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Bald nur noch halbe Rente für Kinderlose?

der artikel steht unten !

müssen die kinderlosen, solange sie kinderlos sind dann auch nur halbe biträge zahlen ???


was ist das bloß schon wieder für ein schwachsinn ?
Dieser hirnverbrannte Schwachsinn wird vorm Verfassungsgericht in Karlsruhe nie bestehen.

Wenn das System nicht mehr funktioniert muß man das System eben den Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Menschen anpassen, nicht die Menschen dem System anpassen.

Also Sozialversicherung wie in den USA aber mit einer garantierten Mindestrente für jeden. Darüberhinaus muß sich jeder selbst versichern und zwar mit freier Wahl und nicht so einem Riester-Quatsch.
Die Politiker haben schon immer Ihre Bürger betrogen.
Die Sozies erst recht!!!
Aber das Volk ist nun mal blöd und wird es immer bleiben!!!
Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten hat Herr Sinn vom Ifo-Institut sicherlich recht. Ob man das verfassungskonform umsetzen kann, ist die nächste Frage. Den Menschen muss aber klar gemacht werden, dass Paare, die heute kinderlos sind, den entscheidenden Beitrag zur Finanzierung der eigenen Rente nicht leisten (trotz der Beträge zur Rentenversicherung, die sie derzeit einzahlen!).

Herr Sinn hat berechnet, dass bei Fortschreibung der derzeitigen Geburtenzahlen und der jetzigen Beitragszahlungen in die Rentenversicherung das Rentenniveau im Jahre 2035(!) um die Hälfte sinkt. Die Rentenbeiträge wird man sicherlich kaum auf 40% des Bruttolohns erhöhen können...
Das meine ich aber gerade:

Wenn die Gesellschaft sich dahingehend verändert, daß nicht mehr so viele Kinder geboren werden (anhand der Aussichten von Überbevölkerung und Wassermangel, um nur Einiges zu nennen, auch zu verstehen), dann muß sich eben das System ändern.
Es kann nicht sein, daß Menschen bestraft werden, nur weil sie keine Kinder haben, kriegen oder wollen.

Der Generatonenvertrag kann nicht mehr funktionieren, wenn die Familie (ganz zu schweigen von der Großfamilie) eben in dieser Form wie in den letzten Jahrhunderten nicht mehr besteht.

Aber in diese Richtung zu denken ist wohl allen zu hoch, bzw. das erfordert eben konsequente Einschnitte und Umstellungen.
Da ziehen aber alle den Schwanz ein (nicht nur im Ehebett, haha).
Die Gesellschaft veränder sich u.a., weil das Rentensystem Fehlanreize setzt. Das bestehende Rentensystem verwischt nämlich den Zusammenhang zwischen Zukunftssicherung und Nachwuchs. Dieser Zusammenahng bestand aber zu jeder Zeit und wird auch in jeder Gesellschaft weiter bestehen.
Reicht`s nicht, daß Kinderlose das Kindergeld, Sozialhilfeanteil für Kinder, Schule, Krankenkasse etc. etc. für Kinder bzw. deren Eltern mitfinanzieren??

Es lebe der Lebensborn!
Mehr Kinder braucht das Land,
dann können wir wieder in Polen einmarschieren, denn dann brauchen wir mehr LEBENSRAUM ! :mad:
Man kann sich leider nicht immer nur die angenehmen Sachen heraussuchen und jede Gesellschaft unterliegt bestimmten Zwängen. Einer dieser Zwänge ist eben der, das die Nachgeborenen die Alten ernähren. Zu denen werdet Ihr Schreihälse irgendwann gehören. Und eine Entscheidung gegen Kinder, wie immer man sie sich selbst gegenüber begründet, ist ein sich ausgrenzen und im Prinzip sogar unnatürlich. Denn bestreben eines jeden Lebewesens ist es doch wohl seine eigene Art zu erhalten und nicht sich aktiv am Aussterben zu beteiligen. Und kommt bitte nicht mit dem Verweis auf Bevölkerungszuwachs in irgendwelchen Hungergebieten. Die ernähren Euch nicht. Seht erhöhte Beiträge eher als Preis für die angebliche Freiheit der Entscheidung gegen Kinder. Verstehen kann ich eine solche Haltung noch bei Teenies. Wenn man sich der 30 nähert, sollte man bestimmte Zusammenhänge verstanden haben. Aber spätestens mit 50-60 kommt auch bei Euch diese Erkenntnis. Dann habt Ihr viel Zeit mit Euch allein zum Nachdenken.
Reicht`s nicht, daß Kinderlose das Kindergeld, Sozialhilfeanteil für Kinder, Schule, Krankenkasse etc. etc. für Kinder bzw. deren Eltern mitfinanzieren??

Nee, denn Kinder bedeuten weitaus mehr Kosten, zum Beispiel das unbedingte Ende der beruflichen Karierre.
Ich weiss , dass viele von euch sich im Grunde für unsterblich halten, aber wenn ihr nach einem zerebralen Infarkt dann sabbernd auf dem Krankenlager liegt, dann könnte es sein, dass ihr ein dann erwachsenes Kind wünscht, dass euch einmal im Tag von den Dekubituswunden weggedreht wird. Es sei denn, ihr habt dann 6000 Euro pro Monat für ein vernünftige Altenpflegestelle übrig.

So einfach ist das....
Klar brauchen wir viel mehr Kinder.
Bin sicher dass mindestens 300 Mio Menschen in Deutschland Platz haben, bei dann wesentlich verbesserten Lebensverhältnissen (150 Mio Autos, etc...).
Aber was machen wir, wenn diese Zahl erreicht ist?
Weiter auf 600 Mio erhöhen? Oder 1 Mrd? Noch mehr?

Jemand muss noch eine Formel erfinden, wie man eine unbegrenzt wachsende Bevölkerung in einem begrenzten Land unterbringt.
@#5 von KerlleNaa


"Wenn die Gesellschaft sich dahingehend verändert, daß nicht mehr so viele Kinder geboren werden (anhand der Aussichten von Überbevölkerung und Wassermangel, um nur Einiges zu nennen, auch zu verstehen), dann muß sich eben das System ändern."


