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Rentabilität von Aktien trotz Abgeltungssteuer


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Hallo zusammen!

Ich bin jung und plane gerade erstmals den eigenen Vermögensaufbau. Jährlich rechne ich damit, etwa 10000 Euro dafür beiseite legen zu können.

Mein erster Impuls war das Investieren in ETFs und Aktien, weil die Renditechancen hoch wirken und ich den Gedanken angenehm finde, in Unternehmen investieren zu können.

Allerdings lese ich mich auch gerade in die Abgeltungssteuer ein und habe das Gefühl, dass diese absurd hoch ist. Wenn ich 30000 investiere und meine Aktie in einem guten Jahr 10% Gewinn macht, bleiben für mich als Lediger ohne Kirchenzugehörigkeit nur noch 2400 von 3000 Euro übrig. Würde ich 10000 Euro Gewinn machen, bleiben nur noch 7600 Euro übrig. Die Abgabe wirkt so hoch, dass ich das Gefühl habe, irgendetwas nicht verstanden zu haben.

Ist das der Fall? Sind Immobilien die bessere Anlageform als Aktien? Oder gibt es andere Anlageformen, auf die keine Abgeltungssteuer gezahlt werden müssen, die man als Profi typischerweise mit Aktien kombiniert?
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.792.871 von Frederik_Fell am 12.06.19 21:13:00Wenn du geringe Einkünfte hast, wäre dein Steuersatz nach Einkommensteuererklärung niedriger. Bist du Spitzenverdiener, freust du dich über nur 25% Abgeltungssteuer. Fürs Auswandern lohnen deine Erträge leider nicht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.792.871 von Frederik_Fell am 12.06.19 21:13:00Die Steuern werden dann fällig, wenn du die Aktie verkaufst. Wenn du die Aktie nach einem Jahr noch besitzt, zahlst du keine Steuern.

Immobilien sind steuerlich anders als Aktien und nicht zu vergleichen: Mieten versteuerst du mit deinem persönlichen Steuersatz, du kannst Abschreibungen und Kreditzinsen geltend machen, Wertzuwächse bei der Immobilie sind nach 10 Jahren steuerfrei und so weiter. Das muss man im Einzelfall sehen.

Auf jeden Fall sind Immobilien deutlich arbeitsintensiver als Aktien.

Ich finde deinen Entschluss gut, am Markt aktiv zu werden. Lass dich von den Steuern nicht abschrecken. 25 % von der Aktienrendite sind immer noch besser, als das Geld auf einem Tagesgeldkonto versauern zu lassen.
Man kann das Kapital auch in den Sparstrumpf legen, da zahlt man keine Steuern, genauso wie auf einem Sparkonto usw.

Ich freue mich immer wenn ich Steuern für Gewinne zahlen darf.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.794.434 von 1erhart am 13.06.19 06:41:20Ich habe mich mit den Steuern noch nie befasst. Wenn du sie zahlst hast du auch gut verdient.
Es werden auch Verluste anfallen die bleiben nicht aus diese kannst auch gegenrechnen. Also 10% in jedem Jahr wäre ein sehr gutes Ergebnis damit würde ich nicht planen.
Wie habe ich früher immer gesagt als es noch eine steuerfreie Haltedauer gab:

Lieber steuerpflichtige Gewinne als steuerfreie Verluste.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.792.871 von Frederik_Fell am 12.06.19 21:13:00Es wurde ja schon vieles geschrieben z.B. das die Steuer auf Buchgewinnen bei Aktien NUR beim Verkauf anfallen und nicht auf Buchgewinne.

Des weiteren schreibst du, das du Jung bist und somit am Anfang steht. D.h. das du anfangs sicher noch nicht den Freibetrag von 801,- Euro pro Jahr überschreiten wirst.

Bsp. du hast 10.000 Euro in Aktien (Buy and Hold) und bekommst 2,5% Dividenden pro Jahr auf die 10.000 Euro was 250 Euro entspricht. Damit liegst du unter den 801,- Euro sofern du einen Freistellungsauftrag erteilt hast.

Wie auch schon erwähnt liegt der persönliche Steuersatz (der ja auch bei Mieteinkünften als Grundlage dient) i.d.R. deutlich über 25% ... auf z.B. P2P Zinserträge musst du auch mit KapitalertragSteuer rechnen. Eine Anlageklasse OHNE Steuer wird schwer.

Ein privat genutztes Haus kann man schon nach m.E.n. nach 3 Jahren steuerfrei verkaufen, bei vermieteten Objekten ist die Haltefrist 10 Jahre und erst dann ist der Erlös steuerfrei.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.796.465 von Chris_M am 13.06.19 10:34:03Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten.

Ich habe das Gefühl, eine Sache noch nicht verstanden zu haben:

Aktien werden also nur beim Verkauf versteuert und nicht bei Buchgewinnen. Aber auf welche Summe wird beim Verkauf der Steuersatz tatsächlich angewandt?

Beispielrechnung:
Ich lege 20000 Euro an.
Im ersten Jahr mache ich einen Gewinn von 2000€. (=> 22000€)
Im zweiten Jahr mache ich einen Gewinn von 1000€. (=> 23000€)
Nach dem zweiten Jahr entschließe ich mich, nicht mehr in diese Aktie zu investieren. Welche Summe ist jetzt der Gewinn, auf den der Steuersatz angewandt wird?

a) Der Gewinn ist alles was über den ursprünglichen Kaufpreis hinausgeht, also die 3000 Euro.
Das würde aber keinen Sinn machen, weil es sich so nicht mehr lohnt, sein Geld über Jahrzehnte hinweg in dieselbe Aktie zu investieren. Außerdem müsste dann doch auch die Inflation eingerechnet werden.

b) Der Gewinn ist alles, was in dem Jahr der Abbuchung gewonnen wurde. Also die 1000€ des zweiten Jahres.
Auch das wirkt auf mich aber unsinnig. Denn dann muss ich doch einfach mit dem Verkauf warten, bis ich ein Jahr erwische, in dem ich keinen Gewinn mache. Würde ich mich an die Regel "abstoßen bei Verlust / ruhenlassen bei Gewinn" halten, würde ich damit nie Abgeltungssteuer zahlen müssen.

Übersehe ich da etwas oder ist eines dieser beiden Szenarien tatsächlich richtig?
Der steuerbare Gewinn ist immer Verkaufserlös minus Einkaufswert - Kosten für den Kauf und Kosten für den Verkauf.

In diesem Fall also 3000 minus 2 mal die bezahlten Transaktionskosten irgendwo zwischen 2950-2980 je nach Bank/Broker
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.798.718 von 1erhart am 13.06.19 14:44:13Vielen Dank für die Info.

Ich bleibe damit bei meiner ursprünglichen Irritation. Widerspricht das denn nicht diesem schlecht gereimten Merksatz "hin und her macht Konto leer"? Wenn die Abgeltungssteuer so funktioniert, bin ich doch geraten, jährlich ~ 10000€ zu verschieben, damit ich den Freibetrag mitnehmen kann. Bzw.: Statt nach dem zweiten Jahr meine 2000€ Gewinn mitzunehmen, würde ich dann doch eher in beiden Jahren jeweils 1000€ Gewinn umsetzen wollen.

Außerdem eine Folgefrage: Wenn ich in einem Jahr ein Aktienpaket mit einem Gewinn von 2000€ auflöse und gleichzeitig eines mit einem Verlust von 1000€ - wird der Verlust dann auf den Gewinn angerechnet?


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