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Europäische Optionen



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Schönen guten Abend!

Da dies mein erster Beitrag ist, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin ein Anfangzwanziger, studiere momentan internationale Betriebswirtschaft und habe seitdem ich denken kann ein ungebremstes Interesse an den Finanzmärkten.

Aktien habe ich schon in jungen Jahren über ein Depot meiner Eltern gehandelt, aber komplett ohne Analyse, nachdem ich nach der Verstaatlichung der HRE einiges an Geld verloren habe, habe ich mich erst mal aus dem Aktienhandel zurückgezogen. Gemerkt, dass mein kleines Budget durch die Orderkosten eher suboptimal belastet wird, habe ich auch erst später ;)

Bin dann relativ schnell zum Forex-Markt gekommen, in dem ich vor allem meine technische Analyse gefestigt habe - oder es zumindest glaube, da scheiden sich ja die Geister ;)

Nun bin ich bei Derivaten angelangt, Optionen haben mein Interesse geweckt.

Ich studiere gerade das Standardwerk von Hull (Options, Futures and other Derivates).

Zum Verständnis ist es sicher einfacher mit europäischen Optionen zu starten, weil sie einfach von der mathematischen Struktur einfach zu handhaben sind. Arbitrage-Modelle und einfache Konstruktionen sind einfacher verständlich, als bei amerikanischen Optionen, einfach, weil man immer ein fixes Ausübungsdatum hat.

So, lange Rede kurzer Sinn:

Spielen europäische Optionen überhaupt noch einen Sinn im praktischen Handel?

Rechnerisch sind die ganz nett, aber ansonsten eher unpraktisch, werden die überhaupt gehandelt?

Mit freundlichen Grüßen
Leenis
In deutschland gibt es grösstenteils nur os merikanischer art.Der unterschied europäischen zu amerikanischer ist so marginal, dass es nicht der Beachtung wert ist. Ausser man will tatsächlich ausüben. Im endeffekt, können sie 0-10% preisdifferenzen ausmachen, der stabil über die laufzeit bleibt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.889.665 von Makumba am 27.09.14 09:08:24
Zitat von Makumba: In deutschland gibt es grösstenteils nur os merikanischer art.Der unterschied europäischen zu amerikanischer ist so marginal, dass es nicht der Beachtung wert ist. Ausser man will tatsächlich ausüben. Im endeffekt, können sie 0-10% preisdifferenzen ausmachen, der stabil über die laufzeit bleibt.


Hey Makumba,

vielen Dank für die Antwort.

Theoretisch muss ja am Ende der Kette immer jemand sein, der Interesse an einer Ausübung hat, oder es zumindest in Betracht zieht...

Das Interesse scheint nicht so sehr groß für Knockouts zu sein, schade :)

Lieber Gruß und schönes Wochenende noch
Leenis
Leenis,
beeindruckend, daß du dich mit der mathematischen Struktur von OS beschäftigst. Für Ausübung (nicht für Knockouts) interessiert sich deshalb niemand, weil eigentlich immer automatische Ausübung vorgesehen ist. Außerdem stellen die Emittenten eigentlich immer Kurse, die eine Ausübung sinnlos machen.

Warum soll ich ausüben, wenn ich besser und einfacher verkaufen kann?
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.892.209 von alzwo am 27.09.14 22:27:09
Zitat von alzwo: Leenis,
beeindruckend, daß du dich mit der mathematischen Struktur von OS beschäftigst.
Naja momentan geht es mir um die faire Bewertung von Europäischen Optionen, das ist nicht wirklich kompliziert, komplizierter wird es dann bei Amerikanischen.
Außerdem stellen die Emittenten eigentlich immer Kurse, die eine Ausübung sinnlos machen.

Ich glaube ihr redet von Optionsscheinen, ist mir jetzt auch erst im ersten Beitrag aufgefallen. Ich meine normale Optionen, die kann man beispielsweise über die Eurex handeln, da hat man keinen Emittenten als Gegenspieler ;)
...
es gibt durchaus Konstelationen, in denen es sich lohnt Optionen frühzeitig auszuüben. Dividenen sind zum Beispiel ein solcher Faktor.

