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Schettler, Hasler, Neuscheler, Lang, Karl und Moeller Watchlist 2020 - Auf diese Aktientitel setzen Profis: Von Agnico Eagle Mines bis Volkswagen

13.12.2019, 14:00  |  18451   |   |   

Das Börsenjahr endet mit einem DAX-Ausbruch über der 13.300 Punkte-Marke. Der Dow Jones befindet sich mit über 28.000 Punkten und der S&P 500 mit knapp 3.200 Punkten ebenfalls auf Rekordniveau. Die wallstreet:online-Redaktion bat Experten um aussichtsreiche Aktien- und Anlagetipps für 2020. Zum Fest und für die weitere Vertiefung: Ein Strauß voller echter Rendite-Chancen!

Gefragt nach den Top-3-Aktien 2020 sagte André Schettler, BKC Asset Management, gegenüber wallstreet:online: „Auch im kommenden Jahr bleiben Aktien aus dem Vereinigten Königreich für uns attraktiv, insbesondere die der kleineren und mittleren Unternehmen. Hierzu gehören Titel aus der Immobilienbranche, beispielsweise Berkeley Group und Savills, ebenso wie Aktien aus dem Transportsektor, wie etwa Go-Ahead und National Express.“

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Vor dem Hintergrund des Wahlsiegs für die Konservativen von Boris Johnsons sagte Schettler: „Grundsätzlich sollten zunehmende Sicherheit und Verlässlichkeit in Bezug auf den Brexit unterstützend für Aktien aus dem Vereinigten Königreich wirken, die derzeit noch immer mit einem Bewertungsabschlag gegenüber dem Rest Europas und den USA handeln. Insbesondere der Immobiliensektor könnte davon profitieren, wenn das Vereinigte Königreich und das Pfund wieder als sicher und stabil wahrgenommen werden, vergleichbar mit der Schweiz.“

„Wir halten die Möglichkeit einer Rezession oder einer größeren Aktienmarktkorrektur weiterhin für sehr hoch“, so André Schettler (BKC)

Für 2020 rechnet Schettler mit Risiken und Chancen für Anleger: „ Die Risiken liegen vor allem in den unserer Ansicht nach überhöhten Bewertungsniveaus, der aktuellen Gewinnentwicklung und zu optimistischen Erwartungen der Anleger. Hinzu kommen fehlende Wachstumsimpulse und mittlerweile unwirksame Maßnahmen der Notenbank“, so Schettler. Über die Anlagestrategie der BKC verrät er: „Angesichts dieses Risiko-Szenarios fokussieren wir uns auf Unternehmen mit weniger zyklischen Geschäftsfeldern. Insbesondere Qualitätswerte mit geringer Verschuldung, stabilem Cashflow und einem im Vergleich zum Gesamtmarkt eher geringen Beta sind für uns interessant, solange sie unserem Value-Ansatz entsprechen.“

Konkret meint Schettler: „Daher sind für uns im kommenden Jahr attraktiv bewertete REITs interessant, wie Aroundtown und DIC Asset. Darüber hinaus halten wir im Portfolio auch die Aktien von Kommunikationsunternehmen, beispielsweise Verizon und Swisscom, und Lebensmittelproduzenten, wie General Mills und Tate & Lyle.“

FANG-Aktien haben im laufenden Jahr an Schwung und Attraktivität verloren

„Werte aus den USA haben in den letzten Jahren Aktien aus dem Rest der Welt und insbesondere aus Europa deutlich übertroffen. (…) Erste Anzeichen einer Trendumkehr, welche bereits 2019 zu beobachten waren, könnten sich im nächsten Jahr weiter festigen. So haben zum Beispiel die meisten der sogenannten FANG-Aktien im laufenden Jahr deutlich an Schwung und Attraktivität verloren. Die ehemaligen Börsenlieblinge Amazon und Netflix entwickelten sich schlechter als der US-Gesamtmarkt (S&P500). Nur Facebook konnte 2019 erneut deutlich stärker wachsen als der Leitindex“, so Schettler.

