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Solch eine Fallhöhe ist nicht erklärbar



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Heute haben wir den Freitag den 2. Juni. Seit Jahren klettert der MDAX von Hoch zu Hoch.
https://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/chart.html?timeS…
Gerade an diesem Index zeigt sich ein enormes Risiko für die Anleger, die wohl immer weiter darauf vertrauen, das Geld einfach so sich vermehrt.

Es sieht ganz danach aus, als wären wir mitten im "finalen Hype"! Mit etwas Phantasie wären wir dann im Oktober bei 28.000 Punkten. Man kann eigentlich schon Wetten abschließen, wann der Absturz kommt. An eine Korrektur vermag ich da nicht mehr zu glauben.

Auch gegenteilige Meinungen sind erwünscht.
Bis einer ruft, der Kaiser hat ja gar nichts an ....
Nein, so würde ich es nicht unbedingt sehen.

Eher, wer jetzt noch keine Aktien hat, der kauft sie auch in der Krise nicht mehr.
(Wer die Aktien nicht hat wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen ... ist sicher eine der klügeren Börsenerfahrungen!)

Einfach so vermehrt sich Geld auch nicht. Letztlich muss die Wirtschaft real wachsen, sonst läuft das Gelddrucken nur auf Inflation hinaus.

Man kann natürlich komplizierte Betrachtungen anstellen. Draghis "whatever it takes" ist natürlich kein Versprechen für die Ewigkeit, sondern eher eine Bankrotterklärung, dass die europäische Schuldenkrise unterschwellig weiter ungelöst ist. Wer weiß, was wir sonst für Zinsen hätten und ob sich überhaupt jemand zu Investitionen aufraffen würde. Dass es der Markt schafft, die Indizes so unbeschwert hochzutreiben, ist ja eine Meisterleistung, angesichts der ungelösten Probleme Europas und neuer Weichenstellungen für den Welthandel. Schon im Rest Europas sieht es börsentechnisch aber keineswegs so rosig aus.

Dazu kommt ein hoher Druck zur Altersvorsorge. Nullzins für Anleihen und Versicherungen, da bleibt fast nur der Aktienkauf (heutzutage unselektiv mit ETFs, Riester und Rürup), denn der Wohnimmobilienmarkt ist auch leergefegt. In der Stadt sollen die Wohnungen die 25fache Jahresmiete kosten, am besten noch mit Erbpacht. Wie soll man darauf die Altersvorsorge gründen?

1.600 Mrd Marktkapitalisierung für DAX und MDAX zusammen sind das nur Peanuts, 20.000 Euro Aktienbesitz pro Kopf, 400 Euro Dividende im Jahr. Und dieser Besitz nutz wiederum nur jedem Zehnten, denn mehr als 8 Mio Aktionäre haben wir gar nicht. Also die Kurse müssen noch viel höher, damit das auch nur ansatzweise funktioniert.

Ein Versuch, den Motor zu starten liegt ja vor uns, wenn die EZB die Zinspolitik ändert.
Man wird sehen, wie die Märkte dann reagieren.
Aber letztlich kommt es allemal billiger, die Aktionäre im Reichtum schwelgen zu lassen, als Hinz und Kunz hohe Zinsen zu zahlen, die dann über den Konsum nur die Inflation anheizen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.073.617 von honigbaer am 03.06.17 14:26:17Ein Versuch, den Motor zu starten liegt ja vor uns, wenn die EZB die Zinspolitik ändert. Man wird sehen, wie die Märkte dann reagieren. Aber letztlich kommt es allemal billiger, die Aktionäre im Reichtum schwelgen zu lassen, als Hinz und Kunz hohe Zinsen zu zahlen, die dann über den Konsum nur die Inflation anheizen.

Solch eine Fallhöhe ist nicht erklärbar | wallstreet-online.de - Vollständige Diskussion unter:
http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1254274-1-10/fall…


Ich denke das ein weiterer Zinsschritt kaum Auswirkungen haben wird. Vielmehr kann man aus dem MDAX-Chart eine finale Rallye herauslesen, ein Attraktor, der die 28.000 erahnen läßt- und das binnen kurzer Zeit.
Was für eine Art Traktor?

Auf meinem Chart wurde von April 2015 bis Ende 2016 fleißig konsolidiert, Zwischentief bei 18.000 und Deckel bei 22.000, was als Mindestkursziel etwa 26.000 signalisiert. 22.000 ist ohnehin eine starke Unterstützung für den nächsten Rückschlag.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.074.019 von honigbaer am 03.06.17 15:39:23Attraktor (aus der Chaos-Theorie)= Beschleuniger

Du magst ja Recht haben mit den 22.000, das sehe ich genauso. Nur eben kam da keine Korrektur.
Das sieht ganz nach einem "finalen Hype" aus. Wenngleich man den MDAX nicht mit dem damaligen Neuen Markt-Index vergleichen kann, so stellen sich dieselben Gefühle ein als 2001.
Damals verkaufte ich ALLES etwas vorher. Den letzten Hype von Mitte Januar bis März- davon hatte ich Nichts mehr.

Heutzutage versuche ich es ganz anders. Antizykliker halten. Egal was da kommt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.074.235 von Inderhals am 03.06.17 16:38:37Attraktor, man könnte auch sagen Bifurkation, ab Wann sich chaotische Zustände einstellen
xt+1 = μ · xt · (1 - xt)
Wieso lässt Du nicht einfach die Gewinne laufen und begrenzt Verluste?

Wie weit so eine Bewegung trägt, kann man doch nur schwer vorhersehen, während beim Ausbruch aus der Konsolidierungszone bei 22.000 ein klares Chartsignal geliefert wurde.

Charttechnik ist Support und Resistance (indirekt somit auch Formation), nur auf einem All-Time-High bewegt man sich da naturgemäß im luftleeren Raum. Man kann natürlich die Trendline parallel auf ein altes Hoch schieben oder sich Gaps und Volumen anschauen, aber letztlich ist das ein Ratespiel.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.074.856 von honigbaer am 03.06.17 19:53:45Wieso lässt Du nicht einfach die Gewinne laufen und begrenzt Verluste?

Wie weit so eine Bewegung trägt, kann man doch nur schwer vorhersehen


Genau das ist der Grund, warum ich den Standardwerten raus bin. Der tiefere Sinn dahinter aber ist der ETF-Wahnsinn der sich momentan gerade hier in "D" abspielt. Da kaufen Anleger Index-Papiere, in denen viele Luschen sind und mit hochgezogen werden (DAX-Beispiel- Banken, RWE, EON).

Das ist keine Widerspiegelung des Marktes mehr. Da muß man sich entweder verabschieden, oder aussitzen und dann nicht jammern, wenn es herbe Verluste gibt.


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