Wenn in Deutschland(Europa) die Bevölkerung schrumpft, gibt es in Äthiopien(Afrika) mehr Wasser ???
Hab ich irgendwas in der Schule in Erdkunde verpasst ??? ;):):):)


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@#10 von bofex

Wo siehst du 300 Millionen Menschen in Deutschland ??? ;):)


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Vor uns: 30 magere Jahre

Von Meinhard Miegel




Seit den siebziger Jahren wird in Deutschland rund ein Drittel des Erwirtschafteten für soziale Zwecke vom Arbeitslosengeld über die Jugendhilfe bis hin zur Rente ausgegeben. 2001 waren das 676 Milliarden Euro oder 8250 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Von diesen Ausgaben fließen etwa 80 Prozent über die vier großen Sozialsysteme der gesetzlichen Alterssicherung, der Kranken- einschließlich der Unfallversicherung, der Pflegeversicherung und der Arbeitslosenversicherung sowie über die Sozialhilfe.

Die Mehrzahl der Bürger ist mit diesen Leistungen zufrieden. Allerdings fühlt sich immerhin gut ein Fünftel bei Krankheit, mehr als ein Drittel im Alter und ein noch größerer Anteil bei Arbeitslosigkeit durch die Sozialsysteme nur schlecht versorgt. Der Anteil derer, die die Sozialleistungen hingegen als zu hoch ansehen, ist gering.

Umgekehrt stöhnt die große Mehrheit über die Kosten des Sozialaufwands. 17 Prozent fühlen sich von ihnen überfordert, für weitere 58 Prozent liegen sie an der Grenze des Erträglichen. Dass das kein leeres Gerede ist, beweisen jene etwa zehn Millionen Erwerbstätigen, die als Voll- oder Teilzeitkräfte mehr oder minder regelmäßig schwarzarbeiten und sich so den Anforderungen des Sozialstaats entziehen. Ganz ähnlich verhält sich die große Schar derer, die zu den fragwürdigsten Mitteln greift, um ihre Steuerlast zu mindern.

In der Mühle dieses Widerspruchs wird der Sozialstaat zerrieben. Seine Leistungen können nicht opulent genug sein. Doch bei der Bezahlung dieser Wohltaten zeigen sich die Bürger zugeknöpft. Dabei steht dem Sozialstaat seine eigentliche Bewährungsprobe erst noch bevor. Der Grund: die rapide Alterung der Bevölkerung.

Menschen ab 55 Jahren sind die mit Abstand wichtigsten Empfänger sozialer Leistungen. Anfangs beanspruchen sie in steigendem Maße die Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Wenige Jahre später setzen massive Renten- und Pensionszahlungen ein. Zwar erlöschen damit Ansprüche an die Arbeitslosenversicherung. Gleichzeitig steigen jedoch die Lasten für die Krankenversicherung weiter; zudem mehren sich die Pflegefälle. Die Folge: Je älter die Bevölkerung wird, desto höher wird auch der Sozialaufwand. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Eine halbe Million Bürger ist älter als 90 Jahre

Als in den fünfziger Jahren die großen sozialen Sicherungssysteme ihren heutigen Zuschnitt erhielten, war die Bevölkerung jung. Am Ende jenes Jahrzehnts, 1960, hatten erst 17 Prozent das 60. und 2Prozent das 80. Lebensjahr überschritten. 53 000 Bürger waren älter als 90. 100 20- bis 60-Jährigen standen 31 über 60-Jährige gegenüber. Bis heute hat sich der Anteil der über 60-Jährigen auf 24 Prozent, jener der über 80-Jährigen auf 4 Prozent und die Zahl der über 90-Jährigen auf rund 500 000 erhöht. 100 20 bis 60-Jährigen stehen jetzt 43 über 60-Jährige gegenüber.

Bereits diese recht mäßige Zunahme des alten Bevölkerungsteils hat in Verbindung mit wachsender Arbeitslosigkeit die sozialen Sicherungssysteme in größte Schwierigkeiten gebracht. Das ursprüngliche politische Versprechen, den individuellen Lebensstandard bei Arbeitslosigkeit oder im Alter, im Krankheits- oder Pflegefall zu gewährleisten, wird nirgendwo mehr eingelöst. Überall werden unvermeidliche Einschnitte vorgenommen. Würde heute beispielsweise die Eckrente nach der bis 1977 gültigen Methode berechnet, wäre sie um ein Drittel höher, als sie tatsächlich ist. Kaum anders sieht es bei den übrigen Sicherungssystemen aus. In der Krankenversicherung wird der Leistungskatalog fortlaufend kürzer, während die Selbstanteile steigen. Auch bei der Arbeitslosenversicherung wird ungleich spitzer gerechnet als früher. Trotzdem sind die Abgaben für soziale Zwecke bis in jene Höhen gestiegen, die viele nicht mehr erklimmen können oder wollen. Dabei war das alles nur ein Vorgeplänkel. Der große Alterungsschub kommt noch.

Bis 2040 dürfte der Anteil der über 60Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf 40 Prozent steigen. 100 20- bis 60-Jährigen werden dann 86 über 60-Jährige gegenüberstehen - doppelt so viele wie gegenwärtig. Mehr als jeder zweite Erwachsene wird älter als 55 Jahre sein und sich damit in der sozialpolitisch besonders relevanten Lebensphase befinden. In einer Bevölkerung, die ohne Zuwanderer voraussichtlich noch etwa 66 Millionen Menschen zählen wird, werden 7 Millionen älter als 80 und 1,4 Millionen älter als 90 Jahre sein. Schätzungsweise 100 000 werden das 100. Lebensjahr überschritten haben.

Diese Zahlen sind keineswegs spekulativ. Alle, die 2040 älter als 38 Jahre sein werden, sind nämlich schon unter uns, namentlich die dann 60-, 80- und 90-Jährigen. Verschiebungen könnte es nur noch im zahlenmäßigen Verhältnis von den Jüngeren zu den Älteren geben, weil in Zukunft der Renteneintritt hinausgeschoben und darüber hinaus die Reihen der Jungen möglicherweise durch einen Zustrom junger Zuwanderer oder einen Wiederanstieg der Geburtenrate gestärkt werden. Aber selbst dann werden ohne tiefgreifende Veränderungen der Sozialsysteme der aktiven Generation künftig Lasten aufgebürdet, die ihr schlechterdings nicht aufgebürdet werden können. Wiederum sprechen die Zahlen für sich:

Gegenwärtig führen abhängig Beschäftigte und ihre Arbeitgeber über 41 Prozent der Bruttolöhne als Sozialbeiträge an die sozialen Sicherungssysteme ab. Werden diejenigen Steueranteile einbezogen, die ausschließlich der ergänzenden Finanzierung dieser Systeme dienen, sind es sogar gut 50 Prozent. Hinzu kommen sonstige Steuern. Nimmt nun der zu versorgende Altenanteil in der zu erwartenden Größenordnung zu, steigt bei Beibehaltung der derzeitigen Sozialsysteme die Belastung der Aktiven unter optimistischsten Annahmen auf mindestens zwei Drittel, abermals zuzüglich Steuern.