Sinkende Volatilitäten und höhere Zinsen spielen auch eine Rolle bei einer frühzeitigen Ausübung.
...
Dass es sich nie lohnt eine Option frühzeitig auszuüben stimmt nicht, es lohnt sich selten, aber es gibt - bei Put Optionen öfter - Zusammenstellungen, in denen es sich lohnt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.892.251 von Leenis am 27.09.14 22:47:13
Zitat von alzwo: Leenis,
beeindruckend, daß du dich mit der mathematischen Struktur von OS beschäftigst.

Naja momentan geht es mir um die faire Bewertung von Europäischen Optionen, das ist nicht wirklich kompliziert, komplizierter wird es dann bei Amerikanischen.

Außerdem stellen die Emittenten eigentlich immer Kurse, die eine Ausübung sinnlos machen.


Ich glaube ihr redet von Optionsscheinen, ist mir jetzt auch erst im ersten Beitrag aufgefallen. Ich meine normale Optionen, die kann man beispielsweise über die Eurex handeln, da hat man keinen Emittenten als Gegenspieler ;)
Warum soll ich ausüben, wenn ich besser und einfacher verkaufen kann?


Es gibt durchaus Konstellationen, in denen es sich lohnt Optionen frühzeitig auszuüben. Dividenden sind zum Beispiel ein solcher Faktor.

Sinkende Volatilitäten und höhere Zinsen spielen auch eine Rolle bei einer frühzeitigen Ausübung.

Warum soll ich ausüben, wenn ich besser und einfacher verkaufen kann?

Dass es sich nie lohnt eine Option frühzeitig auszuüben stimmt nicht, es lohnt sich selten, aber es gibt - bei Put Optionen öfter - Zusammenstellungen, in denen es sich lohnt.

Anmerkung:

Kann man in diesem Forum seinen letzten Beitrag nicht editieren? Habe es leider mit den Zitaten verbockt, entschuldigt den Doppelpost, der erste ist aber nicht wirklich lesbar.

Schönes Wochenende allen!
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.892.266 von Leenis am 27.09.14 22:50:39Hallo alle zusammen,

ich habe die Diskussion verfolgt.

Ich habe ebenso das Buch von Hull gelesen, studiert, praktiziert. Ich trade seit ca. 15 Jahren Optionen an der Eurex, CBOT, ECBOT, NYMEX etc.

Ich muss vorab feststellen, dass Optionen das wohl meist missverstandenste Produkt in der Trader und Finanzwelt ist. In Deutschland beschäftigt sich kaum jemand mit Optionen, Eurex oder Euronexxt, etc. In den USA ist das Handeln mit Optionen geläufiger.

Wer die Optionsmärkte versteht und verfolgt, kann essentielle Rückschlüsse auf die mögliche, wahrscheinliche Entwicklung der Märkte, Aktien.

Die Korrektur des SP500 und vom DAX konnte man durch die Bewegungen an den Optionsmärkten absehen.

1. Es war der große Quartalsverfall der Optionen u.a. SP500 und DAX. Immer nach größeren Optionsverfalltagen entsteht ein neuer Trend. 1. Trend geht weiter 2. Gegentrend 3. Seitwärtstrend.

2. Vor drei Wochen haben große Insitutionelle Investoren enorm viele Oktober 2014 VIX Optionen mit Strike 22 gekauft. für 10 Millionen Dollar. D.h. wenn jemand für 10 Millionen Dollar bei einem VIX von 14 .... für 25 cent Optionen mit 6 Wochen Laufzeit Optionen mit Strike 22 kauft...weiss, was er tut. Am Freitag wurden großere Menge an Optionen glattgestellt mit 1 Dollar..

FAZIT: Die Infos kann man nachvollziehen...Volumen, Open Interest an den Optionsmärkten. An die großen halten! Die haben mehr wissen, Vorsprung als wir kleinen trader alle zusammen. Also diese Signale in die eigene Strategie einbauen.

Dies nur am Rande.

Konkret zu deiner Frage:
Unterschiede ist marginal. Ausübung hängt von deiner Strategie ab.
Alles hängt im Übrigen von der Strategie ab, vor allem, was jemand will.
Hedgen, Spekulieren, Stillhalten etc....

