ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Impfstoff-Euphorie katapultiert Dax nach oben
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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss Impfstoff-Euphorie katapultiert Dax nach oben

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
09.11.2020, 18:12  |  555   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf einen Erfolg bei der Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff hat am Montag am deutschen Aktienmarkt die Anleger euphorisiert. Zusätzlich befeuert vom US-Wahlergebnis wurde der Dax um 4,94 Prozent auf 13 095,97 Punkte nach oben getrieben. Er verbuchte seinen größten Tagesgewinn seit Mitte Mai, als die Erholung vom Corona-Crash gerade lief. In der Spitze war er sogar um mehr als sechs Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte September gestiegen.

Im Nachgang des Siegs von Joe Biden bei den US-Wahlen war der Dax am Morgen schon sehr fest in den Handel gestartet. Neuen Schub bekam der Leitindex dann vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer , die gemeinsam erfolgversprechende Daten zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs vorlegten.

Beflügelt wurden davon vor allem jene Aktien, die in den vergangenen Monaten virusbedingt besonders tief in die Krise gezogen wurden. In der zweiten Börsenreihe konnten andere Indizes dem Dax aber nur mit reduziertem Schwung folgen, da im MDax oder SDax die Aktien vieler bisheriger Krisenprofiteure ein negatives Gegengewicht bildeten. Der MDax gewann letztlich 1,64 Prozent auf 27 793,97 Punkte.

Laut JPMorgan-Analyst Chris Schott ist es naheliegend, dass es sich um einen wichtigen Durchbruch im Kampf gegen die Pandemie handeln könnte. Während das Virus in Europa und den USA verheerenden Schaden anrichtet, sei nun die Nachricht gekommen, "die wir alle schon lange ersehnen", kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Biontech und Pfizer wollen nun in Kürze die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Außerdem sorgte am Montag der Sieg von Joe Biden bei der US-Wahl für "politische Euphorie", wie es die BayernLB beschrieb. "Mit der potentiellen politischen Neuausrichtung in den USA dürfte das Handelskonflikt-Thema zwischen den USA und Europa vorerst erledigt sein", sagte der Comdirect-Marktbeobachter Andreas Lipkow. Möglichen rechtlichen Schritten des regierenden Präsidenten Donald Trump räumen Experten bislang keine Chancen ein.

Im Dax war die Verliererliste recht kurz. Beim Essenslieferdienst Delivery Hero , einem der zuvor erwähnten Corona-Profiteure, stand ein Abschlag von fast sechs Prozent zu Buche. Umso länger war aber die Gewinnerliste mit einigen prozentual zweistelligen Bewegungen. Allen voran galt dies für die 16,6 Prozent höheren Aktien des Triebwerksbauers MTU , der stark unter der Krise im Luftverkehr leidet.

Im MDax waren die Ausschläge noch größer, hier verbuchten elf Indexwerte ein prozentual zweistelliges Plus. Oben fest setzten sich die ebenfalls von der Luftfahrtkrise gezeichneten Papiere von Fraport , Airbus und Lufthansa mit Anstiegen von bis zu 34 Prozent. Auch der Ticketvermarkter und Eventveranstalter CTS Eventim legte katapultartig um 24 Prozent zu.

Kräftig Kasse gemacht wurde derweil im MDax beim Kochboxenlieferanten Hellofresh und dem Medikamentenversender Shop Apotheke , deren Aktien um 15 respektive 19 Prozent abrutschten. Auch die Aktien von Laborausrüstern wie Sartorius oder Stratec , dem Medizintechnikkonzern Drägerwerk , dem Fernwartungsanbieter Teamviewer oder den Online-Händlern Zalando und Zooplus ließen kräftig Federn.

Abseits der Corona-Gewinner und -Verlierer sorgte Infineon mit seinem Jahresbericht für Gesprächsstoff. Die Aktie des Chipherstellers stieg zwar um 3,6 Prozent, dies reichte aber nur für einen Platz im unteren Dax-Mittelfeld. Die Zahlen und der optimistische Ausblick auf das erste Geschäftsquartal rückten im Zuge der Markteuphorie in den Hintergrund.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 folgte dem Dax um 6,4 Prozent steil nach oben, in Paris gewann der Cac 40 sogar 7,6 Prozent. Der Londoner FTSE 100 bracht es immerhin auf ein Plus von 4,7 Prozent. In den USA hievte ein Kurssprung um fast vier Prozent den Leitindex Dow Jones Industrial auf Rekordhöhen.

Der Euro kam zum US-Dollar unter Druck, zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1807 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor noch höher auf 1,1883 (Freitag: 1,1870) US-Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt betrug die Umlaufrendite unverändert minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex stand unverändert auf 146,61 Punkten. Der Bund-Future verlor knapp ein Prozent auf 174,38 Punkte./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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