Anders bewertet André Schettler die Aktien der Alten Welt: „Europäische Werte haben ein hohes Aufholpotenzial, während US-Werte ein großes Abwärtspotenzial beinhalten. Entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der US-Werte wird sicherlich der US-Wahlkampf haben: Wer wird der Kandidat der Demokraten? Und wer gewinnt die Präsidentschaftswahl?.“

Drei klare Aktien-Tipps von Peter-Thilo Hasler (Sphene Capital GmbH)

Der Gründer der Sphene Capital GmbH, Peter-Thilo Hasler, sagte gegenüber wallstreet:online: „Surteco hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre durch zahlreiche Übernahmen zum uneingeschränkten Marktführer mit einer vollständigen Produktpalette aus Papier- und Kunststoffprodukten konsolidiert. Nach einem Übergangsjahr 2019 rechne ich im kommenden Jahr mit einer deutlich besseren Umsatz- und Ertragsentwicklung, womit die aktuellen Kurse eine attraktive Einstiegsgelegenheit sind. Auch bei Vossloh lief in den vergangenen Jahren nicht alles rund. Der Vorstand hat jedoch die Situation erkannt und gehandelt. Verlustbringer wurden zu anständigen Preisen verkauft und damit die Weichen für eine deutliche Gewinnsteigerung gestellt. Schließlich traue ich Borussia Dortmund eine Saison zu, die besser als derzeit noch von vielen erwartet verlaufen könnte. Hier wurde in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet, wovon die Aktie ebenfalls profitieren sollte.“

„In 2020 dürfte die Knappheit an verzinslichen Anlagen für weiteres Aufwärts-Potenzial bei Aktien sorgen“, Jonathan Neuscheler (AlleAktien)

Jonathan Neuscheler, Gründer von AlleAktien, sagte gegenüber wallstreet:online: „In 2020 traue ich Value-Aktien mehr Potential zu als den bereits phänomenal gelaufenen Wachstums-Aktien. Dazu zwei Favoriten: E.ON hat für 2020 bereits eine weitere Dividendenerhöhung auf 0,46 Euro je Aktie bekanntgegeben. Das entspricht einer attraktiven Rendite von fünf Prozent. Das Geschäftsmodell wurde komplett umgestellt. Statt schwankender Erträge im Bereich der Stromerzeugung setzt E.ON jetzt auf das stabile Geschäft mit Strom-Netzen. Das liefert einen planbaren und garantierten Cashflow. Auch in den Folgejahren möchte das Unternehmen die Dividende weiter erhöhen.“

Ein weiterer Favorit von Neuscheler für 2020 ist: Johnson & Johnson. „Der Konzern ist breit aufgestellt, sowohl im Bereich von Medikamenten, medizinischen Produkten und dem Konsumgütergeschäft aktiv. Diese breite Aufstellung sorgt für eine stabile Geschäftsentwicklung, auch in Krisen. Die Bilanz ist grundsolide. Die Dividendenrendite liegt bei drei Prozent, seit mehr als 50 Jahren wird die Dividende in jedem Jahr angehoben. Auch das KGV ist mit einem Wert von 15 noch erfrischend günstig“, so Neuscheler.