Ein solches Szenario darf nicht Wirklichkeit werden. Schon heute macht der Unmut der Bevölkerung über die hohen Abgaben den Parteien zu schaffen. Deshalb versprechen sie in seltener Einmütigkeit, den Aufwand des Staates nicht nur nicht weiter zu erhöhen, sondern ihn sogar deutlich zu senken. Seit langem geht etwa die Hälfte der jährlich erwirtschafteten Mittel durch die öffentliche Hand. Binnen weniger Jahre sollen es nur noch etwa 40 Prozent sein. Dabei wissen alle Kundigen, dass diese Rückführung im Wesentlichen zu Lasten des Sozialbereichs gehen muss. Denn der hat mit zwei Dritteln der Staatsausgaben nicht nur das größte Volumen. Entscheidend ist, dass in den anderen Bereichen - innere und äußere Sicherheit, Schulen und Universitäten, Straßen und Brücken oder Kunst und Kultur - nur wenig zu holen ist. Deshalb müssen die Ausgaben im Sozialbereich um mindestens 25, eher aber um 30 Prozent sinken, wenn die Staatsausgaben, wie versprochen, um ein Fünftel zurückgeführt und die sonstigen Aufgabenbereiche - wie sachlich geboten - hiervon nur marginal berührt werden sollen.

Und das bei einem steilen Anstieg der Zahl Leistungsberechtigter! Nimmt diese Zahl in den kommenden 40 Jahren auch nur um die Hälfte zu, erneut eine extrem systemstützende Annahme, und soll die Rückführung des Staatsanteils erstens nicht bloßes Wortgeklingel und zweitens von gewisser Dauer sein, sinken die Sozialleistungen auf etwa die Hälfte ihres derzeitigen Niveaus. Absolut könnte ein Teil dieses Rückgangs durch das Wachstum der Wirtschaft abgefangen werden. Doch müsste dieses Wachstum erheblich stärker als in der jüngeren Vergangenheit sein, um auch nur absolute Einkommensverluste zu vermeiden. Ob das in einer rapide alternden Bevölkerung gelingt, sei dahingestellt. Programmiert ist hingegen in allen Sozialbereichen ein massiver Rückgang des relativen Versorgungsniveaus, das für die Aufrechterhaltung des Lebensstandards maßgeblich ist. Damit wird genau das eintreten, wogegen sich die meisten stemmen und wovor der Politik graust: Bei einer allenfalls mäßig sinkenden Abgabenlast werden die Sozialleistungen - zumindest gemessen am Wohlstand der Bevölkerung - abstürzen.

Die Politik weiß nicht, wie sie dieser Entwicklung begegnen soll. Zu lange hat sie den Handlungsbedarf geleugnet, und auch heute erkennt sie ihn nur zögernd an. Die Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2002 spiegeln das wider. Um die Stimmungslage der Bevölkerung zu treffen, nähren alle weiterhin Illusionen. Am mutigsten sind noch die kleinen Parteien. Sie wagen, die Herausforderungen zumindest andeutungsweise zu benennen.

Was diese jedoch letztlich für die Bürger bedeuten, bleibt auch bei ihnen im Dunkeln. Die beiden Großen geben sich wolkig. Die SPD meint, insbesondere mit ihrer Rentenreform schon genug Zukunftsweisendes getan zu haben. Die Union setzt ein wenig stärker auf Eigenvorsorge, deren Ausmaß sie aber sorgfältig unter der Decke hält. Das Fazit aus diesen Programmen ist: So lassen sich die anstehenden Probleme nicht lösen. Die Lösung ist: von der staatlich organisierten Lebensstandardsicherung der Bevölkerungsmehrheit zur solidarischen Grundsicherung für alle. Wer diesen Weg nicht mitgehen will, muss die Gesetze der Mathematik außer Kraft setzen.

Das Umsteuern beginnt bei der Sozialhilfe. Auf sie sollten künftig nur noch mittellose Nichterwerbsfähige Anspruch haben. Für mittellose Erwerbsfähige sollten hingegen nicht Sozialämter, sondern Beschäftigungsagenturen zuständig sein, die die derzeitigen Arbeitsämter ersetzen. Diese Beschäftigungsagenturen weisen den Leistungsberechtigten reguläre Erwerbsarbeit oder gemeinnützige Tätigkeiten oder unter Umständen beides nach. Erzielt ein Leistungsberechtigter in seiner Erwerbsarbeit ein Nettoeinkommen in Höhe des individuellen Sozialhilfeanspruchs eines Nichterwerbsfähigen (zuzüglich eines arbeitsbedingten Mehraufwandes), hat sich der Fall erledigt. Bleibt sein Nettoeinkommen darunter, erhält er ein ergänzendes Sozialgeld. Dieses Sozialgeld beträgt 100 Prozent des individuellen Sozialhilfeanspruchs, wenn Leistungsberechtigte ausschließlich gemeinnützige Tätigkeiten ausüben. Verweigern sie sich solchen Tätigkeiten, erlischt der Sozialgeldanspruch. In den Grundzügen ist diese Regelung im geltenden Recht bereits angelegt. Sie bedarf jedoch der Weiterentwicklung und konsequenten Umsetzung.

Jeder dritte Arbeitslose strebt nicht ernsthaft einen Job an

Damit ist zugleich eine Brücke zur Reform der Arbeitslosenversicherung geschlagen. In einem ersten Schritt sind alle registrierten Arbeitslosen herauszufiltern, die - aus was für Gründen auch immer - nicht ernsthaft eine Beschäftigung anstreben. Das ist bei schätzungsweise jedem Dritten der Fall. Umso besser können die Beschäftigungsagenturen ihre Vermittlungsbemühungen auf die wirklich Arbeitssuchenden konzentrieren. Dabei sollten Arbeitnehmer den Verlust ihres Erwerbseinkommens - oder anders gewendet: die Aufrechterhaltung ihres individuellen Lebensstandards - nur für 12 oder allenfalls 18 Monate versichern müssen. Wer länger versichert sein will, kann privat Vorsorge treffen. Nach Ablauf des gesetzlichen und gegebenenfalls privaten Versicherungsschutzes sollte auch in der Arbeitslosenversicherung das Prinzip der solidarischen Grundsicherung gelten. Von diesem Zeitpunkt an haben alle gleiche Rechte und Pflichten. Nur wer die Voraussetzungen der Sozialhilfe erfüllt, erhält ein Sozialgeld, sofern er die entsprechenden Gegenleistungen erbringt. Das Sozialgeld ist steuerfinanziert.

