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Die amerikanische Verschuldungsmaschine - 500 Beiträge pro Seite (Seite 9)



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Coubert aufgepasst! Die ach-so-effiziente deutsche Behoerde bei der Arbeit:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,276616,00.html

Und nochmal aufgepasst: Die effiziente gesetzl. KV sieht auch mit Gesundheitsreform ganz alt aus:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,276623,00.html
Zitate: Nur wenn die Konjunktur 2004 `außerordentlich gut läuft", könnten die Versicherten auf den anvisierten Beitragssatz von im Schnitt 13,6 Prozent hoffen,
Allein die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben demnach in den ersten drei Quartalen ein Minus von rund 900 Millionen Euro angehäuft. Bei den Angestellten-Ersatzkassen habe das Defizit 700 Millionen Euro und bei den Betriebskrankenkassen 600 Millionen Euro erreicht.
Könnten deine red herrings aus einer Fischtheke eines kleinen gallischen Dorfes sein,der Besitzer heist Verleihnix.
:kiss: Plutonia
>> Aber im Schnitt ist der Staat ineffizienter als der Markt.
>Auch das nicht.
>Link bitte!

Der Staat hat sehr verschiedene Tätigkeitsbereiche mit ganz anderen Zielsetzungen als Privatunternehmen. Die Leistungen (und somit auch die Effizienz) sind daher weitgehend unvergleichbar. Ich kann leider nicht mit einem Link auf ernsthafte Vergleiche von unvergleichbaren Dingen dienen.
Wie wär`s wenn wir erfahren, woher das mit "im Schnitt effizienter" stammt? Und das mit der "Intrinsik" ist jetzt vom Tisch, oder wie seh` ich das?

Interessant ist höchtens eine neuere Studie der OECD: sie zeigt, dass in den letzten 10 Jahren das Wachstum in den westlichen Ländern in jenen mit einer höheren Staasquote im Schnitt höher war. Was mich ehrlich gesagt auch überrascht hat (die Skandinavier warens vor allem wiedermal).

Ich würde niemals soweit gehen, zu behaupten, der Staat sei generell effizienter als die Privatwirtschaft.
Wichtig ist mir: wir wissen es einfach nicht so genau.
Und drum müssen wir halt jenen, die so tun als wüssten sie das besser (sebstverständlich ohne uns je ihre "Quellen" offenzulegen), ein wenig mit der zusammengerollten Zeitung auf Plappermäulchen hauen.

>Coubert aufgepasst
Tja und jetzt? Ich hab` nie gedacht, dass der Staat alles höchst effizient macht.
Andrerseits hab` ich früher in Industriebetrieben (High-tech) gearbeitet. Ich erinner mich gut an die Worte meines ersten Chefs nach vier Wochen: "Sie fragen sich sicher, warum unsere Firma nicht die Nr. 1, sondern überhaupt am Leben ist. Ich sag` es ihnen: weil die andern noch viel ineffizienter sind."


Coubert
@helmut kohl

Anhand Deiner Grafik ist das Einkommen aller Gruppen gestiegen. Warum beklagen sich die Leute? Aus Neid. Neo-Kommies bei der Arbeit!
Wie Walter Williams (s.o.) feststellt: Wer arm ist, ist selbst schuld.




Bei den unteren 4 Quintile ergeben die Wachstumsraten ein jährliches Einkommenswachstum von 0.41%, 0.58%, 0.66% und 1%. Das gleicht kaum den Hedonic-Schwindel aus. Das heißt dank neoliberaler Bankrottpolitik sind 80% der Leute ärmer geworden. Das reale GDP ist um 87% gestiegen. 99% der Bevölkerung haben am Wohlstandsgewinn unterdurchschnittlich teilgenommen. Profitiert haben vor allem die Reichen. So wie in Rußland, in Südamerika, im Irak und in anderen Bananenrepubliken.

Daß daran die Leute selbst Schuld sind, kann höchstens jemand glauben, der auch meint, daß 2 Fischerboote die Weltmeere leerfischen würden. Man kann hier eher von Kollektivschuld sprechen. So wie die Irakis Saddam Hussein nicht losgeworden sind, werden die Amerikaner die Neoliberalen nicht los. Natürlich gibts in jedem System kleine Gewinnler so wie dich. Du scheinst dich ja unter Bush so wohlzufühlen wie ein Funktionär der Baath Partei unter Saddam Hussein.

I think it`s a no-brainer. Finish high school and take a job, any kind of a job. Today, but not when I graduated in 1954, if a person graduates from high school, with even a C average, there is a college or some kind of skills training program somewhere for him, and often financial assistance to boot. So if a person doesn`t take advantage of today`s available opportunities, particularly those during the boom of the 1990s, and engages in self-destructive behavior, whose fault is it?

Leider gibt es aber mehr Arme (32.9 Millionen) als Arbeitslose. Der Herr hat anscheinend noch nie etwas von den "working poor" gehört. Diese sind nämlich neben den vielen Unversicherten die nächste absolute Bankrotterklärung neoliberaler Politik. Wenn die Leute von ehrlicher Arbeit nicht mehr leben können, dann braucht man sich über die sozialen Probleme auch nicht mehr wundern.

Ich weiss. Aber im Schnitt ist der Staat ineffizienter als der Markt.

Wo stellt der Staat noch typisch private Güter her? Post, Telekom, Versorgungsunternehmen, Transportunternehmen sind schon zum Großteil privatisiert oder teilprivatisiert. Für viele Bereiche wie die Arbeitsvermittlung für Langzeitarbeitslose gibt es eben keinen Markt, deswegen bedeutet hier Effizienz eher Schadensbegrenzung.

Mit der Effizienz privater Energieunternehmen und Airlines ist es in den USA auch nicht so weit her. Die Versorgungslücken in der Stromversorgung mindern die Effizienz ganz gewaltig, und bei den Airlines sind anscheinend Milliardenspritzen notwendig, so wie bei der deutschen Bahn.

Die Staatsquote mag in Deutschland sehr hoch sein, aber der größte Teil der Staatseinnahmen wird trotzdem im Privatsektor ausgegeben. Im Endeffekt produziert der Staat nur den Gegenwert der Beamtengehälter, der Rest wird entweder im Privatsektor beschafft, oder an Privatpersonen transferiert, die wiederum beim Privatsektor einkaufen. Wenn man den Langzeitarbeitslosen Geld gibt, so geht die Nachfrage für den Privatsektor nicht verloren, sondern die Firma Aldi freut sich über zusätzliche Verkäufe bei 50-Cent Bier.

Man muß sich also eher fragen ob die Gemeinschaft in die richtige Richtung lenkt. Hier macht aber der Vergleich mit den USA auch wieder sicher. Dort werden die unverdienten Mittel für Privatjets, Golfplätze, Jachten, Feudalparties des Tyco Chef Kotzlowski und sonst noch alle möglichen dummen Streiche der Reichen verwendet. Der Weltmarkt zeigt, daß diese Mittelverwendung sehr ineffizient ist. Würden die USA nicht andere Länder direkt und indirekt ausrauben, dann würde es für das neoliberale System ganz zappenduster aussehen.
Der Staat hat sehr verschiedene Tätigkeitsbereiche mit ganz anderen Zielsetzungen als Privatunternehmen.

Stimmt. Zum Beispiel Justizsystem und Nationale Verteidigung. Strassenbau sicherlich auch, weil man denn doch vermeiden will, dass 6 verschiedene Unternehmen jeweils eine Privat-Autobahn von Hamburg nach Muenchen bauen. All das rechtfertigt aber nicht die 1000 Mrd Euro, die insgesamt seit der Wiedervereinigung in Ostdeutschland verschlampt wurden. Und selbst in den Bereichen, in denen der Staat tatsaechlich operieren sollte, koennte er das auch etwas Markt-orientierter tun und damit die Allokation von knappen resourcen verbessern.
Letztlich sind wir einer Meinung, denke ich.

Wie wär`s wenn wir erfahren, woher das mit " im Schnitt effizienter" stammt? Und das mit der " Intrinsik" ist jetzt vom Tisch, oder wie seh` ich das?

Intrinsisch ineffizient, weil (wie schon mehrmals erwaehnt)... Habe keine Zeit. Lies es einfach weiter unten nach. Das mit der Grenzrate der Substitution.

Interessant ist höchtens eine neuere Studie der OECD: sie zeigt, dass in den letzten 10 Jahren das Wachstum in den westlichen Ländern in jenen mit einer höheren Staasquote im Schnitt höher war. Was mich ehrlich gesagt auch überrascht hat (die Skandinavier warens vor allem wiedermal).

Welche Studie? Auch ohne die exakte Quelle zu kennen, darf ich mal mutmassen, dass da ein Depp eine Regression gerechnet hat. Y=Wachstumsrate, X=Staatsausgaben und noch ein paar andere Variablen. Ich schlage vor, wir schmeissen auch noch die mittlere Temperatur in die X-Matrix, und wir bekommen eine significant negative Beziehung. Vorschlag an Entwicklungslaender: Finanziert Klimaanlagen durch Staatsausgaben, dadurch schnappt ihr 2 Fliegen mit einer Klappe, denn beides erhoeht das Wachstum. So schoen kann junk science sein!


@ Anton

Bei den unteren 4 Quintile ergeben die Wachstumsraten ein jährliches Einkommenswachstum von 0.41%, 0.58%, 0.66% und 1%.

Die Daten sind exakt das was sie sind. Ohne Beweise, dass die eingerechnete Inflation die unteren Einkommensschichten benachteiligt hat, musst Du Deine Vermutungen fuer Dich behalten. Jeder verdient real mehr. Wer sich trotzdem beklagt, ist ein Neidhammel.

Daß daran die Leute selbst Schuld sind, kann höchstens jemand glauben, der auch meint, daß 2 Fischerboote die Weltmeere leerfischen würden.

Red Herring. Aber trotzdem gehe ich darauf ein: Habe nie behauptet, dass sie die Weltmeere leerfischen. Habe nur behauptet, dass fuer N>1 eine Externalitaet besteht.

Man kann hier eher von Kollektivschuld sprechen. So wie die Irakis Saddam Hussein nicht losgeworden sind, werden die Amerikaner die Neoliberalen nicht los.

Amerika ist nicht mehr das was es mal war. Selbst die Reps sind am Geldverschwenden. Amerika ist auf dem Weg in den Untergang, nicht wegen der Neo-Libs, sondern weil auf die Neo-Libs nicht genuegend gehoert wird. Wenn die USA die europaeische Krankheit vermeiden will, dann muss ein mutiger neo-liberaler Praesident her.

Leider gibt es aber mehr Arme (32.9 Millionen) als Arbeitslose. Der Herr hat anscheinend noch nie etwas von den " working poor" gehört.

Du hast den guten Mann aber nicht verstanden. Wie Williams vorgerechnet hat, kann jemand der 40 Wochenstunden arbeitet, nicht arm sein. Wer es doch ist, arbeitet entweder gar nicht oder wenn er arbeitet, anscheinend nicht genug. SELBST SCHULD.

Diese sind nämlich neben den vielen Unversicherten die nächste absolute Bankrotterklärung neoliberaler Politik. Wenn die Leute von ehrlicher Arbeit nicht mehr leben können, dann braucht man sich über die sozialen Probleme auch nicht mehr wundern.

Wer sich keine Krankenversicherung leisten kann, darf sich bei den neo-kommies und den Anwaelten bedanken. Die sorgen mit ihrem Klassenkampf in Form von malpractice law suits dafuer, dass sich einkommensschwache Leute keine KV leisten koennen. Wer sich keine KV leisten kann und die Demokraten waehlt, ist SELBST SCHULD.

Die Staatsquote mag in Deutschland sehr hoch sein, aber der größte Teil der Staatseinnahmen wird trotzdem im Privatsektor ausgegeben.

Vollkommen unerheblich. Da wird eine Chip-Fabrik in Ostdeutschland gebaut (zum groessten Teil mit Steuergeldern), die jetzt leersteht. Stand neulich im Spiegel. Wurde alles im Privatsektor eingekauft, und trotzdem ist es ineffizient.

Dort werden die unverdienten Mittel für Privatjets, Golfplätze, Jachten, Feudalparties des Tyco Chef Kotzlowski und sonst noch alle möglichen dummen Streiche der Reichen verwendet.

Und ewig lebe der Strohmann Kozlowski. Damit haben die neo-kommie-Schmarotzer ihr schwarzes Schaaf gefunden, und blasen zum Angriff im Klassenkampf gegen all diejenigen, die mit Fleiss und Koennen (und zugegebenermassen auch Glueck) am Wirtschaftswachstum profitiert haben.
Wenn das Kapital immer auf den gleichen, dicken Haufen scheißt, bricht das (übersättigte) System am Ende zusammen.

Das Kapital findet nämlich keine lukrativen Investitionsmöglichkeiten und bildet Blasen und Fehlallokationen:

Artikel hierzu zur Diskussion:

Gruss 0,007

Die heimliche Wiederkehr des Keynesianismus
Nicht in zu hohen Sozialleistungen, sondern in den unrealistischen Renditeansprüchen der Finanzinvestoren liegt die eigentliche Ursache der gegenwärtigen Krise
VON CHRISTOPH DEUTSCHMANN




Wiederkehr des Keynesianismus (Illustration: Stefan Fritsch)


1936 veröffentlichte John Maynard Keynes seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes. Er widersprach darin der Ansicht seiner orthodoxen Fachkollegen, dass Arbeitslosigkeit auf die hartnäckige Weigerung der Arbeiter zurückgehe, einen der Produktivität der Wirtschaft entsprechenden Reallohn zu akzeptieren und in diesem Sinn "freiwillig" sei. Vorausgegangen war die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte des Kapitalismus, die zeitweilig 20 - 40 Prozent der Erwerbsbevölkerung der Industrieländer arbeitslos machte. Diese Krise war durch die von den ökonomischen Experten empfohlene rigorose Sparpolitik der Regierungen beträchtlich verschärft worden. Als schließlich eine Regierung nach der anderen darauf verzichtete, die zurückgehenden Steuereinnahmen durch immer neue Ausgabenkürzungen auszugleichen und die Haushaltslöcher statt dessen durch Kredit finanzierte, war das nicht der Wissenschaft, sondern dem gesunden Menschenverstand der politischen Akteure zu verdanken. Erst später rang sich auch die akademische Ökonomie unter dem Einfluss von Keynes zu der Erkenntnis durch, dass Ausgabenkürzungen nicht das richtige Mittel zur Bewältigung der Krise seien.

Die heutige Krise ist mit der Katastrophe von 1929 - 33 nicht vergleichbar. Die Regierungen haben die keynesianische Lektion gelernt und bekämpfen die Rezession mit einer massiven Ausweitung der Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte. Von dem "Stabilitätspakt" der Euro-Länder ist deshalb schon heute nicht einmal mehr die schöne Fassade stehen geblieben. Der Keynesianismus ist nicht tot, sondern quicklebendig.

Seltsamer Weise scheinen Regierung, Parteien, Wirtschaft und Medien gleichwohl kein dringenderes Anliegen zu haben, als ihn für tot zu erklären. Während die öffentliche Verschuldung neue Rekordhöhen erreicht, hält die rot-grüne Regierung demonstrativ an ihrem Ziel fest, die Steuern weiter zu senken, die geplante Steuerreform sogar vorzuziehen und obendrein die Neuverschuldung zu reduzieren. Keynes` Konzept unfreiwilliger Arbeitslosigkeit im Kapitalismus ist nicht länger salonfähig: Wie in alten vorkeynesianischen Zeiten sollen die Arbeitslosen mit dem Hartz-Programm und der Agenda 2010 selbst für ihr Schicksal verantwortlich gemacht werden. Politiker aller Lager, Journalisten, Wirtschaftsführer und C 4-Professoren überbieten sich in der Forderung nach immer neuen Ausgabenkürzungen. So hat sich ein öffentlicher Diskurs entwickelt, der in seiner zirkulären Zwanghaftigkeit fatal an primitive Regenzauber-Rituale erinnert: Woran liegt es, dass der Regen nicht kommt? Es kann nur daran liegen, dass die Götter zornig sind. Um die Götter zu besänftigen, muss eine Ziege geopfert werden. Was aber, wenn der Regen trotzdem nicht fällt? Es kann nur daran liegen, dass die Götter noch immer zornig sind, deshalb müssen zehn Ziegen geopfert werden. Und dann?

Der eingeschlagene Weg sei "alternativlos", wird behauptet - welcher Weg: der faktisch verfolgte keynesianische oder der politisch in Szene gesetzte anti-keynesianische? Keynes ging es keineswegs darum, einer Haushaltspolitik des geringsten Widerstandes den Weg zu ebnen, wie ihm heute oft fälschlich unterstellt wird. Er sah den Staat vielmehr in der Rolle eines Nothelfers in einem Dilemma, das als Folge des zunehmenden gesellschaftlichen Reichtums entsteht. Mit dem Wachstum des Volkseinkommens sinkt der Anteil der Konsumausgaben und wächst der gesparte Teil des Einkommens. Soll ein Rückgang der effektiven Nachfrage verhindert werden, müssen diese Ersparnisse investiert werden. Da aber alle Investitionen durch künftigen Konsum motiviert sind, wird es immer schwieriger, gewinnträchtige Investitionsgelegenheiten zu finden. Die Profitrate sinkt und tendiert schließlich gegen Null. In einer Gesellschaft, die im Überfluss lebt und spielend alles Lebensnotwendige erzeugen kann, verliert Kapital seinen Knappheitswert. Produktionsmittel werden zwar weiterhin gebraucht, aber sie erwirtschaften in der Regel nicht mehr als ihre Wiederbeschaffungskosten.

Geld als öffentliches Gut
Das Problem besteht nun darin, dass die Vermögensbesitzer sich mit dieser Sachlage nicht abfinden und die Konsequenzen einer abnehmenden Knappheit des Kapitals nicht akzeptieren wollen. Sie glauben, ein Naturrecht auf Rendite zu haben und entziehen ihre Ersparnisse dem Markt, sobald die erwartete Verzinsung unter ein bestimmtes Niveau fällt. Geldvermögen wird dann nicht mehr investiert, sondern gehortet oder in kurzfristigen Anlagen geparkt. Das führt zu einem Rückgang der effektiven Nachfrage und der Beschäftigung. Nicht das hartnäckige Bestehen der Arbeiter auf zu hohen Löhnen und Sozialleistungen ist in dem Modell von Keynes die Ursache der Krise, sondern die hartnäckige Weigerung der Kapitalbesitzer, die ökonomischen Folgen einer objektiv abnehmenden Knappheit des Kapitals zu akzeptieren.

So entsteht die Notwendigkeit, die überschüssigen Ersparnisse abzuschöpfen und wieder in den ökonomischen Kreislauf zurückzulenken. Da aber die Vermögensbesitzer dies selbst nicht tun, kann nur der Staat diese Aufgabe übernehmen. Er kann, wie Keynes vorschlug, die Einkommen progressiv besteuern. Falls dieses Mittel nicht ausreicht, bleibt nur die Möglichkeit, die fehlenden Privatinvestitionen durch defizitfinanzierte Staatsausgaben auszugleichen und die effektive Nachfrage mit fiskalpolitischen Mitteln zu stabilisieren. Keynes sah einen langfristigen Prozess der "Sozialisierung der Investition" voraus. Das bedeutet nichts anderes als die schrittweise Verwandlung des Geldes in ein öffentliches Gut, über dessen Produktion und Verteilung nicht länger allein nach privaten, sondern zunehmend nach politischen Gesichtspunkten entschieden wird.


Aus heutiger Sicht muss Keynes eine fatale Fehleinschätzung der politischen Machtverhältnisse vorgehalten werden: Aufgeschreckt durch die Krisen der siebziger Jahre machten die Vermögensbesitzer gegen den keynesianischen Wohlfahrtsstaat Front und bündelten ihre Macht in weltweit operierenden Pensions- und Investmentfonds. Es gelang ihnen, ein hegemoniales Regime zu errichten, von dem Keynes sich nicht hätte träumen lassen. Die nationalen Kapital- und Devisenmärkte wurden dereguliert, und die zunehmende internationale Mobilität des Kapitals eröffnete den Investoren ein Dorado von Spekulations- und Anlagemöglichkeiten rund um den Globus. Das setzte die nationalen Geld- und Fiskalpolitiken unter Druck. Unter der Drohung unfreundlicher Reaktionen der Investoren ließen die Nationalstaaten sich in einen Steuer- und Ausgabensenkungswettlauf hineintreiben. Zusätzlich gerieten die öffentlichen Haushalte durch die Hinterziehung von Kapital- und Unternehmenssteuern - allein in Deutschland rund 70 Milliarden Euro jährlich - in Bedrängnis. Die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen nahm zu.

So sehr Keynes die Macht der Vermögensbesitzer unterschätzte - seine Krisendiagnose ist genau deshalb aktueller denn je. Denn die wachsenden Finanzvermögen verlangen weiterhin nach Rendite; diese aber wächst nicht aus dem Kapital wie der Zweig aus dem Baum. Um die Ansprüche der Eigentümer zu befriedigen, müssen profitable Investitionsmöglichkeiten gefunden werden, aber wo? In den neunziger Jahren glaubte man noch, im Internet und der "Informationsgesellschaft" eine neue technologische Großvision ausmachen zu können. Man hoffte auf einen Aufschwung, der die riesigen Vermögen absorbieren würde. Aber die Vision entpuppte sich zum großen Teil als Täuschung. Die Milliardeninvestitionen flossen vielfach gar nicht in reale Projekte, sondern pumpten nur eine Spekulationsblase auf, die schließlich platzte. Neue technologische Großvisionen sind, so verzweifelt nach ihnen gesucht wird, weit und breit nicht in Sicht.

Weil die Unternehmer selbst nicht mehr weiter wissen, müssen alle sich auf die Suche nach neuen Geschäftsideen machen. Arbeitnehmer sollen als "Arbeitskraftunternehmer" und Scheinselbstständige ihrem Arbeitgeber den Gewinn möglichst frei Haus mitliefern. Gewinn kann nur durch die Vermarktung neuer Techniken, Produkte, Dienstleistungen erzielt werden. Aber in einer mit innovativen Angeboten schon überfluteten Wohlstandsgesellschaft ist es schwer, dafür Aufmerksamkeit zu finden. Mehr und mehr Drückerkolonnen werden in die längst übersättigten Märkte geschickt. Der Kampf um Marktanteile nimmt teilweise groteske Formen an.

Ausweitung der Kreditfinanzierung
Den Finanzinvestoren bleiben diese Probleme nicht verborgen. Sie parken ihr Geld in kurzfristigen und liquiden Anlagen. Aber wenn Finanzvermögen nicht investiert werden, macht sich das alsbald in Form sinkender Nachfrage und sinkender Einkommen bemerkbar. Die politischen Akteure nehmen dies freilich nicht direkt wahr, sondern nur im Spiegelbild der steigenden Kosten. In der irrigen Annahme, sich diese nicht mehr "leisten" zu können, versuchen sie, zu kürzen und zu sparen. Die wirkliche Krisenursache - die unrealistisch gewordenen Renditeansprüche der Finanzinvestoren - wird tabuisiert oder bleibt gänzlich unerkannt. Es ist wie bei einem Schiff, das wegen Ebbe auf Grund läuft, dessen Insassen aber in der falschen Annahme, die zu schwere Ladung sei schuld, all ihren Besitz über Bord werfen.

Worte und Taten der Regierungen - sozialdemokratischer wie konservativer - klaffen heute weit auseinander. Sie schwören Sparsamkeit und veranstalten mit der einen Hand Streich- und Sparprogramme; mit der anderen Hand aber geben sie das Geld wieder aus. Sie sind Keynesianer geblieben und können - auch dies ist eine bleibende Lehre aus der Weltwirtschaftkrise - als Demokraten kaum anders handeln. Keine demokratisch gewählte Regierung wird die von den neoliberalen Beratern geforderten immer neuen Kürzungs- und Streichungsprogramme aushalten. Und je mehr die Regierungen den marktradikalen Einflüsterungen folgen, desto mehr werden sie die kreditfinanzierten Ausgaben ausweiten müssen, um einen völligen Absturz der Wirtschaft zu verhindern. Der Keynesianismus ist nicht tot, er ist geradezu zu einem politischen Sachzwang geworden.

Praktisch laufen die marktradikalen Angriffe auf den Sozialstaat darauf hinaus, den Film der kapitalistischen Entwicklung zurückzuspulen, die Bevölkerung künstlich arm zu machen, um sie danach wieder von vorn anfangen zu lassen. Mitten in einer Welt nie erreichten Massenwohlstandes sollen die Individuen in einen mit Floskeln wie "Individualisierung", "Unternehmertum" usw. verbrämten sozialdarwinistischen Existenzkampf hineingetrieben werden. Doch die Ursache der Krise liegt nicht in einem zu großzügigen Sozialstaat, sondern in der Überakkumulation von Finanzvermögen, für die sich profitable Investitionsgelegenheiten beim besten Willen nicht mehr finden lassen.

In einer Gesellschaft, die sich nicht länger für neue große technologische Projekte mobilisieren lässt, entfällt die ökonomische Rechtfertigung für eine stark ungleiche Verteilung der Einkommen und Vermögen. Am besten wäre es natürlich, die Reichen sähen dies ein und zögen freiwillig die Konsequenzen. Da damit nicht zu rechnen ist, bleibt nur die Notlösung einer kompensierenden Ausweitung der kreditfinanzierten Staatsausgaben. Wachstum lässt sich so nicht erzielen, nur der Absturz kann so - um den Preis einer Zunahme der Inflationsgefahr - verhindert werden. Aber die Gesellschaft gewinnt Zeit, über eine neue Wirtschaftsverfassung nachzudenken, in der sie nicht mehr wachsen und dem Goldenen Kalb nachjagen muss - eine zwar schmerzhafte und sozial höchst konfliktträchtige, aber für alle reifen Industrieländer wohl unvermeidliche Umstellung.
@h_k

> Auch ohne die exakte Quelle zu kennen, darf ich mal mutmassen
Jawohl, Du darfst bei Deiner üblichen Vorgehensweise bleiben.

> Ich schlage vor, wir schmeissen auch noch die mittlere Temperatur in die X-Matrix, und wir bekommen eine significant negative Beziehung
Du meinst, die skandinavischen Länder haben ihr gutes Wachstum bei relativ hoher Staatsquote, weil`s dort im Schnitt kälter ist? Das gehört zum Interessanteren, was wir bislang von Dir vernehmen durften.


Coubert
Also haben vor allem bis ausschliesslich Amerikaner die Chance, sich vom Silbertablett zu nehmen, was sie wollen. Das ist eigentlich noch aufschlussreicher als alles andere für neoliberale Auslöschungsmentalität, die u.a. zur Hatz auf schwangere Frauen bläst (letzter Artikel zu dem Thema).

Wie sich wohl der Unterschied im Ergebnis für einen sehr Begabten aus dieser Umgebung http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,276673,00.html und einen völlig Minderbegabten zu (nominell) guter Ausbildung an einer Eliteuniversität darstellt? Das kann man sich an einem bekannten Beispiel klarmachen: Der sogenannte "US-Präsident". Eimal dürfen wir raten, wie es aussieht. Bekanntlicherweise kostet eine Elite-Uni viel Geld und mit viel mehr Geld lässt sich noch viel mehr machen.

Neoliberal-sozialdarwinistisches Denken ist ohne gewisse Primitivität und Atavismen kaum möglich. Ob das die überlegene Rasse und/oder die Auserwähltheit im Angesicht amerikanischer Tüchtigkeit ist, mit dem Umkehrschluss auf unamerikanisches und sanktionswertes Verhalten der nicht so (nominell) Erfolgreichen: Der Unterschied ist nur marginal, v.a. in den Konsequenzen


Nebenbei: Es ist wichtig, dass uns diese Ideologie mit aller Klarheit vorgestellt wird. Nur weiter so.
@ 0komma0007

CHRISTOPH DEUTSCHMANN

Ein Soziologe, der ueber Oekomomie schreibt. Sehr unterhaltsam, aber genau so unbrauchbar wie ein Soziologe, der ueber Elektrotechnik schreibt und die Unterdrueckung der Elekronen beklagt.


@ Coubert

> Auch ohne die exakte Quelle zu kennen, darf ich mal mutmassen
Jawohl, Du darfst bei Deiner üblichen Vorgehensweise bleiben.


Tja, wenn man sich mit Kleingeistern wie Dir rumplagen muss, dann muss man manchmal mutmassen, weil Du Dich weigerst die Quelle zu nennen. Mit der Regressionsanalyse war ich uebrigens noch Optimist. Das waere die wissenschaftlich betrachtet relativ serioeseste Methode (aber absolut betrachtet immer noch junk science). Schlimmstenfalls haben die einfach nur die Korrelation berechnet und fertig ist die junk Statistic.

> Ich schlage vor, wir schmeissen auch noch die mittlere Temperatur in die X-Matrix, und wir bekommen eine significant negative Beziehung
Du meinst, die skandinavischen Länder haben ihr gutes Wachstum bei relativ hoher Staatsquote, weil`s dort im Schnitt kälter ist? Das gehört zum Interessanteren, was wir bislang von Dir vernehmen durften.


Schonmal was von Sarcasm gehoert?
Prof. Dr. Christoph Deutschmann, Jg. 1946, studierte Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt/M.

Monographien (Auzug)

Postindustrielle Industriesoziologie. Theoretische Grundlagen, Arbeitsverhältnisse und soziale Identitäten, Weinheim 2002
Die Verheißung des absoluten Reichtums. Zur religiösen Natur des Kapitalismus, Frankfurt/M 1999, 2. Aufl. 2001
gem. mit Michael Faust, Peter Jauch und Karin Brünnecke: Dezentralisierung von Unternehmen. Bürokratie- und Hierarchieabbau und die Rolle betrieblicher Arbeitspolitik, München und Mehring 1994, 2. Aufl. 1995, 3. Aufl. 1999

Helmut: Fachidioten werden nur mit Fachidioten glücklich. Die Welt ist komplex und vernetzt - fachübergreifend!

Jeder, der genau hinguckt, kann merken, dass mit unserem Wirtschaftssystem etwas Grundlegendes nicht stimmt. Das System frißt sich selbst. Es grenzt aus, drängt 2 Drittel der Weltbevölkerung an den Rand, plündert den Planeten und verhindert "artgerechte Menschenhaltung".

Schau ins Fernsehn oder auf die Autobahn oder andie Börse ... , die Protagonisten sind doch mehrheitlich wahnsinnig und gehirngewaschen.
VWL kann das Leben nicht abbilden!

Neoliberaler Kapitalismus ist Religion, die nur eine Minderheit fördet.

Es muss ein neues Bewußtsein her - im Sinne von Fromm - Haben oder sein. Die Haben-Mentalität ist gerade dabei alles zu ruinieren.

Deutschmann: Aber die Gesellschaft gewinnt Zeit, über eine neue Wirtschaftsverfassung nachzudenken, in der sie nicht mehr wachsen und dem Goldenen Kalb nachjagen muss - eine zwar schmerzhafte und sozial höchst konfliktträchtige, aber für alle reifen Industrieländer wohl unvermeidliche Umstellung.

Stell mich nicht in die kommunistische Ecke, ich weiss das das nichts taugt- Aber so, wie es sich jetzt mit der Globalisierung abzeichnet, läuft es auch gegen die Wand.

Vielleicht muss es ja so sein. What goes up, must come down.
Dann können wir auf so etwas wie den dritten Weltkrieg warten.
> Schlimmstenfalls haben die einfach nur die Korrelation berechnet
Man muss gar keine Korrelation berechnen. Ein Blick auf die Wachstums- und Staatsquoten der skandinavischen Länder zeigt, dass sich beide Sätze im internationalen Vergleich klar in den oberen Regionen befinden. DAmit zeigt sich, dass einem hohe Staatquote keineswegs niedrigeres Wachstum bedeutet.


Aber hier ein weiteres Beispiel, wie "Deregulierung" in Wahrheit Subvention durch die Allgemeinheit sein soll:

http://www.heise.de/tp/deutsch/special/leb/16244/1.html
Die fünf wichtigsten britischen Versicherer erklärten jedenfalls im Oktober, sie würden keine Policen im Bereich Genmanipulation ausstellen.

Mit andern Worten: das Risiko soll die Allgemeinheit tragen. Nur die Profte sollen privat bleiben. Das sind dann "marktwirtschftliche" Lösungen.


Coubert
Helmut: Fachidioten werden nur mit Fachidioten glücklich. Die Welt ist komplex und vernetzt - fachübergreifend!

