden, weil der Wert ihrer Häuser Jahr für Jahr kräftig stieg, oftmals mit zweistelligen Prozentsätzen. Viele nutzten die niedrigen Zinsen, um immer höhere Hypothekenkredite aufzunehmen. Im Mai stiegen die Hauspreise bereits so langsam wie seit neun Jahren nicht mehr. Beginnen sie zu fallen, könnte das für etliche Haushalte zur Schuldenfalle werden, warnen Ökonomen. Hinzu kommt, dass die Konsumenten höhere Benzinpreise bezahlen müssen und Angst vor steigenden Steuern und Abgaben haben.

Weil diese Probleme die Mittelschicht am stärksten beschäftigen, leiden insbesondere die klassischen „High Street“-Geschäfte. Große Textilhändler wie Marks & Spencer und Next berichteten von herben Umsatzeinbr