Die Beschäftigungsagentur sollte künftig die erste und wichtigste Anlaufstelle für mittellose Erwerbsfähige und Arbeitssuchende sein. Sie unterstützt ihre Kunden bei der Arbeitsplatzsuche und vermittelt gemeinnützige Tätigkeiten; sie gewährt individuellen Versicherungsschutz in Form von Arbeitslosengeld und Sozialtranfers in Form von Sozialgeld. Diese Agenturen sollten öffentlichrechtlich organisiert sein, aber möglichst viele Aufgaben an private Dienstleister übertragen. Das gilt insbesondere für die Vermittlung von Arbeitsplätzen und gemeinnützigen Tätigkeiten.

Als Folge dieser Maßnahmen würde der Aufwand sowohl für die Sozialhilfe als auch für die Arbeitslosenversicherung beträchtlich sinken und sich die Dynamik des Arbeitsmarktes erhöhen. Die Vorgabe der Sozialpolitik, die künftig Aktiven nicht unzumutbar mit Soziallasten zu befrachten, würde ein Stück weit erfüllt.

Ungleich zeitaufwändiger ist die Reform der gesetzlichen Alterssicherung. Gegen die Rentenkasse haben viele Millionen Versicherte Ansprüche im Gesamtwert von ungefähr 4000 Milliarden Euro erworben. Diese bilden in den meisten Haushalten den wichtigsten Vermögensbestandteil und die tragende Säule der Alterssicherung. Deshalb dürfen sie durch eine Reform nicht beschädigt werden. Ebenso zwingend ist jedoch, dass im Hinblick auf die demografische Entwicklung keine weiteren Ansprüche dieser Art aufgebaut werden. Ihre Befriedigung würde die künftig Aktiven hoffnungslos überfordern. Auch für die gesetzliche Alterssicherung gilt: Rückführung auf eine Grundsicherung.

Eine solche Grundsicherung könnte unter Wahrung der aktuell bestehenden Rentenversicherungs- und Pensionsansprüche und ohne zusätzliche Belastung der Aktiven über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren eingeführt werden. Während die bestehenden Verpflichtungen schrittweise abgebaut würden, ließen sich die Grundsicherungsansprüche nach und nach aufbauen. In 25 Jahren hätten sie - im Geldwert von heute - ihr volles Volumen von monatlich 825 Euro pro Kopf erreicht, also 1650 Euro für den Zweipersonenhaushalt. Zugleich wären in dieser Zeit die meisten Individualansprüche auf ein Niveau unterhalb des Grundsicherungsniveaus gesunken. Faktisch würden zumeist nur noch Grundsicherungen gewährt.

Auf diese Grundsicherung hätten alle Anspruch, die während einer gewissen Zeit ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland hatten, also nicht nur abhängig Beschäftige, sondern auch Selbstständige, Beamte, Parlamentarier oder Hausfrauen und -männer. Da alle in den Genuss dieser Grundsicherung kommen, sollten auch alle zu ihrer Finanzierung beitragen. Das spricht für eine Steuerfinanzierung. Steuer zahlt nämlich jeder, der hier lebt - zumindest Verbrauchssteuern. Die aktive Generation würde in den dreißiger Jahren, wenn der zu versorgende Bevölkerungsanteil am größten sein wird, mit der Finanzierung der Grundsicherung relativ genauso belastet, wie die derzeit Aktiven durch Renten- und Pensionszahlungen belastet sind. Diese Belastung sollte die Grenze des wirtschaftlich und politisch Zumutbaren markieren.

Die Jungen werden deutlich mehr beansprucht

Durch die Umstellung der Alterssicherung auf eine allgemeine und gleiche Grundsicherung wäre Altersarmut, die durch das Absinken des Rentenniveaus im bestehenden System absehbar ist, gebannt. Im bestehenden System muss - nicht zuletzt aufgrund der immer brüchiger werdenden Erwerbsbiografien - eine rasch wachsende Zahl alter Menschen zu Empfängern von "bedarfsorientierter Grundsicherung", sprich Sozialhilfe, werden. Die steuerfinanzierte, solidarische Grundsicherung bildet demgegenüber ein solides Versorgungsfundament, auf dem der Einzelne entsprechend seinen Möglichkeiten und Neigungen eine private Zusatzversorgung aufbauen kann. Zweifellos wird der Aufbau dieses privaten Vorsorgeteils die künftig Aktiven zusätzlich beanspruchen. Das aber ist, unabhängig vom System, unvermeidlich.

Die größten Schwierigkeiten bereitet die notwendige Umgestaltung der Krankenversicherung. Sie kann wie die gesetzliche Alterssicherung auf eine solidarische Grundsicherung umgestellt werden, die durch private Vorsorgemaßnahmen ergänzt wird. Allerdings würde das zu einer Mehrklassenmedizin führen. Sozialer ist die Privatisierung des medizinischen Alltagsbedarfs und die kollektive Finanzierung überdurchschnittlicher Krankenkosten.

Mit Ausnahme chronisch Kranker trägt jeder in gewissem Umfang seine Aufwendungen selbst, wobei in Ausnahmefällen Sozialhilfe beansprucht werden kann. Erst wenn dieser "Selbstbehalt" von beispielsweise 600 Euro im Jahr erschöpft ist, kann der Einzelne die Versichertengemeinschaft in Anspruch nehmen. Parallel dazu ist eine nachhaltige Gesundheitserziehung erforderlich, die sich an die großen Hygienekampagnen des 19. Jahrhunderts anlehnen könnte. Nach der gleichen Blaupause ist die Pflegeversicherung zu reformieren.

Doch sei vor Illusionen gewarnt. Alle diese Reformen, so dringlich und notwendig sie auch sind, können die Folgen des demografischen Umbruchs nur mildern, nicht jedoch beseitigen. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten werden wir eine Suppe auslöffeln müssen, die wir uns im Laufe einer Generation eingebrockt haben. Der Sozialstaat hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit überschritten, und gleichzeitig explodieren demografiebedingt die an ihn gerichteten Anforderungen. Die Folgen sind unschwer vorhersehbar. Dass Politik und Bürger nur allzu geneigt sind, die Augen vor ihnen zu verschließen, ist verständlich, aber verhängnisvoll.


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Meinhard Miegel leitet das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn e.V.