Volkswirtschaftler:
- Einer, der alle Lösungen für die Probleme des vergangenen Jahres kennt.
- Ein Volkswirtschaftler ist ein Mann, der mehr von dem Geld versteht, das er nicht hat, als derjenige, der es hat.
- Ein Volkswirtschaftler ist ein Mensch, der über etwas schreibt, was er nicht versteht, und dich glauben macht, das sei dein Fehler.
Unbekannt www.aphorismen.de



Jeder, der genau hinguckt, kann merken, dass mit unserem Wirtschaftssystem etwas Grundlegendes nicht stimmt. Das System frißt sich selbst. Es grenzt aus, drängt 2 Drittel der Weltbevölkerung an den Rand, plündert den Planeten und verhindert " artgerechte Menschenhaltung"

Gibt es ein System das sich nicht selbst frißt? Ist das nicht etwas prinzipielles? Und haben die Römer nicht ganz und gar NichtNeoliberal unkapitalistisch Nordafrika entwaldet?

Schau ins Fernsehn oder auf die Autobahn oder andie Börse ... , die Protagonisten sind doch mehrheitlich wahnsinnig und gehirngewaschen.

Ich seh nur Leute die Mitspielen, grad beim Fernsehen kenn ich ein paar Protagonisten aus nächster nähe. Alle nicht dumm, wissen was Sie tun und machen es trotzdem. Auf der Autobahn (ein rein deutsches Phänomen da erlaubte Höchstgeschwindigkeit = Lichtgeschwindigkeit) sind die meisten vernünftig und nur ein paar verrückte prägen das Bild, und die Börse wird viel zu wichtig genommen.

VWL kann das Leben nicht abbilden!
Soll Sie auch nicht, Sie soll die VWLer ernähren.

Neoliberaler Kapitalismus ist Religion, die nur eine Minderheit fördet.

Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden (Marx glaub ich)

Es muss ein neues Bewußtsein her - im Sinne von Fromm - Haben oder sein. Die Haben-Mentalität ist gerade dabei alles zu ruinieren.
Fromm? Kenn ich ausm Automaten im Raststättenklo. Solche Forderungen machen mich Mißtrauisch, Gedankenpolizei hatten wir schon, man muß den Menschen schon selbst überlassen was Sie wollen.


Deutschmann: Aber die Gesellschaft gewinnt Zeit, über eine neue Wirtschaftsverfassung nachzudenken, in der sie nicht mehr wachsen und dem Goldenen Kalb nachjagen muss - eine zwar schmerzhafte und sozial höchst konfliktträchtige, aber für alle reifen Industrieländer wohl unvermeidliche Umstellung.

Das ist auch nichts anderes als VWL Geschwafel in grün (zumal es völlig Trivial ist). Nichts ändert sich durch "Nachdenken" und der Focus auf "Die reichen und gesättigten Länder" müßten irgendwas Umstellen oder Umbauen impliziert lediglich den Umbau der Macht und ein neues Rezept von oben. Da sind mir die Neoliberalen lieber, die geben dir wenigstens noch eine Chance.

Stell mich nicht in die kommunistische Ecke, ich weiss das das nichts taugt- Aber so, wie es sich jetzt mit der Globalisierung abzeichnet, läuft es auch gegen die Wand.
Mußt du mit Leben, ist einfacher als Kritik an Inhalten ;-)


Vielleicht muss es ja so sein. What goes up, must come down.
Dann können wir auf so etwas wie den dritten Weltkrieg warten.

Fatalisten aller Länder vereinigt euch, ihr habt nichts zu verlieren außer alles was euch lieb und teuer ist.
#3998 war @0,007 #3996 Sorry

Ich gratuliere wem auch immer im voraus zum 4000
an dieser Stelle ein großes lob für Coubert, Landingzone und AntonCheseus, deren beiträge ich immer gerne lese :):):)


und zu HK....naja :rolleyes:...im Rahmen der Boardregeln fällt mir hier einfach nichts ein :laugh: :cool:
@ ATDT

Versuche erst Logik zu verstehen, dann kannst Du kritisieren.
Versuche erst VWL zu verstehen, dann kannst Du VWL kritisieren.


@ Coubert

> Schlimmstenfalls haben die einfach nur die Korrelation berechnet
Man muss gar keine Korrelation berechnen. Ein Blick auf die Wachstums- und Staatsquoten der skandinavischen Länder zeigt,


OK, wir sind von der Regressions-Analyse (selbst die ist in diesem Zusammenhang junk science) ueber Correlation zum einfachen Hinschauen angelangt. Das ist die unterste Lebensform im Wissenschaftlichen Argumentieren, so eine Art Amoebe der Wissenschaft. Unterste Schublade.
Fazit: Wenn etwas von Coubert kommt, curb your expectations! Ich biete deshalb eine formale Entschuldigung an, weil ich gemutmasst habe, dass die Studie, die coubert zitiert hat, Regressionen benutzt hat, wo sie sie doch tatsaechlich empirische Methoden auf Bild-Zeitungsniveau verwendet hat.


@ 3996

Deutschmann: Aber die Gesellschaft gewinnt Zeit, über eine neue Wirtschaftsverfassung nachzudenken, in der sie nicht mehr wachsen und dem Goldenen Kalb nachjagen muss - eine zwar schmerzhafte und sozial höchst konfliktträchtige, aber für alle reifen Industrieländer wohl unvermeidliche Umstellung.

Immer wieder interessant, mit was fuer einem Schmarrn Leute Professor werden koennen. Da lob ich mir doch Robert Lucas oder Tom Sargent. Deren Forschung kann man relativ leicht von einem Flugblatt der KP unterscheiden.
@helmut kohl

Die Daten sind exakt das was sie sind. Ohne Beweise, dass die eingerechnete Inflation die unteren Einkommensschichten benachteiligt hat, musst Du Deine Vermutungen fuer Dich behalten. Jeder verdient real mehr. Wer sich trotzdem beklagt, ist ein Neidhammel.

Ich habe da keine Unterscheidung getroffen. Auch das Einkommen des obersten Perzentils ist hedonic-behandelt. Das reale GDP ist in den 21 Jahren um 89% gestiegen, und da liegen eben 99% der Bevölkerung in der Einkommenssteigerung deutlichst darunter.

Red Herring. Aber trotzdem gehe ich darauf ein: Habe nie behauptet, dass sie die Weltmeere leerfischen. Habe nur behauptet, dass fuer N> 1 eine Externalitaet besteht.

Die Externalität ist hier die Überfischung. Du bleibst also konsequent bei deinem Schwachsinn.

Du hast den guten Mann aber nicht verstanden. Wie Williams vorgerechnet hat, kann jemand der 40 Wochenstunden arbeitet, nicht arm sein. Wer es doch ist, arbeitet entweder gar nicht oder wenn er arbeitet, anscheinend nicht genug. SELBST SCHULD.

Es kann anscheinend nicht sein, was nicht sein darf. Die "working poor" gibt es, und die Autoren der Studien werden die relevanten Faktoren ausreichender berücksichtigt haben als der Herr Williams in seinem Artikelchen. Laut "Food Research and Action Center" sind 9.6 Millionen Kinder vom Hunger bedroht. Denen würde der Herr Williams wohl raten mehr zu essen.

Wer sich keine Krankenversicherung leisten kann, darf sich bei den neo-kommies und den Anwaelten bedanken. Die sorgen mit ihrem Klassenkampf in Form von malpractice law suits dafuer, dass sich einkommensschwache Leute keine KV leisten koennen. Wer sich keine KV leisten kann und die Demokraten waehlt, ist SELBST SCHULD.

Das ist die Überfischung von Zusammenhängen.

Und ewig lebe der Strohmann Kozlowski. Damit haben die neo-kommie-Schmarotzer ihr schwarzes Schaaf gefunden, und blasen zum Angriff im Klassenkampf gegen all diejenigen, die mit Fleiss und Koennen (und zugegebenermassen auch Glueck) am Wirtschaftswachstum profitiert haben.

Lies mal was der Kommunist und Schmarotzer Altbundeskanzler Helmut Schmidt schreibt:

http://www.zeit.de/2003/50/Kapitalismus

Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft. Ein Plädoyer für mehr Moral
...
Die Wurzel der Misere liegt in dem schnellen Rückgang von Moral und Anstand bei einigen Managern. Zwar bilden sie noch keineswegs die Mehrzahl, aber die schlechten Beispiele sind ansteckend. Die Rücksichtslosigkeit gegenüber dem öffentlichen Wohl – und den öffentlichen Finanzen! – greift schon seit Jahrzehnten um sich.
#4003
Versuche erst Logik zu verstehen, dann kannst Du kritisieren.
Versuche erst VWL zu verstehen, dann kannst Du VWL kritisieren.


Das werde ich nicht tun, die Reise in die Abgründe dieser Wissenschaft lassen mich mit leeren Händen dastehen. Mag sein das ich zu blöd bin, das andere Nutzen draus ziehen, das ich alles falsch verstehe usw.

Aber so ist es nunmal, wie mit der Alchemie, deren Zugänge auch nicht für jeden offen waren.

Nicht böse sein, für mich ist das ganze Schrott, aber ich bin durchaus in der Lage zu akzeptieren das das nur für mich gilt (eine Haltung von der du dir vielleicht ne Scheibe abschneiden solltest).

"Woher weißt du das da draußen etwas ist? Die Tür ist doch zu"
Quelle: hab ich "vergessen" ;-)
@h_k
> von der Regressions-Analyse (selbst die ist in diesem Zusammenhang junk science) ueber Correlation zum einfachen Hinschauen angelangt.

Au contraire, lieber Helmut!
Das einfache Hinschauen zeigt so klare Ergebnisse, dass wir gar keine statistischen Methoden brauchen, um die Fakten zu erkennen.
Oder möchtest Du bestreiten, dass
a) die skandinavischen Länder verhältnismässig hohe Wachstum in den Jahren 1992-2003 hatten, und
b) die skandinavischen Länder eine verhältnismässig hohe Staatsquote aufweisen?

Und wenn Du das (vernünftigerweise) nicht bestreiten willst, welche statistischen Verfahren schlägst Du vor, damit dieser evidente Sachverhalt nicht mit dem unbewiesenen neoliberalen Glaubenssatz "niedrige Staatquote = Effizienz = höheres Wachstum" kollidiert (= die Grausamkeit der Fakten sich nicht so unbequem in Bild schieben?)
Also: Deine Erstsemster-Statistik-Kenntnisse dort lassen, wo sie hingehören (ins Schulbüchlein) und gelegentlich versuchen, was Subtantielles zu den obigen evidenten Fakten vorzubringen. Es ist nicht so schwierig wie Du fürchtest!

> mit was fuer einem Schmarrn Leute Professor werden koennen
Wem sagt Du das.
Andrerseits bestehen für viele VWLer damit durchaus noch Hoffnung. Während bei den Wirtschafts-Nobelpreisen die Luft dünner wurde, kann in den unterliegenden Etagen bestimmt noch lange mit dem Kitsch des "rationalen Verhaltens der Wirtschaftsubjekte" herumhausiert werden.

> Fazit: Wenn etwas von Coubert kommt, curb your expectations!
Ich bitte drum!
Lieber ein echter Red-Herring als ein falscher Bush-Turkey.

Coubert
@ Coubert

Au contraire, lieber Helmut!
Das einfache Hinschauen zeigt so klare Ergebnisse, dass wir gar keine statistischen Methoden brauchen, um die Fakten zu erkennen.


Ein weiteres Armutszeugnis.

a) die skandinavischen Länder verhältnismässig hohe Wachstum in den Jahren 1992-2003 hatten, und
b) die skandinavischen Länder eine verhältnismässig hohe Staatsquote aufweisen?


Nein. Das bestreite ich nicht.

Und wenn Du das (vernünftigerweise) nicht bestreiten willst, welche statistischen Verfahren schlägst Du vor,

Aus den beiden statements kann man aber leider gar nichts ableiten. Schon gar nicht b=>a. Correlation bedeutet nicht Kausalitaet.

Also: Deine Erstsemster-Statistik-Kenntnisse dort lassen, wo sie hingehören (ins Schulbüchlein) und gelegentlich versuchen, was Subtantielles zu den obigen evidenten Fakten vorzubringen. Es ist nicht so schwierig wie Du fürchtest!

Du bietest mir an, dass ich mein Niveau senken darf. Sehr grosszuegig, aber ich muss ablehnen. Ich diskutiere nicht gern auf Bild-Zeitungs-niveau.


@ AntonChesus

Ich habe da keine Unterscheidung getroffen. Auch das Einkommen des obersten Perzentils ist hedonic-behandelt. Das reale GDP ist in den 21 Jahren um 89% gestiegen, und da liegen eben 99% der Bevölkerung in der Einkommenssteigerung deutlichst darunter.

Alle sind >0. Wo ist dann das Problem? Niemand kann sich beklagen, es sei denn er ist neidisch.

Es kann anscheinend nicht sein, was nicht sein darf. Die " working poor" gibt es, und die Autoren der Studien werden die relevanten Faktoren ausreichender berücksichtigt haben als der Herr Williams in seinem Artikelchen. Laut " Food Research and Action Center" sind 9.6 Millionen Kinder vom Hunger bedroht. Denen würde der Herr Williams wohl raten mehr zu essen.

Williams sagt nicht, dass es keine Armen gibt. Er sagt nur, dass keine Familie arm sein muss. Wer erwachsen ist und hungert, ist selbst schuld. Wer als Kind hungert, darf sich bei seinen Eltern “bedanken”, nicht beim Kapitalismus.

Wer sich keine Krankenversicherung leisten kann, darf sich bei den neo-kommies und den Anwaelten bedanken. Die sorgen mit ihrem Klassenkampf in Form von malpractice law suits dafuer, dass sich einkommensschwache Leute keine KV leisten koennen. Wer sich keine KV leisten kann und die Demokraten waehlt, ist SELBST SCHULD.
Das ist die Überfischung von Zusammenhängen.


Wenn Du die Zusammenhaenge nicht verstehst, dann schau weiter DSDS. Das ist Deinem Niveau naeher.

Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft. Ein Plädoyer für mehr Moral

Bestreite ich nicht. Die Betonung liegt auf dem Wort “Manche”.
@h_k

> Correlation bedeutet nicht Kausalitaet.
Hat ja auch niemand behauptet. Und andrerseits - keine Korrelation heist auch noch nicht Kausalität.
Wie auch immer: Staatsquote und Wirtschaftswachstum korrelieren nicht.

>>und gelegentlich versuchen, was Subtantielles zu den obigen evidenten Fakten vorzubringen.
>Ich diskutiere nicht gern auf Bild-Zeitungs-niveau.


Oh, ein paar Fakten und ein wenig Substanz hätten nichts verdorben.

Coubert
@All

Williams sagt nicht, dass es keine Armen gibt. Er sagt nur, dass keine Familie arm sein muss. Wer erwachsen ist und hungert, ist selbst schuld. Wer als Kind hungert, darf sich bei seinen Eltern “bedanken”, nicht beim Kapitalismus.

Da ist etwas Wahres dran, aber die Klärung der Schuldfrage ist nicht die Lösung des Problems.

http://www.zeit.de/2003/52/Ich-AG_2fKrise_II
http://www.zeit.de/2003/44/Arbeitslos

MfG :cool: berossi
@all
Und noch ein Auszug aus dem obigen Zeitartikel.

Manche müssen üben, mit der Straßenbahn zu fahren

Die Sozialfabrik von Köln ist ein verschachteltes Gebilde. Sie ist so kompliziert, weil die Menschen so kompliziert sind, die sie betreten. Hoch verschuldet sind diese Menschen oder frustriert, oder an Stütze vom Staat gewöhnt, oder an Schnaps gewöhnt, oder heillos verstrickt in Scheidungs- und Familienkonflikte, oder mit Schwarzarbeit beschäftigt, oder unfähig, den Tagesablauf zu ordnen, oder von vielem ein bisschen. Betrifft ein Problem eine größere Gruppe von Arbeitslosen, bildet sich im Job-Center gleich eine kleine Abteilung zur Problemlösung.

Niemand hat gezählt, wie viele Sozialarbeiter, Arbeitsvermittler, Psychologen, Familienberater, Sozialpädagogen, Therapeuten, Trainer, Teamleiter, Orientierungshelfer, Fallmanager, Ausstiegsberater, Koordinatoren und Sozialberater in Köln damit beschäftigt sind, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen. Wann immer in der Nähe Räume frei werden, mietet das Job-Center sie an; der Apparat wächst ständig.

Wenn kein Fachmann mehr Rat weiß, werden zu guter Letzt die „Job-Lotsen“ gerufen, die Special Forces in wechselnden Einsätzen, trainiert für besonders schwierige Fälle. Zwei junge Sozialarbeiter holen Arbeitslose zu Hause ab und bringen sie zum Arbeitsplatz oder zum Fortbildungskurs. Die Lotsen üben Wege mit Menschen, die sich in dieser Welt nicht mehr zurechtfinden. Die verlernt haben, morgens aufzustehen. Die verlernt haben, sich außerhalb ihres Wohnviertels zu bewegen. „Die den Tag nicht mehr kennen“, sagt einer der Lotsen.

Mit einem Arbeitslosen hat ein Lotse das Fahren mit der Straßenbahn geübt. „Wir steigen jetzt hier ein“, hat der Lotse erklärt, „und setzen uns auf die rechte Seite, damit wir da vorne an der Haltestelle schnell aussteigen können.“ Aber der Mann weigerte sich weiterhin. Einem Analphabeten hat ein Lotse den Weg zur Volkshochschule eingebläut, „hier ist die Feuerwehr“, dann geradeaus, „dahinten das Gesundheitsamt, merken Sie sich das gut“. „Es kommt bald eine Zeit für Sie, die sehr anstrengend ist“, sagen sie manchmal und meinen den Arbeitsbeginn. „Das müssen Sie hinkriegen“, sagen sie. „Sie sollten vor dem Vorstellungsgespräch Ihre Hose waschen.“


Ist es nicht köstlich, wie die schönen Theorien der Sozialromantiker von der etwas anderen Realität über den Haufen geworfen werden?

MfG :cool: berossi
Manche singen auch über die amerikanische Verschuldungsmaschine. So z.B. Shania Twain.:kiss:

Hier der Text:

KA-CHING

We live in a greedy little world, that teaches every little boy and girl
to earn as much as they can possibly, then turn around and spend it foolishly
We`ve created us a credit card mess, we spend the money that we don`t possess
Our religion is to go and blow it all, so it`s shoppin` every sunday at the mall

All we ever want is more, a lot more than we had before
So take me to the nearest store


Can you hear it ring?, it makes you wanna sing
It`s such a beautiful thing - Ka-Ching!
Lots of diamond rings, the happiness it brings
You`ll live like a king
With lots of money and things

When you`re broke go and get a loan, take out another mortgage on your home
Consolidate so you can afford
to go and spend some more when you get bored

All we ever want is more, a lot more than we had before
So take me to the nearest store


Can you hear it ring?, it makes you wanna sing
It`s such a beautiful thing - Ka-Ching!
Lots of diamond rings, the happiness it brings
You`ll live like a king
With lots of money and things


Let`s swing
Dig deeper in your pocket
Oh, yeah, ha
Come on I know you`ve got it
Dig deeper in your wallet
Oh

All we ever want is more, a lot more than we had before
So take me to the nearest store


Can you hear it ring?, it makes you wanna sing
It`s such a beautiful thing - Ka-Ching!
Lots of diamond rings, the happiness it brings
You`ll live like a king
With lots of money and things

Can you hear it ring?, it makes you wanna sing
You`ll live like a king
With lots of money and things

Ka-Ching!

Es kapiert nur anscheinend keiner.:(

CU Jodie
Hallo zusammen.

Bin wieder da, nach ausgedehntem Urlaub. Frohes neues Jahr an alle Leute im Board.

Was gibt’s neues hier?

Manche müssen üben, mit der Straßenbahn zu fahren

Meine Rede. Es gibt Leute, die sind drogenabhaengig, faul, oder dumm (wie in dem Fall mit der Strassenbahn) und somit unproduktiv. Wer unproduktiv ist, darf sich nicht beklagen wenn er arm ist.

Die andere Neuigkeit: Seit 2004 werden die realen GDP-Daten jetzt in Preisen von 2000 (statt wie bisher 1996) angegeben. Schlechte Nachrichten fuer die Dilletanten a la Stephen Roach und Konsorten, denn jetzt koennen sie mit ihren gefaelschten Rechnungen nicht mehr so leicht “nachweisen”, dass GDP Dank Computer aufgeblaeht wird, weil wir jetzt wieder naeher am Basisjahr dran sind.

@ Jodie

Consumer Credit ist zuletzt um 4.8% Y/Y gestiegen, davon revolving (also credit card) debt nur um 2.45%. GDP ist nominal um 5.3% gestiegen. Nominales Personal Disposable Income ist auch um 5.3% gestiegen. Wo ist das Problem?
"The Pride of America" in Bremerhaven oder " Manche müssen üben, mit der Straßenbahn zu fahren*



Wo ist das Problem?
The producer price index for finished goods rose 4 percent in 2003, after a 0.3 percent gain in December that matched expectations. It`s the biggest calendar year increase since 1990.

was ich in dem Kontext nicht nachvollziehen kann, ist die durchgängig desinteressierte Kommentierung durch Ökonomen. Beispiel:

The PPI data suggests that there really is little price pressure in the economy," said Drew Matus, an economist for Lehman Brothers. "This will have no impact on the Fed`s timing."

biggest increase ./. little pressure ? Was soll mich das heissen?
@landing
Was soll mich das heissen? Na was wohl?
Nullo Problemo!
@Coubert

CPI y2y = 2%
PPI y2y = 4%

EK steigt 100% schneller als VK.
Bondzinsen fallen -> negative Prognose über Preisbildungsfähigkeit, also Ertragsentwicklung.
Offizielle Schussfolgerung = prima, Aktienkurse steigen.

Was ist das nun? scherzfreie Frage aus der Rätselecke.
@ M@atrix

Die gesamte Systemcrash-Theorie hat nur einen einzigen Nachteil: Sie basiert auf einem Denkfehler in der Form von unzureichenden Kenntnissen in der Buchhaltung.

Auf einen „verblüffenden“ Systemfehler hat zudem Dr. Paul C. Martin (im Elliott-Waves-Board bekannt als „dottore“) in verschiedenen Beiträgen hingewiesen: Der „Zins“, welchen die Zentralbank für die Abgabe von gesetzlichem Zahlungsmittel gegen Hereinnahme von Schuldtiteln verlangt, kann niemals getilgt werden, was im Zeitablauf Zinseszins-Effekte unumgänglich macht.

Die Zentralbank erhebt nicht wirklich Zinsen, weil sie kein Geld verleiht (sondern es schlichtweg nur „schafft“). Sie bedient sich dafür am Zins des entgegengenommenen Schuldtitels, sodass eher von einer Prämie oder Steuer gesprochen werden müsste. Die Zentralbank akzeptiert nur gesetzliche Zahlungsmittel zur Schuldtilgung, doch woher sollen diese kommen, wenn nicht über neue Schulden? Einfach ausgedrückt verlangt die Zentralbank mehr gesetzliche Zahlungsmittel zurück, als sie selbst gegen das Pfand geschaffen hat. Und da eben nur sie selbst gesetzliche Zahlungsmittel schafft, muss die Geschäftsbank neue Schuldtitel hinterlegen, um an das gesetzliche Zahlungsmittel zu kommen – ein Teufelskreis, der zum weiteren Aufbau des „Schuldenturmbau zu Babel“ beiträgt. Damit bindet der Zins wahrhaftig ewig die Geschäftsbanken an die Zentralbanken – die Analogie zum „Herr der Ringe“ ist also durchaus treffend.


Klingt einleuchtend, ist aber falsch. Zugegeben sehen wir in der Tat eine Ausweitung der Geldmenge und wir sehen Zinsen. Das bedeutet aber nicht, dass die Zinsen der Grund fuer die Ausweitung sind. Nebenbei ist z.b. in den USA die Geldmenge, fuer die tatsaechlich auch Schuldtitel bei der Federal Reserve hinterlegt werden, nicht die haeufig zitierte 30e+12 Dollar (ca. 300% vom GDP) sondern “nur” 700 Mrd Dollar, weniger als 10% des GDP, fuer die ca 30 Mrd Dollar im Jahr an Zinsen gezahlt werden (so hoch ist ungefaehr der Seignorage-Gewinn der Federal Reserve). Zinsbelastung etwa 0.3% des US-GDP.
Aber auch kleine Mengen koennen natuerlich irgendwann zu unbezahlbaren Summen werden, wenn der Teufelskreis tatsaechlich funktionieren wuerde. Tut er aber nicht. Das liegt daran, dass die Zentralbank den Seignorage-Gewinn zum kleinen Teil wieder ausgibt und zum groessten Teil beim Finanzminister abgibt der das Geld auch wieder ausgibt. Ganz exakt 100.00000% des Zentralbank-Zinsgewinns landet wieder in der Wirtschaft. Somit wird dem System also kein Geld entzogen. Selbst mit Null-Wachstum und positiven Zinsen wuerde eine konstante Geldmenge in einer Oekonomie immer schoen zirkulieren ohne zu explodieren.

Der Denkfehler der Einbahnstrasse des Geldes taucht auch noch in einem anderen Beispiel auf. Ich habe deshalb die Vermutung, dass bei allen Zinsgegnern waehrend der Gehirn-Amputation der gleiche Teil vom Grips entfernt wurde. Das Beispiel, auf das ich mich beziehe, ist der Josephs-Pfennig. Lege 1 Cent zu 5% Zinsen an, dann werden daraus nach 2000 Jahren 2.4e+40 Euro. Wieder der Denkfehler der Einbahnstrasse: Der Besitzer des Guthabens gibt nach der Josephs-Pfennig-Theorie nie einen Euro aus, nur so kann das Vermoegen wachsen. Oder anders ausgedrueckt: Keine Ahnung von Buchhaltung. Das Budget eines jeden Buergers sieht so aus: Konsum+Investition=Einkommen aus Arbeit + Einkommen aus Vermoegen + anderer Kram (Transfers usw.).
Nirgends steht geschrieben, dass immer gelten muss
Investition= Einkommen aus Vermoegen
Und Konsum =Einkommen aus Arbeit + anderer Kram (Transfers usw.)
Das waere aber exakt das, was die Josephspfennig-Story postulieren wuerde. Da wir nach 2000 Jahren noch niemanden mit 2.4e+40 Euro Vermoegen gesehen haben, ist die Annahme Investition= Einkommen aus Vermoegen anscheinend ziemlich dumm.

Anscheinend nicht dumm genug fuer Zinsgegner.
#4018, #4014

Es ist legitim, aus Schwachstellen die Konsistenz von Schlussfolgerungen insgesamt zu beurteilen. Oder auch nicht. Wenn bei einem Punkt geschlampert wurde, kann es sein, dass andere Argumente gut sind. Ist auch so.

Die Freigeldtheorie und speziell Martin sind zwar lebende Schmerzen. Trotzdem weiss ich nicht, ob es sinnvoll ist, sich die Auseinandersetzung mit den übrigen Analysen zu ersparen.


Wenn schon: Peinlicher ist, dass "systemtreue" Volkswirte ungestraft offensichtlichen Blödsinn wie in #4015, #4017 in renommierten Publikationen veröffentlichen können, ohne Prügel zu beziehen. Das ist unterm Strich bescheidener als Martin, Larouche, oder Goldbug

Genau dasselbe mit Statistiken staatlicher Stellen, die sich widersprechen. Die US-Daten zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit: Beide sinkende Tendenz, sehr schön. Dann ist alles klar, oder: Will man absurdes Theater, geht man ins Theater oder liest Kommentare von amtlichen Volkswirten
@ landingzone

Es ist legitim, aus Schwachstellen die Konsistenz von Schlussfolgerungen insgesamt zu beurteilen. Oder auch nicht. Wenn bei einem Punkt geschlampert wurde, kann es sein, dass andere Argumente gut sind. Ist auch so.
Die Freigeldtheorie und speziell Martin sind zwar lebende Schmerzen. Trotzdem weiss ich nicht, ob es sinnvoll ist, sich die Auseinandersetzung mit den übrigen Analysen zu ersparen.


Das war keine Schwachstelle. Auf dieser einen Vermutung beruht die gesamte geistige Grundlage der Freigeldler.

Wenn schon: Peinlicher ist, dass " systemtreue" Volkswirte ungestraft offensichtlichen Blödsinn wie in #4015, #4017 in renommierten Publikationen veröffentlichen können, ohne Prügel zu beziehen. Das ist unterm Strich bescheidener als Martin, Larouche, oder Goldbug

CPI y2y = 2%
PPI y2y = 4%
The producer price index for finished goods rose 4 percent in 2003, after a 0.3 percent gain in December that matched expectations. It`s the biggest calendar year increase since 1990.
The PPI data suggests that there really is little price pressure in the economy," said Drew Matus, an economist for Lehman Brothers. " This will have no impact on the Fed`s timing."


Na und? Fuer die Zentralbank ausschlaggebend ist der CPI. Ausserdem wuerde ich gern die Quelle sehen. Wenn zwischen den beiden Zitaten z.B. gesagt wurde, dass ein hoeherer Anstieg erwartet wurde, dann macht das ganze wieder mehr Sinn. Moderate Schwankungen im PPI schlagen sich normalerweise nicht auf den CPI durch.

EK steigt 100% schneller als VK.

Was ist VK?

Bondzinsen fallen -> negative Prognose über Preisbildungsfähigkeit, also Ertragsentwicklung. Offizielle Schussfolgerung = prima, Aktienkurse steigen.

Ich weiss nicht was daran anstoessig sein soll: Zinsen runter, Aktien rauf. Da muss man kein Experte sein um das zu verstehen. Aber was heisst Preisbildungsfähigkeit? Ist das eine Erfindung von Dir?

Genau dasselbe mit Statistiken staatlicher Stellen, die sich widersprechen. Die US-Daten zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit: Beide sinkende Tendenz, sehr schön.

Der vermeintliche Widerspruch liegt an Deiner Unkenntnis.
1. wird AL mit dem Household Survey berechnet, Employment mit dem Industry Survey. Wuerde man Employment nach Household Survey rechnen, dann sind seit dem Tiefpunkt der Rezession 2.7 Millionen neue Jobs entstanden. Es gibt sogar 743000 neue Jobs im Vergleich zum Vor-Rezessions-Hoch. Dagegen sind nach dem Industry Survey seit dem Tiefpunkt der Rezession quasi keine neuen Jobs entstanden. Der Unterschied liegt daran, dass im Industry Survey bestimmte Bereiche nicht erfasst werden koennen (Selbstaendige, kleine Firmen, neu gegruendete Firmen).
2. Selbst wenn mit den gleichen Daten gerechnet wuerde koennten Employment und AL gleichzeitig fallen. AL=1-employment/labor force. Labor force kann schneller fallen als employment.
#4020

keine Schwachstelle. Auf dieser einen Vermutung beruht die gesamte geistige Grundlage der Freigeldler.

wenn sie eine haben. ich gebe aber zu, dass ich bei S.8 mehr oder weniger aufgehört hatte zu lesen, weil nicht viel Neues kam. Misstrauen ggü. schnell wachsenden Defiziten, Schuldenständen und hyperinflationierten Assets sind aber auch möglich, auch wenn man kein Liebhaber von absurden Theorien ist. Das ist kein Privileg von Gesellen. Was die Freigeld-Freaks möglicherweise auch nicht verstehen, ist, dass der real-negative Zins in den USA bereits die pure Implementation ihre Theorie ist und die Asset-Inflation die logische Folge.


Na und? Fuer die Zentralbank ausschlaggebend ist der CPI. Ausserdem wuerde ich gern die Quelle sehen. Wenn zwischen den beiden Zitaten z.B. gesagt wurde, dass ein hoeherer Anstieg erwartet wurde, dann macht das ganze wieder mehr Sinn. Moderate Schwankungen im PPI schlagen sich normalerweise nicht auf den CPI durch.
EK steigt 100% schneller als VK.
Was ist VK?


Das war kein Hinweis aus der VW sondern aus der BW, bei flächendeckender Anwendung aber VW-relevant. Versuche rauszukriegen, was die Folge ist, wenn über längere Zeit die Einkaufspreise doppelt so schnell steigen wie die Verkaufspreise. Ich glaube, das ist nicht besonders schwierig zu extrapolieren
ansonsten: http://cbs.marketwatch.com/news/story.asp?guid=%7B32B201A0%2…


Aber was heisst Preisbildungsfähigkeit? Ist das eine Erfindung von Dir?
ich weiss den exakten Begriff gerade nicht. "pricing power"? inhaltlich, Firmen können Kostenstrukturen ab/umwälzen oder nicht.


