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Start-up-Blase trifft auf Wall Street Uber-Aktien: Darum sind die nächsten Wochen so wichtig

13.05.2019, 07:55  |  13026   |   |   

Uber debütierte am Freitag an der NYSE unter seinem IPO-Preis und schloss den ersten Handelstag mit einem Rückgang von mehr als sieben Prozent ab. Durchaus alarmierend ist der Rückgang der IPO-Bewertung von 120 auf etwas mehr als 80 Milliarden US-Dollar. 

Obwohl für Investoren enttäuschend, könnte Ubers Debüt einen willkommenen Wendepunkt für viele im Silicon Valley markieren, denn der Uber-IPO markiert eine Ära, die durch große Investitionen in relativ kleine Ideen gekennzeichnet ist, so Matt Rosoff für "CNBC".

Rosoff führt weiter aus: "Stark finanzierte Start-ups lösen Probleme für wohlhabende junge Menschen in Großstädten. Uber und Lyft lösten das Problem: Wie komme ich ohne Auto aus?". Aber Start-ups lösen auch Probleme wie: Wie esse ich jetzt, da ich die ganze Zeit arbeite und nie gelernt habe, wie man kocht. Wie treffe ich einen potenziellen Partner? Wie kann ich Spaß haben und trotzdem Geld sparen? Woher bekomme ich Ideen für meine Hochzeit und Inneneinrichtung? Für diese Probleme gibt es heute Tinder, Airbnb, Instagram & Co.

Einige dieser Unternehmen hatten wirklich innovative Ideen und bedienten reale Bedürfnisse, während andere nur auf einer Welle mitreiten. Viele der neueren Unternehmen haben keine klare Strategie für ein nachhaltiges und profitables Wachstum.

Der größte Unterschied zu Uber war jedoch, dass Microsoft, Apple, Google und Facebook alle mit schwarzen Zahlen an die Börse gingen. Daneben gab es immer Wetten auf Wachstum: Viele erfolgreiche Technologieriesen wie Amazon, Salesforce und Netflix verloren Geld oder hatten jahrelang hauchdünne Margen. Uber gibt es seit fast einem Jahrzehnt, auch weil es bislang nicht auf zusätzliches Kapital aus einem Börsengang angewiesen war.

Auf der anderen Seite gibt es auch Kritik: Uber und Lyft haben den Verkehr in San Francisco verschlechtert, so eine aktuelle Studie in Science, während sie die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr reduzieren, so eine Studie der Forscher der University of Kentucky. Airbnb hat in den Metropolen das Wohnungsangebot reduziert und zu höheren Mieten beigetragen, so eine aktuelle Studie des Economic Policy Institute. Und Scooter überfüllte die Straßen von San Francisco, bevor die Stadt alle nicht lizenzierten E-Roller verbot.

Uber hat beim Börsengang rund 8,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Was meinen die Marktbeobachter? Uber-CEO Dara Khosrowshahi warnte bereits vor Monaten, Uber sei nichts für Investoren, die "ein vorhersehbar profitables Unternehmen wollen". Auch im Wertpapierprospekt wird darauf hingewiesen, dass ungewiss sei, ob Uber jemals die Gewinnzone erreichen könnte, siehe hier.

Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets, sagte: "Wegen der Taxis wird die Uber-Aktie nicht gekauft. Uber hat das Potenzial, die führende Plattform zu werden, über die Mobilitätsprobleme weltweit gelöst werden können". Es sei eine Wette auf die Zukunft, so Stanzl. Oliver Roth, von der Bank Oddo Seydler, meint: "Es gibt einige Unternehmen an der Börse, die bis heute kein Geld verdienen und immer noch gehypt werden". Nach dem Vergleich mit Amazon, dass beim Börsengang ebenfalls rote Zahlen schrieb und heute auf eine Marktkapitalisierung von über 900 Milliarden US-Dollar kommt, meint Roth: "Das erhoffen sich die Anleger auch bei Uber. Gerade in Amerika ist der Hunger nach Risiko groß".

Am Freitag war der Hunger nach Risiko bei den Anleger nicht sonderlich ausgeprägt. Ein Debüt, wie das von Uber ist eher untypisch, denn seit dem Jahr 2000 sind nur 18 Unternehmen, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet wurden, unter dem IPO-Preis gestartet. Stattdessen gehen die Aktien, wie zuletzt bei Beyond Meat, durch die Decke: Im Durchschnitt sind Technologieunternehmen in den letzten 24 Jahren an ihrem ersten Handelstag um 41 Prozent gestiegen. Die Uber-Aktie fiel beim Start. Wenn eine Aktie am ersten Tag oder sogar in den folgenden Wochen unter den IPO-Kurs fällt, gilt das Angebot als Flop - eine rote Fahne, denn die Anleger machen sich Sorgen um die Aussichten des Unternehmens. 

Die Uber-Aktie beendete den ersten New Yorker Handelstag bei 41,57 US-Dollar pro Anteilsschein. Im nachbörslichen Handel ging es auf 41,43 US-Dollar runter.

Quellen:

CNBC

Reuters

NYT

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