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puhvogel, glaubst du wirklich, daß das eigene Kind die Eltern pflegt??? Das ist ganz, ganz selten. Außerdem hat es, wenn selbst berufstätig, weder Zeit noch Möglichkeit dazu. Überdies kann mancher sich tatsächlich auch einen teuren Heimplatz leisten (wenn nicht Pflege zu Hause möglich ist), vorausgesetzt, er hat dafür genug zurücklegen können und mußte es nicht für die Kinder anderer und deren Arbeitslosigkeit nebst Haschkonsum ausgeben.
Also bitte: JEDER muß leben können, und es sollte nicht immer versucht werden, jemanden auszugucken, auf dessen Kosten andere leben können. Schließlich: Die Kinder von heute sind längst nicht mehr die sicheren Rentenlieferanten von morgen.
Natürlich wird das gesamte System platzen, dass liegt aber nicht am Geld: Das ist nämlich nur Papier.
Meine Lieblingsversicherung ist übrigens die Pflegeversicherung. Da werden wir besonders viel von wiedersehen.
Der einzige Ausweg, den ich sehe, sind wirklich intelligente Roboter. Staubsaugen können die ja schon.
Top-Thema

Brisante Berechnungen

Der unaufhaltsame Kollaps des Sozialsystems

Die Vergreisung der Gesellschaft hat dramatischere Auswirkungen als bisher angenommen. Die Sozialsysteme in Deutschland werden nach neuesten Berechnungen spätestens im Jahr 2050 zusammenbrechen.

Brisantes Material

Die Charts, die Herwig Birg seinem Publikum vorlegt, sind auf den ersten Blick völlig unspektakulär: mit dem Lineal gezogene, ansteigende Geraden. Doch die Grafiken des geschäftsführenden Direktors des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik (IBS) der Universität Bielefeld verbildlichen das brisanteste Datenmaterial, das deutsche Politiker derzeit zu Gesicht bekommen, wenn es um die Reform der Sozialsysteme geht.

Vergreisung unaufhaltbar

Die Vergreisung der Gesellschaft hier zu Lande, erklärt Birg unverblümt, werde die Sozialsysteme der Bundesrepublik Deutschland in wenigen Jahrzehnten kollabieren lassen. "Die Alterung der Gesellschaft ist keine Option, die sich durch gesellschaftliches und politisches Handeln gestalten lässt", sagt Birg, der auch als Berater des Bundesverfassungsgerichts und der Vereinten Nationen tätig ist, "sie wird ablaufen wie ein Uhrwerk."

Zu wenig Kinder

Mit mathematischer Präzision sei demnach voraussagbar, dass bis 2080 der Anteil der Menschen über 60 weiter steigt. Der Grund: Jede Frau gebärt heute - statistisch betrachtet - lediglich 1,3 Kinder in ihrem Leben. Selbst wenn die Frauen in Deutschland wieder mehr Kinder zur Welt bringen würden, wäre die demografische Entwicklung nicht aufzuhalten. Denn neben der niedrigen Geburtenrate wirkt sich vor allem die generationenbedingte Verzögerung des Bevölkerungswachstums negativ auf die Altersstruktur der Gesellschaft aus. Einfach gesagt: Weniger Kinder zeugen weniger Nachkommen. Weil zudem die Lebenserwartung des Einzelnen steigt, wird die Gesellschaft unausweichlich vergreisen.

Kollaps auf Raten

Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der über 60-Jährigen in Deutschland um 9,9 Millionen zunehmen, der Anteil der 20- bis 60-Jährigen jedoch um 16 Millionen zurückgehen. Damit steht schon heute fest, dass die vor knapp 150 Jahren zu Bismarcks Zeiten eingeführte Rentenversicherung faktisch tot ist. Deren Grundgedanke nämlich, die Rentenbeiträge im so genannten Umlageverfahren direkt und ohne zeitliche Verzögerung für die Rentenauszahlungen an die heutigen Rentner zu verwenden, wird bereits 2050 nicht mehr umzusetzen sein. Während im Jahr 2000 auf 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren noch 43 zu Versorgende über 60 fielen, werden es in fünfzig Jahren über 90 sein. Zu viel, um das System am Leben halten zu können.

Die Alternativen

Genau drei Möglichkeiten stehen Birg zufolge der Politik zur Verfügung, um diesen gordischen Knoten zu lösen - und alle drei erscheinen derzeit politisch nicht durchsetzbar:

Verdopplung der Beiträge ?

Nach einer ersten Berechnung müsste sich der Beitragssatz zur Rentenversicherung im Jahr 2050 auf knapp 42 Prozent verdoppeln, um das heutige gängige Rentenniveau von 64 Prozent halten zu können. Alternativ müssten Rentner in Zukunft mit Rentenniveaus von 30 Prozent leben müssen, wollte man den Beitragssatz, wie heute üblich, bei rund 20 Prozent konservieren.

Berechnungen dieser Art werden gerne ignoriert. "Sozialpolitiker, die selbst für die demografisch schwierigen Jahre nach 2020 nur wenig steigende Beitragssätze versprechen, verkennen die Brisanz der weiter steigenden Lebenserwartung", meint auch Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, und urteilt: "Sie wird in vielen Bevölkerungsprognosen - auch in der offiziellen des Statistischen Bundesamtes - nur unzureichend erfasst."

Länger Arbeiten ?

Auch die zweite Handlungsoption erscheint wenig attraktiv: Denn wollte Vater Staat den Rentnern auch in 20 Jahren noch ihr wohlverdientes Ruhegehalt auf heutigem Niveau zahlen, müssten die nachfolgenden Generationen einen Großteil ihres letzten Lebensdrittels in der Firma verbringen. Schon 2018 würden Berufstätige dann durchschnittlich bis zum 65., im Jahr 2074 gar bis zum 73. Lebensjahr arbeiten.

Das bereits heute oft nur auf dem Papier existierende Renteneintrittsalter von 65 Jahren wäre demnach in Zukunft der früheste Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem Arbeitsleben.

Jung und dynamisch ?

Vorruhestand mit 58, oder 55 Jahren bei entsprechender Abfindung,wie heute vielfach praktiziert, wären passee. Vor allem Personalmanager sehen eine Verlängerung Lebensarbeitszeit skeptisch. Schon heute legt die Wirtschaft größten Wert auf junge, dynamische Mitarbeiter die aktuelles Know-how in die Unternehmen einbringen. Eine Umkehr dieses Trends ist nicht ins Sicht.

Einwanderung als Lösung ?

Auch mit dem dritten Lösungsansatz lassen sich vermutlich keine Wählerstimmern gewinnen: Weil sich das deutsche Volk bis 2080 nicht ausreichend verjüngen kann, müssten junge Einwanderer ins Land, um die Renten zu sichern. Die benötigte Zahl freilich dürfte jedem Kanzler den Schweiß auf die Stirn treiben: Insgesamt 188 Millionen Menschen müssten bis 2050 nach Deutschland einwandern, um den Anstieg des Altersquotienten zu stoppen. Doch selbst solche Völkerwanderungen hätte nur einen vorübergehenden Effekt, weil die jungen Migranten eines Tages selbst vergreisen würden.

