Langfrist-Portfolio für Dividendenertrags- und Wachstumsaktien (Seite 2)



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Ich mache zurzeit in Süd Vietnam Urlaub und bekomme hautnah mit, wie man wegen des Coronavirus auf den Nachbarstaat China schaut. Ich hoffe, das diese Epidemie nicht aus dem Ruder läuft und die Chinesen es schaffen, diese Seuche unter Kontrolle zu bringen.

Gestern habe ich eine kleine Veränderung meiner Positionen im Portfolio vorgenommen. Statt 30 Aktien von Facebook habe ich jetzt nur noch 20 und habe dafür Bristol-Myers Squibb von 45 auf 77 Stück aufgestockt.

Ob die Entscheidung sich als richtig erweist, wird die Zukunft zeigen. Nach wie vor sind die Fundamentaldaten von Facebook sehr gut, allerdings ist das Kostenwachstum wegen diverser Datenschutzskandale nicht von Pappe. Hinzu kommen ja noch die Gefahr regulatorische Maßnahmen und die zunehmenden Auswirkungen der globalen Datenschutzbestimmungen seitens einiger Regierungen. Dass Umsatzwachstum ist allerdings exzellent.

Aufgestockt habe ich Bristol-Myers Squibb, dieses Pharmaunternehmen glänzt mit soliden Fundamentaldaten und ist auf derzeitigen Niveau meines Erachtens attraktiv bewertet, zumal dieses Unternehmen eine umfangreiche Produktpipeline mit vielversprechendem Potenzial für die kommenden Jahre aufgebaut hat. Die kürzlich erfolgte Übernahme von Celgene ist aus finanzieller und strategischer Sicht sinnvoll. Das Management schätzt, dass die Akquisition den Gewinn pro Aktie um 40% steigern wird und dass sich die aus der Akquisition resultierenden laufenden Kostensynergien über einen Zeitraum von drei Jahren voraussichtlich auf 2,5 Milliarden US-Dollar belaufen werden.

Allerdings ist zu bedenken, dass der Kurs der Aktie schon einen gehörigen Teil eskomptiert hat.
Ein ereignisreiches erste Halbjahr ist rum, es ist Ziet für ein Update von meinem Dividenden- und Wachstumsportfolio. Der Coronavirus hat gezeigt, wie schnell Aktien sinken können.

Eine Kaufen-und-Halten Strategie hört sich simpel an, allerdings ist die Umsetzung in Krisenzeiten gar nicht mal so einfach. Zuviele Unwägbarkeiten (Pandemie) oder in der Politik und Weltwirtschaft widersprechen oftmals diese Art von Strategie. Eine gewisse Flexibilität ist allemal sinnvoller, als ein stures Festhalten. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass der Langfristinvestor erfolreicher agiert, als der Zocker, der nur auf kurzfristige Gewinne aus ist.

Nach wie vor besteht der Großteil meines Portfolios aus Basiswerten, die ich nicht mehr verkaufen möchte, weil das Geschäftsmodell profitabel und nebenbei noch eine nicht zu verachtende Dividende generiert.

Momentan befinden sich 26 Werte im Portfolio
Gesamtsumme: 195.470 €
Stand: 12:20 Uhr

1) 1200 Stk. Deutsche Post => 20,07 % (Logistik)
2) 100 Stk. MSFT => 9,30 % (Software & Cloud)
3) 40 Stk. MA => 5,4 % (Finanzdienstleister)
4) 60 Stk. V => 5,30% (Finanzdienstleister)
5) 160 Stk. WPC => 5,03 % (Immobilien/Reit)
6) 180 Stk. O => 4,95 % (Immobilien/Reit)
7) 350 Stk. OHI => 4,67 % (Immobilien/Reit)
8) 380 Stk. MMC => 4,47% (Rohstoffestoffe)
9) 460 Stk. GSK => 4,29% (Pharmaunternehmen)
10) 50 Stk. PYPL => 3,99 % (Finanzdienstleister)
11) 70 Stk. ABBV => 3,14 % (Bio & Pharmaunternehmen)
12) 30 Stk. BABA => 2,97 % (E.Commerce & Cloud)
13) 200 Stk: MAIN => 2,81 % (BDC/Risikokapitalgeber)
14) 25 Stk. NEE => 2,75 % (Versorger)
15) 100 Stk: BMY => 2,70 % (Bio & Pharmaunternehmen)
16) 140 Stk. BTI => 2,47 % (Lebensmittel/Genussmittel)
17) 30 Stk. MKC => 2,43 % (Lebensmittel/Genussmittel)
18) 20 Stk. FB => 2,07 % (Kommunikatonsplattform)
19) 3 Stk. TogetL => 1,95% (Hightech & Cloud)
20) 30 Stk: JNJ => 1,94 % (Pharmaunternehmen & Medizintechnik)
21) 130 Stk. T => 1,82 % (Telekommunikation)
22) 1000 Stk. BP => 1,77% (Öl & Gas)
23) 140 Stk. SSE => 1,08 % (Versorger)
24) 50 Stk. CSCO => 1,07% (Computer/Infrastruktur)
25) 12 Stk. EUZ => 0,94 % (Medizintechnik)
26) 250 GAZP. => 0,62 % (Gas)