Genau dasselbe mit Statistiken staatlicher Stellen, die sich widersprechen. Die US-Daten zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit: Beide sinkende Tendenz, sehr schön.
Der vermeintliche Widerspruch liegt an Deiner Unkenntnis.
1. wird AL mit dem Household Survey berechnet, Employment mit dem Industry Survey. Wuerde man Employment nach Household Survey rechnen, dann sind seit dem Tiefpunkt der Rezession 2.7 Millionen neue Jobs entstanden. Es gibt sogar 743000 neue Jobs im Vergleich zum Vor-Rezessions-Hoch. Dagegen sind nach dem Industry Survey seit dem Tiefpunkt der Rezession quasi keine neuen Jobs entstanden. Der Unterschied liegt daran, dass im Industry Survey bestimmte Bereiche nicht erfasst werden koennen (Selbstaendige, kleine Firmen, neu gegruendete Firmen).
2. Selbst wenn mit den gleichen Daten gerechnet wuerde koennten Employment und AL gleichzeitig fallen. AL=1-employment/labor force. Labor force kann schneller fallen als employment.


Ich glaube, es liegt momentan an Deiner Schlampigkeit, aber v.a. der der Datenerhebung.

AL läuft per Telefonumfrage. Sehr lustig. Man nimmt an, dass man etwas sinnvolles erfährt auf die Weise.

Erstanträge: Bernanke hat, wohl wissend, dass er etwas bringen muss, was gekauft wird, etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass sie möglicherweise deswegen fallen und die Zahlen nicht mehr realistisch sind, weil sich viele Arbeitslose nicht mehr rückmelden. Nochmals: Fed Governor Bernanke. Nicht ich.

Bei den Beschäftigungsdaten wird auch mit Annahmen gearbeitet. Es werden die von Dir genannten Bereiche auf statistischer Basis (mir nicht bekannt welche, Geheimnis der Ersteller, hedonisches Verfahren?) eingerechnet. Dass sie überhaupt nicht in den Daten drin sind, ist also falsch.

Schrumpfende labor force ist eine komische Idee. Erstens wird (wohl nicht nur von Dir) Einwanderung als Allheilmittel propagiert und zweitens gibt es tatsächlich eine hohe Zuwanderungsquote. Folglich kann man davon ausgehen, dass der Zähler zu- und nicht der Nenner abgenommen hat.

Die Daten sind eine Zumutung. Warum bezieht man sie nicht von der Lottofee?
dass der Zähler zu-
blödsinn. will heissen: Der Zähler ist eine nicht definierbare Unbekannte geworden
@ landingzone

http://cbs.marketwatch.com/news/story.asp?gsiteid=mktw

Der link exitiert nicht. Hatte auch nichts anderes erwartet.

ich weiss den exakten Begriff gerade nicht. " pricing power" ? inhaltlich, Firmen können Kostenstrukturen ab/umwälzen oder nicht.

OK. Aber Dein Originalzitat war: Bondzinsen fallen -> negative Prognose über Preisbildungsfähigkeit, also Ertragsentwicklung.
Wenn Bondzinsen fallen, dann ist das eine POSITIVE Entwicklung, also wenn das alles etwas mit pricing power zu tun, dann mit steigender pricing power.

Genau dasselbe mit Statistiken staatlicher Stellen, die sich widersprechen.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Daten haben alle moeglichen Schwaechen. Alle moeglichen intelligenten Leute weisen darauf hin. Allerdings braucht es etwas mehr Hirn als eine pauschale Verurteilung vom Format landingzone. Du widersprichst Dir ja sogar in ein und dem selben Satz (sinkende Zinsen, negative Ertragsentwickling??????)

Dass die AL und EMPL Daten sich vermeintlich widersprechen koennen, wissen alle Leute, die etwas Grips im Kopf haben. Und fuer den Rest wird es dann regelmaessig von einer netten Dame auf CNN oder CNBC erklaert, damit auch Zuschauer auf Bild-Zeitungsniveau es verstehen. Und der Bodensatz an geistiger Faehigkeit, der es trotzdem noch nicht verstanden hat, ... Dem kann ich auch nicht mehr helfen.

Ich glaube, es liegt momentan an Deiner Schlampigkeit, aber v.a. der der Datenerhebung.

Meine Schlampgkeit? Ich erhebe keine Daten.

Nämlich, dass sie möglicherweise deswegen fallen und die Zahlen nicht mehr realistisch sind, weil sich viele Arbeitslose nicht mehr rückmelden.

Das ganze sehe ich auch so.

Bei den Beschäftigungsdaten wird auch mit Annahmen gearbeitet. Es werden die von Dir genannten Bereiche auf statistischer Basis (mir nicht bekannt welche, Geheimnis der Ersteller, hedonisches Verfahren?) eingerechnet

Der Verweis auf Hedonics ist immer wieder koestlich. Wenn Dilletanten keine anderen Argumente haben, dann kommen sie mit Hedonics, obwohl es absolut nichst mit Arbeitsmarkdaten zu tun hat.

. Dass sie überhaupt nicht in den Daten drin sind, ist also falsch.

Daten sind das was sie sind. Wenn Dir die Definition nicht passt, dann kannst Du sie nicht als falsch bezeichnen. Hoechstens Interpretationen der Daten koennen falsch sein.

Zum schluss noch ein Verweis auf die (natuerlich viell “besseren”) europaeischen Daten:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,282541,00.html

OK, die EZB gibt jetzt also zu, dass der Teuro zunaechst die Preise getrieben hat und jetzt die Preise deshalb stagnieren. (Deshalb also die ggw. deutsche fast-Deflation). Meine Frage also, warum ist der Preistrieb nicht in den 2002 Daten aufgetaucht? Welchen statistischen Trick hat wohl die EZB benutzt um die Inflationsdaten im 1. HJ 2002 niedrig zu halten?

Dazu noch die folgende Grafik:


Computer sind in 3 Jahren um 67% billiger geworden. So um die 25% pro Jahr wenn die Daten von Jan2000 bis Nov2003 gemessen wurden. Ziemlich exakt die gleiche Rate wie in den USA. Also wenn Du naechstes mal Hedonics kritisierst, sei Dir im Klaren darueber, dass das gleiche in Europa verwendet wird.
Du willst Troll sein, dann bleib es. w:o schneidet sinnloserweise bestimmte Sonderzeichenkombinationen ab. Zugegeben mein Fehler, dass ich nicht nochmals drübergelsen habe.

Die beiden Leerzeichen ums Istgleichzeichen enfernen

http://cbs.marketwatch.com/news/story.asp?guid = %7B32B201A0%2D55A6%2D4DD0%2DBFAA%2D33771B31764B%7D&siteid=mktw

Leider ist aber wohl der Austausch von Unsinn und Unverschämtheiten wichtiger als irgendein Thema an sich. Kein Interesse mehr. Such Dir einen Baumstamm zum Reiben.
@ landingzone

Die beiden Leerzeichen ums Istgleichzeichen enfernen
http://cbs.marketwatch.com/news/story.asp?guid =


Zugegeben, ich verstehe auch nicht ganz wie der Oekonom zu diesem Schluss kommt. Entweder er hat sich selbst widersprochen oder er hat im Interview das gesagt was ich zunaechst vermutet habe: Kleinere Schwankungen im PPI haben keinen Einfluss auf den CPI. Der Journalist hat dieses Zitat aber weggelassen und fertig ist der vermeintliche Widerspruch.

Leider ist aber wohl der Austausch von Unsinn und Unverschämtheiten wichtiger als irgendein Thema an sich. Kein Interesse mehr. Such Dir einen Baumstamm zum Reiben.

Ich habe sachlich zum Thema geschrieben. Was ist davon Unsinn? Unverschaemt werde ich auch nur, wenn jemand anders zuerst unverschaemt wird. Ich habe im Beitrag #4020 ganz sachlich erklaert wie die Unterschiede in der AL und EMPL Reihe zustandekommen. Wenn danach immernoch bloede Kommentare kommen (“Daten sind eine Zumutung” ????) dann ist meine Hoeflichkeit auch am Ende.

Ansonsten darf ich aus Deinem Desinteresse an weiterer Diskussion schliessen, dass Du das Handtuch wirfst, richtig?
Hier was hochinteressantes:


Gestern beim Aufräumen fiel mir eine Börsen-Zeitschrift (Auflösung später) in die Hand. Habe sie aus Interesse (u.a. Charttechnik) mal durchgewühlt.
Titel war übrigens: Hallo Aufschwung! Von Markus Koch etc. Den ganzen Artikel (mehrseitig abzutippen) würde leider bis heute mittag dauern, deshalb hier nur das wesentliche.

Der Aufschwung ist da. Das viele liquide Geld will wieder an den Börsen investiert werden. Niedrige Zinsen. Der Optimismus ist an der Wall-Street zurück. Die Amis geben das Tempo vor, Gewinnaussichten für das laufende Jahr haben sich drastisch verbessert. Europäische Aktien sind wieder attraktiv.... Abbey Cohen hält an ihrer Zielmarke von 11.300 fest, anschließend Luft bis 12.400.
Weiterhin:
"Nach all den pos. Konjunkturdaten und den Optimismus von Alan Greenspan war der Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag das letzte Mosaiksteinchen, das zum Bild eines (ACHTUNG) robusten Aufschwung fehlte. Nun können auch Ökonomen und Analysten nicht länger quer schießen." "Die Märkte haben das Schlimmste hinter sich", sagt Tobias Levkovich, Chefstratege von Salomon Smith Barney, und hebt das Jahresziel für den Dow auf 11.400 Punkte an. S&P500 sieht er ein Aufwärtspotential von 13-17%.... Für einen Einstieg sprechen die hohen Barbestände bei institutionellen und privaten Anlegern. Die meisten haben den raschen Anstieg der vergangenen Monate verschlafen und müssen noch investieren, was der Rally zusätzlichen Schub verleiten wird...} S. 42 bis 47, Titel Aufschwung.

Dazu Interview mit James Abate, Fondsmanager von GAM Star American Focus, der auf S.99 zur Vorsicht mahnt, da Technologie-Titel überbewertet seien. Tenor aber: Die US-Konjunktur erholt sich schneller als erwartet.

Stefan Risse spricht in gleicher Zeitschrift von "Zweite Einstiegs-Chance".

Weiterhin auf S.24, Inhalt Barron´s: Große Verprechen - Mit der Wiederbelebung der Wirtschaft in den konjunkturabhängigen Branchen ist auch der Dow-Jones-Index kräftig gestiegen. Haben Anleger, die jetzt einsteigen wollen, die Party schon verpasst?

Chartcheck Dow stand damals genau auf 10.600 Punkte und lief in eine Widertandszone rein.
S&P 500 stand damals fast punktgenau dort, wo er heute steht.
Nasdaq Composite stand damals bei knapp 2.000 Punkte.


Große Preisfrage an alle, von wann stammt dieser kurz zusammengefasste Inhalt???


Auflösung: siehe Stück weiter unten....
















Quelle: Die Telebörse, 12/02 vom 14.03.2002.
(Telebörse gibt´s nicht mehr, kein Wunder..... Kleiner Tipp: Vielleicht sollte auch der ein und andere Marktschreier mal den Job wechseln... :rolleyes: )


Da kann ich im Nachhinein nur lauthals :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh:

- und weiß jetzt ganz genau, was ich von der aktuellen Irrenhausrally zu halten habe! :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: :laugh:
Habe heute meinen sozialen Tag. Deshalb ausnahmsweise eine kleine Bemerkung hier bei den Dauerpessimisten:

So schlecht lagen die Aussagen im März 2002 nicht. Die haben sich um lediglich 4 Monate verschätzt. War ne reine Timing-Frage. Nach heutigen Erkenntnissen drehte der Gesamtmarkt im September 2002 und läuft bis heute nach oben.
Die Grafik in #4023 ist echt spitze.
Wie oft kauft man sich einen PC, Drucker usw. und wie oft Brötchen und Eier ? Wer kauft sich oft einen PC und fliegt viel ? Das gemeine Volk erlebt deutlich die Inflation und wird quasi beschissen durch statistische Tricks auch hier in Europa.
@silverpwd

hast recht. Da ist was dran.

Notebooks: Ein Marken-NB der unteren Oberklasse war 2000 unmöglich unter DM >4000 zu kriegen. Eben habe ich einen gekauft für umgerechnet ca. DM 2400. 40% Preisverlust. Bei PCs dürfte es etwas moderater aussehen. Da kann ich für voll ausgestattete NoName keinen gravierenden Unterschied zu marktvergleichbaren Geräten anno 2000 sehen.

Nimmt man grosszügig einen durchschnittlichen Preisverlust von 30% in 3 Jahren an, entspricht das aber nur den günstigeren Wechselkursen ggü. USD-Raum (Einkauf IT-Ausstattung) im gleichen Zeitraum. Im USD-Raum gab es also möglicherweise gar keinen Preisverfall (!!).

Die Grafik gibt für D -67% an. Das Doppelte dessen, was realistisch aussieht. Ich weiss nicht, welches Datenmaterial dem zugrunde liegt. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sowohl bei den Daten überzeichnet wurde, als auch, dass hedonics an der Stelle sehr hart zugeschlagen haben.




@Juan
Daueroptimist? :D
#4025
Herr Handtuchhalter. Es kann die amerikanische labor force durch Zuwanderung zunehmen und die Arbeitslosenzahl durch Schwund an labor force abnehmen. Vermutlich werden die Einwanderer sofort pensioniert. Das ist witzig interpretiert, und nicht zu widerlegen. Allerdings führen zu viele Gags dieser Art zu Ermüdung. Der Versuch, die Stimmung durch verbale Ausfälle zu heben, wird natürlich ausdrücklich gewürdigt.
Es ging mir in meinen Posting vorallen darum, dass die Normalo-Familie mit 1-2 Kindern, die Inflation deutlich zu spüren bekommt. Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine kauft man sich alle 10 Jahre neu. Wie die EZB auf diese niedrigen Inflationsraten kommt, ist mir ein totales Rätsel.
Die Inflationsraten der USA begreife ich auch nicht. Die Energie- und Rohstoffpreise in US-$ sind Querbeet ziemlich angestiegen. Ebenso die Immopreise in den letzten Jahren und damit wohl auch die Mieten. Wohl die einzigen Güter, die dank wachsender Konkurrenz aus Asien billiger geworden sind Tech und Textilien, aber bitte, wie hoch ist das den gewichtet..
#4032
den Begriff "Gesundheit" haben die völlig ausgeklammert
Logische sind alle gesund !!!

Aber dennoch steigen die Krankenkassenbeiträge
irgendwie merkwürdig.

Pflegekosten für ältere Menschen gar nicht inbegriffen.
Mancher Sohn oder manche Tochter müssen etwas
Geld hinblättern, damit die alten Eltern im
Pflegeheim aufgenommen werden.

Es zählt doch nicht was gestern war sondern was
in 12 Monaten abläuft.
Wenn für Pflege immer mehr hingelegt wird
fehlt doch das Geld doch irgendwie wo anders.


Und die erfindungsreiche Medizintechnik treibt doch
allgemein die Gesundheitsaufwendungen nach oben.
ganz teuere Arzneimittel
ganz teuere Herzchirugie
Bevor Du stirbst wird doch vorher noch mal die
Krankenkasse richtig abgezockt.
@ silverpwd
Die Inflationsraten der USA begreife ich auch nicht. Die Energie- und Rohstoffpreise in US-$ sind Querbeet ziemlich angestiegen.

Mag sein. Aber Preise fuer durable goods stagnieren oder sinken sogar.

Ebenso die Immopreise in den letzten Jahren und damit wohl auch die Mieten.

Ueberraschenderweise ist das Gegenteil der Fall. Dank housing boom hat es einen totalen crash auf dem Mietmarkt gegeben. Jetzt stabilisiert es sich wieder etwas, aber vor einem Jahr habe ich Schilder mit folgender Aufschrift gesehen: “rent for 12 months, get 4 months for free”.
Hauspreise haben nur einen indirekten Einfluss auf Inflation. Die Kosten fuer die Nutzung eines Eigenheimes werden berechnet als die Miete, die man fuer das gleiche Haus auf dem Miet-Markt zahlen muesste. Dank stagnierender Mieten ist also der Wert der Nutzung auch stagnierend, auch wenn der Wert der Immobilie steigt.


@ Mr.Billion

aus dem akt. Stern 4/04, 15.01.04:
Die Wahrheit über Preise - oder hier:


Wie gesagt: Inflation war 1.07% im Jahr 2002 (Dez 2002 / Dez 2001). Niedriger als im Jahr zuvor (1.38% Dez 2001 / Dez 2000). Null Ahnung wie die EZB und Bundesbank auf so niedrige Inflation kommen, wo es doch so drastische Preisanstiege gegeben hat.


@ landingzone

Vermutlich werden die Einwanderer sofort pensioniert.

Nein. Das ist doch das deutsche Modell aus den 80er und 90er Jahren: Aussiedler anwerben und gleich danach in die Rente schicken. Sprengt zwar die Rentenkasse, aber solange sie CDU waehlen, ...

Nimmt man grosszügig einen durchschnittlichen Preisverlust von 30% in 3 Jahren an, entspricht das aber nur den günstigeren Wechselkursen ggü. USD-Raum (Einkauf IT-Ausstattung) im gleichen Zeitraum. Im USD-Raum gab es also möglicherweise gar keinen Preisverfall (!!).

In den USA gab es einen Preisverfall von 43% nach Deflator fuer die Kategorie Computers and Periphials. Wohlgemerkt: Das beinhaltet schon Hedonics.

Die Grafik gibt für D -67% an. Das Doppelte dessen, was realistisch aussieht. Ich weiss nicht, welches Datenmaterial dem zugrunde liegt. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sowohl bei den Daten überzeichnet wurde, als auch, dass hedonics an der Stelle sehr hart zugeschlagen haben.

Genau! Ohne Qualitaetsanpassung koennten –67% nicht zustande kommen.


@ silverpwd

Die Grafik in #4023 ist echt spitze.
Wie oft kauft man sich einen PC, Drucker usw. und wie oft Brötchen und Eier ? Wer kauft sich oft einen PC und fliegt viel ? Das gemeine Volk erlebt deutlich die Inflation und wird quasi beschissen durch statistische Tricks auch hier in Europa.


Wenn der Durchschnitt berechnet wird, dann werden die einzelnen Teile gewichtet. D.h. Gueter, die nur selten gekauft werden, haben nur wenig Einfluss auf den CPI. Problematisch wird’s nur, wenn deine Kaufgewohnheiten stark von den Gewichten abweichen. Oma und Opa, die nun gar keine Verwendung fuer PCs und Inkjet Printers haben, werden wahrscheinlich staerker von Inflation getroffen als die Statistik einem Glaben machen will.


@ Mr.Billion

Der Aufschwung ist da.

In gewisser Weise hatte der Mann Recht. Seit dem 2.HJ 2002 waechst die US-Oekonomie recht ordentlich. Nur die Boerse hat ein wenig laenger gebraucht.
Was aber fehlt:

Einige Werte sind jetzt heissgelaufen, aber in den grossen Indices fehlt noch so ein Schlusshype, ansonsten wird bei jeder Korrektur wieder eingekauft und der Markt steigt weiter.

Extern: Wundern kann man sich auch nur noch über die gänzlich fehlende Hinterfragung der Earnings. Ich meine, wo ist denn da die Aussagekraft bei dem Vergleich - 1Q. 2003 zum 1Q. 2004? :rolleyes:

Jede Pommes Bude übertrifft da diese Zahlen.

Andersrum hinterfragt: Warum bitt´schön explodiert denn wirklich ALLES, und das schon seit 10 Monaten, wobei die Nasdaq-Rally ja faktisch schon am 09.10.2002 begann? (Die BigPlayer jagen genau aus diesem Grunde Woche für Woche alles auf neue 52 - 104 Wochenhochs... Wo ist denn hier noch der Überraschungseffekt?) Wenn schon Schrottaktien wie z.B. Intershop & Co. jetzt seit Jahresbeginn jeden Tag 20% explodieren, sollte an vielleicht mal sein Hirn einschalten - und den Ständer vergessen? :rolleyes:
Smart Investor Weekly 20.01.2004, 15:32


Gefahr erkannt... - Gefahr auch gebannt?


Nicht die weltweiten Aktienmärkte sind es, die derzeit von sich Reden machen, sondern der Devisen- und Goldmarkt. Zwar sorgt die Korrektur des Euro gegenüber dem US-Dollar für Wirbel, er könnte sich aber auch langfristig als viel Staub um Nichts herausstellen.

Die Idee der Manipulation
Analysiert man die langfristige US-Dollarschwäche, so muß man immer wieder nach der Theorie fragen, welche sich dahinter verbirgt. Bekanntlich versucht(e) die US-Regierung – im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen im kommenden November – alles ihr Mögliche, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen und sie auch dort zu halten. Neben all den anderen Ankurbelungsmaßnahmen wie extremen Steuer- und Zinssenkungen, der hohen Beleihung der US-Immobilien und massiver Staatsausgaben spielt der Devisenmarkt dabei eine Schlüsselrolle. Denn um die Wirtschaft (und besonders die Binnennachfrage) anzukurbeln, müssen US-Produkte für US-Konsumenten attraktiver erscheinen als Importgüter. Da Zölle und Einfuhrbeschränkungen eher unpopulär sind (können bis zu Handleskriegen führen), manipuliert die Zentralbank daher lieber die einheimische Währung und schiebt die Schuld für die wirtschaftliche Schwäche auf andere Länder ab. Im Falle der USA geschieht das durch eine beschleunigte Abwertung des Dollar. Ausländische Produkte sollen sich für amerikanische Konsumenten relativ verteuern, während inländische Waren preiswerter werden. Für Ausländer hingegen werden amerikanische Produkte zunehmend attraktiver, was die Nachfrage nach ihnen zusätzlich ankurbelt.

Der Teufel steckt im Detail
Soweit die Theorie. Doch bekanntlich steckt der Teufel im Detail. Denn während einerseits US-Konsumgüter attraktiver werden, steigt anderseits das Währungsrisiko. Erwirtschaften US-Investments (darunter auch Aktien und Bonds) eine höhere Rendite als der Währungsverlust durch einen schwächeren Dollar, schmälert sich für Investoren „nur“ der Gewinn. Ist die Rendite der Investments relativ gering, erleiden Anleger dann möglicherweise aber auch einen Verlust. Es hängt also von den Anlegern ab, in wie weit sie diesen Schmerz verkraften wollen bzw. können. Des weiteren waren und sind es vor allem asiatische Zentralbanken (in erster Linie die Japaner gefolgt von den Chinesen), die durch Dollar-Käufe die Währung vor einem tieferen Sturz bewahren. Diese Dollar werden dann umgehend in US-Assets (Aktien, Anleihen) investiert. Bekanntlich leiht das Ausland den USA rund 500 Mrd. US-$ pro Jahr. Ohne diese Schulden würden die USA in eine tiefe Finanzkrise stürzen. Und das wiederum würde der stark von den US-Konsumenten abhängige asiatische (und weltweite) Wirtschaftsaufschwung zu spüren bekommen. So finanzieren im Endeffekt die asiatischen Länder den Konsum auf Pump der USA. Ironischerweise fließen die Konsumausgaben der Amerikaner trotz all der Manipulationen der Bush-Regierung weiter nach China, was zu einem weiteren Abbau an Arbeitsplätzen in den USA und einer Stärkung Chinas führt. Was bleibt auch anderes übrig in dieser Lage? Doch sobald der Dollar Tiefen erreicht hat, die es für die Asiaten und andere Gläubiger unrentabel machen, weitere US-Staatsanleihen zu kaufen, müssen die US-Zinsen wieder steigen, um Käufer für ihre Schulden zu finden. Dies wäre definitiv das Ende der Rally an den amerikanischen und weltweiten Aktienmärkten.






Aus einer Korrektur...
Doch noch ist von diesem Langfrist-Szenario momentan noch wenig zu spüren. Der Dollar-Verfall legte erst einmal eine Verschnaufpause ein und setzte zu seinem erwartenden Pullback an. Die Folge daraus ist sind ein schwächerer Euro und ein korrigierender Goldpreis. Charttechnisch ist der Euro gegenüber dem US-Dollar aus seinem kurzfristigem Aufwärtskanal nach unten ausgebrochen (siehe Chart). Auch wenn eine kurzfristige Korrektur bevorsteht, so sind sowohl der mittel- wie auch der langfristige Aufwärtstrend weiterhin intakt. Gerade bei der europäischen Zentralbank stößt die schwächere Gemeinschaftswährung auf breiten Zuspruch, hat man doch durch die „verbalen Interventionen“ der letzten Woche genau das bewirken wollen. So sind die Sorgen um den europäischen Export vorrübergehend erst einmal gebannt. Im Edelmetallbereich vollendeten sowohl der HUI (Index der ungehedgten Goldmienen) wie auch der XAU (Index der gehedgten Goldminen) ihre Doppeltop-Formationen. Der negative Durchbruch läßt – im kurzfristigen Bereich – auf noch weiteres Korrekturpotential schließen (siehe Chart). Dennoch bleiben wir für den Edelmetallbereich langfristig weiter positiv, kurzfristig müssen teils kräftige Schwankungen in Kauf genommen werden.



... ergeben sich oft gute Chancen
Im kurzfristigen Bereich hat sich auch das Bild an den Aktienmärkten geändert. Die in der letzten Woche angesprochene Gefahr einer Topbildung im Dax ist weitgehend gebannt. So rückt unser mittelfristiges Kursziel von 4.500 Punkten in greifbare Nähe. Wie bereits mehrfach erwähnt rechnen wir mit einem Erreichen dieser Marke gegen Anfang März, möglicherweise aber auch erst in Richtung Sommer. Dem bisherigen Start ins neue Jahr folgend wohl aber eher früher als später. Auch unsere Indikatoren zur Messung der Liquidität (dem Treibstoff der Börsen) stehen weiter auf Grün. Dennoch bleiben wir langfristig weiterhin skeptisch und weisen ausdrücklich auf die oben angesprochenen Gefahren hin. Für spekulative Anleger in Edelmetallen sind durch die derzeitige Dollarstärke vor allem südafrikanische Mienen wieder interessanter geworden. Wie schon oft im Smart Investor besprochen kalkulieren diese ihre Kosten zwar in südafrikanischen Rand, rechnen aber ihre Gewinne aus dem Verkauf von Gold in US-Dollar ab. Ein Anziehen des Dollar gegenüber dem Rand läßt somit automatisch die Kosten sinken, während die Gewinne steigen.

Zu unseren Empfehlungen / Musterdepotveränderungen
Die infolge der jüngsten Dollar-Erholung eintretende, daher auch wenig überraschende Konsolidierung im Edelmetallbereich hat auch einigen unserer Musterdepotwerte ein paar Prozentpunkte abgenötigt. Da wir in diesem Sektor jedoch die betont langfristige Perspektive im Auge haben, würden wir jeden unserer Titel auch gegenwärtig wieder in ein Musterdepot aufnehmen (Durban Roodepoort, Harmony, Croesus sowie Silver Standard Resources). Gleiches gilt für unsere Asien- bzw. Rohstofftitel, der thailändische Kohlelieferant und -kraftwerkbetreiber Banpu sieht nach über 200 % Kursgewinn hingegen vielleicht etwas überhitzt aus. Gewinne laufen zu lassen war allerdings selten ein schlechter Ratschlag. Apropos Gold und Edelmetalle: Im Übrigen sei an dieser Stelle auf die nächste Ausgabe des Smart Investor Magazins hingewiesen, die am 31.Januar erscheinen wird. Darin wird ein ausführlicher Beitrag zum Explorationssektor zu finden sein inklusive eines interessanten Interviews mit Klaus Eckhof, seines Zeichens renommierter und inzwischen weltweit bekannter Geologe und mehrfacher Unternehmensgründer im Explorations-Business. Nach wie vor gilt unser Angebot: Zwei Ausgaben des Smart Investor Magazins gratis bestellen: http://www.smartinvestor.de/abo/index.hbs.

Vor wenigen Wochen sind wir mit unserem Abstauberlimit beim deutschen Generikaspezialisten Stada Arzneimittel im Laufe der Korrektur leider nicht zum Zuge gekommen. Jetzt, nach vermutlich beendeter Korrektur, sieht es so aus, als würden die Papiere ihren Aufwärtstrend wieder aufnehmen wollen. Daher holen wir uns 100 Aktien des MDax-Mitglieds (WKN 725 180) zum heutigen Schlußkurs ins Musterdepot. Weitere Veränderungen stehen nicht auf der Agenda. Mit dieser Investition sinkt unsere Cash-Quote auf unter 10 %, was sich mit unserer kurz- bis mittelfristig positiven Einschätzung deckt.

Fazit
Kurzfristig werden die Börsen weiterhin von der offenkundigen Euphorie der Marktteilnehmer getragen. Nichtsdestotrotz sollte man sich davon nicht beeindrucken lassen. Die langfristigen Gefahren für die Märkte, wie wir sie schon oftmals erwähnt haben, bleiben weiter bestehen, wenn auch nur hinter der Fassade des Vordergründigen. So wird das Eis, auf dem sie sich bewegt, auch nicht gerade dicker – ganz im Gegenteil. Nicht umsonst spottete der ehemalige amerikanische Finanzminister John Connolly: „Der Dollar ist unsere Währung und euer Problem,“ ehe Präsident Richard Nixon vor 30 Jahren das Abkommen von Bretton Woods einseitig aufkündigte. Mal sehen, was sich die heutige Regierung dazu einfallen läßt.

Sebastian Storfner, Falko Bozicevic
Smart Investor Magazin
Storfner@goingpublic.de
"In gewisser Weise hatte der Mann Recht. Seit dem 2.HJ 2002 waechst die US-Oekonomie recht ordentlich. Nur die Boerse hat ein wenig laenger gebraucht."

Ich bezweifele stark, dass dieses Wachstum selbstragend ist (ohne Steuergeschenke, Zinsen, Krieg ..). Wo bleiben die Arbeitsplötze, der Aufschwung ist doch bereits seit 2 Jahren da ? (Antwort: China, Osteuropa usw.) Wann gab es jemals einen Aufschwung, bei dem nach so langer Zeit immer noch keine Arbeitspl. geschaffen wurden ? (Antwort: Noch nie.) Ich denke nach der Wahl macht es Plumps. Und ich denke auch, dass die Inflation mit grossen Schritten in den nächsten Jahren sichtbar wird, auch die Chinacken mit eventueller Währungsabkopplung werden Ihren Teil dazu beitragen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,283578,00.html
GASTKOMMENTAR

Europas Sturz in die Drittklassigkeit

Von Christoph Keese, Davos

Europa fällt wirtschaftlich hinter Asien und Amerika zurück. Das Problem ist erkannt - getan wird aber zu wenig.



DDP
Wirtschaftsschaltstelle EZB: Radikale Innovationen sind den Europäern fremd
Vom diesjährigen Weltwirtschaftsforum lässt sich eine Schlussfolgerung mitnehmen: Nie und nimmer wird Europa bis zum Jahr 2010 die wettbewerbsfähigste Region der Welt sein. Als die Europäische Union bei ihrem Gipfel in Lissabon dieses Ziel beschloss, bewies sie einen ausgeprägten Sinn für Humor. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Francis Mer antwortete in Davos denn auch ganz offen auf die Frage, was er von den Lissabonner Beschlüssen heute hält: "Ich konnte mir schon damals ein breites Schmunzeln nicht verkneifen."
Nicht nur Mer denkt so, auch andere Europäer halten das Ziel für illusorisch. Roberto Testore, Chef des italienischen Technologiekonzerns Finmeccanica, sagt: "Dass unser Wachstum in 20 Jahren über dem der USA liegt, kann ich nur hoffen, glauben tue ich es nicht." Asien und Amerika laufen den Europäern davon. China wächst mit acht Prozent pro Jahr, die USA schaffen nachhaltig etwa vier Prozent. Japan taucht aus der Depression auf und legte im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent zu. Nur Europa kommt nicht voran.

Mutige Ziele sind zwar wichtig, und selbst wenn Europa 2010 nicht an der Spitze steht, wird es mit Hilfe der ehrgeizigen Idee weiter gekommen sein als ohne. Trotzdem müssen die Europäer analysieren, warum sie an ihren eigenen Zielen scheitern. Nur so können sie aus den Fehlern lernen und sie künftig vermeiden. Vier Hauptgründe stechen aus den Debatten in Davos hervor.