Info: Mit amerikanischen Aktien kann man als grosser Investor interessante Spielchen machen. bzw. den Aktienkurs manipulieren.

z.B. ich möchte Firma X puschen. Firma X hat einen Aktienpreis von 10 Dollar. Es werden amerikansche Optionen für Firma X gehandelt. Firma X ist durschnittlich groß. Ich kaufe am 01.01.00 für 100.000 Dollar Call optionen mit 5 Wochen Laufzeit mit Strike 11 Dollar und Aktien im Wert von 1 Millionen.
Der Market maker, der mir die Optionen verkauft, muss sich absichern, falls der Strike Preis erreicht wird...Wie? Er deckt sich langsam mit Aktien ein, weil er, falls der Strike erreicht wird liefern (weil amerikansich) muss = da er sich eindeckt, steigt der Preis...Der Preis steigt = ander Spekulanten springen auf den Zug...= Preis erreicht 12 Dollar = wir üben vor dem Verfall aus = market maker muss Aktien liefern und auf dem Markt kaufen = Preis steigt auf 13 Dollar = wir verkaufen unsere Aktien mit 30% (300.000 Dollar) und durch die Ausübung der Optionen noch einmal 100.000 = Dollar.

Alles legal, ist eine Logik der Märkte. Dies wird oft praktiziert bei bestimmten Marktszenairen, Firmengrößen etc. Bei Apple oder großen Firmen funktioniert dies natürlich nicht.

Beobachtet die Open Interest der Aktien oder Märkte die Ihr handelt. Diese sagen viel aus. Grundsätzlich mögen es die Stillhalter nicht, wenn die Strike Preise durchbrochen werden. BSP. SAP ist bei 60 Euro...Es gibt für die Oktober Optionen viele Open Interest beim strike 58 Dollar PUT...= 58 ist eine Unterstützung...= falls 57 for dem Verall im Oktober längerfristig gebrochen wird, müssen sich die Optionsverkäufer eindecken und shorten = Aktie fällt weiter und schneller..Faustregel: länger als 1 oder 2 Tage mehr als 30% unter oder über großen Open Interest Strike = häftige Bewegung durch Stillhaltereindeckungen

Gruss Martin
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.892.395 von brain2think am 28.09.14 00:00:40Hi, wollte auch noch einmal editieren...deshalb noch einmal eine Antwort, die sich auf meine vorherige Antwort bezieht.

Der Unterschied ist nicht wirklich relevant. Relevant ist, was du machen möchtest.

Meistens werden Optionen verkauft!! D.h. man sollte das Underlying besitzen und dann kann man ideal hedgen oder covern und die Rendite erhöhen.

Beliebte Stratgie ist der Covered Call. = Aktienkauf mit gleichzeitigem Verkauf von Optionen (gleiche Menge).

Ein Depot deltaneutral zu hedgen ist sehr anstrengend und bedarf größere Kapitalbeträge zum Manövrieren.

Für mich beste Strategien: Credit Spreads mit protective Optionen. Iron Condors, Iron Butterflies, married puts, covered calls, manchmal straddles, wenn VIX unter 12...short strangles bei VIX größer 18
Hallo an alle,

ich habe einige Fragen zu diesem interessanten Thread.

1. Werden Optionen nur an Börsen gehandelt? Bei Aktien und anderen Finanzinstrumenten gibt es ja noch den OTC Handel, multilaterale Handelssysteme, die den Handel intransparent machen.

2. Wie kann ich die Kontraktgröße der Optionen erfahren? Der Preis der Option wird ja immer pro Einheit des Basiswertes angegeben, aber eine Option hat ja eine Kontraktgröße, die mehr als eine Einheit des Basiswertes erfasst.

3. Wer kreiert die Optionen? Sind das die Optionsbörsen? Wer entscheidet über den Strike Price bei der Erstellung?

4. Ist es richtig, dass man mit Optionen nicht mehr als den Einsatz verlieren kann, im Gegensatz zu CFDs? Gilt das auch für Futures?

5. Muss man auf den Spread aufpassen. Haben illiquide Optionen einen großen Spread?

Allen einen guten Sonntag.
Und was ist die Open Interest?

Allen einen guten Sonntag.


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