Totalausfall des Sozialsystem

Nicht nur die Renten-, auch die gesetzliche Krankenversicherung steht vor dem Aus. Bereits heute verursacht ein Rentner 80 Prozent mehr Ausgaben als ein rüstiger Versicherter unter 60. Vier von zehn Menschen über 80 sind mindestens einmal im Jahr stationär im Krankenhaus, nahezu 90 Prozent lassen sich mindestens einmal im Quartal ambulant behandeln, wie der Direktor der Geriatrischen Kliniken Wuppertal und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Ingo Füsgen, vorrechnet.

Die Zunahme der Lebenserwartung tut ihr Übriges. So werden bis 2080 Männer im Schnitt rund 83 Jahre alt werden, Frauen noch sechs Jahre älter. Die Versorgung sehr vieler alter Menschen aber würde das ohnehin angeschlagene gesetzliche Krankenversicherungs-System gänzlich kollabieren lassen.

Weltweites Problem

Wer die Vergreisung der Gesellschaft für ein spezielles deutsches Problem hält, der irrt. Bereits im Jahr 2025 wird sich die Zahl der über 60-Jährigen in den Industriestaaten von derzeit 605 Millionen auf 1,2 Milliarden verdoppelt haben, erklärt Alexander Kalache, Leiter des WHO-Programms für Altern und Gesundheit. Selbst die Entwicklungsländer vergreisen allmählich, wie die WHO konsterniert feststellt. Nach einer WHO-Prognose wird die Geburtenrate in 121 Ländern unter 2,1 liegen. Vor knapp 30 Jahren kamen lediglich in 26 Ländern so wenig Babys zur Welt.

Die private Altersvorsorge als Ergänzung zum staatlichen Pendant wird seit wenigen Jahren von der Politik gern als Allheilmittel gepriesen. Noch vor zwei Jahren auf dem 4. Novartis Forum in Berlin waren auch einige Demographie-Fachleute überzeugt, es könne sich um einen gangbaren Ausweg handeln.

Heute aber dürften nicht nur sie ihre Zweifel daran haben. Am Montag dieser Woche erregten Berichte über erste Notfallpläne deutscher Lebensversicherer Aufsehen. Die Versicherer denken über einen brancheninternen Pool nach, mit dem angeschlagene Mitglieder in Zukunft vorübergehend finanziert werden könnten. Die Notwendigkeit liegt auf der Hand: Der anhaltende Aktien-Sturz ließ die angelegten Gelder auf den Kapitalmärkten dahinschmelzen, vertraglich zugesicherte Garantieverzinsungen sind gefährdet.

Doch der große Auszahlungs-Ansturm auf die privaten Lebens-und Rentenversicherungen steht erst noch bevor - spätestens in 25 Jahren ist es so weit.


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Fasten your seatbelts:eek:


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Harry,
also ich sehe das Problem nicht so recht:
Eine relativ hohe Zahl von "Greisen" bei einer mit Arbeitsplätzen versorgten übrigen Bevölkerung halte ich für sinnvoller als eine Gesellschaft ohne Greise und mit hoher Arbeitslosenquote. Um das erste zu erreichen, bedarf es eben nicht des Anwachsens der Kinderzahl, denn damit wächst nur die Zahl künftiger Arbeitsloser, keineswegs die Zahl künftiger Arbeitnehmer.
Ich hielte es für sinnvoller, als Priorität die Schaffung von garantierten Arbeitsplätzen für die vorhandenen Kinder/Jugendlichen anzusehen.
Und was die Greise bzw. das Sozialsystem anbelangt, so sei noch einmal gesagt, daß es für eine Vielzahl von Renten-/Pensionsempfängern durchaus möglich ist, für sich selbst zu sorgen, sofern sie nicht für alle möglichen anderen sorgen müssen.
Hier ist der Un-Sinn, um den es geht:



<Bald nur noch halbe Rente für Kinderlose?

Der Präsident des deutschen Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, Hans-Werner Sinn, schlägt vor, die Rentenleistung für kinderlose Rentner zu kürzen. Gegenüber der „Bild“-Zeitung befürwortet er eine Halbierung der Rente für Kinderlose, da das umlagefinanzierte Rentensystem durch die Kinderlosigkeit zunehmend in Finanzierungsschwierigkeiten gerate.

Auch der Deutsche Familienverband spricht sich für Rentenkürzungen bei Rentnern ohne Kinder aus. Dies sei keine Bestrafung, da Kinderlose das Geld, das Eltern für ihre Kinder ausgeben, in ihre private Vorsorge investieren können.

Unterstützung für diesen Ansatz kommt auch von Seiten der Politik. Katherina Reiche, im Kompetenzteam und Schattenkabinett von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber für die Familienpolitik zuständig, fordert eine familienfreundliche Rentenreform. Sie schlägt vor, Eltern durch einen Bonus zu entlasten, der für jedes Kind gewährt werden sollte.>



Nicht überdacht wurde:
Für wieviele ideelle Kinder gilt der halbe Rentenabzug? Wieviel Rente kann man sich je "Wurf" sichern?
Dieses Alters-Kindergeld muß dann ja auch grundsätzlich steuerfrei sein.
Kann ein Arbeitnehmer mit seinem Arbeitgeber vereinbaren, daß dieser die Rentenversicherungsabzüge gleich entsprechend dem Vorhaben, Kinder zu bekommen oder nicht, ändert?
Die Adoptionswilligkeit ungewollt kinderloser Paare sowie von Homopaaren wird steigen, die 3. Welt wird froh sein, diese Wünsche durch besondere Produktivität erfüllen zu können. Personen, die aus Vernunftgründen auf Kinder verzichten (z. B. bei Vorhandensein von Erbkrankheiten) werden ihre Bedenken lieber zurückstellen ...
UND SO WEITER.

Die Wählerangelei zeugt zunehmend skurillere Würmer.
Katholiken freut dies auch:
Gefragt ist wieder nur der Bauch.
Und noch eine kleine Anmerkung an den Deutschen Familienverband:

Wer zum Beispiel deswegen keine eigenen Kinder bekommen hat, weil er sich derjenigen von Rabenmüttern (die Raben mögen mir die Benutzung dieses Wortes verzeihen) hat annehmen müssen, der soll ganz eindeutig bestraft werden.

Je mehr Kinder aber jemand in die Welt setzt und die Kosten für diese der Gemeinschaft aufbürdet, desto mehr bekommt er später dafür.