Gebremste Produktivität

Erstens: Europa bremst die Entwicklung zu höherer Produktivität, statt sie zu unterstützen. Es stellt sich nicht schnell genug auf Wandel ein. Änderungen, die vor kurzem noch Jahre dauerten, vollziehen sich heute innerhalb weniger Monate. Der Netzwerkhersteller Cisco zum Beispiel brachte es vor vier Jahren auf ein Drittel des Umsatzes, den seine elf wichtigsten Wettbewerb gemeinsam erwirtschafteten. Heute ist Cisco mehr als dreimal so groß wie alle elf Wettbewerber zusammen. Länder, die auf derart rapiden Wandel langsam reagieren, werden an den Rand gedrängt.

Zwischen Produktivität und Wirtschaftswachstum besteht eine fast vollständige Korrelation. Die Wertschöpfung schreitet also im gleichen Tempo voran wie die Produktivität. Trotzdem versucht Europa traditionell, seine Bürger vor höherer Produktivität zu bewahren, in dem Irrglauben, damit könne man das Erreichte besser hüten. Carly Fiorina, Chefin des Hightech-Konzern Hewlett-Packard (HP) hat Recht, wenn sie sagt: "Die Politik darf die Menschen nicht vor der Zukunft schützen, sondern muss sie darauf vorbereiten."

Zweitens: Europa zögert zu lange bei der Umsetzung von Erfindungen. Innovation ist der Motor für Produktivitäts- und damit Wirtschaftswachstum. Vor drei Jahre meldete HP noch drei Patente pro Tag an, heute sind es schon elf. Mit ständiger Entwicklung drängt der Konzern nach vorn, zum Beispiel mit dem ehrgeizigen Plan, einen guten Fotodrucker zum Heimgebrauch für 49 Dollar anzubieten. Im vergangenen Jahr stellte HP auf einen Schlag 159 neue Produkte vor, die heute zwei Drittel des Umsatzes in der Sparte Verbraucherelektronik einbringen. Aggressive Innovation liegt den Europäern fern. Sie ähneln eher Kodak als HP - zu lange an alter Technik festzuhalten und das Neue nicht zu erschließen führt direkt in den Abgrund.

Mangel an fremden Einflüssen

Drittens: Die zögerliche Immigrationspolitik und die vergleichsweise lahmen Hochschulen der Europäer locken zu wenige Talente aus dem Ausland an. Einige der erfolgreichsten jungen US-Firmen wie Google, Amazon und Yahoo! wurden von Einwanderern der ersten oder zweiten Generation gegründet.

Google-Mitgründer Sergey Brin etwa wurde in Moskau geboren und zog mit sieben Jahren nach Kalifornien. Sein Englisch trägt noch immer einen leichten russischen Akzent. Aus der Stanford-Universität heraus entwickelte Brin mit Freunden die erfolgreichste und profitabelste Suchmaschine der Welt. "Vielleicht sind Einwanderer hungriger als das Establishment. Auf jeden Fall sehen wir die Welt mit anderen Augen, das ist der entscheidende Unterschied", sagt Brin. Dass Immigranten überproportional viel zum US-Aufschwung beitragen, ist nach Brins Meinung kein Zufall, sondern hat System.

Viertens: Einigkeit macht stark, Zersplitterung macht schwach. US-Vizepräsident Dick Cheney ist kein besonders sympathischer Mann, und man kann seine Irak-Politik für falsch halten. Aber es ist eindrucksvoll, wie entscheidungsstark die USA mit ihrer Verfassungsstruktur sind. Europa dagegen hat begeisterte und sympathische Politiker wie Javier Solana, die den größten Teil ihrer Energie darauf verwenden müssen, Zentrifugalkräfte im eigenen Lager zu bekämpfen. Selbst ein Mann wie Solana wird dabei zerrieben.

Europa ist kein Bundesstaat, sondern ein Staatenbund - und zahlt dafür in der Wirtschaftspolitik einen hohen Preis. Wachstum geht verloren, weil die Visionäre Zeit darauf verschwenden, Kompromisse mit den Reaktionären zu suchen. Wer die EU wettbewerbsfähig machen will, muss ihren Institutionen so viel Macht geben wie in den USA.

Davos gibt keinen Anlass zur Resignation, sondern zur Hoffnung. Mehr Produktivität, mehr Innovation, mehr Einwanderung und mehr Einigkeit sind die Rezepte für mehr Wohlstand und Wachstum. Das ist Konsens, deswegen rückt die Umsetzung näher.
http://www.wallstreet-online.de/ws/news/news/main.php?&actio…

"Für mich hält die gegenwärtige Wirtschafts- und Börsenzeit eine völlig neue Erfahrung bereit – nämlich die Diskussion um die Produktivität. Niemals zuvor in den letzten 20 Jahren bin ich damit in dieser Weise konfrontiert worden. Entscheidend für die Wirtschaft und die Börse waren für mich bis dahin die Zinsen, also die monetären Bedingungen, die Löhne, die Preise, sprich die Nachfragebedingungen und natürlich die diesen gegenüberstehenden Absatzbedingungen der Unternehmen.

Doch die Produktivität? Natürlich steigt im Zuge von technologischen Neuerungen die Produktivität. Das ist völlig klar und auch völlig unstrittig. Doch ist die Produktivität daher auch eine ökonomische Kategorie? Kann ich aus einer Zunahme der Produktivität eine eindeutige Aussage ziehen? Ich zweifele das sehr stark an. Denn aus der Tatsache, dass ich mit gleichem Einsatz jetzt mehr herstellen kann, folgt noch lange nicht, dass ich das auch absetzen kann. Es könnte nämlich durchaus sein, dass die Freisetzung von Ressourcen im Zuge eines Anstiegs der Produktivität sogar zu einem Rückgang der Nachfrage führt – und damit genau das Gegenteil dessen bewirkt wird, was eigentlich geglaubt wurde.

Die Ökonomie scheint also dort erst anzufangen, wo die Produktivität aufhört. Oder andersherum ausgedrückt: Wer in der Hauptsache über die Produktivität redet, der blendet alle relevanten ökonomischen Zusammenhänge aus. Ja, der drückt sich recht eigentlich um eine wirklich ökonomische Analyse.

...

Und wer redet heute alles nahezu ausschließlich über die Produktivität? Alan Greenspan und diejenigen, die in den gegenwärtigen weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichten keinerlei Gefahr sehen. Man hat fast den Eindruck, als ob wir wieder kurz davor stehen, dass erneut eine Neue Zeit ausgerufen wird. Erinnern Sie sich noch an das letzte Mal? Da ging es darum, dass die Bewertungsregeln für Aktien, die vorher Jahrhunderte lang Gültigkeit hatten, plötzlich nicht mehr relevant sein sollten."



Sehr gut. Aber Produktivität dürfte volkswirtschaftlich doch eine Bedeutung haben: Deflation. Die Revolution frisst ihre Kinder.
Z.B ist Ryanair die Fluglinie mit der weltweit höchsten Produktivität. Anlässlich der Vorstellung der earnings hat man sich über den ruinösen Wettbewerb durch die Billigfliegerei beklagt :laugh:

@ landingzone

In Sachen Productivity:

Es könnte nämlich durchaus sein, dass die Freisetzung von Ressourcen im Zuge eines Anstiegs der Produktivität sogar zu einem Rückgang der Nachfrage führt – und damit genau das Gegenteil dessen bewirkt wird, was eigentlich geglaubt wurde.

Es hilft vielleicht ein Verweis auf wirkliche Oekonomie, deren Grundsaetze ziemlich trivial sind, aber anscheinend unerreichbar fuer Berndt Niquet, der schreibt als waere er in der intellektuellen Gosse.

Oekonomische Theorie haelt Productivity fuer etwas positives, weil frei gewordene Resources (die Dank Productivity nicht mehr gebraucht werden) nicht nutzlos rumliegen, sondern woanders sinnvoller eingesetzt werden. Das ist alles graue Theorie, deckt sich aber mit Erfahrungen aus eingigen Jahrhunderten Oekonomischen Wachstums. Vor 200 Jahren haben 90% in der Landwirtschaft gearbeitet (vielleicht waren es auch 95 oder 70, jedenfalls ziemlich viel!). Dank steigender Productivity arbeiten heute nur 3% in der LW. Und? Haben wir jetzt 87% Arbeitslosigkeit? Haetten wir in den letzten 200 Jahren das Productivity-Wachstum verhindern sollen, weil a la Niquet Productivity die Nachfrage senkt? Der Einwand gegen Productivity a la Niquet zeugt von unglaublicher Naivitaet. Laender, die sich der Productivity gestellt haben, sind reich geworden. Laender, die Productivity nach Niquet-Grundsaetzen verhindern wollen, sind arm geblieben.

Wer in der Hauptsache über die Produktivität redet, der blendet alle relevanten ökonomischen Zusammenhänge aus. Ja, der drückt sich recht eigentlich um eine wirklich ökonomische Analyse.

Siehe oben: Oekonomische Theorie drueckt sich nicht um die Erklaerung der Oekonomischen Zusammenhaenge. Im Gegenteil, das neo-classical growth model mit den grundlegenden Zusammenhaengen zwischen Einkommen, Arbeit, Kapital, Consum und Investment gab es zuerst. Dann hat man geschaut was passiert, wenn zusaetzlich noch Productivity waechst.

Zusaetzlich noch ein Verweis auf die Schriften von Frederic Bastiat:
http://www.econlib.org/library/Bastiat/basSoph0.html

Bastiat killed protectionism and socialism with ridicule.

His chief method of argument was the method of exaggeration. He was the master of the reductio ad absurdum. Someone suggests that the proposed new railroad from Paris to Madrid should have a break at Bordeaux. The argument is that if goods and passengers are forced to stop at that city, it will be profitable for boatmen, porters, hotelkeepers and others there. Good, says Bastiat. But then why not break it also at Angoulême, Poitiers, Tours, Orléans, and, in fact, at all intermediate points? The more breaks there are, the greater the amount paid for storage, porters, extra cartage. We could have a railroad consisting of nothing but such gaps—a negative railroad!

Are there various other proposals to discourage efficiency, in order to create more jobs? Good, says Bastiat. Let`s petition the king to forbid people from using their right hands, or maybe even have them chopped off. Then it will require more than twice as many people, and twice as many jobs, to get the same work done (assuming consumption is the same).

But Bastiat`s supreme jest was the petition of the candlemakers and their allied industries for protection against the unfair competition of the sun. The Chamber of Deputies is asked to pass a law requiring the closing of all windows, dormers, skylights, outside shutters, inside shutters, and all openings, holes, chinks, and fissures by which the light of the sun can enter houses. The blessings that will result from this, in an increased business for the candlemakers and their associates, are then all solemnly itemized, and the argument conducted according to the recognized principles of all protectionist arguments.

The petition of the candlemakers is devastating. It is a flash of pure genius, a reductio ad absurdum that can never be exceeded, sufficient in itself to assure Bastiat immortal fame among economists.

But Bastiat had more than scintillating wit and felicity of expression. His logic, too, was powerful. Once he had grasped and explained a principle, he could put the argument in so many lights and forms as to leave no one an excuse for missing or evading it. Again and again he shows the fallacies that grow out of exclusive concern with the problems of individual producers. He keeps pointing out that consumption is the end of all economic activity, and production merely the means, and that the sacrifice of the consumer`s interest to that of the producer is "the sacrifice of the end to the means."

If at least some of us see some of these truths more clearly today, we owe a large part of our clear-sightedness to Frédéric Bastiat. He was one of the earliest economists to attack the fallacies not only of protection but of socialism. He was answering socialist fallacies, in fact, long before most of his contemporaries or successors thought them even worthy of attention. I have not said much here about his refutations of socialist arguments, because these refutations occur rather in the Essays and in the Harmonies than in the Sophisms; but they constitute a very important part of his contribution.

Bastiat is accused of being a propagandist and a pleader, and he was. It was unfortunate that for so long he stood alone, while other "orthodox" economists refrained from criticizing socialism or defending capitalism for fear of losing their reputations for "scientific impartiality," and so left the field entirely to the socialist and communist agitators who were less timorous in this respect.

We could use more Bastiats today. We have, in fact, desperate need of them. But we have, thank Heaven, Bastiat himself, in a new translation; and the reader of these pages will not only still find them, as Cobden did, "as amusing as a novel," but astonishingly modern, for the sophisms he answers are still making their appearance, in the same form and almost in the same words, in nearly every issue of today`s newspapers.
@hk

Ein Missverständnis. Produktivität ist Begleiterscheinung der Industriegesellschaft. Die -Betonung- von Produktivität unterliegt einer reductio ad absurdum. Geht man in der Kausalkette weit genug zurück, muss man betonen, dass die Sonne sehr produktiv ist. Ansonsten würden wir seit Milliarden Jahren im Dunkeln sitzen.

Niquet hat etwas anderes gemeint. Einmal sagt das Produktivitätswachstum nichts darüber aus, wie die reale Konkurrenz- und Absatzsituation ist. Konkurrenten könnten z.B. produktiver sein, Märkte schrumpfen. Siehe US-Automobil, US-Luftfahrt. Zweitens ist es bekannt, dass die Zerstörung vorhandener Branchen zeitweise nicht mit der neuer korrespondiert. Das alles kann eine saftige Rezession auslösen. Wäre zwar theoretisch in Kauf zu nehmen, ist aber keine Kleinigkeit. Sonst würden die USA nicht permanent den Megakeynes aus dem Zwinger lassen und/oder durch Zinspolitik und Verschuldungsförderung Firmen ermutigen, jenseits von vernünftigen Marktbedingungen zu wirtschaften. Produktivität ist nur ein Detail der aktuellen Rahmenbedingungen. Das Endergebnis wird anders gemessen. Drittens weist die Wirtschaft in der Rezession ganz offensichtlich ein höheres Produktivitätswachstum auf als in der Expansion.

Die mehr oder weniger triviale Grundsatzfrage ist nicht der Punkt. Wer das Thema in den Vordergrund stellt, sendet seltsame Signale aus. Damit hat Niquet einfach recht.


Das andere...
Bastiat meint nicht Produktivität, sondern staatliche Ineffizienz. Es gibt bis heute keine Garantie, dass staatliche Entscheidungsprozesse und ihre Ergebnisse effizient sind. Das gilt für die Bedingungen, denen man US-Firmen aussetzt, so dass sie semipermanent ohne Gewinnaussichten arbeiten können und das Beispiel mit der Bahnstrecke trifft es ebenfalls perfekt. Könnte für Deutschland geschrieben worden sein.
@ landingzone

Ein Missverständnis. Produktivität ist Begleiterscheinung der Industriegesellschaft.

Ein Missverstaendnis Deinerseits. Was zuerst da war, ob Productivity oder Industriegesellschaft, laesst sich nicht beurteilen. Das Modell der Oekonomen sagt, dass Productivity zuerst da war. Das ist eine Hypothese, die kann man testen. Wenn Du etwas anderes behauptest, dann sei Dir im klaren “it takes a model to beat a model.”

Ein zweites Missverstaendnis Deinerseits ist, dass Du gar nicht weisst was Productivity ist. Das erklaert warum Du (und Niquet und viele andere) zu solch laecherlichen Argumenten kommen wie:
Drittens weist die Wirtschaft in der Rezession ganz offensichtlich ein höheres Produktivitätswachstum auf als in der Expansion.
Productivity im Oekonomischen Sinne ist Total Factor Productivity. Du beziehst Dich wahrscheinlich auf Labor Productivity, leider eine Groesse die fuer unsere Zwecke unbrauchbar ist. Das haengt auch mit Deinem ersten Missverstaendnis zusammen: Wenn Du als Oekonom Productivity als Hauptursache fuer alle kurz- und langfristigen Phaenomene verwendest, dann musst Du schon ein Konzept von Productivity benutzen, das auch wirklich vollkommen exogen ist. labor Productivity ist per definitionem etwas endogenes.

Niquet hat etwas anderes gemeint. Einmal sagt das Produktivitätswachstum nichts darüber aus, wie die reale Konkurrenz- und Absatzsituation ist. Konkurrenten könnten z.B. produktiver sein, Märkte schrumpfen. Siehe US-Automobil, US-Luftfahrt.

Was Niquet meint? Entweder er meint etwas intelligentes, hat es aber so gut in seinem Ramsch versteckt, dass es keiner findet, oder (das ist die wahrscheinliche Erklaerung) er hatte einfach nur intellektuellen Durchfall (wie ueblich) und schreibt dass Productivity schlecht ist.

Zweitens ist es bekannt, dass die Zerstörung vorhandener Branchen zeitweise nicht mit der neuer korrespondiert. Das alles kann eine saftige Rezession auslösen.

Ich bedanke mich bei meinen Vorfahren, die schon seit 200 Jahren in der Rezession stecken. Dafuer brauche ich jetzt nicht in der Landwirtschaft zu arbeiten, sondern habe einen netten Job im Buero, eine Sekretaerin und ein japanisches Auto.

Bastiat meint nicht Produktivität, sondern staatliche Ineffizienz.

Bastiat schrieb ueber alles moegliche. Die Story mit der Eisenbahn und die mit dem Hand-Abhacken haben eindeutig mit unserem Thema zu tun: Productivity einschraenken hat negative Konsequenzen, auch wenn das von Idioten wie Niquet nicht verstanden wird.
Die republikanische Spendierhosen feuern aus allen Rohren:

Average annual real increases in domestic discretionary spending.

Johnson 65-69 4.3%
Nixon 70-75 6.8%
Ford 76-77 8%
Carter 78-81 2%
Reagan 82-89 -1.3%
Bush 1 90-93 4%
Clinton 94-01 2.5%
Bush 2 02-04 8.2%
source: WSJ


Die Reps haben schon immer den Staatshaushalt ausgeweitet wie die Irren, ab seit sie die parlamentarsiche Mehrheit auch innehaben, geht`s wirklich rund. Aber irgendwie muss man ja die gierigen Mäulchen im privatisierten militärischen-Oelindustrie-Komplex stopfen, seit die Easy-Money-Pfründe aus der "Liberalsierung" (Enron, Worldcom. usw) zum Erliegen gekommen sind.
Junge, wenn diese Administration im Herbst aus dem Amt gejagt wird (irgendjemand wir den verlogenen Schweinestall ja ausmisten müssen), dann wird sie noch mehr Dokumente zu vernichten versuchen als weiland die Kohl-Junta.
===> Gestern zufällig irgendjemand ARD "Titel, Thesen, Temperamente" gesehen? http://static.hr-online.de/fs/ttt/040201thema_2.html
Hochinteressant: George Soros versus Geroge W. Bush! Unglaublich, wie die US-Regierung lügt, betrügt, verschleiert, manipuliert. :mad: :mad: :mad:

Wirtschaftsaufschung? :laugh: :laugh: :laugh: :laugh:
Ein einziges Lug-und Betrugsystem ist das. Wer einen Krieg unter bewußten Falschaussagen initiiert, der hat auch nicht die geringsten Skrupel Wirtschaftsdaten zu fälschen und den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Siehe kurze Inhaltsangabe von gestern hier:

http://static.hr-online.de/fs/ttt/040201_index.html

"Eine Frage von Leben und Tod"
Wie der Milliardär George Soros den mächtigsten Mann der Welt vom Thron stoßen will



Er ist mit sieben Milliarden Dollar Privatvermögen einer der reichsten Menschen der Welt und bereits Legende, weil er mit Devisengeschäften die Bank von England geknackt hat: Börsensspekulant George Soros. Jetzt hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den US-Präsidenten George W. Bush aus dem Amt zu jagen. Denn nach Soros ist die Präsidentschaftswahl 2004 inzwischen eine "Sache von Leben und Tod geworden". George W. Bush treibe ein gefährliches Spiel, denn die Wirklichkeit und - z.T. manipulierte - Wahrnehmung der amerikanischen Politik stünden in einem gefährlichen Missverhältnis, meint Soros und vergleicht die Situation mit der einstigen New Economy, einer gewaltigen Seifenblase, deren Ende bekannt ist. Um die Wiederwahl Bushs zu verhindern, hat Soros bisher rund 13 Millionen Dollar an Anti-Bush-Aktionsgruppen wie die Internetplattform " www.moveon.org " gespendet. Sie sollen dazu beitragen, die Wahrheit über die Politik des kriegslüsternen Texaners publik zu machen.
ttt hat George Soros, der mit Dollar-Milliarden und der Philosophie Karl Poppers im Gepäck für die offene Gesellschaft nicht mehr nur in Osteuropa, sondern jetzt auch in Amerika kämpft, in seinem Londoner Townhouse getroffen.


Bericht: Achim Podak

Nicht alle haben gejubelt. Einmarsch des Präsidenten. Vor wenigen Tagen: die Rede an die Nation, ein Fernsehspektakel. Standing ovations für Bush, für die Vorherrschaft Amerikas.

Schluss mit Bush, hingegen fordert Georg Soros, Börsenspekulant und Multimilliardär, in seinem neuen Buch "Die Vorherrschaft der USA- eine Seifenblase". " Ich halte den Präsidenten für einen Lügner, ja", sagt George Soros. "Bush hat die Bürger vorsätzlich betrogen. "

Ovationen für den mächtigsten Lügner der Welt? Soros belässt es nicht bei deutlichen Worten: "Bis jetzt habe ich 12,5 Millionen Dollar gespendet, um die Wiederwahl zu verhindern. Und wenn nötig, gebe ich gerne noch mehr."

Moveon.org: zu deutsch: "Nicht aufgeben" . Eine Internetadresse als Programm. Soros unterstützt die Plattform finanziell ebenso wie andere Foren einer kritischen Gegenöffentlichkeit. So finanzierte er auch die Ausstrahlung politischer Protestclips wie z.B. einem, der auf CNN lief. CBS hingegen übte Selbstzensur und lehnte ab. "Was glauben sie, wer Bushs Defizit von einer Billion Dollar bezahlt?" lautet die Frage, die der Clip stellt.

George Soros: "Es ist merkwürdig: wir haben zwar unabhängige Medien, und dennoch werden die Bürger hinters Licht geführt. Das geschieht permanent. Und ich will verstehen, warum! Einen wichtigen Grund sehe ich im Missbrauch der Sprache. Worte werden verdreht, so dass sie plötzlich das Gegenteil von dem bedeuten, was eigentlich gemeint ist. So konstruiert die Regierung ein Bild von der Wirklichkeit, das nicht der Realität entspricht."

Ein weiterer Clip: Wenn der Präsident spricht, hier schlägt der Lügendetektor aus. :eek: Es geht um den Irak. Doch Soros ärgert noch mehr: Clear-Sky-Akt, Gesetz über den klaren Himmel, so heißt die Verordnung für mehr Abgase. Und wenn der Präsident von Freiheit spricht, meint er eigentlich nur Amerika. Erlogene Wahrheiten, für die Amerikaner sterben, so endet der Spot.

George Soros: "Das Problem scheint mir zu sein, dass die Öffentlichkeit nicht ausreichend sensibilisiert ist für diese Betrügerein. Womöglich ist sie gar nicht mehr in der Lage, das wahrzunehmen, also bereits regelrecht deformiert. Öffentlichkeit muss aber nach den Prinzipien einer offenen Gesellschaft organisiert sein. Die aber wird am sichersten durch gut informierte, kritische Wähler garantiert."

Mit 5 Milliarden Dollar Privatvermögen und der Philosophie Karl Poppers im Gepäck streitet Finanzguru Soros für die offene Gesellschaft. Bisher vor allem in Osteuropa. Jetzt in Amerika sieht er eine ungute Parallele zur Börse. Denn wie einst bei der New Economy stünden Wirklichkeit und Wahrnehmung in einem eklatanten Missverhältnis. So entstehe eine gefährliche Blase, die irgendwann platze, genau wie beim Internetboom. :eek: :eek: :eek:

George Soros: "Wenn das in der Wirtschaft passiert, muss der Markt einspringen, was problematisch ist, aber nicht das Ende der Welt bedeutet. Reden wir aber vom politischen und militärischen Sektor, dann wird es sehr gefährlich. Denn da geht es um Krieg, um Leben und Tod."

Börsenzocker und Philantrop, Eigensinn und Gemeinwohl, geht das zusammen? Wir wissen es nicht. Wenn George Soros aber für ein kooperatives Amerika, pragmatische UN-Reformen und die offene Gesellschaft plädiert, beweist er Augenmaß, politisch und historisch.

George Soros: "Wenn wir Bush jetzt wiederwählen, bestätigen wir seine Politik. Dann müssen wir aber auch die vollen Konsequenzen tragen. Wenn wir ihn aber aus dem Amt jagen, könnten wir das Geschehene wieder rückgängig machen. Bushs Politik, seine Doktrin der amerikanischen Vorherrschaft, wäre dann nicht mehr als ein Irrweg, eine Überreaktion auf das Trauma des 11. September. Amerika könnte dann wieder seinen Platz einnehmen als starke, aber auch friedliebende Nation."


George Soros:
Die Vorherrschaft der USA - eine Seifenblase
(So sieht´s in Wahrheit nämlich aus! Die sollen die Weltwirtschaft zurück ins "Paradies" führen? Die führen alle anderen in die Hölle!!! Schaut Euch nur mal dies Land hier an: Stichwort Sozialabbau, Gesundheits- und Rendenreformen... :mad: :mad: :mad: )
Aus dem Amerikanischen von Hans Freundl, Norbert Juraschitz
ISBN: 3-89667-255-X, Euro 20,00
Blessing Verlag
Erscheinungstermin: Februar 2004


Weitere Bücher von George Soros (eine Auswahl):

Die Krise des globalen Kapitalismus
Offene Gesellschaft in Gefahr
ISBN: 3-596-14736-0, Euro 9,95
Fischer Taschenbuch Verlag

Der Globalisierungsreport
ISBN: 3499616351, Euro 9,90
Rowohlt Taschenbuch

George Soros, Krisztina Koenen, Byron Wien:
Soros über Soros. Börsenguru und Mäzen, der Superstar unter den Geld-Machern.
ISBN: 3821809760
Eichborn Verlag
Bush ergab sich vollkommen dem Bombast. Er tönte von "historischen Zeiten", vom "nationalen Notstand" und der "weihevollen Pflicht der Regierung". Vor allem aber erinnerte er seine Vasallen daran, im Wahlkampf "ein klares Signal an die amerikanischen Bürger" zu senden: "Wir werden weise sein, wenn es darum geht, das Geld des Volkes auszugeben. Und wir haben einen Haushalt eingebracht, der genau das sagt." Das war sogar seinen Parteifreunden zu viel. Totenstille legte sich über den feinen Saal - keiner der Claqueure hob die Hand zum Applaus.

Wen wundert`s? Bushs neuer Haushaltsentwurf für 2005, den er dem Kongress heute vorlegt, lässt nicht nur den Demokraten das Blut gefrieren, sondern auch vielen seiner eigenen Parteifreunde. Denn mit Ausgaben von 2,4 Billionen Dollar erreicht das Budget gleich in doppelter Hinsicht historische Dimensionen: Es ist das teuerste der Geschichte, da um über 200 Milliarden Dollar teurer als dieses Jahr - und es treibt das Defizit auf die atemberaubende Rekordsumme von 521 Milliarden Dollar.


Die Administration wird zur Posse ihrer selbst.
SPIEGEL ONLINE - 02. Februar 2004, 9:41
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,284573,00.html

US-Finanzen

Bushs Harakiri-Haushalt

Von Marc Pitzke, New York

Der neue Haushaltsentwurf für 2005, den US-Präsident George W. Bush heute vorlegt, schockiert selbst die Republikaner: Er beschert den Amerikanern ein Rekord-Defizit von 521 Milliarden Dollar. Das meiste geht für Bushs Lieblingsprojekt drauf: seinen Krieg gegen den Terror. Umwelt und Soziales bleiben mal wieder auf der Strecke.



New York - Der Rahmen war opulent, der Anlass nicht minder: Drei Tage lang verbunkerten sich die Top-Strategen der US-Republikaner im Fünfsterne-Hotel Loews im Herzen Philadelphias, um den Wahlsieg im November zu planen. Zum Abschluss des luxuriösen Kriegsrats, der Sauna-Visiten und karibische Küche beinhaltete, trat am Samstag Mittag siegesgewiss ihr oberste Feldherr vor die Parteitruppen: Präsident George W. Bush.
Bush ergab sich vollkommen dem Bombast. Er tönte von "historischen Zeiten", vom "nationalen Notstand" und der "weihevollen Pflicht der Regierung". Vor allem aber erinnerte er seine Vasallen daran, im Wahlkampf "ein klares Signal an die amerikanischen Bürger" zu senden: "Wir werden weise sein, wenn es darum geht, das Geld des Volkes auszugeben. Und wir haben einen Haushalt eingebracht, der genau das sagt." Das war sogar seinen Parteifreunden zu viel. Totenstille legte sich über den feinen Saal - keiner der Claqueure hob die Hand zum Applaus.

Wen wundert`s? Bushs neuer Haushaltsentwurf für 2005, den er dem Kongress heute vorlegt, lässt nicht nur den Demokraten das Blut gefrieren, sondern auch vielen seiner eigenen Parteifreunde. Denn mit Ausgaben von 2,4 Billionen Dollar erreicht das Budget gleich in doppelter Hinsicht historische Dimensionen: Es ist das teuerste der Geschichte, da um über 200 Milliarden Dollar teurer als dieses Jahr - und es treibt das Defizit auf die atemberaubende Rekordsumme von 521 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie der gesamte deutsche Bundeshaushalt 2004.

Das 13-stellige Defizit

Das verschreckt selbst die Republikaner. "Viele in der Partei des Präsidenten sind über die Höhe des Defizits und das Wachstum der Staatsausgaben zunehmend beunruhigt", warnt Robert Reischauer, der Chef des Urban Institutes. "Wir hatten es schon letztes Jahr schwer genug, den Haushalt durchzukriegen", seufzt ein republikanischer Kongressberater. "Dieses Jahr wird`s wohl noch schwieriger."

"Ernsthafte ökonomische Misswirtschaft", entgeistert sich auch die "New York Times". Denn mit diesem Harakiri-Haushalt bricht Bush ein altes Versprechen, mit dem er vor vier Jahren antrat - ein Versprechen, das er bis heute auf seinen Wahlveranstaltung dreist wiederholt: "Ich bin ins Amt gekommen, um Probleme zu lösen und nicht, um sie künftigen Präsidenten und Generationen zu vererben."

Von wegen: Das Congressional Budget Office (CBO) - der für Budgetfragen zuständige Rechnungshof - prognostiziert, dass sich das akkumulative US-Defizit bis 2014 auf fast 1,9 Billionen Dollar aufbläst. Oder, exakt gesagt: auf 1.893.000.000.000 Dollar.

Zahlenzauberer im Weißen Haus

Dies ist eine weit pessimistischere Einschätzung als die, die das CBO noch vor einem Jahr hatte. Schlimmer noch: Sie kommt von einer Behörde, die von Douglas Holtz-Eakin geleitet wird, vormals ein führender Ökonom im Weißen Haus unter George W. Bushs Vater. Der Mann dürfte es also wissen.

Darüber schlägt nicht zuletzt auch Bush Parteibasis, die traditionell für eine Reduzierung des Staatsapparats kämpft und ihn mit diesem Auftrag vor vier Jahren auch nach Washington geschickt hat, die Hände über dem Kopf zusammen. "Alle Politiker", seufzt Chris Edwards, Fiskalexperte des Cato Institutes, "reden offenbar mit doppelter Zunge." Stephen Moore, der Präsident der einflussreichen, rechten Lobbygruppe Club for Growth ("beschränkter Staat, niedrigere Steuern"), befürchtet, dass es Bush deshalb im kommenden Wahlkampf schwer fallen wird, "die Konservativen bei der Stange zu halten".

Also versucht Bush schon jetzt, dem Kongress sein neues Budget unverfroren als drastischen Sparhaushalt zu verkaufen. Es sei der "asketischste" Finanzplan seit 1993, prahlen die Zahlenzauberer im Weißen Haus: Die "regulären" Ausgaben würden sich nur um 0,5 Prozent erhöhen. Dahinter steckt jedoch ein Rechentrick: Nicht darin mit eingeschlossen sind nämlich die Gelder für Verteidigung, Rüstung, Innere Sicherheit und Terror-Krieg.

Wahlkampfwaffe Terror-Angst

Und die allein sprengen das Budget. Der US-Militärhaushalt soll 2005 um fast sieben Prozent steigen, von 393,5 auf 420,7 Milliarden Dollar. Darin versteckt sich unter anderem eine wahlwirksame Solderhöhung für die Soldaten (um elf Prozent). Sowie 9,14 Milliarden Dollar - 13 Prozent mehr als in diesem Jahr - für das obskure Raketenabwehrsystem im All, für das die Planung trotz der neuen globalen Gemengelage seit dem 11. September 2001 unverändert weiter gehen. Darüber dürften sich vor allem die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und Northrop Grumman freuen, die zu den emsigsten Parteispendern Bushs gehören.