Wie aus meinem Portfolio ersichtlich, fokusiere ich mich auf relativ solide Wachstums- und vor allem Dividendenakten. Wobei ich die Dividenden reinvestiere. Eine Diversifisierung in verschiedene Sektoren ist dabei von elementarer Bedeutung. Eine Diversifizierung des Portfolios schützt zwar nicht vor Verluste, ist aber für eine Langfriststrategie unerläßlich.

Es bleibt aber jedem Investor selbst überlassen, welche strategischen Aspekte Priorität genießen.

Portfolioveränderungen
Seit dem Ausbruch der Coronakrise sind einige Positionenveränderungen wegen unternehmensspezifische Faktoren vorgenommen.

Dass Lebensalter spielt bei Engagements in Aktien eine zunehmende strategische Rolle. Dass Chance/Risiko-Verhältnis wird zunehmend konservativer.
Mein Ziel als Rentner ist es, einen stetig wachsenden Einkommensstrom aus Dividenden generieren zu können. Dementsprechend sind auch vorwiegend meine jüngsten Anlageentscheidungen getroffen worden.

Verkauft wurde der komplette Bestand von Freenet, wegen der Dividendenstreichung und Shell B wegen einer gravierenden Dividenkürzung. Bei Sixt VZ und den Hypotheken-Reit Arbour waren es die verschlechterten Geschäftsaussichten, bzw. die aufkommenden Gefahren durch die Coronakrise.

Ebenfalls verkauft habe ich den Bio-Pharmawert Gilead. Dieses Pharmaunternehmen ist zwar kursmäßig nicht eingebrochen, hat aber nicht überzeugen können, und das trotz eines aussichtsreichen Medikamentes (Remdesdivir) gegen Corona. Auch der Bestand der Aktien von Wirecard wurden wegen der intransparenten und betrügerichen Geschäftgebaren - der EK betrug 139 € - komplett für 104 € verkauft. Data Group zu verkaufen war ein Fehler. Ein wenig reduziert wurde die Position von Facebook und Alibaba.

Der BDC-Wert ARCC wurde ebenfalls komplett verkauft und dafür die Position von Main Street verdoppelt, die im gleichen Sektor zu Hause sind. Main Street hat wegen der Coronakrise mächtig was auf die Mütze bekommen, ist aber meines Erachtens geschäftsmäßig ein wenig solider aufgestellt. Zu berücksichtigen ist aber, dass BDC 's bei einer echten Rezession überproportional negativ reagieren.

Dazu gekauft wurden das Pharmaunternehmen ABBV, die meines Erachtens mit der Übernahme von Allergan (die Kosten von 63 Milliarden Dollar allerdings sind kein Pappenstiel) aussichtsreich ist. Die relativ hohe Verschuldung durch die Übernahme Allergan durch ABBV ist handhabbar. Die Schulden sind jedoch gut durch den operativen Cashflow gedeckt. Die Dividendenrendite liegt bei 5 Prozent. Ich erwarte für die kommenden Jahre Dividendenerhöhungen und ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Aufgestockt habe ich BMY, die mit der Übernahme von den Krebsspezialisten Celgene (74 Milliarden Dollar) eine vielversprechende Pipeline aufweist. Auch hier ist die Verschuldung des Unternehmens kein Pappenstiel. Dementsprechend sind die Fundamental- und Bewertungsdaten noch relativ moderat.