Wackere neue Welt: lernt doch heute schon jedes Kind, daß stets die ANDEREN zu geben haben. Man wird in dieser wackeren neuen Welt ein entsprechendes Unterrichtsfach einführen müssen, damit die wenigen noch existierenden logisch denkenden Trottel endlich begreifen, wo`s langgeht.
Und noch dieses:

Männer, es heißt nicht mehr: Arbeitet für eure Rente,
sondern: Fickt für eure Rente.
Stellt sich bei alle dem nur die Frage:

Wo bekommt man das Kind her ?

Nach heutigen biologischen Erkenntnisse bedarf es hierbei
immer noch zwei oder reicht auch die Adoption ?

Was ist mit Paaren, denen es trotz `gemeinsamer Anstrengung`
versagt blieb Kinder zu haben - werden diese nun in mehr-
facher Hinsicht gestraft ?

Frage über Fragen ...
#15 von WilmaFeuerstein


Wilma, ein garantierter Arbeitsplatz, also sozusagen ein "Recht auf Arbeit" kann es nur geben, wenn du die Pflicht zum Konsum auch in Gesetzesbuchstaben zwingst.

Aber wie willst du die Menschen zum Konsum zwingen ?????............ABER, wenn sie nicht konsumieren, gibt es keine wirtschaftliche Aktivitäten, kein Wirtschaftswachstum, keine Arbeitsplätzte, keine Steuereinnahmen, keine Sozialabgaben, die in die Renten-Kranken- und Arbeitslosenversicherungskassen fließen !!!!

Ja, den Bürgern kannst du bei einer schrumpfenden Bevölkerung noch nicht einmal mehr Steuern abverlangen !!!, weil das Immobilienvermögen drastisch im Wert sinkt, die Aktien in den Keller rauschen, weil die Unternehmen ohne Konsum keine Gewinne, sondern Verluste machen und ihr Personal feuern, die wiederum die Sozialkassen belasten.

Dann werden die Staatsschuldanleihen immer weniger wert, weil die alten Leute sie zum Leben verkaufen und der Staat wegen schlechter Steuereinnahmen höheren Kreditrisiken ausgestezt ist, deswegen von Ratingagenturen schlechtere Beurteilungen bekommt und in Folge die Zinsen erhöhen muss um Kapitalgeberbei der Stange zu halten, was wiederrum die Anleihekurse in den Keller rauschen lässt und zudem dann auch noch den Aktienmarkt und die Unternehmensfinanzierungen ungünstig beeinflusst.

Also wer soll konsumieren........die alten Leute, die in ihrem Leben schon alles gekauft haben, was man braucht ???..........und die obendrein neuen Dingen, die auf den Markt kommen nicht sehr aufgeschlossen sind......woher soll der Konsum für die Arbeit kommen, wenn alle Bürger immer weniger in den Taschen haben, aber die Sozialkosten und Steuern ständig steigen müssen ???

Meinst du im Jahr 2050 kann ein Arbeitnehmer den Unterhalt für einen Rentner aufbringen ?.....

"....................Während im Jahr 2000 auf 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren noch 43 zu Versorgende über 60 fielen, werden es in fünfzig Jahren über 90 sein. Zu viel, um das System am Leben halten zu können.
......................."



lso ein Verhältnis von 100:90, oder 1 Arbeitnehmer zu 0,9 Rentnern !!!!!




Nein, das Problem ist, daß wir eine arbeitsteilige Gesellschaft sind, die auf Zugewinnsteigerung aufgebaut ist.
Ohne eine vernünftige Bevölkerungs- und Altersstruktur, ja und ohne Zugewinn- und Effizienzsteigerungen kackt unser Sozial- und Wirtschaftgefüge ab !



Es mag sein, daß sich Katholiken freuen und es mag sein, daß dir das Frauenbild, der zur Schwangerschaft genötigten Mutter nicht gefällt, aber das ist deine emotionale Perspektive.
Hier geht es aber nicht um Weltanschauungen, wie Faschismus, Religion, uä. und ihre gefühlsmäßigen Wertungen und Einordnungen, sondern rein rational gesehen !!!......................um unseren Arsch !!! :(:(:(

Die Entwicklung lässt sich leider nun mal nicht aufhalten, aber man kann doch zumindestens den Schaden für uns und unsere nachfolgenden Generationen versuchen zu begrenzen.


H_S
Harry,
es gibt doch nicht nur das produzierende Gewerbe ...
Du läßt ganz die Bereiche Export, Dienstleistung, darin enthalten Banken/Versicherungen, Krankenhäuser, Pflegedienste ....... außer Betracht.

Im übrigen, mal ganz menschlich:
Ich finde es beschämend, daß die Mehrzahl der Kinder nicht um ihrer selbst geboren werden, sondern um mittels ihrer Existenz jemand anders zu etwas zu verhelfen. Ich nenne das einen Mißbrauch, auf keinen Fall ist das Liebe zum Kind. Nach meinem Verständnis ist das auch nicht so recht mit der Würde eines Menschen vereinbar. Letzteres gilt auch für die zwangsweise "Versklavung" egal welcher Bevölkerungsgruppen, die daraus entsteht, daß einem Arbeitenden sein Lohn ohne Gegenleistung weggenommen wird. Wieso muß ein Kinderloser indirekt Unterhalt für Kinder zahlen? Das ist juristisch gar nicht haltbar. Im übrigen hätte ich hier noch einen skandierbaren Spruch:

Männer holt die Schwänze raus,
die Arbeitslosen sterben aus!

Schönen Gruß
von Wilma mit dem heiligen Zorn
Harry, was zwingend aus deiner an wirklichkeitsferne Lehrinhalte anlehnende Meinung folgt, lautet:
KAUF ODER STIRB !

Tolle Zukunftsperspektive.
Ich kann im übrigen einiges nicht ganz auf die Reihe bringen:

Person X soll, und zwar zugleich:
Sparen für die eigene Rente,
verstärkt konsumieren,
möglicherweise einen Frührentnerstatus in Kauf nehmen,
um einen Arbeitsplatz für einen der Arbeitslosen freizumachen,
möglichst viele Kinder in die Welt setzen (ah ja, dann braucht er ja nicht für die eigene Rente zu sparen),
keinen Kindergartenplatz finden, so daß Frau X zu Hause bleiben muß oder X Hausmann ohne eigene Rentenversicherung wird (*kicher*),
und ein Babyjahr nach dem anderen macht, bis sie zu alt ist, um ihren Job wiederzubekommen,
so daß dann Frau X als Hausfrau und Herr X als Frührenter sich intensiv der Erziehung ihrer Kinder widmen können (schließlich ist Gebären nicht alles, auch wenn etliche ihre mütterliche Tätigkeit darauf beschränken);
ihr Rentenanspruch beträgt dann zwar eines Tages 100 %, aber 100 % wovon?