Die eigentlichen Kriegsfolgen im Irak und in Afghanistan sind dabei in diesen Zahlen noch gar nicht mal enthalten: Für die will Bush den Steuerzahlern später eine gesonderte Rechung stellen. Denn die 87 Milliarden Dollar, die der Kongress dazu voriges Jahr bewilligt hat, decken ja nur das laufende Haushaltsjahr ab, und das endet pünktlich am 30. September.

Das Budget offenbart Bushs politische Prioritäten: Unschlagbare Wahlkampfwaffe Nummer eins bleibt die Angst vor Terror, nach innen wie nach außen. "Wir werden alle notwendigen Resourcen darauf verwenden, den Krieg gegen den Terror zu gewinnen und unser Heimatland zu beschützen", sagte Bush in seiner Radioansprache zum Wochenende. "Amerika wird wachsam bleiben."

Futter für die Vorwahltiraden

Auf der Strecke bleiben dagegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik: Dort plant Bush gnadenlose Kürzungen in klassischen, den Rechten ohnehin missliebigen Förderbereichen. Über 60 Regierungsprogrammen droht im nächsten Jahr das Aus oder eine drastische Schrumpfkur. Hier entpuppt sich der Haushalt tatsächlich als drastischer Sparknebel.

Am schwersten betroffen: Umwelt-, Energie- und Agrarprogramme. Die Umweltschutz-Ausgaben der Nation, die das Kyoto-Protokoll ablehnte, sollen von 30,4 auf 28 Milliarden Dollar sinken, das Energiebudget von 3,6 auf 3,5 Milliarden. Vorerst vom Tisch ist auch mal wieder die angesichts 43 Millionen unversicherter Amerikaner überfällige Reform des öffentlichen Gesundheitswesens (Medicaid) - ein ewiges Reizthema, das Bushs Strategen aus dem Wahlkampf heraushalten wollen.

Denn wie schnell man sich bei solchen gut klingenden Initiativen verrechnen kann, durfte Bush gerade erst feststellen. Da stellte sich doch heraus, dass die vom Kongress unter großem Eigenlob verabschiedete Reform der Krankenversorgung für Senioren (Medicare) ein bisschen teurer wird als erwartet - fast 540 statt 190 Milliarden Dollar, wie anfänglich noch veranschlagt. Die negativen Schlagzeilen verfolgen Bush bis heute und bieten seinen demokratischen Rivalen ordentliches Futter für ihre Vorwahltiraden gegen Washington.
Zwei Billiarden tiefer in den Miesen

Bush verspricht ungerührt, das Defizit bis 2009 auf 237 Milliarden Dollar pro Jahr zu drücken. Wie er zu dieser Zahl kommt und vor allem wie er das schaffen will, sagt er jedoch nicht - abgesehen von solch unverbindlichen Formulierungen wie der Phrase, mit der er die Parteistrategen in Philadelphia beglückte: "Wir werden das Defizit durch weise Politik reduzieren." Na also.

Als "weise Politik" gilt demnach zum Beispiel Bushs neues Wahlversprechen, die kürzlichen, befristeten Steuerkürzungen nicht auslaufen zu lassen, sondern festzuschreiben. Darüber dürften sich vor allem die reichen Parteispender aus Industrie und Hochfinanz freuen, denn denen kommen die Steuerschnitte am meisten zu Gute.

Doch würde dieser Plan den Staat nach Berechnungen des CBO über das nächste Jahrzehnt aufgrund der resultierenden Mindereinnahmen um mehr als zwei Billionen Dollar zusätzlich in die Miesen reißen. Gleichzeitig jedoch, so die Behörde, werde sich das US-Wirtschaftswachstum ab 2010 auf 2,5 Prozent abkühlen - unter anderem auch wegen der enormen defizitären Belastung.

Im Wahljahr hat wenig Bestand

Als "weise Politik" gilt im Wahlkampf auch Bushs Marschbefehl ins All: Eine Milliarde Dollar will er der Raumfahrbehörde Nasa zusätzlich zustecken, um erneut den Mond und von da aus den Mars zu erobern. Sollte das Projekt wirklich ins Rollen kommen, dürfte es aber wesentlich teurer werden - Folgekosten, die sich dann nicht mehr aufhalten lassen. "Man kann Raumfahrt nicht billig betreiben", sagt der demokratische Senator Bill Nelson, der als einziges Kongressmitglied im All war (an Bord der Space Shuttle 1986). "Eine Milliarde Dollar werden nicht genug sein."

"Es wird deutlich", schimpft der demokratische Kongressabgeordnete John Spratt, "dass die Bush-Regierung keine Absichten hat, die Defizite zu eliminieren." Doch mit einem seien die Kritiker Bushs getröstet: Dies ist ein Wahljahr, und in Wahljahren hat bekanntlich wenig Bestand, nicht mal ein Staatshaushalt.

"Ein Wahl-Haushalt muss gar nicht verabschiedet werden", weiß Stanley Collender, Chefredakteur des unabhängigen Newsletters "Federal Budget Report". "Er muss einfach nur vorgelegt werden, damit der Präsident das ganze Jahr darüber reden kann."
#4043

pfff... von mir aus. Nimm die Totale Faktorproduktivität -ich habe nie etwas Gegenteiliges verstanden- oder übersetze in Zukunft weiter falsch, wie ein Dolmetscher im ersten Semester. Mir doch völlig egal.



Sehen wir uns lieber mal an, was die Computertechnik seit 1982 ausgelöst hat:


Pure Deflation, fast 1/4 Jahrhundert lang. Die Zinsen kommen unaufhaltsam weiter runter, und je weiter unten, desto zinsreagibler werden Aktien. Warum? Niedrige Bondrentabilität wird in niedriger Firmenprofitabilität reflektiert, korrelierend zum Wachstum von Geldmenge und Verschuldung. Die Folge sind monströse Bewertungsmodelle, abwechselnde Bubbles und Crashs. Je mehr Geld die Fed pumpt, desto stärker wird dieser Effekt. Sektorinflation beschränkt sich auf Assets und die gegenläufgen Entladungen nehmen permanent zu.
US-Defizit: die atemberaubende Rekordsumme von 521 Milliarden Dollar.

Es werden noch Wetten angenommen, um wieviel höher das Defizit, das der neue Präsdient balancieren werden muss, tatsächlich zu liegen kommt.
Achtung: Die Kosten für den Irak sind in diesem Defizit noch nicht enthalten. (50-80 zusätzliche Mias)

Der Neoliberalismus wird zur Erfolgsstory: Wachstum kann sogar im Mutterland nur noch mit Nullzinsen und massiver Schuldenausweitung aufechterhalten werden.

Mr. Bush, Mr. Neoliberalism: Time`s up!
@ landingzone

Sehen wir uns lieber mal an, was die Computertechnik seit 1982 ausgelöst hat:
Pure Deflation, fast 1/4 Jahrhundert lang. Die Zinsen kommen unaufhaltsam weiter runter, und je weiter unten, desto zinsreagibler werden Aktien.


Wen interessiert der nominale Zinssatz?
Findest Du einen Zinssatz von 14% gut?
Willst Du lieber im Jahr 1981 als 2004 leben?


@ alle

Ich will hier nicht als Unterstuetzer der Schuldenpolitik von GWB dastehen. Steuersenkungen sind sinnvoll, aber nur wenn auch Ausgaben gekuerzt werden. Das hat Bush leider vollkommen verpennt. Zu seinem Schutz muss ich allerdings noch sagen, dass Demokraten auch nicht viel besser sind: Die wollen die die Steuern wieder erhoehen, aber nicht um das Budget auszugleichen, sondern um das Geld gleich wieder auszugeben. Bush vs. Kerry = Not gegen Elend.
aber nur wenn auch Ausgaben gekuerzt werden. Das hat Bush leider vollkommen verpennt.

Der Drückebeger musste halt 3 Jahre lang seine Freunderln bewirtschaften.
Wie oft am Tag hat Halliburton die Büros der Armee gereinigt im Kosovo-Stützpunkt? Dreimal? Viermal?
Ahhhhh, ich erinnere mich: viermal! Die Klos wurden dreimal am Tag gereinigt.

Aber Bush braucht auch nicht mehr aufzuwachen.
Am 2. November wird die USA wieder einen gewählten Präsidenten haben.

Time`s up, Mr. Bush!
Zu seinem Schutz muss ich allerdings noch sagen, dass Demokraten auch nicht viel besser sind:

Danke, aber wir können schon zweistellige Zahlen lesen:
Average annual real increases in domestic discretionary spending (source: WSJ).
D Johnson 65-69 4.3%
R Nixon 70-75 6.8%
R Ford 76-77 8%
D Carter 78-81 2%
R Reagan 82-89 -1.3%
R Bush 1 90-93 4%
D Clinton 94-01 2.5%
R Bush 2 02-04 8.2%


Reality check:

Alle Republikaner (eine Ausnahme) haben die Ausgaben stark erhöht. Alle Demokraten (eine Ausnahme) sind deutlich unter den Zahlen der Republikaner geblieben.
@ Coubert

D Johnson 65-69 4.3%
R Nixon 70-75 6.8%
R Ford 76-77 8%
D Carter 78-81 2%
R Reagan 82-89 -1.3%
R Bush 1 90-93 4%
D Clinton 94-01 2.5%
R Bush 2 02-04 8.2%


Die Zahlen werden auch nicht besser, wenn Du sie zweimal postetst. Ich komme auf andere Werte, was daran liegt, dass z.B. die Amtszeit von Bush nicht 2002 angefangen hat, sondern im Januar 2001. Ich habe dann mal mit den korrekten Praesidentschafts-Daten nachgerechnet und komme auf folgende Ergebnisse:

Reps
Eisenhower 1.83%
Nixon/Ford 2.64%
Reagan 0.77%
Bush1 6.20%
Bush2 4.36%
Dems
Kennedy/Johnson 6.61%
Carter 3.44%
Clinton 0.69%

Sowohl bei den Dems als auch den Reps gibt es grosse und kleine Spendierer. Im Mittel sind Reps mit 2.62% sogar weniger spendierfreundlich als die Dems mit 3.61%. (Alle Daten nach BEA, government non-defense expenditure). Ein Grossteil des Unterschiedes kommt sicherlich auch dadurch zustande, dass man sich in Deiner Studie gerade die Rosinen rausgepickt hat. Warum die Beschraenkung auf Discretionary? Sowohl bei Staatsausgaben gesamt, Defense und Non-Defense liegen die Reps im Schnitt unter den Dems.
Und Uebrigens: Clinton’s Sparsamkeit lag auch nur an der Republikanischen Mehrheit im Congress.

Zum Schluss noch zwei Anmerkungen:
1: Bush ist gewaehlter Praesident. Er wurde mit der Mehrheit im Electoral College gewaehlt.
2: Bush’s Zeit mag vielleicht im November abgelaufen sein (die Chancen dafuer stehen im Moment bei etwa 35%), aber er ist kein Neo-Liberaler. Neo-Conservative ja, aber wie kann man Bush einen Liberalen nennen?
Alle Daten nach BEA, government non-defense expenditure

Also die Steigerung der Ausgaben minus die Verteidigungsausgaben.
Warum nicht?
@ Coubert

Wir koennen auch Defense Spending allein betrachten:

Reps
Eisenhower -1.86%
Nixon/Ford -5.45%
Reagan 5.60%
Bush1 -1.97%
Bush2 7.11%

Dems
Kennedy/Johnson 3.79%
Carter 2.11%
Clinton -2.65%

Durchschnitt
Reps 0.16%
Dem 0.88%
Verteidigung allein? Auch interessant.

Am interessantesten bleibt`s halt wenn man alle Ausgaben anschaut, die Kongress/Präsident beschliessen können.
Da bin ich mit dem WSJ und seinen Zahlen einig.
Noch 350 Tage, 3 Stunden, 34 Minuten und die USA hat wieder einen gewählten Präsidenten:

THE BUSH COUNTDOWN CLOCK
http://bushclock.lose.com

Die demokratische USA mobilisert. Und wie!
Lieber schicken die den eigenen Hund nach Washington als nochmals zuschauen, wie dieser korrupten Bande die Administration gerichtlich zugeschlagen wird.

Wer hat gesagt, man werde Bush noch den Prozess machen?
investival, landingzone? Ich gebe die Wette vorzeitig verloren. Die Flasche Wine steht bereit.
Als ersten werden sie den CIA-Spin-Cheney hopsnehmen. Wie damals bei Nixon den Vizepräsidenten Spiro Agnew.

Bush, Blair, Berlusconi, Aznar. Dead men walking.
Grad` unglaubliche Zahlen aus den Vorwahlen migekriegt: ein wahrer Ansturm.

Delaware mobiliserte drei mal mehr demokratsiche Vorwähler wie üblich, Oklahoma doppelt so viele. In den andern Staaten liegen die Zahlen 50% darüber.
Ich sage eine Erdrutschsieg für den demokratischen Kandidaten am 2. November voraus. Egal wie er heisst.

Noch 349 Tage, 9 Stunden, 12 Minuten und die USA hat wieder einen gewählten Präsidenten:
THE BUSH COUNTDOWN CLOCK
http://bushclock.lose.com

Coubert
#4052, #4054
1: Bush ist gewaehlter Praesident. Er wurde mit der Mehrheit im Electoral College gewaehlt.

richtig gemeint und falsch gesagt. Den Kern der Sache ausgeblendet. Zum Verständnis: Juristisch war die Wahl in Ordnung, die Legitimität ist gering. Entschieden wurde die Wahl vom mehrheitlich rep-besetzten Supreme Court, der die Welt mit einer originellen Urteilsbegründung zum Schmunzeln brachte: "Geschwindigkeit geht vor Genauigkeit". Legalität muss nicht immer Legitimität entsprechen. Was schwer verständlich ist: Es ist nicht einmal möglich oder nötig. Du kennst Thomas Hobbes? Folglich sagt der eine, Bush sei gewählt und der andere erzählt das Gegenteil. Da beide haben recht haben, ist es nur eine Frage des Rechtsverständnisses.



@hk, #4051

Wen interessiert der nominale Zinssatz?
Findest Du einen Zinssatz von 14% gut?


wobei Du einerseits davon ausgehst, dass das absolut-nominelle Zinsniveau überhaupt keinen Rückschluss auf das reale zulässt. Grosse Zweifel, wäre zu klären. Für D trifft es auf keinen Fall zu. Und selbst wenn es in US so wäre, ist der Rückgang des allgemeinen Preisanstiegs kein Zeichen für Inflationstendenzen, sondern eher für das Gegenteil. Kommt dazu, dass Firmen Schulden gehebelt zum Marktzins aufnehmen müssen und das muss auch kein linearer Zusammenhang zum Realzins sein.

Du könntest mit aber ein paar Links zu geeigneten Tabellen mit Daten zu Zinsstruktur/Preisentwicklung/Kreditvolumen etc. empfehlen. Die Sache ist klärungswürdig
ist es nur eine Frage des Rechtsverständnisses.

In einem demokratischen Prozess muss man keine strenge Beweisführung erbringen und keine formalen Rechtsverhältnisse abklären.
Wenn die Leute wissen, dass sie beschissen wurden, dann wissen sie es. Und sie wissen es. Sie brauchen keine NeoCon-Schlaumeier, die ihnen das erklären. Und drum gehen sie jetzt an die Urnen. Um dem ganzen Spuk ein Ende zu setzen.

Coubert@JohnKerryLandslide.com
@ landingzone

richtig gemeint und falsch gesagt. Den Kern der Sache ausgeblendet. Zum Verständnis: Juristisch war die Wahl in Ordnung, die Legitimität ist gering. Entschieden wurde die Wahl vom mehrheitlich rep-besetzten Supreme Court, der die Welt mit einer originellen Urteilsbegründung zum Schmunzeln brachte: " Geschwindigkeit geht vor Genauigkeit" .

Es gibt einen trade-off zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit. Die waeren heute noch am Zaehlen, wenn es nach Dir ginge. Letztlich sollten wir dem Supreme Court dankbar sein, denn seine Entscheidung hat sich ja nun auch als ex post optimal herausgestellt: Alle nachfolgenden Zaehlungen haben das Ergebnis nicht nur bestaetigt, sondern Bushs Vorsprung wurde sogar noch leicht groesser.




@hk, #4051

Wen interessiert der nominale Zinssatz?
Findest Du einen Zinssatz von 14% gut?

wobei Du einerseits davon ausgehst, dass das absolut-nominelle Zinsniveau überhaupt keinen Rückschluss auf das reale zulässt. Grosse Zweifel, wäre zu klären.

Wenn Inflation konstant ist, dann sind nominale und reale Zinsen offensichtlich sehr stark von einander abhaengig. Inflation ist aber nicht konstant, weshalb die correlation viel niedriger ist als man denkt. Ab 1983 waren die realen Zinsen recht hoch, aber auch nur weil man da aus zwei fuerchterlichen Rezessionen kam. Mit negativen Realzinsen, die Deine Grafik vollkommen unterschlaegt.



Und selbst wenn es in US so wäre, ist der Rückgang des allgemeinen Preisanstiegs kein Zeichen für Inflationstendenzen, sondern eher für das Gegenteil.

Dem kann ich zustimmen. Rueckgang der Preisniveaus ist KEIN Zeichen fuer Inflationstendenzen. Wenn ein Gewitter anfaengt dann ist das KEIN Zeichen fuer Schoenwetter.

Du könntest mit aber ein paar Links zu geeigneten Tabellen mit Daten zu Zinsstruktur/Preisentwicklung/Kreditvolumen etc. empfehlen.

Zinssaetze bei federalreserve.gov. Preise beim BLS.gov.


@ Coubert

Grad` unglaubliche Zahlen aus den Vorwahlen migekriegt: ein wahrer Ansturm. Ich sage eine Erdrutschsieg für den demokratischen Kandidaten am 2. November voraus. Egal wie er heisst.

WOW! Ein Ansturm! Kerry hat 16000 Stimmen in Delaware bekommen. Die Wahl wurde schon jetzt entschieden. Da kann Bush gleich einpacken. (Achtung Satire)

Aber mal ehrlich: Wenn Du so ueberzeugt bist, gehe doch zu tradesports.com. Dort ist der Futures Price auf GWB-President z.Zt. bei 67.5. Da kannst Du eine Menge Geld verdienen, wenn Du Recht behaeltst. Aber fang nicht an zu heulen, wenn Du falsch liegst!

Eine intelligente Analyse der Wahlchancen ergibt folgendes:
Bush Nachteile:
Nader steht diesmal nicht zur Wahl.
Bush Vorteile:
Typisch-Republikanische Staaten bekommen im Electoral College mehr Gewicht, Dank Bevoelkerungswachstum (z.B. Georgia).
Suedstaaten allgemein: Dort hat ein Ivy-League-Boy aus New England keine Chancen. Die einzige Moeglichkeit fuer einen Demokraten ist aber zusaetzlich zu den typisch-Demokratischen Staaten noch ein Paar Suedstaaten zu gewinnen. Daran ist selbst Gore (aus Tennessee!!!) gescheitert. Kerry wird im Sueden noch deutlicher untergehen.
Die Fernsehsender werden diesmal am Wahlabend vorsichtig sein und nicht vorzeitig die “Entscheidung” in Staaten bekannt geben wie letztes Mal. Waehrend in West-Florida noch gewaehlt wurde (in der sog. Florida Panhandle) hatte CNN seinerzeit um 6:45pm Florida an Gore deklariert, was die Wahlbeteiligung der Republikaner in den anderen Staaten reduziert hat, und besonders in West-Florida wo Republikaner, die noch in der Schlange standen, einfach nach Hause gefahren sind, ohne ihre Stimme abzugeben, weil CNN 15 Minuten vor Schliessung der Wahllokale einen Gore-Sieg prognostiziert hat.
Ohne CNN haette es das Debakel um Zahelen und Nach-Zaehlen und Nach-Nach-Nach-Zaehlen nie gegeben: Mit den zusaetzlichen Stimmen aus Tallahassee und Umgebung haette Bush locker gewonnen.
WOW! Ein Ansturm! Kerry hat 16000 Stimmen in Delaware bekommen.

Es gehen in Prozenten weitaus mehr demokratische Wähler als üblich an die Urnen. Da würd ich den aboluten Zahlen nicht so viel Bedeutung zumessen.
Ich schliesse daraus: die Dems sind mobilsiert und wissen ganz genau, was sie nicht wollen. Zudem haben die Dems mehr Mobilisierungspotential. Und was ich gesehen habe, setzt sich das in den Südstaaten fort. Und das kann sehr wohl den Ausschlag geben in den Swingstates. Und mit Edwards als Veep...
News aus dem Land der ungrenzten Statistik-Faelschung:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,285078,00.html

Nur mit Tricks unter fünf Millionen

Von Carsten Matthäus

Bei der Vorstellung der neuesten Zahlen zum Arbeitsmarkt musste sogar Wirtschaftsminister Clement zugeben, dass man sich eines statistischen Kunstgriffs bedient hatte. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Ohne Zahlenkunst müsste die Regierung längst Horrorzahlen melden.

REUTERS
Wirschaftsminister Clement: "Notwendige Klarstellung
Nürnberg/Braunschweig - Die Herren von der Bundesagentur für Arbeit (BA) wissen, wie man unangenehme Wahrheiten in undramatische Worte fasst: "Die jüngste ungünstige Entwicklung ist wohl nicht als konjunkturelle Verschlechterung zu interpretieren", kommentiert der momentane BA-Chef Frank-Jürgen Weise den Anstieg der Arbeitslosenzahl auf knapp 4,6 Millionen. Sein Vorstandskollege Heinrich Alt wagt sogar einen optimistischen Ausblick: "Selbst wenn wir im Februar noch einmal einen Wintereinbruch haben sollten, werden wir nach menschlichem Ermessen die Fünf-Millionen-Grenze weit unterschreiten.
Und natürlich verwenden beide wieder die Zauberformeln "saisonbereinigt" und "witterungsbedingt", um eine Teilschuld an der Arbeitsmarktmisere höheren Gewalten zuzuschieben. Saisonbereinigt und nominell sei die Arbeitslosenzahl um 81.000 zurückgegangen, sagt Weise. Besser wäre gewesen, er hätte von "politikbereinigt" gesprochen, dem gezielten Herausdrängen von Arbeitslosengruppen aus der offiziellen Statistik. Mitterweile haben die Zahlenkünstler der BA nämlich so tief in die Trickkiste gegriffen, dass die saisonalen Schwankungen längst nicht mehr das eigentliche Problem sind, wenn es um den Vergleich der Zahlen geht.

Nach Ansicht von Richard Hartwig, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Arbeitsamtes Braunschweig, müsste die Arbeitlosenzahl mittlerweile über fünf Millionen liegen. "Die Zahl ist über 500.000 geschönt", sagt der Unternehmer. Seine Rechnung ist einfach: Braunschweig, zu dessen Arbeitsamtsbezirk auch Salzgitter und Wolfenbüttel gehören, liegt mit rund 27.000 Arbeitslosen ziemlich genau im Durchschnitt der 180 deutschen Arbeitsämter. Allein in den vergangenen Zahlen sind laut Hartwig knapp 2800 Arbeitslose wegen Änderungen in der Zählweise aus der Statistik gestrichen worden. Auf Deutschland hochgerechnet wäre das etwa eine halbe Million Arbeitssuchender, die derzeit nicht mehr erfasst werden.

Dass die Hartwigs Schätzungen noch vorsichtig sind, zeigt eine genauere Betrachtung der statistischen Tricks, die allein in jüngster Vergangenheit angewendet wurden.


Trick 1: Wer trainiert wird, ist nicht mehr arbeitslos
Im Dezember 2003 galten diejenigen statistisch als arbeitslos, die sich vom Arbeitsamt bei ihren Bewerbungen helfen lassen - sich also in so genannten Trainingsmaßnahmen befinden. Würde man die trainierten Arbeitslosen wieder in die Statistik einrechnen, käme man schon auf 4,67 Millionen.

Trick 2: In die PSA, und raus bist Du
Über das Vehikel der Personalserviceagenturen (PSA) hat die Bundesagentur Arbeitslose in großer Zahl an andere Vermittler abgegeben. Die PSA-Kräfte wurden sofort aus der Statistik entfernt - ganz egal, ob sie auch eine Stelle fanden oder nicht. Zum Jahresschluss 2003 waren aber nur knapp 6000 dieser Arbeitssuchenden vermittelt, etwa 30.000 warteten auf eine Job, genauso wie ganz normale Arbeitslose. Ohne PSA und Trainingsmaßnahmen müsste die BA also schon von 4,7 Millionen Arbeitslosen sprechen.

Trick 3: Wer 58 ist, wird in Ruhe gelassen, wenn...
Wer dieses Alter erreicht hat, kann nämlich Paragraf 428 des Sozialgesetzbuches III nutzen und die so genannten "erleichterten Leistungen" in Anspruch nehmen. Er erhält dann unverändert seine Untersützung, muss sich aber nicht mehr alle drei Monate beim Arbeitsamt melden. Bis Dezember 2003 ist die Zahl dieser nicht mehr suchenden Arbeitslosen auf knapp 357.000 angestiegen. Ohne die Tricks 1 bis 3 müsste die BA somit 5,06 Millionen Arbeitslose melden.
Verständlich, dass die Opposition die heutige Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für derbe Attacken nutzte. CDU-Arbeitsmarktexperte Karl-Josef Laumann forderte ein sofortiges Ende der "billigen Statistiktricks". Nach den Worten des CSU-Politikers Peter Ramsauer hat die Regierung damit "die Marke von fünf Millionen Arbeitslosen verhindert". FDP-Vize Rainer Brüderle sagte, "mit hilflosen Zahlentricksereien bekommt die Bundesregierung die Arbeitslosen vielleicht aus der Statistik, von der Straße holt man sie auf diese Weise nicht".

Zusätzlich zu der offensichtlichen Zahlenakrobatik deckt die Arbeitslosenzahl natürlich noch längst nicht alle Menschen ab, die auf dem Arbeitsmarkt um Stellen kämpfen. Die BA selbst hat mit schärferen Kontrollen der gemeldeten Arbeitslosen dafür gesorgt, dass sich im vergangenen Jahr rund 700.000 Arbeitslose mehr in "sonstige Nichterwerbstätigkeit" verabschiedet haben als 2002. Anders gesagt, verzichten immer mehr Arbeitssuchende auf die Leistungen vom Arbeitsamt, weil sie mit der staatlich verordneten Arbeitssuche nicht klarkommen. Außerdem verschweigt die Statistik diejenigen, die erst gar nicht zum Amt gehen, weil sie noch keine Leistungsansprüche erworben haben - wie etwa Jugendliche oder Hausfrauen. Insgesamt beziffert die Rürup-Kommission diese so genannte "Stille Reserve" auf etwa 1,3 Millionen Menschen.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement lässt sich von solchen Zahlen nicht die Laune verderben. Aus seiner Perspektive ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, und das charakterisiere "die Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt, die seit Frühjahr 2003 zu beobachten ist". Dass der Rückgang nur durch eine Manipulation zustande gekommen ist, bezeichnete der Wirtschaftsminister als "eine notwendige Klarstellung in der Arbeitsmarktstatistik".
The Economist 30.08.2003, "On the rebound?"
(...) Japan` figures for real GDP growth need to be taken with a pinch of salt. Japan`s nominal GDP was broadly flat in the second quarter; over the past year it has fallen. Nominal GDP is important because, in the medium term, it determines the rate of growth in profits and the ability of firms to service their debt. Can an economy really be said "expanding" when the money value of its output, the sum of all wages and profits, is still shrinking? The problem is, that deflation continues apace. Indeed, one reason why Japan`s real output has grown more strongly than expected this year is that prices as measured in the national accounts have fallen faster, turning a fall in nominal spending into a significant increase in real terms. Some components of the GDP deflator look highly suspect. For instance, the rate of deflation in capital goods has deepened, with prices falling by 6,9% in the year to the second quarter. As a result, real investment appears to surge even though firms are spending less money. Some econonmists worry that the rate of deflation used in the national accounts may be overstated. The good news is that deflation may not be as serious as official figures suggest. Bute the bad news is that Jqapan`s real growth rate is therefore being overstated. (...)

Das amerikanische Beispiel wird überall schnell verstanden. Hollywood everywhere. Sch* auf die Fakten in Wirtschaft und Aussenpolitik. Inszeniere Spiele für die Massen. :laugh:
Arm trotz Arbeit

Die Verlierer des amerikanischen Traums

Jeder fünfte US-Amerikaner verdient in seinem "Hauptjob" weniger als den Sozialhilfesatz, ein zweiter, dritter oder gar vierter Job ist notwendig, um über die Runden zu kommen. Stundenlöhne von weniger als drei Dollar sind keine Seltenheit. Die "woorking poor" markieren das Ende eines amerikanischen Glaubenssatzes: Jeder, der hart arbeitet, kann es schaffen, kann es zu Wohlstand und ein bisschen Reichtum bringen.

Vormittags im Blumenladen hübsche Gedecke binden, dann gleich weiter, achtlos weggeworfene Zeitungen und Müll im Park aufsammeln, jeden zweiten Tag noch abends Büroräume putzen - 14 Stunden Arbeit am Tag, und trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht. Eine Mieterhöhung, ein krankes Kind, eine unerwartete Rechnung genügen, um das Leben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das Eis der eigenen Existenz ist millimeterdünn: kurz vor dem sozialen Abgrund, kurz vor Suppenküchen und Armenspeisung.


Der Bodensatz der Gesellschaft
Die Zahl der "McJobber" steigt. Seit dem Beginn der Wirtschaftskrise 2001 wächst das Heer derer, die trotz mehrerer Jobs mit ihrem Gehalt unter der Armutsgrenze liegen, kontinuierlich an. Und zur ständigen Sorge um die eigene Existenz kommt oftmals, dass die "arbeitenden Armen" ein sehr geringes Ansehen genießen.

Babara Ehrenreich, hochbezahlte Journalistin und Sozialkritikerin, tauchte bei der Recherche zu einem ihrer Bücher selbst in die Welt der Billigjobs ab. "Da draußen herrscht Diktatur. Wer die Welt der Billigjobs betritt, gibt seine Bürgerrechte ab." Willkür, Missbrauch, unangekündigte Drogentests, dazu die ständige Angst, seinen Job zu verlieren. Ehrenreichs Fazit: "Die working poor vernachlässigen ihre eigenen Kinder, um sich um die von anderen zu kümmern. Sie leben in miesen Behausungen, damit andere Häuser perfekt gewienert werden können."

Kein rein amerikanisches Phänomen
Auch in Deutschland wächst die Zahl der Menschen, die auf mehrere Jobs angewiesen sind. Zwar gibt es keine offizielle Statistik, aber 19 Millionen arbeitende Bundesbürger sind ohne festen Vertrag. Ein großer Teil verdient sein täglich Brot im "Niedriglohnsektor". Im Gastronomiegewerbe oder bei Wach- und Schutzdiensten verdient man zum Beispiel oftmals weniger als fünf Euro die Stunde.


USA-Korrespondent Thomas Walde berichtet über die "working poor", die arbeitenden Armen und ihren täglichen Kampf im Schatten des amerikanischen Traums.

Quelle:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2101337,00.html


;) ;) ;)
Arm trotz Arbeit - Reich ohne Arbeit

Auf der andern Seite stehen die Rentiers. Eine Schicht, die den Reichtum in feudaler Art zu erhalten sucht: möglichst keine Erbschaftsteuern, möglichst kein Vermögensteuer, möglichst keine Kapitalertragssteuern.

Wer reich geboren wurde, soll es auch bleiben, und sein Reneteneinkommen soll geschont werden. Steuern zahlen sollen die arbeitenden Leistungsträger. Wie der alte europäische Adel.
"Entlastung" rufen sie. Wer nicht arbeitet, soll auch keine Steuern zahlen!
Die Ami-Trottel gehen mir langsam auf die E**er!!!!

Sind Unternehmenszahlen schlecht, rennt´s wegen Konjunkturzahen hoch - und andersrum (s. heute).

So wird sich der Grund, um doof zu explodieren immer schön ausgesucht. Hauptsache gestörtes Dauersteigen. Denen könnt ich so in die Fr**e treten - dann kämen die runter und zwar kann´ schnell!!!!