„Der DAX hat die guten Nachrichten für 2020 größtenteils schon abgefrühstückt“, Otmar Lang (Targobank)

Für Otmar Lang von der Targobank zeigt sich für den DAX: „Die anhaltend lockere Zinspolitik, sowohl in Europa als auch in den USA, ist genauso eingepreist, wie eine erste Lösung in der Handelsauseinandersetzung zwischen den USA und China; es spielt keine Rolle, ob diese noch in diesem Jahr oder später erzielt wird. Die gute Botschaft, dass eine Hard-Brexit-Lösung vermieden werden dürfte, ist auch vollkommen diskontiert. Es besteht daher vielmehr das Risiko, dass die günstigen Erwartungen nicht eintreffen.“

Lange sagte: „Gut ist, dass von fundamentaler Seite der Optimismus eher gering ist. Dennoch: Nach dem starken Rückgang des Ifo Index seit Anfang 2018 zeichnet sich in den letzten zwei Monaten lediglich eine zarte Konsolidierung ab, eine starke Gegenbewegung sähe anders aus. Das kann sich im Jahresverlauf 2020 bessern, doch wenn die Siegchancen eines demokratischen Präsidentschaftsherausforderer steigen sollte, könnte ein neues Störfeuer warten. Die Wirtschaftsaussagen der prominentesten demokratischen Kandidaten waren bisher nicht sehr wirtschaftsfreundlich, was das Klima nicht nur für US-Aktien belasten dürfte.“

„Möglicherweise wird erst eine Jahresschlussrallye das Börsenjahr 2020 retten“, so Otmar Lang

Christoph Karl, stellvertretender Chefredakteur von Smart Investor, sagte über das Problem mit Prognosen: „Schreibt man bestehende Trends und Entwicklungen fort, hat man zwar eine relative hohe Treffsicherheit, wird mit diesen Tipps aber keine besonders attraktiven Renditen erzielen. Alternativ kann man sich mit einer besonders gewagten Prognose weit aus dem Fenster lehnen. Dabei ist die Chance, einen Treffer zu landen relativ gering. Sollte die These aber aufgehen, kann diese extrem lukrativ sein.“

Karl weiter: „Für 2020 riskiere ich daher drei gewagte Prognosen, auch wenn mir klar ist, dass die Chancen eher gering sind, dass alle drei aufgehen. So könnte ich mir vorstellen, dass 2020 ein Comeback der Autobranche mit sich bringt. Kaum eine Industrie wird derzeit von den Anlegern mehr gemieden, insbesondere in Deutschland. Dabei übersehen viele Anleger, wie robust sich zuletzt ein Unternehmen wie Volkswagen präsentiert hat. Volkswagen hat innerhalb kürzester Zeit im Bereich der Elektromobilität aufgeholt. Gleichzeitig plant das Unternehmen für 2019 ein Rekordjahr, auch wenn dies angesichts der Negativschlagzeilen kaum zu glauben ist.“

Karls zweiter „gewagter“ Aktien-Tipp für 2020: UniCredit. „Die italienische UniCredit hat letzte Woche ihre Prognose für die nächsten drei Jahre bekanntgegeben. Die Italiener planen mit einem Zinsszenario, dass deutlich konservativer als die Prognose der EZB ist. Trotzdem will CEO Jean Pierre Mustier kontinuierlich Eigenkapitalrenditen von mehr als acht Prozent erwirtschaften und 16 Milliarden Euro Shareholder Value schaffen. Die Hälfte davon soll den Aktionären über Dividenden und Rückkäufe zufließen, die andere Hälfte die Eigenkapitalbasis weiter stärken. Durch ihr seit 2016 laufendes Restrukturierungsprogramm hat die Bank die Kosten erheblich reduziert und bringt es bereits heute auf eine im Konkurrenzvergleich attraktive Cost-Income-Ratio von lediglich etwas mehr als 50 Prozent. Die Zahlen zeigen eines: Es ist offenbar als Bank möglich, sich auf die widrigen Umstände im heutigen Niedrigzinsumfeld einzustellen.“

„Eine dritte Branche, die Potential haben dürfte, sind die Goldminen“, Christoph Karl (Smart Investor)