Allerdings, diesen Sachverhalt sollte man nicht außer Acht lassen, bei US-Pharmaunternehmen besteht stets die Gefahr von einer regulatorischen und gesetzgeberischen Maßnahmen zur Senkung der Arzneimittelpreise. Bei einem Sieg der „Demokraten“ könnte das negative Auswirkungen haben.

Gekauft wurden die Dividendenaktien British American Tobacco und SSE. Hier ist das Kurssteigerungspotenzial zwar begrenzt, aber dafür stimmen die Dividenden, zumal es britische Aktien sind.

Neu dazu gekommen ist das das Medizintechnik Unternehemen Eckert Zieger. Hier gehe ich von eienem guten Wertsteigerungspotenzial aus.

Aufgestockt habe ich den Dividenwert Norilsk Nickel. Das zweifellos gegebene Länderrisiko ist bei dieser russischen Aktie meines Erachtens eingepreißt.

Die Corona-Krise hat den Reit-Sektor ordentlich durcheinnder gewirbelt. Viele Reits haben sich bisher kursmäßig noch immer nicht vollständig erholt und liegen 20 bis 30 Prozent unter den Höchstständen. Noch immer gibt es Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Und die Gefahr einer zweiten Coronawelle ist noch immer virulent.

Ebenfalls aufgestockt habe ich OHI, Realty Income und WPC. Diese US-Firmen generieren alle dividendendeckenden Cashflows. OHI, O und WP Carey sind meines Erachtens fair bewertete Blue-Chip-REITs mit überdurchschnittliche Dividendenrenditen, allerdings mit vorwiegend niedrigen Dividendenwachstumsraten. WPC ist neben O einer der größten Triple-Net-Lease-REITs. Netto-Leasing-REITs sind zwar weitgehemd rezessionsresistent, aber nicht immun gegen wirtschaftliche Stillstände. Darüber hinaus sind Reits ziemlich zinssensitiv und reagieren bei steigenden Zinsen dementsprechend im Kurs negativ. Die Zeiten von steigenden Zinsen sind wegen der Schuldenorgie allerdings voerst voerbei.

Solange die ultralockere Geldpolitik der Notenbank anhält, stehen die Börsenampel auf GRÜN.
Da können diverse Crashpropheten noch so ihre Horror-Szenarien runterbeten, sie liegen meistens falsch.

Der Hauptteil meines Portfolios - 62 Prozent – sind Dividendenwerte, mit einer Mindestdividende von 3 Prozent.

Kriterien für meine Langfriststrategie:
Gutes und aktionärsfreundliches Management, profitables und nicht allzu zyklisches Geschäftsmodell, möglichst nicht allzu große Kapitalintensivität, Rentabilität, Produkt- und Marktpostionierung mit kontinuierlichem Wachstum und langfristiges Aufwärtspotenzial, bei Rendite/Dividende.

Bilanz-, Markt- und Konkurrenzsituation
Ein Unternehmen mit einer schönen langlährigen regelmäßigen Umsatz- und Dividendenerhöhung sollten den Aktienkurs im Laufe des Jahres um einen ähnlichen Betrag steigen lassen und dementsprechend den Dividendenbetrag anpassen. Wer möchte nicht in Unternehmen investiert sein, die ihre Dividenden in guten wie in schlechten Zeiten steigern können?

Einige Verkaufskriterien:
Verschlechterung der geschäftlichen Tätigkeit, zum Beispiel zunehmender Wettbewerb nebst mangelnder Produktaktzeptanz der Konsumenten, wegen ökologischer Nachhaltigkeitsaspekte, mit einhergehenden sinkenden operativen Margen. Drastische Kürzung oder gar Streichung der Dividende.
Politische Instablität, Reglementierungswut und antimarktwirtschaftliche und womöglich sozialistische Fisimatenten mitsamt ihrer verkorksten Ideologie.

Eurozone
Letzteres trifft zunehmend auf Deutschland und Frankeich zu, und ist somit generell ein Problem für die gesamte EU, die ein sinnvolles Investmemt in dieser grün-sozialistischen Eurozone risikoreicher machen. Da helfen auch nicht die überdimensionierten Hilfspakete (1,3 Billionen) für die Euroländer wenig.

Anleihen
Anleihen bleiben aufgrund der Nullzinspolitik unattraktiv. Risikoreichere Vermögenswerte wie Aktien werden meines Erachtens auf absehbare Zeit weiterhin stark nachgefragt und damit relativ teuer bleiben. Dass es in einigen Sektoren zu einer Hype kommen kann, das heißt zur einer Entkopplung des „wahren Wertes“, ist ein stets wiederkehrendes Phänomen. Momentan sieht man es bei Brennstoffzellen/Wasserstoff.