Schei**-Amis!!!!!:mad: :mad: :mad: :mad: :mad:
Mr. Billion

ich würde an Deiner Stelle die Finger von Börsen und ähnlichem lassen. Oder ein bisschen genauer nachgucken, lernen, lesen etc. Die Spekulation, nicht nur die amerikanische, nimmt IMMER postive Daten vorweg, wenn akut keine Verschlechterung zu sehen ist und die Rahmenbedingugnen stimmen. Z.B. Cash vorhanden. Und sie reagiert wie selbstverständlich negativ, wenn die Daten am Ende extrem enttäuschend ausfallen (2002). Wem das zu unbequem ist, der muss sich ein Sofa suchen. Die Bodenbildung vor der Rally dauerte 1/2 Jahr. Das war sowieso ungewöhnlich lange.
Vor allem solltest Du Deinen Nick ändern.
@ Wasser_fuer_Alle

Stundenlöhne von weniger als drei Dollar sind keine Seltenheit. Die " woorking poor" markieren das Ende eines amerikanischen Glaubenssatzes: Jeder, der hart arbeitet, kann es schaffen, kann es zu Wohlstand und ein bisschen Reichtum bringen.

Eine glatte Luege: Der gestzlich garantierte Mindestlohn ist $5.25 die Stunde (oder sogar 5.75, bin mir nicht so sicher). Selbst der schaebigste Job bei McDonald’s zahlt aber mehr als das. $3 die Stunde verdienen allenfalls Straeflinge.
Tatsache ist: Wer bei McDonald’s $8 die Stunde verdient, wird damit in der Tat nicht reich. Ein Haushalt mit 2 Verdienern, die jeweils 50 Stunden pro Woche, 50 Wochen im Jahr arbeiten, bekommen dann $40000 im Jahr. Das ist die Obergrenze fuer drogenfreie, hart-arbeitende Menschen ohne Schulabschluss. Wenn man dann bedenkt, dass solche Leute fast keine Steuern zahlen, dann haben sie eigentlich eine ganz ordentliche Kaufkraft, auch wenn Mercedes-Fahren und Golfspielen wohl nicht drin sind. Trotzdem besser als manch ein deutscher Haushalt, und GARANTIERT bessere Kaufkraft als meine Eltern.
Wer zusaetzlich noch Schulabschluss oder gar College-Abschluss vorweisen kann, verdient ungleich mehr.
Fazit: Kein Schulabschluss? Selbst Schuld! Drogenabhaengig? Selbst Schuld! Zu faul um 2500 Stunden pro Jahr zu arbeiten? Selbst Schuld! Mit 15 schwanger geworden? Selbst Schuld! Wer in Amerika arm ist, ist selbst Schuld.

Willkür, Missbrauch, unangekündigte Drogentests, dazu die ständige Angst, seinen Job zu verlieren.

Drogentests? Na sowas! In der Sozialistischen Volksrepublik Ehrenreich hat der Arbeitgeber natuerlich kein Recht darauf zu ueberpruefen, ob der Kassierer im Burger King ein Drogen Junkie ist oder nicht.


@ landingzone

Some components of the GDP deflator look highly suspect. For instance, the rate of deflation in capital goods has deepened, with prices falling by 6,9% in the year to the second quarter. As a result, real investment appears to surge even though firms are spending less money.

Die Daten fuer USA, nach www.bea.gov
Schauen wir mal auf die letzten beiden Quartale (2003Q3 und Q4). Computers and Per. Instr. Sind nominal um 13.9% gestiegen, real um 18.6%. Tatsaechlich ein negativer Deflator, aber nicht die gelcieh Situation wie in Japan, wo nominale Stagnation in reales Wachstum mutiert.
Aber diese Componente mach ohnehin nur 1% vom GDP aus. Bei der Componente Equipment and Software gab’s nominal 7.3% Wachstum und damit mehr als das reale Wachstum von 6.7%.
Zugegeben, folgendes Zitat passt 100% in die heutige Zeit. Leider.

The Republicans are the party that says government doesn`t work and then gets elected and proves it.
O`Rourke, P.J. (1989), Holidays in hell. London (Picador), 270-271
Ich glaube auch, dass der Welt Schlimmeres zustossen kann als ein Wechsel dieser Administration. Aber so oder so hoffe ich, dass er aufgrund anderer Fragen entschieden wird als von der Diskussion um Homo-Ehe oder Abtreibung.

Drogentests? Na sowas! In der Sozialistischen Volksrepublik Ehrenreich
Hier geht es um eine grundlegende Frage des Habeas Corpus. Mit Deinem Argument könnte auch eine lückenlose Krankengeschichte verlangt werden.
Es gibt für den Arbeitgeber weder Recht noch Grund, zu kontrollieren, ob der Kassierer gestern Abend vor dem Einschlafen ein Jointchen oder ein Bierchen in seinen vier Wänden konsumiert hat.
@ coubert

Hier geht es um eine grundlegende Frage des Habeas Corpus. Mit Deinem Argument könnte auch eine lückenlose Krankengeschichte verlangt werden. Es gibt für den Arbeitgeber weder Recht noch Grund, zu kontrollieren, ob der Kassierer gestern Abend vor dem Einschlafen ein Jointchen oder ein Bierchen in seinen vier Wänden konsumiert hat.

Was das mit habeas corpus zu tun hat, weiss ich nicht. Wie auch immer, es wird niemand dazu gezwungen einen Drogentest abzugeben. Wenn Dir die Einstellungsvoraussetzungen nicht passen, dann bewirb Dich halt nicht.
Es gibt wie immer einen trade off: Schutz der Privatsphaere des Bewerbers und Schutz des Arbeitgebers. Fuerdie meisten Jobs ist die Vorlage der lueckelosen Krankengeschichte nicht notwendig, abgesehen vielleicht von Piloten. Drogenkonsum ist aber eine aber eine andere Geschichte. Ich wuerde niemandem der Drogen nimmt meinen Kassenschluessel anvertrauen.
Wie auch immer, es wird niemand dazu gezwungen einen Drogentest abzugeben.
Auch unerzwungene Vertragsklauseln können sittenwidrig sein.
h.kohl
heuchelei oder dumheit.
ca.70% der menscheit nehmen drogen (alkohol tabak usw.)
nicht sauer sein,ist aber so.

gruß .
@ grosstadtsurfer

heuchelei oder dumheit.
ca.70% der menscheit nehmen drogen (alkohol tabak usw.)
nicht sauer sein,ist aber so.


Auf Alkohol/Tabak wird auch gar nicht geprueft. Nur auf harte Drogen (a la Crack) und auf Pot. Zugegeben: Pot betrachte ich nicht als harte Droge. Das waere das einzige, was ich anstoessig finde.


@ Coubert

Auch unerzwungene Vertragsklauseln können sittenwidrig sein.

Ich weiss. Aber in Amerika ist es nicht sittenwidrig. Andere Laender, andere Sitten.
helmut kohl, du hast nicht von von Wirtschaft keine ahnung :rolleyes: dein wiklichkeitsverleugnender neoliberaler aberglaube ist ja nicht mehr auszuhalten :mad:

Cannabisprodukte sind keine harten Drogen, zumindest ist noch niemand daran gestorben :laugh:....Whiskey und Schnaps dagegen schon ( zumindest von der letalität her)

diese Drogentests sind schlicht eine Nötigung. In einigen US-Bundessaaten ist sogar der Handel mit Urin strafbar, damit man bei diesen tests nicht schummlen kann.

Um eine Kasse zu überprüfen brauch ich keine Drogentests.:rolleyes: Und wenn schon, dann sollte auch das obere management regelmäßig, aber überrraschend auf Kokain untersucht werden. Bin dann mal auf die ergebnisse gespannt :laugh:
Andere Laender, andere Sitten.

Das dürfte ungefähr jedes Regime auf dieser Welt für sich in Anspruch nehmen. Und jedes Regime findet seine Supporter.

Und nachdem in den USA unter Bush polizeistaatliche Methoden zum Recht erhoben worden sind, ist es nur konseqent, solche Verhältnisse zu privatisieren.
Uebringens: das Einfordern einer lückenlosen Krankengeschichte wäre mit dem gleichen Argument auch zu stützen.

War on Drugs, rief der Koksschniefer. Oder war das Bush I?
Ich hoffe, niemandem hat dem Präsidenten den Kassenschlüssel anvertraut. Sonst wird am Ende noch mehr Geld fehlen als jetzt.
@Punk24

Der gute Mann hat scheint wirklich keine Ahnung zu haben, was so alles in Chefetagen konsumiert wird. Alles auf ärztliche Verschreibung, versteht sich. Und nicht nur.

Natürlich ist der jetzige Präsident kein unbeschriebenes Drogenblatt. Aber das ist weiss Gott nicht der Grund, warum er das Land regiert wie ein Junkie.
@ Coubert: Ich wollte diesen nebenkriegsschauplatz eigentlich nicht weiter fortführen, aber speziell dieser Beitrag von HK hat meinen Blutdruck explodieren lassen :mad:.

Werde mich erst mal wieder als aktiver Poster aus diesem Thread zurückziehen. Nicht ohne Dir, Landingzone und Anton Chesus zu ihren erstklassigen Beiträgen zu gratulieren.

Ihr habt den HK gut im Griff ;).
@ Punk24

Cannabisprodukte sind keine harten Drogen, zumindest ist noch niemand daran gestorben ....Whiskey und Schnaps dagegen schon ( zumindest von der letalität her)

Erstens: Weiss ich. Ich habe Pot auch nicht als harte Droge bezeichnet. Mein Wortlaut: Nur auf harte Drogen (a la Crack) und auf Pot, wodurch klar wird, dass ich Pot nicht als harte Droge bezeichne. Haette ich das gemeint, dann haette ich geschrieben Nur auf harte Drogen (a la Crack und Pot). Habe ich aber nicht. Stichwort Leseschwaeche!
Zweitens: Ich selbst bin fuer die Legalisierung aller Drogen, ob hart oder weich oder weiss-der-Geier-was (mit Einschraenkung fuer Jugendliche natuerlich). Das schliesst aber nicht aus, dass Arbeitgeber gegen Drogen-Junkies diskriminieren duerfen, wenn sie wollen. Nicht alles was legal ist, gibt Dir die Faehigkeit einen Job gut auszufuehren.


Aber zurueck zur eigentlichen Diskussion: Armut in den USA. Bis jetzt konnte mir noch niemand erklaeren, warum es Leute gibt, die weniger als 20000 pro Person und Jahr verdienen. Abgesehen von Faulheit, Dummheit und Drogenkonsum. Ach: Einen weiteren Grund gibt es natuerlich noch: Als Student und Doktorand habe ich Halbstags gearbeitet: Jaehrliches Gehalt ca 10000-12000 Dollar brutto. Ist ja witzig: Ich war damals in der Armutsstatistik!
Bis jetzt konnte mir noch niemand erklaeren, warum es Leute gibt, die weniger als 20000 pro Person und Jahr verdienen. Abgesehen von Faulheit, Dummheit und Drogenkonsum.

"Dann sollen sie doch Kuchen essen." meinte MARIE ANTOINETTE auf die Klagen der Bürger, dass sie kein Brot mehr hätten.

Das Volk hat ihr dann im Laufe der franz. revolution gezeigt, was es von so einer arroganten Einstellung hält ;)
Nicht alles was legal ist, gibt Dir die Faehigkeit einen Job gut auszufuehren.

Und umgekehrt. Ich habe längere Zeit mit einem Banker zu tun gehabt, der ein H-Konsument war. Natörlich ist ein Junkie in Jacket und Weste nicht das, was OttoNormalo sich unter einem Junkie vorstellt, aber auf die Arbeit hatte das keinen Einfluss. Sauberer Stoff, saubere Fixen und es ist vermutlich risikoloser als Alk. So hat mir das mal ein Pharmakologe vesichert.
Umgekehrt war ein Mitglied der Geschäftsleitung ein Alkoholiker. Was sattsam bekannt war. Auch der hat sehr gute Arbeit geleistet. Hat er deswegen einen Privatchauffeur bekommen?

Jedenfalls ist die General-Diskrimierung aufgrund von Drogenkonsum unsinnig und daher ein unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre.
Aber nicht nur seit Bills Zigarrenspielchen und Janets Brustentblössung (mehr Internet-zugriffe als 9/11 angeblich) wissen wir um die grosse Aufgeregtheit unsere transatlantischen Freunde, wenn`s um die lustvolleren Dinge im Leben geht.
@ punk

" Dann sollen sie doch Kuchen essen." meinte MARIE ANTOINETTE auf die Klagen der Bürger, dass sie kein Brot mehr hätten.
Das Volk hat ihr dann im Laufe der franz. revolution gezeigt, was es von so einer arroganten Einstellung hält


Abgesehen davon, dass Marie Antoinette das nicht nachweislich gesagt hat, zeigt die Verwendung dieses “Zitats” schon aus welcher Ecke Du kommst. Kuchen-Essen war natuerlich fuer die Armen von Paris vollkommen unmoeglich, wissen wir alle. Ich habe aber die Einstellung Dann sollen sie doch zur Arbeit gehen. Zur Arbeit gehen ist doch im Rahmen der Moeglickeiten fuer jedermann, oder? Wenn Du mein Zitat anstoessig findest, dann hast Du Dich als Sozial-Schmarotzer geoutet.
Zitate? Ich hätt auch noch 2

Stalin: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen
Auschwitz-Torüberschrift: Arbeit macht frei

wir habens doch immer gewusst. Puritanisches Ideal von individuellem Gottesgnadentum + bigott definiertes Selektions- und Diskriminierungsbedürfnis: "Reich des Guten, Reich des Bösen", tief verwurzelt in amerikanischen Seelen, und ihre historischen Ahnen, der Weg ist kurz, die Todesstrafe die natürliche Antwort auf die Abweichung vom rechten Weg, symbolisch.

Frag mich mal einer, warum totalitäre Ideologien trotz völlig unterschiedlicher Ansätze und Ursprünge auf genau den gleichen Leitsatz kommen - ich habe keine Ahnung. Weil es nichts Neues gibt? Vielleicht.


So setzte etwa die bolschewistische Regierung in Rußland die ideologische Forderung durch, daß es in einem sozialistischen Lande keine Arbeitslosigkeit geben dürfe, aber nicht so, daß sie propagandistisch-schwindelhaft in einem Moment offenbarer Arbeitslosigkeit behauptete, es gäbe keine Erwerbslosen, sondern indem sie ohne alle Propaganda erst einmal die Arbeitslosenunterstützung abschaffte.` Die Lüge wurde Wahrheit: Es gab keine Arbeitslosen mehr in Rußland, nur noch Bettler und asoziale Elemente, und der alte sozialistische Grundsatz »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen« war auf eine zwar unerwartete, dafür aber um so radikalere Weise verwirklicht worden.
http://www.geocities.com/hoefig_de/Elemente_Urspruenge/Total…
@ landingzone

Gaehn! Wenn Euch die Argumente ausgehen, dann kommt die Nazi- oder Kommunismus-Keule. In diesem Fall beide.
Wenn der Stalinismus Arbeit so “gefoerdert” haette, dann waere er ja nicht so sang- und klanglos untergegangen. Ich spreche hier weniger von Arbeit als Beschaeftigungstherapie (a la Ostdeutsche “Vollbeschaeftigung”) oder als Weg saemtliche Bereiche des oeffentlichen Lebens zu kontrollieren (a la National-Sozialismus bzw. Sowjet-Kommunismus) sondern Arbeit als Moeglichkeit sich unabhaengig von staatlichen Almosen frei zu entfalten. Das Gegenteil der Bevormundungs-Politik a la Nazi und Stalinismus und BRD-Sozialismus.
Die Referenz zum KZ-Spruch Arbeit mach Frei ist auch wieder mal geschmacklos. Wie ueblich.

Hier uebrigens noch mal eine Quelle ueber die angeblich so armen Amerikaner:

http://www.heritage.org/Research/Welfare/BG1713es.cfm

“Arme” Amerikaner haben mehr Klimaanlagen als der Durchschnittsbuerger in Europa. Die zig-Tausend Hitzetoten in Europa letztes Jahr sind sicherlich dankbar, dass sie so europaeisch-wohlhabend gestorben sind.
Nebenbei: Die durchschnittliche jaehrliche Arbeitszeit einer armen Familie ist 800 (!!!) Stunden pro Jahr. Wo sind dann eigentlich die ganzen Leute, die 4 Jobs haben muessen um ueber die Runden zu kommen? 4 Jobs a 4 Stunden woechentlich? Die Antwort ist ganz einfach: Die working poor (ueber die in Europa immer so gern berichtet wird) gehoeren meist gar nicht in die Armutsstatistik. Die Leute arbeiten in 4 Jobs, weil sie sich alle drei Jahre einen neuen Pickup Truck kaufen, $100 pro Monat fuer Kabelfernsehen zahlen und ihr Geld fuer sonstige Dinge verplempern. Dann werden sie von Europaeischen TV-Teams befragt, damit man in Old-Europe weiterhin Werbung fuer den Wohlfahrtsstaat machen kann.


Executive Summary: Understanding Poverty in America
by Robert E. Rector and Kirk A. Johnson, Ph.D.

If poverty means lacking nutritious food, adequate warm housing, and clothing for a family, relatively few of the 35 million people identified as being "in poverty" by the Census Bureau could be characterized as poor. While material hardship does exist in the United States, it is quite restricted in scope and severity.
The average "poor" person, as defined by the government, has a living standard far higher than the public imagines. The following are facts about persons defined as "poor" by the Census Bureau, taken from various government reports:
· Forty-six percent of all poor households actually own their own homes. The average home owned by persons classified as poor by the Census Bureau is a three-bedroom house with one-and-a-half baths, a garage, and a porch or patio.
· Seventy-six percent of poor households have air conditioning. By contrast, 30 years ago, only 36 percent of the entire U.S. population enjoyed air conditioning.
· Only 6 percent of poor households are overcrowded. More than two-thirds have more than two rooms per person.
· The typical poor American has more living space than the average individual living in Paris, London, Vienna, Athens, and other cities throughout Europe. (These comparisons are to the average citizens in foreign countries, not to those classified as poor.)
· Nearly three-quarters of poor households own a car; 30 percent own two or more cars.
· Ninety-seven percent of poor households have a color television; over half own two or more color televisions.
· Seventy-eight percent have a VCR or DVD player; 62 percent have cable or satellite TV reception.
· Seventy-three percent own microwave ovens, more than half have a stereo, and a third have an automatic dishwasher.
Overall, the typical American defined as poor by the government has a car, air conditioning, a refrigerator, a stove, a clothes washer and dryer, and a microwave. He has two color televisions, cable or satellite TV reception, a VCR or DVD player, and a stereo. He is able to obtain medical care. His home is in good repair and is not overcrowded. By his own report, his family is not hungry, and he had sufficient funds in the past year to meet his family`s essential needs. While this individual`s life is not opulent, it is equally far from the popular images of dire poverty conveyed by the press, liberal activists, and politicians.
Of course, the living conditions of the average poor American should not be taken as representing all of the nation`s poor: There is a wide range of living conditions among the poor. In contrast to the 25 percent of "poor" households that have cell phones and telephone answering machines, ap-proximately one-tenth of families in poverty have no phone at all. While the majority of poor households do not experience significant material problems, roughly a third do experience at least one problem such as overcrowding, temporary hunger, or difficulty getting medical care.
The good news is that the poverty that does exist in the United States can readily be reduced, particularly among children. There are two main reasons that American children are poor: Their parents don`t work much, and their fathers are absent from the home.
In both good and bad economic environments, the typical American poor family with children is supported by only 800 hours of work during a year--the equivalent of 16 hours of work per week. If work in each family were raised to 2,000 hours per year--the equivalent of one adult working 40 hours per week throughout the year--nearly 75 percent of poor children would be lifted out of official poverty.
>eine Quelle ueber die angeblich so armen Amerikaner

Und was für eine. Heritage Foundation ist sowas wie die Sturmabteilung der Ultrakonservativen.

Mal schreibt Rector (Künstlername?) auch über die schlimmen Folgen früher weiblicher Sexualität.
Oh Mann, dass sind die,die im letzten Jahrhundert behauptet haben, Wichsen führe zu Syphillis.

So richtig arm ist ja ohnehin niemand , sonst wäre er doch eh schon verhungert, logo.
@ Coubert

Und was für eine. Heritage Foundation ist sowas wie die Sturmabteilung der Ultrakonservativen.
Mal schreibt Rector (Künstlername?) auch über die schlimmen Folgen früher weiblicher Sexualität.
Oh Mann, dass sind die,die im letzten Jahrhundert behauptet haben, Wichsen führe zu Syphillis.


Von ihren Ansichten her ist diese Stiftung in der Tat ultra-konservativ. Aber die Daten stammen vom Census Bureau. Ich habe mich deshalb auch nur auf die Daten bezogen, nicht auf die Vorschlaege der Heritage Foundation.
@helmut kohl

Overall, the typical American defined as poor by the government has a car, air conditioning, a refrigerator, a stove, a clothes washer and dryer, and a microwave. He has two color televisions, cable or satellite TV reception, a VCR or DVD player, and a stereo. He is able to obtain medical care. His home is in good repair and is not overcrowded. By his own report, his family is not hungry, and he had sufficient funds in the past year to meet his family`s essential needs.
...
In both good and bad economic environments, the typical American poor family with children is supported by only 800 hours of work during a year--the equivalent of 16 hours of work per week.


Machen wir kurz die Probe: 800 Stunden mal 5.15$ Mindestlohn ergibt 4120$. Damit kann man kaum das Auto finanzieren. Die restlichen Dinge samt Haus und Krankenversicherung fallen vom Himmel, oder? Natürlich werden viele arme Leute mehr als den Mindestlohn verdienen, aber diese Studie kann ja hinten und vorne nicht stimmen. Offensichtlich versteht die Heritage Foundation inzwischen etwas vom Wichsen, aber immer noch nichts von der Wirtschaft.

Die bittere Wahrheit ist, daß der Mehrheit der Amerikaner ein Einkommenszuwachs nur per Hedonic vorgerechnet wird, 99% der Amerikaner im Einkommenszuwachs unter dem propagierten Wirtschaftswachstum liegen, und nur das oberste Perzentil absahnt.



Ein lesenswerter Kommentar vom Bill Gross:

http://www.pimco.com/LeftNav/Late+Breaking+Commentary/IO/200…

And if my old friend General Electric is synonymous with the U.S. corporate sector, bite on this appetizer as indicative of the transformation of the U.S. economy. In 1980, 92% of its reported profits came from its manufacturing subsidiaries. In 2003, nearly 50% of earnings were supplied by financing subsidiaries highly dependent on leverage, the cost of that leverage, and its ability to maneuver through the swaps market by turning long-term rates into cheap 1% + short term financing.
...
And so? Why not just keep on going. So far so good the New Agers would claim. What’s wrong with 400% of GDP or 500% of GDP? What’s wrong with dropping it from helicopters if we have to as good Ben Bernanke has suggested? Well, let me tell you what’s wrong. Debt levels and debt ratios have limits. When and if interest rates do go up, the servicing costs of an accelerating debt economy eventually bite the hand of its master.
...
In a finance-based economy this IS productivity. Instead of cheaper and cheaper labor per unit of output, we have cheaper and cheaper interest rates per unit of debt.



Hier zum Credit Market Debt am Höchststand kann man noch das Börsenbubble dazuaddieren, in Punkten noch nicht ganz am Höchststand, aber Dank der zu erwartenden Stock Options-Bonanza in der Marktkapitalisierung sicher bald wieder am Gipfel.

#4089


Gegen die amerikanische Bubble stehen die
chinesischen Ersparnisse.

Selbst wenn die US-Wirtschaft eine Blase sein
sollte,

1,3 Mrd. Chinesen sind in auf dem Langen Marsch
an die Spitze der Weltwirtschaft. Das wird ganz
Asien mit hoch ziehen, und dies wiederum sogar
Süd-Amerika und Afrika.

Das Ganze ist wie der Aufstieg von LA und SF,
das hat auch das Hinterland mit hochgezogen!

Das Hinterland von China ist die vielleicht die
halbe Erde!

mfg
thefarmer
@ AntonChesus

Machen wir kurz die Probe: 800 Stunden mal 5.15$ Mindestlohn ergibt 4120$. Damit kann man kaum das Auto finanzieren. Die restlichen Dinge samt Haus und Krankenversicherung fallen vom Himmel, oder?

Eben: Das beweist, dass die meisten mehr als 5.15 die Stunde verdienen. Dazu kommen noch Welfare (=Sozialhilfe), Negative Grenzsteuern (Earned Income Credit), Medicaid (=kostenlose Krankenversicherung fuer Sozialhife-Empfaenger).

Offensichtlich versteht die Heritage Foundation inzwischen etwas vom Wichsen, aber immer noch nichts von der Wirtschaft.

Gehirnschrumpfung ist bei Dir auch so eingetreten, ob mit oder ohne Wi***n. Ich wiederhole es deshalb fuer Dich: DIE DATEN STAMMEN NICHT VON HERITAGE, SONDERN VOM CENSUS BUREAU.

Die bittere Wahrheit ist, daß der Mehrheit der Amerikaner ein Einkommenszuwachs nur per Hedonic vorgerechnet wird, 99% der Amerikaner im Einkommenszuwachs unter dem propagierten Wirtschaftswachstum liegen, und nur das oberste Perzentil absahnt.

Und wo hast Du Deine Daten her? Woher kommen die 99%?

Ein lesenswerter Kommentar vom Bill Gross:

Haben wir alles schon behandelt: Brutto-Schulden interessieren uns nicht.
@helmut kohl

DIE DATEN STAMMEN NICHT VON HERITAGE, SONDERN VOM CENSUS BUREAU.

Die "facts, taken from various government reports", kann man schwerlich als Daten sondern eher als Statistik-Prosa bezeichnen ("His home is in good repair and is not overcrowded"). DVD-Player, Videorekorder, Satellitenschüssel usw machen vielleicht bei der verschwitzten Heritage Foundation Eindruck, heutzutage bekommt man diese Geräte schon überall nachgeworfen. Außerdem gibt es ja richtige Daten zum Einkommen (siehe unten), was jemand mit seinem Geld anfängt bleibt ihm wohl selbst überlassen.

In both good and bad economic environments, the typical American poor family with children is supported by only 800 hours of work during a year--the equivalent of 16 hours of work per week.
...
Nebenbei: Die durchschnittliche jaehrliche Arbeitszeit einer armen Familie ist 800 (!!!) Stunden pro Jahr.


Der Ausdruck "typical" ist keine statistische Kategorie. Soll das ein Mittelwert sein, der Median, eine Häufigkeit? Es könnte sein, daß Familien nur aus Kindern, Kranken und Alten bestehen, und daher gar niemand arbeiten kann.

Eben: Das beweist, dass die meisten mehr als 5.15 die Stunde verdienen. Dazu kommen noch Welfare (=Sozialhilfe), Negative Grenzsteuern (Earned Income Credit), Medicaid (=kostenlose Krankenversicherung fuer Sozialhife-Empfaenger).

Die Einkommensgrenzen ab denen Armut definiert wird:
http://www.census.gov/hhes/poverty/threshld/thresh02.html

Anzahl der Armen in Abhängigkeit von Transfers und Steuern:
http://www.census.gov/hhes/poverty/poverty02/r&dtablee.html

Selbst nach Medicaid und anderen Sachleistungen fallen noch 26.7 Millionen unter die Armutsgrenze. Die Transfers, die aus 58 Mio Armen nur noch 26.7 Millionen Arme machen, würden die Neoliberalen wohl am liebsten zusammenstreichen. Wenn sich eine dreiköpfige Familie mit einem Einkommen von 14.348$ und weniger ein Haus, ein Auto und die Krankenversicherung leisten kann dann alle Achtung. Ich frage mich nur, ob das "home in good repair" nicht ein Wohnwagen ist, wo es wenigstens nicht hineinregnet.

zur Krankenversicherung:
http://www.census.gov/hhes/hlthins/hlthin02/hlth02asc.html

The share of the population without health insurance rose in 2002, the second consecutive annual increase. An estimated 15.2 percent of the population or 43.6 million people were without health insurance coverage during the entire year in 2002, up from 14.6 percent in 2001, an increase of 2.4 million people.

Und wo hast Du Deine Daten her? Woher kommen die 99%?



Der Anstieg im realen GDP war in diesen Zeitraum 89%.

Haben wir alles schon behandelt: Brutto-Schulden interessieren uns nicht.

Dich und die Ignoranten interessieren sie nicht. Die Devisenmärkte machen sich inzwischen Sorgen um die hohe öffentliche und private Verschuldung. Deswegen stinkt der Dollar auch so ab. Und weil der Herr Greenspan die Zinsen nicht anheben kann, obwohl es in der Wirtschaft ja angeblich so toll läuft.
Greenspan said the need to start taking action is critical in light of the country`s soaring current account trade deficit, which hit $550 billion last year, requiring the United States to borrow that amount from foreigners during a period when the dollar is weakening in value.

"Given the already substantial accumulation of dollar-denominated debt, foreign investors, both private and official, may become less willing to absorb ever-growing claims on U.S. residents," Greenspan said.

Many private economists are concerned that if foreigners suddenly become spooked and start dumping their U.S. holdings, stock prices could plunge and interest rates soar.


genau das wird wahrscheinlich nicht passieren, alle leihen wie die Blöden. Geliehenes Wachstum, geliehener Reichtum, alles auf Abruf. Die Börse fands toll und ist nach der Rede gestiegen, die Rendite des 10y-Bond ist sofort um 150 Basispunkte gefallen. Capito molto? Ich nicht.




@hk
habe aber die Einstellung Dann sollen sie doch zur Arbeit gehen. Zur Arbeit gehen ist doch im Rahmen der Moeglickeiten fuer jedermann, oder? ... Sozial-Schmarotzer

wenn Du Dich mit der Definition parasitärer Elemente als Gefolgsmann Stalins outest, bist Du ein Stalinist oder ein bisschen weich unter der Kappe. Such Dir was aus.
@ landingzone

wenn Du Dich mit der Definition parasitärer Elemente als Gefolgsmann Stalins outest, bist Du ein Stalinist oder ein bisschen weich unter der Kappe. Such Dir was aus.

Was die Ideen angeht seid Ihr alle Stalinisten: Umverteilung, Klassenkampf, Enteignung. Ihr moegt sicherlich die Methoden der Machterhaltung Stalins verurteilen. Damit seid Ihr dann also mehr Kuschel-Stalinisten, aber die Grundideen sind wohl die gleichen.
Was mich von Stalin unterscheidet, ist fuer einen plumben Stammtischbruder wie landingzone anscheinend schwer zu verstehen. In allen denkbaren Bereichen ist neo-Liberalismus das exakte Gegenteil von Stalinismus. Am Beispiel der Parasiten ist der Unterschied vielleicht nicht so offensichtlich.
Stalin betrachtet die Parasiten als das Problem. Schlechte News fuer die Parasiten, die zu Tausenden und Millionen umgebracht wurden.
Neo-Liberale betrachten das System, welches falsche Anreize schafft, als Problem. Parasiten verhalten sich nur rational und beuten das System aus. Anstatt die Parasiten umzubringen, sollten die perversen Anreize des amerikanischen und auch deutschen Sozialsystems abgeschafft werden.


@ AntonChesus

DVD-Player, Videorekorder, Satellitenschüssel usw machen vielleicht bei der verschwitzten Heritage Foundation Eindruck, heutzutage bekommt man diese Geräte schon überall nachgeworfen.

Eben! Dass sich die Armen keinen BMW 760i leisten koennen (den bekommt man nicht nachgeschmissen), weiss ich. Dank technischen Fortschritts koennen sich heute auch Arme eine Sateliten-Schuessel kaufen.

Der Ausdruck " typical" ist keine statistische Kategorie. Soll das ein Mittelwert sein, der Median, eine Häufigkeit?

Der Einwand ist berechtigt. Meist wird damit der Mittelwert gemeint. Ist mir aber relativ egal ob es der Mittelwert oder Median ist: Beides widerlegt den Irrglauben vom working poor, der 14 Stunden am Tag schuftet und trotzdem arm ist. Die 800 Stunden Mittelwert waeren zumindest konsistent mit den Daten, die ich auf die Schnelle gefunden habe:

http://www.census.gov/hhes/poverty/poverty02/table3.pdf
In poverty (in 1000)
Worked full-time year-round . . . 2635
Not full-time year-round . . . . . . . 6318
Did not work at least one week . . 14647

Danach ist uebrigens der Median und auch der Modus jemand der nicht einmal eine Woche pro Jahr arbeitet.

Andere interessante Daten: Von den Leuten, die vollzeit arbeiten sind nur 2.6% arm. Fazit: Armut in den USA ist kein Phaenomen von Ausbeutung der armen Arbeiter durch boese Kapitalisten, sondern liegt hauptsachlich an einem einzigen Faktor: Faulheit. Der Ausdruck working poor ist vollkommen fehl am Platze. Lazy Poor waere besser.