„Bereits der leichte Anstieg beim Goldpreis im laufenden Jahr bescherte vielen Unternehmen deutlich höhere freie Cashflows. Im Vergleich zu früheren Zyklen sind die Kosten bislang aber stabil geblieben. Ein weiterer Anstieg der Edelmetall-Notierungen sollte sich daher überproportional in den freien Cashflows niederschlagen, während die Bilanzen gleichzeitig sehr viel sauberer sind als noch vor einigen Jahren“, so Karl. Daher lautet sein Tipp für 2020: „Gute Unternehmen wie Agnico Eagle Mines dürften zu den Gewinnern zählen. Zwar ist auch der Goldpreis kaum zu prognostizieren, aktuell gibt es jedoch kaum ein Szenario für die Weltwirtschaft, das ernsthaft gegen Gold sprechen würde.“

Linde, Ecolab und Partners Group: Drei Aktien-Tipps von Martin Moeller (UBP)

Martin Moeller, Co-Head Swiss and Global Equities und Co-Manager des UBAM - 30 Global Leaders Equity Fonds bei der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), sagte gegenüber wallstreet:online: „Linde ist ein führendes Industriegase- und Engineeringunternehmen und sollte in den nächsten Jahren von einem defensiven Geschäftsmodell mit einem langfristigen Vertragsbestand profitieren. Linde liefert nachhaltige Lösungen für seine Kunden und hilft Produktivität zu steigern und die ökologische Bilanz seiner Kunden zu verbessern. Der Zusammenschluss mit Praxair führt zu Synergien und besseren Preisen, die eine Verbesserung der bei 28 Prozent liegenden Marge um weiter vier Prozentpunkte ermöglichen sollten. Auch die Kapitalrendite wird sich in den nächsten Jahren um zirka zwei Prozentpunkte verbessern.“

Der zweite Tipp von Moeller lautet: Ecolab. „Es ist ein seit Jahren erfolgreich geführtes amerikanisches Unternehmen, das spezialisiert auf Reinigungs- und Desinfektionsprodukte für den Einsatz in verschiedenen Branchen, einschließlich im Lebensmittel-, Energie-, Gesundheits-, Industrie- und Gastgewerbe. Ecolab’s Produkte ermöglichen unter anderem die umweltschonende Wasseraufbereitung. Der Konzern kann den Jahresumsatz organisch um vier bis sechs Prozent über den Zyklus steigern, plus ein bis zwei Prozent dank Akquisitionen. Dieses Wachstum erlaubt operative Effizienzsteigerungen von 0,50 bis 0,75 Prozentpunkten pro Jahr, und die aktuelle Kapitalrendite kann sich von bereits attraktiven 18 Prozent schrittweise über die 20 Prozent-Schwelle verbessern“, so Martin Moeller.
 
Moellers dritter Tipp: „Partners Group ist als Asset Manager auf nicht-börsennotierte Investitionen wie Private Equity und Private Debt sowie Infrastrukturfinanzierungen spezialisiert. Die Kundennachfrage nach dieser Asset-Klasse ist ungebrochen stark und Partners Group erfolgreiche Performanceleistung in den letzten Jahren ermöglicht ein Wachstum der Anlagegelder um mehr zehn Prozent auch in den kommenden Jahren. Im Gegensatz zu anderen Vermögensverwaltern ist im Private Equity Bereich das Kundengeld für viele Jahre gebunden und ermöglicht damit hohe Planungssicherheit“, meint Martin Moeller.

Zwischen den Jahren

Die nächste Woche – Hexensabbat am 20.12.2019 – und Börsentage zwischen den Jahren dürften für Anleger durchaus eine spannende Zeit sein. „Am 15.12. beginnt, wenn wir der Historie glauben wollen, die Jahresendrallye. Über die letzten 30 Jahre hinweg stieg der DAX im Zeitraum vom 15. Dezember bis zum 04. Januar um 3,02 Prozent“, so Christian Buntrock, Portfoliomanager bei Solvecon Invest, in seinem letzten Forex-Report für 2019. Ein Blick ins Depot könnte sich somit lohnen.

Dr. Carsten Schmidt für wallstreet:online.

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