Markus Koch
Bedenklich ist folgendes Zitat: „Die Aktien bankrotter Unternehmen und von Firmen die keinerlei Umsatz haben boomen und gehen durch die Decke. Wertpapierkredite werden rasant ausgeweitet, mit einem Boom auch bei Kaufoptionen“, so Markus Koch.
Da hat der gute Mann natürlich recht, denn wenn zunehmend Aktien auf Pump gekauft werden, dann ist das eine ungesunde und letztlich eine gefährliche Entwicklung. Somit darf man die Gefahr einer Blasenbildung an der Börse nicht völlig außer Acht lassen.

Konkret: Ein Teil des von den Notenbanken zur Verfügung gestellten Geldes fließt tatsächlich nicht in die Realwirtschaft, sondern die lockere Kreditvergabe führt geradewegs dazu, dass auch vermehrt mit geliehenem Geld an den Aktienmärkten spekuliert wird. Allein in den USA summierten sich derartige Kredite im April auf 525 Milliarden Dollar, nach 479 Milliarden Dollar im März.

Gold und Betongold
Gold wirft keine Zinsen ab, dient aber letztlich zum Vermögensschutz, sollte die Inflation irgendwann mal anspringen, was ja aufgrund der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken durchaus eines Tages Realität werden kann. Betongold birgt die Gefahr von staatlichen Eingriffen, man denke nur mal an die Mietpreisbremse und vor allem an die Diskussion über die Verstaatlichung in Deutschland.

Die Brüsseler Komsomolzen
Diese EU-Politkommisare generieren einen intransparenten und bürokratisch-regulatorischen Autokratismus, nebst hoher Verschuldung, der für Investoren im Euroraum zunehmend belastend wirkt.

Staatsverschuldung und Devisen
Allerdings gilt eine weltweite Zunahme der Staatsverschuldung. China, Japan und der Dollarraum bilden ja keine Ausnahme. Der Devisenmarkt gilt ja bekanntlich als Seismograph. Wehe, wenn an den Finanzmärkten die Vertrauensbasis einer Währung kippt. JAPAN hat zum Beispiel eine Staatsverschuldung von über 200 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes. Trotz alledem hält sich der Yen noch erstaunlich stabil. Mit anderen Worten, die allgemeine Staatsverschuldung ist noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Und allen Unkenrufen zum Trotz, der Dollar ist immer noch die Weltleitwährung, mit anderen Worten, der US-Dollar ist und bleibt währungstechnisch das Maß der Dinge. Wie lange das so bleibt, kann kein Ökonom mit Bestimmtheit sagen können.

Raimund Brichta
Die vielen Crashpropheten unterschätzen die Kreativität der Notenbanken. Dass die Staatsschulden nie wieder zurückgezahlt werden – fast jedwedes Geld wird ja bekanntlich durch Kreditvergabe geschaffen – steht auf einem anderem Blatt.
Raimund Brichta's Buch "Die Wahrheit über Geld" erklärt eindrucksvoll wie Geld in die Welt kommt.

Auslöser einer Aktienbaisse
Eine Baisse am Aktienmarkt – historisch betrachtet – geht beinahe stets mit eine Straffung der Geldpolitik der Notenbanken einher. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung aller relevanten Industriestaaten ist allerdings mit einer Zinserhöhung nicht zu rechnen, es sei denn, man fährt die Ökonomie gänzlich in die Grütze. Ich sehe aber weit und breit keine katastrophale restriktive Sparpolitik a la Brüning, sondern genau das Gegenteil.

Die tolle Geldschwemme der Notenbanken
Für uns Aktienbesitzer ist jedenfalls die Geldschwemme der Notenbanken (vorerst) ein tolles Geschenk. Ich sage dazu: Diese Geldorgie muss mit Schmackes weitergemacht werden. Solange die Musik für sehr viel Klimpergeld spielt, wird auf der Titanic, pardon, auf dem Börsenparkett weiter getanzt.

Irgendwann werden Edelmetallaktien mal richtig interessant.
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.250.839 von Redmarat am 01.07.20 12:38:09Ich würde dir 20 Daumen geben, geht leider nicht...Mach bitte weiter...👍


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