The share of the population without health insurance rose in 2002, the second consecutive annual increase.

Leider sind diese Menschen nicht notwendigerweise arm. Z.B. bekommen Leute on welfare kostenloses Medicaid. Dagegen koennen sich viele Leute mit $30000 Jahreseinkommen keine Krankenversicherung leisten (kann locker $5000 im Jahr kosten), weil sie mit einem neuen $40000 Auto durch die Gegend fahren.

Der Anstieg im realen GDP war in diesen Zeitraum 89%.

Tolle Grafik. Beweist einmal mehr, dass Du ein Neidhammel bist, denn es geht ja anscheinend allen Leuten besser als vorher. Ich war sogar ueberrascht, dass das bottom quintile 9% zugelegt hat. Wenn man bedenkt, dass deren Produktivitaet sogar noch abgenommen hat (Dank immer schlechter werdenden oeffentlichen Schulen), sollen die sich ueber ueber ihre 9% freuen. Vielleicht lag’s auch nur daran, dass die Sozialhilfe erhoeht wurde.
#4094

Nochmal, auch wenn es für tendenziell fanatisierte Ideologen schwer zu verstehen ist:

Es geht nicht um die Ineffizienz der deutschen fanatisierten Bürokraten-Oligarchie. Darüber -ausgerechnet- mit mir zu streiten, ist ein hundertprozentiges "Eulen nach Athen tragen". Allerdings ist die soziale Umverteilungspraxis bloss einer der Auswüchse, und absolut nicht der Entscheidende. Wenn man das nicht begreift, hat man die Narrenkappe auf. Die Tatsache, dass darauf ständig abgehoben wird, deutet auf fehlendes Verständnis von Fakten und Ursachen hin.

Die Kausalität ist eine völlig andere: Eine von Bismark+Wilhelm geschaffene Bürokratie, die sich in den Kopf gesetzt hat, jeden Teilnehmer des Staates von Anfang bis Ende Vorgaben zu liefern und deren Einhaltung strikt zu kontrollieren, wird das -natürlich- in sozialer Hinsicht auch tun. Dieser verheerende Apparat hat in Jahrhunderten seine Macht über die Gehirne gefestigt und genau da liegt in Deutschland und stellenweise auch in Frankreich der Hund begraben: Dominanter Etatismus. Der an sich egalitäre Grundansatz, der in beiden Staaten ebenso vorhanden ist, wird in diesem Kontext leider -automatisch- zu einem Bumerang, der dann aufgequollener Sozialstaat heisst.

Die Wahrnehmung ausschliesslich der sozialen Komponente ist einseitig und zwanghaft ideologisch bedingt. Der Neoliberalismus -so wunderbar unappetitlich, wie Du ihn definierst- markiert offenbar gerne komplette gesellschaftliche Gruppen pauschal als Schmarotzer und Parasiten und tut logischerweise parallel seine Verehrung für Pinochet & Co. kund.

Deswegen: a) ist die fehlerhafte Thematisierung der Sozialkomponente nicht das primäre Thema, sondern lediglich -Erscheinungsform-, aber wirklich nur eine von vielen,
b) ist der sogenannte "Neoliberalismus" mit seinen billigen Feindbildern das exakte Spiegelbild des Stalinismus und das Gegenteil einer demokratischen Gesinnung. Es sind schwarzgefärbten Kommunisten und nichts anderes als eine Inversion von Schumachers rotlackierten Faschisten.

Das Gedöns von heilen ordnungspolitischen Welten konnten die Kommis viel besser. Verlogen war es genauso und am Ende ist immer ein Polizeistaat mit irgendwelchen scbnauzbärtigen Diktatoren das Ergebnis. Freiheit, die die armseligen NeoClowns meinen.
"Umverteilung, Klassenkampf, Enteignung."

Umverteilung: Wenn das die Entlastung von Arbeitseinkommen zulasten von vermögenden Rentiers meint, dann ist das zu befürworten.

Klassenkampf: Wenn das die Entlastung von arbeitenden Leuten zulasten von vermögenden Rentiers oder von gegenseitig zugeschobenen, riesigen "Leistungsboni", dann ist das zu befürworten.

Enteignung: keine Ahnung er das hier fordert. Lonk please!

"DIE DATEN STAMMEN NICHT VON HERITAGE, SONDERN VOM CENSUS BUREAU."
Lonk please! Aber nicht auf die verwurschteten Daten der Antiwichs-Foundation, sondern auf Seiten des Census Bureaus.
Bei Krugman (NewYorkTimes) aufgeschnappt:
http://www.nytimes.com/2004/02/13/opinion/13KRUG.html
Registrierung erforderlich

Das publizierte Budget der Administration (deficits don`t matter) ist mit 27 Abbildungen dokumentiert.
Grafiken, Tabellen?
Nix da! Vielmehr wird der Geliebte 27 mal gezeigt:
Vor einer riesigen Flagge, vor dem Washington Monument, eine Frau im Rollstuhl tröstend, einem Kind beim Lesen helfend (Selbstironie?), bei Bau eines Wanderweges. Und natürlich mit dem Plastik-Türken-Truthahn in Bagdad. Ob auch mit Bomberjäcklein oder feschem Jetpilot-Overall weiss ich nicht.

Jedenfalls: Surrealismus scheint einzusetzen im Führerbunker.


Und helmut wird dann ab 3. November eine flachschürfende Analyse vortragen, warum Bush abgewählt werden musste. Er wird halt wieder mal der letzte sein, der`s erfahren hat.


Coubert
@Coubert

letztlich ist es mir aber wurscht, ob volkswirtschaftliches Potential von einer Mafia verheizt wird oder von bürokratischen Lenkungsfreaks. Ob Vermögen per Bundesbahn und toller Collect vernmichtet werden, oder demnächst wieder ein paar hundert Milliarden in Spekulation, Militär und komische Marsprojekte gepumpt werden, während die Infrastrukruktur verfällt: Das Ergebnis ist in beiden Fällen nicht berauschend.

Dein Zutrauen zu demokratischen Präsidenten in Ehren, aber Lyndon Johnson war auch einer. Vermutlich der einzige, der aufgrund seiner Glaubwürdigkeit aus der Rolle fiel, war Carter, aber der ist gleichzeitig einer der verrufensten. Wobei das eine wohl mit dem anderen zusammenhängt. No way.
Dein Zutrauen zu demokratischen Präsidenten in Ehren

Es hält sich in Grenzen und geht nicht über das allgmeine Vertrauen in Politiker hinaus. Wobei: warum sollen diese bessere Menschen sein als der Rest?

Aber es ist einfach wieder Realismus vonnöten nach den neokonservativen/neoliberalen Träumereien.

Johnson: der Mann hatte immerhin sowas wie ein modernes Programm. Seit Reagan ist doch alles miefigste Reaktion und Prüderie in jeder Hinsicht. Total überlebt. Der Schwindel ist bereits so offenkundig, dass es sogar US-Media-Mainstream-Konsumenten merken.

Coubert
@helmut kohl

Andere interessante Daten: Von den Leuten, die vollzeit arbeiten sind nur 2.6% arm.

http://www.bls.gov/cps/cpswp2000.htm

Hier sind es 6.4 Millionen working poor, die mindestens 27 Wochen pro Jahr arbeiten. Die Fakten bleiben bestehen. Es gibt 34.6 Millionen Arme, 43.6 Millionen ohne Krankenversicherung und 99% der Amerikaner liegen im Einkommenszuwachs weit unter dem propagierten Wirtschaftswachstum.

Dagegen koennen sich viele Leute mit $30000 Jahreseinkommen keine Krankenversicherung leisten (kann locker $5000 im Jahr kosten), weil sie mit einem neuen $40000 Auto durch die Gegend fahren.

Du versuchst genauso krampfhaft wie die Heritage Foundation die Armen reich zu rechnen.

Was die Ideen angeht seid Ihr alle Stalinisten: Umverteilung, Klassenkampf, Enteignung.

Hiermit machst du dich einmal mehr lächerlich.

Von der tatsächlichen Einkommensverteilung auf die Produktitvität zu schließen ist schon sehr naiv. Dann wären ein paar Russen, ein paar Brasilianer und der Saddam-Clan sehr produktiv und der Rest der Bevölkerung nur dumm und faul. Es hängt mit dem Demokratisierungsgrad zusammen. Wenn alle Bevölkerungsgruppen ihre Interessen gleichmäßig stark durchsetzen könnten, dann gäbe es auch weniger große Einkommensunterschiede.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,285685,00.html
John Kerry, der Spitzenreiter der US-Demokraten im Vorwahlkampf, gibt sich gerne als Gegner jeder Einflussnahme durch Parteispenden. Doch seine fleißigsten Wahlkampf-Finanziers sind genau jene Interessengruppen, die er nach außen hin so bekämpft - mächtige Polit-Lobbyfirmen und Anwaltskanzleien.

Anscheinend ist die amerikanische Demokratie schon so heruntergekommen, daß jemand der sich nicht mit den mächtigen Interessensgruppen arrangiert, gleich brausen gehen kann. Die geringe Wahlbeteiligung in Amerika zeigt auch das Desinteresse und die Resignation großer Teile der Bevölkerung.

Neo-Liberale betrachten das System, welches falsche Anreize schafft, als Problem. Parasiten verhalten sich nur rational und beuten das System aus. Anstatt die Parasiten umzubringen, sollten die perversen Anreize des amerikanischen und auch deutschen Sozialsystems abgeschafft werden.

Eine gewisser Grad an Umverteilung ist natürlich, und war wahrscheinlich schon in der Steinzeit vorhanden. Es gibt eben Kranke und Schwache, es gibt die sogenannte natürliche Arbeitslosigkeit. Manche sind beim besten Willen nicht zur Arbeit zu gebrauchen, und sind den anderen beim Arbeiten höchstens im Weg. Und alle kann man wirklich nicht beim Freak-TV unterbringen.

Eine gewisse Umverteilung erfolgt auch aus ökonomischem Kalkül. Durch gewisse Sozialausgaben erspart sich der Staat spätere Ausgaben zur Kriminalitätsbekämpfung, und die Privaten müssen weniger Sicherheitsdienste beschäftigen.

Daß zu viele den Sozialstaat mit dem Schlaraffenland verwechseln ist inzwischen Allgemeinkonsens. So etwas kann man halt nicht auf die Schnelle ändern, und die vielen obergescheit vorgetragenen Vorschläge halten schon der kleinsten Bewährungsprobe in der Praxis nicht stand. Es ist besser mit Geduld etwas Funktionierendes aufzubauen als in Panik alles niederzureißen. So schlecht schaut es in Deutschland auch wieder nicht aus, wegen ein paar "Parasiten" braucht man sich auch nicht gleich zum Sterben niederlegen.

Aber merk dir Folgendes:
Zustände wie in Amerika und in anderen Bananenrepubliken, wo sich eine kleine Minderheit das ganze Land unter den Nagel reißt, und ungestraft die Nation anlügen kann, können wir hier in Europa nicht gebrauchen.
@ AntonChesus

Hier sind es 6.4 Millionen working poor, die mindestens 27 Wochen pro Jahr arbeiten. Die Fakten bleiben bestehen.

Falsch. Es steht geschrieben:
Working full time substantially lowers a person’s probability of being poor. Among persons in the labor force for 27 weeks or more, the poverty rate for those usually employed full time was 3.5 percent, compared with 10.2 percent for part-time workers.

Von den Vollzeit-Arbeitskraeften waren also nur 3.5% arm. Das war im Jahr 2000. Im Jahr 2002 waren es nur noch 2.6%. Ist immer wieder nett, wie die Quellen, die Du lieferst, Dir widersprechen und exakt das belegen, was ich schon seit anno tobak schreibe.

Von der tatsächlichen Einkommensverteilung auf die Produktitvität zu schließen ist schon sehr naiv. Dann wären ein paar Russen, ein paar Brasilianer und der Saddam-Clan sehr produktiv und der Rest der Bevölkerung nur dumm und faul.

Mann, bist Du naiv. Von Produktivitaet auf Einkommen kann ich nur schliessen, wenn der freie Markt herrscht. Der herrscht fast nirgends. Deshalb sind die o.g. Beispiele auch nicht sonderlich produktiv. Wer Lobbyisten, Waffengewalt o.ae. braucht um seine Vormachtstellung zu verteidigen ist viel weniger produktiv als sein Einkommen es suggeriert.

Eine gewisser Grad an Umverteilung ist natürlich, und war wahrscheinlich schon in der Steinzeit vorhanden. Es gibt eben Kranke und Schwache,

OK, wir machen mal folgendes Experiment: Wir haben ein Land mit 100 Arbeitern. Arbeiter i verdient im Jahr t ein Einkommen von Y(i,t)=m(i)*s(i,t).
m(i) ist sein langjaehriges Durchschnittseinkommen, s(i,t) sind individuelle Schocks mit Mittelwert 1. Z.B. s(i,t)=0 bedeutet Arbeitslosigkeit. s(i,t)=2 bedeutet fetter Bonus.
Angenommen die ersten 20 Arbeiter haben m=100000 und die anderen 80 haben m=50000.
Frage an die Runde: Wie soll Einkommen umverteilt werden?
Insbesondere: Sollen nur die idiosynchratischen Schocks s(i,t) ausgegelichen werden (und zu welchem Grad), oder auch die unterschiedlichen m(i)?

Eine gewisse Umverteilung erfolgt auch aus ökonomischem Kalkül. Durch gewisse Sozialausgaben erspart sich der Staat spätere Ausgaben zur Kriminalitätsbekämpfung, und die Privaten müssen weniger Sicherheitsdienste beschäftigen.

Stimmt. Aber das darf nicht dazu fuehren, dass Ost-Deutschland Transferzahlungen i.H.v. 5000 Euro pro Kopf erhaelt.


@ Coubert

Enteignung: keine Ahnung er das hier fordert. Lonk please!

DU forderst es. Umverteilung von Rentiers zur Entlastung von Arbeitseinkommen ist Enteignung. Ich darf Dich zitieren:
Umverteilung: Wenn das die Entlastung von Arbeitseinkommen zulasten von vermögenden Rentiers meint, dann ist das zu befürworten.

Und weiter:
Wenn das die Entlastung von arbeitenden Leuten zulasten von vermögenden Rentiers oder von gegenseitig zugeschobenen, riesigen " Leistungsboni" , dann ist das zu befürworten.
Ich weiss auch nicht wie der Klassen-Kampf gegen die vermoegenden Rentiers ablaufen soll: Sackhuepfen? Tauziehen? Oder vielleicht den vermoegenden Rentiers ihr Vermoegen abknuepfen?


@ landingzone

Es geht nicht um die Ineffizienz der deutschen fanatisierten Bürokraten-Oligarchie.

Hoert, hoert!

Der Neoliberalismus -so wunderbar unappetitlich, wie Du ihn definierst- markiert offenbar gerne komplette gesellschaftliche Gruppen pauschal als Schmarotzer und Parasiten und tut logischerweise parallel seine Verehrung für Pinochet & Co. kund.

OK, Du magst den deutschen (und amerikanischen) Interventionismus nicht, aber liberal bist Du auch nicht. Was willst Du denn?
"Umverteilung von Rentiers zur Entlastung von Arbeitseinkommen ist Enteignung."

Ich will Rentiers weder umverteilen noch enteignen. Das Vermögen wird niedrig besteuert (in Promillen), der Kapitalertrag einem Einkommen aus Arbeit gleichbehandelt. Erbschaft wird mit 10-15% belastet. Dies kommt weder fomell noch materiell einer Enteignung gleich. Mit "Klassenkampf" hat das nichts zu tun. Der Ausdruck gehört eh ins Repertoire der
Ewiggestrigen.
@hk

möglichst wenig Phraseologie. Und wenigstens einen einzigen Tag, wo ich das Wort "USA" nicht in der Zeitung lesen muss


Insbesondere: Sollen nur die idiosynchratischen Schocks s(i,t) ausgegelichen werden (und zu welchem Grad), oder auch die unterschiedlichen m(i)?

Jetzt sag bloss, dass irgendwer dafür eine Formel entwickelt hat. Rück sie ruhig mal raus.


Was zeigt die Realität? Dass Arbeitseinkommen überall auf der Welt höher besteuert werden als solche aus Kapitaleinkommen (@Couberts Rentiers). Selbst dann, wenn die eigentlichen Urheber des Kapitaleinkommens mit ihren Inhabern nicht mehr das geringste zu tun haben. Auch, wenn sie in gleicher Höhe anfallen. Weil erstere immobil sind dem totalen Zugriff des Staates unterliegen und zweite jede Grenze per Mausklick passieren können. Nächster Verzerrungseffekt: Je grösser diese Kapitaleinkommen sind, desto schwerer sind sie aufgrund dieses Effekts zu besteuern.

Es ist pure Verschwendung von Worten, die normative Kraft des Faktischen zusätzlich verbal oder ideell zu zementieren. Jede Diskussion von Verteilungsgerechtigkeit hat hier eine ziemlich schwierig zu handhabende Sollbruchstelle.

Dann wäre noch zu fragen, spielt die absolute oder relative Höhe der Kapitalbesteuerung und der Besteuerung von Arbeitseinkommen eine Rolle, wie extrem dieses Mißverhältnis wird. Wie wirken sich Stimmungen und allgegenwärtige Fiktionen aus (siehe die Erbschaftssteuerdiskussion in diesem Thread) und welche Rückwirkungen ergeben sich damit auf eine rein theoretische Fragestellung?

Nachher kommt natürlich noch das Thema, wo die Grenzfälle sind, an denen sozialer Ausgleich (egal ob von individuellen Schocks oder anderen Ungleichheiten) in soziale Hemmung umschlägt oder vice versa, wo die Verweigerung von Ausgleich ungeheuer destruktiven Einfluss auf die gesamte Gesellschaftsstruktur haben kann (Kriminalitätsrate etc.)

Du hast damit die Abbildung der Umrisse eines typischen, komplexen kybernetisch-rückgekoppelten Wirkungszusammenhangs, der auch noch durch regionale Gepflogenheiten beeinflusst wird. Es kann keine grundsätzlich richtige oder falsche Antwort geben. Jeder Ideologe wird deswegen zwangsläufig scheitern müssen.
@helmut kohl

Hier sind es 6.4 Millionen working poor, die mindestens 27 Wochen pro Jahr arbeiten. Die Fakten bleiben bestehen.

Falsch. Es steht geschrieben:
Working full time substantially lowers a person’s probability of being poor. Among persons in the labor force for 27 weeks or more, the poverty rate for those usually employed full time was 3.5 percent, compared with 10.2 percent for part-time workers.

Von den Vollzeit-Arbeitskraeften waren also nur 3.5% arm. Das war im Jahr 2000. Im Jahr 2002 waren es nur noch 2.6%. Ist immer wieder nett, wie die Quellen, die Du lieferst, Dir widersprechen und exakt das belegen, was ich schon seit anno tobak schreibe.


Du bist seit anno tobak zu blöd zum lesen.

Mann, bist Du naiv. Von Produktivitaet auf Einkommen kann ich nur schliessen, wenn der freie Markt herrscht. Der herrscht fast nirgends. Deshalb sind die o.g. Beispiele auch nicht sonderlich produktiv. Wer Lobbyisten, Waffengewalt o.ae. braucht um seine Vormachtstellung zu verteidigen ist viel weniger produktiv als sein Einkommen es suggeriert.

Danke für das Geständnis. Lobbyismus ist ein Merkmal der amerikanischen Innenpolitik, und Waffengewalt das der Außenpolitik.

Zur Ergänzung noch ein Artikel aus der Neoliberalen- und Neokonservativen-Postille "National Review":

http://www.nationalreview.com/nrof_bartlett/bartlett20040211…

Bowing to Business
...
Principled conservatives believe in the free market. While this may seem to equate with a pro-business viewpoint, in fact it often does not. The last thing most businessmen want is a free market, where they must compete, slash prices, continuously innovate, suffer narrow profit margins, and live constantly on the edge of bankruptcy. They would much rather have assured profits, monopoly positions, price supports, trade protection, and the other trappings of a corporate welfare state.
...


Zu ergänzen wären noch die losen Buchhaltungsvorschriften, die fehlenden Umweltauflagen oder die fehlenden Rechte der Mitarbeiter. Die Arbeiter und Angestellten sind nämlich im Gegensatz zum "corporate welfare state" sehr wohl einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Da gilt das Gesetz des hire and fire.

Frage an die Runde: Wie soll Einkommen umverteilt werden?
Insbesondere: Sollen nur die idiosynchratischen Schocks s(i,t) ausgegelichen werden (und zu welchem Grad), oder auch die unterschiedlichen m(i)?


Dir ist offenbar nicht klar, was bei der sogenannten Umverteilung vor sich geht.
Von den Steuerleistungen werden die sogenannten öffentlichen Güter finanziert, deren Nutzen per definitionem dem Einzelnen nicht genau zugerechnet werden können.
Das Sozialsystem ist im Prinzip eine Versicherung, wo man einzahlt und in Abhängigkeit davon Leistungen erhält. Bei jeder Versicherung wird umverteilt und jede Versicherung wird betrogen.

Natürlich ist bei beiden Systemen eine Umverteilungskomponente enthalten, und das ist auch gut so. Aus Selbstzweck sollte überhaupt nichts umverteilt werden. Das heißt dein m(i) braucht überhaupt nicht ausgeglichen werden, aber die Schocks dürfen nicht dazu führen, daß jemand unter ein gewisses Existenzminimum fällt, das einer entwickelten und reichen Gesellschaft nicht würdig ist, egal zu welchem Grad er selbst Schuld ist oder nicht. Die Unterscheidung zwischen deinen idiosynchratischen Schocks und externen Gründen dürfte schwierig sein. Man neigt ja auch dazu sich etwaige Erfolge selbst zuzuschreiben, und an Mißerfolgen ist immer etwas anderes die Schuld.
!
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Bullish sentiment bei 81% (65 sind sehr hoch), Zinsen bei null, Volatilität am Tiefstpunkt, Cash-Allokation rekordniedrig, Bewertungen nähern sich absoluten Hochs, Schuldenaufnahme schwindelerregend.

Von hier kann es eigentlich nur noch aufwärts gehen.
@AntonChesus

was bei der sogenannten Umverteilung vor sich geht
auf den Punkt gebracht. So schwer ist das eigentlich nicht zu verstehen.



@Coubert
Wenn die Korken knallen, dann gewaltig. Aber Vorsicht, möglich ist alles. Ob die Spekulationsökonomie den Hochpunkt der Gelddruckerei erreicht hat, weiss man nicht. Irgendwer hat immer Cash und der will verheizt sein.
Die adoptierten Medienhuren

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/on/16760/1.html

Hochinteressant, wie sich dank dem Netz in den USA eine freie, bürgerliche Informationsgesellschaft herauszubilden beginnt, der angesichts der Gleichschaltung der Medienkonzerne in den Bush-Jahren offenbar das intellektuelle Kotzen gekommen ist.
Ich meine, die grössten Medienereignisse in diesem Land waren Bills Zigarrenspiel und Janets nackte Titte. Von solcher Wirksamkeit, den Blick auf das Unwesentliche zu lenken wäre der olle Goebbels mehr als fasziniert gewesen.
@ Coubert

der angesichts der Gleichschaltung der Medienkonzerne in den Bush-Jahren offenbar das intellektuelle Kotzen gekommen ist.

Es gibt in den USA sowohl linke als auch rechte TV-Stationen/Zeitungen. Gleichschaltung moechte ich das nicht nennen.


@ AntonChesus

Du bist seit anno tobak zu blöd zum lesen.

Ohne Begruendung? Und das nachdem Du selbst den einfach zu lesenden Absatz misverstanden hast. Naja, Du kannst Dich ja immernoch darauf berufen, dass Dir Deine mittelmaessige deutsche Bildung (Gruesse an die Gesamtschule) nicht genuegend Englisch-Kenntnisse beigebracht hat.

Zur Ergänzung noch ein Artikel aus der Neoliberalen- und Neokonservativen-Postille " National Review" :

Niemand kann gleichzeitig Neu-Konservativ und Neo-Liberal sein. Den Unterschied habe ich hier schon 1000mal erklaert, aber er ist offensichtlich bei Dir noch nicht eingesickert. Ich gebe auf!

Von den Steuerleistungen werden die sogenannten öffentlichen Güter finanziert, deren Nutzen per definitionem dem Einzelnen nicht genau zugerechnet werden können.

Sehr witzig. Die einzigen oeffentlichen Gueter, die in der Tat “nicht genau zugerechnet werden können” sind die sog. non-rivalrous public goods. Das sind die allerwenigsten! Nationale Verteidigung ist eines. Danach wird es bereits sehr schwierig. Schulen, Universitaeten, Strassen usw. gehoeren nicht dazu.
Aber der Verweis auf oeffentliche Gueter als Grundlage der Besteuerung ist ja allein deshalb aberwitzig, weil es hier um Umverteilung geht. Wir nehmen dem Millionaer Geld ab und geben es dem Sozialhilfe-Empfaenger. Wo bitteschoen ist das ein oeffentliches Gut? Der Nutzen ist dabei auf den cent genau dem Sozialhilfe-Empfaenger zuzuordnen.

Das Sozialsystem ist im Prinzip eine Versicherung, wo man einzahlt und in Abhängigkeit davon Leistungen erhält. Bei jeder Versicherung wird umverteilt und jede Versicherung wird betrogen.

Das mag sein. Nur stellt die Sozial-“Versicherung” die Prinzipien der Versicherung auf den Kopf:
Eine Autoversichung in die alle die selben Beitraege zahlen, erachte ich als unfair: Leute, die seit 20 Jahren unfallfrei fahren, sollen weniger Beitrag zahlen, als Leute, die jede Woche einen Unfall bauen. Und noch extremer: Leute, die gar kein Auto haben, sollten auch nicht fuer Autoversicherung zahlen. Und wie sieht’s in der Sozialversichrung aus: Leute, die gute Schulbldung haben, fleissig sind, und deshalb weniger Risiko haben jemals Sozialhilfe zu beziehen, zahlen mehr in die Versicherung ein. Absolut pervers!

Das heißt dein m(i) braucht überhaupt nicht ausgeglichen werden,

Danke fuer die Antwort. Wir sind also exakt gleicher Meinung. Aber wo doch die Einkommensmillionaere eine viel kleinere Chance haben in die Sozialhilfe abzurutschen, warum gibt es dann eine solche massive Umverteilung von oben nach unten?


@ landingzone

Weil erstere immobil sind dem totalen Zugriff des Staates unterliegen und zweite jede Grenze per Mausklick passieren können. Nächster Verzerrungseffekt: Je grösser diese Kapitaleinkommen sind, desto schwerer sind sie aufgrund dieses Effekts zu besteuern.

Eben! Und deshalb sollte Kapitaleinkommen auch nicht besteuert werden. Letztlich ist Kapitalbesteuerung eine Buerde fuer die Mittelklasse. Wirklich Reiche haben immer Moeglichkeiten Steuern zu vermeiden - Gruesse aus Liechtenstein! Kapitalbesteuerung sorgt dafuer, dass es immer schwieriger wird aus der Mittelklasse hochzukommen.
"Leute, die gar kein Auto haben, sollten auch nicht fuer Autoversicherung zahlen."
Bei der Sozialversicherung ist das genauso. Ein Australier zahlt in Deutschland nur dann Prämien, wenn er auch in Deutschland lebt. Wenn er das nicht tut, also auch kein Risiko für die Sozialversicherung darstellt, dann zahlt er genausoviel, wie jemand Autoversicherung bezahlt, der kein Auto fährt. Ist eigentlich leicht zu verstehen.

"Eine Autoversicherung in die alle die selben Beitraege zahlen, erachte ich als unfair"
Eine Versicherung, bei der jeder genau für sein Risiko Prämien bezahlt, ist keine. Dazu braucht man gerade keine Versicherung.

"Leute, die gute Schulbldung haben, fleissig sind, und deshalb weniger Risiko haben jemals Sozialhilfe zu beziehen, zahlen mehr in die Versicherung ein. Absolut pervers!"
Aber wenn der Fall doch eintritt, dann fallen höhere Ausschüttungen an. Es handelt sich um ein Produkt aus Riskio und Schadensgrösse, nicht aus Risko allein.


"Und deshalb sollte Kapitaleinkommen auch nicht besteuert werden. Letztlich ist Kapitalbesteuerung eine Buerde fuer die Mittelklasse."
Aus welchem systematischen Grund ist Kapitalertrag anders zu behandeln als Einkommen aus Arbeit?
Das mit Lichtenstein ist kein Argument - jedermann kann dort leben, wo er will. Und - die blosse Anwesenheit reicher Rentiers, die keine Steuern bezahlen, ist nicht von besonderem Nutzen für eine Gesellschaft. Sie sollen gehen, wenn sie wollen. Genau wie heute.

"Niemand kann gleichzeitig Neu-Konservativ und Neo-Liberal sein. Den Unterschied habe ich hier schon 1000mal erklaert"
Das NeoK und NeoL nicht deckungsgleich sind, das ist bekannt. Warum die Schnittmenge zwingend leer sein muss, bleibt auch nach der 1000endsten "Erklärung" ein Geheimnis. Kein interessantes, allerdings.
@helmut kohl

Ohne Begruendung? Und das nachdem Du selbst den einfach zu lesenden Absatz misverstanden hast. Naja, Du kannst Dich ja immernoch darauf berufen, dass Dir Deine mittelmaessige deutsche Bildung (Gruesse an die Gesamtschule) nicht genuegend Englisch-Kenntnisse beigebracht hat.

Das was ich geschrieben habe ist nicht falsch:

Hier sind es 6.4 Millionen working poor, die mindestens 27 Wochen pro Jahr arbeiten.

In 2000, 31 million people, or 11.3 percent of the population lived at or below the official poverty level—1.1 million fewer than in 1999. While the bulk of these individuals were children and adults who did not participate in the labor force, about 6.4 million were classified as the “working poor.” This was 445,000 fewer than in 1999, continuing a 7-year downtrend. As defined for this report, the working poor are individuals who spent at least 27 weeks in the labor force (working or looking for work), but whose incomes fell below the official poverty level. Of all persons in the labor force for at least 27 weeks, 4.7 percent were classified as working poor in 2000, down 0.4 percentage point from the previous year.

Du hast zitiert wie viele der Vollzeitarbeiter (3.5%) und wie viele der Teilzeitarbeiter, die mehr als 27 Wochen arbeiten (10.2%), working poor sind. Von allen die mehr als 27 Wochen arbeiten waren es eben 6.4 Millionen oder 4.7%. Alles im Prinzip ganz easy, vorausgesetzt man kann ein bischen lesen.

Sehr witzig. Die einzigen oeffentlichen Gueter, die in der Tat “nicht genau zugerechnet werden können” sind die sog. non-rivalrous public goods. Das sind die allerwenigsten! Nationale Verteidigung ist eines. Danach wird es bereits sehr schwierig. Schulen, Universitaeten, Strassen usw. gehoeren nicht dazu.

Bildung ist ein meritorisches Gut, und hat daher einen Nutzen für das Individuum und die gesamte Gesellschaft. Daher macht eine Subventionierung Sinn. An den Universitäten werden ganz zurecht bald Studiengebühren erhoben. Die Strassen werden teilweise durch die Mineralölsteuer finanziert, hier haben wir also schon die Finanzierung in Abhängigkeit von der Benutzung.

Auch andere Steuern und Gebühren stehen in Zusammenhang mit erhaltenen Leistungen. Hat man mehr Vermögen, so profitiert man eher von der inneren Sicherheit, daher die Grundsteuer, Vermögenssteuer. Hundebesitzer zahlen Hundesteuer usw.

Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß bei der Bemautung von Fußgängern und Radfahrern, beim Erheben von Eintrittsgeld in jedes öffentliche Gebäude usw. Die Leuten sind den Tarifdschungel bei Telefon, Bahn, Strom, Onlinebanking, eh schon gewohnt, das Aufbehalten von Rechnungen für Dosen bereitet Freude, Hauptsache ein paar kurzsichtige Ökonomen glauben sie hätten mit ihren Insellösungen etwas für den Wohlstand getan. Vergessen wird dabei der Verwaltungsaufwand und die notwendigen Eigenleistungen der Bürger um den ganzen Unsinn noch zu verstehen.

Aber der Verweis auf oeffentliche Gueter als Grundlage der Besteuerung ist ja allein deshalb aberwitzig, weil es hier um Umverteilung geht. Wir nehmen dem Millionaer Geld ab und geben es dem Sozialhilfe-Empfaenger. Wo bitteschoen ist das ein oeffentliches Gut? Der Nutzen ist dabei auf den cent genau dem Sozialhilfe-Empfaenger zuzuordnen.