:D Wackere neue Welt.
Hallo Wilma,

du hast ja immer tolle Verse auf Lager...

Ich finde diese Diskussion auch bescheuert.
Diese fixe Idee dass die Leute in 2050 keine Renter mehr bekommen, ist doch verrückt. Erinnert mich stark an die Kassandrarufe des "Club of Rome", dass in 30 Jahren das Öl zu Ende ist (das war um 1970). Das Öl ist offensichtlich nicht ausgegangen und auch die RV wird in 2050 Renten zahlen. Vielleicht etwas weniger, vielleicht werden wir etwas länger arbeiten, aber keiner wird verhungern.

Es hat keinen Sinn sich in die Hose zu machen darüber, was in 50 Jahren möglicherweise sein könnte...
bzgl Club of Rome: Ihr lügt euch wirklich die Hucke voll, dass sich die Balken biegen.
2030 kommen auf einen Arbeitnehmer ein Rentner, vor 30 Jahren war das Verhältnis noch 7:1. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man so etwas nicht als Problem erkennen kann. Und die Verweise auf das nationalsozialistische Gedankengut helfen da wenig, verniedlichen nur wieder zum vermehrten Male das Nazi-Regime, wenn man eine familienfreundliche Politik in eine Ecke steckt mit dem Mörder-Nazi-Regime.
Wenn 2030 die Rentner alle entsparen, um ihren Lebensabend zu finanzieren, dann ist einfach kaum noch Geld da für neue Investitionen. Laut Neemann :D ist die Korrelation zwischen Sparquote und Wirtschaftswachstum signifikant. ab 2010 wird dann für Konsum entspart. Man schaue sich doch mal die Verhältnisse in Japan an, dort sind mit der Überalterung am weitesten. Die Arbeitlosigkeit steigt dort, trotz enormer Exportquote. Auf die Schuldenproblematik möchte ich erst gar nicht ansprechen, wenn sich die jetzt angehäuften Schulden auf immer weniger Arbeitnehmer verteilen.

Entweder wir steigern die Produktivität durch Roboter um ein Vielfaches oder wir haben ein Problem, dass dann mit einer milden Form der Euthanasie gelöst werden wird. Das ist hart formuliert, aber absehbar.
Ich habe übrigens kein Kind und bin auch gegen die halbe Rente für Kinderlose, weil sie kein Problem löst. Ganz wichtig wären ein viel besseres Angebot an Kinderbetreuung auch in ganz frühen Jahren.

@wilma: Ich empfehle dir mal den Film Iris um mal abzushen, was in dieser schönen klinisch reinen Welt auf dich zukommen kann bei einem Verhältnis 1:1. Die Inzidenz von Alzheimer wird in den kommenden Jahren überproportional ansteigen, dass ist ein statistische Zwangsläufigkeit.

Die 69er-Generation hat schon das beste Leben von allen Generationen. Sorgsam aufgefüttert in der Nachkriegszeit und einen schönen Lebensabend. Der Rest durfte und darf noch dafür arbeiten.
puhvogel,
wir können uns ja schon mal auf afrikanische Zustände vorbereiten: viel Hunger und viel Kindersegen, denn Kinder garantieren die Zukunft! .... ?
Ich habe mich glücklicherweise nie auf den Staat verlassen. Denn der hat in erster Linie seine "Diener" zu ernähren. :D
Also momentan sind wir vom Hunger weit weg. Es werden eher mit großem Aufwand regelmässig Lebensmittel vernichtet, vermehrt Raps für Bio-Diesel angebaut.
Aber wenn man die Geburtenrate von 1,3 auf 1,7 heben könnte, dann müsste auch keiner hungern.

Ich verlass mich auch nicht auf den Staat, aber deine ganzen schönen Planungen sind für den Papierkorb, wenn du morgens mit einer Carotisdissektion o.ä. aufwachst. Oder willst du dich in Afghanistan pflegen lassen, denn da gibt es genügend Pflegekräfte, ganz im Gegensatz zum Großraum München, Massenarbeitslosigkeit hin oder her.
@WilmaFeuerstein


Ja, meine wirklichkeitsnahen Lerninhalte resümieren in der Tat in der Schlußfolgerung: "Kauf oder Stirb"

In einer Agargesellschaft, wo jeder seinen Bauernhof mit allem Drum und Drann hat, wo sich jeder selbst ernähren und ausstatten kann, ist der Faktor Konsum bedeutungslos.

Wenn wir alle leben, so wie es verschiedene Ökos und Alternative in den 70ziger und 80ziger jahren versucht haben, wären wir in einer anderen Situation. Aber das geht nun mal nicht.

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist Konsum nun mal das "A" und "O".......


Du hast übrigens recht, der Wiederspruch, zwischen einerseits der Notwendigkeit für eine properierende Wirtschaft zu konsumieren und anderseits für die Altersvorsorge jeden übriggebliebenen Pfennig(Cent)
zu sparen, besteht tatsächlich.
Dieses Paradoxon hebelt aber nicht die zukünftigen Probleme aus und macht sie leichter zu tragen, sondern verschärft sie noch.

In ein paar Jahren wird sich, wenn sich nicht einiges verändert, eine gewaltige Schere öffnen.

Auf der einen Seite benötigen wir ein immer höheres Volkseinkommen um höhere Ausgaben zu schultern, wie steigende Staatsschulden inc.Zinseszinsen, höhere Sozialausgaben, usw. bei einer vergreisenden Gesellschaft.
Auf der anderen Seite haben wir immer weniger Einnahmen, weil die wirtschaftlichen Aktivitäten durch höhere Steuern, größere Soziallasten, Überalterung, usw. immer weniger/schwächer werden.

......

Wo du afrikanische Zustände entdecken kannst, weiß ich nicht.Dem einen Extrem von einer kontraktierenden Bevölkerung, ein anders Extrem einer stark expandierenden Bevölkerung entgegenzustellen, wir der Herausforderung nicht gerecht.
Wie sind uns doch beide einig, daß eine Lösung, irgendwo in der Mitte zwischen den beiden Extremen, mit Sicherheit am praktikabelsten ist.Ein stagnierende oder eine schwach ab- oder zunehmende Einwohnerzahl in unserem Land, bzw. in Europa, oder auch weltweit, wäre doch die Beste aller Varianten. :)


H_S


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