Die Beiträge zur Sozialversicherung sind gedeckelt, und stören daher keinen einzigen Millionär. Was die Steuern betrifft schreibst du selbst:

Wirklich Reiche haben immer Moeglichkeiten Steuern zu vermeiden - Gruesse aus Liechtenstein!

Was jetzt?

Eine Autoversichung in die alle die selben Beitraege zahlen, erachte ich als unfair: Leute, die seit 20 Jahren unfallfrei fahren, sollen weniger Beitrag zahlen, als Leute, die jede Woche einen Unfall bauen. Und noch extremer: Leute, die gar kein Auto haben, sollten auch nicht fuer Autoversicherung zahlen. Und wie sieht’s in der Sozialversichrung aus: Leute, die gute Schulbldung haben, fleissig sind, und deshalb weniger Risiko haben jemals Sozialhilfe zu beziehen, zahlen mehr in die Versicherung ein. Absolut pervers!

Herzlich willkommen in der Realität! Man zahlt aber Beiträge zur Autoversicherung, auch wenn man nie einen Unfall hat. Eine private Versicherung gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit würde auch beim gesündesten, fleissigsten und intelligentesten Vorzeigeami etwas kosten. Das ist nicht pervers sondern Versicherungsmathematik.
Und deshalb sollte Kapitaleinkommen auch nicht besteuert werden.

das ist exakt das Mantra der Kriminellen. Mafiosi sollten nicht verfolgt werden, weil die gesellschaftlichen Kosten hoch sind und man sie nur sehr schwer dingfest machen kann. Sagte der Patrone und lachte sich eins. Neoliberale Gerechtigkeitsvorstellungen, zum Schlechtwerden.

Man könnte es allenfalls so sehen, dass der Druck, der auf die Staaten ausgeübt wird, es mit den Steuern nicht zu übertreiben, auch seine positiven Seiten hat. Es bleibt aber dabei, dass die Einkommen aus Arbeit ohne Sinn und Verstand stärker und damit unfair besteuert werden. Kontraproduktiv bis zum Abwinken.

Eine soziale Akzeptanz von Kapitaleinkommen ist so -niemals- erzielbar. Aber das ist auch nicht notwendig. Dafür hat man ja Pinochet, Bush und Konsorten.

Misstände neu einzukleiden und als leuchtende Vorbilder zu verkaufen, scheint einer der Hauptgags des Neoliberalismus zu sein. Natürlich braucht man nicht lange nachzudenken, wozu das ganze gut ist.

Wenn die bescheuerte Müllermilch von einem bestimmten Standort profitiert, ist unverständlich, warum sie dort nicht wie alle anderen Hansel 15% Erbschaftssteuer zahlt. Statt dessen Propagandisten, absurde Propaganda und noch dümmere Gefolgsleute, die den Quatsch nachplappern.

Sinnvoll wäre es, eine begrenzte länderübrgreifende Steuerharmonisierung, z.b. über Mindeststeuersätze. Dass sich bei einem evtl. erzielbaren Kompromiss keine Bandbreiten in Grösse der Höchstsätze ergeben werden, ist eh klar.
Wissenschaftler protestieren gegen den Gebrauch von "Junk Science" durch die Administration Bush.

http://www.ucsusa.org/global_environment/rsi/page.cfm?pageID…

"Junk Science" ist zum Beispiel die "Armutsstudie", die der Antiwichserclub "Heritage Foundation" verbreitet. Man nimmt seriöses Datenmaterial, verwurschtet es bis es in den ideologischen Kram passt und gibt das dann "wissenschaftliche Arbeit" heraus.
@Coubert

hattest vermutlich recht. Die Rally der amerikanischen Lutscher scheint am Ende zu sein.
@Coubert, Landingzone und AntonChesus


Mich stört etwas eure Geisteshaltung der moralischen Überlegenheit. Da nützt manchmal kritische Selbstreflexion.

22. Januar 2003

Trau keinem 68er !

Von Bettina Röhl



In den Medien werden zur Zeit schwarz – grüne Phantasien als Weg zum Glück beschrien. Locken die Grünen die Konservativen in ihr eigenes Waterloo ?

von Bettina Röhl



Die jüngste Legende, die 68 derzeit der Gesellschaft dekretiert, heißt: 68 ist tot. Die 68er seien bereits aus demographischen Gründen eine aussterbende Spezies.

Die 68er achten strikt darauf, dass es ausschließlich ihresgleichen sind, die sich „kritisch“ mit 68 auseinandersetzen ( dürfen). Wer nicht 68er ist und das Maul aufmacht, ist dümmlich, redet über Dinge, von denen er nichts versteht, ist ewig gestrig oder gar rechts ( radikal).

Dieser Meinungsterror ist gesellschaftlicher Konsens, Konsens der öffentlichen oder zumindest der veröffentlichten Meinung. Ein bisschen angereichert mit ein paar so genannten konservativen Stimmen.

Tatsächlich ist 68 die Messlatte der politischen Korrektheit. Das ideenlose bürgerliche Lager wehrt sich allenfalls durch Passivität, durch ein paar Luftblasen und apportiert permanent die eigene Existenzberechtigung und überhaupt, man sei gar nicht soo schlimm und hätte ja auch sehr viel gelernt.

Der durchschnittliche 68er ist zwischen 50 und 70 Jahre alt, also in einem Alter, in dem typischerweise die Machtpositionen besetzt werden. Die Generation zwischen 40 und 50 teilt sich in 2/3 stramme Nachwuchs – 68er und ein knappes Drittel inzwischen eingeknickter Yuppies. Wie da die Legende des demographischen Endes der 68er überhaupt Platz greifen konnte, bleibt unverständlich. 68 hat sich längst verselbständigt und ist Generationen- unabhängig die herrschende Denk – und Indoktrinationswelt geworden.

Ein paar Girlies und ein paar halbstarke Superstars und ein paar smarte ober - und altkluge Medienmenschen ändern an dem Gesagten wohl kaum etwas. Auch ein paar Jungkonservative stehen auf verlorenem Posten, woran auch nicht erreichte 18 % der Wählerstimmen oder selbst auch mal eine gewonnene Wahl nichts ändern. Die Apparatmacht in Staat, Mediengesellschaft und Gesellschaft, Kunst und Wirtschaft, Wissenschaft und Lehre bleibt in der Hand der 68er. Die lange Resistenz der Wirtschaft und der Gewerkschaften, die aus unterschiedlichen Traditionen 68 ablehnten, ist längst Vergangenheit.

Die verkrampften und spaßunfähigen 68er haben in ihrem wissenschaftlich – atheistischen Sozialismus ihre eigenen Götter Marx und Freud ( Jung und Reich, Lenin, Mao und Che Guevara ) personenkultig götzenhaft angebetet. Es war ein Leichtes für sie mit ihrem eigenen Sektenkult in Gestalt ihrer geistig überlegenen Süffisanz und mit ihrem selbst empfundenen Anspruch der Weltbelehrung und geistigen Welterneuerung, der größenwahnsinnige Züge trägt, alle Anfeindungen und Herausforderungen seit 35 Jahren bis heute mühelos zu kontern und zu überdauern.

Die Ende der Achtziger zum Massenphänomen gewordene Esoterik haben die 68er quasi anschließend an ihre alte Drogen - und ein wenig Baghwan - Erfahrung schnell geentert und ihrem System längst einverleibt.

Die Esoterik ist eines der Einfallstore der 68er in das Managerwesen der Wirtschaft geworden, wo Placebo und Autohypnose, selbstverständlich an knallharten Erfolgszahlen gemessen, Standartgedanken geworden sind. Viele so genannte Leiter von Managerkursen für Top – Leute werden von ergrauten esoterischen 68ern und Nachwuchs – 68er geleitet, die die Power hemmungsloser Durchsetzung und die Konditionierung des Ichs des Individuums angeblich in betriebswirtschaftlichen Nutzen umwandeln helfen.

Die Psychologie ist eins der großen Felder, auf denen die 68er die Macht übernommen haben, weshalb alles wissenschaftlich von Kapazitäten testiert abläuft. Da wird die große Kohle verdient. Von links, von sozial keine Spur. Seitdem 68 in Staat und Medien die Herrschaft übernommen hat, was unter Helmut Kohl sukzessive passierte, spielen die immer zahlreicher werdenden Verlierer keine Rolle mehr. Die schießt man aus dem Sozialsystem raus mit dem eleganten Begriff der Ich –AG. Wie gut, dass 68 immer gleich auch die Kritik mitliefert, die zur eigenen Machtanreicherung gehört, und das Wort „Ich – AG“ schnell zum Unwort des Jahres kürt.

Als ich ein kleines Kind war, lehrte mich meine Mutter Ulrike Meinhof, dass Strauss, Barzel und co. das schlechthin Böse seien. Naiv dachte ich, dann muss ja Willi Brandt das schlechthin Gute sein und war enttäuscht und auch ein bisschen böse, dass ich nach der Wahl von Brandt zum Bundeskanzler 69 zu hören kriegte, dass der Brandt auch nur das kleinere Übel sei, da Brandt – so erklärte sie es mir kindgerecht - die Welt nicht umstürzen, sondern nur revisionistisch reformieren und ansonsten erhalten wolle. Das Ziel sei jedoch die Zerstörung des Staates, damit ich später, wenn der Kommunismus ausgebrochen sei, den sie und ihre 68er – Genossen durchsetzen wollten nur auf den Markt gehen brauchte, um mir meine Kleider ( sie sagte „Hosen“ ) und alles was ich wollte, kostenlos, soviel ich brauchte, zu holen. Fragen, Zweifel oder gar Kritik meinerseits ließ Ulrike Meinhof gnadenlos nicht zu.

Als ich wenige Jahre später auf dem altehrwürdigen humanistischen Christianeum meiner Erinnerung nach in der fünften Klasse mit einem der wenigen waschechten 68er – Junglehrer ins Diskutieren kam, weil uns dieser Lehrer aufgefordert hatte, zu diskutieren und gegenüber Autoritäten kritisch zu sein, wurde ich eifrig und kritisierte eben diesen Lehrer, weil er die eingeführte so genannte brainstormingartige „Quatsch - Stunde- eigentlich eine der fünf regulären Deutschstunden, die der Lehrer umfunktioniert hatte, zu einer reinen Quatschstunde entgleiten ließ. Der strikte und harsche Bescheid des Lehrers, der doch nun selber die Macht der Autorität gegen alles Böse von oben in Händen hielt, war, dass es so nun nicht ginge, ich müsse schon das Richtige kritisieren. Gemeint war wahrscheinlich der Klassenfeind von oben, der den Lehrer satt und zufrieden stellend alimentierte.

Diese kindlichen Erfahrungen haben an Gültigkeit kaum etwas verloren. Selbst, wenn die 68er, wie jetzt, flächendeckend an der Macht sind, ist es nicht im eigentlichen Sinn die Opposition die opponiert, sondern das moralisch – überlegene Monopol des Gegen –den - Imperialismus - und - die - Reaktion - Seiens, des Gegenseins schlechthin, des Kritischseins, des überhaupt Nachdenkens und Experimentierens haben die moralisch - überlegenen Linken zu ihrem höchst eigenen Ding erhoben.

Das öffentlich verordnete Denkkartell 68 fällt nicht mehr auf, weil es inzwischen über zwei Generationen das Maß der Dinge geworden ist. Normal Null im Koordinatenkreuz der auf diese Weise gerade nicht mehr möglichen geistig – politischen Auseinandersetzung ist 68 geworden.

Der gesamte geistige In – und Output läuft durch den Filter 68 und so ist es verständlich, dass die ersten tüddelig gewordenen 68er auf ihre eigene Geschichte hereinfallen und verkünden: 68 gibt es nicht mehr, weil das, was schlicht real existiert, natürlich in der Tat nur schwer wahrgenommen werden kann.

Die konservativen Politiker beklagten jüngst, dass sie keine adäquate Repräsentanz in der Kunstszene haben und unterstellen dabei, dass es eine freie Kunstszene gibt, die sich frei mehrheitlich für links entschieden hätte.

Seitdem links unsozial heißt, aber dafür an der Macht ist und die sozial Schwächeren mit der alten Soziallegende alle vier Jahre einmal turnusmäßig an die linke Wahlurne gescheucht werden. machst Du als Künstler Kohle, wenn Du links bist. Insofern fällt die Entscheidung links zu sein, weder ganz freiwillig, noch ist sie völlig unverständlich.

Links hat zwar eine erdrückende Kastration der Meinungsfreiheit mit sich gebracht, die linken Künstler schreien aber nach wie vor: Mehr Demokratie wagen, mehr soziale Gerechtigkeit und schlicht und ergreifend mehr verruchte, gemäßigte Revolution. Auch nach wie vor hat links okkupiert: mehr Emanzipation, mehr Freude, mehr Spass und einfach mehr Sex. Apropo Sex; die 68er, die größten Sex- Stümper mit ihren Erektions -Turn- und Psychoübungen und ihren Orgasmusproblematisierungen haben das Kunststück vollbracht, dass sie das Image der sexuellen Revolution voll und ganz für sich beanspruchen. Welcher kleine bürgerliche Spießer erblasst da nicht vor Neid und ordnet sich da nicht auch gleich noch politisch unter.

Du sollst Dich revolutionieren ! Was das genau heißt, weiß niemand. Aber schon mal Mitglied in der Sekte 68 zu werden und das ABC auswendig zu lernen, kann nicht schaden. Sei subversiv, kämpfe an Deinem kleinen Platz, demonstriere, geh in die Gesellschaft und belehre und bekehre Dein Umfeld....

Die Demonstrationskultur hat zwar seit 98 an Schwung verloren, aber es ist doch erstaunlich, wie intensiv heute von oben organisiert noch gegen einen fiktiven revisionistischen Gegner, der überhaupt nicht mehr benannt werden kann, in einem Staate, in dem 68 die Macht selber an sich gerissen hat, demonstriert wird. Mutig bringen Künstler dem Kanzler Schröder im eigenen Hause Protestnoten, um die bösen Teile der Gesellschaft zu überwinden und um ihn Weltpolitik zu lehren, die er selber längst verstanden hat.

Der Kunst immanent ist das Argument des Experiments, die Suche nach Neuem, der Attacke auf das Bestehende, auf das nun in Wahrheit links gewordene Establishment und insofern ist es eine fatale Verwechslung, wenn in der aktuellen Situation die Kunst diese positiven Kräfte in Erfüllung alter, linker obrigkeitskontrollierender Ideen auf sich selber hereinfällt und die meisten und wertvollsten positiven revolutionären Kräfte einäugig und total reduziert und damit langweilig in den vorgegebenen linken Kanal verpuffern lassen. Diese Art von so genannter politischer Protest und Unkunst von regierungsamtlichen Kunstbeamten erinnert doch stark an die Kunst im Kommunismus.

Eben noch kämpfte Bohlen mit der Schwerkraft des kleinen Dieter und nun wird er im bereits wieder verpufften Konzert einer bürgerlichen „Revolution“ in den Feuilletons zu einer konservativen Künstlermedienblase gierig verwertet, der einzigen, der man habhaft werden konnte.

Ein wenig attraktiver Steuersong, der nicht einmal besonders kanzlerkritisch ist, und auch die Interpretation offen lässt, dass der selbe Song auch gegen einen Kanzler Stoiber gesungen worden wäre, der sich immerhin mit derselben wirtschaftlichen und finanziellen Situation hätte auseinandersetzen müssen, ist morgen wieder vergessen, weil er weder formal Kunst war noch inhaltlich etwas bot. Es ist aber erschütternd wie eine wahrscheinlich überwältigende bürgerliche Mehrheit im Lande der Dichter und Denker einem solchen Steuersong mit der Hoffnung hinterherläuft, dass nun endlich einmal links abgewatscht wird und dass man nun endlich einmal von den gestrengen 68ern anerkannt wird, dass man auch furchtbar witzig sein kann. Der angekündigte „Es wird alles wieder gut – Song“ macht die Nullnummer, der die Konservativen gierig hinter her gelaufen sind, in besonders drastischer Weise deutlich.

Wenn Konservativismus nichts anderes mehr bedeutet als ein bisschen auf Big Brother – Container zu machen, ein bisschen dem Superstar – Mediengau zu applaudieren, und ein bisschen Spass und Nonsense auf die Beine stellen und immer Obacht zu geben, dass es nicht politisch wird, dann beweist dies, wie durchgängig der Sieg von 68 ist.

Die besondere deutsche Ausprägung von 68 - auch die 68er können nicht davon lassen, das deutsche Wesen besonders gründlich und besonders teutonisch für überlegen zu erklären, obwohl sie dieses Sprüchlein gern den Konservativen um die Ohren hauen – lag in der jüngeren deutschen Geschichte, die in der Tat eine unideologische, gesellschaftliche Erneuerung erforderlich gemacht hätte. Ironischerweise ist festzuhalten, dass 68 und der ambivalente Anti- Amerikanismus aus Amerika importiert wurden und nicht originär deutschen Ursprungs sind, weshalb die nachträgliche Legende, dass 68 aus einem mutigen Kampf deutscher Studenten und Intellektueller gegen Adolf Hitler dreißig Jahre nach Hitlers Tod entstanden sei, eine plumpe Geschichtsklitterung ist.

68 war eine hysterische Hasskampagne gewürzt mit den Errungenschaften der sechziger Jahre, Pille, Pop und pralles Taschengeld. Hinzu kam unterschätzte Assistenz aus Ostberlin, eine unterschätzte Assistenz aus dem Bereich der verbotenen West – KPD, der Einfluss der Dritte – Welt – Krieg – Phantastereien von Mao Tse Tungs in Vietnam und in der chinesischen Kulturrevolution, die die 68er – Führer fanatisch predigten und eine unterschätzte Assistenz aus dem Bereich der enorm großen, links beherrschten Vermögen in Gestalt eigener Unternehmen, eigener Verlage, eigener Zeitungen oder auch der mehrheitlich links beherrschten öffentlich geförderten Projekte, Stiftungen und der Mehrzahl der öffentlich – rechtlichen Banken oder quasi öffentlich – rechtlichen Bankinstitute. Heute sagen die 68er - Veteranen, man kann sich das nicht mehr vorstellen, wie schlimm damals in den Siebzigern alles noch war. Damals sei jede Gewalt gegen diesen imperialistischen, revanchistischen Willi Brand – und Helmut Schmidt – SPD - Staat gerechtfertigt gewesen. Dass dies im besten Fall Quatsch, im verwerflichsten Fall bösartige Legendenverbreitung war, beweisen die nämlichen 68er, die heute unter dem Deckmantel von Terrorismus und kritischen Staatsfinanzen den Rechts – und Sozialstaat an allen Ecken und Enden kastrieren und meilenweit zurück schrauben.

Kohle spielte im linken Lager nie eine Rolle. Über Geld sprach man nicht. Geld hatte man. Die Linken haben uns gelehrt, Geld sei Macht. Recht haben sie. Herrschaftswissen sei Macht. Rechts haben die Linken. Das Arbeitsrecht, dass die Linken in einer Weise einschränken, wie es sich eine konservative Regierung nicht mal hätte ausdenken können, galt vor allem als 68 noch nicht an der Macht war und dann vor allem für die private Wirtschaft. Für die linksdominierten Unternehmen galt das Arbeitsrecht kraft Gesetzes zwar gleichermaßen, da wusste man sich aber vielfältig praktisch zu helfen.

68 hat keineswegs die Themen, die sich objektiv stellen, aber alle Themen, die öffentlich gestellt wurden, beherrscht. Keins der Probleme wurde von 68 gelöst. Lösungen waren auch nicht mal intendiert. Ostpolitik, Schwangerschaftsabbruch, sterbender Wald, Geschwindigkeitsbeschränkung, Dosenpfand, Sozialkundeunterricht statt Mathematik, ein Thema nach dem anderen wurde monopolisiert und für Wahlentscheidungen missbraucht und bevor es um Sachentscheidungen gehen konnte durch ein neues Thema für eine neue Wahl ersetzt. Wenn irgendwas schief ging, war sofort eine hoch dotierte 68er – Psychoassistenz zu Hilfe. Wenn etwas schief geht reklamiert 68 eben, dass man die Sache positiv sehen solle, weil man sie doch „ein Stück weit“ voran gebracht habe.

Die Revolvermentalität der 68er, die ihr krankes Selbstlob und die Fakten verfälschende Darstellung ihrer Geschichte so oft in den Medien, in den Talk – Shows, in den Schulen, Universitäten und in tausenden von Büchern revolvierten bis nicht nur sie selber gläubig an ihren eigenen Lippen hängen, sondern auch der Rest der Gesellschaft vermeiden auf diese Weise sehr stringent der ihnen obliegenden Beweislast für ihre Behauptungen Genüge zu tun.

Konkret bitte schön, meine Damen und Herren 68er. Wo ward Ihr die charakterlich Überlegenen und die die Gesellschaft voranbringenden Geister ?

Das lustigste Beispiel : Die 68er reden soviel über ihre sexuelle Revolution, die die vor ihnen im Trend liegenden Hippies versuchten, dass die Nachgeborenen irgendwie zwischen Schuldgefühl, Selbstzweifel Bewunderung und ganz viel Neid mit großen staunenden Telleraugen auf ihre Eltern schauen, die es so doll getrieben haben, dass diese Nachgeborenen glauben, dass sie ohne die entfesselten Sexualinnovationen ihrer Eltern überhaupt nicht gezeugt worden wären, als ob nicht vor den 68ern vermutlich tausende von Milliarden Menschen gezeugt worden waren und die 68er dagegen kläglich zugeben müssen, dass sie ein Baby – Mangel produziert haben, den sie flugs den Pillenknick nannten. Als ob die arme Pille Schuld daran sei, dass weniger, aber dafür zigfach problematischer, Verzeihung, problematisierter, und mit einer größeren Zahl unterschiedlicher Partner rumgebumst wurde. Statt den Segen der Pille zu nutzen und Liebe zu machen, faselten die 68er damals Tage, Nächte und wochenlang darüber rum, wie Sex zu sein hätte und diskutierten ihre angeblichen Beziehungskisten aus, bis der letzte Tropfen Östrogen und Testosteron und jede Erotik und jeder Sex sie verlassen hatten.

Dass die 68er Ende der siebziger nach Poona in Indien fliegen mussten, um ihren „Kopf los zu lassen“ und ihren Unterleib doch noch auf Touren zu bringen, zeigt in welcher Wohlstandsgesellschaft die 68er von ihren Nazieltern aufgezogen wurden.

Schaut Euch die fahlen, grauen 68er von heute genau an, wie sie auf der Straße unverkennbar in ihrer Selbstimitation ihrer längst vergangenen Studententage herumschleichen, da lobt man sich doch die fidelen Rentner, die auf Mallorca einen los machen.

68 überzog die Republik mit dem Thema Datenschutz und ist kaum an der Macht rigoros dabei unter Ausnutzung der an sich gerissenen geistigen Führerschaft den Überwachungsstaat zu etablieren. Gegen Terroristen kämpfen, ja klar, aber nicht mit Gewalt, aber dafür den Normalbürger der 99,999 % der Bevölkerung ausmacht, immer strikter überwachen – das ist schick, zumal man weiß, dass damit endgültig der Blick auf die Welt, die größer ist, als 68 unterdrückt wird: 68 für immer.

Einst wussten die 68er, die sich zunächst um die Nazivergangenheit Deutschlands weit weniger bemühten als heutzutage, dass sie auch ohne das Unrecht der Vätergeneration allem Dagewesenen und insbesondere den eigenen Eltern und Großeltern rundum überlegen waren. Dass sie den Gleichaltrigen, meist leise tretenden Nicht – 68ern in jeder Hinsicht voraus waren, stand ohnehin fest. Mit den grauen Haaren der 68er wuchsen neue Generationen heran. Denen erzählte man einen vom Pferd über die - in satten Jahren aufgewachsen - eigene, gelebte Vergangenheit. Die 68er sind so die Oberlehrer der Eltern wie der Kinder und der Kindeskinder und dulden, da verstehen sie keinen Spaß, keinen Widerspruch. Im Gegenteil, sie verlangen strikte Anerkennung und Unterordnung. Wir haben schließlich nach 20 000 Jahren schief gelaufener Menschheitsgeschichte Demokratie und Modernität über Euch gebracht. Falls noch jemand eine andere Meinung hat, schlagen die 68er – Veteranen mit Marx und Freud zurück und scheuen dabei nicht davor zurück Menschen zu zerstören. Therapiewütig wie sie sind, haben sie auch gleich ein Umerziehungsprogramm parat.

68 ist ein Moloch, der alles frisst. Die Idee Rückzug ins Private und die Politik möge sich aus dem Privaten fernhalten, ist also kontraproduktiv, weil 68 in einem solchen Falle unaufgefordert die Bedingungen des Privatisierens diktiert.

Klar, dass diese 68er bei dem Thema ewiges Leben / Gentechnik – ein Thema zu dem sie schon früh gegen fiktive Konservative angekämpft haben – nun plötzlich, wo dieser ewigen Jugend 68 das Alter droht, eine spürbare Enthemmung in die Gesellschaft gebracht haben und ein beredtes Schweigen an den Tag legen. Schließlich weiß jeder echte 68er für sich selber- Gott und den Himmel gibt es nicht – dass er es eigentlich verdient hätte ewig zu leben und der Gesellschaft ewig zu dienen, um ihr auf keinen Fall als wertvolles Mitglied abhanden zu kommen. Klonideen und Wiedergeburtsgedanken der Esoterik mischen sich bei den 68ern unheilvoll und ganz nebenbei: die Andersdenkenden werden auf keinen Fall geklont, die sollen gefälligst aussterben

Die neueste 68er – Idee, in die man dort regelrecht verliebt ist, geht so:

Die gute Erfahrung der einst DDR – gebusterten Sonder - 68er – Partei der Grünen, die in der Koalition seit 98 die gute alte Tante SPD so ausgelutscht hat, dass sie nur noch ein geistig – politischer Schatten ihrer selbst ist, soll nun wiederholt werden. Dieselben Grünen haben einst einen blühenden und durchsetzungsstarken Holger Börner in Hessen zu Wut und Verzweiflung und vielleicht sogar in einen frühen Tod getrieben. Man hat also Erfahrung. Man möchte in einer grün- schwarzen Koalition jetzt CDU und CSU anpacken und vampirartig aussaugen und eine kleine belächelte FDP sich selber erledigen lassen. Jetzt will man endlich an die bei der CSU und CDU vermuteten letzten Wirtschaftstöpfe mal so richtig ran.

Die schwarz – grüne Koalition wird von selbst verliebten Journalisten die dem so genannten Strukturalismus anheim gefallen sind, schwelgerisch und inflationär herbeigeredet und wieder gehen die 68er aufs Ganze. Die grüne Verpflichtung zur Natur, die es im Angesichte der politischen Kampfmaschinen, die die Grünen führen, wohl allenfalls an der so genannten grünen Basis gibt, und der Schöpfungsgedanke des verachteten Christentums, dass man nun plötzlich bei den Christunionisten, die man ewig als unchristlich gescholten hat, ansiedeln möchte, seien doch, so die Überfliegergedanken, die beiden Seite der selben Medaille, so dass einzig und allein eine grün – schwarze Koalition den wirklichen Sinn sui generis mache. Manch ein CDU – Mann ist von soviel grünem Interesse und plötzlicher „Anerkennung“ geschmeichelt und fühlt sich endlich auch einmal so richtig dazugehörig.

Fischer wird parteiloser erster Kaiser von Mitteleuropa, ein Bürgerkaiser selbstverständlich, schließlich ist Fischer genauso kleinwüchsig wie Napoleon. Das passt schon einmal. Ansonsten Stoiber ist ein guter Onkel, Merkel eine gute Tante und Merz ein nützlicher Technokrat und die bringen die Mehrheitsmacht und die sogenannten Ex – Streetfighter, K- Grüppler und Mao -. Anhänger und Pol Pot – Fetischisten üben die Macht aus, bis die CDU und CSU ausgelutscht am Boden liegen. Dann schaun wir mal weiter.

Die 68er tun alles für den Menschen an und für sich und schlecht hin. Das Individuum ist unwichtig. Die Struktur zählt, der richtige Geist zählt und das ist der heilige Geist 68. Gleichzeitig gelingt es den 68ern nachhaltig, um das inhaltsleere Zauberwort der Grünen hier einmal zu benutzen die Öffentlichkeit denken zu machen, dass das individuelle, private Glück nur mit ihnen zu haben sei und die soziale Gerechtigkeit sowieso.

Wenn sich keine konservative Ideenkraft formiert, die in der Lage ist, den gigantischen Fake 68 zu dekuvrieren, wird 68 die Nachfolge der christlich abendländischen Kultur übernehmen. 68 ist auf dem besten Wege dazu und alles anders als weg. Die 68er lachen sich, wie die berühmten Gurus, die ihre Jünger finanziell und mental auspressen und ihnen Askese predigen, schlapp, wenn sie ihr auf billiges Öl gestütztes Luxusleben führen und die Amis dafür schelten, dass sie für sie die Drecksarbeit machen, und Ölquellensicherung betreiben. Es ist eben dreifach witzig zu herrschen, moralisch überlegen zu sein und die Beherrschten nach Strich und Faden zu verarschen.

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Dieser Artikel erschien in gekürzter Form in der Februarausgabe der Zeitschrift „Eigentümlich frei"
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http://www.bettinaroehl.de/Die_68er/Die_68er/die_68er.html

Die Journalisten(und Tochter von Ulrike Meinhof) Bettina Röhl ist übrigens seit kurzem auch hier bei wallstreet-online Thread Thread: Der grosse Basar -- Buch von Daniel Cohn-Bendit aktiv. Username: B.roehl

gefunden beim Thomtrader

MfG :cool:berossi
"Mich stört etwas eure Geisteshaltung der moralischen Überlegenheit."

Ich kenne die Geisteshaltung von landingzone und AntonChesus nicht. Ich kenne eigentlich auch meine nicht. Erzähl doch mal.

Der verlinkte Thread ist ja spannend. Dort möchte man jemandem, der sein und das Verhalten von 4-jährigen Mädchen vor 30 Jahren reflektiert und sich so "pädophil selbstbezichtigt", gleich mit Handschellen in Haft überführen. Vermutlich wegen akuter Verdunkelungsgefahr, nehme ich an (ein häufiges Motiv bei Selbstbezichtigungen).
Auch http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/glosse/4794/1.html


Zum 68er Artikel der Röhl: u.T. ganz lustig geschrieben. Sie wird hoffentlich über die 68er hinwegkommen, wie diese über die Nachkriegszeit wegkommen mussten.
@Coubert
Die Beschreibung „Geisteshaltung der moralischen Überlegenheit“ lässt sich zugegeben schwer kurz und bündig definieren. Das ist ein Gefühl das deine Postings bei mir hinterlassen haben. Du kannst es als Anregung begreifen oder auch ignorieren.

Wenn sich keine konservative Ideenkraft formiert, die in der Lage ist, den gigantischen Fake 68 zu dekuvrieren, wird 68 die Nachfolge der christlich abendländischen Kultur übernehmen. 68 ist auf dem besten Wege dazu und alles anders als weg. Die 68er lachen sich, wie die berühmten Gurus, die ihre Jünger finanziell und mental auspressen und ihnen Askese predigen, schlapp, wenn sie ihr auf billiges Öl gestütztes Luxusleben führen und die Amis dafür schelten, dass sie für sie die Drecksarbeit machen, und Ölquellensicherung betreiben. Es ist eben dreifach witzig zu herrschen, moralisch überlegen zu sein und die Beherrschten nach Strich und Faden zu verarschen.

Apropos Gefühle, beim Versagen der deutschen Medien kann ich mich einer gewissen Demut nicht erwehren.
Vergleiche #4107, http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/glosse/4794/1.html und #373 aus dem Thread: Der grosse Basar -- Buch von Daniel Cohn-Bendit

MfG :cool:berossi
@hk

Du bist mit Sicherheit kein Krimineller und brauchst das auch nicht zu schlucken. So wars auch nicht gemeint. Dein Statement ist so, wie Du es vorbringst, ziemlich extremistisch. Meine Antwort war der Versuch einer reductio ad absurdum. Auch ein bisschen extrem ausgefallen.


@oberossi

eigenartiger Gesichtspunkt. Was bedeutet? Meinst Du Bigotterie, stört Dich das Justizsystem, oder willst Du eine Positivismus-Debatte anfangen? -Welche- Moral stört Dich denn? Ich habe ablehnend von "Ideologie" geredet, weil mir Dogmatismus nicht schmeckt.

Vorschlag: Wenn Du an den Begriff "politische Moral" denkst, w